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Diskutiere im Thema ADS ohne H - die Stillen im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #21
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 236

    AW: ADS ohne H - die Stillen

    Ich selbst würde mich als Hypo bezeichnen, oder zu mindestens 80% als Hypo.
    Offiziell bin ich als hypotoner/kombinierter Typ mit F90.9 diagnostiziert. Als ich den Fragebogen nach ICD ausgefüllt hatte, war ich etwas hippelig, was bei mir eigentlich selten vorkommt und da hat das subjektive Befinden sich auf meine Antworten im Fragebogen ausgewirkt. Nach allen anderen Fragenbögen und der Fremdeinschätzung bin ich hypo. Aus den Konzentrationstests konnte man ablesen, dass ich zu einem großen Teil hypo bin.

    Ich habe neben den anderen Symtomen folgende Probleme, die ich der Hypoaktivität zuschreiben würde:
    - sehr starke Passivität (unter der ich sehr leide). Ich handle fast nicht von mir selbst aus und kann mich höchstens über Zettel mit Handlungsschritten dazu animieren. Mir fällt die notwendige Handlung einfach nicht ein und ich mache nichts. Man muss die notwendigen Handlungsschritte in der richtigen Reihenfolge und zum richtigen Zeitpunkt im Kopf bzw. sollte man beim Zettel schreiben nicht abdriften. Ein Hypo hat vielleicht einen Teilschritt im Kopf, aber die anderen Schritte nicht, und handelt dann lieber gar nicht, als unkontrolliert.

    - Gesprächen inhaltlich nicht folgen können, d.h. nicht mitdenken können. Ich kann den Inhalt nicht schon während des Gesprächs verarbeiten, weil ich mich stark darauf konzentrieren muss, den Inhalt irgendwie aufnehmen zu können.

    - Hilflosogkeit bei Diskussionen oder Streitgesprächen. Ich kann nicht genau aufnehmen, was das Gegenüber anprangert. Ich finde im entsprechenden Moment keine Argumente und lasse mich tot reden.

    - Langsamkeit

    - sich nicht richtig ausdrücken können

    - Ich finde neue Aufgaben ganz besonders schwierig

    bestimmt habe ich noch was vergessen...

  2. #22
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 1.197

    AW: ADS ohne H - die Stillen

    das kenn ich auch verpeilt.

    mir hat heute jemand was erklärt auf Arbeit, wie ich was anklemmen soll. ist ja ne ganze Lampe.

    Ich hab nur die hälfte verstanden, ich schalte dann ab, ich kann auch nicht alles aufnehmen. Hab manchmal das Gefühl wenn ich das eine nicht verstanden hab bleib ich dabei hängen und überhöre das andere. Trotzdem hab ich alles super angeklemmt.

    Sowas machen Leute die länger da sind, die haben mir die schwierigste Aufgabe auch noch aufgetragen, die anderen hatten sich schon gewwundert warum ich das als neue machen soll.............

    ich habs dann nur aufn Schaltplan abgelesen (durchgewurstelt und auch mal gefragt )weil ich nur die Hälfte verstand.............. gefühlte tausend Kabel mit Schaltplan...... aber dann bei der zweiten Lampe ging alles wie gefluscht...............Lampen brennen, alles gut........


    sich nicht richtig ausdrücken können, ist mir auch manchmal peinlich, aber manchmal isses mir egal, kommt auf meine Laune an
    Geändert von sourcream ( 9.09.2013 um 23:07 Uhr)

  3. #23
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 138

    AW: ADS ohne H - die Stillen

    Bavepeco schreibt:
    Bitte verzeiht, falls es dieses Thema schon irgendwo gibt - hier gibt es so viele Themen, dass ich es noch nicht geschafft habe, mir alle durchzulesen.

    Es wundert mich wirklich sehr, dass hier in diesem Forum ADS und ADHS meistens in einen Topf geworfen werden. Sicher ist das Problem im Kern dasselbe - mangelndes Konzentrationsvermögen - doch in der Ausprägung unterscheiden sie sich doch sehr.
    Ich als ADS-lerin ohne H leide oft darunter, dass wenn von ADS die Rede ist, fast immer ADHS gemeint ist und ich mich darin nur wenig wiederfinde.

    Es wäre schön, wenn in diesem Thema vielleicht ein paar andere "stille" ADSler von ihren spezifischen Problemen und Erfahrungen berichten könnten.


    Zum Beispiel bin ich in Schule und Universität nie aufgefallen, da ich ja so "still" und "brav" war, aber gerade dadurch habe ich unheimlich gelitten, da niemand gemerkt hat und mir auch niemand glauben konnte, wie sehr ich innerlich kämpfe und leide.


    Vorhin habe ich in dem Thema "Du hast ADS wenn" gelesen und jemand hatte sinngemäß geschrieben: "wenn dein Gesprächspartner gar nicht zum Antworten kommt". Das zum Beispiel ist ein Riesenunterschied zwischen ADS und ADHS. Bei mir ist es genau andersrum, dass meine Gesprächspartner stundenlang quatschen, weil ICH nicht antworte, da ich mich schon nach Minute 1 in meine innere Welt verabschiedet habe. Dies nur mal so als kleines unwesentliches Beispiel, wie gegensätzlich "mit H" und "ohne H" manchmal sein können.

    Was ich mich auf frage ist, ob ADS und ADHS unterschiedliche Formen derselben Krankheit sind oder einfach aus der Kombination zwischen der Kranheit und dem Persönlichkeitsmerkmal Introversion/Extroversion entstehen.
    Das Syndrom der ADS legt zumindest nahe, dass es bei denen ohne H eine Verbindung zur Introversion gibt. Und wer weiß, vielleicht sind viele die mit der ADS-Diagnose versehen wurden einfach stark introvertierte Personen. Ich sehe hier ein sehr großes gesellschaftliches Problem was mit dem was wir sein sollten und dem was wir sind einhergeht.

    Introvertiertheit, so wie sie sich mir darstellt ist ein eher unerwünschtes Menschenmodell. Man ist empfindlich, braucht viel Ruhe und trägt (bedingt durch Auszeiten und intensives Innenleben) weniger zur Gestaltung der Gesellschaft bei (zumindest auf den ersten Blick). Es hat also zumeist den Anschein das die Introvertierten weniger Leistungsfähig sind, als die Extravertierten. Unter den gegenwärtigen Bedinungen unserer Arbeits- und Konsumgesellschaft muss ich dies (als diagnostizierter AD(H)Sler, Mischtypus mit Tendenz zur Hypoaktivität und als stark Introvertier Mensch) auch eingestehen, zumindest was mich betrifft.
    Ich habe weder die Energie, noch die Motivation mich den ganzen Tag dem Leben auszusetzen. Dies führte zu nun 14 Jahren Depression, mehreren Berufsabschlüssen und verschiedenen Persönlichkeitsstörungen.

    Um wieder auf ADS zurückzukommen - diese wird, im Gegensatz zur Introvertierheit - mit Medikamenten behandelt. Wird in einem Test starke Introvertierheit festgestellt, dann ist dies kein Grund zum direkten Handeln (nur unter Leidensdruck und dann mit anderen Diagnosen) - und warum auch, es ist ein scheinbar (so wird behauptet) normaler und gar nützlicher (?) Wesenzug, der aber dem Produktivitätsgedanken der Gesellschaft, getrieben durch die Wirtschaft entgegen steht.
    Nun kommt natürlich auch noch ein Leidensdruck hinzu, wenn man selbst nicht "funktioniert". Jeder mag für sich den Gedanken selbst weiterdenken was passiert, wenn ein Mensch, der nicht dem entspricht was Gesellschaft und Wirtschaft von ihm erwarten versucht, seinen Platz im Leben zu finden. Mit viel Glück, den richtigen Startbedingungen oder auch Vitamin B findet er einen Platz, den weniger glücklichen allerdings stehen eine Unmenge von Hürden entgegen. Nun kommt die Frage auf wie es weiter geht, was es für Möglichkeiten gibt...

    Was ich unter anderem damit sagen will ist, dass ich nicht weiß ob ADS und Introvertiertheit voneinander getrennt betrachtet werden können oder nicht. Ich lese immer wieder das Menschen mit ADS auch große Probleme haben mit anderen Menschen umzugehen, da sie diese Begegnungen als "anstrengend" und "auszehrend" beschreiben. Dies trifft ebenso auf eine recht allgemeine Aussage zur Introvertiertheit zu: Introvertierte Personen beziehen ihre Energie aus sich selbst, aus der Ruhe während Extravertierte Menschen ihre Energie aus dem Kontakt mit anderen ziehen.
    Natürlich wird davon ausgegangen, dass es (wie bei AD(H)S auch) bei diesem Persönlichkeitsmerkmal (Extraversion/Introversion) unterschiedliche Ausprägungsgrade gibt.

    Als eher stiller und zurückhaltender Mensch werden sicher viele mit ADS diagnostizierte die gleichen Erfahrungen gemacht haben, darunter: nicht nein sagen zu können, ständig übersehen zu werden, als Mülleimer für die Probleme anderer herzuhalten, als Stubenhocker und graue Maus gelten, dem Spott anderer (einfach auch durch die abwesende und energiearme Ausstrahlung sowie mangelnde soziale Beteiligung) ausgesetzt zu sein, in Gruppen ständig überfordert zu sein (das mit der Selbsthilfegruppe war ein sehr gutes Beispiel - ich meide sie auch aus genau dem Problem das einige ADHSler diese [vermeintlich ungewollt] völlig dominieren), Neigung zum Grübeln und zu depressiven Gedanken, Übernervosität (Reizüberfutung, mitunter auch sich entwickelnde Sozialphobie und Vermeidungsverhalten, evt. auch andere Störungen), Konfrontationsscheu, Harmoniebedürftigkeit, Minderwertigkeitskomplexe durch verminderte Energie und Leistungsfähigkeit, häufiges und großes Ruhebedürfnis (allein sein zu dürfen) etc. Zumindest sind dies Dinge die mir immer wieder begegnen. Der innere Dialog mit sich selbst bestimmt das Sein. Wird mir dann noch zuhause die Ruhe geraubt kann ich mitunter auch sehr gereizt reagieren was mir dann sehr schnell wieder leid tut.

    Was (mir) auch häufig passiert ist das Abschweifen vom eigentlichen Thema. Darum beende ich es hier erstmal.

    MfG
    Chaoticus

  4. #24
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 30

    AW: ADS ohne H - die Stillen

    Genau das ist ja das Problem, ich kann nicht einfach zuhören und ins Kurzzeitgedächtnis abspeichern und bei Bedarf wieder hervor holen. Entweder habe ich kein Kurzzeitgedächtnis (oder Zwischenspeicher), oder er ist falsch progammiert. Ich muss verstehen wie etwas abläuft. Ich bleibe dann auch beim ersten Pukt den ich nicht verstehe hängen und der Rest geht an mir vorbei. Es geht mir dauernd so wie dir, nachlesen und nachfragen,was ja ziemlich Zeit beansprucht, und das Resultat stimmt dann. So habe ich in kurzer Zeit eigentlch mehr gemacht als andere die den Ablauf gespeichert haben, ich habe nämlich verstanden weshalb ich welchen Schritt tun muss. Das Dumme ist nur dass ich in dieser Zeit alle anderen Dinge nicht tun oder lernen konnte, da ich ja damir beschäftigt war etwas zu verstehen. Und das "Spiel" geht von vorne los.
    Manchmal gibt es Leute die sehen dass ich das was ich tue verstanden habe und finden das ich schnell lerne. Nur sehen sie eben nicht wie viel Aufwand dahinter steckt, und eigentlich mehr "geleistet" habe um das selbe Resultat zu erreichen. Das kann ja auf Dauer nicht gut gehen

    Ich habe schon lange aufgehört sofort alles auf schreiben zu wollen. Ich kann nicht gleichzeitig zu hören und aufschreiben, ich driffte schnell ab oder will alles aufschreiben was ich höre weil mir alles wichtig erscheint, oder nicht weiss was ich aufschreiben soll. So schnell kann ich gar nicht schreiben, und habe schon wieder die Hälfte verpasst.....

    Ich habe auch Probleme damit mich aus zu drücken. Wenn ich etwas sagen muss vergesse ich oft was ich eigentlch sagen wollte, oder es kommt nicht so raus wie ich es sagen wollte weil ich in Gedanken schon bei den nächsten Sätzen bin- So kann es passieren das ich einfach nichts sage oder eben nicht Frage was dann als Interessenlosigkeit interpretiert wird. Keiner sieht ja wie mein Gehirn eigentlich auf Hochtouren arbeitet. Ich ecke damit an das man nicht sieht dass ich sehr wohl aktiv dabei bin.

    Blöd ist nur dass wenn ich in einer hyperaktiven Phase, viele Fragen stelle, dauernd am plappern bin. ich kann mich nicht bremsen, genaus so wenig wie ich aus mir raus kommen kann wenn ich hypoaktiv bin. das Resultat ist das Selbe ich komme nicht mit, bin überfordert und ecke an. In einem Fall bricht der Vulkan sichtbar und hörbar aus, im andern Fall bricht er "still" aus, nichts dringt nach draussen aber innerlich bin ich kurz vor dem ausrasten und ziehe mich zurück und klinke mich aus. Und in beiden Fällen sieht niemand was im Kopf vor geht und werden missverstanden.

    Aber in beiden Fällen bin genau gleich sensibel, harmoniebedürftig, verletzlich usw. und kann mein Verhalten nicht beeinflussen. Es ist ein Teufelskreis,

  5. #25
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 7

    AW: ADS ohne H - die Stillen

    Ja dieses blöde Kurzzeitgedächtnis. Es gibt Tage, da habe ich das Gefühl ich habe gar keins. Ich komme in eine Besprechung mit 4 neuen Leuten und während mir der Dritte vorgestellt wird, habe ich den namen des Ersten schon wieder vergessen.
    Dann muss ich die ganze Zeit rumeiern ohne Namen zu nennen oder jemand anders hilft mir auf die Sprünge.

    Ich bin vom Typ her sicher auch eher der stille Träumer, habe aber auch meine impulsiven Momente. Wenn ich mal in einer Unterhaltung drin bin plappere ich erst ein paar mal dazwischen. dann fällt es mir auf. Ups - schon wieder passiert. Ich streng mich an und hör zu und schwupps hab ich den Faden verloren, weil ich gerade in Gedanken meine nächste qualifizierte Bemerkung plane. Bis ich die anbringen will, passt sie aber schon nicht mehr zum Thema.

    Ein Teufelskreis - das stimmt.

    cu
    Martin

  6. #26
    TTS


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 235

    AW: ADS ohne H - die Stillen

    smile schreibt:
    - hallo bavepeco

    ich bin ein mischtyp - und das macht mich unberechenbar - für mich, und für meine umgebung.

    Ich glaube, hyper vs. Hypo, so habe ich es mir zusammengeschuster.... Sind zwei arten, mit der reizfilterstörung zu recht zu kommen, und wie
    man es nach "aussen" zeigt.

    Ich habe momente, wenn es mir zu viel wird... Dann mache ich "zu".... Und andere da "muss" ich mich "bewegen" - aktiv sein / impulsiv.

    Lg
    absolut dito!

  7. #27
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 236

    AW: ADS ohne H - die Stillen

    Chaoticus schreibt:
    Was ich unter anderem damit sagen will ist, dass ich nicht weiß ob ADS und Introvertiertheit voneinander getrennt betrachtet werden können oder nicht. Ich lese immer wieder das Menschen mit ADS auch große Probleme haben mit anderen Menschen umzugehen, da sie diese Begegnungen als "anstrengend" und "auszehrend" beschreiben. Dies trifft ebenso auf eine recht allgemeine Aussage zur Introvertiertheit zu: Introvertierte Personen beziehen ihre Energie aus sich selbst, aus der Ruhe während Extravertierte Menschen ihre Energie aus dem Kontakt mit anderen ziehen.
    Natürlich wird davon ausgegangen, dass es (wie bei AD(H)S auch) bei diesem Persönlichkeitsmerkmal (Extraversion/Introversion) unterschiedliche Ausprägungsgrade gibt.

    Als eher stiller und zurückhaltender Mensch werden sicher viele mit ADS diagnostizierte die gleichen Erfahrungen gemacht haben, darunter: nicht nein sagen zu können, ständig übersehen zu werden, als Mülleimer für die Probleme anderer herzuhalten, als Stubenhocker und graue Maus gelten, dem Spott anderer (einfach auch durch die abwesende und energiearme Ausstrahlung sowie mangelnde soziale Beteiligung) ausgesetzt zu sein, in Gruppen ständig überfordert zu sein (das mit der Selbsthilfegruppe war ein sehr gutes Beispiel - ich meide sie auch aus genau dem Problem das einige ADHSler diese [vermeintlich ungewollt] völlig dominieren), Neigung zum Grübeln und zu depressiven Gedanken, Übernervosität (Reizüberfutung, mitunter auch sich entwickelnde Sozialphobie und Vermeidungsverhalten, evt. auch andere Störungen), Konfrontationsscheu, Harmoniebedürftigkeit, Minderwertigkeitskomplexe durch verminderte Energie und Leistungsfähigkeit, häufiges und großes Ruhebedürfnis (allein sein zu dürfen) etc. Zumindest sind dies Dinge die mir immer wieder begegnen. Der innere Dialog mit sich selbst bestimmt das Sein. Wird mir dann noch zuhause die Ruhe geraubt kann ich mitunter auch sehr gereizt reagieren was mir dann sehr schnell wieder leid tut.
    Man kann mit Hilfe von Konzentrationstests tendenziell herausfinden, ob jemand extravertiert oder introvertiert ist, unabhängig von AD(H)S oder Nicht-AD(H)S. Extravertierte sind bei den Tests schneller als Introvertierte, machen dafür aber mehr Fehler. Extravertierte reagieren schneller und mit geringerer Intensität, Introvertierte langsamer und stärker. Unter den Nicht-AD(H)Slern sollen sich Introvertierte besser konzentrieren können als Extravertierte.
    Ein introvertierter Nicht-AD(H)Sler und ein introvertierter AD(H)Sler hätten gemeinsam, dass beide in Konzentrationstests weniger Fehler machen würden als extravertierte Menschen. Der introvertierte AD(H)Sler würde allerdings in den Tests langsamer sein und damit schlechtere Ergebnisse erzielen als der introvertierte Nicht-AD(H)Sler.

    Ich vermute, dass sich die Introversion/Extraversion bei AD(H)Sler viel stärker an die Umgebung auswirkt als bei Nicht-AD(H)Slern.
    Das Chaos verhindert entweder das Handeln (introvertiert) oder es führt zu unkontrollierten Handlungen (extravertiert).
    Eine Hypothese: Angenommen, 2 verschiedene introvertierte Menschen (1x ohne ADS, 1x mit ADS) führen eine Handlung erst dann aus, wenn vorher eine gewisse Anzahl an Teilhandlungsschritten bekannt ist und in die richtige Reihenfolge gebracht wurde. Der introvertierten Person mit ADS würde es viel schwerer fallen, im richtigen Moment an die Handlungsschritte zu denken und sie in die richtige Reihenfolge zu bringen. Das begünstigt ein Nicht-Handeln gegenüber der introvertierten Person ohne ADS.
    (das würde aber die extravertierte Variante nicht erklären)

    Eine weitere Hypothese von mir, warum die Aufmerksamkeitsprobleme bei Gesprächen besonders bei den introvertierten AD(H)Slern stärker sind: Introvertierte verarbeiten die erhaltenen Informationen genauer bzw. mit größerer Intensität. Bei AD(H)Slern ist besonders der Arbeitsspeicher begrenzt, bzw. der davon verfügbare Anteil. Wenn eine genauere Verarbeitung mehr Arbeitsspeicher verbraucht, dann fehlt die Kapazität, die nächst folgenden Informationen aufzunehmen - oder die Information kann gerade noch so aufgenommen werden, aber nicht verarbeitet werden.

  8. #28
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 30

    AW: ADS ohne H - die Stillen

    verpeilt. schreibt:
    Bei AD(H)Slern ist besonders der Arbeitsspeicher begrenzt, bzw. der davon verfügbare Anteil. Wenn eine genauere Verarbeitung mehr Arbeitsspeicher verbraucht, dann fehlt die Kapazität, die nächst folgenden Informationen aufzunehmen - oder die Information kann gerade noch so aufgenommen werden, aber nicht verarbeitet werden.
    Ich habe das Gefühl das mein Gehirn genau so arbeitet, könnte es aber nie so ausdrücken. Danke!

  9. #29
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: ADS ohne H - die Stillen

    @TTS

    ?? - Darf ich fragen?

    Geht es dir auch "besser" wenn man es "ausleben" darf?

    Wie soll ich sagen, in der Schule war es nat. ein Vorteil durch das "abschalten" / in sich gekehrte - nicht störend zu sein. Klar war mein Verhalten zwar aufgefallen,
    doch da ich im Durchschnitt meine Leistungen trotzdem erbringen konnte, und sich niemand ab meinem "stillen" Verhalten störte.... kein Problem (für die Anderen).
    Nicht offensichtlich. (Ich will keinem die Schuld geben, dass ich anders war, war zwar aufgefallen, doch dass es mir enorm viel Energie und Mehraufwand kostete...
    eben diese Leistung im Durschnitt zu halten... viel eben NICHT auf)

    Wie mein Therapeut sagt, sich nach Innen öffnend.

    Doch - wenn ich das Innere nach Aussen zeigen durfte... was ich dann mit Sport gut tun konnte..... ging es mir persönlich besser. Weil in dieser Form, darf ich
    Sein - so wie ich bin. Hier durfte und musste ich nicht abschalten - was mir gut tat.

    Es kostet mir mehr Kraft und Energie - "Angepasst" zu wirken - als einfach Sein zu können - und eben nicht immer "deckeln" zu müssen. Ein Hyper zeigt.... Ein
    Hypo, so wie ich mich fühlte..... schauspielert... setzt eine Maske auf.... und dass kostet ein Stück weit... sehr viel mehr...

    Habe ICH so das Gefühl.... Seit ich mich nicht mehr zwinge, brav in der Ecke zu sitzen - kann es vor kommen, dass ich in Gesprächen halt direkt meine
    Meinung unkontrolliert rüber bringe.... doch es geht MIR besser dabei....

    lg

  10. #30
    TTS


    Neues Forum-Mitglied

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    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 235

    AW: ADS ohne H - die Stillen

    Smile schreibt:
    @TTS

    ?? - Darf ich fragen?

    Geht es dir auch "besser" wenn man es "ausleben" darf?

    Wie soll ich sagen, in der Schule war es nat. ein Vorteil durch das "abschalten" / in sich gekehrte - nicht störend zu sein. Klar war mein Verhalten zwar aufgefallen,
    doch da ich im Durchschnitt meine Leistungen trotzdem erbringen konnte, und sich niemand ab meinem "stillen" Verhalten störte.... kein Problem (für die Anderen).
    Nicht offensichtlich. (Ich will keinem die Schuld geben, dass ich anders war, war zwar aufgefallen, doch dass es mir enorm viel Energie und Mehraufwand kostete...
    eben diese Leistung im Durschnitt zu halten... viel eben NICHT auf)

    Wie mein Therapeut sagt, sich nach Innen öffnend.

    Doch - wenn ich das Innere nach Aussen zeigen durfte... was ich dann mit Sport gut tun konnte..... ging es mir persönlich besser. Weil in dieser Form, darf ich
    Sein - so wie ich bin. Hier durfte und musste ich nicht abschalten - was mir gut tat.

    Es kostet mir mehr Kraft und Energie - "Angepasst" zu wirken - als einfach Sein zu können - und eben nicht immer "deckeln" zu müssen. Ein Hyper zeigt.... Ein
    Hypo, so wie ich mich fühlte..... schauspielert... setzt eine Maske auf.... und dass kostet ein Stück weit... sehr viel mehr...

    Habe ICH so das Gefühl.... Seit ich mich nicht mehr zwinge, brav in der Ecke zu sitzen - kann es vor kommen, dass ich in Gesprächen halt direkt meine
    Meinung unkontrolliert rüber bringe.... doch es geht MIR besser dabei....

    lg
    Fragen darfst Du ALLES!
    Ja, mir geht es bedeutend besser wenn ich es ausleben darf. Es ist ein komisches Druckgefühl. Und ich bin nicht ich selbst. Das passt mir garnicht, aber manchmal ist es schwierig. Vor allen Dingen wenn man mich nicht kennt (oder die Ads-Problematik).
    Wenn jemand dein "Inneres" kennt, ist das doch akzeptabel wenn Du Dich nach innen öffnen kannst.
    Warum kannst Du das mit Sport jetzt nicht mehr?
    ...kann es vor kommen, dass ich in Gesprächen halt direkt meine Meinung unkontrolliert rüber bringe.... doch es geht MIR besser dabei....
    Das mache ich dauernd... Das kann aber manchmal auch nach hinten los gehen... aber es kann auch Spaß machen.

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