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Diskutiere im Thema "Entschuldigung" - was ist das? - und ist Euch das wichtig? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 70

    "Entschuldigung" - was ist das? - und ist Euch das wichtig?

    Hallo an alle "Impulsive" und an alle "Gekränkte",

    da ich nix Passendes gefunden habe und mich das Problem jetzt schon einige Zeit beschäftigt, wende ich mich damit mal an die Community. Aber ich muss erst mal weiter ausholen:

    Viele von uns - und ich zähle mich ausdrücklich dazu! - sind überdurchschnittlich impulsiv.
    Da kann es oft mal zu verbalen - oder anderen - "Ausbrüchen" kommen. Also man verletzt jemanden durch Worte, Formulierungen und Gesten - über Taten möchte ich hier gar nicht erst reden (anderes Thema).

    "Früher" waren mir die Folgen meiner Worte und Gesten meist egal - also kam von mir vielleicht mal ein "Sorry" oder "Tut mir leid". Das aber eher aus Gründen der Deeskalation und weniger, weil ich es so meinte .....

    Seit ich MPH nehme, ist meine Impulsivität diesbezüglich zwar besser geworden aber eben nicht ganz weg.

    Was sich aber verändert hat, ist meine Selbstwahrnehmung im Nachhinein:

    Wenn ich jetzt jemanden durch Worte, Formulierungen oder Gesten getroffen und verletzt habe, erkenne ich das besser als früher und "es tut mir dann wirklich leid" und "ich möchte mich entschuldigen" ......

    ..... aber geht das überhaupt ...... ?

    Es gibt Kränkungen, die kann ich mit "Sorry" oder "Tut mir leid" nicht "reparieren". Ich will mich dann wirklich "entschuldigen" .... - aber ich meine, dass das gar nicht geht:

    "Wortklauberei" : "Entschuldigen" bedeutet doch, dass ich erkannt habe, dass ich eine Art von "Schuld" trage. Die kann ich mir doch nicht selbst nehmen durch "Entschuldigung".

    Richtig muss es dann wohl so gehen:

    Ich bitte um Entschuldigung ! - und zwar die Person, die ich gekränkt und verletzt habe.

    ABER : Damit bitte ich doch gerade die Person, die ich zuvor verletzt habe auch noch darum, etwas für mich zu tun, nämlich "mich zu entschuldigen" - also eine Schuld von mir zu nehmen und dafür zu sorgen, dass es mir besser geht ......

    Bitte haltet mich nicht für total durchgeknallt wegen dieses Themas.

    Aber es interessiert mich, wie Ihr so dazu steht. Wie verhaltet Ihr Euch so, wenn Ihr jemanden beleidigt, verletzt und gekränkt habt und "es Euch wirklich leid tut" - was "erwartet" Ihr von dem "Verletzten"?

    Genau so umgekehrt: Wie verhaltet Ihr Euch, wenn Ihr Euch verletzt und gekränkt fühlt. Könnt Ihr "entschuldigen", seid Ihr nachtragend oder ist es Euch einfach egal?

    Um das Thema abschliessend zu rechtferigen stelle ich mal folgende These auf:

    Die Worte "Sorry" oder "Entschuldigung" oder "Tut mir" leid werden oft nur verwendet, damit nichts eskaliert und wieder Ruhe einkehrt - ohne dass es wirklich so gemeint ist. Um dies zu vertuschen wird oft noch "echt" oder "wirklich" als Garnierung hinzugefügt.

    Liebe Grüsse,

    teddybaer

  2. #2
    Comicus Divinius

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.200

    AW: "Entschuldigung" - was ist das? - und ist Euch das wichtig?

    Ich kann kleine Dinge sehr leicht verzeihen und kann mich auch meistens entschuldigen, Gestern ist mir eine Frau über die Füße gestolpert, ich habe ihr aufgeholfen, habe ihr geholfen sich auf eine Bank zu setzen, habe mich entschuldigt, gefragt ob ich den Krankenwagen oder bei ihr zu hause anrufen soll und dann war für mich die Sache gut.

    Für mich kommt es viel auf die böse absicht an, sachen die nicht aus absicht pssiere, verzeihe ich sehr schnell, da ich auch das meiste unabsichtlich tue

  3. #3
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 250

    AW: "Entschuldigung" - was ist das? - und ist Euch das wichtig?

    @teddybaer: du hast das so eigentlich richtig beschrieben, wir können uns nicht als Person entschuldigen,
    wir haben uns das entschuldigen einfach angewöhnt, obwohl wir es nicht ernst nehmen,
    du kannst um verzeihung bitten, aber erwarte nicht, dass der andere dir auch verzeiht.

    ich bin eher nachtragend, besonders dann, wenn der andere sein Fehlverhalten nicht eingestehen will.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 17

    AW: "Entschuldigung" - was ist das? - und ist Euch das wichtig?

    Aach ich kenn dasa auch.
    Man ist sauer und will den Partner dann einfach kränken und holt in der Wut zum Rundschlag aus.
    Dann, wenn alles zu spät ist und man endlich rafft, was man getan hat,
    tuts einem Leid.
    Es ist viel wichtiger es garnicht dazu kommen zu lassen.

    Ich selbst bin echtrem nachtragend. Mir fallen Sachen ein, die liegen Jahre zurück und ich muss mich manchmal echt beherrschen,
    diese nicht wieder aufzuwärmen.

    Wenn du mal wieder diesen Impuls hast, geh dich abreagieren.
    Verlasse den Raum und mach etwas, das dich nicht nur geistig auspowert, was du in dem Moment total vergessen kannst,
    sondern auch körperlich.
    Ich habe dafür einen Sandsack im Schlafzimmer.

    Nach 5 Minuten biste fertig mit der Welt und dein kleiner Streit, der eigentlich wirklich nur klein war,
    aber dein Überschwang aus dem wieder ne riesen Sache gemacht hat, ist nun wieder klein.

    Jeder hat hin und wieder mal das Bedürfnis etwas los zu werden.
    Ein Sandsack ist eine tolle Lösung. Die sind zwar nicht ganz billig, aber meiner ist shcon 10 Jahre alt.

  5. #5
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 968

    AW: "Entschuldigung" - was ist das? - und ist Euch das wichtig?

    Ob eine Person Deine Entschuldigung annimmt, bleibt natürlich immer ihr überlassen, aber trotzdem solltest Du Dich entschuldigen, damit die Person weiß, dass Du Dich eigentlich so nicht verhalten wolltest.

    Wie ernsthaft ein "bitte entschuldige", "es tut mir leid", "sorry" gemeint ist, denke ich mir, hängt weniger von der tatsächlichen Bedeutung des Wortes ab, als viel mehr von der Betonung und das nonverbale. Also wenn mir etwas wirklich leid tut, dann mache ich das weniger an einer bestimmten Formulierung kenntlich, als viel mehr, dass ich dann mehr dazu sage wie "ach was habe ich denn dafür wieder ein Mist gebaut" oder das ich zeige, ich mich über mich selbst ärger oder das ich den anderen in irgendeiner Form Schadenersatz anbiete

    Wobei ich 'sorry' auch eher für kleinere Mißgeschicke, die mir nun auch nicht unbedingt leid tun bzw. ich jetzt kein schlechtes Gewissen habe und "es tut mir leid" dann wirklich eher für 'richtige' Entschuldigungen verwenden.

    "Bitte entschuldige" ist dabei für mich dann auch immer die förmlichste Variante.und würde das in dem Sinne verwenden, ich erkenne an, dass der andere Unanehmlichkeiten hat, ich aber auch nicht unbedingt ein schlechtes Gewissen habe, etwas falsch gemacht zu haben. Z,B. wenn ich im vollen Bus zu Tür möchte und jemand vor mir im Weg steht, dann sage ich auch "Entschuldigen Sie bitte" (oder eher " "T'schudigung" *drängel* ) ... in dem Sinne wird es dann mehr zur Forderung "Machen Sie Platz!".. und wie gesagt ob es mehr höfliche Frage oder mehr Befehl ist, hängt dann eben von der Betonung ab..

    Also zusammenfassend denke ich, sind diese Begriffe Alltagsgebrauch nicht so scharf definiiert und es kommt auf das nonberbale, die Betonung und 'kulturelle' Begebenheit an, wann eine Entschuldigung ernsthaft gemeint/ erkannt wird und wann es nur eine höfliche Floskel ist.

    Ich selber bin eigentlich ziemlich nachtragend... aber ich vergesse immer sehr schnell, wenn ich jemand wütend war Wie mich eine Beleidigung verletzt ist auch immer etwas von der Situation abhängig und wie ich den Beleidiger einschätze - gehe ich von Absicht aus oder weiß ich, dass er öfters solche Sachen bringt und es aber nicht so meint.. Dann bin ich vielleicht erstmal beleidigt, aber es legt sich dann auch wieder, wenn ich mich beruhigt habe. Habe ich das Gefühl, es war Absicht oder der Beleidger zeigt damit einen negativen Charakterzug, denn er ansonsten verstecken zeigt, dann 'merke' ich mir das schon mehr und eine einfache Entschuldigung reicht dann weniger aus... weil es dann weniger um die Beleidigung in den einen Moment geht, sondern den Charakterzug im allgemeinen. Hmm, mir fällt gerade nicht ein, wie ich es beschreiben soll.. Charakterzug ist vielleicht nicht das richtige Wort.. sondern mehr Einstellung/Ansichten/Meinungen.

    Natürlich hängt es auch noch davon ab, ob die Beleidigung dann einen wunden Punkt von mir erwischt oder nicht.

    Dabei kommt bei mir noch das Problem dazu, dass ich eine ziemlich starke negative Erwartungshaltung habe, wo ich den anderen erstmal generell etwas schlechtes unterstelle. Aber weil ich weiß, dass ich erstmal von etwas schlechten ausgehe, stelle ich jede Einschätzung erstmal in Frage und mitßraue generell meinem Bauchgefühl. Was wiederum dazu führt, dass ich sehr unsicher werden kann, wie etwas gemeint war ... Da wäre glaube bei mir immer die beste Strategie, noch etwas mehr dazu zu sagen, weil je kürzer die Entschuldigung ausfüllt, ich sie umso eher als Floskel interpretieren würde.. Aber wie gesagt, dass hängt natürlich immer von der Situation ab und was ich schon für Erfahrungen mit dieser Person habe...

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3.600

    AW: "Entschuldigung" - was ist das? - und ist Euch das wichtig?

    Für mich hat diese Thematik nichts mit ADHS und MPH zu tun. Bei mir war es immer so, dass ich respektiert habe, was ich durch mein Verhalten bei anderen ausgelöse und auch dazu stehe. Das beinhaltet, dass was aus Schussligkeit geschehen ist, aus einer Überreaktion heraus oder im Streit. Heftiger oder weniger heftig. Ich weiß spätestens hinterher, wenn ich was vermasselt habe, ungerecht war, verletzend… dann tut mir das auch leid. Entsprechend bitte ich um Entschuldigung.

    Je nachdem, was, wie viel und wie heftig es war… ich kann nicht erwarten, dass mir schnell bzw. überhaupt verziehen wird. In jedem Fall kann ich mein ehrliches Bedauern (denn pro Forma mach ich das nicht) zum Ausdruck bringen. Umgekehrt ist es genau so. Mir vermittelt es Respekt, den man mir gegenüber hat. Und bei manchen Sachen habe ich länger zu knabbern, was ich aber auch sage. Das heißt nicht, dass ich meinem Gegenüber die Bitte um Entschuldigung nicht gewähre, ich sage nur klar, dass ich noch eine Zeit brauche bis ich völlig auf Reset bin.

    Das ist meine Einstellung, meine Definition zu "Entschuldigung".

    Tolle Idee, das Thema mal in die Runde zu werfen!

  7. #7
    Comicus Divinius

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.200

    AW: "Entschuldigung" - was ist das? - und ist Euch das wichtig?

    showdown schreibt:
    Für mich hat diese Thematik nichts mit ADHS und MPH zu tun.
    Nun ja eine Eigenschaft von unser eins ist, das wir kleine Dinge sehr schnell verzeihen, laut den Positiven Seiten von Ad(h)s

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3.600

    AW: "Entschuldigung" - was ist das? - und ist Euch das wichtig?

    Tetrian schreibt:
    Nun ja eine Eigenschaft von unser eins ist, das wir kleine Dinge sehr schnell verzeihen, laut den Positiven Seiten von Ad(h)s
    Ist das so bei ADHS? War mir nicht bekannt, daher habe ich "Für mich… " geschrieben.

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 23
    Forum-Beiträge: 58

    AW: "Entschuldigung" - was ist das? - und ist Euch das wichtig?

    Ein interessantes Thema, vor allem weil ich das auch gut kann das mir etwas rausrutscht was ich im Augenblick danach sofort bereue.
    Meistens passiert mir das bei meiner Freundin und das tut mir dann gleich umso mehr leid. Ein ''Entschuldige bitte'' ist allerdings meist schwer so zu vermitteln für mich als das sie mir das auch glaubt, da das ganze eine Fernbeziehung ist und wir hauptsächlich über das Internet Kontakt halten :/

    Was das verzeihen meinerseits angeht, so hab ich damit selten ein Problem, wenn es etwas heftiges war dann brauch ich manchmal ein paar Tage ruhe von der Person aber nachher gehts dann wieder, nur wenn die Person das nicht verstehen kann und mir dann noch weiter auf die Nerven fällt und mich teils auch noch mit Bemerkungen verletzt (so wie ich es vor einigen Wochen erst erlebt habe...) werde ich stur und will dann auch mit dem Menschen nichts mehr zutun haben, egal ob es vorher mein bester Freund, oder bloß ein bekannter war.

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 81

    AW: "Entschuldigung" - was ist das? - und ist Euch das wichtig?

    Hallo allerseits!

    ich finde, die Worte "tut mir leid", "entschuldige", "sorry" und alle damit verwandten Formulierungen nutzen sich recht schnell ab. Man bittet darum, daß über das Verhalten hinweggesehen wird, gibt damit aber keinerlei Ausbilck darauf, ob das wieder passiert oder ob der Kern des Problems eigentlich wahrgenommen wird.

    Ich bin dazu übergegangen, daß Verhalten konkret zu benennen - also z.B.:"Da ist mir eben was ziemlich heftiges rausgerutscht, jetzt im Nachhinein würde ich das gern zurücknehmen, ich versuche mich in Zukunft früher zu bremsen".
    Bei kleineren Mißgeschicken hat sich bei mir ein kurzes: "Verflixt, sorry, das war blöd" bewährt.

    Mein aktueller Dunstkreis nimmt das viel positiver auf, weil ich das eigentliche Problem transportiere und nicht dauernd "vergeben, vergessen, verzeihen" einfordere.


    VG
    DragonLady

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