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Diskutiere im Thema Gibts ADS/ADHS eigentlich wirklich? Bitte zerreisst mich nicht gleich. im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #91
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Gibts ADS/ADHS eigentlich wirklich? Bitte zerreisst mich nicht gleich.

    Gretel schreibt:
    Ich lasse mich nicht behandeln - bzw. nehme Ritalin - gegen ADHS - sondern damit ich in der Menschengesellschaft überhaupt handlungsfähig bin.
    Deren Regeln machen mich zum "Kranken".

    Krank bin ich, weil als Folge dieses Konfliktes zwischen mir und den Anderen meine Psyche erkrankt ist.
    Das liest man immer und immer wieder ..... aber es ist eine der für ADS nicht untypischen, eher egozentrischen Betrachtungsweisen.
    Dabei wird aber auch immer wieder vergessen, dass wir gerade mal 5% sind und "die uns ach so krank machende Gesellschaft" immerhin aus 95% der Menschen besteht.
    Und es ist auch keineswegs so, dass man es uns absichtlich schwer macht oder machen will, auch wenn das oft genug so wirkt.

    Aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass es für die Menschen unglaublich schwer sein muss, sich vorzustellen, wie wir funktionieren oder eben auch nicht.
    Die kennen es, vergesslich zu sein oder etwas tun zu müssen, was für sie langweilig ist, aber sie können das eben kontrollieren.
    Sie können sich einfach nicht vorstellen, wie das ist, das nicht kontrollieren zu können.

    So wie ich mir nicht vorstellen kann, wie es ist, das zu können.

    Und genauso wie ich mir nicht vorstellen kann wie es ist, Farben so zu sehen wie andere.
    Ich sehe Grün schwächer als normalfarbsichtige Menschen.
    Ich kann mir nicht vorstellen, wie alle anderen die Farben wahrnehmen und sie können sich nicht vorstellen, wie ich die Welt warhnehme.

    Kann ich nun den 95% der Menschen vorwerfen, dass sie nicht verstehen, dass ich Farben nicht oder nur schlecht sehe?
    Kann ich der Gesellschaft vorwerfen, dass sie darauf ausgelegt ist, dass man Farben normal sehen kann?
    Wohl nicht oder?
    95% der Menschen können das Lichtspektrum von ca. 380 bis 780 nm sehen.
    Ich kann das nicht, aber das ist nicht Schuld der Gesellschaft.

    95% der Menschen können Zeiten einschätzen, können Dinge länger als 3 Minuten behalten, haben eben normale exekutive Funktionen.
    Können wir irgendwem vorwerfen, dass die Gesellschaft sich so entwickelt hat, dass diese Fähigkeiten, die bei 95% der Menschen vorhanden sind, auch genutzt werden?
    Wohl nicht oder?

    Was ich damit sagen möchte ist:
    Weder die Gesellschaft, noch wir haben irgendeine Schuld und daher muss sich auch keiner was vorwerfen lassen.

    Es sind nicht "deren Regeln", die uns zu Kranken machen.

    Diese "Regeln" haben sich schlicht und ergreifend aus sich selbst heraus entwickelt und verändert und sie entwickeln und verändern sich weiter, das ist die Natur.

    Ja, es macht uns krank.
    Aber hilft es uns, wenn wir versuchen "den Anderen" oder "der Gesellschaft" Vorwürfe zu machen?
    Geändert von Fliegerlein (13.10.2013 um 20:59 Uhr)

  2. #92
    Lysander

    Gast

    AW: Gibts ADS/ADHS eigentlich wirklich? Bitte zerreisst mich nicht gleich.

    @ Fliegerlein hm.... Diese 95 % bestehen aber nicht aus nur Gesunden und Normgerechten. Es gibt weitaus mehr Menschen, die nicht so funktionieren, wie es der Idealfall will. Menschen mit körperlichen Behinderungen "funktionieren" ebenfalls nicht - je nach Schweregrad. Menschen mit Depressionen funktionieren nicht. Geistig Behinderte usw usw usw. Die haben alle mit den Verletzungen zu kämpfen, kommen erst gar nichts ins Arbeitsleben, werden ausgegrenzt. Klar, es gibt Gesetze für Menschen mit Behinderungen. Alle, die nicht der Norm entsprechen haben mehr oder weniger ihr Leid zu klagen. So kommen Verletzungen der Seele zustande und das hat Folgen, macht in gewisser Weise krank (ein Blinder ist nicht krank, kann aber viele Traumata erleiden und so vielleicht zum Sozialphobiker werden). Also insofern stimmt es: "Anderssein" = anders funktionieren oder auch "schlechter funktionieren" hat weitaus mehr Folgen und die können sehr wohl durch die "Gesellschaft" hervorgerufen werden: Stigmatisierung, Herabsetzung, Ausgrenzung. Ein Depressiver traut sich kaum zu seiner Erkrankung zu stehen. Es hätte ja gesellschaftliche Folgen, wenn man ganz offen mit seiner Depression umginge - immer noch. Ein gutes Beispiel hierfür ist der durch eigene Hand verstorbene Torwart Enke.

  3. #93
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Gibts ADS/ADHS eigentlich wirklich? Bitte zerreisst mich nicht gleich.

    Lysander schreibt:
    @ Fliegerlein hm.... Diese 95 % bestehen aber nicht aus nur Gesunden und Normgerechten. Es gibt weitaus mehr Menschen, die nicht so funktionieren, wie es der Idealfall will. Menschen mit körperlichen Behinderungen "funktionieren" ebenfalls nicht - je nach Schweregrad.
    Ja, das stimmt natürlich.
    Ich bezog mich da auch nur auf ADHS.

    Lysander schreibt:
    Menschen mit Depressionen funktionieren nicht. Geistig Behinderte usw usw usw. Die haben alle mit den Verletzungen zu kämpfen, kommen erst gar nichts ins Arbeitsleben, werden ausgegrenzt. Klar, es gibt Gesetze für Menschen mit Behinderungen. Alle, die nicht der Norm entsprechen haben mehr oder weniger ihr Leid zu klagen.
    Auch das stimmt, ... volle Zustimmung.
    Das will und wollte ich auch nicht in Abrede stellen, sorry falls das so rübergekommen sein sollte.
    Worum es mir ging ist, dass die Gesellschaft auch nichts dafür kann und uns nicht willentlich oder in böser Absicht krank macht oder machen will.
    Es war schon mal weitaus schlimmer und es gibt noch viel zu tun, da ist noch sehr vieles im Argen.
    Aber es wird auch viel getan, auch das dürfen oder besser: sollten wir nicht vergessen


    Lysander schreibt:
    So kommen Verletzungen der Seele zustande und das hat Folgen, macht in gewisser Weise krank (ein Blinder ist nicht krank, kann aber viele Traumata erleiden und so vielleicht zum Sozialphobiker werden). Also insofern stimmt es: "Anderssein" = anders funktionieren oder auch "schlechter funktionieren" hat weitaus mehr Folgen und die können sehr wohl durch die "Gesellschaft" hervorgerufen werden: Stigmatisierung, Herabsetzung, Ausgrenzung. Ein Depressiver traut sich kaum zu seiner Erkrankung zu stehen. Sie hat ja gesellschaftliche Folgen. Ein gutes Beispiel hierfür ist der durch eigene Hand verstorbene Torwart Enke.
    Ich kann das nur allzu gut verstehen, und ich denke es ist ok. wenn ich sage, dass auch ich noch vor nicht allzu langer Zeit nicht mal eine Handbreit entfernt davor war, ihm zu folgen, wenn man das so sagen kann/ sollte.
    Und auch heute noch stelle ich mir immer und immer wieder die Frage aufs Neue.

    Gerade vorletzte Woche wurde mir mein Arbeitsplatz gekündigt, auf rechtswidrige Weise, ohne dass das Integrationsamt zugestimmt hat, bzw. ein Antrag dazu gestellt wurde und obwohl sie von von meiner Schwerbehinderung wussten ...
    Ich hätte also allen Grund diese Gesellschaft zu hassen.

    Ich hätte genausogut allen Grund meinen Vater zu hassen, der uns, meiner Mutter, meinem Bruder und mir, mit seinem mustergültigen ADHS, seinem Jähzorn etc. unsägliche Schmerzen und mehr zugefügt hat ...


    Aber ich kann der Gesellschaft keinen Vorwurf machen .... nicht in dem Sinne wie ich das immer lese.

    Ich weiß, es ist kompliziert und lange nicht so schwarzweiß wie ich das gerne hätte.

    Ich möchte auch Niemandem auf die Füße oder auf den Schlips treten ... nur zum Nachdenken anregen.

    Liebe Grüße
    Marcus

    (der gegen seinen Arbeitgeber natürlich dennoch gerichtlich vorgeht ... sein Gerechtigkeitssinn fordert das von ihm....)

  4. #94
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 1.910

    AW: Gibts ADS/ADHS eigentlich wirklich? Bitte zerreisst mich nicht gleich.

    Als Kind/Jugendliche: Ich war wie ich war und durfte es nicht sein.
    Jetzt bin ich wie ich bin - und wieder / noch immer werde ich nicht respektiert (von der Masse, dem System, ...)

    Ich will ja nichts von den 95% ! Aber sie wollen dauernd etwas von mir!!!

    Sie haben mich nicht in Ruhe gelassen....jetzt können sie ich mal.

  5. #95
    Lysander

    Gast

    AW: Gibts ADS/ADHS eigentlich wirklich? Bitte zerreisst mich nicht gleich.

    Lieber Marcus! Ich glaube kaum, dass hier jemand glauben kann, dass Du unlautere Absichten hast! Tatsächlich regst Du zum Nachdenken an. Man kann mit Dir wunderbar diskutieren und Du versuchst nicht Deine Ansichten um jeden Preis durchzuboxen. Du vertrittst keine unverrückbaren Positionen und der Gedankenaustausch mit Dir macht mir jedenfalls sehr viel Spaß. Du brauchst meiner Ansicht nach auch nicht fast jedes Mal um Entschuldigung zu bitten. Ich finde Du vereinst Positionen mehr als dass Du sie trennst.
    Mein Posting solltest Du übrigens eher als eine Art Ergänzung ansehen.

  6. #96
    Ist hier zuhause

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    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Gibts ADS/ADHS eigentlich wirklich? Bitte zerreisst mich nicht gleich.

    Gretel schreibt:
    Als Kind/Jugendliche: Ich war wie ich war und durfte es nicht sein.
    Jetzt bin ich wie ich bin - und wieder / noch immer werde ich nicht respektiert (von der Masse, dem System, ...)

    Ich will ja nichts von den 95% ! Aber sie wollen dauernd etwas von mir!!!

    Sie haben mich nicht in Ruhe gelassen....jetzt können sie ich mal.
    Ich verstehe das und respektiere das.

    Zugegebenermaßen habe ich einige Probleme damit, das so zu formulieren, wie ich das gerne möchte.
    Ich möchte das auch niemandem absprechen, im Gegenteil.

    Ich denke eher, dass es mir nicht hilft, sondern mich nur unnötig Energie und Kraft kostet, wenn ich mir Gedanken über eine Schuldfrage mache, die eigentlich gar nicht beanwortet werden kann.

    Es mag und muss nicht für Jeden der richtige Weg sein, um zu so etwas wie "innerem Frieden" zu kommen, ... ich möchte nur dazu anregen.
    Ich für meinen Teil lebe zumindest etwas besser damit, wenn ich Niemandem versuche eine Schuld zu geben.
    Das hilft mir dabei, auch den Anderen gegenüber unvoreingemommen zu sein.

  7. #97
    Wohnt hier

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    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 1.910

    AW: Gibts ADS/ADHS eigentlich wirklich? Bitte zerreisst mich nicht gleich.

    He - ich GEBE niemandem die "Schuld"
    Und schluß..

  8. #98
    Ist hier zuhause

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    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Gibts ADS/ADHS eigentlich wirklich? Bitte zerreisst mich nicht gleich.

    Lysander schreibt:
    Lieber Marcus! Ich glaube kaum, dass hier jemand glauben kann, dass Du unlautere Absichten hast! Tatsächlich regst Du zum Nachdenken an. Man kann mit Dir wunderbar diskutieren und Du versuchst nicht Deine Ansichten um jeden Preis durchzuboxen. Du vertrittst keine unverrückbaren Positionen und der Gedankenaustausch mit Dir macht mir jedenfalls sehr viel Spaß. Du brauchst meiner Ansicht nach auch nicht fast jedes Mal um Entschuldigung zu bitten. Ich finde Du vereinst Positionen mehr als dass Du sie trennst.
    Danke ... ich weiß gerade nicht, was ich schreiben soll, ... bin etwas bewegt. Danke.
    Ich bin es halt gewohnt, falsch verstanden zu werden, was nicht an den Anderen liegt sondern eher an mir ... und naja ... spricht auch nicht gerade für mein Selbstwertgefühl.


    Lysander schreibt:
    Mein Posting solltest Du übrigens eher als eine Art Ergänzung ansehen.
    So verstehe ich es auch und bin dafür auch wirklich mehr als dankbar, denn du hast dieses Talent Dinge so zu formulieren, wie ich es nie könnte

  9. #99
    Ist hier zuhause

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    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Gibts ADS/ADHS eigentlich wirklich? Bitte zerreisst mich nicht gleich.

    Gretel schreibt:
    He - ich GEBE niemandem die "Schuld"
    Und schluß..
    Dann hilf mir das zu verstehen:
    Gretel schreibt:
    Ich lasse mich nicht behandeln - bzw. nehme Ritalin - gegen ADHS - sondern damit ich in der Menschengesellschaft überhaupt handlungsfähig bin.
    Deren Regeln machen mich zum "Kranken".
    Ist das keine Schuldzuweisung?

    Wie gesagt, ich versuche das zu verstehen und meine meine Bitte um Hilfe absolut ernst.

  10. #100
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Gibts ADS/ADHS eigentlich wirklich? Bitte zerreisst mich nicht gleich.

    Fliegerlein schreibt:
    Nur ganz kurz, denn ich bin graad beim Essen kochen


    Ich bin verwirrt, ... gerade das habe ich doch mit meinem Text bestätigt, von daher bin ich gerade mehr als ducheinander, dass es so aufgefast wird, dass ich es nicht akzeptieren mag ... das verwirrt mich gerade wirklich arg.
    (erst mal: guten Apetit...)

    Nun, Du hast gesagt, dass Du die Entbindung mehr so als Abrechnungsschlüssel siehst, weniger als medizinische Diagnose.
    Meine Ausführung zielte darauf ab, solche "Gesundheits"- Diagnosen als notwendig zu begründen, auch jenseits von Abrechnungsmodalitäten.

    ---
    und vor dem Abschicken kam grad so viel rein -
    Lieber Fliegerlein,
    ich kann mich da Lysander nur voll anschließen.
    Du bist so ziemlich einer der angenehmsten Diskussionspartner überhaupt hier im Forum.
    Du bleibst immer sachlich, bemühst Dich um Klärung und Vermittlung, bemühst Dich auch selbst um Verständnis, wenn Du Dir nicht wirklich sicher bist, etwas verstanden zu haben - entschuldigen brauchst grad Du Dich wirklich nicht.

    Das mit Deinem Job tut mir sehr Leid.
    Ja, kämpf darum.
    Wenn Du das genauso sachlich hartnäckig machst, wird Dein Arbeitgeber es sicher schwer haben.

    Viel Glück.


    - - - Aktualisiert - - -

    Fliegerlein schreibt:
    ..... denn du hast dieses Talent Dinge so zu formulieren, wie ich es nie könnte
    Und dieses Kompliment kann ich uneingeschränkt an Dich zurückgeben.

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