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Diskutiere im Thema Zeit des Erwachens ... im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #21


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 9.524

    AW: Zeit des Erwachens ...

    Hallo Amanda,

    ich habe die Diskussion hier im Forum mit Interesse gelesen und habe nochmal einen Artikel über das Projekt entdeckt ("Alm statt Ritalin, Geo 11/2009 p 154 f). Die Überlegungen kann ich teilweise nachvollziehen, der Versuchsaufbau ist aber leider so angelegt, dass von vorneherein keine vergleichende Aussage getroffen werden kann. Auch der Satz, dass eine Doppelblindstudie nicht möglich ist, weil es nun mal keine Plazebo-Alm geben kann ist richtig. Keine Kontrollgruppe einzurichten ist aber nach den wissenschaftlichen Prinzipien unseriös. Eine Kontrollgruppe kann auch anders gestaltet sein. Entweder wird eine Blindgruppe, d.h. die Patienten wissen nicht um die Wirksamkeit, die behandelnden Personen dagegen schon (in der Psychotherapie oft verwendet). Ebenso kommt ein Vergleich mit einer Gruppe Patienten ohne Therapie oder mit einer bis jetzt üblichen Therapie in Frage. Genaueres zu diesem Thema findet sich zum Beispiel bei der deutschen Forschungsgemeinschaft, der deutschen Cochrane Gesellschaft und auf den Homepages nahezu aller Hochschulen mit medizinischem oder psychologischem Fachbereich.

    Nun noch ein paar Anmerkungen zu deinem letzten Beitrag. Es sind zum Teil persönliche Meinungen.

    amanda schreibt:
    Jedes Medikament hat Nebenwirkungen...das kann jeder sicher aus eigenen Erfahrungen bestätigen...

    Nebenwirkungen können auf Dauer ein neues Behandlungsprogramm erforderlich machen. Das bedeutet, dass man durch eine dauernde Medikamentengabe andere Störungen hervorrufen kann....
    Das stimmt ohne Zweifel. Darum sollte immer erst eine Abwägung zwischen Nutzen und Risiken erfolgen. Ich bin aber dagegen Medikamente deshalb zu verteufeln, weil sich nicht jeder die Zeit für die Abwägung nimmt. Wenn ein Medikament in 30 Jahren gravierende Nebenwirkungsfolgen mit sich bringen kann, der Patient ohne aber höchstens 30 Tage überlebt, hätte ich mehr ethische Bedenken ihm das Medikament mit dem Hinweis auf die möglichen Nebenwirkungen vorzuenthalten.

    amanda schreibt:
    Trotz aller wissenschaftlichen Erkenntnisse ist es bisher nicht gelungen, Krankheiten wirklich zu heilen. Symptome können zwar für einen gewissen Zeitraum unterdrückt werden, treten in den meisten Fällen an anderen Stellen wieder auf. Das nennt man Symptomverschiebung.
    Das ist schlicht und einfach falsch. Viele Krankheiten sind heilbar, ich führe an dieser Stelle nur bakterielle Infektionen an, die mit Antibiotika heilbar sind. Hier liegt der Hund woanders begraben. Der Begriff der Heilbarkeit in seiner strengen Auslegung bedeutet nämlich, dass die exakte Ursache bekannt und nachweislich beseitig sein muss um von Heilung zu sprechen. Demnach sind nahezu alle psychichen Erkrankungen per se unheilbar, da die Ursachen und Mechanismen nicht bekannt sind. Knochenbrüche sind nicht heilbar, da die Ursache, eine mechanische Einwirkung in der Vergangenheit nicht beseitigt werden kann.
    Dennoch leben Millionen von Menschen allein in Deutschland, die einen verheilten Knochenbruch haben und niemand würde sagen, es ist keine Heilung, sondern nur eine Remission. Auch wenn es in der strengen Auslegung des Begriffs Heilung als solche bezeichnet werden müsste. Es gibt auch Menschen, die einmalig an einer Depression erkrankt waren und sie überwinden konnten. Offiziell sind sie ihr ganzes Leben lang in Remission.

    amanda schreibt:
    Das psychosomatische Netzwerk eines Menschen wird in der vorgeburtlichen Phase und in den ersten drei Jahren seines Lebens aufgebaut. Das Fundament ist das mitgegebene genetische Programm der Eltern, weitere Programm werden durch die ersten Erfahrungen aufgebaut.

    Das bedeutet, das jeder Mensch zwei Leben hat...eins als Kind und eins als Erwachsener, wobei das erste das zweite bestimmt.
    Hier ist noch zu wenig bekannt um zu sagen, dass es so ist oder auch nicht. Im Moment häufen sich aber die Hinweise dafür, dass auch dieses System nie statisch wird. Im Übrigen wäre jede Art der kurz- oder mittelfristigen Therapie zum Scheitern verurteilt, wenn der Vorgang nach drei Jahren abgeschlossen wäre. Dann käme für egal welche Erkrankung in diesem Bereich nur eine Dauerttherapie in Frage, da die Grundausprägung längst festzementiert ist.

    amanda schreibt:
    Die Hirnforschung bestätigt, dass das Gehirn sich ständig umbaut und lernfähig ist. Ebenso erneuern sich laufend die Körperzellen.

    Das Körpersystem ist nicht determiniert, sondern fließend. Die Epigenetik, ein neuer Wissenschaftszweig spricht da von Methylierungen, anstatt von Mutationen.
    Mit deinem Satz über die Hirnforschung wiedersprichst du dir selber, da du noch im vorherigen Abschnitt vom alleinigen Einfluss der frühen Prägung redest. Ich ziehe im übrigen die Hirnforschung in diesem Fall nicht in Zweifel. Das Bild, dass das Gehirn ab einem Alter von ca. 10 Jahren nur ab- und nie umgebaut wird, ist schon lange nicht mehr aktuell.

    Was den Körper und die Veränderungen im Genom angeht, so ist die Forschung da noch jung. Hier können wir gespannt sein, was herauskommt. Trotzdem ist bis jetzt kein Fall bekannt, in dem ein Mensch nur durch Willenskraft zum Beispiel seine Haarfarbe verändern kann. Darum sollten wir warten, bis genuer bekannt ist, welche Mechanismen und Einschränkungen da bestehen.

    amanda schreibt:
    Es gibt Krankheiten, die ein Kind mit ins Leben bringt, Die sind wie beispielsweise eine Zuckerkrankheit nur medikamentös einstellbar...Insulin muss zugeführt werden, weil die Zelle der Bauchspeicheldrüse nicht in der Lage sind, selbst Insulin zu produzieren...es herrscht kein Ungleichgewicht, sondern ein Stoff ist von vornherein nicht vorhanden.
    Die wenigsten Typ-1 Diabetiker (Typ 1= Insulinmangel) kommen mit Diabetes zur Welt. Tatsächlich entwickelt sich die Erkrankung meistens in der Zeit bis zur Pubertät. Außerdem haben die meisten Typ-1 Diabetiker eine Insulin-Restproduktion, nur ist sie viel zu gering.

    amanda schreibt:
    Botenstoffe, die vorhanden sind, aber im Ungleichgewicht, können jedoch durch körperliche Aktivität, Ernährung, Berührung und einen ausgeglichenen Biorhytmus nachhaltig beeinflusst werden....
    Als Vergelich zu ADHS passt aber sowieso eher der Typ-2 (Mangelnde Wirksamkeit des Insulins). Hier gibt es zwar immer Bestrebungen, die Lebensweise des Patienten so zu ändern, dass es ohne Medikamente geht, in aller Regel ist das aber nicht möglich. Viele Typ-2 Diabetiker haben ein drastisch erhöhte Insulinproduktion, trotzdem funktioniert der Regelkreislauf nicht, enn im Prinzip ist es egal, ob genug Insulin da ist, wenn es nicht wirkt. Eine veränderte Lebensweise hilft hier, aber wie gesagt, oft nicht stark genug.

    Ganz nebenbei reagiere ich persönlich auf solche Aussagen extrem allergisch. Du sagst nämlich, dass der Patient zum Sklave seiner Krankheit werden soll. Um es am Beispiel Diabetes zu erläutern: Wenn der Patient nur noch eine Kartoffel pro Tag, kein Fett und wenig Eiweiß isst, dann kommt es in den Griff. Wenn der Blutzucker hoch ist, muss er eben unabhängig vom Wetter, von Tages- oder Nachtzeit 20 km mit dem Rad fahren. Das klingt übertrieben, ist aber am Ende die Folge. Für den Arzt ist es aber sehr bequem, denn er kann dem Patienten immer sagen selbst Schuld. Das wird die Blutzuckereinstellung nicht verbessern und der Patient kommt sich als Versager vor. Die Diabetologen sagen inzwischen, dass man die Behandlung aufs Leben und nicht das Leben auf die Behandlung abstimmen muss.

    amanda schreibt:
    In einem Symptom steckt aus meiner persönlichen Sicht auf immer gleichzeitig eine Botschaft, die man bearbeiten sollte. Hinschauen kann man aber nicht, wenn man das Symptom mit Medikamenten lediglich an eine andere Stelle verschiebt.

    Ich arbeite seit 17 Jahren in der Altenpflege und habe sowohl in meiner Ausbildung als auch bei meiner Arbeit mit Medikamenten zu tun.

    Mit nur einer Tablette kann ein Teufelskreis beginnen, der immer mehr chemische Stoffe nach sich zieht und wobei logischerweise auch einige Körpersystem ihre Arbeit reduzieren....auch das Dopaminsystem.
    Hier ist das entscheidende Wort kann, genauso kann die Tablette einen Teufelskreis durchbrechen.

    Die Behandlung von (chronischen) Erkrankungen muss zum Ziel haben, dass der Patient mit seiner Krankheit leben kann und nicht, dass er für seine Krankheit leben muss.

    Welche Medikamenten, Therapien und Hilfen nötig sind, um dieses Ziel zu erreichen, wird bei jedem unterschiedlich sein.
    Geändert von traenenclown ( 3.11.2009 um 12:22 Uhr) Grund: Nachsatz hinzugefügt

  2. #22
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 192

    AW: Zeit des Erwachens ...

    Liebe Erika

    das hast Du klasse geschrieben...

    Liebe Dori

    mit einer Tablette kann ein Teufelskreis beginnen.... das sind Erfahrungswerte durch meine Arbeit.
    Und das Medikamente eindeutig keine Dauerlösung sein können, erscheint mir subjektiv mehr als logisch.

    Es gibt jedoch kein richtig oder falsch, sondern immer nur den eigenen Weg. Genauso ist die Entscheidung für oder gegen eine Medikation immer die Entscheidung des Betroffenen.

    lg
    amanda
    Ich würde mich freuen, wenn das was ich schreibe aus dieser Perspektive rüberkommt und nicht als Besserwisserei oder Belehrung.


  3. #23
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 346

    AW: Zeit des Erwachens ...

    Die Überlegungen kann ich teilweise nachvollziehen, der Versuchsaufbau ist aber leider so angelegt, dass von vorneherein keine vergleichende Aussage getroffen werden kann.

    Auch der Satz, dass eine Doppelblindstudie nicht möglich ist, weil es nun mal keine Plazebo-Alm geben kann ist richtig.

    Keine Kontrollgruppe einzurichten ist aber nach den wissenschaftlichen Prinzipien unseriös. Eine Kontrollgruppe kann auch anders gestaltet sein.

    Entweder wird eine Blindgruppe, d.h. die Patienten wissen nicht um die Wirksamkeit, die behandelnden Personen dagegen schon (in der Psychotherapie oft verwendet). Ebenso kommt ein Vergleich mit einer Gruppe Patienten ohne Therapie oder mit einer bis jetzt üblichen Therapie in Frage. Genaueres zu diesem Thema findet sich zum Beispiel bei der deutschen Forschungsgemeinschaft, der deutschen Cochrane Gesellschaft und auf den Homepages nahezu aller Hochschulen mit medizinischem oder psychologischem Fachbereich.
    Hervorhebungen von Esme...

    Ja, genau das habe ich auch gedacht!

    Aus meiner Sicht ist das Kernproblem des Artikels - bezeichnender Weise auch in unserer Diskussion hier - die Vermischung der Ebenen.

    Letztlich wird suggeriert, dass mit diesem Projekt eine für ADHS relevante und spezifische Aussage gemacht werden kann.

    Aus wissenschaftlicher Sicht ist das Projekt eine Art Beobachtung unter bestimmten, nicht mal sehr genau definierten Rahmenbedingungen.
    Es reiht sich damit ein in die Aufzählung subjektiver Erfahrungen, was Menschen als ihnen hilfreich (oder auch nicht) erlebt haben.
    Als Erfahrungsbericht ist es interessant und wegen seiner "Subjektivität" auch nicht anfechtbar - so wenig wie ich jemandem absprechen kann, dass er einen ganz tollen Urlaub hatte an einem Ort, mit dem ich persönlich vielleicht schlechte Erfahrungen gemacht habe.

    Problematisch finde ich besonders, dass unter Berufung auf die Autorität des "Neurowissenschaftlers" wissenschaftlich unzulässige (genau genommen unredliche !) Schlussfolgerungen in verallgemeinernder Art und Weise gezogen werden
    und in Verbindung mit den bekannten Klischees ("durch Ritalin ruhig stellen"..) als unheilvoller Cocktail von Fakten, Vermutungen, nachweislich falschen Behauptungen und durchaus auch einzelnen nachdenkenswerten Impulsen dem ahnungslosen Leser als "neueste wissenschaftliche Erkenntnisse" des berühmten Prof. Hüther aufgetischt werden!

    Es wird auf diese Weise der Eindruck erweckt, stichhaltige Ergebnisse könnten vorbei an allgemein anerkannten Grundprinzipien jeden seriösen wissenschaftlichen Arbeitens gewonnen werden und auf gleicher Ebene mit diesen, mit vergleichbarem Erkenntnisgehalt bewertet werden!

    Dies erzeugt eine große Verwirrung in den Köpfen von Menschen, die nicht gelernt haben, sich mit Fragen der wissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung zu beschäftigen.
    Diese Verwirrung ist, wie sich unschwer herausfinden lässt, sogar von bestimmten ideologischen Gruppen beabsichtigt und wird im Bereich psychiatrische Erkrankungen und deren medikamentöse Behandlung auch gezielt und medienwirksam betrieben.

    Daher habe ich mir zur Gewohnheit gemacht, den Hintergrund solcher aufwändig inszenierten und vermarkteten Projekte besonders sorgfältig zu prüfen...

    LG, Esme

  4. #24
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 192

    AW: Zeit des Erwachens ...

    lieber träenenclown

    wie Du sicher bemerkt hast, schreibe ich immer subjektiv und weise darauf hin, das meine Meinung persönlich ist.

    Grundsätzlich gebe ich Dir recht, wenn Du schreibst, dass das Nutzen/ Risiko bei jeder Medikamentengabe berücksichtig werden muss. Und in dem Fall 30 Tage gegenüber 30 Jahre bin ich Deiner Meinung.

    Heilung im Sinne von Heilung bedeutet für mich persönlich, dass ich geheilt bin ohne das ich Medikamente oder nachfolgende Probleme habe.

    Wissenschaftlich wird angenommen, dass das psychosomatische Netzwerk in der vorgeburtlichen Zeit und in den ersten drei Jahren unbewusst aufgebaut wird, bevor ein Kind sich seiner selbst bewusst erleben kann.

    Aus den unbewussten Erfahrungen baut sich die Bühne seiner Wirklchkeit auf d.h das sogenannte Bewusstsein wird aus den unbewussten Inhalten gebildet. Der Lernprozess ist ein lebenslanger Prozess, der nach diesen Inhalten bzw. genetischen Infos entweder vorangeht oder stehenbleibt.

    Welcher Weg, welche Therapien, welche Medikamente oder andere Möglichkeiten für einen chronisch Kranken Erfolg bringen, ist ein individueller Weg...genauso wie meine subjektive Meinung immer nur eine persönliche Meinung sein kann....

  5. #25
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 346

    AW: Zeit des Erwachens ...

    amanda schreibt:
    lieber träenenclown

    wie Du sicher bemerkt hast, schreibe ich immer subjektiv und weise darauf hin, das meine Meinung persönlich ist.

    .........

    Wissenschaftlich wird angenommen
    , dass das psychosomatische Netzwerk in der vorgeburtlichen Zeit und in den ersten drei Jahren unbewusst aufgebaut wird, bevor ein Kind sich seiner selbst bewusst erleben kann.

    Aus den unbewussten Erfahrungen baut sich die Bühne seiner Wirklchkeit auf d.h das sogenannte Bewusstsein wird aus den unbewussten Inhalten gebildet. ........
    Liebe Amanda,

    ich bin mir bewusst, dass ich allmählich sicher nerve, aber ich mache dich nun darauf aufmerksam,dass du für dich in Anspruch nimmst, "immer subjektiv" und "als persönliche Meinung" zu schreiben, dann aber doch wieder begründest:

    "Wissenschaftlich wird angenommen"....(Hervorhebung von mir)

    Auch dies ist wieder die von mir beanstandete Vermischung der Ebenen...

    Sei doch bitte so gut und gib wenigstens deine Quelle an, mit der sich diese Aussage begründen lässt.
    Die Anschauungen zur Psychosomatik sind einem steten Wandel unterworfen, so dass ich mir ein klareres Bild machen möchte, auf welche Grundannahmen du dich hier berufst...

    LG, Esme

  6. #26
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 192

    AW: Zeit des Erwachens ...

    Liebe Esme

    in diesen Artikel/Bücher findest Du einiges Interessantes...

    Damasio R. Antonio:Rätsel Gehirn, Spektrum Digest – ND4/2004


    GEO-WISSEN: Wer bin ich? Lebenslauf-Forschung: Was die Persönlichkeit prägt, Nr. 43
    Mechsner, Franz: Die Suche nach dem „ICH“ GEO 02/1998

    Watters, Ethan: Was den Menschen prägt, GEO 04/2007


    BÜCHER

    Bert, Candace: Moleküle der Gefühle, Rowohlt-Verlag GmbH, Reinbeck bei Hamburg, ISBN 3498 052 829
    Herschkowitz, Norbert: Das vernetzte Gehirn, Verlag Hans Huber, Bern, ISBN 3-456-83639-2
    Kakuska, Nagorny, Ueckert: Psychologie, die uns angeht, Mohndruck Reinhard Mohn, OHG, Gütersloh, Buch – Nr. 6125 1680

    Kast, Bas: Revolution im Kopf, Berliner Taschenbuch-Verlags GmbH, Berlin, ISBN 3-442-7650-6

    Kühlewind, Georg: Vom Normalen zum Gesunden, Verlag Freies Geistesleben 1983, ISBN 3-7725-0171-0
    Miller, Alice: Du sollst nicht merken, Suhrkamp Verlag 1981, ISBN 3-518-03641-6
    Nathanielsz, Peter W.: Leben im Mutterleib, List Verlag, München, Leipzig 1995, ISBN 3-471-78234-6

    Restak, Peter M. Geist, Gehirn und Psyche, Umschau Verlag Breidenstein, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-524-69024-6
    Rubner, Jeanne: Vom Wissen und Fühlen, DTV, ISBN 3 499611384
    Servan-Schreiber David: Die neue Medizin der Emotionen, Verlag Antje Kunstmann, München, Buch – Nr. 15484
    Schäfer, Thomas: Was die Seele krankmacht und was sie heilt, Knaur Verlag, ISBN 3-426-76167-X
    Vester, Frederic: Phänomene Stress, DTV, München 1978, ISBN 3-423-01396-6
    Watson, Lyall, Der unbewusste Mensch, mvg Verlagsgesellschaft 1989, ISBN 3-478-04010-8


  7. #27
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 192

    AW: Zeit des Erwachens ...

    Liebe Esme


    Du nervst überhaupt nicht...Du machst mich aufmerksam und motivierst mich, einiges zu überdenken...

    LG
    amanda

  8. #28
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3.120

    AW: Zeit des Erwachens ...

    Hallo amanda

    ist halt ein sensibles Thema

    zwischendurch was zum aufheitern

    Gehirn,Beruf,Erfolg :
    YouTube - Dr. Eckart von Hirschhausen: Gehirn, Beruf, Erfolg

    LG Dori

  9. #29
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 192

    AW: Zeit des Erwachens ...

    Danke liebe Dori...irgendwie fühlte ich mich ja doch etwas missverstanden...
    und wollte auch nichts mehr dazu schreiben....hab mir es aber jetzt doch anders überlegt.

    Ich persönlich finde das Projekt Alm nach wie vor "okay". Es macht aufmerksam, unabhängig davon ob wissenschaftlich abgesegnet ist.

    Es ist ein Projekt, das aus der Gesamtheit vieler Erklärungsansätze neue Denkanstöße gibt. Es hat 11 ADHS Kindern ermöglicht bis an ihre Grenzen zu gehen. Wie sie ihre Erfahrungen nach dem Aufenthalt umsetzen, sollte weiter beobachtet werden.

    Herr Professor Hüther, der dieses Projekt angeschoben hat, hat sich Gedanken gemacht. Ob wir seine Gedanken nun nachvollziehen können, ist abhängig von den eigenen Erfahrungen.
    Das ein System aber seine Arbeit einstellt, wenn ihm lange genug die Arbeit abgenommen wird, erscheint mir mehr als logisch. Dazu gehört auch das Dopaminsystem.

    Das unsere Gesellschaft Defizite im zwischenmenschlichen Bereichen aufweist, Kinder zu schnell erwachsen werden müssen ist nicht von der Hand zu weisen. Der Menschheit ist die Lust am Leben vergangen. Wie sonst lässt es sich erklären, dass wir uns nicht mehr von Mensch zu Mensch begegnen und die Antwort unseres Lebens mit der Wissenschaft erklären wollen.

    Ich stehe wissenschaftlichen Ergebnissen sowohl wohlwollend als auch zweifelnd gegenüber. Wohlwollend, wenn sie mir die Arbeitsweise des Gehirns erklären kann, zweifelnd wenn sie mir ein Patentrezept präsentiert, das mir mein eigenes Denken abnimmt.

    Wohwollend wenn sie dem Leben mehr Jahre schenkt, zweifelnd wenn sie die Jahren ohne Leben nur verlängert.

    Meine persönliche Meinung bilde ich mir aus Erfahrungen.

    Wissenschaftlich abgesegnet ist beispielsweise die Freisetzung eines Bindungshormons durch Berührung und Zuwendung, dass Ängste reduziert. Mit diesem Hintergrundwissen arbeite ich seit vielen Jahren in der Pflege. Anstatt nur sofort zur Bedarfsmedikation zu greifen, probiere ich es mit Aufmerksamkeit. Und es funktioniert in den meisten Situationen ohne Bedarfsmedikation.

    Mag sein, dass mir manchmal widerspreche, aber es ist nicht leicht, die Beziehung zu den einzelnen Bereichen herzustellen. Zwischen wissenschaftlich bewiesen, selbst beobachtet und selbst erfahren.

    Medikamente nun gänzlich zu verteufeln ist absurd. Auch ich hätte vor Jahren zur Tablette gegriffen, wenn ich eine gefunden hätte, die mir geholfen hätte. Nur wirkten die Medikamente bei mir anders, als normal. Beruhigungstabletten powern mich auf, die anderen machten mich noch ängstlicher.... und von ADHS hat mir niemand was gesagt.

    Heute, nachdem ich diesen Höllentrip Depression/Angst ohne Medikamente hinter mir habe, kann ich subjektiv sagen, es lohnt sich, auch wenn es manchmal kaum auszuhalten ist....

    Ruhigstellen ist kein gut gewählter Ausdruck...den Eltern ein schlechtes Gewissen einreden zu wollen ist aus meiner Sicht auch ziemlich einseitig gedacht...aber unsere gesellschaftliche Normen und Regeln infrage zu stellen macht für mich Sinn...,

  10. #30
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 346

    AW: Zeit des Erwachens ...

    Das ein System aber seine Arbeit einstellt, wenn ihm lange genug die Arbeit abgenommen wird, erscheint mir mehr als logisch. Dazu gehört auch das Dopaminsystem.
    Hallo, liebe Amanda!

    Ich bin zwischenzeitlich etwas auf Quellensuche gegangen...
    Zum Dopaminsystem u.a. auch.

    Herr Hüther vertritt zum Dopaminsystem ja eine These, die sich auf seine ursprünglichen, übrigens auch von Pharmafirmen finanzierten Studien(!) an Ratten bezieht.
    Es ist sicher für einen Uneingeweihten schwierig abzuschätzen, auf welcher Basis Argumente zu einem so komplexen Gebiet ausgetauscht werden - Herr Hüther argumentiert jedoch auf einer Basis, die inzwischen übereinstimmend in Wissenschaftler-Kreisen als unhaltbar erachtet wird.
    Er führt dazu in einem Artikel, den ich gerade bei win-future unter Themen und Beiträge/Medikamente gefunden habe, wirklich alte Quellen an!!
    Den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn der vergangenen 5 bis 10 Jahre läßt er dabei völlig unter den Tisch fallen - ob er kein Englisch kann???

    Dazu benutzt er Formulierungen wie: "Das Wirkprinzip ist recht einfach.." (bezogen auf die Wirkung von MPH auf das dopaminerge System....)
    Er versucht, auf brüchiger und nicht nachvollziehbarer Grundlage eine "Antithese" zur "alten" (seine Formulierung...), aber inzwischen immer weiter untermauerten These aufzustellen, die davon ausgeht, dass bei ADHS das dopaminerge System , wie man mittlerweile auch duch genetische Studien belegen kann, an verschiedenen Stellen geschwächt ist (und nicht nur das Dopaminerge System)

    Die Kinderneurologin Dr.Kirsten Stollhoff (und nicht nur sie...) kritisiert diesen argumentativ unlogischen Ansatz in mehreren Artikeln, und führende Vertreter der KiJuPsych (u.a. auch Göttingen, Hüthers ursprüngliche Abteilung) distanzieren sich mittlerweile in scharfen Formulierungen von Hüthers "These".

    Entsprechende Quellen kann ich dir gern zur Verfügung stellen, da ich nicht weiß, ob eine Verlinkung hier erlaubt ist.

    Zu deinem ursprünglichen Zitat: dem Dopaminsystem wird im Fall von ADHS nicht "die Arbeit abgenommen" - ganz im Gegenteil: es wird in ein einigermaßen funktionsfähiges Gleichgewicht gebracht ...
    Dies kann auch jeder bestätigen, der als Erwachsener nach oft langen Odysseen mit diversen Fehldiagnosen und unterschiedlichen medikamentösen und nichtmedikamentösen Therapien die erfreuliche Erfahrung macht, dass MPH bei ihm/ihr wirkt und vieles plötzlich deutlich besser geht!

    Liebe Grüße

    Esme

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