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Diskutiere im Thema Nachforschungen / "Schuldigen" finden? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #11
    Comicus Divinius

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.200

    AW: Nachforschungen / "Schuldigen" finden?

    Du hast die Beiträge nur überflogen, aber ärgerst dich über sie und urteilst über sie, finde ich ehrlich gesagt, nicht sonderlich professionell.
    Dir ist leider nicht klar, das mit dem" Die Eltern trifft keine Schuld" mit Sicherheit niemand sagen wollte, das Eltern die Kinder seelisch oder körperlich misshandeln, auch jene gemeint waren.
    Gemeint waren die gutmeindenden Eltern, die sich oft den Arsch für ihre Kinder aufreißen und halt eben nicht wissen, was Ad(h)s ist. ich habe durch meinen Stiefvater viele und tiefe seelische Grausamkeit erlebt, aber er wusste eben nicht was Ad(h)s ist und fühlte sich provoziert durch meine Reaktionen und schlug zu und weißt du, was ? Ich habe ihm vergeben, weil ich ihn aber vor allem mich freisetzen wollte, ich wollte mit diesem Hass im Herzen nicht weiter leben, ich habe mich also nicht in meinen Selbstmitleid gesuhlt, sondern bin aufgestanden und weiter gegangen. Solltest du vielleicht auch in Erwägung ziehen, ist schwer, aber letztendlich das einzig richtige, wir Menschen auf Erden, werden keine kompensation für unser Leid erhalten, das wir in Vergangenheit erlitten haben, wir können uns nur entschließen den Hass los zu lassen und es besser machen.

  2. #12
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 731

    AW: Nachforschungen / "Schuldigen" finden?

    Habe mich nicht durch die Posts gelesen ... nur kurz eine Antwort auf die Topic Frage, nach meiner Erfahrung.

    Ich hatte nach meinem Eigenverdacht eine konzentrierte Phase der Suche nach einem Schuldigen. Ich wollte wissen, welches ********* mir 20 Jahre meines Lebens stahl! So schnell, wie sich diese Wut entfachte, so plötzlich kam dann die Einsicht: Es hat niemand Schuld. Was war, kann man nicht ändern. Es wird dich nicht glücklich machen, zu wissen, wer im Unwissen falsch handelte. Ziehe deine Konsequenzen aus dem Vergangenen. Brich wenn nötig überflüssige Kontakte zu Menschen ab, die dir nicht gut tun aber hege keinen Groll. Es wird dir nichts bringen. Lass los und geh einfach weiter.

    Meine Empfehlung, nicht nur auf ADHS bezogen.

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 55

    AW: Nachforschungen / "Schuldigen" finden?

    Ich würde "Schuldfrage" höchstens als ersten Arbeitstitel für eigene Überlegungen verwenden.

    Bei mir war es ja auch klar, dass von Anfang an (laut meiner Mutter schon als Kleinkind) ganz deutlich etwas anders mit mir war und ich dadurch ziemliche Probleme hatte (und habe!). Mir hat es geholfen, mich weiter mit mir selbst zu versöhnen, als ich die Vergangenheit auch mit der ADHS Bestätigung noch einmal durchgegangen bin. Meinen Eltern mache ich keine Vorwürfe. Ob Vereine, für die man raus aus dem Dorf hätte müssen, eine spezielle Förderung, Therapie oder sonstwas - das waren Themen, die in ihrem Leben überhaupt keine Rolle spielten. Auf so etwas kam man gar nicht. Leider war es auch schwierig, sich mit Problemen an sie zu wenden (sie hatten das selbst nie gelernt) und ich habe erst ganz spät angefangen zu lernen, überhaupt über so etwas zu sprechen. Aber sie haben mich geliebt und versucht, mir ein schönes Leben zu machen und mich auf die Zukunft vorzubereiten, genau so wie sie konnten und es für richtig hielten. Ich bin mir auch sicher, dass meine Eltern geglaubt hätten, dass es mir nur schadet, wenn irgendein Psychologe an mir rumdoktort. Sie hätten sich geschämt und es vor anderen verheimlicht. Das macht man nur dann, wenn man es "wirklich" braucht. Erst als es eigentlich schon zu spät war und ich mir als Jugendliche selbst eine Therapie organisiert habe, haben sie gemerkt, dass sich das nicht ohne Probleme auswächst. Aber auch da waren sie noch überzeugt, dass all das "eigentlich" ganz leicht zu lösen sei und hatten kein Verständnis (z.B. "reiß dich doch einfach zusammen", aber auch "weißt du eigentlich wie WIR uns damit fühlen"). Natürlich fühlte ich mich dann nicht besser, sondern sowohl unverstanden und allein, als auch schuldig und schlecht. Sie haben nicht gemerkt, was sie mir damit antaten, sondern wollten mir helfen, bzw. fühlten sich hilflos bis sauer, dass ich diese "Hilfe" nicht annahm. Sie haben vieles einfach nicht verstanden. In der ersten Therapie als Jugendliche war bereits das Mobbing, der Selbsthass u.ä. so präsent, dass auch der Psychologe nicht leicht sehen konnte, was da genau dahinter steckt. Meine Hochbegabung wurde damals festgestellt und ich hatte bereits eine Missbrauchserfahrung hinter mir, auf die sicher auch einiges geschoben wurde. *

    Viel später hat meine Mutter so langsam Informationen zu ADHS aufgeschnappt. Ich wusste das nicht. Als ich dieses Jahr zur Diagnose eine Fremdbeurteilung brauchte, fragte ich mich schon, was das wohl werden wird und ob meine Mutter da alles schön reden würde (man erzählt doch nichts "schlechtes" über sein Kind). Aber als ich sie ansprach, erzählte sie, dass sie das auch schon vermutet hat.

    Es hat sich über die Jahre nach der Schulzeit, als es mit mir immer weiter bergab ging, ganz viel verändert. Meine Eltern haben z.B. etwas über Depression gelernt und sich selbst sehr verändert. Sie haben sich offensichtlich geöffnet und das Verständnis ist plötzlich da. Es wird nicht mehr abgewiegelt, sondern - hey, sie kam sogar selber auf ADHS und das wahrscheinlich noch vor mir selbst. Dass sie mich nicht angesprochen hat - nichts neues und fällt mir selbst erst jetzt beim schreiben auf.

    Was früher war, sollte niemandem zum Vorwurf gemacht werden. Jeder handelt zu jeder Zeit so, wie er es in diesem Moment für richtig hält. Das Verstehen der Vergangenheit kann gut tun. Was man jetzt machen kann ist das wichtige. Aber verlange weder von Dir, noch von Deinem Umfeld zu viel... was ich mir manchmal wünschen würde, wie die Welt und die Menschen anders sind... aber das frustriert nur. Es menschelt überall. Ich würde auch versuchen, "nachzuforschen". Du kannst es auch als Chance nutzen, gemeinsam mit deinen Eltern weiter zu kommen. Ihr habt nicht nur ein Leben hinter euch, das sich sowieso nicht mehr ändern lässt, sondern auch noch ein Leben vor euch und da ist es gut, wenn man sich jetzt näher kommt und mehr Verständnis füreinander gewinnt.

    *Edit: Ach ja, mein Fehler bei der Therapie als Jugendliche: Ich habe irgendwann "gesund" gespielt, so getan als würde es mir gut gehen. Weil ich keinen Sinn mehr in dieser ersten Therapie gesehen habe und es für mich nur weitere Belastung war. Ich dachte, dass ich selbst schuld bin, dass das auch nicht funktioniert, da ich mich nicht auf die Therapie einlassen konnte und da wieder raus zu kommen, war die einzige Verbesserungsmöglichkeit, die ich gesehen habe. Aber auch das war damals das was ich in diesem Moment für richtig hielt und ich mache es mir nicht zum Vorwurf. Der Psychologe meinte, dass ich jederzeit wieder kommen könne. Aber die Kraft für eine Therapie hatte ich erst dann wieder, als ich für alles andere keine Kraft mehr hatte.
    Geändert von Chao (11.10.2013 um 06:19 Uhr)

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