Hallo Forum,

vielen Dank, dass es Dich gibt! Leider muss ich ein Thema eröffnen, weil es mir gerade nicht so wirklich gut geht.
Seit meiner DIagnose im Januar 2013 ging es eigentlich immer etwas aufwärts, mit kleinen Einbrüchen, die immer körperlich durch meine Myasthenie-Erkrankung hervorgerufen wurden.
In der Zeit konnte ich vieles Entdecken und Verstehen, was mir Jahre lang zuvor ein Rätsel war.
Man hat gelernt mit bestimmten Situationen umzugehen, ohne auszurasten, und hatte das Gefühl glücklich zu sein.
Eine Trauerphase hatte ich Gott sei Dank nicht, vielleicht, weil ich mich schon Monate vor der Diagnose mit meinem Verhalten auseinander gesetzt habe, und eigentlich die Antwort auf meine Fragen für mich schon feststand.

Doch plötzlich 9 Monate später, nach einer schweren OP Ende September, habe ich die Ruhe gefunden in mich zu kehren.
Es sind Dinge aufgekommen, die ich eigentlich für abgehakt hielt. Weit gefehlt.

In dieser Zeit (die letzten Wochen) bin ich krank geschrieben auf Grund der OP-Nachwirkungen, hatte Zeitweise Morphine als Schmerzmedikamente zu mir genommen (angeordnete!) und mit vielen Problematiken zu kämpfen (Verstopfung, Blasenentzündung, Leberentzündung), die sich sehr auf meine Muskelschwäche ausgewirkt haben.
Zusätzlich habe ich das Gefühl, das Medikinet adult nicht mehr so wirkt, wie es mal war. Nehme mittlerweile 20/20/10 und kam damit lange Zeit gut zurecht.
Aber momentan scheine ich in Depressionen zu versinken, weil ich über Dinge nachdenke die schon lange her sind: Meine Schulzeit.

Als typisches Mobbingopfer, mit sämtlicher psychischer Folter,von der Grundschule bis zur Oberstufe, die ich erlitten habe, ohne jemals mit jemanden darüber reden zu können habe ich das Gefühl, das mich das momentan auffrisst, lähmt, und immer wieder runterzieht. Plötzlich erklären sich Verhaltensweisen, die mich immer bis kurz vor einen Zusammenbruch geführt haben. Das sich für andere zerreissen wollen, nur um Anerkennung zu bekommen und sich nicht ausgeschlossen zu fühlen.

Ich glaube nicht, dass es eine verspätete Trauerphase ist. Das ADHS stelle ich auch nicht in Frage, dafür ist einfach zu viel besser geworden, was mit Impulsivität und Desorganisation zu tun hatte. Was bleibt ist die Problematik Angst zu haben zu enttäuschen und ausgeschlossen zu werden.
In Kombination mit einem Elternhaus, wo Eltern eher mit finanziellen Problemen zu kämpfen hatte, und man als Kind nicht noch nerven wollte, hat sich das etwas angestaut was dringend heraus muss. Ich weine regelmäßig, und versuche mit meiner Frau zu reden. Das hilft immer für 1-2 Tage. Dann bin ich wieder down und stelle alles in Frage.
Da ich momentan wenigstens arbeitsunfähig bin, habe ich keinen Stress auf der Arbeit und versuche das zu nutzen, um mich auszuruhen und mein Leben zu sortieren.

Nun heute ein Brief von der KK: Bitte kommen sie zum MDK für eine Untersuchung. Die Arbeitsunfähigkeit soll geprüft werden!
Ich habe Angst, dass die sagen, sie können morgen wieder arbeiten gehen. Das packe ich nicht, und ich laufe Gefahr einfach zu kündigen. Ist mir schonmal passiert.

Hat einer Erfahrung mit dem MDK? Kann man sich dort wirklich anvertrauen? Habe ich sogar durch ein MDK Gutachten die Möglichkeit auf eine Reha auch mit psychosomatischen Schwerpunkt? Denn die Krankschreibung ist eigentlich wegen der Muskelschwäche!

Verwirrt, kraftlos und erschöpft ...

Lg schwedenfan