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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Ist folgendes auch eine Art ADS?

    Also, ich kenn das von meiner Ma ähnlich.

    Sie hatte - um ihre nicht diagnostizierte und unbehandelte - ADHS in den Griff zu bekommen, immer bestimmte Vorstellungen davon, wie etwas laufen musste. Wurden Dinge dann anders gemacht, hat sie das völlig aus dem Konzept gebracht.

    Auch dieses alles negativ sehen kenne ich gut. Einer Situation etwas Positives abgewinnen konnte sie nie. Sie war da einfach zu sehr in den Zurückweisungen aus ihrer Kindheit gefangen. Auch Anerkennung durch andere konnte sie nie wahrnehmen. Sie hat immer den Haken daran gesucht und eine echte Wertschätzung durch Kolleginnen, Vorgesetzte oder Schüler nicht erkannt, sondern immer etwas Negatives darin gesehen und auch laut Kund getan. Das hat zu einem ziemlich hohen Konfliktpotential zwischen uns geführt. Meine Brüder haben immer gesagt, meine Mutter und ich sind uns zu ähnlich, was ich immer vehement abgestritten habe.

    In meiner Diagnostik ließ sich ADHS über drei Generationen aus beiden Seiten der Familie verfolgen, natürlich in unterschiedlicher Ausprägung. Die Diposition zur ADHS ist erblich, die Ausprägung hängt von vielen individuellen Faktoren ab. In meiner Familie sind Beamte, Lehrer, Richter etc. mit ADHS über mehrere Generationen zu finden, auch wenn es im Volksmund immer heißt, mit ADHS kann man weder Abitur noch ein Studium bewältigen.

    Bei meiner Oma väterlicherseits wurden die ADHS-Symptome und die damit verbundenen Probleme im Alter für eine Form der Schizophrenie gehalten, allerdings konnte meine Ärztin aus Berichten über ihre Kindheit, Jugend und späteren Leben als alleinerziehende Witwe ganz klar eine ADHS-Symptomatik bis ins hohe Alter feststellen. Sämtliche Kinder von ihr und Enkel haben ein abgeschlossenes Hochschulstudium. Und trotzdem spricht anamnestisch bei allen viel für ADHS. Aus dieser Linie bin ich die Einzige, die diagnostiziert ist.

    Seit dem ich meine Diagnose habe und auch die anamnestischen Ausführungen meiner Ärztin dazu, bewerte ich viele Reaktionen meiner Eltern anders, verständnisvoller und fühle mich auch nicht mehr persönlich so angegriffen, weil ich jetzt genau weiss, sie haben so reagiert wie sie reagiert haben, weil sie es einfach gar nicht anders konnten und nicht, weil sie mich nicht ernst genommen haben oder bewusst vergessen haben. "Oh, guck mal ein Eichhörnchen!" hat da vermutlich zu vielen Unzuverlässigkeiten geführt...

    Übrigend scheint eine Menge dafür zu sprechen, dass in den letzten 50 Jahren viele als manisch-depressiv diagnostiziert Erwachsene in Wirklichkeit ADHS hatten/haben. Zu diesen vermuteten Fehldiagnosen kam es dadurch, dass manja erst seit 2003 überhaupt ADHS im Erachsenenalter kennt und erst 2012 ADHS im Erwachsenenalter erstmalig im Ärztblatt so thematisiert wurde, dass es nicht nur für Fachärzte interessant war. Meine Diagnostik war 2011 und ich bin hier quasi gegen Windmühlen gelaufen: "EKG? Um Ritalin verordnen zu können? Ja, geht das denn überhaupt? ich meine, mcht man das denn? Ich frag jetzt nur aus reinem Interesse, bitte verstehen Sie mich nicht falsch!" ist nur eines der noch netten Beispiele von Ärzten, die Begleituntersuchungen machen mussten...

    Ähm ja, ich hoffe ihr konntet mir irgendwie folgen, ich bin glaub ich gerade ziemlich vom Thema abgekommen...

    LG Trine

  2. #12
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 181

    AW: Ist folgendes auch eine Art ADS?

    Also, ob das Verhalten Deiner Mutter mit einem ADS zusammenhängt lässt sich auch meiner Meinung nach nicht sagen. Für mich klingt es nach einem starken Selbstwertproblem und einer daraus bedingten Angst davor, sich selbst zu reflektieren, was oft dazu führt, dass auch ein Mangel an Empathie entsteht. Dieses Verhalten Deiner Mutter, die Art, wie sie sich an den (vemeintlichen) Defiziten anderer geradezu "hochzuziehen" versucht, wäre dann im Grunde genommen ein Versuch, sich selbst zu schützen und sich die eigene Stärke, den eigenen Wert usw. immer wieder zu beweisen, wobei sie scheinbar blind für die Bedürfnisse anderer geworden ist. Welche psychische Störung dahinter steckt ist schwer zu sagen. Sowas kann aus einer ADS-Problematik heraus entstehen, aber es kann auch viel anderes dahinter stecken.
    Was ich mich nur beim Lesen gefragt habe...: Du hast davon gesprochen, wie Du und Deine Geschwister versucht, Deiner Mutter Themen, über die sie besser Bescheid zu wissen glaubt als ihr, möglichst konfliktfrei nahezubringen, aber habt ihr denn schon einmal versucht, über das eigentliche Problem zu reden? Das wäre meiner Meinung nach die Tatsache, dass ihr euch ihr Verhalten nicht erklären könnt und darunter leidet/euch nicht wohlfühlt, wie auch immer. Sicher wäre das kein einfaches Gespräch, weil sie zunächst alles abstreiten wird, aber wenn ihr deutlich machen könnt, dass ihr euch Gedanken um sie macht und ehrliches Interesse an den Gründen für ihr Verhalten habt und zugleich vermittelt, wie ihr euch bei der ganzen Sache fühlt, ohne ihr Vorwürfe zu machen, dann könnte es denke ich die Fassade ein Stück weit aufbrechen.

    Ich hatte etwas ähnliches - in leichterer Form - mal mit meinem Freund. Kein ADS und auch sonst nicht psychisch krank würde ich meinen, aber sich einfach seines eigenen Verhaltens nicht bewusst. Ich habe auf die beschriebene Art und Weise mit ihm darüber geredet, und nachdem er sich anfangs auch verteidigt hat, hat er ziemlich schnell verstanden und einsehen können, dass etwas nicht stimmt und es tat ihm Leid, dass er ungewollt mit dieser bei ihm so eingefahrenen Besserwisserei mich verletzt und klein gemacht hat. Das hat sich dann Stück für Stück gebessert und heute treten solche Situationen so gut wie nicht mehr auf. Ich denke, manchmal ist Menschen ihr eigenes Verhalten einfach nur nicht bewusst und im Nachhinein sind sie selbst dankbar, wenn sie darauf hingewiesen werden und eine Chance bekommen sich weiterzuentwickeln! =)

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 100

    AW: Ist folgendes auch eine Art ADS?

    sayuri schrieb:
    ...aber habt ihr denn schon einmal versucht, über das eigentliche Problem zu reden? Das wäre meiner Meinung nach die Tatsache, dass ihr euch ihr Verhalten nicht erklären könnt und darunter leidet/euch nicht wohlfühlt, wie auch immer. Sicher wäre das kein einfaches Gespräch, weil sie zunächst alles abstreiten wird, aber wenn ihr deutlich machen könnt, dass ihr euch Gedanken um sie macht und ehrliches Interesse an den Gründen für ihr Verhalten habt und zugleich vermittelt, wie ihr euch bei der ganzen Sache fühlt, ohne ihr Vorwürfe zu machen, dann könnte es denke ich die Fassade ein Stück weit aufbrechen.aber habt ihr denn schon einmal versucht, über das eigentliche Problem zu reden?

    Schon zig mal versucht! So neutral, wie möglich und ohne jegl. Vorwürfe! Streitet alles ab, kein Einlenken, kein Entgegenkommen!

  4. #14
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.445

    AW: Ist folgendes auch eine Art ADS?

    Hallo NaMa,

    So wie du deine mutter beschreibst, kann es mit ADS zu tun zu haben, oder eben nicht... Es kommt bei mich ehe der eindruck eine unzufrieden frau. meine Eltern haben auch einige macken, und was mich manchmal geholfen hatte, ist mich vorstellen dass sie als kind so behandelt waren wie sie mich behandelt haben. Es hilft verständnis zu haben. Je mehr du dich verstehst, auch im bezug auf wie deine mama mit dich bist, je besser kannst du sie auch verstehen...

    Sie ändern kannst du ja nicht... Aber nur bei dich ist etwas möglich. Du kannst vermeiden über gewisse themen zu reden, oder thema wechseln wenn sie wieder nervt, oder aus der raum gehen, oder etwas lustiges sagen. Oder auch mal ruhig und neutral ihre verhalten benennen (vor allem um nicht alles schlucken, also für dich, vor allem!) wie "So wie ich sehe, möchtest du wieder recht haben".

    Was auch helfen kann (mich hat geholfen) ist aufhören von unsere eltern dass zu erwarten was sie ehe nie gegeben haben und nicht geben können und selber für sich zu sorgen. Sie wiederspricht dich ständig? Da kannst du lernen zu deine wahrnehmung zu stehen und die nähe von menschen suchen die dich nicht dauernd wiedersprechen. Gibt dich und sucht dich anderswo als bei deine mama die bestädigung die du brauchst.

    Mit eine arbeit an mich ist meine verhältnis zu meine eltern viel besser geworden, vor allem, weil ich aufgehört habe von ihnen irgendwas zu erwarten was sie mich nicht geben können. Dann geniesse ich was sie mich sonst geben. Es ging jahren...

    lg

  5. #15
    Chaoten-Weib

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 2.544

    AW: Ist folgendes auch eine Art ADS?

    "Man soll die Menschen nehmen wie sie sind"

    Tun sie einem nicht gut, dann Kontakt abbrechen. Einen Menschen ändern zu wollen, bringt eh nix. Und wenn man zig mal versucht hat, einem etwas zu erklären, und immer noch keine Änderung erfolgt, die der Person, die sich beschwert, nun endlich gefällt, dann sollte man sich vielleicht mal fragen, WARUM der andere so ist wie er ist.

    Ein Mensch macht nix ohne Grund. Fragt nach dem Grund, warum eure Mütter so sind und ob sie glücklich sind so wie sie sind und sich benehmen.
    Kommt die Antwort, dass sie glücklich und zufrieden sind, dann wäre es Egoismus von euch, das ändern zu wollen.
    Sind sie nicht glücklich und zufrieden, aber trotzdem nix ändern wollen, dann liegt es in eurer alleinigen Entscheidung, was ihr gedenkt zu tun und auch da gibt es nur 3 Möglichkeiten:

    - sehr sehr wenige Treffen
    - keine Treffen mehr
    - es so zu akzeptieren, wie der andere Mensch ist

    Leider ist mir diese Weisheit erst nach dem plötzlichen Tod meiner Mutter bewusst geworden. Ich habe auch nur gemeckert über sie, aber als sie plötzlich tot war, hat mir ihre Präsenz mit ihrem Verhalten auf einmal gefehlt. Hä?? Ich hab immer geschimpft über sie und ihr Verhalten und wollte es irgendwie ändern und dann auf einmal fehlt sie mir?

    Da wusste ich erst, dass es nur um mich die ganze Zeit ging.....mein Egoismus wollte sie ändern, damit sie MIR nicht mehr weh tut mit ihrem Verhalten. Dass sie dabei im Prinzip rundum zufrieden war, habe ich nicht erkannt. Und nun ist es zu spät....zumindest was meine Mutter betrifft. Andere Menschen, die mit mir zu tun haben, profitieren sehr von meiner Einstellung.

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