Seite 3 von 5 Erste 12345 Letzte
Zeige Ergebnis 21 bis 30 von 43

Diskutiere im Thema Kennt ihr das Problem mit dem Tonfall? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #21
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 250

    AW: Kennt ihr das Problem mit dem Tonfall?

    LatentTalent schreibt:
    Der Umgang mit den Ärzten und Pflegern war für mich teilweise Horror, weil die Reaktion oft pampig oder herablassend war, wenn ich einfach nur eine Frage hatte oder mich mal aussprechen wollte usw. Mehrfach wurde mir vorgeworfen, ich wäre "aggressiv", würde mein Gegenüber "anklagen" und sollte "mein Verhalten reflektieren". Mir ist aber nichts aufgefallen, außer dass ich unsicher bis angespannt war und mich selbst für ruhig, sachlich und beherrscht hielt.

    I
    Ja, das kenne ich auch von mir, in manchen Sitationen habe ich gemerkt, dass es stimmt, aber meine Ex-Kollegen haben übertrieben, sie meinten wirkich sie seien freundlich und merkten selbst nciht, dass sie einen unfreundlich genervten Ton drauf haben. Ich habe wirklich mal etwas gefragt, wo der Mitarbeiter mich anschrie," das geht mich gar nichts an "Da habe ich dann nur gedacht, wenn es mich nichts angeht warum macht er dass dann so auffällig".
    Es ist ülbich in Deutschland das Neulinge oder Praktikannten oder Azubis, als "Fußabtreter" und als Sündenbock hingestellt werden. Mir wurde zum beispiel gesagt, warum ich sie verurteile und Situationen bewerten, sie haben mich nie verurteilt und nie bewertet, die können sich selbst nicht reflektieren. Ich hatte mich beschwert, dass sie sich über einen Menschen mit Behinderung lustig gemacht haben und über seine angebliche "dummheit". Und mein Gerechtigkeitssinn sei schon sehr psychisch krank , ich wies sie drauf hin, dass ich dass damals nicht toll fand gehänselt worden zu sein, da muss man das nicht denen auch noch antun. Kommentar von Vorgestzten: ich würde alles auf mich beziehen und Kritik persönlich nehmen, ich finde konstruktive Kritik hilfreich, aber keine Gerüchteküche usw oder nachäffen über mich, was abgestritten worden ist.
    Weil wir unsicher sind und irgendwie scheinen wir eine "Opfermentalität" auiszustrahlen, dass wir anscheinden immer eins drauf bekommen, stelle doch mal die geliche frage zurück, die wollen dir nichts beibringen und Fragen sind zu viel, ich habe nicht situationsbezogen gefragen, ich habe falsch beobachtet, die Mitarbeier fühlten sich von mir bespitzelt usw.... Meine Kollegen und Mitarbeiter wollten mir auch nichts wirklich was beibringen, ich sollte ihre Meinung als ihre annehmen, nur ihre Beobachtung sind richtig usw.....

  2. #22
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 266

    AW: Kennt ihr das Problem mit dem Tonfall?

    LatentTalent schreibt:
    I

    Mehrfach wurde mir vorgeworfen, ich wäre "aggressiv", würde mein Gegenüber "anklagen" und sollte "mein Verhalten reflektieren". Mir ist aber nichts aufgefallen, außer dass ich unsicher bis angespannt war und mich selbst für ruhig, sachlich und beherrscht hielt.


    Ist das ADHS?
    Hat jemand eine idiotensichere Bezeichnung dafür, die auch Psychiater verstehen?
    Ja, es gibt Fachbegriffe dafür. Zwei unterschiedliche.

    Zum Tonfall - niedrige Reizschwelle, hohe Impulsivität - du fühlst dich angegriffen, falsch behandelt und SOFORT kommt von dir der Gegenschuss und das erscheint dir völlig logisch, ja ist kaum zu verhindern (scheinbar).

    Dazu dass es dir nicht auffällt - Warnehmungsstörung, durchaus eine häufige Erscheingung bei ADHS. Vor allem ein übersteigerter Gerechtigkeitssinn, der mit der hohen Impulsivität kommt.

    Viele von uns sind im ersten Moment einfach der festen Überzeugung, auf eine SOLCHE Ansprache MUSS einfach eine schnelle, harte Reaktikom kommen, "ist doch ganz normal".

    Nein. Es ist nicht ganz normal. Neurotypische Menschen empfinden Ansprachen erst ab einem viel heftigeren Level überhaupt als unpassend, rüde, böse...und selbst dann nehmen sie es zwar wahr und fühlen sich ebenfalls nicht wirklich toll dabei, aber das läuft ihn ihrem Hirn durch sehr sehr viel mehr Filter als bei einem ADHSler. - bis da aus, hmm...nicht sehr nett, hmm...was das wohl soll...meint der überhaupt mich...wohl schlecht geschlafen - mal eine aggressive Gegenreaktion werden KÖNNTE ist der Reiz meist schon abgebaut. Auf JEDE gefühlt negative Ansprache gleich auch negativ reagieren zu wollen ist tatsächlich nicht normal. Weil eben gar nicht jede dieser gefühlten Ansprachen wirklich negativ ist.


    Was hilft - auch ein ADHSler kann lernen, den aggresiven Gedanken der aufkommt nicht sofort auszusprechen. und sich zu fragen, "was ist hier wirklich los"? bin überhaupt ich gemeint (Schwester im Krankenhaus ist vielleicht einfach im Stress..)...IST es überhaupt unangemessen oder vielleicht einfach nur nicht mega-ober-freundlich?

    Es wird realtiv schwer gegen Gefühle und Affekte zu kämpfen, wenn das Anderssein nun mal in der Hirnstruktur und Funktion selbst sitzt. Aber man kann lernen mit dem umzugehen was nach Außen geht und die eigenen Gedanken selbst zu überprüfen. Machen NIcht-ADHSler überigens auch. Ständig. Nur müssen sie es nicht extra erlernen

  3. #23
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 250

    AW: Kennt ihr das Problem mit dem Tonfall?

    @June: ist zwar teilweise richtig was du schreibst, aber ich habe im Zug jemanden kennengelernt, die von der ihrer Enkelin sprach
    und die hat einen Fehler gemacht und wurde auf dem Flur auch im Krankenhaus "kleingemacht".
    Mein Bruder meinte auch, (hat keine Adhs), dass Mitarbeier alles auf den Praktikanten oder Nichtfachkraft abladen und ihn als Sünden
    bock sehen und weil das so ist, muss ich zu, allem ja und amen sagen, auch wenn ich dran psychisch kaputt gehen würde, weil ich mich
    überreden lies, zu allem ja und amen sagte, und mittlerweilse Angestzustände gegenüber "kollegen" hatte zog ich mir, einenBandscheibenvorfall
    zu mit diversen Bandscheibenverwölbungen. Im Klartex: Nochmal aus dem FEnster springe ich nicht, wegen solchen"Vorgesetze".

    Zitate von Dir:
    "Viele von uns sind im ersten Moment einfach der festen Überzeugung, auf eine SOLCHE Ansprache MUSS einfach eine schnelle, harte Reaktikom kommen, "ist doch ganz normal". "Auf JEDE gefühlt negative Ansprache gleich auch negativ reagieren zu wollen ist tatsächlich nicht normal."

    Davon habe ich eie andere Wahrnehmung gehabt, die Mitarbeiter, waren empfindlicher als Bewohner oder ich, in manchen Situatiionen hatten manche FAchkräfte eine richtige Unruhige Ausstrahlung, im Gegensatz zu den Bewohnern oder mir, diese "Wahrnehmung" glich ich mit einer anderen FAchkraft ab, die dies bestätigte. nachtrag: mit dem Zitat oben meinte ich, diese Fachkräfte reagiereten auch ziemlich hart u. beleidigend gegenüber mehr, da sie sich im Fehlverhalten "ertappt" fühlten sollte ich doch in die Psychiatrie gehen, weil ich sie verurteile, dabei haben sie auch alles bewertet was ich gemacht habe, sich über jede Kleinigkeit beschwert, und oft die warum fragen gestellt. Eine Vorgesetze hatte wirlich die Ansicht, wenn ihr meine Schielen nicht gefällt, muss mir mene Schielen auch nicht gefallen und sollte mich wegen anderen Menschen operieren lassen, weil es andere stört, dass es mich nicht stört interessierte sie nicht, obowhl ich das vorher noch erwähnte.

    Die Kollegen, wo ich war, sind wirklich für fast jede "kleinigkeit" ausgerastet, Bewohner sind angempampt wurden, wenn sie eine Frage stellten, und die Fachkraft wollte sich in seinem "privaten Gespräch" mit einer anderen Kollegen nich stören lassen." Bei diesen Mitarbeiter ist es immer noch so, dass Menschen mit geisitger Behinderung als "dumm" dargestellt werden. Sie finden es immer noch peinlich, wenn im Wartezimmer beim Arzt der "Bewohner" Töne von sich losläßt, weil sie meinen das stört andere warten, aber das der Gesang der eigene Gesang(hier Fachkraft) im Wartezimmer stört, kommen sie nicht darauf.

    Und ob nur wie so fertig gemacht, bezweifele ich auch, ich sage mal nur Aldi, wo Azubis gefesselt worden sind.
    Geändert von hillarius ( 6.11.2013 um 18:19 Uhr)

  4. #24
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.456

    AW: Kennt ihr das Problem mit dem Tonfall?

    Saphir schreibt:
    Leider nur zu gut. "C'est la ton qui fait la musique" ist mein ständiger Begleiter.
    Oft will ich mich vergewissern, ob meine verquere Assoziationskette stimmt und dann wirke ich überheblich / besserwisserisch, obwohl ich wirklich nur frage. Oder wenn ich Menschen neu kennenlerne wirke ich oft arrogant obwohl ich eigentlich nur verunsichert bin und nicht genau weiss, wie ich es am besten angehe.

    Mir ist es meistens nicht einmal bewusst, wie es auf andere wirkt, oder wenn dann merke ich es leider immer erst zu spät. Wie geht ihr damit um? Habt ihr irgendwelche Tricks, damit so etwas weniger passiert?

    Meistens meine ich es nicht böse und was ich dann tue ist trotzdem falsch... Ich wirke oft belehrend, weil ich scherzhafte Fragen ernst nehme und darauf antworte... Kennt ihr dieses Gefühl auch? Mir gelingt es oftmals nicht diese feinen Zwischentöne wahrzunehmen oder selbst zu gebrauchen...
    Ansonsten merke ich aber im Verhalten oder so relativ schnell wenn es z.B. jemandem nicht gut geht...

    Wie gelingt es euch feine Zwischentöne bei anderen wahrzunehmen?
    Was mich da geholfen hatte: andere mehr beobachten und mehr achtsam sein! Da merke ich besser, wenn ich wieder angeeckt bin und kann auch mal fragen. Eigentlich merke ich zwischentöne bie anderen sehr gut...

    Wenn andere belehrend sind, gehe ich so rasch auf die Palmen da ich mit der Zeit weiss, wie man so macht und tue wenn möglich bei mich selbst unterlassen... Ich merke selber in Allgemein auch was mich stört und es gibt mich auch Hinweisen auf was nicht gut ankommt.

    Aber ohne ehrliche feedback konnte ich auch vieles nicht wirklich lernen...

    Mit der zeit habe ich auch gemerkt dass eine gereizt Ton meine eigene gereizte Stimmung wiederspiegelt. Daher: schauen wie ich mich fèhle bevor ich reden und lieber schweigen wenn ich mich gereizt fèhle.

    Eine gute spruch: Man redet zwar ohne zu denken, aber nie ohne zu fühlen... Mich hat es sehr geholfen.

    Wenn eine Mensch irgendwie begabt scheint sein mich dauernd auf die Palme zu bringen, liegt es sicher nicht nur an mich und ist gut zu handeln: Einiges klären (zuerst mit mich selbst, damit ich Klarheit bekomme was da ablàuft), mit der anderen oder mal auch aus der Weg gehen... Ich weiss auch mit der Zeit welche Typus mich so zu Weissglut bringt und nehme halt lieber Abstand.

    Dazu: sehr sehr viel Uebung! Seit Jahren dabei und immer noch ab und zu an anecken...

    lg

  5. #25
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.456

    AW: Kennt ihr das Problem mit dem Tonfall?

    @ Hillarius: wegen deine Erlebnissen am Arbeit: Wenn wir mal aggressiv sind, hat es immer eine aufléser und anderen sind selten unschuldigen làhmen... Aber wir sind eben sensibel und reagieren darauf heftiger.

    Mit der Zeit habe ich gemerkt dass sehr vieles was mich in kommunikation nervt, auch viele stinos nervt, aber jeder mensch reagiert auch anders darauf.

    Ich habe auch bei Kindern beobachtet: Provokation gibt es da ständig. Es gibt Kindern die darauf ruhig reagieren, aber sich doch abgrenzen (meistens geht es sehr subtil ab) und anderen die heftig reagieren und dann zu Sündebock werden... Es sind manchmal Kindern wo die Erwachsene diese Reaktion mitbekommen, aber die provokation, die subtil war, nicht gemerkt haben. Es haben Kindern echt ihr Spass daran manche sprunghaften Kindern so subtil zu provozieren dass Erwachsene nur ein Teil davon wahrnehmen: Die laute, deutliche Reaktion darauf!...

    Leider ist auch bei Erwachsene so: wer auf Provokation heftig reagiert ist schuld... Lernen auf provokation etwa weniger heftig zu reagieren hat mich auch sehr geholfen... Einfach ist es nicht. Solche Machspielchen gibt es bei Erwachsenen auch, nur noch subtiler als bei Kindern...

    lg

  6. #26
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.456

    AW: Kennt ihr das Problem mit dem Tonfall?

    Hallo alle,

    Ich komme wieder mal, es hat mich wieder erwischt... Ich arbeite zwar hart dran, aber bin da an eine sehr empfindliche neue Arbeitskollegin geraten... Sie kann wenig Deutsch, was Missverstàndnissen auslösen und kommt von ein Kulturkreis von denen, ich weiss, darauf sind sie sehr empfindlich...

    Ich denke schon, wenn es mit reden ein bisschen schwierig wird, kann ich schon leicht gereizt reagieren... Hatte ich eben ihr etwas erklärt... Plétzlich kommt von ihr eine heftige antwort die mich echt verletzt hatte (aber eben, wegen ihre tiefer deutschniveau, kann es wirklich ganz anders gemeint sein) aber dann, da der selbe Kommentar kam, habe ich echt heftig reagiert und sicher ziemlich verletztend war, weil ich auf der Moment auch meinte, dass ich mich so was freches nicht gefallen lassen will.

    Heute erzähle ich es eine andere Arbeitskollegin mit dem ich mich sehr gut verstehe und sie sieht es so, was mich auch einleuchtend ist: wer in eine Sprache schwach ist, wird auf Tonfall sensibler sein und da meine rasch etwa gereizt wird, auch wenn ich auf niemand böse wird, aber nur gestresst bin (was eben rasch passieren kann), kann es jemand der mich nicht kennt und empfindlich ist, es auf falsch Hals nehmen. Aber wer mich kennt, nimmt auch so was nicht so übel und nicht so persönlich...

    Kommt mich bekannt vor... Naja, werde ich auf diese neue Kollegin mal lieber abstand nehmen wenn es heikel sein kann und sonst nett sein, damit sie spürt dass ich ihr nicht böse bin. Aber wenn es heikel ist, ist unsere junge Cheffin viel besser dafür, da sie immer sehr ruhig bleibt und eine ruhige Ton behalten kann. Es wird für mich wichtig sein, weiter spüren zu können wo ich dran bin und eventuel eine Gespräch abbrechen, wenn ich gereizt bin, oder mal nur schweigen und zuhören...

    Diese neue Kollegin wird ehe in eine Deutschkurse gehen was schon gut ist, und ich denke, lernfähig ist sie auch...

    Oder ich rede mal, wenn die Situation es erlaubt beiläufig darüber ohne jemand bloszustellen... So in der Art: "Manchmal habe ich wirklich eine blöde Ton drauf und mag es nicht, aber nur weil ich rasch gestresst wird, wenn es ein bisschen schwierig wird" oder so...

    Sonst sind wir eine internationale Team und ich fühle mich da sehr wohl, weil mein Anderssein irgendwie weniger auffällt... Vielen haben mit eine reizbaren, impulsive Art nicht viel mühe und nehmen es nicht so persönlich...

    lg

  7. #27
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 250

    AW: Kennt ihr das Problem mit dem Tonfall?

    Ich muss meins teilweise zurücknehmen, das mit dem Tonfall ist weitgehendst richtig, ich habe es bei meiner Mutter erlebt,
    sie klingt schnell genervt und gereizt, merkt es aber nicht, aber nur auf Adhs würde ich das nicht schieben,
    dies habe ich auch bei "Normalos" erlebt, dass sie ihren Tonlage falsch einschätzen.

    @mj71: da ich mich selbst in einem anderen Tonfall höre wie mein Gesprächspartner und meistens nicht mtbekomme ob ich einen ruhigen oder genervten Ton habe,
    wird mir das nicht möglich sein, mich aus dem Gespräch herausnehmen.

    Das einziste was ich meine zu merken, dass ich immer einen aufgeregten manchmal auch zittrige Stimme habe.

  8. #28
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 138

    AW: Kennt ihr das Problem mit dem Tonfall?

    Ooh ja das kommt mir äusserst bekannt vor.

    Besonders meine Eltern weisen mich immer wieder darauf hin, dass ich schroff und aggressiv klinge. Obwohl ich es eigentlich überhaupt nicht böse meine.

    Ich vermute mal das kommt daher weil ich Anzeichen von Asperger habe.

  9. #29
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Kennt ihr das Problem mit dem Tonfall?

    Oh ja, und wie ich das kenne… welcher ADHS-ler kennt das nicht ? Ich bin wirklich sehr froh darüber, dass ich Medis verschrieben bekomme und sie regelmäßig einnehme. Das hat mir in Sachen Kommunikation sehr geholfen. Ich ticke nicht mehr aus, werde nur noch selten laut und falle auch so gut wie gar nicht mehr anderen Leuten ins Wort. Dafür bin ich echt dankbar. Trotzdem gerate ich immer noch manchmal an Personen, die Schwierigkeiten mit meinem Tonfall haben.

    In den Beiträgen von hillarius erkenne ich einige Aspekte aus meinem Leben wieder. Ich habe schon mehrfach geschrieben, was bei mir auf der Arbeit momentan los ist. Ich bin als Leasingkraft als Sekretärin in einem Großkonzern eingestellt und betreue einen Abteilungsleiter + über 80 Mitarbeiter in meiner Abteilung. Mit diesen Menschen komme ich bestens aus, und die Arbeit macht mir großen Spaß. Ich verstehe mich auch sehr gut mit anderen Angestellten in der Firma, wie z. B. dem Empfangspersonal, dem Sicherheitsdienst, den Mitarbeitern der Post, in der Kantine, der Feuerwehr, den Handwerkern, usw. Nur das Verhältnis zu den Sekretärinnen der anderen Abteilungen ist mehr als angespannt, sie machen mir das Leben zur Hölle. Obwohl es meiner persönlichen Sichtweise nicht entspricht, weil ich ein kreativer Mensch bin, der gerne seine eigenen Ideen einbringt und für frischen Wind sorgt, habe ich von Anfang an die unausgesprochenen hierarchischen Regeln beachtet und niemals kritisiert. Aus Erfahrung weiß ich, dass viele Menschen so nach dem Motto denken: "Das war schon immer so, und das wird auch immer so sein."

    Bei uns gibt es Aufgaben, die keine Führungskraft und keinen anderen Mitarbeiter interessieren und somit auch niemals von den entsprechenden Leuten kontrolliert werden. Sie werden aber trotzdem gemacht, weil irgendwelche Sekretärinnen, die schon längst im Ruhestand oder an einem anderen Standort arbeiten, das vor 20 Jahren eingeführt haben und die aktuellen Sekretärinnen dies aus traditionellen Gründen beibehalten möchten. Das ist total gegen meine Überzeugung etwas zu tun, was eigentlich niemand braucht und was mir einen Großteil wertvoller Arbeitszeit klaut, aber ich habe es trotzdem nie hinterfragt und immer gemacht. Ich habe mich auch nie darüber beschwert, dass Festlichkeiten wie z. B. unsere Weihnachtsfeier immer am gleichen Ort und mit demselben Rahmenprogramm ablaufen, obwohl ich so viele interessante Ideen habe und diese gerne einbringen würde. Andere Sekretärinnen wollten sich in der Vergangenheit einbringen und wurden von den Kolleginnen gnadenlos rausgemobbt.

    Diese Frauen haben in erster Linie ein Problem mit mir, weil ich ihnen in rein privaten Angelegenheiten nicht immer zugestimmt habe. Hast du einen anderen Lieblingsfußballverein als die Kolleginnen, bevorzugst du einen anderen Kleidungsstil, hörst du andere Musik oder magst du andere Bücher/Filme, etc, dann giltst du als nicht teamfähig und bist in ihren Augen ein Störfaktor. Sie versuchen mir eins reinzuwürgen, wann immer sie können. Natürlich sind ihnen meine Schwächen längst aufgefallen, und darauf reiten sie rum… in der Hoffnung, mich zu kicken. Ich kann machen was ich will… nichts funktioniert. Einmal untendurch, immer untendurch. Ich war seit der Rückkehr aus meinem Urlaub Ende September durchgehend die brave, pflichtbewusste und unauffällige Sekretärin. Trotzdem wird der Psychoterror von Tag zu Tag schlimmer.

    Das Problem an der Sache ist: Es gibt Leute, die ihren Selbstwert aus der ständigen Bestätigung ihrer Ansichten seitens ihrer Mitmenschen ziehen. Sie dulden keinerlei Widerspruch, egal um was es geht. Man muss alles toll finden, was sie auch toll finden. Sonst hat man verloren. Traurig, aber wahr. Auf der Arbeit ist es ganz schön schwer, wenn diese Leute am längeren Hebel sitzen wie in meinem Fall (sie sind fest angestellt, ich bin eine Leasingmitarbeiterin).

    Privat grenze ich mich inzwischen ganz gut ab und habe keine derartigen Probleme mehr. Ich achte immer auf meinen Tonfall, wünsche mir aber eine Beziehung und Freundschaften auf Augenhöhe. Wer damit ein Problem hat und erwartet, dass ich immer nur nach seinem Mund rede, hat Pech gehabt. Ein Arbeitsverhältnis ist immer ein Abhängigkeitsverhältnis. Aber meine privaten Kontakte kann ich mir selbst aussuchen. Z. B. hatte ich in meinen 20ern jahrelang eine sehr gute Freundin, deren Verhältnis zu ihrer eigenen Familie sehr eng war. Anfangs fand ich das sehr gut. Nach einigen Besuchen bei meiner Freundin, die damals noch bei den Eltern wohnte, änderte sich meine Meinung. Sie hatte eine jüngere Schwester, die zu Beginn unserer Freundschaft ca. 12/13 Jahre alt war… also noch ein Kind. Zu Beginn fand ich die Kleine echt goldig und mochte sie total gerne. Bei einem Besuch im Elternhaus vertrat ich jedoch zu einem Thema eine andere Meinung als das Mädchen, woraufhin sie mir eine ziemlich abwertende Bemerkung an den Kopf warf. Ich war überrascht und auch geschockt, weil die Eltern und die ältere Tochter - also meine Freundin - kein Wort dazu sagten. Meine Eltern hätten meinem kleinen Bruder ordentlich die Meinung gegeigt, wenn er bei uns zu Hause in so einem Tonfall mit meinen Freunden gesprochen hätte. Nach dem zweiten derartigen Vorfall sagte ich zu dem Mädchen in einem ganz ruhigen Ton: "Bitte nicht in diesem respektlosen Tonfall, junges Fräulein" oder sowas in der Art. Da warf sie sich theatralisch heulend ihrer Mutter in den Arm, welche sie dann tröstete. Die Mutter und meine Freundin machten dann MIR Vorwürfe, so nach dem Motto die Kleine wäre soooo sensibel, wie ich denn nur so mit ihr reden könnte… ich war am Ende also die Böse.

    Ich hatte mit dieser Freundin insgesamt 12 Jahre Kontakt. Leider habe ich ihrer Schwester gegenüber vieles durchgehen lassen, weil ich meine Freundin sehr gerne hatte und es mir nicht mit ihr verscherzen wollte. Anfangs schob ich ihr Verhalten auf die Pubertät und glaubte, das würde sich später noch legen. Aber Pustekuchen, aus dem Mädchen wurde irgendwann eine junge Frau, die sich aber kein Stück besser verhielt als das unreife Kind von damals. Im Laufe der Zeit merkte ich, dass auch meine Freundin und ihre Mutter das nicht wirklich akzeptierten, wenn man ihre Ansichten nicht teilte und nur dann lieb und nett waren, wenn man ihnen Recht gab. Im Nachhinein muss ich sagen, dass diese Freundschaft von Anfang an zum Scheitern verurteilt war.

    Fazit: Ein angemessener Tonfall ist sicherlich ein Vorteil im zwischenmenschlichen Umgang - aber das gilt für BEIDE Seiten und nicht nur für einen der Beteiligten. Wer mich für einen bösen Menschen hält, nur weil ich nicht in jedem noch so unwichtigen Punkt seiner Meinung bin und erwartet, dass ich mich für ihn verbiege, der wird mit mir auf die Dauer nicht auskommen. Für viele bedeutet der Spruch "Der Ton macht die Musik" nämlich nichts anderes, als dass nur ihre Ansicht zählt und der Gegenüber sich unterordnen muss - ansonsten wird die Schuld für das schlechte Verhältnis ausschließlich auf ihn abgewälzt.

  10. #30
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.456

    AW: Kennt ihr das Problem mit dem Tonfall?

    Hallo alle,

    @ Hillarius: es ist wirklich mit der Zeit dass ich es merke: In meine Stimmung auf der Mement und wie andere reagieren (Körpersprache) aber wahrscheinlich nicht immer. Ich habe mit der Zeit echt gemerkt dass meine momentane Stimmung immer und zu 100% in meine Tonfall geht und dass ich schwer steuren kann. Aber ich bin schon über 40 Jahre alt und als jünger war, konnte ich es auch nicht. Ich habe auch andere mich sagen lassen wenn mein Ton daneben war und daraus viel gelernt, vor allem, wenn man mich unmitellbar sagt.

    @ Henuauso: Da wir uns persönlich kennen, habe ich schon gemerkt dass deine Emotionen auch in dein Tonfall spürbar ist... Also, sicher wenn jemand dich provoziert passiert etwas! Sonst habe ich bei dich nie dein Tonfall umpassend gefunden, weil du dich ehe für Sachen aufregt die mich auch aufregen können...

    Die meistens Leute die sich an mein Tonfall klagen sind auch solche die mich provozieren und ich lerne mich da abzugrenzen. Menschen die mich gut behandeln, höfflich mit mich sind, nehmen auch eine gereizte Ton ernst und wissen dann wo meine Grenzen sind. Aber es gibt Menschen die mich lieber auf dach geben und dann ist ehe schlimmer...

    Heute, erlaube ich mich, wenn es nicht anders geht, mal eine giftige Ton drauf zu haben, wenn der andere mich beleidigt hatte. Wenn wir es klären, sage ich nur dass ich manchmal so reagieren kann, aber dass ich ehe lieber sage wenn mich etwas nicht passt, ich finde es besser. Wer mit mich länger zu tun hat, merkt auch dass ich später ehe wieder lieb und nett bin und nicht nachtragend.

    @ WeisseRose: Mit solche Leute könnte ich echt auf dauer nicht arbeiten! übrigens, ich habe im Moment kein Problem wegen andere ansichten oder so, weil ich, so bald ich spüre, es wird nicht verstanden, die klappe halte. Aber vielleicht auch, weil ich ein andere Umfeld habe... Ich suche mich ehe Leute die was Ansichten, Geschmacken mich ähnlich sind oder mindenstens tolerant.

    Wenn du bei solche Zicken am Arbeit mal dich mit der Ton vergriffst, dann sind sei selber Schuld! Ich finde auch dass man nicht immer nett sein muss, wenn der gegenüber kein Respekt zeigt!



    Sonst wegen die geschichte mit die Kollegin, etwa mehr oben: Ich war dann nächste mal einfach freundlich mit ihr, um wieder eine gute Stimmung aufzubauen und dann ist sie selber auf unsere Zusammenstosse gekommen um zu sagen, dass sie gut findet, dass ich da nicht nachtragend bin und wieder nett mit ihr ist. Da konnte ich erwähnen dass ich manchmal hart ist, aber auch lieber sage wenn mich etwas nicht passt.

    Sonst erlebe ich immer wieder, da ich mich immer besser abgrenzen kann und dabei keine schlechte Gewissen mehr habe: Bei Kleinigkeiten nett etwas sagen, macht dass ich viel weniger mal heftiger reagieren muss. Aber wenn ich etwas jemand mehrmals gesagt habe und ich sehe keine änderung, dann kann ich schon mal ein bisschen laut sein, aber es kommt auch mal gut...

    Lange hatte ich immer gemeint, ich darf kein Extrawurst verlangen, ich darf stark sein und meine Bedürfnissen sind nicht ok. Dann hatte ich nur geschluckt um mal wirklich zu explodieren. Jetzt stehe ich zu meine Schwächen, Bedürfnissen und Grenzen und teile es anderen auch einfacht mit. Daher wissen sie auch besser wie mit mich umzugehen.

    lg

Seite 3 von 5 Erste 12345 Letzte

Ähnliche Themen

  1. Problem bei Präsentationsvorbereitung
    Von Daniela2402 im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 22.02.2012, 22:47
  2. Hilfe!!! Kennt ihr das Problem mit dem ewigen Zeitdruck?
    Von Evala im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 24.12.2011, 02:10

Stichworte

Thema: Kennt ihr das Problem mit dem Tonfall? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum