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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 179

    Unglücklich Nach 3 Jahren frustriert und keinen Schritt weiter.

    Hallo Zusammen,

    ich versuche mich mal Kurz zu fassen, da ich das einiges davon schon in meiner Vorstellung heute geschrieben habe...

    Ich stürzte vor 3 Jahren selbstverschuldet durch die Trennung von meiner Exfrau und einigen weiteren unglücklichen Umständen in eine schwere Lebenskrise. Die Situation überforderte mich so, das ich eine Therapeutin aufsuchte. Durch Sie erhielt ich den Hinweis auf ADHS und kurze Zeit später auch die Diagnose.

    Große Teile meines Lebens erschienen nun plötzlich in einem anderen Licht und ich unternahm wirklich sehr viel um mich und mein ADHS zu verstehen und besser damit umgehen zu können. Die Hoffnung war groß das ich nun vielleicht Wege finden könnte um einiges in meinem Leben zum Besseren verändern zu können.

    Inzwischen sind wie gesagt ca. 3 Jahre vergangen und ich verstehe nun auch vieles was mit mir und in mir vorgeht. Aber alles in allem hat sich mein Leben seit dem nicht verbessert, es ist eher sogar schlimmer geworden. Wenn nicht bald etwas passiert stehe ich wirklich vor dem Scherbenhaufen der mal mein Leben war.

    Ich hatte mit meiner Exfrau sechs glückliche Jahre. Diese waren auch die erfolgreichsten und besten meines Lebens. In dieser Zeit konnte mir wirklich sehr viel aufbauen, wovon nun aber nicht mehr viel übrig ist. Ich merke jeden Tag, das ich ohne eine harmonische und feste Partnerschaft meinen ADHS Problemen hilflos ausgeliefert bin. Während ich in einer solchen Partnerschaft lebte hatte ich mein ADHS halbwegs im Griff ohne überhaupt zu wissen das ich ADHS habe. Nun weiss ich so viel über ADHS aber bekomme es teilweise fast gar nicht in den Griff. Auch eine Medikation mit MPH hat mir nicht wirklich dauerhaft geholfen.

    Soll das nun bedeuten ich muss einsehen, das ich ohne Partner nicht funktioniere? Das kann und darf nicht sein!
    Nur wie bekomme ich das alles alleine hin? Ich will nicht weiter zusehen wie alles was mir wichtig ist weiter den Bach runter geht!!!!

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Nach 3 Jahren frustriert und keinen Schritt weiter.

    Hallo Markus,

    es tut mir leid, dass du dich gerade so schlecht fühlst. Du hast die Diagnose als Chance gesehen, um etwas zum Positiven zu verändern und bist nun frustriert, weil es nicht geklappt hat. Das kann ich sehr gut verstehen. Mir ging es phasenweise auch so. Ich bin in deinem Alter und habe die Diagnose im November 2009 erhalten. Einen Monat später bekam ich zum ersten Mal Medis, die ich regelmäßig und gewissenhaft einnehme. Damals hatte ich die folgenden Ziele:

    - einen festen Job finden
    - eine dauerhafte Beziehung führen
    - meinen Freundeskreis vergrößern und nicht mehr so oft am WE allein zu Haus rumhängen
    - strukturierter und organisierter sein
    - nicht mehr so viele Sachen vergessen

    In keinem dieser Punkte war ich bisher erfolgreich. Ich arbeite immer noch für eine Zeitarbeitsfirma. Einen Partner hatte ich schon seit 7 Jahren nicht mehr. Nette Leute lerne ich zwar immer wieder kennen und freue mich sehr, sie zu sehen und umgekehrt ebenso... aber da ich sehr ausgefallene Interessen habe, wohnen diese Leute überwiegend in anderen Teilen Deutschlands, und die Treffen finden nur alle 2-3 Monate statt. Diverse Versuche, mir über gewisse Internetseiten wie new-in-town einen neuen Bekanntenkreis aufzubauen, waren erfolglos. Mit Stinos komme ich selten klar bzw. sie haben ihre Probleme mit mir, weil ich eben nicht so die typischen Standard-Frauenhobbys habe. Strukturiert und organisiert bin ich immer noch nicht, vergesslich aber nach wie vor .

    Hast du dir aber schon mal überlegt, ob es in den letzten 3 Jahren nicht vielleicht in den kleinen Dingen deines Lebens irgendwelche positiven Veränderungen gab? Geh´ mal tief in dich hinein und denk´ drüber nach... ich bin sicher, dir wird etwas einfallen . Ich kann für mich behaupten, dass sich für mich die Einnahme der Medis in 3 Punkten als sehr hilfreich erwiesen hat:
    1.) Ich kann andere Leute viel besser ausreden lassen und falle kaum noch jemandem ins Wort.
    2.) Ich bin nicht mehr ständig müde und habe mehr Energie.
    3.) Ich bin viel ruhiger geworden und ticke nicht mehr aus.

    Und ganz ehrlich, ich freu´ mich über jeden kleineren Teilerfolg und bin stolz auf mich. Dass du nur in einer Partnerschaft funktionieren kannst, glaube ich nicht. Vielleicht ist die Single-Phase einfach ´ne Zeit um dir selbst zu beweisen, dass du auch ohne Partnerin gut leben kannst. Manchmal hat man nicht die Wahl, so wie ich z. B. Und eine Beziehung von 6 Jahren inklusive Heirat ist doch auch ein beachtlicher Erfolg. Wie gesagt, ich bin genauso alt wie du und seit über 7 Jahren Single. Länger als 4 Monate hat es noch kein Mann mit mir ausgehalten. Trotzdem halte ich mich weder für wertlos noch für beziehungsunfähig.

    LG
    WeißeRose

  3. #3
    Prinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 826

    AW: Nach 3 Jahren frustriert und keinen Schritt weiter.

    Hallo Markus,

    ich denke Deine Frust können alle hier verstehen, denn jeder hier wird ihn auf die ein oder andere Art und Weise erlebt haben oder erleben. Weiße Rose hat schon viel wichtiges geschrieben.

    Nimmst Du noch Medis?

    Bei mir kam der Durchbruch durch die Medis, denn meine Sicht auf die Dinge und auf ich selbst haben sich verändert.

    Früher habe ich einen Mann nach dem anderen gehabt, weil ich meinte ohne Mann nicht sein zu können. Mit Medis merke ich aber genau das Gegenteil, ich kann auf einmal er spüren, dass ich mich "nur" auf mich selbst verlassen muss. Das nimmt mir unglaublich viel Druck und hat meinen Selbstwert enorm gesteigert.

    Was kannst Du Deiner Meinung denn mit einem Partner besser als ohne? Ist es bei Dir auch die eigen Verantwortung? Sprich in dem ich Verantwortung für den anderen übernehme kann ich auch Verantwortlich mit mir selber umgehen?

    Wie ist Dein soziales Netz? Hast Du Freunde/Familie?

    Machst Du Therapie?

    Und das sich in den drei Jahren nun so gar nichts verändert hat glaube ich nicht. Allein dadurch das Du diesen Thread eröffnet hast scheint Dir also schon Bewusst zu werden das Du Baustellen hast und das Du sie angehen möchtest.

  4. #4
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.429

    AW: Nach 3 Jahren frustriert und keinen Schritt weiter.

    Hallo Markus,

    Es ist wirklich so dass ADSler oft besser funktionnieren wenn sie menschen um sich haben... Vielleicht hat deine frau dich einiges übernommen, oder du warst wegen ihr motiviert... Wenn sie nun viel übernommen hatte, konntest du auch vieles gar nicht lernen und es braucht seine zeit nachzuholen.

    Ganz allein ist manchmal wirklich schwierig. Aber dich eine dame finden nur um dein alltag im griff zu haben auch etwa blöd... Hast du mal mit caoching schon probiert? Da ist eine nette menschen der dich unterstützt und auch motiviert. Jemand aus dein umfeld oder sogar eine andere chaot der es mit dich gegenseitig macht. Es gibt auch professionellen caoch, aber ich finde, man kann auch anders probieren.

    Auch am arbeit funktionniere ich besser als zu hause, tröddele ich nicht... Es gibt eben der druck und struktur von aussen... Nach der arbeit, habe ich wenig zeit und bin oft effizienter als wenn ich urlaub habe. Sehr typisch...

    Auch auf diese forum gibt es der alltaggruppe, wo die leute sich mut machen und gegenseitig helfen.

    Ich habe meine diagnose seit 6 jahren, hatte eine zeit lang druch forumcaoching (auf ein andere forum) motivation gefunden und jetzt mache ich es ohne. So wie eine stinos funktionnieren bin ich weit weg entfernt, aber es geht irgendwie schon... Es hat mich auch geholfen mich so zu akkzeptieren wie ich bin und mit meine schwierigkeiten... Damit geht es auch besser, weil es mich auch viel druck wegnimmt.

    Naja, jetzt bin ich wieder mal vor der PC statt meien frühstück fertig essen, abwaschen und einiges anfangen... Ich werde vielleicht später auf letzte drucker machen. Hauptsache, es wird mal gemacht.

    Dass wirklich nichts verändert ist, glaube ich auch nicht... Aber etwas ändern wo wir ehe schwach sind, geht es oft sehr langsam, auch mit viel einsatz und... Geduld ist auch nicht unsere stärke. Bei mich auch, hat sich vor allem kleines verändert, nicht grosses. Ausser die akkzeptanz, und es macht viel aus, nimmt viel stress weg...

    lg

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 179

    AW: Nach 3 Jahren frustriert und keinen Schritt weiter.

    Erstmal danke an euch für eure aufmunternden Worte!!!

    Mein Leben ist im Moment vielleicht nicht so katastrophal wie es vielleicht klingt. Ich habe eigentlich alles was man so braucht.
    Eine tolle Wohnung, einen wundervollen Hund, ein gutes soziales Netz, tolle Freunde die für mich da sind und auch einen "Job".
    Wenn ich dann lese was WeißeRose schreibt bekomme ich wirklich ein schlechtes Gewissen überhaupt zu jammern

    Es ist so, das ich viel von dem was ich bis vor 3 Jahren erreichte hatte und was mir wichtig war durch meine Krise verloren haben.
    Dazu zählt zum Beispiel auch meine Firma, die sehr erfolgreich war und die mit über 10 Jahren die bisher längste Konstante in
    meinem Leben war. Wie es zu dem Verlust kam wäre jetzt etwas zu Umfangreich, aber es lag einfach daran, das ich eben
    in den letzten 3 Jahren nicht Leistungsfähig war. Ich habe nun vor einem Jahr eine neue Firma gegründet und es läuft soweit auch ganz
    gut. Aber ich erwirtschafte damit leider noch nicht genug, so daß ich jedes Monat auf mein erspartes zurückgreifen muss und das hält nicht
    mehr ewig. Wenn das weg ist und die bis dahin Firma nicht läuft bin ich wirklich am Arsch! Die Chancen das ich daß mit der Firma hinbekomme
    stehen eigentlich gut, wenn ich es endlich schaffe wieder konzentrierter und effektiver zu arbeiten. Was mir aber zur Zeit nicht gelingen will.

    Und was die Partnerschaft angeht. Dabei geht es nicht um Verantwortung oder um tatkräftige Unterstützung. Ich habe auch kein zu schlechtes
    Selbstwertgefühl und glaube auch nicht das ich nun für immer alleine sein werde oder gar Beziehungsunfähig bin. Aber eine feste und natürlich
    auch funktionierende Beziehung gibt mir in aller erster Linie so etwas wie emotionale Stabilität vielleicht könnte man es auch Geborgenheit
    oder seelische Sicherheit nennen. Und wenn ich dieses Gefühl nicht habe und mich einsam fühle, merke ich wie sich meine ADHS Symptome
    drastisch verschlimmern, meine Gedanken sich nur noch um diese Angst vor der Einsamkeit drehen und ich somit gar nichts mehr auf die Reihe
    bekomme.

    Wie Ihr beide richtig gesagt habt, habe ich natürlich in den letzten 3 Jahren sehr viel über mich und für mein Leben dazu gelernt. Aber wenn ich nicht
    noch einmal wie vor langer Zeit am Nullpunkt anfangen möchte, dann reicht das eben alles gerade nicht aus. Die vielen Kleinigkeiten die ich gelernt habe
    sind wirklich schön und möchte ich auch nicht missen. Aber bei den Punkten die mir schon die ganze Zeit am wichtigsten sind und die meisten Probleme bereiten
    komme ich einfach kein Stück weiter.

    Und nun noch zu den anderen Fragen:
    Ich bin seit 2 Jahren bei einer Therapeutin und fühle mich dort sehr wohl.
    Ich habe vor 2 Jahren für einige Monate Medikinet genommen, teilweise habe etwas gemerkt, manchmal gar nichts
    und oft hatte ich auch den Eindruck, das es z.B. meine Nervosität und Konzentrationsschwäche verstärkt. Daher nehme ich es nicht mehr.
    Professionelles Coaching hatte ich auch schon was ganz gut war, aber eben auch Geld kostet. Ein paar Freunde helfen mir manchmal ein
    bisschen mit einer Coaching, z.B. um mich an Dinge zu erinnern oder bei einer Sache zu bleiben. Ein privates gegenseitiges helfen mit einem anderen Chaoten habe ich noch nicht probiert.

  6. #6
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 226

    AW: Nach 3 Jahren frustriert und keinen Schritt weiter.

    Hallo Markus,

    ich kenne das mit dem Beziehung zuende die Welt stürzt ein. Bei mir war es ähnlich, mit Beziehung hatte ICH MIT MIR wenig Probleme, meine Probleme schienen schier garnicht da zu sein, das Leben lief gut.
    Klar brachte der Partner immer sorgen und probleme mit rein aber dadurch das ich sehr hilfsbereit war machte das nichts, ich war immer der Meinung zusammen schaffen wir das schon.
    Ich blühte auf meinem Partner den Rücken zu stärken, halt zu geben, für ihn da zu sein, gebraucht zu werden. Unterstützte wo ich konnte, vergaß dabei auch etwas mich und meine Bedürfnisse, aber weitgehen wenn ich rückwirkend schaue war das Leben in einer Beziehung doch besser.

    Als 2007 ich das erste mal ganz für mich in eine whg zog ohne Beziehung ohne Familie ständig um einen rum wie man es aus der jugend kennt.....da brach meine Welt zusammen und es dauert nicht lange als die ersten Spekulationen bezgl. ADS aufkamen, die man dann aber wieder erfolgreich verdrängte
    Ich versuchte VT und fühlte mich bei den Therapeuten immer unverstanden, gut sie hatten ja auch mit ADS nichts am Hut und damals dachte ich daran nicht.

    Ich habe jetzt viele Jahre in einsamkeit verbracht und ich glaube um so länger man allein ist umso schwerer wird es aus dem Tief wieder raus zu kommen. Ich weiß man muss allein klar kommen, tu ich auch soweit aber die Feinheiten, der Rest, das macht nur sinn mit etwas Liebe und zusammengehörigkeit.

    Hast du diesen süßen Labrador noch mit dem du auf dem Bild bist? Ist dein eigener? Tiere geben einem ein wenig Kraft, glaub ohne meine Katzen wäre ich schon untergegangen

    Sieh es doch vielleicht ein bisl so. Ohne Partnerin fährst du dein Leben auf Sparflamme, mit Partnerin lodert ein Feuer. Beides ist doch soweit ok, kann man annehmen oder?

    Ich weiß wie gesagt was du meinst, ich versteh dich so gut.


    LG FLedermaus

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