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Diskutiere im Thema Nachforschungen / "Schuldigen" finden? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 226

    Nachforschungen / "Schuldigen" finden?

    Wer von euch hat schon mal so Gedanken gehabt wie z.B.:


    • was wenn es jemand in der Kindheit bei mir erkannt hätte?
    • Hätte es nicht damals schon in der 3. Klasse auffallen müssen....?
    • Haben meine Eltern vielleicht nicht wahr haben wollen und es vertuscht?
    • .........


    Heute habe ich einen ganz schlechten Tag, erinnere mich an eine Situation in der Schule wo es doch heute ganz eindeutig ist. Und ich frage mich ob der Lehrer es nicht gesehen hat oder ob er mit meinen Eltern geredet hat und die haben es untern Teppich gekehrt? (das können sie nämlich gut)

    Ich frage mich ob es Sinn macht herauszufinden ob damals schon Vorahnungen da warn, ob mir besser hätte geholfen werden können wenn nicht die Augen verschlossen wurden.

    Ich frage mich ernsthaft ob ich meinen alten Lehrer anschreibe in der Hoffnung Klarheit zu bekommen......

    aber was bringt es mir? Den Leidensweg bin ich trotzdem gegangen

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 284

    AW: Nachforschungen / "Schuldigen" finden?

    Fledermaus ich weiß ja nicht wie alt du bist, aber als ich noch ein kind war gab es das thema ADHS noch nicht.
    Zumindest nicht in dem dorf aus dem ich bin.
    Eine meiner erzieherinnen im kindergarten war meine tante und ich hab sie auch schon gefragt ob ihr denn nie was aufgefallen ist.
    Sie meinte nur jedes kind ist anderst das eine wild das andere frech und und und.. aber mit mir hatte sie nie probleme, ich war unauffällig.

    Ich frage mich ob es Sinn macht herauszufinden ob damals schon Vorahnungen da warn, ob mir besser hätte geholfen werden können wenn nicht die Augen verschlossen wurden.
    Den versuch herauszufinden ob es anzeichen gab, ist es wert nachgegangen zu werden, ob du damit etwas erreichst bleibt fraglich.

    Die meisten menschen haben ja überhaupt keine ahnung von ADHS, auch die Lehrer und Erzieher mit eingeschlossen.
    Wie soll man was erkennen von dem man nichts versteht?

    Und was glaubst du hätte es an deinem leben geändert, hättest du es schon als kind gewusst?

    Ich habe lange zeit auch gedacht, hätt ichs gewusst wäre vieles anderst gelaufen. Jetzt denke ich das war nur ein wunschdenken.
    Z.B. Ich hätte dringend nachhilfe in deutsch gebraucht, so wie ich mich aber kenne wäre ich bei der nachhilfe nie erschienen.

    Denke viel mehr daran in deiner zukunft etwas zu ändern, denn was geschehen ist ist geschehen du kannst die zeit nichtmehr zurüch drehen.
    Was morgen, in einer Woche usw. kommt darauf hast du ein wenig einfluss, daran arbeite.

    LG Zumania

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 10

    AW: Nachforschungen / "Schuldigen" finden?

    Liebe Fledermaus,
    also für mich war es tatsächlich eine Zeit lang sehr wichtig festzustellen, dass meine Eltern und mein soziales Umfeld meine persönliche Entwicklung sehr negativ beeinflusst haben. Das war bei mir vieles, aber unter anderem eben auch die Tatsache, dass keiner mich mal mit dem Verdacht auf ADHS zu einem kompetenten Psychiater gebracht hat. Es hat mich ein ganzes Stück von meinem Selbsthass entlastet und war für mich wichtig. Eine gewisse Wut ist da nicht nur erlaubt sondern kann helfen. Allerdings behindert es einen sehr in der persönlichen Entwicklung wenn man sich darin zu sehr verliert. Denn niemand anders als man selbst kann für die Zukunft verantwortlich sein. Bist du in Psychotherapie oder so?

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 226

    AW: Nachforschungen / "Schuldigen" finden?

    Ich fang jetzt wieder an mit Thera, habe jetzt den ersten Termin bald. Früher die Theras ohne Diagnose Adhs haben mir nicht geholfen.

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: Nachforschungen / "Schuldigen" finden?

    Bei mir ist es eher so, dass ich gar nicht denke, ach was wäre alles anderes gelaufen oder sogar, warum hat es keiner gemerkt und mir "geholfen", sondern dass meine Mutter traurig ist, dass es nie erkannt wurde und sich auch Vorwürfe macht, dass meine Eltern so viel gearbeitet haben und nicht verstanden haben, warum meine Zeugnisse schlecht sind, aber mir nicht wirklich geholfen haben, dass es besser wird, meint sie. Ich sag dann aber immer, dass das so ja nicht stimmt und ich es ja war, die immer meinte keine Hausaufgaben aufzuhaben, für eine Arbeit schon gelernt zu haben e.c.. Also ich denke nicht darüber nach, was hätte sein können wenn ... sondern mich intessiert, ob jetzt wo ich es weiß und mich entschieden habe das Medikament, es wirklich anders wird. Vorallem will ich mein Studium schaffen, wo ich leider in den letzten zwei Jahren mehr und mehr sehen musste, dass ich keine Chance habe soviel zu lernen. Ich schau also in die Zukunft und hab auch große Hoffnungen, dass Einiges anders wird, mir leichter fällt und hab vielleicht auch ein wenig Angst, dass sich diese Hoffnungen nicht erfüllen.

  6. #6
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: Nachforschungen / "Schuldigen" finden?

    Es gibt keine Schuld. Die Eltern haben ihre Kinder so erzogen, wie sie es für richtig hielten. Es gibt hier kein Gericht, das den Eltern die Schuld für Irgendwas geben kann. was freilich sein kann, ist, dass die Ideale nicht ganz mit der Entwicklung des Kindes konform liefen. Ich bin meinen Eltern dankbar für das, was sie für mich getan haben, auch wenn es mich nicht in allen Bereichen zu dem gemacht hat, was ich gern wäre.

    In den vielen Fällen haben die Kinder "Schuld" an ihrer eignen Entwicklung, wenn sie sich auf Konfrontation mit den Eltern gehen und deren Ideale ablehnen, aber nicht in der Lage sind, sich eigene Ideale zu schaffen.

    Ich für meinen Teil möchte auch nicht, dass Andere Schuld an meiner Entwicklung sind. Ich bin für mich selbst verantwortlich.

  7. #7
    Comicus Divinius

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.200

    AW: Nachforschungen / "Schuldigen" finden?

    Ich bin einen verdammt harten Weg gegangen und doch bin ich für fast jede Scherbe dankbar über die ich laufen durfte, sie hat Schmerz gebracht ohja, aber auch Erkenntnis und innere Stärke.
    Ich habe meine Mutter erst letzte Woche gefragt wie ich so als Kind war und sie sagte das ich sehr gutmütig und naiv war und lebhaft, aber jeder hat immer gesehen, das ich was ich tat, nie böse meinte und so habe ich manches mal sicher viel Ärger aus dem Weg gehen können. Aber Rückblickend muss ich sagen, bin ich meiner Mutter dankbar, das sie immer zu mir gehalten hat, egal wie schwierig ich war. Und es ist wie Vorposter schon sagten, wir können die Zeit nicht mehr zurück drehen
    Aber da wir jetzt von Ad(h)s Wissen, können wir unseren Kindern einmal bessere Eltern sein und das finde ich wichtig.

  8. #8
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Nachforschungen / "Schuldigen" finden?

    Es ist nicht hilfreich, nach der Schuld zu suchen. Weder die Bezugspersonen (denn nicht nur die Eltern "erziehen") noch die Kinder sind schuldig. Zumindest in den meisten Fällen.

    Schuldige zu finden, Fledermaus, ist nur im Falle einer Straftat wichtig .... in allen anderen Fällen, wird es zu Hass oder Selbsthass führen.
    Dass Du diese Gedanken hast, gehört wohl zur Verarbeitung des Leidenswegs ... aber der Weg liegt hinter Dir und ist unveränderbar. Was Du ändern kannst liegt nunmal vor Dir ... da ist nicht dran zu rütteln ... und Du wirst arbeiten müssen, damit es besser wird ... daran ist auch nicht zu rütteln.
    Ich hoffe, die Therapie ist diesmal die richtige ... leider muss man da oft vieles ausprobieren, bis es passt.

    LG
    happy

  9. #9
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 371

    AW: Nachforschungen / "Schuldigen" finden?

    man ist nur Opfer seiner Sozialsation, wenn man als individium dies zulässt. Zur Persönlichkeitsentwicklung gehört auch immer das Selbst.

    Daher möchte ich mich bei allem bedanken, die diese "wer ist Schuld" Fragestellung verneinen.

    Zudem unterstellt man mit der Fragestellung die Fähigkeit an Menschen und Umgebung, alles zu können. Diesen Anspruch können wir nicht einmal an uns selbst stellen. Die Ausnahme von jeglichen Fehlern erklärt ein kleiner Witz:

    Ein Pastor hält eine flammende rede und Schuld und Vergebung und endet dann mit der eindringliche Frage:" ... und wer von euch ohne Fehler ist, der soll jetzt aufstehen..."
    Daraufhin steht ein Mann auf. Der Pastor fragt erstaunt "Sie sind also ohne Fehler?"
    Der Mann"Nein, ich nicht aber der erste Mann meiner Frau ..."

    Davon abgesehen möchte dich den Leitspruch von Simönchen zitieren: Hinfallen, aufstehen, krone richten, Weitergehen. Und diese Weitergehen trotz aller Hindernisse, Stolpersteine und Defizite macht einen doch erst zu einem Menschen mit Rückrad und hintern in der Hose. Nur wer Liegenbleibt, verliert.
    Aufgrund meiner Biographie Maße ich mir dies an und weiß, wie schwer es ist, immer wieder aufzustehen.

    Gruß
    euer lieblingsbär

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 10

    AW: Nachforschungen / "Schuldigen" finden?

    Ich hab jetzt ehrlich gesagt die Beiträge nur überflogen weil es mich zu sehr aufregt aber möchte nochmal betonen, dass es durchaus einen Sinn solcher Vergangenheitsforschung geben kann, nämlich eben den, dass man sich selbst ein wenig entlasten kann falls man unter einer Selbsthassproblematik leidet.
    Pauschal zu sagen "Es gibt keine Schuld der Eltern, sie haben getan was sie für richtig hielten." finde ich sehr unpassend angesichts der Tatsache, dass es eindeutig Eltern gibt, die ihre Kinder seelisch misshandeln und verwarlosen lassen, von körperlicher Misshandlung ganz abgesehen. Hier sehe ich eindeutig eine Schuld. Die Voraussetzungen das Leben zu meistern wurden von den Eltern für das Kind schließlich erheblich verschlechtert. Bei aller Eigenverantwortung, die jeder Mensch schließlich übernehmen muss. Deshalb ja auch: nicht bei Schuldzuweisungen stehenbleiben. Bei mir war es ein heilsamer Prozess in dem es für mich auch sehr wichtig war, dass meine Eltern ihre Fehler zugeben, bei dem am Ende ein viel, viel besseres Verhältnis zu meinen Eltern herausgekommen ist als jemals jemand für möglich gehalten hätte.

    Für viele mag die Situation ganz anders sein, die Eltern hätten schlichtweg nichts wirklich besser machen können oder die Schuldfrage würde nur zu Negativem führen, aber das lässt sich doch nicht pauschalisieren!

    - - - Aktualisiert - - -

    Liebe Fledermaus, das ist super! Dort solltest du deine/n Thera darauf aufmerksam machen, dass dich diese Frage momentan beschäftigt, er/sie kann dir dabei helfen, dich nicht in diesen Fragen zu verlieren. Ich wünsche dir sehr, dass du dort gut aufgehoben bist.

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