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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 55

    AW: Positive Dinge bei ADHS

    Ne, ein Sprachgenie war ich nie, habe immer meine 3 in Englisch und Französisch gehabt. Hatte auch immer die Hemmschwelle, meine Kenntnisse anzuwenden.
    Aber oh Wunder, jetzt 33 Jahre nach Schulentlassung, wundere ich mich, dass ich mich noch unterhalten kann, wenn ich muss. Und irgendwie klingt es auch gar nicht schlecht (klopfe mir sozusagen auf die Schulter, weil meine normalen Kollegen weniger flüssig reden), auch wenn wir uns normal auf die Amtssprache Deutsch berufen.

    Dafür war ich immer besser in Mathe und Buchführung. Aber Namen habe ich mir immer besser merken können als andere. Innerhalb von 'ner halben Stunde kannte ich auf Skitouren alle im Bus. Mittlerweile will ich es nicht mehr.

    Dafür merke ich mir Sachverhalte eher in Zusammenhang mit der Person, während die Kollegen eher eine Problemstellung behalten. So kommt es halt auch oft zu Missverständnissen.

    Dafür bin ich wirklich kreativ. Sobald wir uns über einen Karnevalskostüm geeinigt haben, rattert es in meinem Kopf. Deshalb habe ich sozusagen immer das am besten abgestimmte Kostüm, weil mich z. B. beim Mäusethema in jedem Geschäft Mäuse "anspringen". Wie sagte meine Schwester: "Man muss schon ziemlich bekloppt sein, wenn man Leggings für Barbypuppen strickt!" Ich wusste davon nichts mehr, aber was macht man nicht alles für Nichten ...
    Wenn es um eine kreative Umsetzung geht, werde ich auch immer wieder um Rat gefragt, möchte aber nichts 0815-mößiges machen.

    Wie oft musste ich mir anhören, ich hätte den falschen Beruf. Dabei setzte ich ja eigentlich nur Anregungen anderer besonders gelungen um.
    Nicht umsonst wurde ich vom Chef zur "Leiterin der Kreativabteilung" ausgezeichnet, nur dafür gibt es nichts (Bestätigung ausgenommen) und die eigentlich Arbeit nimmt dir auch keiner.
    Des öfteren habe ich mir - wegen der Kollegen - die Frage gestellt, welchen anderen Beruf ich hätte ergreifen können, eingefallen ist mir da auch keiner.

    Gut, dass mir der Doc bestätigt hat, dass ich in jedem Beruf jetzt Probleme bekommen hätte, so schwer wie mein Störungsbild sei.

    smilys +Eigenschaften kann ich auch bejahen.


    I.

  2. #12
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 55

    AW: Positive Dinge bei ADHS

    Alle Achtung, was ich mit Spanisch/Italienisch?

    Mir fallen die französisch-Vokabeln ein, wenn ich englisch reden will.
    Habe mir schon für den Fall der Fälle einige Fachbegriffe aufgeschrieben, da ich ja schlecht erst im dicct.ad nachschauen kann, wenn A. vor meinem Tisch steht/sitzt.

    Wie switchst du denn zwischen den Sprachen um, von russisch auf niederländisch? für mich unvorstellbar, das sehe ich aber auch vor allem, weil ich die Menschen vor mir sehe, mit denen ich ja auch zu tun habe,

    Das war aber genug aus dem Nähkästchen.

    Schönen Abend.

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 72

    AW: Positive Dinge bei ADHS

    Ich wundere mich manchmal selber. Eigentlich heißt es immer, dass irgendwann eine Sprache die andere verdrängt. Aber irgendwie habe ich sie dann doch präsent. Als ich nach drei Jahren, in denen ich kein Polnisch gesprochen hatte, dann mal ein Wochenende in Stettin war, ging es trotzdem. Also, die Frage nach dem "wie" kann ich nicht beantworten. Das geht einfach.

  4. #14
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 55

    AW: Positive Dinge bei ADHS

    Da fällt mir ein Grundsatz ein, den ich in einem Schwesternhelferinnenlehrgang gelernt habe.
    Mitgefühl zeigen, aber kein Mitleid haben.

    Mitleid zieht einen herunter.

    Das stelle ich auch immer wieder im Büro fest.
    Der eine "fordert" mehr Verständnis und ist egoistischer, während andere ihr Leid annehmen.

    Da musste schon mal einen . setzen und Klartext reden bzw. an andere "Mülleimer" verweisen.

    I.

  5. #15
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 6

    Blinzeln AW: Positive Dinge bei ADHS

    Jo, mehrsprachig bin ich auch schnell geworden, plaudere de-fr-en...
    das ging immer schnell....
    hm... Menschen wie Bill Gates haben anscheinend auch ADHS, Einstein und andere grosse Köpfe...
    könnte man nicht auch ein wenig stolz darauf sein, anders zu sein ?
    Für mich war es oft die grösste Beleidung, wenn mir jemand gesagt hätte, ich sei "normal".
    Für mich war es und ist Monotonie ein Alptraum.

    Auf meine schöne Kreativität, mein rasches Auffassungsvermögen und aussergewöhnlich schnelle Anpassungsfähigkeit und immer wieder die gute alte Flexibilität hat mich bisher jeder Arbeitgeber gelobt.
    Wir haben TALENTE, die die anderen nicht haben und um die sie uns sehr wohl beneiden.
    What you focus on, is what you create.... fokussiere deine Stärken und mach mehr draus!

    SouthFlower

  6. #16
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 728

    AW: Positive Dinge bei ADHS

    Hi leute,

    ganz allgemein: Jeder von uns hat Stärken! Die einen können sie zum Vorteil nutzen, die anderen nicht. Meine Spontanietät und meine Ehrlichkeit sind durchaus positiv, nützen mir aber nichts, weil ich genau damit immer wieder anecke. Kreativ kann ich auch sein, mache mir aber mit der "Faulheit" bzw. dem sich irgendwann einstellenden Desinteresse an der Sache die kreative Seite wieder kaputt (schreibe gerne). Weil es einfach langweilig wird. Nach ein bis zwei Jahren schreibt man in jedem Verein immer wieder den selben Mist mit anderen Namen! Das ist dann nicht mehr kreativ und ich verliere das Interesse und noch viel schlimmer, den Spaß daran. Und da liegt das Problem!

    LG

    Snagila

  7. #17
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 55

    AW: Positive Dinge bei ADHS

    Aber was ist, wenn - wie bei mir derzeit - die Stärken nicht ausgelebt/gezeigt werde können und nur vereinzelt von mir herausgelassen werden, da die "Störung" und der damit im Alltag auftretende Stress dieses nicht zulassen. Und wenn, nur mit schlechtem Gewissen.

    Arbeit geht nun mal vor.

    Nicht, dass jemand meint, ich hätte den falschen Job. Auch in einem anderen kreativeren Bereich wäre ich jetzt auf der Talsohle angelangt. Dafür versuche ich mich ja jetzt mit Hilfe von Methylpheni TAD dort irgendwie wieder hochzuhangeln, auch wenn die "Kondition" dafür noch zu wünschen läßt. Das Gipfelkreuz werde ich wohl nicht erreichen.

    Ein Problem ist doch wohl, dass unsere Kreativität gern gesehen wird, aber auch nur, wenn sozusagen "der Laden läuft".

    Viele finden es ja auch nur angenehm, wenn sich andere darum kümmern, weil sie dann die Hände in den Schoß legen können.

    In einem Gästebucheintrag zu meinem Geburtstag, wo alle (hatte 25 Kollegen zu einem spanischen Abend, wo ich bekocht wurde) eingeladen, nur positiv schreiben durften, haben fast alle meine Kreativität und Hilfsbereitschaft angesprochen.
    Wäre ja auch interessant gewesen, wenn sie sich dazu äußern hätten müssen, was Ihnen an mir missfällt.

    Habt ihr eigentlich alle mehr auf euer Zeitkonto eingezahlt als ich, oder muss ich wirklich an meiner Zeitplanung arbeiten?

    I.

  8. #18
    Ehem. Mitglied 14

    Gast

    AW: Positive Dinge bei ADHS

    Positive Seiten von ADHS - das ist mal ein schönes Thema!

    Auch wenn ich oft denke, dass Nicht-AD(H)S´ler es hier und dort einfacher haben, so möchte ich, ehrlich gesagt nicht tauschen. Zum Einen kenne ich mich ja nicht anders, als so, wie ich bin und immer war, mein "Zustand" für mich also so völlig "normal" und nicht anders vorstellbar ist. Zum Anderen habe ich nach der Diagnose erst richtig angefangen, die Unterschiede zu nicht Betroffenen bewusst wahrzunehmen und es gibt viele Dinge, die ich keinesfalls vermissen möchte.

    So registriere ich zum Beispiel viel mehr, gerade Kleinigkeiten, als andere Menschen in meiner Umgebung. Das können Details bei Menschen, in der Natur oder in meiner Umgebung sein. In Bezug auf Menschen hat mir das zum Beispiel geholfen, einen einfühlsameren Umgang zu haben, weil mir Details in der Mimik oder Gestik auffallen, die andere "übersehen". Kennt ihr das auch?

    Außerdem kann ich mehrere Dinge gleichzeitig tun - was früher eher eine Belastung war, weil ich von allem nur die Hälfte (maximal) mitbekommen oder erledigt bekommen habe. Hier habe ich angefangen zu üben, den Punkt der Reizüberflutung auszuhalten und kann so zum Beispiel in einer Vorlesung mitschreiben und gleichzeitig meinem Sitznachbarn eine Antwort auf seine Frage geben. Ist ziemlich vorteilhaft, finde ich!

    Hinzu kommt noch der schon öfter erwähnte Hyperfokus. Wenn mich ein Thema interessiert, dann kann ich mich so festbeißen, dass ich Zeit und Raum um mich herum vergesse. Sowohl für mein Studium, als auch hinsichtlich mich privat interessierende Themen, hat sich das schon öfter als Pluspunkt herausgestellt, weil ich mir innerhalb kürzester Zeit Informationen einholen kann, für die nicht Betroffene wesentlich länger brauchen. Aktiv einsetzen übe ich den Hyperfokus vor allem dann, wenn ich für Prüfungen lerne. Es ist zunächst ein wenig anstrengend, aber nach kurzer Zeit kann ich mir den Stoff durch "Querdenken" sehr interessant gestalten und dann setzt der Hyperfokus irgendwann ein. Das, was ich also zur Selektion von wichtigen und unwichtigen Dingen an Zeit verliere, kann ich auf diese Weise wieder gut machen.

    Letztlich geht es aber tatsächlich immer darum, ob AD(H)S oder nicht, Schwächen zu Stärken zu machen oder gewinnbringend und konstruktiv einzusetzen - ebenso wie die Stärken natürlich entsprechend. Das macht das Leben viel lebens- und liebenswerter und um vieles interessanter.

  9. #19
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 728

    AW: Positive Dinge bei ADHS

    Hallo virtuna,

    das, was du da beschreibst, spricht mir aus der Seele. Eigentlich will ich gar nicht anders sein! Ich will halt oft nur sein dürfen was ich bin. Und da liegt wieder der Unterschied. Manchmal darf man nicht sein, was man ist, weil das nicht "normal" ist. Und wenn man doch so ist, braucht man ein dickes Fell, um das "Normale" abprallen zu lassen. Auch ich konzentriere mich, seit ich weiß, dass ich es haben könnte (Diagnose steht noch aus), mehr auf Dinge, die ich kann bzw. auf Gespräche, die mich interessieren, ohne dabei die anderen Gespräche auser Acht zu lassen. Aber es ist schwer, es gelingt mal mehr und mal weniger.

    LG

    Snagila

  10. #20
    Ehem. Mitglied 14

    Gast

    AW: Positive Dinge bei ADHS

    @ Snagila:

    Wir können es nicht ändern, dass wir nunmal AD(H)S´ler sind - ES IST SO. So und nicht anders. Wir können es nur akzeptieren und uns annehmen, wie wir nunmal sind. Wir sind (oft) nie anders gewesen und kennen uns somit auch nicht anders. Meine Erfahrung war und ist immer wieder: Wenn ich mich selbst annehme, wie ich bin, dann nehmen mich auch andere so an, wie ich bin. Das bedeutet ja nicht, dass wir rücksichtslos handeln sollen/können/dürfen - das geht aber jedem Menschen so, egal ob AD(H)S´ler oder nicht.

    Wenn man den Kopf in den Sand steckt, um nicht mehr zu hören oder zu sehen, was man nicht hören oder sehen will, dann guckt der Hintern immer noch raus - und lädt geradezu zum Reintreten ein....

    Ich versuch´s mit Humor zu nehmen, wo es eben geht - klappt nicht immer und es gibt sicherlich auch schwierige Zeiten und Situationen. Frust ist auch erlaubt, denke ich, ebenso wie Traurigkeit, Wut und Unsicherheit. Das alles sind Gefühle, die ebenso zu uns gehören, wie die guten und eben alle unsere Wesenszüge. Sie wollen gehört werden und uns etwas mitteilen. Annehmen, Akzeptieren und loslassen - denn letztlich können nur WIR UNS selbst helfen. Und es ist alleine unsere Aufgabe zu sehen, dass es uns eben gut geht, irgendwie.

    „Der Weg zum Ziel beginnt an dem Tag, an dem du die hundertprozentige Verantwortung für dein Tun übernimmst.“

    Dante Alighieri

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