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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #21
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 226

    AW: Unverständniss ADHS/ADS

    Das würde ja bedeuten dass ihr (mal vorsichtig ausgedrückt) die Meinung vertretet ADSler passt euch an oder ihr habt halt pech gehabt? Wer sich nicht der norm anpassen kann und nicht so sein kann wie andere es erwarten der soll eben hingehen wo der Peffer wächst?

    Warum kann man nicht akzeptanz erwarten? Wir akzeptieren doch auch das stinos sind wie sie sind, warum dann nicht umgekehrt?

    Ich kann mir hilfe holen ja und ich nehme hilfe gerne an, aber wer zahlt die Hilfe? Gerade erst habe ich eine Anfrage gestartet weil ich eben etwas tun will damit die gesellschaft mich leiden kann. Ja das kostet schweine Geld, wer hat denn man eben 200-300 Euro übrig für professionelle Hilfe die einem auch wirklich langfristig nützt?

    Ich glaube die Mehrheit der hilfesuchenden ADSler würde gerne dies zulassen, aber wer zahlt es? Wer bietet mir einen ADS geeigneten Therapieplatz an? Wir müssen immer und immer kämpfen und bekommen immer wieder steine in den Weg gelegt, dabei wollen wir doch, ist es nicht so? Wir sind doch nicht so wie wir sind weil wir so sein wollen.

  2. #22
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: Unverständniss ADHS/ADS

    Fledermaus schreibt:
    Das würde ja bedeuten dass ihr (mal vorsichtig ausgedrückt) die Meinung vertretet ADSler passt euch an oder ihr habt halt pech gehabt?
    Nein, davon war nie die Rede. Wir haben die Thesen formuliert:

    a) Wir können unser ADHS nicht ändern.

    b) Wir können aber sehr wohl etwas an unserer Sicht der Dinge ändern.

    Fledermaus schreibt:
    Warum kann man nicht akzeptanz erwarten? Wir akzeptieren doch auch das stinos sind wie sie sind, warum dann nicht umgekehrt?
    Was heißt akzeptieren? Akzeptanz heißt Gutheißen, Billigen. Gutheißen erwarte ich nun nicht von denjenigen, die kein ADHS haben. Billigen schon eher, also wertneutrales miteinander leben.

    Nun kommt es auf die Messlatte an. In dieser Gesellschaft existieren eine Reihe von Messlatten, an denen optimaler Erfolg in der Gesellschaft ermöglicht wird, sofern man sich an diesen Messlatten misst. Es steht Jedem frei, das zu tun oder zu lassen, unabhängig vom ADHS. Wenn ich mich nicht messe, habe ich keinen Erfolg.

    Für viele ADHSler ist es sehr schwer, die Auflagen zum Erfolg zu erfüllen. Wenn sie trotzdem die Messlatten der Gesellschaft für sich verwenden, werde sie unweigerlich erkennen müssen, dass sie die Auflagen zum Erfolg nicht erfüllen.

    Wenn wir nun die Sicht der Dinge ändern, d.h. die Messlatten ignorieren, die ja für diejenigen ohne ADHS konzipiert worden sind, können ADHSler trotzdem in Nischen Erfolg haben. Also Mut zur Lücke.

    Und solltest Du den Mut zur Lücke finden, dann benötigst Du eigentlich keine Hilfe mehr.

    Du solltest Dir eine Frage beantworten können:

    Was willst Du?

    Solltest Du eine Antwort finden, kann Du entscheiden, ob Du Hilfe brauchst, um in der Welt derer ohne ADHS erfolgreich zu sein, oder ob Du nicht doch lieber in einer Nische, die auf Dich und Dein ADHS zugeschnitten ist, leben möchtest.
    Geändert von Steintor ( 7.08.2013 um 01:01 Uhr)

  3. #23
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 51

    AW: Unverständniss ADHS/ADS

    Fledermaus schreibt:
    Das würde ja bedeuten dass ihr (mal vorsichtig ausgedrückt) die Meinung vertretet ADSler passt euch an oder ihr habt halt pech gehabt? Wer sich nicht der norm anpassen kann und nicht so sein kann wie andere es erwarten der soll eben hingehen wo der Peffer wächst?
    Steintor hat es sehr gut und treffend mit den beiden Thesen auf den Punkt gebracht. Ich wollte mit meinen Ausführungen auch niemanden - und schon gar nicht auf persönlicher Ebene - angreifen (und ich denke, er ebenfalls nicht), sondern habe mit ihm über das Thema "Anpassung" allgemein diskutiert - und das auch mit durchaus konträren Ansätzen wie ich meine... Nicht wir verteten diese Ansicht, sondern es ist die Denkweise der Gesellschaft in bestimmten Bereichen (Stichwort Steintor: "projektbezogene Gruppen")

    Fledermaus schreibt:
    Ich kann mir hilfe holen ja und ich nehme hilfe gerne an, aber wer zahlt die Hilfe? Gerade erst habe ich eine Anfrage gestartet weil ich eben etwas tun will damit die gesellschaft mich leiden kann. Ja das kostet schweine Geld, wer hat denn man eben 200-300 Euro übrig für professionelle Hilfe die einem auch wirklich langfristig nützt?

    Ich glaube die Mehrheit der hilfesuchenden ADSler würde gerne dies zulassen, aber wer zahlt es? Wer bietet mir einen ADS geeigneten Therapieplatz an? Wir müssen immer und immer kämpfen und bekommen immer wieder steine in den Weg gelegt, dabei wollen wir doch, ist es nicht so? Wir sind doch nicht so wie wir sind weil wir so sein wollen.
    Da bin ich ganz bei Dir, Fledermaus. Das Thema "professionelle Hilfe" bzw. die damit zusammenhängende Finanzierung setzt ebenfalls Akzeptanz voraus.
    Ich sehe das regelmäßig - auch in in meinem Job: Kannst Du schlecht sehen - bekommst Du Hilfsmittel (bis hin zur sündhaft teuren Vergrößerungssoftare und Spezialkameras) - hast Du "Rücken" bekommst Du einen höhenverstellbaren Schreibtisch (natürlich elektrisch) - brauchst Du ein Coaching, eine Therapie oder ähnliches, kämpfst Du immer und immer wieder. Hier herrscht Handlungsbedarf. Du selbst triffst beim Thema "Hilfe wollen" - das ja auch schon in einigen Beiträgen weiter vorne angesprochen und diskutiert wurde - aber auch den Nagel auf den Kopf:
    Wer Hilfe will, kann Sie auch bekommen. Selbst wenn er dafür kämpfen muss... Meine Beiträge zum Zhema "Hilfe" sagten im Prinzip nichts anderes aus. Im Umkehrschluss heisst das ja: Wer Hilfe braucht, das auch weiss - aber (aus welchen Gründen auch immer) nicht aktiv wird, der darf sich dann auch nicht "beklagen" - aber lass uns beim eigentlichen Thema bleiben: der Frage nach dem Unverständnis für ADS

    Hier dürften wir uns einig sein, dass es immer noch zahlreiche Bereiche gibt, in denen mangelndes Bewusstsein und fehlendes Verständnis für ADS unnötige Probleme bereiten. Wenn mich schon jemand so nimmt wie ich bin und mir keine Steine in den Weg legt nur weil ich an manchen Stellen etwas "anders" bin, dann wäre es eigentlich schon gut. Denn dann muss ich mich nicht verbiegen (was ich - ähnlich wie Steintor - nicht einsehe) und mein Gegenüber muss das auch nicht.

    Vielleicht noch eins zu deiner Formulierung "...weil ich eben etwas tun will damit die Gesellschaft mich leiden kann..."
    Wenn Du etwas tun willst (was ja irgendwo den Ansatz von "verändern" beinhaltet), nur damit die Gesellschaft Dich "leiden kann", klingt das für mich nach einem falschen Ansatz (und ich glaube, so meinte Steintor es auch): ich muss mich nicht ändern, damit man mich mag. Ich kann etwas versuchen, um weniger Probleme mit dem "System" zu bekommen - aber wer mich nicht leiden mag so wie ich bin, den muss ich auch nicht leiden mögen

    Ich weiss zu wenig von bzw. über Dich und Du scheinst schon länger in der Materie zu sein, als ich das bin - aber wenn ich dir Tipps oder Ratschläge geben kann in Bezug auf Anträge für Hilfsmaßnahmen etc., dann schreib´ eine kurze PN. Vielleicht hab´ ich den ein oder anderen Ratschlag, der Dir den "Kampf" ein wenig erleichtert.

  4. #24
    Plaudertasche

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 1.111

    AW: Unverständniss ADHS/ADS

    Fledermaus schreibt:
    Warum kann man nicht akzeptanz erwarten? Wir akzeptieren doch auch das stinos sind wie sie sind, warum dann nicht umgekehrt?
    Ich finde dieses abschätzig über nicht ADS'ler reden einfach Quark. Ja es macht mich sogar wütend. Wir Menschen sollten lernen den anderen zu respekieren und verschiedene Sichtweisen zu akzeptieren. Dies hat nix mit ADS zu tun, sondern eine allgemein gehaltene Umgangsregel. Ich kann vom anderen nur dann Respekt erwarten, wenn ich ihm mit Respekt begegne. Es ist nun mal so Aktio = Reaktio. Mein Verhalten bewirkt immer eine entsprechende Reaktion beim Gegenüber. Und ich bin der Meinung, dass keiner eine emotionale Entgleisung oder starke Stimmungsschwankungen des anderen akzeptieren muss. Niemand wird gerne angemacht, nur weil der andere etwas in den falschen Hals bekommen hat.
    Was Steintor geschrieben hat mit der Messlatte finde ich ein sehr schönes Bild. Einer im Rollstuhl kann nicht Pilot werden oder Kellnern, das ist einfach nicht möglich. Nun kann sich diese Person ein Lebenlang darüber grämen, dass er nicht Pilot werden kann oder er lernt andere Stärken kennen und nutzt diese zu seinem Vorteil. Oder wenn wir zum ADHS zurück kehren. Ich mit meiner grossen Ablenkbarkeit und Vergesslichkeit wäre als Kellnerin, als Krankenschwester in einem Spital oder in einen sehr hektischen Betrieb aufgeschmissen. Jetzt wo ich weiss, dass ich da eine Schwäche habe kann ich mich entsprechend orientieren.
    Das ist meine persönliche Sicht und nun dürft Ihr mich dafür Steinigen.

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