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Diskutiere im Thema "Auslöser" für AD(H)S im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 266

    AW: "Auslöser" für AD(H)S

    Na ja, Steini, ich finde Ursachenforschung bringt schon sehr viel. Gerade aus den hier im Forum mehrfach kritisierten Gründen, die von ahnungslosen Stümpern ins Feld geführt werden, wie zB "ADHS ist die Folge schlechter Erziehung". Solchen Menschen muss man den Wind aus den Segeln nehmen und dies kann mM nach nur mit Ursachenforschung gelingen.

  2. #12
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 299

    AW: "Auslöser" für AD(H)S

    Vielen Dank schon mal für eure Antworten!

    @Steintor Vielleicht hätte ich eher nicht nach "Auslöser" (extra in " ") sondern nur nach Verstärkern fragen sollen.

    Ich meine natürlich nicht, warum jemand ADHS hat, das ist Anlage von Geburt an, wie du sagst, sondern was die Symptome verstärkt oder überhaupt erst einmal "weckt".
    Mir ist das Wissen um auslösende Momente etc. sehr wichtig, um zu begreifen und gegensteuern oder mitschwimmen zu können.

    Ich steh ganz am Anfang und möchte einfach nur begreifen und erklären.
    Endlich Klarheit.
    Einen Weg. Meinen Weg.

    Und da höre ich gern von gleichgesinnten, wie das bei ihnen war/ist und habe hier das ein oder andere rauslesen können, was mir bekannt vorkommt.

  3. #13
    Lysander

    Gast

    AW: "Auslöser" für AD(H)S

    Ich weiß nicht, ob man meine Erfahrungen auf andere übertragen kann. Bei mir waren die Auslôser ganz gewiss der Tod meiner Mutter, berufliche Probleme und eine Trennung - eine auslösende Haufenwolke. Die damaligen Job- und Beziehungsprobleme führe ich sehr wohl auf mein ADS zurück. Die darauf folgenden mehrfachen Umstellungen meiner Lebenspläne machten es nicht besser. Irgendwann schafft das die Seele nicht mehr. Ich hielt mit mir selbst nicht mehr das Tempo. Ich habe den Eindruck, dass andere ADSler ähnliche Schicksale hatten.
    Die Menge der Baustellen wächst mit dem Alter. Daraus entwickeln sich meiner Ansicht nach begleitende Krankheiten wie z.b. Depressionen.
    Wohlgemerkt, ich meine damit nicht etwa Auslöser für ADS an sich. Das hat man von Geburt an. Es ging mit um jene Grenze, bei deren Überschreitung die Kompensationsfähigkeit nicht mehr ausreicht.
    Geändert von Lysander (18.07.2013 um 21:26 Uhr)

  4. #14
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: "Auslöser" für AD(H)S

    Absentia schreibt:
    Na ja, Steini, ich finde Ursachenforschung bringt schon sehr viel. Gerade aus den hier im Forum mehrfach kritisierten Gründen, die von ahnungslosen Stümpern ins Feld geführt werden, wie zB "ADHS ist die Folge schlechter Erziehung". Solchen Menschen muss man den Wind aus den Segeln nehmen und dies kann mM nach nur mit Ursachenforschung gelingen.
    Selbstverständlich. Wichtig ist meines Erachtens, hier klar zu stellen, dass ADS Anlagen bedingt ist. Der Körper "wartet" quasi auf einen Auslöser. Und ich befürchte, dass es keine Chemikalien sein werden, sondern Angst im frühsten Kindesalter oder gar pränatal. Tests wird man nicht machen können. Das hieße, man müsste am Menschen, gar am Kind Untersuchungen durchführen. Was ich mir vorstellen kann,ist, dass man irgendwann einen genetischen Test entwickeln wird. Sollte ADS wirklich genetisch besingt sein - und viele Anzeichen deuten darauf hin - wird es auch ein Allel dafür geben, das sich vom normalen Allel unterscheidet. Somit kann man einen einfachen Gentest durchführen, um die Veranlagung zu checken.Dann kann man Milieutests machen, um die Auslöser herauszufinden.

    Aber in diesem Thead soll es um die Verstärker gehen. Da bin ich mit meinen Ausführungen mal wieder am Thema vorbei.

  5. #15
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: "Auslöser" für AD(H)S

    Absentia schreibt:
    Dass die Kompensationsstrategien, die ich noch mit 20 Jahren auffahren konnte, heute nicht mehr funktionieren, ist mir ebenfalls bekannt. Mich würde interessieren, woran das liegt? Was war denn in jüngeren Jahren (neurologisch) anders als heute? Ist es also "nur" ein subjektives Ausgebrannt-Sein, weil man erschöpft ist oder sind die Ressourcen für immer ausgeschöpft, also irreversibel?
    Die Verantwortung steigt. Bis 1996 war mein Leben relativ geordnet. Schule, Studium, erste Gehversuche im Beruf. Alles ganz harmlos und strukturiert. Ab 1996 ging es dann los. Eltern gestorben, erwachsen werden, allein für sich aufkommen müssen. Dann ab 2003: Ehe, Kind, Scheidung. Bis 2010 wurde ich zunehmend reifer. Aber der Gegenwind, der durch mein ADS hervorgerufen wurde, wurde immer stärker. Und je mehr ich versuchte, normal zu sein, also gegen den Wind anzusteuern, um so mehr missglückte mir das. Die Kündigungen erfolgten immer früher: 3 Monate, 4 Wochen, 2 Wochen.
    Geändert von Steintor (18.07.2013 um 21:46 Uhr)

  6. #16
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: "Auslöser" für AD(H)S

    Solange ich meine Schwierigkeiten kompensieren konnte - ging es.
    Es war immer schon ein sich irgendwie durchkämpfen.

    Solange ich alleine für mich die Verantwortung trug - einen Job, der mir eine gewisse Struktur gab -
    habe ich es irgendwie im Griff gehabt.

    Klar gab es immer mal wieder Stimmungsschwankungen - Extreme Gefühle - Extremes Erleben u.s.w.
    doch immer so, dass ich klar kam. Krisen kamen doch nur kurz -

    Doch als - Kinder kamen - Schwierige Anfangszeit - von für sich alleine sorgen - zu Hausfrau und Mutter -
    finanzielle Schwierigkeiten - Teilzeitjob - Schwierigkeiten mit meiner Ursprungsfamilie - Hinterfragen -
    das erste mal im Leben - wo ich wirklich das Gefühl hatte, keine Möglichkeit mich alleine wieder aus der Sch... rausstrampeln
    zu können ..... kam ein Punkt an dem ich mir eingestehen musste - Hilfe zu brauchen.

    das war so meine persönliche Erfahrung.

  7. #17
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: "Auslöser" für AD(H)S

    @Absentia

    Ich habe mir dazu die Frage gestellt - ob ich als Lebenskünstler und Vagabund - ganz allein für mich sorgend - ohne Regeln ohne Steuern
    ohne Pflicht - nur von dem lebend - was man an selbst Erschaffenem verkauft - oder als Nonne in einem fix durchstrukturierten Alltag - auch
    an diesem Punkt geraten wäre.....

    Doch ist das obige Leben? Mein Leben? - wäre ich zu friedener? - ich weiss es nicht.

    Wichtig war mir damals - die Erkenntnis, dass es "jetzt" also damals nicht ging. Die Situation war wie sie war.

    lg

  8. #18
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 266

    AW: "Auslöser" für AD(H)S

    Ja, Smile, die Frage stellt sich wohl jeder Betroffener. Wäre man zufriedener, wenn die objektiven Gegebenheiten andere wären? Die Antwort kenne ich ebensowenig...

  9. #19
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 499

    AW: "Auslöser" für AD(H)S

    Loyola schreibt:
    Mir macht das Sorge. Jeder hat Probleme, das Altern zu akzeptieren. Wer ein eingermaßen freies u doch stabiles Umfeld hat, im sicher im Vorteil.
    Lg
    Stimme hier Lysander (Durchhaltekonto nach Aufzehrung jetzt im Dispo) und Loyola zu. Solange bei mir feste Strukturen bestanden war es halbwegs erträglich.
    Hatte da auch ziemlich viel Glück, bis ca. Mitte 2008. Seit dem habe ich das Guthaben auf meinem Konto stark genutzt und bin jetzt ziemlich fies in den Miesen. So zumindest das Gefühl. Andererseits macht es mir das nicht leicht, dass es bisher gut funktioniert hat, da ich dann immer denke "Du hast es doch früher gekonnt", "Du simulierst nur".... wenn es dann aber zu stressigen Situationen kommt, die durch meine Desorganisation und Unaufmerksamkeit (eher ein Fehllenken der wuseligen Aufmerksamkeit, deren Zügel gerissen sind...) verursacht werden, bin ich kurz davor durchzudrehen und verliere diese Selbstvorwürfe.... STOPP! Ich schweife ab.
    Also: Auslöser bei mir: Aufgelöste Strukturen, die mich in meinen Selbstorganisationsbemühungen unterstützt haben.

  10. #20
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: "Auslöser" für AD(H)S

    Vorhin kam mir eine Idee, woraufhin ich mir das EP noch einmal durchgelesen habe.

    Blitzhexe schreibt:
    Ich hatte schon laaaaaange das Gefühl irgendwas stimmt nicht mir mir
    Ich möchte nun mal einen Gedanken aufschreiben, für den ihr mich steinigen werdet.

    Bitte lasst mich diesen Gedanken erläutern, bevor ihr Urteile aussprecht.

    Gedanke: Ich bin froh, dass ich ADS habe.

    Erläuterung: Blitzhexe schrieb, dass irgendetwas mit ihr nicht stimme. Bei mir war es ähnlich. Ich hatte vor meiner Diagnose im Jahr 2012 drei Psychotherapien. Die Erste war 1988. Damals musste man eine Therapie machen, weil man das so machte. Meine WG hat mich dazu überredet, ohne dass ich die Notwendigkeit einsah. Ich besuchte eine Diplom-Psychologin Fazit: ich sei nicht depressiv, aber was der Hammer war, ich würde meinen Vater lieben. "Geht nicht", dachte ich, "die Frau hat einen Schaden". Dann starb mein Vater. Plötzlich war er tot. Nach langer Krankheit, zwar, aber er war tatsächlich tot. Väter dürfen doch gar nicht sterben. Und dann starb auch noch ein Jahr später meine Mutter. Meine Doktor-Prüfung stand an. Ging nicht. Ich bekam Klaustrophobie bzw. Sozialphobie und konnte nicht mehr unter Menschen gehen. Wenn mehr als 10 Menschen da waren, habe ich tierische Panik bekommen, die ich mir aber nicht leisten konnte. Ich musste Vorträge halten, musste auf Kongresse, musste viele Menschen treffen. Also erneute Therapie, 1998, dieses Mal bei einem Psychologie-Professor. Fazit: ich hätte ein Vaterproblem und sei verärgert über meine Mutter, dass sie so einfach gestorben ist (war schon deftig, das). Die Doktor-Prüfung habe ich (noch) nicht gemacht. Dann Job, Job, Job, Kündigung, Kündigung, Kündigung etc. Psychotherapie, 2009, dieses Mal bei einem Psychiater. Fazit: Klar, Burn out hätte ich, mangelnde Teamfähigkeit hätte ich auch. Da ist kein Faden in meiner Psychologenbeziehung zu erkennen, dachte ich.

    Ich habe alles hingeworfen und bin erst einmal Bauer geworden. Kälber groß ziehen und daraus dann Mettwurst machen.

    Ich kam zur Ruhe, aber einen Plan hatte ich immer noch nicht. Dann kam die Erleuchtung: Mann, na klar: ich habe ADS! Und soll ich euch was sagen: ich freue mich über diese Diagnose. Nun kann ich geordnet das erledigen, was ich mir zeitlebens versaut habe.


    Bitte zitiert diesen Text nicht, denn ich überlege noch, ob ich ihn wirklich in einem öffentlichen Bereich haben möchte.
    Geändert von Steintor (19.07.2013 um 00:21 Uhr)

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