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Diskutiere im Thema Kreativität und ADHS Was uns die Wissenschaft sagt ... im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #71
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Kreativität und ADHS Was uns die Wissenschaft sagt ...

    Smile schreibt:
    Mich beschäftigt noch eine Frage - ist kreativität erlernbar oder ab-trainierbar? Wenn dies so wäre, so kann man gar keine
    direkte Verbindung zur ADHS herstellen.
    Das ist eine gute Frage.
    Zwar weiß ich die Antwort darauf nicht, aber ich würde eher zu nein tendieren.
    Aber man kann Kreativität gewiss fördern.

    Ich selber halte mich nicht für einen kreativen Menschen, aber wenn mir Jemand erklärt, wie kreatives Denken anhand von Beispielen funktioniert, kann ich das entsprechend adaptieren.
    Ob und in welchem Maße ich das dann umsetzen kann (sprich: wie viele Ideen sprudeln), das mag dann von der eigenen Kreativität/ Intelligenz abhängen, aber die grundsätzliche Art, an so etwas heranzugehen, mag durchaus in Grenzen erlernbar und auf jeden Fall förderbar sein (Mozart wurde gewiss auch deshalb zu dem, was er war, weil er zu seinem Talent auch die bestmögliche Förderung erhalten hat).
    Aber das würde ich für zwei unterschiedliche Dinge halten.
    Ein Instrument spielen zu lernen, ist vielleicht eher eine handwerkliche und somit erlernbare Sache.
    Musikstücke dann zu interpretieren oder eigene zu komponieren, dann der kreative, der schöpferische Akt, der auf dem handwerklichen


    Was ich noch zu einem Punkt sagen wollte, der noch nicht direkt angesprochen wurde:
    Man kann auch oft lesen, dass ADHS'ler sich in kreativen Berufen oder Umfeldern wiederfinden.
    Ob das tatsächlich im Vergleich zu Kontrollgruppen der Fall ist, lasse ich an dieser Stelle jetzt mal komplett außen vor.

    Wir Menschen, egal ob mit oder ohne ADHS, haben ja alle nicht nur "ein" Talent.
    Und wenn ein Mensch ein Talent für X, Y und Z hat, mag es verschiedene Faktoren dafür geben, welches er anschließend für sich wählt.

    So kann es also genausogut sein, dass sich viele ADS'ler in kreativen Bereichen wiederfinden, weil sie dort das bessere Umfeld vorfinden, welches sie nicht in einer behindernden Form restriktiert und in dem sie sich einfach wohler fühlen, während eine andere Person, mit dem gleichen grundsätzlichen kreativen Potential, sich für eines seiner beiden anderen Talente entschieden hat.
    Auch mag es sein, dass in eben jenem kreativen Umfeld die Schwächen eines Betroffenen nicht so ins Gewicht fallen, wie in einem industriellen oder administrativen.

    Jemand, der einen gewissen Bewegungsdrang hat, findet sich 8 Stunden lang auf einem Bürostuhl gewiss nicht gut platziert, als Schauspieler, Kameramann, oder whatever else mag das schon ganz anders aussehen.
    Das muss aber nicht gleich auch bedeuten, dass er nun ein besonders kreativer Mensch ist.

    Ich möchte genauso behaupten, dass es auch viele ADS'ler in sportlichen Berufen gibt, allein wegen ihres Bewegungsdranges.
    Deshalb muss aber der Anteil an Spitzensportlern nicht zwangsweise höher sein.

    Wie gesagt:
    Ein Mensch hat viele Talente und Fähigkeiten und für welches man sich bevorzugt entscheidet, so man überhaupt die Wahl hat, hängt nicht zwangsweise davon ab, welches Talent am meisten vorhanden ist.
    Genausogut kann es sein, dass das Umfeld einfach besser passt.
    Und somit passt auch alles zusammen.
    Man nutzt mehr von seinen Stärken, während die Bereiche, in denen man eher Schwächen aufweist, in diesem Umfeld nicht so gefordert werden.

    Auch ein Ansatzpunkt, der erklären kann, warum man viele ADS'ler in kreativen Berufsfeldern findet, so dies denn überhaupt zutreffend ist (danach werde ich jetzt nicht suchen )


    EDIT:
    Hier gibt es einen interessanten Aufsatz von Joachim Funke zur Psychologie der Kreativität (aus dem Jahre 2000).

    Liebe Grüße
    Marcus

    BTW:
    An dieser Stelle Danke an Alle für die rege Teilnahme an diesem Thread
    Geändert von Fliegerlein (17.07.2013 um 11:05 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur, Edit zugefügt

  2. #72
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 317

    AW: Kreativität und ADHS Was uns die Wissenschaft sagt ...

    Fliegerlein schreibt:

    Ich selber halte mich nicht für einen kreativen Menschen, aber wenn mir Jemand erklärt, wie kreatives Denken anhand von Beispielen funktioniert, kann ich das entsprechend adaptieren.

    So kann es also genauso gut sein, dass sich viele ADS'ler in kreativen Bereichen wiederfinden, weil sie dort das bessere Umfeld vorfinden, welches sie nicht in einer behindernden Form restriktiert und in dem sie sich einfach wohler fühlen, während eine andere Person, mit dem gleichen grundsätzlichen kreativen Potential, sich für eines seiner beiden anderen Talente entschieden hat.
    Auch mag es sein, dass in eben jenem kreativen Umfeld die Schwächen eines Betroffenen nicht so ins Gewicht fallen, wie in einem industriellen oder administrativen.
    Ich glaube wir sind schon kreativ, wenn wir morgens aufstehen , Menschen sind grundsätzlich kreativ, sie müssen das auch sein, vielleicht ist es der eine mehr oder weniger, aber alle Menschen sind kreativ, weil es zu Wesen des Menschen gehört, kreativ zu sein. Ich glaube Joseph Beuys hat gesagt: Jeder ist ein Künstler.

    Ich glaube, das ADHSler in künstlerischen Berufen zu finden sind, weil es dort interessant ist, viele Reize etc. und daher eine starke Stimulation (sozusagen eine Art Selbstmedikation), ausserdem glaube ich auch wie Du, dass sie dort weniger auffallen, die Schwächen oft nicht so ins Gewicht fallen ... aber Vorsicht. Niemand hat einen Freibrief und auch in diesen Berufen braucht man Struktur, Verlässlichkeit, Emotionskontrolle etc.... man ist dort einfach toleranter. Allerdings gehe ich davon aus, je länger, je weniger, wie es sich in den meisten anderen Berufen auch entwickelt hat. Der wirtschaftliche Druck nimmt der Toleranz den Raum.

    LG
    dompteur

  3. #73
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Kreativität und ADHS Was uns die Wissenschaft sagt ...

    Was ich mich die ganze Zeit frage, auch angesichts der verlinkten Arbeit von J. Funke ist:

    Selbst wenn man davon ausgeht, dass diese Kreativitätstestungen die Kreativität nur begrenzt erfassen können, was ja durchaus möglich ist, wie auch Funke schreibt, wenn auch widerum berücksichtigt werden muss, dass der Torrance-Test nicht der einzige ist, der in solchen Studien angewendet wird.
    Aber es ist halt so, die Kreativität und deren Erfassung gibt es erst seit Guilford in den 50iger Jahren damit losgelegt hat, das ist eine vergleichsweise kurze Zeit.

    Welchen Unterschied würde das auf die Ergebnisse machen?
    Die Messungen wären in beiden Fällen zwar möglicherweise unvollständig, aber was ändert das an den Resultaten, welche ergeben, dass es zwischen den Gruppen keine Unterschiede gibt?
    Wäre es dann nicht schon wirklich sowas wie ein gewisser Akt der Verzweiflung, nun anzunehmen, dass ausgerechnet dieses eine nicht erfasste Merkmal genau das ist, welches am Ende den großen Unterschied zwischen den Gruppen ausmacht?
    Wenn etwas "im Großen und Ganzen" übereinstimmt, würde eine präzisere Messmethode das Ergebnis gewiss verfeinern, aber ob es zu einem grundlegend anderen Ergebnis führt?

    EDIT: Die Frage stelle ich aus reiner Neugier, damit will ich nichts "zwischen den Zeilen" zum Ausdruck bringen.
    Geändert von Fliegerlein (17.07.2013 um 12:01 Uhr) Grund: Edit zugefügt

  4. #74
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Kreativität und ADHS Was uns die Wissenschaft sagt ...

    Nur ein Beispiel:
    Mein Lehrer wollte, dass meine Eltern meine Kreativität fördern - was leider aus zeitlicher,
    und finanzieller Sicht nicht ging. (Zumal meine Eltern von Künstlerischer Tätigkeit nichts hielten)

    Malen / Zeichnen, war für mich eine entspannte Tätigkeit - (primär war dies "rückblickend" eine Art Ventil - Selbsttherapie)

    Später als es um die Berufswahl ging - habe ich bewusst (was ich heute zum Teil bereue) keinen Kreativen
    Beruf gewählt - ein Grund, ich kann auf Kommando nicht kreativ sein. Und rein praktischer Grund - (meist Brotlose Jobs)

    Ich kann meine Kreativität nicht Steuern - Zeitdruck, Fixe Rahmenstruckturen, Soll-Erbringungen - ich glaube
    daran wäre ich gescheitert.

    Was mich aber häufig behindert hat, waren Menschen, die solche Denkweisen nicht verstehen - (das meine ich mit ab-trainieren)
    Was ist wichtig - das Resultat - oder der Lösungsweg?

    Ich hatte zum Glück, meist mir gut gesinnte Lehrer - die, dies als Positive Eigenschaft sahen.
    Doch ganz ehrlich, die Schule war oder ist eben meist kein Ort an dem Selbstständiges Denken, Querdenken, vernetztes Denken
    gefördert wird.

    Das käme einem erst dann zu gute, wenn man die ersten Jahre "überlebt" hat - weiterhin an sich glaubt - eine gute
    Intelligenz als Kompensation mit bringt - und bereits eine Basis hat.... also erst später.

    Im übrigen in den ersten Schul- und Lehrjahre - haben es die unkreativen einfacher - behaupte ich mal.

    lg

  5. #75
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Kreativität und ADHS Was uns die Wissenschaft sagt ...

    @Fliegerlein

    Folgen Messungen nicht strickten Regeln, strickten Formel, strickten Mustern, Fixpunkte, Skalen u.s.w.-
    also all dies was Kreativität ganz sicher nicht ist.

    Funktioniert Kreativität - intuitiv oder bewusst? Wäre es eine rein Intuitiv - kann man es nicht messen.

    ich verstehe es nicht wirklich....

  6. #76
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 241

    AW: Kreativität und ADHS Was uns die Wissenschaft sagt ...

    Was mich aber häufig behindert hat, waren Menschen, die solche Denkweisen nicht verstehen - (das meine ich mit ab-trainieren)
    Genau das sehe ich als Grund, weshalb ich mich heute so zerrissen fühle. Ich mußte mich so stark von meiner eigentlichen Denkweise abwenden, um mich anpassen zu können, dass ich das Gefühl habe, da einen Schnitt gemacht zu haben. Ich blockiere mich selbst, wobei ich ja jetzt die Möglichkeit hätte wieder "umzuschwenken". Ich kann es aber nicht, bin zu festgefahren.

  7. #77
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Kreativität und ADHS Was uns die Wissenschaft sagt ...

    Smile schreibt:
    @Fliegerlein
    Folgen Messungen nicht strickten Regeln, strickten Formel, strickten Mustern, Fixpunkte, Skalen u.s.w.-
    also all dies was Kreativität ganz sicher nicht ist.
    Ist die das tatsächlich ganz sicher nicht?
    Gut möglich, dass sie es nicht ist, aber man kann sie dann möglicherweise innerhalb der aktuell vorhandenen Grenzen messen.
    Auch möglich, dass auch Kreativität gewissen Regelhaftigkeiten folgt.

    Oder sagen wir mal so:
    Wenn Jemandem eine Aufgabe gestellt wird, die eine gewisse Kreativität erfordert, wird man bei einer Gruppe von 100 Leuten bei der größten Mehrheit (im Bereich der 90iger Prozent) relativ ähnliche Ergebnisse finden, während einige wenige dagegen sehr originielle Lösungen erbringen.
    Von denen, die diese besonders originellen Lösungen bringen, wird man wohl durchaus erstmal sagen können, dass diese Lösung eine höhere Kreativität erfordert, als die derjenigen, die relativ einfach gestrickt waren.

    Einen Staubsauger und eine Socke zu verwenden, um einen verlorenen Gegenstand aus einer engen Ecke hervorzuholen würde ich schon als recht originell bezeichnen.
    Einen langen Stab und einen Kaugummi ebenfalls.
    Ok, ... bleibt vielleicht die Frage, was ist origineller?


    Smile schreibt:
    Funktioniert Kreativität - intuitiv oder bewusst? Wäre es eine rein Intuitiv - kann man es nicht messen.
    Kann man nicht? (ernstgemeinte Frage, kein Ausdruck von Zweifel
    Folgt intuitives, also unbewusstes Handeln nicht auch gewissen Regelhaftigkeiten?
    Die Frage ist interessant.
    Mir schießen da gerade etliche Beispiele durch den Kopf, in denen unbewusstes Handeln sehr regelhaft erfolgt.
    Angsterkrankungen sind da ein schönes Beispiel.
    Und vieles anderes außerhalb von Diagnosen und Krankheiten natürlich auch.

    Nur weil ich etwas nicht bewusst mache, bedeutet das dann auch gleichzeitig, dass man ea nicht messen und einer Regelhaftigkeit zuordnen kann?
    Reflexe zum Beispiel.
    Das sind doch auch unbewusste Handlungen, die aber durchaus regelhaft geschehen und die sich auch messen lassen.
    Wenn etwas auf mich zukommt, weiche ich aus oder ducke mich.
    Es mag uns zwar nicht bewusst sein, aber dennoch kann es reproduzierbar und damit regelhaft sein.
    Aber das ist in der Tat eine sehr interessante Frage.

    Smile schreibt:
    ich verstehe es nicht wirklich....
    Ich auch nicht

    Aber interessant ist es allemal.
    Geändert von Fliegerlein (17.07.2013 um 12:24 Uhr)

  8. #78
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.418

    AW: Kreativität und ADHS Was uns die Wissenschaft sagt ...

    Hallo alle,

    Zwischendurch sind mich einiges durch der kopf gegangen und was ich sonst neues lese, finde ich sehr spannend. Im moment, mag ich sehr mich mit euch um diese thema gedanken zu machen, da ich seit einige zeit das bedürfniss verspüre meine potential (meine viele gute ideen, laut mein umfeld) mehr zu geltung zu bringen.

    @ Salamander: diese seite ist einfach toll! Nützliche gegenständen für alltag aus mühl machen ist ein traum von mich. Eigentlich mache ich ab und zu schon etwas und bin dadurch motiviert dass ich wenig geld habe. Aber, es hinkt schon an meine organisationtalent dass es nicht sehr weit kommt... Ich denke auch dass unsere fähigkeit zu querdenken eine grosse potential ist. So sehe ich auch...

    @ Fliegerlein: danke für deine neue link, ich finde auch wieder spannend! Irgendwie bestädigt es wieder was ich selber erfahren habe: ADSler haben wirklich 1000 ideen im kopf, aber stinos sind besser wenn es drum geht ihre gute ideen (sie haben auch) zu umsetzen.

    @ Smile: meine eltern haben mindenstens meine kreativität nicht begremst, ausser, wenn die konsequenzen wirklich ärgerlich waren... So habe ich mit meine brüdern hütten im kinderzimmer gemacht mit möbel und decken... oder immer wieder neue spielen erfunden. Es ist einmal vorgekommen dass einer meine brüdern für eine aufsatz eine gute note bekommt, weil die idee so genial war... Ursprünglich war es MEIN idee die ich anfang als spiel mit meine brüdern gebracht hatte... Also, al skind war meine kreativität gefördert im dem dass ich freiraum dafür hatte.
    In der schule? War nicht gerade verlangt, aber, kam doch durch... Und wenn ich mich auf mein weg (eben auch manchmal kreativ) mich wissen angeignet habe oder der stoff mich beigebracht hatte, konnte niemand etwas dagegen haben und war damit auch im ruhe gelassen... Aber... ich war nicht die einzige kreativ in meine familie, obwohl ich, mit mein Vater wirklich die verrückten ideen hatte... Die anderen, die 3 stinos hatten manchmal auch... Meine Mutter hat auch immer wieder eine neue kochrezept selber erfunden... Aber da, bin ich fast noch "schlimmer"... Ich tue fast nur experimentieren, aber es kommt meistens gut. In unsere familie waren wir ehe antikonventionel, also, für mich im manche bereicht sehr förderlich.
    Dabei hatte ich auch irgendwie rasch gelernt zu kompensieren... Irgendwie hatte ich immer sturktur bekommen und eine mindenstmass davon selber schaffen können.

    So denke ich, dass wenn jemand schon als kind zu sehr eingeengt wird und zu wenig freiraum bekommt (wichtig für kreativität) dass es sich auch nicht gut entfalten kann.


    Was mich noch im sinn gekommen ist: die studien finde ich sehr interessant, wenn ich gerade besser verstehe was genau gesucht wird und wie... Aber sie spiegeln auch unsere westliche denken: was zählt ist was jeden einzellen leistet. Die ADSler die zwar von ideen sprüdeln, kommen da nicht weiter als stinos die ihre ideen gut strukturieren können.

    Dabei, denke ich, wenn eine ADSler der viel ideen hat, unterstützung von eine stino bekommt, wenn es um realisierung, planung und strukturieren geht, kann es auch grosse geben. Ich denke, dass ADSler eine gute umfeld brauchen um erfolgreich zu sein. Allein kann man es nicht, weil wir vor grosse hürden stehen.

    Ich arbeite in eine geschützte werkstatt, also dort habe ich kein zeitdruck und kein hektik... Planen muss ich auch nicht gross... Ich habe zwar viele ideen, aber sie wirklich durchzusetzten ist nicht so mein ding. Aber... Wenn ich eine idee ausspreche und meine cheffin es gut findet, schaut sie auch dass es umgesetzt wird.
    Ich denke auch, ich werde nie allein erfolgreich sein, aber mit unterstützung kann es etwas geben und wenn ich die lobeeren mit jemand anders teile, macht mich nicht aus. Planen ist auch wichtig...

    Auch etwas das mich durch der kopf gegangen: wir denken anders, nähmlich im bilder und divergent... Vieles können wir ja nicht auf selbe weise machen als stinos, aber wenn wir auf unsere weg machen, bringt es uns sicher weiter als wenn wir unbedingt wie andere es machen wollen. Nun, was unsere weg ist, müssen wir mal auch herausfinden... Als kind, hatte ich eine gewisse freiheit dafür gehabt, im job nicht immer...Seit es mich wieder bewusst ist, dass ich einfach anders denke und daher vieles anders machen muss als stinos, gelingt mich vieles schon besser als vorher. Es gibt auch sachen die ich sehr gut schaffe.
    Ich denke, ein teil unsere leid und schwierigkeiten hat auch mit unsere gesellschaft zu tun, unsere umfeld und seine werten: Wieviel lassen uns andere menschen sachen auf unsere art machen, so lange dass der ergebnis stimmt? Wieviel ist nur eine art richtig und ein andere nicht und so suchen wir nicht mehr mal selbst? Wie oft heisst es einfach dass man sachen allein regeln muss, und allein schaffen, obwohl man in tandem oder im team viel erfolgreicher wäre?

    Für mich gehört einiges in unsere gesellschaft, in was mich an werte vermittelt war kritisch zu hinterfragen, es zu sortieren und das ändern was mich hemmt und nicht dient.

    lg

  9. #79
    salamander

    Gast

    AW: Kreativität und ADHS Was uns die Wissenschaft sagt ...

    ich möchte nochmal einen einwurf zur wissenschaft bringen. es war eine diskussion bei stöckl, im orf,
    es ging um nachhaltigkeit, gesunde ernährung, gentechnik. also andere baustelle. der wissenschaftler
    der mit von der partie war, beschrieb unter anderem, die naturwissenschaften als etwas, das was der
    "volksmund weiß" versucht nach wissenschaftlichen kritierien nachzuprüfen und zu belegen. manche
    "belege" funktionieren nicht, aber dennoch funktioniert es.

    ich persönlich bin der auffassung, egal um welche thematik es nun geht, die wissenschaften sind das
    eine, das leben ist das andere. es kann aber muß nicht immer und zwangsläufig zusammen. die wis-
    senschaften müssen nicht immer wiederspiegeln und belegen können was ist, oder nicht. sie können,
    und manchmal können sie nicht. unter dem gesichtspunkt jede untersuchung betrachtung, kommt aus
    der sicht des lebens ein gewisses spiel in jede untersuchung, die nicht unbedingt schaden muß.

    ich möchte noch ein anderes beispiel bringen, das aus der kunsttherapie stammt. ich lasse mal wieder
    das ads außen vor, weil es nicht alles ist. ein mensch ist mehr als sein ads, da kommt noch viel anderes
    hinzu, was nicht heißt, dass sein ads das eine oder andere viel, viel schwerer macht, und darin seine
    ursache hat.

    es gibt 'nen haufen leuten die haben massive probleme an das heran zu kommen, was in ihnen ist, was
    sie wollen. es ist gewaltige unordnung im fühlen und denken, das haben auch die nicht adsler mit uns
    gemein. es geht also an das heran zu kommen, was da ist, aber keinen weg nach draußen findet. ein
    weg dabei ist, alles an bildern, wörtern, farben zu sammeln, was anspricht, ohne dabei auf den köpf zu
    hören, es geht um den implus, ums spüren. im nächsten schritt, werden die ausschnitte gefertig und
    aufgelegt, ob auf papier oder leinwand spielt keine rolle. ich nenne das lebensbilder. es sind prozeße
    die ihren anfang nehmen, die nicht vom kopf beeinflußt werden sollten. das was entstehen will, ent-
    stehen lassen, ohne es beeinflussen, sehen was geschieht und entsteht im reinen zulassen. das sind
    schöpfungsprozesse. das ist künstlerische arbeit. es kann als künstlerischer flow oder hyperfokus be-
    zeichnet werden, je nachdem aus welcher ecke jemand kann. für mich ist das ein kreativer schöpfungs-
    prozeß der aus sich selbst heraus entsteht.

    ich habe weiter oben von simle gelesen
    Ich kann meine Kreativität nicht Steuern - Zeitdruck, Fixe Rahmenstruckturen, Soll-Erbringungen - ich glaube
    daran wäre ich gescheitert.


    ich kann meine eigene kreativität auch nicht steuern, ich kann sie nur zulassen bei meiner arbeit. ich muß
    mich blind, im wahrsten sinn des wortes verlassen. sie entsteht aus sich selbst heraus. sie macht sich. wie
    sie sich macht, sehe ich erst, wenn ich meine arbeiten ansehe.

    ich glaube inzwischen den unterschied zwischen kreativen handwerken und künstlern begriffen zu haben.
    ein künstler kreiert, er läßt sich sein, er geht auf, er wird zu dem was er tut. kann man auch flow oder hpyer-
    fokus nennen, wenn man will. er kann nicht auf knopfdruck das oder das. das funktioniert nicht, da seine
    kreativität eine andere geschichte hat.

    ein kreativer handwerker, setzt um. er ist ebenfalls kreativ in seiner arbeit. aber er führt aus, sein schaffen
    ist in anderer weise zielorientiert, er muß mit der vorstellung arbeiten, was am ende dabei heraus kommen muß,
    sein schaffen ist eingeschränkt, und in anderer weise fokusiert.

    ich halte es ganz wichtig, das zu differenzieren. ein künstler bekommt einen auftrag, im vertrauen, dass er
    etwas einzigartiges entstehen läßt, dass den wünschen des auftraggebers entspricht. alles was er hat ist
    eine Orientierungsrichtung, ansonsten ist es freies schaffen, sein können, es entstehen lassen. eine arbeit
    ohne ich sage mal sicherheitsnetz, denn was am ende bei raus kommt ist offen, und werd erst am ende
    sichtbar. der künstler schwebt also im freien raum, kann nur was in ihm ist, das ist seine kreativität, sein
    blick auf welt bestimmt die kreativität und die kunst.

    wenn fliegerlein schreibt, Folgt intuitives, also unbewusstes Handeln nicht auch gewissen Regelhaftigkeiten?
    dann muß ich diese frage aus meinem erleben heraus mit ja beantworten. die regelhaftigkeit ist dermaßen
    stark, dass sie auch in absolten ausnahmesituationen zu tage tritt. eine ansich erschreckende erfahrung, das
    es wirklich blindes drauf verlassen und einlassen ist, dass es so sein wird. aber da ist es, und es wirkt einfach,
    es ist einfach, am ende wird es sichtbar. kann das nur so beschreiben. am anfang macht es eine heidenangst,
    weil es nichts verläßliches und auf knopfdruck herbeizurufendes ist. es ist da, es kommt von selbst, aber diese
    art der kreativität verlangt einlassen, ein hunderprozentiges in diesem augenblick sein, dann ensteht es.

    bei einem nicht ads buch von maja storch, die kraft aus dem selbst, geht es um das unbewußte, also das nicht
    steuerbare. andere baustelle. jedoch ist das was aus dem unbewußte kommt, diese kreativität, sie kann nur
    im zulassen und einlassen entstehen.

    wie paßt nun das zur naturwissenschaftlichen analyse der kreativität? nur als denkansatz.

    lg
    salamander

  10. #80
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.418

    AW: Kreativität und ADHS Was uns die Wissenschaft sagt ...

    Für mich auch, wissenschaft ist eine sichtweise, eine teil die wahrnheit... Nicht die ganze wahrheit! Sie interessiert mich schon, aber sie hat ihre grenzen und so interessiere mich auch an andere sachen, wie die gelebte erfahrung von andere menschen oder sonst...

    Nicht alles kann wissenschaftlich bewiesen sein, weil manches einfach nur sehr komplex ist.

    lg

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