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Diskutiere im Thema Inwieweit bin ich "ICH", wenn ich MPH einnehme? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6

    Inwieweit bin ich "ICH", wenn ich MPH einnehme?

    Hallo liebes Forum,

    seit 4 Wochen bin ich in der MPH Einstellung. Es kreist sich wiederkehrend immer ein Gedanke. Wenn das MPH wirkt, bin ich ein anderer Mensch. Anders im Vergleich zu den Jahren, nein sogar zu meinem Leben, vorher. Ich kann Probleme analysieren, Maßnahmen treffen und diese durchführen. Wobei: die Durchführung geht nicht immer von Statten. Wenn ich auf meinem "High-Level" bin, nicht mehr als 1 Tag.

    Beispiel: An einem dieser Genietage (es war kein hineinschneiender Hyperfokus, wie es mir einige Male im Jahr passieren kan, sondern die Wirkung des MPH) traf ich mich mit einem Kumpel, der seit Jahren mit seinem jungen Leben nicht in die Potte kommt. Ich war fähig, seine Probleme so heftig zu analysieren, dass er einfach nur "Baff" wurde; vor seinem eigenen Spiegelbild und meiner ihm unbekannten Intelligenz. Ich erzählte ihm, was seine nächsten Schritte sind und hattte vor ihn dabei zu unterstützen, konnte ihm sehr viel Mut machen, er spürte meine starke Empathie. Da er ein wenig Leitschranken braucht, um seine Probleme zu lösen, bot ich ihm meine Hilfe an. Nun ist es so, dass ich ihm bei der Durchführung DOCH nicht helfen kann. Aus dem Grund, dass ich am nächsten Tag wieder in mein altes Leben aufgrund des Nichtwirkens des Medikaments zurückkehre. Was bedeutet: schläfrig, keine Zusammenhänge sehen können, demotiviert.
    meine Intelligenz blitzt nicht nur im sozialen Bereich auf, sondern auch auf der Arbeit/Uni. Dann ist es nicht die emotionale Intelligenz, sondern die rationale, die mich zu Höchstleistungen antreibt.
    Auch hier habe an den Genietagen einen extremes Leistungsvermögen. Aber wie gesagt: Ich kann es nur an einem Tag aufrufen. An den restlichen Tagen bin ich wie immer.

    Warum ich dieses Beispiel nenne? Es zeigte mir, dass es 2 "Ich's" gibt. Einmal den schläfrigen, unkonzentrierten und dummen (in der Außensicht) "Ich", und einmal den eifrigen, komplexdenkenden und "Super-Dupa-Ich".

    Jetzt zu meiner Frage. Wie würdet ihr das beurteilen? Was ist Euer "Ich"? Eine Meinung könnte sein, man ist sich selbst, wie man immer ist, d.h. wie man "normal" ist. Unter normal verstehe ich die "Norm", die durch den meist auftretenden Zustand definiert wird. Bei ist es leider der schläfrige Zustand, der wäre "normal" bei mir, das wäre mein "ich" nach dieser Auffassung. Das würde bedeuten, dass das andere "ich", das Genie, nicht "ich" sein kann, sondern nur eine Begleiterscheinung, die mal ab und an auftritt.

    Wenn das Medikament irgendwann mal wirken sollte und sagen wir mal, dieser Genie jeden Tag dich heimsucht, über einen längeren Zeitraum, vllt. mit einigen Ausfällen, ändert sich dein "Ich"? Oder ist dein schläfriges "Ich" einfach nur gedopt?

    Ich gebe zu, dass diese Frage ist sehr philosophisch. Sie geht aber nicht aus meinem Kopf und sucht nach einer Antwort. Ein Grund kann dafür sein, dass ich versuche meine Identität aufzubauen. Dass ich versuche herauszufinden, was ich bin und was nicht.

    Ihr habt alle fast auch ADS, meistens kennt ihr auch mehrere Persönlichkeiten von Euch. Wie geht Ihr mit der Frage um, was ihr davon seid und was nicht? Gibt es eine Mischform? Oder ist man nur das eine oder das andere?

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 156

    AW: Inwieweit bin ich "ICH", wenn ich MPH einnehme?

    Also eins vorweg. Die Medis helfen nur einem und verändern dich nicht. Weil das was du gezeigt hast steckt ja in dir und kommt nicht durch eine Pille. Das ist außerdem völlig normal, jeder hat Tage an dem es einem an Kraft nur so strotzt und an welchen wo es nicht so gelingt wie es sollte. Vielleicht bekommst du nur es ja jetzt eher mit, weil du es realisierst und nicht mehr so verträumt bist durch die Medis?

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 731

    AW: Inwieweit bin ich "ICH", wenn ich MPH einnehme?

    Du bist immer du.
    Ich bin immer ich.

    Deine Situationen kommen mir bekannt vor. Ich habe durch (legales) Experimentieren herausgefunden, dass ich mich mit Exen von einer bestimmten Anzahl Red Bulls und einer bestimmten Menge MPH instantly in einen künstlichen Hyperfokus versetzen kann, der bis zu 6 Stunden anhält. Dann bin ich unstoppable beim Lernen und Verarbeiten von tonnenweise Schulstoff. Hat mir schon mal den Arsch gerettet.

    Ich bin in diesem Zustand innerlich total ruhig und mein Verstand fühlt sich ultrascharf, klar und exorbitant schnell & funktionell an. Einfach nur noch auf der Suche nach neuem Wissen zum Aufsaugen. Ich kann in diesem Zustand sehr komplexe Thematiken im Augenblick durchfliegen und verstehen.

    Den natürlichen Hyperfocus kriege ich 1, 2 mal im Monat, je nachdem. Der ist extrem von Motivation und Stresslevel abhängig.

    Zu der philosophischen Frage ... der Charakter ändert sich stetig. ... Ich bin derselbe wie noch vor einem Jahr, immer bestrebt mich zum subjektiv Positiven hin zu verändern und weiter zu entwickeln.

    Die Unterschiede zu damals:

    - Kein nebliger Kopf mehr
    - Keine ständige Müdigkeit mehr
    - Keine 24/7 Dauermelancholie mehr, die mich seit Kleinkind an begleitete
    - Keine Depression mehr
    - Kein völliges Abdriften mehr
    - Sozial wieder mehr dazu bereit, mich zu öffnen

    Verdict: Natürlich ändert es den Charakter - INDIREKT, in gewisser Weise - ... das hoffe ich doch. War Zeit, mich zu ändern, sonst sähe mein Leben alles andere als rosig aus.
    Geändert von Theonar (18.10.2013 um 22:22 Uhr)

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 41

    AW: Inwieweit bin ich "ICH", wenn ich MPH einnehme?

    Mit Medikamenten kannst du dich konzentrieren und bist geradliniger im denken, ohne kannst du dein geistiges Potenzial nicht ausschöpfen weil du bevor du zu Ende gedacht hast schon wo anders bist.
    An dir, deinen Werten und deiner Persönlichkeit ändert das überhaupt nichts.
    wie Theonar sagt: in der Folge können sich natürlich gewisse Dinge verändern. Man ist halt anders wenn man gerade Erfolg hatte als wenn man sich scheiße fühlt weil schon wieder irgendwas schief gelaufen ist.

  5. #5
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.858

    AW: Inwieweit bin ich "ICH", wenn ich MPH einnehme?

    Es kommt immer drauf an, inwieweit man sein ADS als Teils des Ganzen betrachtet. Ich-Dystonie, Ich-Syntonie. Eine Person, die ihr persönliches ADS akzeptiert, also gegenüber des ADSs Ich-synton ist, erfährt durch das MPH eine gewisse Ich-Veränderung. Nun sollte man überlegen, ob die Veränderung positiv bewertet werden kann oder nicht.

    Beispiel. Ein Schriftsteller ist sehr kreativ. Allerdings kann diese Kreativität durch MPH verringert werden. Die Kreativität ist für den Schriftsteller dessen Kapital. Er muss auf MPH verzichten.

    Andere, die im Leben nicht klar kommen, also von Burn out zu Burn out rennen, sollten MPH einnehmen. Der Verlust des Burn outs ist in diesem Fall als positiv zu bewerten. Ist also eine gute Veränderung des Wesens. Hier ist zu überlegen, inwieweit so ein Burn out zum Wesen gehört. Ich gehe mal davon aus, dass es nur wenig Menschen gibt, die die Fähigkeit zum Burn out als Gabe betrachten. Diese Menschen werden, wenn sie kein Burn out mehr bekommen, nicht von Ich-Veränderung sprechen.

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 41

    AW: Inwieweit bin ich "ICH", wenn ich MPH einnehme?

    Vieleicht versucht er einfach mal ein anderes Medikament...

    Ich bin genauso kreativ mit Medis.
    Ohne Medis könnte ich nur ein Buch denken, mit, es auch schreiben.... ...als Beispiel

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 731

    AW: Inwieweit bin ich "ICH", wenn ich MPH einnehme?

    Ernst Haft schreibt:
    Vieleicht versucht er einfach mal ein anderes Medikament...

    Ich bin genauso kreativ mit Medis.
    Ohne Medis könnte ich nur ein Buch denken, mit, es auch schreiben.... ...als Beispiel
    Wollte was Ähnliches schreiben.
    Ich konnte anfangs mit MPH nicht mehr tagträumen ... nach einer intensiven Sitzung mit meinem überaus exzellenten Psychotherapeuten ging es dann wieder. Ich kann mich mit MPH sogar in eine Tagtraumtrance hineinzwingen, vorher ging das nicht auf Knopfdruck.

    Seltsam...

    Wundermittel. =D

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 41

    AW: Inwieweit bin ich "ICH", wenn ich MPH einnehme?

    Es ist echt unglaublich was es einem für Möglichkeiten eröffnet, wenn man lernt es richtig zu nutzen.
    Deswegen kann ich auch alle diejenigen nicht verstehen die sagen sie brauchen das nicht, ohne es je getestet zu haben.

    Aber egal.
    Wie sagen die Pinguine aus Madagaskar immer: "Lächeln und winken"

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Inwieweit bin ich "ICH", wenn ich MPH einnehme?

    Ich würde MPH nicht nehmen wenn ich das Gefühl hätte ich sei nicht mehr ich. Auf keinen Fall.

    Aber das Gegenteil ist der Fall. Ich bin mehr ich denn ich reagiere wie ich will und nicht wie etwas mich treibt. Es passiert viel seltner dass ich denke "ups, das war jetzt nicht so doll, das wollte ich nicht".


    ---
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  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 156

    AW: Inwieweit bin ich "ICH", wenn ich MPH einnehme?

    Wildfang schreibt:
    Ich würde MPH nicht nehmen wenn ich das Gefühl hätte ich sei nicht mehr ich. Auf keinen Fall.

    Aber das Gegenteil ist der Fall. Ich bin mehr ich denn ich reagiere wie ich will und nicht wie etwas mich treibt. Es passiert viel seltner dass ich denke "ups, das war jetzt nicht so doll, das wollte ich nicht".


    ---
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    So sieht es aus!

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