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Diskutiere im Thema Philosophieren über ADHS im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 168

    Böse Philosophieren über ADHS

    Hallo, Hallo !

    Ich hoffe ich mache hier grad das Richtige ! Ich möchte eine neues Thema mit euch diskutieren, besprechen, eure Meinung dazu lesen......Ich nenne es "Philosophieren über ADHS" weil ich auf einer bestimmten Ebene mit euch darüber mich austauschen möchte, d.h. für mich: Wie sehen wir uns ? Bezeichnen wir uns als Krank, als chron. krank ? Schon alleine der Begriff krank ist für mich schwierig, nicht passend !!!! Hatte es hier schon mal erwähnt....Mein Sohn hat ebenfalls ADHS, beschäftige mich seit ca. 10 Jahren mit dieser Thematik. Bis vor kurzem vorwiegend bei Kindern, habe sehr viel dazu gelesen. Bei Kindern habe ich eine eigene Meinung: "Nicht unsere Kinder sind das Problem (auch dieses Wort ist nicht geeignet) sondern die Gesellschaft" Wieso können wir (insbesondere Erzieherinnen, Lehrer u.ä.) unsere Kinder nicht so annehmen wie sie sind ? (Als Info: War gestern abend auf einer Fortbildung bei einem Kinder und Jugendpsychiater, der hat u. a. berichtet, das man bei NICHT-ADHS-Kindern, Grundschüler, z. B. nicht länger als ca. 15-20 Min. Aufmerksamkeit/Konzentration erwarten dürfte!!!!! Und wie das dann bei ADHS-Kindern aussieht kann man sich ja dann vorstellen) Legen wir den Fokus nicht zu sehr, zu negativ auf uns ? Sollten wir uns nicht Gedanken machen, ob der Rest der Menschheit sich auch mal Gedanken machen sollte ????

    Würde mich freuen wenn Ihr euch beteiligt, bin schon gespannt !!!

    Hypi

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 45

    AW: Philosophieren über ADHS

    Hallo Hypi,
    also ich sehe das so.Ich finde nicht das mein Sohn krank ist ,sicher er hat einige Schwirigkeiten er kann sich ohne Tabletten sehr sehr schwer konzentriren ist impulsiv und einiges mehr.
    Aber ich glaube das diese Schwirigkeiten durch die schnelllebige Gesellschaft noch verstärkt werden.Ich kann mich nicht daran erinnern das wir als Kinder einen solchen Druck in der Schule hatten.Fernsehen, Computer,u.s.w tun ihr übriges.Für einfache
    Berufe werden immer höhere Abschlüsse gefordert.Wo ist die unbeschwerte Kindheit.
    Sobald ein Kind aus der Norm fällt können die meisten nicht damit umgehen,dabei vergeßen die meisten das gerade unsere Kinder auch sehr liebenswert sind.Sie haben
    einen sehr


    hohen Gerechtigkeitssinn immer zumm Vergeben bereit ,sehr Hilfsbereit kreativ


    Das wird dann gerne vergessen.

    L G molli

    P.S.will nicht sagen das andere Kinder das nicht haben aber bei unsere Kinder
    ist das sehr ausgeprägt.

  3. #3
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 728

    AW: Philosophieren über ADHS

    hi hypi, hi molli,

    ich sehe das Ganze etwas differenzierter. Wir und auch unsere Kinder sind nicht krank. Wir sind anders. Aber "anders sein" bedeutet in dieser Gesellschaft, in der wir leben, oft auch schon krank oder einfach gestört zu sein. Und nicht wir sind das eigentliche Problem, sondern der Rest der Gesellschaft. Aus dem einfachen Grund, weil für viele Gesellschaft = Gemeinschaft = Gleichsein bedeutet. Aber gerade anders sein, verschieden sein, auch multikulturell sein macht eine heutige Gesellschaft (zumindest in unserer westlichen Welt) aus. Das bedeutet aber auch, tolerant sein, akzeptieren können, andere annehmen können. Es bedeutet, offen zu sein für neues, für unbekanntes und fremdes. Und, jetzt mal ganz abgesehen von unserer eigenen Situation, müssen wir uns da nicht auch fragen, wie tolerant wir selbst sind, wie offen wir anderen gegenüberstehen?
    Wir fordern Anerkennung für unsere Situation, wir wollen akzeptiert werden! Tun wir aber das gleiche anderen gegenüber?
    Ich denke oft, das jeder immer nur sich selbst sieht! Und das wir darüber alles andere vergessen.
    Solange wir aber nicht selbst tolerant und offen (ich halte uns hier eigentlich für alles genannte) allen anderen gegenüber, auch den "Normalos" gegenüber, sind, werden wir keine Chance haben, uns zu behaupten.
    Sehen wir uns eben als Teil der Gesellschaft und fordern wir unseren Platz in eben jener wie jede andere Randgruppe auch! Denn mehr sind wir momentan nicht: Nur eine Randgruppe gestörter Individuen, denen man nicht mal mit einer einheitlichen Therapie zu leibe rücken kann. Wir brauchen das auch gar nicht, wir brauchen nur Toleranz unserer "Andersartigkeit" gegenüber. Nicht mehr und nicht weniger!

    LG

    Snagila
    Geändert von Alex ( 2.11.2009 um 01:22 Uhr) Grund: Thema verschoben "ADHS Erwachsene: Medikamente" --> "ADS/ADHS Allgemeines"

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 42

    AW: Philosophieren über ADHS

    Hallo Hypi,
    interessantes Thema. Also ich fühle mich krank, ich habe aber auch noch eine Phobie. Meine Tochter, die bestimmt auch ADS hat, empfinde ich aber nicht als krank.
    Sie kann ihre Aufmerksamkeitsstörung gut kompensieren. Nun ist sie ein Mädchen und auch nicht hyperaktiv.
    Auch für Jungen ohne ADS, ist der Schulalltag schwer, zu wenige männliche Vorbilder und zu wenige Angebote und Themen für Jungen, wo sie ihre Kräfte messen können.

    Und wer möchte heute schon Lehrer sein? Die Klassen sind meistens riesig. Die Lehrer allein! Das ist eine politische Frage, meiner Meinung nach. Warum nicht wie in Finnland Sozialpädagogik-Studenten im Unterricht einsetzen? Warum nicht ein Gesamtschulsystem einführen, wo kein Schüler wiederholen muss? Was soll bitte schön G8 für Verbesserungen gebracht haben? Bis auf erhöten Leistungsdruck für Schüler und Lehrer, kenne ich keine Vorteile. In so einem System ist doch kein Platz für "andere".
    Wenn ich über dieses Thema nachdenke, kriege ich voll die Wut!!!
    LG
    Lyra

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 192

    AW: Philosophieren über ADHS

    Ich fühle mich ebenfalls nicht krank, nur eben anders. Und dieses Anderssein hat einen Namen von dieser Gesellschaft bekommen "ADHS". Nicht heilbar, nur behandelbar.

    Nur ich lasse mich nicht behandeln. Weder mit Tabletten noch lasse ich mich mir von einem Psychologen seine Wahrheit aufdrücken.

    Wahrscheinlich habe ich zu den ADHS Genen noch ein Revoluzzergen mitbekommen. Ich widerspreche...suche mir meine eigene Wahrheit und trage die Konsequenzen aus meinem Tun. Nehme Kritik an, arbeite an mir und reflektiere mein Verhalten. Akzeptiere mich so wie ich bin und trete authentisch auf....und es funktioniert. Nicht immer, aber immer öfter.

    Natürlich solpere ich dabei oft ins Fettnäpfchen und bin unbequem. Nur mache ich das nicht mehr zu meinem Problem.

    Als Kind hatte ich Probleme...in der Schule, während der Ausbildung und im zwischenmenschlichen Bereich. Ich habe mich immer gefragt: "Warum?"

    Ich war verzweifelt, weil die anderen an mir zweifelten. Was unterschied mich aber so gravierend von den anderen Kindern?...das ich Fragen stellte, die mir keiner beantworten konnte,....das ich meine Lehrer blöd fand und sie nicht als Autorität anerkennen konnte...das ich mich langweilte und den Unterricht störte.

    Heute denke ich , dass ich nur nach Vorbildern in der Erwachsenenwelt suchte..nach Menschen, die ehrlich waren.....nur da waren nicht viele.

    Unsere Kindern, deren Anderssein als ADS und ADHS bezeichnet wird sind auch auf der Suche..genau wie wir als Kinder.....finden aber heute weder Vorbilder noch Begleiter, die ihr Potenzial erkennen können....und langweilen sich, wie ich mich als Kind gelangweilt habe.

    Aus meiner persönlichen Sicht ist ein Umdenken angesagt. ADS und ADHS ist kein wirkliches Problem, sondern wird erst dann zum Problem, wenn die Gesellschaft diese Kinder ausgrenzt und ihnen einredet, krank zu sein.

    Wie wir alle wissen, werden immer mehr Kinder damit geboren. Irgendwie scheint mir das Sinn zu machen....denn ganz ehrlich, wer fühlt sich in dieser Leistungsgesellschaft noch wohl....vielleicht sind sie das Mittel, dass diese Gesellschaft braucht, um darüber nachzudenken, dass es Menschen sind, aus dem die Gesellschaft besteht und keine gut funktionierenden Roboter....genau darauf machen uns diese Kinder aufmerksam...wir müssen nur hinschauen, um den Sinn und Zweck von ADS und ADHS zu erkennen....

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 42

    AW: Philosophieren über ADHS

    Klasse Beitrag Amanda!

    Ja, Kinder suchen Vorbilder, an denen sie sich orientieren können und die ihnen Halt geben. Leider fallen viele Kinder, mit oder ohne ADS hier durch das System.

    Wir brauchen gut informierte Pädagogen, die sich nicht scheuen auch mal Hilfe zu holen. In der Klasse von meiner Tochter ist ein Mädchen, dass aggressiv- und autoaggressiv ist.

    Ich sitzt hier zu hause und versuche meiner Tochter zu erklären, wie sie mit diesem Mädchen umgehen kann. Ihr z.B. Fehlverhalten ruhig rückzumelden. Ihre Anschlussversuche nicht abzulehnen usw. Das Mädchen ist in der Klasse ausgegrenzt, sie explodiert schnell und zieht alles ins negative. Schwer zu ertragen für die Mitschüler, die sich nur anhören können wie "Sch.."alles ist. Auserdem haben ihre Suizidgedanken meiner Tochter und ihren Freundinnen ganz schön Angst gemacht.

    An der Schule meiner Tochter gibt es keinen Schulpsychologen, wie an vielen anderen Schulen auch!

    Wer fängt dieses Mädchen also auf, wo bekommt sie Hilfe und Halt, ihre Eltern sind anscheinend auch überfordert mit ihr? Wer hilft den Eltern?

    Ist es unserer Gesellschaft nicht wichtig genug, an jeder Schule einen Schulpsychologen einzustellen? Ich dachte eigentlich, sie wären dazu verpflichtet nach dem vorletzten Amoklauf.
    Es gibt so viele arbeislose Lehrer, Erzieher und andere Pädagogen. Warum stehen Lehrer allein in einer Klasse vor über 30 Schülern? Ist es vielen Lehrern peinlich, sich Hilfe zu hohlen, weil sie Angst haben für inkompetent gehalten zu werden?

    Wann machet die Gesellschaft endlich, die Augen auf und erkennen, dass es viele "andere" gibt, und dass es keine Lösung ist "andere" aus Angst auszugrenzen, sondern dass auf Integration und Aufklärung hingearbeitet werden muss!!!
    Eine Gesellschaft sollte sich mit der Fragen beschäftigen: Wie kann geholfen werden?

    Und dazu können auch wir hier unseren Beitrag leisten, indem wir nicht die Vogel Straußmethode anwenden, sondern aktiv werden!!!

    LG
    Lyra

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 192

    AW: Philosophieren über ADHS

    Liebe lyra....so sehe ich das auch. Anstatt uns einreden zu lassen, dass wir krank sind, weil wir hinterfragen und anders denken, wäre es sinnvoller, aktiv zu werden. Für die Kinder, die keine Hilfe bekommen und keinen Halt mehr finden.

    Wer nichts sagt, dem wird nicht zugehört. Wer nicht fragt, kann keine Antworten bekommen...und wer sich nicht traut, Stellung bezieht, wird nicht ernstgenommen.

    Integration und Aufklärung ist angesagt. Und wer könnte das besser als wir, die wir selbst betroffen sind. Wir sind nicht verrückt, nur unbequem.

    Die Pharmaindustrie verdient sich an uns und unseren KIndern eine goldene Nase. Ich denke, dass sie dabei mehr an einer Umsatzsteigerung interessiert ist, als das es ohne Medikamente gehen könnte. Damit kann kein Geschäft gemacht werden....aus meiner Sicht kann Symptombekämpfung auf Dauer jedoch keine Lösung sein.

    Nichts gegen die Forschung oder allgemein gegen Medikamente. Sinnvoll eingesetzt haben zweifelsfrei einen Sinn....nur wäre es angebraucht, auch nach anderen Lösungsansätzen zu suchen.

  8. #8
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 767

    AW: Philosophieren über ADHS

    Im Moment empfinde ich die Normalen als eine Herde Schafe, die schön brav durch die Landschaft zieht.. mampfend das Gras und Blickrichtung Boden.

    Wir sind die, die wohl die Menschheit retten werden.. vor dem Abgrund vor dem sie einmal stehen werden - bass erstaunt, dass die Wiese ein Ende hat..
    Ob wir der Herde neue Wege erschliessen werden? Oder nur unsere eigene nackte Haut retten werden können oder ob wir mit in den Abgrund gerissen werden.?

  9. #9
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.742

    AW: Philosophieren über ADHS

    Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muß man vor allem ein Schaf sein.
    Albert Einstein


    Deshalb sind wir keine!

    LG
    Erika

  10. #10
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 767

    AW: Philosophieren über ADHS

    ach Erika.. und was habe ich jahrelang bähhh gerufen und meinen Kopf Richtung Boden gesenkt.. *seufz

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