Zeige Ergebnis 1 bis 9 von 9

Diskutiere im Thema Ausstieg aus Endlosschleife im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 47

    Ausstieg aus Endlosschleife

    Hallo zusammen,

    bestimmt kennt ihr das, wenn euch eine Handlungsweise total einnimmt und es immer schwieriger wird, diesen Exzess zu stoppen und auszusteigen. Bestimmt kennen viele von euch auch den Timer, der euch dabei hilft.

    Welche Hilfsmittel nutzt ihr denn, um aus gedanklichen Endlosschleifen auszusteigen? Mit dem Timer geht das schlecht

    Beispielsweise die unaufhörliche Selbstabwertung, die wie automatisch zu laufen scheint. Meist versuche ich dann, einen inneren Dialog zu starten und mir positiv zuzureden. Doch irgendwie klingt das nicht recht an und das Negative rattert ehrgeizig weiter.

    Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen, Inputs, Ideen

  2. #2
    Comicus Divinius

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.200

    AW: Ausstieg aus Endlosschleife

    Übung, es ist eine Sache der Übung. Wenn man merkt, das man mal wieder tut, damit aufhören und das konsequent tun, irgendwann fällt es einem dann leichter.
    Die Selbstabwertung ist ein Programm das du schon viele Jahre vermutlich fährst, das zu überschreiben dauert lange. Ich beginne es auch erst richtig zu überschreiben. Such dir eine Tätigkeit die du richtig gut kannst in der du aufgehst, hol dir da Selbstwirksamkeit und Selbstbestätigung. Viele von uns sind Down, weil sie kaum Selbstwirksamkeit haben, sie fühlen sich hilflos dann und resignieren sogar zum Teil. Dann verlasse Gruppe und andere Dinge, nach Möglichkeit die dir innerlih weh tun oder die dich abwerten, such dir Positive Gruppen und Menschen. Weil es macht uns da wir doch recht sensibel sind, kaputt, wenn wir in Gruppen sind, in denen man uns nicht wirklch akzeptiert aber es stärkt uns, wenn wir in Gruppen sind, wo man uns akzeptiert
    Du musst Stück für Stück den Weg gehen, am schwierigsten ist es erstmal los zu laufen und dann muss man Schritt für Schritt gehen und sich nicht entmutigen lassen

  3. #3
    T!m


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 47

    AW: Ausstieg aus Endlosschleife

    "In prekären Situationen gibt es eine Art Pflicht zur Zuversicht."
    Passt ja gut zum thema

    Ich werde die Antworten hier Aufmerksam verfolgen, denn ich habe da einen 'Müllberg' vor meiner inneren 'Haustür' auf dem riesengroß "Negativ, Endlosschleife und Gedanken" steht (ja in grün!!!).
    Hey, vielleicht ist das die Lösung?! Ein Holzknüppel für meine Gedanken. (Spaß ist ja bekanntlich wenn man trotzdem lacht.)

    Aber im ernst:
    offenbar hilft ignorrieren oder 'beteuben' nicht und/oder nicht langfristig. Es scheint als müssen (vielleicht nicht nur) wir dieses 'Problem' gezielt und aktiv angehen. Vielleicht gibt es einen Menschen dem man seine Ängste und (Be-)denken mitteilen kann, getreu dem Motto: "Ein 'Freund' ist jemand der alles von einem weiß und einen dennoch liebt."? Zumindest wirkt sich dass (so stelle ich im Moment oft fest) recht positiv aus, sofern man es schafft darauf zu vertrauen dass eben dieser Mensch nicht verschwindet.
    Ein Hürdenlauf.

    Aber was mich daran wirklich ank**zt ist, das ich den Eindruck habe (und nicht nur Tetrians aussagen scheinen das zu bestätigen), dass 'wir' (vielleicht mehr als andere) dazu verdammt sind diesen Kampf ständig aufs neue mit immer wieder den selben Theman auszufechten?!

    Kommt man sich da nicht ein bisschen vor wie Scrat, der/die/das nun seit x Filmen mit größtem Chaos der Nuss hinterherjagt, damit sie sogleich wieder wegrollt?

    Ist das vielleicht der Preis den 'wir' dafür Zahlen so 'Lieb' und verständnissvoll, bzw. empathisch sein zu können?

    Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen!!!
    Geändert von T!m (17.10.2013 um 13:05 Uhr)

  4. #4
    tam


    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 151

    AW: Ausstieg aus Endlosschleife

    Erst einmal ist die Methode, wenn einem negative Gedanken auffallen, sie durch positive zu ersetzen oder versuchen eine andere Sichtweise aufzubauen, auf jeden Fall sinnvoll. Auch wenn es oft nicht, oder gar nicht hin haut.

    Irgendwann hat man ja diese negative Denkweise gelernt und hat sich zum Automatismus verstärkt. Dagegen rein willentlich anzugehen ist schon mal gut, ich würde versuche es beizubehalten. Dazu kommt wohl bei ADS noch die erhöhte Aktivität der Amygdala (Gefunden z.B. hier: https://adhs-chaoten.net/treffpunkt-...tml#post401287), was zu einer erhöhten Ängstlichkeit führt. Ängstlichkeit und der Hang zu negativen Gedanken stehen, meine ich, im Zusammenhang - negative Ereignisse werden überbewertet und positive nicht gesehen.

    Ich habe auch mal gehört, dass man beim Feststellen vom negativen Gedankenkarussell sich zum Beispiel so richtig fest auf den Oberschenkel hauen soll, um sich selber wachzurütteln, sozusagen. Halte ich aber nur für bedingt praktikabel, gerade wenn man nicht allein ist. Habe ich zwar mal ausprobiert, ich komme mir dabei aber selbst dann blöd vor, wenn ich definitiv alleine bin. Aber es geht ja auch kneifen. Vielleicht ist das auch eine Art Konditionierung - negative Gedanken tun weh, also habe ich keine negativen Gedanken mehr ? Wenn ich das länger probieren würde, kriege ich am Ende noch gefallen an der Selbstverletzung, also lasse ich es lieber .

    Um positive Gedanken in den Vordergrund holen zu können oder eine negative Situation aus einer anderen, positiveren Sicht zu betrachten, hilft mir Ausdauersport ziemlich gut. Während dessen fällt es mir leichter umzuschalten. Manchmal hält es danach auch noch etwas an. Oder ich habe es während dem Laufen oder Schwimmen geschafft, die negativen Gedanken zu einem Thema aufzulösen - der Idealfall. Blöderweise gibt's aber so viele selbstzerfleischende Gedanken zu so vielen Themen, dass sich da schnell Ersatz gefunden hat. Aber immerhin, ich habe mich ein bis zwei Stunden nicht so arg selbst zerfleischt und ein paar andere angenehme Nebeneffekte gibt's auch noch.

    Einen richtig großen Sprung in Richtung Verbesserung hat es gegeben, als ich Anfang des Jahres von meiner Psychologin den Verdacht auf ADS genannt bekommen habe (überhaupt erst von ADS erfahren). Mir wurden Bücher dazu von ihr empfohlen. Abends vor dem Schlafen habe ich ein wenig über ADS gelesen - Erfahrungsberichte, Sachinformationen - und habe das richtig als Erholung von meinen zermürbenden Gedanken empfunden. So viele Sachen, die mich so fertig machen, erleben andere auch und das Ganze hat sogar einen Namen. Danach konnte ich auch meist besser Einschlafen, weil ich einen aufkommenden negativen Gedanken meist gleich in Bezug zu einem Kapitel im Buch über ADS setzen konnte und dann daran gedacht habe.

    Ich stelle mir das gerade so vor (und hoffe, dass ich das nicht total bescheuert finde, wenn ich mir den Text morgen nochmal durchlese...) wie beim Kampfsport, wenn Angriffe umgeleitet werden. Der Gedanke, wie blöd ich mich doch in der und der Situation verhalten habe, kommt auf, und ich komme gedanklich dann zu einer Symptombeschreibung vom ADS und beschäftige mich damit, an Stelle mir weiter vorzuwerfen, wie blöd ich doch bin.

    Die vielen Beiträge hier im Forum sind dafür genauso dienlich. Mich hier anzumelden, war ein weiterer Schritt, von meinen negativen Gedankenstrudeln wegzukommen. Denn wenn ich mich schon mit meinen Unzulänglichkeiten beschäftigen möchte, dann besser hier im Forum. Hier habe ich einen Austausch und Anstösse von aussen, an Stelle vom Wälzen in immer den gleichen, sich nierdermachenden Gedanken.

    Ende August habe ich von einem Neurologen Setralin verschrieben bekommen. Für mich ist das Medikament, bezogen auf negative Gedankenstrudel, der Hammer. Vom ersten Tag an, war mein Kopf freier. Diese zwanghaften, immer wiederkehrenden negativen Gedanken haben erheblich nachgelassen. Und wenn sie aufkommen, kann ich sie leichter wegwischen. Ist für mich auf jeden Fall eine riesige Erleichterung, bis es hoffentlich mit der eigentlichen ADS Behandlung los geht. Ob das nun eine Art Placeboeffekt ist, vor allem, weil diese Wirkung so schnell eingesetzt hat, kann ich natürlich nicht sagen. Eine Wirkung für die im Rezept beschriebenen Anwendung, wie Depression und Ängsten, auch Sozialphobie, kann ich nicht feststellen. Das hängt vielleicht damit zusammen, dass meine depressiven Symptome auf Grund meiner jetzigen Situation bestehen und sich daran nichts geändert hat. Und damit, dass meine Ängste im sozialen Bereich auf vergangenen realen Situationen beruhen und nicht unbegründet sind.

    Irgendwo meine ich im Internet auch mal gelesen zu haben, dass Sertralin bei ADSlern oft eingesetzt wird, um Zwangsgedanken einzudämmen. Es könnte web4health gewesen sein, ich find's aber nichts mehr...

    Also, egal ob Sertralin oder ein anderes Medikament, eine weitere Möglichkeit ist es auf jeden Fall, um überhaupt den Kopf wieder so weit frei zu bekommen, dass man Dinge im Leben angehen kann, die einem auch wieder positive Erinnerungen bescheren . Und damit geht's mit dem ersten Punkt oben wieder los .

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 47

    AW: Ausstieg aus Endlosschleife

    Guten Abend

    es ist ein sehr schwieriges Thema. Ich habe dieses Problem oftmals auch sehr stark und manchmal nimmt es mich ein voll und ganz. Dann hilft wirklich nur Ablenkung. Ansonsten finde ich, sollte man versuchen die Gedanken einfach zulassen- um dann die Ironie einzuschalten. Dies mag sich komisch anhören, aber ich denke dann manchmal auch einfach: " jupp ich weiß es nun langsam, das ich zu dumm bin" aber ironisch.

    Ich meine mal ganz im Ernst, ein jeder von uns, gibt sein bestes. Niemand ist perfekt ob mit ADS oder ohne. Wir haben es deutlich schwerer in verschiedenen Bereichen als andere, also versuche ich, mich zurückzuhalten und nicht soviel zuvergleichen. Das gelingt mir mal mehr und mal weniger. Und Fehler sind dazu da, daraus zu lernen. Über fast jeden Fehler war ich irgendwann froh, ohne diesen würde ich nicht wachsen. Dazu muss man dann auch die Gedanken zu lassen, aber BITTE nicht übertreiben (ja ich weiß genau das geht nicht ) aber das ist unser Gehirn, von einem zum nächsten und übernächsten- deswegen nicht ganz für voll nehmen. Glaub mir, andere sehen dich nicht halb so schlecht wie du dich selbst!

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 47

    AW: Ausstieg aus Endlosschleife

    tam schreibt:

    Ich habe auch mal gehört, dass man beim Feststellen vom negativen Gedankenkarussell sich zum Beispiel so richtig fest auf den Oberschenkel hauen soll, um sich selber wachzurütteln, sozusagen. Halte ich aber nur für bedingt praktikabel, gerade wenn man nicht allein ist. Habe ich zwar mal ausprobiert, ich komme mir dabei aber selbst dann blöd vor, wenn ich definitiv alleine bin. Aber es geht ja auch kneifen. .
    Find ich super! Denn es ist ja wie eine Art Trance, in der man (zumindest ich) dann drin ist und in diesem Zustand ist es echt schwer, die Gedanken zu steuern. Isbesondere mit positiven Gedanken, in denen man noch nicht geübt ist.

    tam schreibt:
    Ich stelle mir das gerade so vor (und hoffe, dass ich das nicht total bescheuert finde, wenn ich mir den Text morgen nochmal durchlese...) wie beim Kampfsport, wenn Angriffe umgeleitet werden.
    .
    Und es gibt doch jene Kampfsportarten, die die Kraft des Gegeners nutzen, um sich zu verteidigen, oder um ihn mit seinem Schwung umzuhauen. Ist doch viel effizienter und kraftsparender als auf ihn einzuprügeln. In den letzten Tagen habe ich festgestellt, dass dies sich mit den negativen Gedanken ähnlich verhält. Ich habe nicht versucht, zu argumentieren, denn meine Überzeugungskraft mit Positivem ist noch nicht trainiert. Ich habe den inneren Kritiker mit Schwung auf die Schnautze fallen lassen, in dem ich ihn ignoriert hab und was gemacht hab, in dem ich gut bin...

    Mal sehen, wie das so weitergeht.

    Sertralin hatte ich auch eine zeitlang. Für die Stimmung war das richtig gut. Aber ich hatte Nebenwirkungen, die mir den Preis nicht wert waren.

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 47

    AW: Ausstieg aus Endlosschleife

    Fluchtgefahr schreibt:

    Dann hilft wirklich nur Ablenkung. Ansonsten finde ich, sollte man versuchen die Gedanken einfach zulassen- um dann die Ironie einzuschalten. Dies mag sich komisch anhören, aber ich denke dann manchmal auch einfach: " jupp ich weiß es nun langsam, das ich zu dumm bin" aber ironisch.
    Ja, die gute alte Ablenkung. Oft bin ich zu streng zu mir und finde, ich muss mich doch damit auseinandersetzen. Doch die Erfahrung zeigt, dass mich das in diesen Momenten nicht weitergebracht hat. Lieber Spass haben stattdessen, so kommen automatisch positive Gedanken auf und der innere Kritiker wird immer leiser


    Fluchtgefahr schreibt:
    Ich meine mal ganz im Ernst, ein jeder von uns, gibt sein bestes. Niemand ist perfekt ob mit ADS oder ohne. Wir haben es deutlich schwerer in verschiedenen Bereichen als andere, also versuche ich, mich zurückzuhalten und nicht soviel zuvergleichen. Das gelingt mir mal mehr und mal weniger. Und Fehler sind dazu da, daraus zu lernen. Über fast jeden Fehler war ich irgendwann froh, ohne diesen würde ich nicht wachsen.
    Geht mir auch so. Was wäre ich ohne meine Fehler!

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 47

    AW: Ausstieg aus Endlosschleife

    Simpel und dennoch weise:

    "Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind."
    - Albert Einstein

  9. #9
    Comicus Divinius

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.200

    AW: Ausstieg aus Endlosschleife

    Viele Menschen mit Problemen und Schwierigkeiten fühlen sich von großen Geistern wie etwa Einstein bsp verstanden, weil die großen Persönlichkeiten oft selbst große Probleme hatten. Churchill hatte eventuell Adhs, litt aber nachweißlich an Zwängen und wurde dennoch der größte Engländer des 20 Jahrhunderts, Herman Hesse hatte Adhs ist und ist einer der größten Schriftsteller aller Zeiten usw..

    Personen ohne Probleme erreichen sehr selten größe

Stichworte

Thema: Ausstieg aus Endlosschleife im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum