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Diskutiere im Thema Das Ding mit Büchern und Filmen... im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #11
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 968

    AW: Das Ding mit Büchern und Filmen...

    SnowWhite schreibt:
    kennt ihr das aber auch bei Büchern/Filmen/Medien, die euch *eigentlich* interessieren?!?!?!

    Ich bin hier am verzweifeln, weil ich den e-Reader voller Bücher habe, die ich so gerne lesen würde und so viele Filme möchte ich sehen, aber wenn ich dann davor sitze geht es nicht.
    Erster Gedanke - interessieren die Dich wirklich oder ist es mehr ein - ich bin Fan von xy und als Fan von xy muss ich das kennen?

    Wenn ich eine Sache lesen muss, egal wie sehr sie mich sonst interessiert, verliere ich auf einmal schlagartig das Interesse (echt super bei einem Studium ). Anderseits, wenn überhaupt kein Muß vorhanden ist, kann ich auf einmal auch Bücher verschlingen, die mich überhaupt nicht interessieren.

    Und das schlimme ist, dass ich mir selber immer ein gedankeliches Muß setze. So habe ich gerade das Problem, dass ich wenig Leute mit den gleichen Interessen habe und ich nach neuen Beziehungen suchen müßte. Aber ich habe in meinen Interessenbereichen komplett den Anschluss verloren. D.h. bin ich doch mal mit Leuten mit gleichen Interessen zusammen, dann kann ich nichts erzählen bzw. mitreden.

    Deshalb hatte ich mir vorgenommen, dass ich mir nun verstärke Filme, Bücher und Spiele in meinen Interessenbereichen zu zu führen, damit ich wieder mitreden kann... und habe damit auf einmal sämtliche Lust daran verloren und mache so gut wie überhaupt nichts mehr in meinem Interessenberich

    Ich blättere nur wild rum, überspringe ganze Absätze, drucke dauernd auf Pause oder spule innerhalb des Films immer wieder vor...
    es nervt mich zu Tode, weil ich so der Handlung ja gar nicht folgen kann...
    Das ist zur Zeit auch total extrem bei mir und ich hasse das total, weil man sich nur die Stimmung damit kaputt macht.. oft ist das mit Ungeduld bei mir gepaart, dass ich z.B. in einer halben Stunde ins Bett gehen will, aber das was ich zu Ende schauen/lesen/etc. möchte, geht eigentlich noch über mehrere Stunden. Schlimm ist dann wenn ich dran kleben bleibe und die halbe Nacht durchmache und mir trotzdem den Spaß dabei verderbe, weil ich alles nur überfliege..


    wie macht ihr das dann??
    Theoretisch einfache Lösung, aber praktisch scheint es gerade für mich unmöglich zu sein, diese umzusetzen:
    Sofort aufhören, wenn Du merkst, dass Du keine Lust mehr hast!

    Wenn da nicht irgendein Muß dahinter steht z.B. durch Schule, Studium etc., dann mußt Du dieses Buch, diesen Film etc. nicht lesen, nicht anschauen..

    Nun bei mir hängt da noch andere Sachen mit zusammen - dass ich stark am Aufschieben bin und deshalb nicht erlaube kann, etwas interessantes zu tun... und im starken Aufschiebemodus tritt eben ganz stark das Phänoment auf, dass ich Sachen, die mich interessieren, nicht machen kann..

  2. #12
    sizifo

    Gast

    AW: Das Ding mit Büchern und Filmen...

    Ich guck nur noch Filme zu Ende, die mich nicht anöden. Das kommt selten vor. Im Kino muss ich mich ständig anders hinsetzen, das nervt. Wohl auch meine Nachbarn.
    Bin auch schon aus dem Kino rausgegangen, bei einem preisgekrönten Film. War einfach nicht mein Tag. War dann zwar über mich selbst erschrocken, aber ich hatte einfach das Gefühl, meine Lebenszeit zu verplempern. Übrigens hab ich den Film später nochmal versucht zu gucken, im Fernsehen, ist mir auch nur abschnittsweise gelungen.
    Bei Filmen, die mich wirklich fesseln, passiert mir das nicht so leicht. Auf Festplatte aufnehmen und dann mit Pausen anschauen ist sehr praktikabel. Stricken ist für mich auch gut. Naja, und essen halt.

    Wenn ich Nachrichten oder Informationssendungen anschauen will, kommt es häufig vor, dass ich mich von den Moderatoren/Nachrichtensprechern/Reportern/befragten Personen irritieren lasse. Details an deren Mimik, Kleidung, Sprache, das lenkt mich dann so ab, dass ich den Inhalt dessen, worum es geht, gar nicht mitbekomme. Da hilft nur wegschauen und auf Akustik konzentrieren.

    Tja, mit dem Lesen halte ich es ähnlich: ich lese nur Bücher weiter, die mich wirklich überzeugen. Und die auch häppchenweise. Wenn ich anfange, Zeilen immer wieder zu lesen, ohne sie zu erfassen, höre ich auf, dann geht es eben gerade nicht.
    Und ich lese meistens mehrere Bücher parallel, da switche ich dann, zwischen Fachliteratur, Ratgebern, Belletristik, je nachdem, wonach mein Geist grad hungrig ist.
    Aber ebook geht für mich gar nicht. Liegt am Bildschirm, ich brauch Papier. Auch längere Texte aus dem Netz muss ich mir ausdrucken, um sie lesen zu können.

    Soviel von mir,
    so long!

  3. #13
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 33
    Forum-Beiträge: 59

    AW: Das Ding mit Büchern und Filmen...

    Mir hilft bei langen und komplizierten Texten oder Büchern die SQ3R-Methode (survey!, question!, read!, recite! und review!). Auf google findest Du sicherlich genauere Infos dazu...

    Am Gymnasium schrieb ich noch Zusammenfassungen nach jedem Kapitel, ohne zu merken, dass ich dann praktisch eine Kopie des (Lehr)Buches angefertigt habe... Meiner Meinung nach lohnt sich die SQ3R-Methode, weil man nur dort den Text ausreichend repetiert, was beim Schreiben von Zusammenfassungen nicht gegeben ist.

  4. #14
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 14

    AW: Das Ding mit Büchern und Filmen...

    spannend,
    die Frage hat mich früher sehr beschäftigt, doch seit ich um ADS weiß, eigentlich weniger.
    Früher dachte ich nämlich immer mit mir wäre etwas falsch, weil ich bei den 'großen' Filmen und Büchern wenig Freude empfand. Meine Eltern haben immer viel Wert auf meine Bildung gelegt, also mußte alles auf hohem Niveau sein. Ich hab das nicht hinterfragt, sondern für richtig und wichtig erachtet. Nur fand ich es wahnsinnig anstrengend, weil eigentlich langweilig.
    Dann, als ich begriff was ADS bedeutet und es in mir so zu sagen wiedererkannte, bekam ich etwas Mut. Erst hörte ich auf mir zwangsweise die 'wichtigen' Filme anzusehen, oder die ansspruchsvollen Bücher ...

    Inzwischen lese und sehe ich das eher als 'trivial' eingestufte Zeug, aber ich genieße es endlich.
    Unter der Woche gönne ich mir abends eine Serie, hab so meine Favoriten, die ich mir aufnehme und dann wegsehe, ein bißchen CSI und NCIS, ein bißchen lustige, freundliche Sachen wie Castle oder Leverage und natürlich Startreks, aber auch Grey's Anatomy und nostaligsch ER
    In der U-Bahn leichte Krimis, aber bitte ohne viel Sex und Intrigen, z.B. Edgar Wallace ist schön einfach um die Hektik um mich herum auszublenden.
    Zu mehr reichts unter der Woche eh nicht, mit Job und Hund und was Mensch noch so hat.
    Und am Wochenende gibts Buch -- kein Fernsehen, Computer oder ähnliches -- schön zurück ziehen und wirklich eintauchen - hauptsächlich Fantasy, aber die netten Sachen, kein Mord und Totschlag weil die mich langweilen. Und dann nach ein paar Stunden bin ich einerseits völlig zufrieden und hab Abstand zu meiner Realität und andererseits bin ich auch wieder wirklich bereit und interessiert an der 'echten' Welt mit ihrem Überangebot an Medien und denn dadurch zugänglichen Welten

    Worauf ich hinaus will - mein Bezug zu Büchern und Filmen hat sich geändert als ich begann die Dauerverfügbarkeit ebenso wie den kulturellen Anspruch zu ignorieren und ihnen stattdessen eine besondere Stellung in meinem Alltag einzuräumen.
    Erstens sind sie dadurch ein bewußter Gegenpol zum Rest meines Lebens und zweitens habe ich keine Skrupel mehr, mir nur das zu Gemüte zu führen, was mich innerlich anspricht.
    Man denkt immer man müsse mitreden können, aber das ist in Wirklichkeit genauso Smalltalk-Futter wie das Wetter. Ist viel spannender wenn man das Buch weglegt oder den Fernseher ausschaltet und denkt ''heh das war jetzt wirklich für mich, es hat mir etwas gegeben''.

    Und all das hat mich auch von dem Irrtum befreit ich müsse all die neuen Filme gleich im Kino sehen, obwohl ich Kino furchtbar anstrengend fand, solange sitzen und wissen, dass man die eigenen Reaktionen und inneren Ablenkungen aushalten und verstecken muss, schließlich sind die anderen Besucher sonst irritiert und finden einen seltsam.
    z.B. Avatar, ich hab ihn inzwischen gesehen, in Portionen hier zuhause und das war nett, aber um ehrlich zu sein bei Serien kommt man im Lauf der Zeit zu viel mehr Verständnis für die Charaktere, und damit auch zu viel mehr Spaß an den kleinen Details ...

    Ich glaube gerade mit ADS sollte man vorsichtig sein in unserer 'modernen' Welt.
    Überall, immer eine Flut an Möglichkeiten zu haben, ist manchmal praktisch, aber als Lebensstil nimmt es allem den Reiz. Oder möchtet ihr wirklich immer - ich meine 24 Std am Tag - einen Tisch vollgepackt mit eurem Lieblingsessen neben Euch stehen haben ???????

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