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Diskutiere im Thema AD(H)S und das Problem mit den sozialen Kontakten im echten Leben im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #51
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 85

    AW: AD(H)S und das Problem mit den sozialen Kontakten im echten Leben

    War eine Weile nicht im Forum, schaue wieder rein - und fühle mich spontan angesprochen von dem Thema hier.

    Ich hatte, glaube ich, noch nie eine richtige Freundin, also jemanden, mit dem man auch Problematisches teilt, sich mal ausheulen oder anlehnen kann. Schon als Kind habe ich alles mit mir selbst ausgemacht (bzw. mit meinem Tagebuch). Hier habe ich den Eindruck, als läge die Ursache schon in der frühen Kindheit, wo ich immer Angst haben musste, meine depressive und schwache Mutter zu überfordern, sodass ich irgendwann einfach keine Bedürfnisse mehr gezeigt habe.

    Meist bin ich bei neuen Begegnungen zuerst immer sehr aufgeschlossen, offen, immer freundlich, humorvoll, investiere viel und habe grundsätzlich auch erst einmal ein positives Bild vom anderen. Aber einen Kontakt dann zu pflegen - das fällt mir echt schwer! Es ist ja auch quasi unmöglich, diesen hohen Energielevel aufrechtzuerhalten, würde ich meinen.

    Oft staune ich, dass es Menschen gibt, die mich gern besuchen kommen. Dann ist der eigentliche Kontakt meist aber sehr anstrengend für mich. Ich meine immer, ich muss interessiert sein, offen, die richtigen Fragen stellen, zuhören, Anteilnahme zeigen - und komme selbst im Kontakt oft nicht vor, weil ich nicht gelernt habe, mich zu öffnen und anzuvertrauen. Wenn der Besuch dann wieder weg ist, bin ich erleichtert - und erschöpft.

    Allmählich bin auch ich (wie hier schon mal jemand schrieb) irgendwie zynischer geworden. Dann sehe ich, wenn eine langjährige "Freundin" sich mit mir verabreden will, nicht einfach nur, dass ich ihr vielleicht wichtig bin, sondern ich sehe, dass sie etwas von mir möchte. Sie hat fast immer irgendein Anliegen. Ist das dann überhaupt eine Freundschaft, wenn das Ganze so einseitig abläuft? Was habe ich eigentlich davon, frage ich mich dann? Aber bin ich nicht selbst schuld, wenn ich mich so wenig einbringe?

    Ich fürchte, mittlerweile bin ich etwas schrullig geworden, denn ich bin weit lieber mit meinen Hunden zusammen als mit anderen Menschen ...

    Nachdenkliche Grüße von
    Frl. Hudel

  2. #52
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 52

    AW: AD(H)S und das Problem mit den sozialen Kontakten im echten Leben

    Hallo frau hudel ( netter name)

    So gehts mir leider auch. Wenn freunde dann habe ich leider immer das gefühl ich müsste irgendwelche gefallen erledigen oder dauerhaft helfen und sich für andere aufopern.

    Komisch ist nur das ich das fast schon wie ein helfersyndrom als drang empfinde.

    Werde auf jeden fall versuchen das runterzuschrauben und mal schauen wer danach noch übrig bleibt.






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  3. #53
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 10

    AW: AD(H)S und das Problem mit den sozialen Kontakten im echten Leben

    Hallo,

    ich Lerne zwar Normal Leute kennen, aber nach kurzer Zeit höre nichts mehr von denen, Hatte immer entweder "Feierleute" oder ADHSler als Freunde. Habe das aber erst gemerkt als ich vor vier Jahre in eine andere Stadt gezogen bin. Habe jetzt so gut wie keine Leute hier, weil alle woanders wohnen. Macht ganz schon Einsam. Aber was soll ich machen. Weiß auch nicht was ich an mir habe, das ich alle Menschen vertreibe. Oder es kommt mir nur so vor.

    Grüße

    Mister Eko

  4. #54
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 31

    AW: AD(H)S und das Problem mit den sozialen Kontakten im echten Leben

    Nutella schreibt:
    So gehts mir leider auch. Wenn freunde dann habe ich leider immer das gefühl ich müsste irgendwelche gefallen erledigen oder dauerhaft helfen und sich für andere aufopern.

    Komisch ist nur das ich das fast schon wie ein helfersyndrom als drang empfinde.

    Werde auf jeden fall versuchen das runterzuschrauben und mal schauen wer danach noch übrig bleibt.
    Das mit dem Helfersyndrom kenne ich. Ich hab leider eine selbstlose Persönlichkeitsstörung, weswegen ich auch immer das Gefühl habe, helfen zu müssen. Aber wie ich irgendwo schon schon mal erwähnte, hab ich es mittlerweile geschafft, mich zumindest bei massiven Ausnutzen zu schützen. Aber nur dann, wenn es wirklich sehr offensichtlich ist.

  5. #55
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 162

    AW: AD(H)S und das Problem mit den sozialen Kontakten im echten Leben

    Also ich habe 2 sehr gute Freundinnen (eine seit der 7. und eine jetzt aus dem Studium), meinen Partner (7 Jahre) und diverse auch enge Bekannte. Mit allen rede ich eigentlich gleichermaßen offen, was mich auch ein wenig stört. Häufig ist es aber so, dass meine engen Freunde wenig mit mir zu tun haben, weil es schwierig ist für sie mit mir umzugehen, weil ich immer gleich alles analysiere. Mit meiner ältesten Freundin habe ich aber dennoch viel spaß, aber eher auf der intellektuellen-ironie Ebene.

    Was ich noch nie hatte ist, dass ich mich wirklich sicher bei jmd. gefühlt habe, vllt. auch weil ich merke das ich nur zu bestimmten ernsten Themen angesprochen werde und sie mich z.B. selten fragt ob ich am WE mit raus will...wobei...will ich ja auch gar nicht. Lerne auf jeden Fall viel von anderen, schaue mir immer an wie sie ihre Probleme lösen und kann mittlerweile auch besser akzeptieren, welche Rolle ich in ihrem Leben spiele. Also klar zu meinem Freund habe ich ein enges Verhältnis; wir wohnen auch schon 7 Jahre zusammen, aber ich habe eben doch soziale Schwierigkeiten und da ist er mein erster Gegner zumeist...

    LG

  6. #56
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: AD(H)S und das Problem mit den sozialen Kontakten im echten Leben

    Frl. Hudel schreibt:
    Dann sehe ich, wenn eine langjährige "Freundin" sich mit mir verabreden will, nicht einfach nur, dass ich ihr vielleicht wichtig bin, sondern ich sehe, dass sie etwas von mir möchte. Sie hat fast immer irgendein Anliegen. Ist das dann überhaupt eine Freundschaft, wenn das Ganze so einseitig abläuft?
    Ich war auch schon mehrmals frustriert wegen solcher Leute. Inzwischen sehe ich sie auch nur noch als Zweckgemeinschaften, denn für richtige Freundschaften sind sie nicht zu gebrauchen. Es ist wohl nicht wirklich ein Trost für dich zu wissen, dass heutzutage viele Menschen so ticken und ihre Kontakte nur wegen dem persönlichen Vorteil pflegen...

  7. #57
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 10

    AW: AD(H)S und das Problem mit den sozialen Kontakten im echten Leben

    WeißeRose schreibt:
    Ich war auch schon mehrmals frustriert wegen solcher Leute. Inzwischen sehe ich sie auch nur noch als Zweckgemeinschaften, denn für richtige Freundschaften sind sie nicht zu gebrauchen. Es ist wohl nicht wirklich ein Trost für dich zu wissen, dass heutzutage viele Menschen so ticken und ihre Kontakte nur wegen dem persönlichen Vorteil pflegen...
    Schön gesagt=)

  8. #58
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: AD(H)S und das Problem mit den sozialen Kontakten im echten Leben

    Das mit dem Helfersyndrom und sich ausnutzen lassen kenne ich auch noch... irgendwie immer das Gefühl gehabt zu haben, dem Gegenüber etwas bieten zu müssen, damit der sich überhaupt mit mir abgibt....

    Und wenn ich von Anfang an immer anbiete, wird es für mein Gegenüber zur Gewohnheit, dass er/sie jedesmal etwas geboten bekommt.
    Im Grunde Konditionierung, eine permanente positive Verstärkung...

    Der Lerneffekt: "Das muss immer so sein"
    Ich trainiere also sozusagen meinem Gegenüber diese Erwartungshaltung an, ohne es zu wollen

    ...vielleicht eher aus lauter Unsicherheit, ob diese Person mich überhaupt mögen würde, wenn ich nichts anböte....

    Klar gibt es dann auch Leute, die gar nicht erst "konditioniert werden müssen", die Gutmütigkeit einfach ausnutzen....

    Na ja und dann kommt es auch noch darauf an, wer Freundschaft wie definiert.....

    Da kommen so viele Aspekte zusammen, dass man mit einer "einseitigen Interpretation" der Dinge zu 90% falsch liegt.

    Mein Lösungsvorschlag: Offenheit, Ehrlichkeit, Direktheit

    Wenn ich offen ehrlich und direkt sage, was ich mir wünsche und was nicht, dann sind die Fronten geklärt, entweder passt es, oder eben nicht

    Ich weiß, das ist so leicht dahergesagt, aber in der Realität wirklich harte Arbeit, weil man sich oft ja erstmal darüber im Klaren sein muss,
    wer man eigentlich selbst ist..
    was man selbst wirklich möchte...
    was eigentlich nur "erfüllte Rollenerwartungen" von anderen sind...
    etc..
    Aber es lohnt sich, den Weg zu gehen..

    LG

  9. #59
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: AD(H)S und das Problem mit den sozialen Kontakten im echten Leben

    WeißeRose schreibt:
    Ich möchte euch einen Ratschlag geben, der sich sehr positiv auf mein Sozialleben ausgewirkt hat: Gebt keiner Person so schnell das Gefühl, eure persönliche Nummer 1 zu sein. Viele Menschen können nicht damit umgehen, wenn sie bevorzugt behandelt werden. Sie werden bequem und nachlässig, bemühen sich weniger um den Kontakt, schieben die ganze Arbeit der Pflege auf die andere Person ab und nutzen sie für ihre eigenen Zwecke aus.

    Meine Freundschaften sind um ein Vielfaches beständiger, ausgeglichener und entspannter, seit ich alle mehr oder weniger gleich behandle und niemanden mehr bevorzuge. Ich fühle mich respektiert und wertgeschätzt. Früher war das immer so, dass meine sog. Favoriten im Laufe der Zeit immer respektloser wurden, wenn sie spürten, dass mir ihre Freundschaft viel wichtiger war als der Kontakt zu anderen Freunden.
    Aufgrund deiner Erfahrung kann ich die Aussage verstehen, finde sie aber schwierig.
    In "normalen" Freundschaften (insbesondere Cliquen) lege ich auch keine Reihenfolge fest, alleine schon weil es manchmal eben schwankt und ich nicht den besten Freund habe sondern einige wenige Menschen, die mir Nahe stehen.
    Hätte ich aber einen besten Freunde/eine beste Freundin, dann würde ich es dieser Person auch sagen!
    In Partnerschaften sieht das eh alles nochmal anders aus, bei mir in der Partnerschaft ist klar, dass - Familie mal außen vor - der Partner an erster Stelle steht.

    Ich habe noch nie erlebt, dass jemand ausgenutzt wurde, weil er einer anderen Person das Gefühl gegeben hat, Nummer 1 zu sein.
    Aber ich habe schon erlebt, dass Menschen ausgenutzt wurden, weil sie ihrer eigenen Position nicht sicher waren!

    Das Problem ist nicht die andere Person, der man das Gefühl der Wichtigkeit für einen gibt (was doch jeder Mensch mag und vollkommen legitim ist).
    Das Problem ist die eigene Wertigkeit!
    Zum ausnutzen gehört eben auch immer eine Person, die sich ausnutzen lässt.
    Und wenn die eine Seite die Beziehung nicht pflegt, scheint es einer andere Seite zu geben, die sich umso mehr kümmert.

    Die Frage ist also: Wo stehst du selber bei dir?
    Solange du dir deiner selbst sicher bist (ich übe es noch*g*) und weißt, dass du dich nicht für jemanden anderen aufgibst, solange kannst du auch einer anderen Person sagen, wie wichtig sie dir ist, ohne die Angst zu haben, ausgenutzt zu werden.

    Eine Person, die einen ausnutzt, sobald sie merkt, dass sie "an erster Stelle steht", sollte man eh in den Wind schießen.
    Denn die freut sich nicht darüber, dass DU sie wertschätzt, sondern dass du SIE wertschätzt (merke den Unterschied!).
    Da geht es also nicht um die Freundschaft mir dir, sondern darum, dass eine andere Person ihren Wert bestätigt, solche Menschen sehnen sich nach dieser Wertschätzung von außerhalb, weil sie sich selbst nicht schätzen. Dafür tuen sie alles und sobald sie sich sicher sind, fangen sie an, diese Person für sich zu nutzen um ihre Bedürfnisse erfüllt zu bekommen.
    Gemeingefährlich sowas, vor allem wenn man selber eben nicht besonders selbstsicher ist und somit ein gefundenes Opfer darstellt.
    Um das zu vermeiden, ist man aber nicht gezwungen, die "neue" beste Freundin plötzlich anzulügen oder eigene Gefühle zu verstecken (oder wie schafft man es, vor einer Person zu verheimlichen, dass sie einem eben besonders wichtig ist?).
    Man muss auch nicht auf eine/n beste/n Freund/in oder eine/n Partner/in verzichten.
    Aber man muss eben an sich selbst arbeiten und an seiner eigenen Wertschätzung - und bis dahin sind die beiden oberen Optionen möglicherweise nicht so schlecht, aber auf Dauer wäre ein (sich selbst und anderen gegenüber) ehrliches Leben doch schöner.

  10. #60
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: AD(H)S und das Problem mit den sozialen Kontakten im echten Leben

    Nun, da ist sicher etwas dran. Andererseits ist es aber schwer für mich, wenn ein Kontakt über einen längeren Zeitraum von beiden Seiten gepflegt wurde und ich eines Tages feststelle, dass in der Zwischenzeit fast alles von mir ausgeht und die andere Seite wenig bis gar nichts mehr macht. Wenn ich einen Menschen längst ins Herz geschlossen habe und er dann auf einmal total passiv wird, kann ich schwer loslassen.

    Nehmen wir mal ein Beispiel aus meinem Leben, das ist ca. 12/13 Jahre her: Ich ging damals mit ein paar Freunden/Bekannten jede Woche (manchmal auch mehrmals pro Woche) in eine Kneipe hier im Ort. Ich mochte die Leute menschlich sehr gerne, aber es gab kaum Berührungspunkte zwischen uns, wir waren nicht so sehr auf einer Wellenlänge… ich fand sie sympathisch, aber nicht wirklich aufregend. Eines Abends lernte ich eine andere Gruppe kennen und verstand mich auf Anhieb bestens mit ihnen. Im Laufe der Monate traf ich die andere Gruppe immer öfter in der Kneipe und saß dann auch entsprechend öfter bei ihnen am Tisch. Wir freundeten uns langsam an. Sie luden mich zu ihren privaten Veranstaltungen ein, und irgendwann gehörte ich dazu.

    Nach ca. 1,5 Jahren spürte ich, dass sich etwas verändert hatte. Während der Kneipenabende waren die meisten Leute aus der Gruppe so wie immer, aber es gab 3 Männer, die hier und da einen abwertenden Kommentar in meine Richtung abgaben. Außerdem wurde ich immer seltener zu privaten Feiern eingeladen, irgendwann gar nicht mehr. Als ich einen Mann aus der Gruppe mal direkt auf das Verhalten ansprach, meinte er die meisten Leute in der Runde hätten mich zu dem Zeitpunkt immer noch gemocht… eigentlich alle bis auf diese 3 Männer. Aber es wäre halt schon sehr auffällig gewesen, dass ich bei jedem Kneipenbesuch mit ihnen am Tisch saß, obwohl ich so viele andere Menschen dort kannte. Damit hatte er Recht: Ich kannte damals wirklich sehr viele Leute hier im Umkreis. Bevor ich diese Gruppe getroffen hatte, war ich mit mehreren unterschiedlichen Personen unterwegs. Seit ich die Gruppe kannte, verbrachte ich fast jeden Kneipenbesuch fast nur noch mit ihnen und redete nur ganz kurz mit anderen Personen, die ich kannte. Diese Nr. 1-Position hatte mich in ihren Augen langweilig, angepasst und unattraktiv gemacht. So zerbrach dieser Kontakt dann auch.

    Ein Mann aus dieser Gruppe konnte irgendwann mit seinen alten Freunden nichts mehr anfangen. Mit ihm war ich die ersten Jahre gar nicht so eng, aber später entwickelte sich eine tolle Freundschaft zwischen uns. Wir lernten noch 2 andere Männer kennen, und so entstand eine neue Clique. Wir trafen uns jedes Wochenende an einem Tag und auch mal unter der Woche, wenn wir Urlaub hatten oder wenn ein Konzert anstand. Das funktionierte einen längeren Zeitraum sehr gut. Irgendwann aber richtete ich meine Zeit völlig nach der Clique aus. Ich hatte zwar noch andere Freunde, die mir aber nicht so wichtig waren wie die Clique. Wenn jemand von meinen anderen Freunden mich fragte, ob ich Freitag oder Samstag Zeit hätte, meinte ich dass ich erst mal sehen musste, ob die Clique am kommenden Freitag oder Samstag etwas macht. Wenn die Clique sich am Freitag treffen wollte, könnte ich mich am Samstag mit anderen Leuten verabreden und umgekehrt. Das mache ich seit einigen Jahren nicht mehr. Meine ständige Verfügbarkeit hat nämlich meine Freundschaft zu diesen 3 Männern zerstört.

    In der Schulzeit hatte ich dasselbe Problem mit zwei alten Freundinnen. Hier im Forum habe ich schon öfters von einem Mann berichtet, in den ich sehr verliebt war. Wir sahen uns immer wieder auf irgendwelchen Konzerten und Festivals, und er gab mir das Gefühl, dass er auch was für mich empfunden hat. Nun ist es so, dass ich bei diesen zufälligen Begegnungen stundenlang bei ihm war und meine ganzen Freunde/Bekannten seinetwegen mit ein paar kurzen Sätzen abgespeist hatte. Ich denke es wäre besser gewesen, wenn ich bei diesen Treffen weniger Zeit mit ihm verbracht und ihm keine Sicherheit gegeben hätte. Nach diesen wirklich intensiven Treffen hat er sich immer nur selten bei mir gemeldet und nicht so viel Engagement gezeigt. Sobald ich aber mal ein paar Wochen aus Zeitgründen nicht in meinem Stammforum und bei FB aktiv bin und er nicht weiß, was ich mache, kommt er wieder an und will mehr Nähe.

    Immer wenn ich sozusagen "auf Abruf bereit" war, verloren die anderen Leute das Interesse an einem näheren Kontakt mit mir. Ich dachte lange, es hätte an den zu häufigen Treffen am WE gelegen. Das war bei meinem Herzensmann sicher nicht der Fall, denn er wohnt nicht in meiner Nähe. Aber die Tatsache, dass ich eben bei jeder zufälligen Begegnung den Großteil meiner freien Zeit ihm gewidmet hatte, war mit Sicherheit ein Grund für seine ständigen Rückzüge. Ich kann mich schlecht zügeln, wenn ich jemanden ins Herz geschlossen habe und ihn sowieso nur unregelmäßig sehe… dann nutze ich fast die ganze Zeit um bei ihm zu sein und schenke anderen Menschen kaum Aufmerksamkeit. Daran möchte ich jetzt arbeiten. Wie gesagt, in Sachen Freundschaft klappt es seit längerer Zeit bestens .

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