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Diskutiere im Thema Gibts ADS/ADHS eigentlich wirklich? Bitte zerreisst mich nicht gleich. im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #101
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Gibts ADS/ADHS eigentlich wirklich? Bitte zerreisst mich nicht gleich.

    Na, die Disussion ist abwechslungshalber richtig spannend - obwohl das Thema schon so einen Bart hat


    Also, ich betone jetzt mal ganz ausdrücklich, dass ich grad gar nicht darüber diskutiere, OB AD(H)S eine Krankheit ist.
    Denn vor allem würde ich nie behaupten, dass AD(H)S keine Krankheit ist.

    Die Frage, um die ich mich grad drehe, ist eher, ob diese Fragestellung uns irgendwie weiter bringt - ob sie "sinnvoll" ist.
    Ob es gut ist, sie ausführlich weiter zu verfolgen.

    Ob andere Begriffe, die wir zur Verfügung haben, nicht besser geeignet wären.

    Denn, obwohl ich mich schwertue zu behaupten, dass AD(H)S keine Krankheit ist, tue ich mich auch schwer damit, zu behaupten, dass ich krank bin.
    Und noch weniger möchte ich mich eigentlich von andern als "psychisch Krank" bezeichnen lassen.

    Ich möchte, dass AD(H)S als schwerwiegende Beeinträchtigung anerkannt wird.
    Ich möchte diesen Umstand auch durch nichts verharmlost haben.
    Ich glaube, dass ich das schon häufig genug sehr deutlich gesagt habe.

    Es gibt genügend Vokabular, diesn Umstand zu beschreiben.
    Den Begriff der Psychischen Krankheit empfinde ich als zu vorbelastet, als dass ich mich damit anfreunden könnte.
    Ich denke, genau das spiegelt sich auch in den Diskussionen um diesen begriff wieder.

    Lysanders Post bringt es auf den Punkt:
    Lysander schreibt:
    Ich hoffe, es kommt der Tag, an dem der Satz "Ich habe eine psychische Krankheit" so aufgenommen wird wie "Ich habe einen Schnupfen" (Wahlweise: Grippe, Influenza o.a.) und dann entgegnet wird "Welche denn?". An einer Erkrankung der Psyche, hergerufen durch ein chemisches Ungleichgewicht und daraus erlittene große wie kleine Traumata ist eigentlich nichts Weltbewegendes (mir fällt kein geeigneter Begriff ein. Ich will damit nicht schmälern, dass eine Verletzung des Seele schlimm sein kann). Ich wünsche mir einen gelassenen Umgang mit dem Thema. Damit meine ich nicht nur AD(H)S.
    Der Begriff wird tatsächlich stigmatisierend benutzt, und ich empfinde den Begriff oft genug auch selbst so.
    Wir sind von diesem Tag grad noch ziemlich weit entfernt.
    Bis dahin könnte das beste sein, was wir dazu beitragen können, diesen Begriff nicht selbst weiter zu strapazieren.

    Versteht jemand, wovon ich rede/ wie ich das meine?
    Oder isses grad zu abgedreht?

  2. #102
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 1.910

    AW: Gibts ADS/ADHS eigentlich wirklich? Bitte zerreisst mich nicht gleich.

    Psychische Krankheit = FOLGE von ADHS unter nicht optimalen Lebensbedingungen (hpts. in der Kindheit) - also entwickeln sich Komorbiditäten

  3. #103
    Simönchen

    Gast

    AW: Gibts ADS/ADHS eigentlich wirklich? Bitte zerreisst mich nicht gleich.

    Gretel schreibt:
    Psychische Krankheit = FOLGE von ADHS unter nicht optimalen Lebensbedingungen (hpts. in der Kindheit) - also entwickeln sich Komorbiditäten
    Ach Gretelschatzl.

    Quäl dich doch nicht unnötig.



    Simönchen

  4. #104
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 1.910

    AW: Gibts ADS/ADHS eigentlich wirklich? Bitte zerreisst mich nicht gleich.

    Ich kanns einfach nicht lassen. So oid kaun i goa ned wean. Bussal

  5. #105


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 9.020

    AW: Gibts ADS/ADHS eigentlich wirklich? Bitte zerreisst mich nicht gleich.

    Dann haben wir eben einfach eine Hirnstoffwechselstörung.

    Mir ging eben durch den Kopf, dass ich ja, wie schon
    erwähnt, ADHS als Krankheit sehe.

    Aber das heißt nicht, dass ich alles total ätzend finde,
    was damit zusammenhängt. Und ich empfinde manche
    Anteile, die die Gesellschaft als unpassend oder krank
    empfindet, als sehr schön.
    Ich mag es, nicht in allen Bereichen zur Norm zu gehören.
    Aus der Reihe tanzen zu können, ohne mich schlecht zu fühlen.
    Mal zu überziehen und über Mist lachen zu können.
    Das klappt nur, wenn man Menschen kennt, die ähnlich ticken.
    Winke, winke an alle Chaoten, die ich schon kennen lernen durfte.

    Trotzdem gibt es Bereiche, wo es mir im Wege steht. Weil ich hier
    auf dieser Erde lebe und nicht so herausragende Talente besitze,
    wie manche Mitchaoten, die in ihrem Talent ihre Erfüllung gefunden haben.
    Ich muss also hier leben und mit den Gesetzmäßigkeiten klarkommen.
    Das geht nicht, wenn ich mich nicht an Dinge halten kann, wie Termine
    immer genau einzuhalten, Arbeiten zum ausgemachten Zeitpunkt
    fertig zu haben, Dozenten nicht zuhören kann, Sachbücher nicht lesen
    kann, bei Gesprächen immer wegdrifte, auch wenn mir gerade was Wichtiges
    erklärt wird.
    Wenn ich mich schnell angegriffen, verletzt, beleidigt fühle und unüberlegt
    und überzogen reagiere.
    Wenn ich immer das Gefühl habe, zu versagen, nichts gut genug zu machen.
    Und zwar nicht nur für die Gesellschaft sondern einfach nur für mich.
    Wenn ich Freundschaften nicht halten kann und mich oft nirgends zugehörig
    fühle.

    Ich bin krank, oder gestört oder was auch immer. Auf jeden Fall nicht gesund.
    Für mich selber.
    Würde ich in einem Chaotendorf leben, ginge es mir sicher besser, aber auch
    hier müssten Dinge funktionieren, die ich nur schwer leisten könnte und ich
    würde auch dann meine Medis nehmen.

  6. #106
    Lysander

    Gast

    AW: Gibts ADS/ADHS eigentlich wirklich? Bitte zerreisst mich nicht gleich.

    Gretel schreibt:
    Psychische Krankheit = FOLGE von ADHS unter nicht optimalen Lebensbedingungen (hpts. in der Kindheit) - also entwickeln sich Komorbiditäten
    Richtig. Das eine ist das Dopaminproblem und das daraus resultierende Anderssein. Durch das Anderssein und eines gewissen Unverständnisses (unverschuldet und durch Unwissen wie Nichtverstehens) des sozialen Umfeldes (Eltern, Lehrer, Ausbilder, Vorgesetzte) entstehen Verletzungen der Seele (Traumata), die so schwerwiegend sein können, dass sie einen ADSler krank machen. Welch grausames Erwachen, wenn wir kapieren, dass die meisten Menschen die Welt ganz anders erfahren als wir es tun. Wie oft wir mit dem dem eigenen "Versagen" konfrontiert werden, weil wir wieder etwas übersehen haben oder anderen durch unsere überschäumende Art vor den Kopf geschlagen haben, obwohl das nicht in unserer Absicht lag. Wie oft fühlten wir uns schon herabgesetzt, weil wir übersehen haben, dass wir ein Gespräch unterbrachen, mit uns selbst redeten oder nicht richtig kommunizierten, warum wir gerade das taten, was wir taten und nichts das, was man von uns erwartete? Wobei die Erwartungshaltung der geheime, unausgesprochene Katechismus der Stinowelt ist, den wir gar nicht kennen, weil uns niemals jemand in die komplizierte Interaktionsregeln eingewiesen hat.

    Die Verletzungen, die im zarten Alter von drei Jahren mit einem "Nein" beginnen, wenn die Welt jäh so kompliziert wird und alles, was bisher so viel Freude machte, plötzlich verboten war. Die Verletzungen, die immer und immer wieder passieren. Wir verletzten uns selbst, andere und dadurch wieder uns selbst. Freunde, die uns unvermittelt vorwerfen wie egoistisch wir doch wären und immer nur an uns dächten, obwohl wir genau wussten, dass dies überhaupt nicht mit unserem Innenleben übereinstimmte, aber wir das verdammt nochmal gar nicht beweisen konnten! Wie soll man denn auch erklären, dass man mit ihnen so sehr litt, dass wir es noch nicht einmal mehr zeigen konnten? Der Bruch mit den Kollegen, nur weil wir die unausgesprochenen Regeln nicht kannten oder weil wir zu unpassenden Zeiten zu fröhlich, zu traurig, zu wütend, zu emotional waren. Weil wir wieder einmal nicht die Zeichen erkannten, weil wir sie gar nicht sahen.

    Und dann noch das eigene Versagen, das uns wie ein kippender Spiegel entgegenfällt, weil wir den Schlüssel verlegt hatten , Termine nicht einhielten, wieder einmal zu spät kamen, einen Unfall mit dem Auto gebaut haben, die Tüte Reis zu schnell aufgerissen haben und alles auf dem Boden landete, in der Kantine mit dem Essentablett ausgerutscht sind, das T-Shirt an der Türklinke zerisssen hatten, wieder einmal mit den Füßen umgeknickt sind, den Lover oder die Flamme mit unserer schlechten Laune vergraulten oder uns mit dem Beamten der ARGE angelegt haben. Die Hilfslosigkeit, weil wir es nicht besser konnten, aber alle anderen es zu können schienen. Weil uns die Gedankenstürme im Kopf schier um den Verstand brachten oder uns das Leid anderer Menschen, die wir noch nicht einmal kannten, in ein endloses Traurigkeitsloch riss.

    All das: im Kindergarten, in der Schule, während der Lehre, des Studiums, beim Bund oder Zivildienst, auf der Arbeitsstelle, im Theaterkurs, später beim Elternabend, im Supermarkt..... wo auch immer und immer wieder. So dass wir uns selbst nicht mehr aushielten und schon gar nicht andere Menschen und wir uns verkrochen und das Bett nicht mehr verlassen wollten, während draußen das Leben wimmelte und irgendwie jeder ein Ziel zu haben scheint, während wir nur ratlos aus dem Fenster gucken....

    Daran hat niemand Schuld....

    Aber es gibt welche, die Verständnis haben. Die sind hier im Forum und die kann man treffen.... wenn man die Hürde aus dem Haus zu gehen überwindet, den Weg findet, nicht vergessen hat, wo man am Vortag das Auto abstellte.........
    Geändert von Lysander (13.10.2013 um 23:12 Uhr)

  7. #107
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Gibts ADS/ADHS eigentlich wirklich? Bitte zerreisst mich nicht gleich.

    Ja, Minzi, ich mag mich nicht gern als "psychisch Krank" bezeichnen lassen -
    aber mit dem, was Du von Dir schreibst, sprichst Du mir so aus dem Herzen.

  8. #108


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 9.020

    AW: Gibts ADS/ADHS eigentlich wirklich? Bitte zerreisst mich nicht gleich.

    Ich sehe mich eigentlich auch nicht als psychisch krank.

    Ich denke die Komorbiditäten fallen darunter, aber
    das ADHS eher nicht. Ich bin etwas unsicher, was das
    angeht. Ich denke es ist eine aus einer Hirnstoffwechselstörung
    resultierende Verhaltensstörung. Ich glaube das Wort
    Verhaltenserkrankung gibt es noch nicht, oder?

  9. #109


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 9.020

    AW: Gibts ADS/ADHS eigentlich wirklich? Bitte zerreisst mich nicht gleich.

    Doppelpost

  10. #110
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 1.910

    AW: Gibts ADS/ADHS eigentlich wirklich? Bitte zerreisst mich nicht gleich.

    ADHS = keine psychische Krankheit

    Psychische Erkrankungen KÖNNEN die Folge von ADHS sein.

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