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Diskutiere im Thema Kreativität und ADHS Was uns die Wissenschaft sagt ... im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #121
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: Kreativität und ADHS Was uns die Wissenschaft sagt ...

    mel. schreibt:
    scheinbar alles gesagt von den beteiligten?
    Alles Gesagt wird erst dann sein, wenn es die Anti-ADHS-Pille gibt und alle kein ADHS mehr haben werden.

    Ein Mensch mit ADHS, dem nichts mehr einfällt, hat kein ADHS.


    Heute habe ich mein "H"-Tag. Wenn ich ADHS statt ADS schreibe, ist das ein gutes Zeichen, denn dann kann ich viel erledigen.

    - - - Aktualisiert - - -

    salamander schreibt:
    ohhhh nix mehr geschrieben worden...
    Mist!.......

  2. #122
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: Kreativität und ADHS Was uns die Wissenschaft sagt ...

    ich korrigiere mich: es gab nichts mehr, was ich unbedingt hätte hier anbringen müssen.

  3. #123
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: Kreativität und ADHS Was uns die Wissenschaft sagt ...

    Versuch einer Erläuterung

    Krativität = ungewöhnliche Wege gehen können


    Prolog: Als Kunstrichtung mag ich den Dadaismus.

    Insbesondere der Hannoversche Dadaismus gefällt mir sehr gut. Als Avantgardist ist Kurt Schwitters zu nennen.

    Dadaismus war eine Revolte gegen die Kunst von Seiten der Kunst, die die Gesellschaft ihrer Zeit und deren Wertesystem ablehnten.


    Elwirrwarr schreibt:

    Steinto schreibt:
    Wie war das zu Beginn des 1. Weltkriegs, als alle (nicht-ADSler) geschlossen in den Tod zogen? Und die ADSler dabei zuguckten, z.B. Hermann Hesse.

    Oder während des 3. Reichs, als Viele sagten, dass sie jetzt die jüdischen Nachbarn verraten müssten, und nach dem Krieg dann sagten, dass man das so machen musste.
    gewagte These und mit nix belegt, oder kennst du alle die in den 1 Weltkrieg zogen so genau, dass du weißt, dass da kein AD(H)Sler dabei war.

    Mit solchen Thesen tun wir uns keine Gefallen
    Okay, der Satz mit dem 1. Weltkrieg ist blöd formuliert. Ich würde ihn gern korrigieren wollen.

    Die ADSler guckten nicht dabei zu, im Sinne von Zugucken und applaudieren. Ich meine mit zugucken (bescheuert, dass ich das so geschrieben habe), dass sie so vernünftig waren und nicht daran teilnahmen. Natürlich ist das eine sehr allgemeine Aussage, die eher provokativ sein sollte.

    Nun zu meiner Denke. Was bedeutet für mich Kreativität?

    Kreativität ist für mich die zeitnahe Lösung für ein Problem mit ungewöhnlichen Mitteln und für das Individuum ungewöhnlichen Möglichkeiten der Problemlösung. Kreativität ist für mich ein rein dialektischer Prozess, wobei die Problemlösung die Synthese aus dem Problem (dem negierten Defizit) selbst und der Fähigkeit des Individuums, das Problem kognitiv lösen zu können, und auch das Problem überhaupt zu erkennen. Durch den Prozess der Problemlösung negiert sich das Individuum selbst und gelangt seinerseits in einen neuen Zustand, indem er von der Lösung des Problems profitiert.


    Fliegerlein schreibt:
    Ich weiß jetzt ehrlich gesagt nicht, wo der Zusammenhang ist zwischen der Einhaltung von Regeln, welche nun mal gegeben sind und Kreativität.
    Kreativität bedeutet für mich die Nichteinhaltung von Regeln, bezogen auf die Problemlösung. Beispiel: Im Zuge meiner Promotion habe ich lange an einem Problem gesessen. Es gelang mir einfach nicht, das Problem zu lösen. Der Grund war, dass ich ständig versucht habe, nach den gängigen Regeln zu arbeiten. Erst als ich die Regeln nicht mehr beachtet habe und etwas Neues entwickelt habe, ist mir der Versuch gelungen. Mut zur Lücke.

    Fliegerlein schreibt:
    Wozu rote Ampeln benutzen?
    Diese absoluten schwarz-weiß-Argumente finde ich nicht gut. Wenn ich sage, dass Kreativität die Lösung von Problemen durch Nichteinhaltung von Regeln sei, heißt das nicht, dass ich bei Rot über die Ampel fahre. Die Problemlösung ist in meinen Augen erst dann als kreativ zu bezeichnen, wenn dieselbe im allgemeinen Konsens der Gesellschaft läge, also gegen keinerlei Verbote verstoßen würde. Ich möchte nämlich in der Gesellschaft existieren und diese nicht gefährden. Kreativität muss stets der Kritik Anderer stand halten können.

    Aber: wenn das Problem wäre, so schnell wie möglich ein Ziel, z.B. ein Krankenhaus, zu erreichen, würde ich auch bei Rot über die Ampel fahren.

    Fliegerlein schreibt:
    Man mag Regeln in Frage stellen, aber mit Kreativität hat das nichts zu tun, eher mit gesundem Menschenverstand.
    Das sehe ich bedingt anders. Das alleinige Infragestellen von Regeln hat natürlich nichts mit Kreativität zu tun. Hier drohen wir aneinander vorbei zu reden. Kreativität ist aber sehr wohl die Art und Weise, ein Problem zu lösen, durch Infragestellung der Regeln, der Regeln nämlich, die sich allein um das Problem ranken.

    Fliegerlein schreibt:
    Ehrlich jetzt? [IMG]Boah, hier wurde ja der komplette Pfad angezeigt![/IMG]
    Du vergleichst EINEN ADHS'ler mit ... wie viele militärische Todesopfer gab es im 1. Weltkrieg? Die Zahlen gehen da auseinander, so um 9 bis 13 MILLIONEN.
    Sorry ... NoGo.
    Diesen Satz verstehe ich jetzt nicht. Allerdings habe ich meine Aussage bereits geändert: Viele sind mit Hurra in den Krieg gezogen. guckst du Es gab aber auch Leute, die den Krieg ablehnten. Darunter war auch Hermann Hesse.

    Ich stelle jetzt die These auf, dass zu Beginn des 1. Weltkrieges viele mit großer Begeisterung in den Krieg zogen. Das war 1914 gängige Regel. Das Problem ist das freiwillige Sterben im Krieg. Viele wollten das nicht und wehrten sich gegen diese Regel und versuchten ein neues System aufzubauen. Entweder schrieben sie ein Buch gegen den Krieg, wie Hermann Hesse, oder sie verweigerten Befehle, oder sie schufen einen neuen Staat, wie Friedrich Ebert, Gustav Stresemann etc.


    Fliegerlein schreibt:
    Da einen Zusammenhang zu stellen, noch dazu in bezug auf Kreativität oder in Richtung ADHS .... das erscheint mir gelinde gesagt sehr weit hergeholt.
    Kreativität ist also die Suche nach einem neuen Verfahren, um ein Problem zu lösen. Oben haben wir oft geschrieben, dass ADHSler sehr kreativ sein können. Somit ist der Schluss nachvollziehbar, dass ADHSler gegen den Krieg waren. das wollte ich aussagen. Ist mir, glaube ich, nur mäßig gelungen.

    Fliegerlein schreibt:
    Steintor schreibt:
    Kreativität ist auch Zivilcourage.
    Ich verstehe den Zusammenhang zwischen Kreativität und Zivilcourage genausowenig wie den Zusammenhang zwischen Zivilcourage und ADHS ....
    Was heißt Zivilcourage?

    Politologe Professor Gerd Meyer: Zivilcourge ist schreibt:
    “öffentliches Handeln im Alltag, als sozialen Mut in der Lebenswelt der Bürger, als Element der Zivilgesellschaft und der politischen Kultur” (Gerd Meyer: Lebendige Demokratie: Zivilcourage und Mut im Alltag; Tübingen 2004, S. 250).
    Sozialer Mut. Also auch hier das Infragestellen gesellschaftlicher Konventionen bezeichne ich als kreativ. Ich möchte an dieser Stelle nur Maximilian Kolbe nennen. Kolbe hat Regeln missachtet. Er hat ein Problem gelöst, indem er ein Verfahren angewendet hat, das zwar nicht neu, dafür aber ungewöhnlich war.
    Geändert von Steintor (18.07.2013 um 03:13 Uhr)

  4. #124
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: Kreativität und ADHS Was uns die Wissenschaft sagt ...

    lieber steintor, ich kann manchen verknüpfungen, die du anstellst, nicht folgen.

    es fing an mit der fleischfachverkäuferin. sie hat eine vorschrift befolgt, was sie nicht unkreativ macht, sondern korrekt war. das gestellte problem war, dass du die wurst nicht eingepackt haben wolltest. dieses problem wollte sie aber gar nicht lösen. abgesehen davon wäre die wurst unverpackt zu überreichen nicht sonderlich kreativ gewesen. das kann man nicht mit deiner promotion vergleichen. klar gibt esl problemstellungen, wo eine lösung kreativität und somit das verlassen der üblichen schemen erfordert. regeln und vorschriften sind jedoch nicht zwangsläufig gleichzusetzen.
    andersrum
    Kreativität muss stets der Kritik Anderer stand halten können.
    muss das auch nicht zutreffen.

    in meinen augen muss kreativität weder das brechen von regeln beinhalten, noch kritik standhalten können. begrenzungen zu verlassen mag ein aspekt von kreativität sein, ist aber nicht unbedingt erforderlich. das ist kontextabhängig.

    Die ADSler guckten nicht dabei zu, im Sinne von Zugucken und applaudieren. Ich meine mit zugucken (bescheuert, dass ich das so geschrieben habe), dass sie so vernünftig waren und nicht daran teilnahmen. Natürlich ist das eine sehr allgemeine Aussage, die eher provokativ sein sollte.
    provokativ ist sie tatsächlich.

    Diesen Satz verstehe ich jetzt nicht. Allerdings habe ich meine Aussage bereits geändert: Viele sind mit Hurra in den Krieg gezogen. guckst du Es gab aber auch Leute, die den Krieg ablehnten. Darunter war auch Hermann Hesse.

    Ich stelle jetzt die These auf, dass zu Beginn des 1. Weltkrieges viele mit großer Begeisterung in den Krieg zogen. Das war 1914 gängige Regel. Das Problem ist das freiwillige Sterben im Krieg. Viele wollten das nicht und wehrten sich gegen diese Regel und versuchten ein neues System aufzubauen. Entweder schrieben sie ein Buch gegen den Krieg, wie Hermann Hesse, oder sie verweigerten Befehle, oder sie schufen einen neuen Staat, wie Friedrich Ebert, Gustav Stresemann etc.

    Kreativität ist also die Suche nach einem neuen Verfahren, um ein Problem zu lösen. Oben haben wir oft geschrieben, dass ADHSler sehr kreativ sein können. Somit ist der Schluss nachvollziehbar, dass ADHSler gegen den Krieg waren. das wollte ich aussagen. Ist mir, glaube ich, nur mäßig gelungen.
    auch das sind verknüpfungen und daraus abgeleitete schlussfolgerungen, die ich nicht nachvollziehen kann. die argumentation ist gerade die:
    - es gab leute, die waren gegen den krieg.
    - sie suchten nach lösungen, dagegen anzugehen oder sich zu entziehen. diese lösungen waren kreativ.
    - adhs-ler können kreativ sein
    schlussfolgerung: adhs-ler waren gegen den krieg.

    sorry, aber das ist sehr weit hergeholt. dass adhs-ler kreativ sein können, heißt nicht zwangsläufig, dass sie es sind. selbst wenn die von dir angesprochenen lösungen als kreativ betrachtet werden, heißt das nicht, dass das alles adhs-ler waren. selbst wenn das alles adhs-ler gewesen wären, lässt sich daraus nicht ableiten, dass adhs-ler gegen den krieg waren. es könnte daneben auch solche gegeben haben, die im rahmen des sensation seeking applaudierten.... (letzeres ist natürlich ebenso unsinnig)


    mal abgesehen davon finde ich, dass diskussionen wie diese hier auch gut ohne derartige verlinkungen und spekulationen auskommen.

    gute nacht
    mel

  5. #125
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: Kreativität und ADHS Was uns die Wissenschaft sagt ...

    Hallo

    die viel benannte Fleischereifachverkäuferin kann ein ganz furchtbar angepaßt sein und deshalb will sie die Wurst "schön ordendlich einpacken" - sie kann aber auch am Morgen eine Standpauke bekommen haben und deshalb packt sie die Wurst ein. Sie kann aber auch die Nase von Kunden voll haben, die nicht warten können, die Wurst erst dann zu essen, wenn sie die Wurst auch schon bezahlt haben .

    Man weiß es nicht - jeden falls ist nicht klar, ob die Fleischereifachverkäuferin vielleicht in ihrer Freizeit in einem obskuren Theater die Hauptrollen spielt.

    Sich anzupassen kann Ausdurck von nicht verhandenen Kreativität sein, es kann aber auch das Ergebnis eines Lernprozesses sein. Ich z. b. halte mich für Kreativ. Allein schon meine Mathe-Fachabi-Klausur war sehr kreativ, weil ich mein Formelbuch vergessen hatte und ich alle möglichen Lösungswege neu erfinden mußte - Ich habe extrem viele Seiten voll geschrieben und bekam 11 Punke (teilweise falsche Ergebnisse, wegen Rechenfehlern, aber sehr interessante Lösungswege - stand unter der Klausur). Ich habe in Laufe meines Lebens gelernt, dass es einfach Sinn macht sich in bestimmten Situationen anzupassen - Regeln nicht in Frage zu stellen - egal ob sie Sinn machen der nicht. z. B. bei meinem Chef.

    Andere Regeln werde ich nie beachten.

    Wenn ich sage, dass Kreativität die Lösung von Problemen durch Nichteinhaltung von Regeln sei, heißt das nicht, dass ich bei Rot über die Ampel fahre. Die Problemlösung ist in meinen Augen erst dann als kreativ zu bezeichnen, wenn dieselbe im allgemeinen Konsens der Gesellschaft läge, also gegen keinerlei Verbote verstoßen würde. Ich möchte nämlich in der Gesellschaft existieren und diese nicht gefährden. Kreativität muss stets der Kritik Anderer stand halten können.
    Nee, muß sie nicht!!!! Manche Menschen können sehr weit über den Tellerrand gucken -
    Es gibt Gesellschaften, die lohnt es sich zu gefährden - die muß man einfach gefährden - die 68iger haben unseres Bürgerliche Gesellschaft gefährdet und das war gut so!

    innerhalb des Konsens der Gesellschaft zu bleiben ist das Ende der Kreativität.


    alles Liebe Elwirrwarr
    Geändert von Elwirrwarr (18.07.2013 um 08:00 Uhr)

  6. #126
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Kreativität und ADHS Was uns die Wissenschaft sagt ...

    @Steintor

    Think Different / Die verrückt genug sind zu denken Deutsche Version - YouTube


    ******************

    Schnell einen Cut: Sehr viele, sehr kreative Menschen der Geschichte - hatten KEIN einfaches Leben.
    Wenn man vom reinen Egoistischen Aspekt ausgeht - lohnt sich kreatives Schaffen?
    Zwischen Genie und Wahnsinn?

    Sich nicht anpassen - bedeutet auch ein sich isolieren - was man aushalten muss.

    *******************

    z.b. hätten sich diese zwei Künstler (Leonardo da Vinci / Michelangelo) nicht zum Teil
    den damaligen geltenden Regeln ein Stück weit angepasst - hätten sie keine Existenzsicherung gehabt.
    http://www.cicero.de/salon/michelang.../48639/seite/2

    Jedem Zeitalter seine Gesellschaftlichen Regeln - ich glaube heute sind wir freier als in manch früherer
    Zeit. :-)

    lg

    lg
    Geändert von Smile (18.07.2013 um 08:25 Uhr)

  7. #127
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Kreativität und ADHS Was uns die Wissenschaft sagt ...

    Oh Pforte, die Ihr da erschaffen seid aus und von der Mutter Erde zarter kristalliner Kruste (=Kreativversion für Steintor ), Ihr verwirret mich .

    Nein im Ernst:

    Ich denke, Deine Erklärung hat mir ein wenig weitergeholfen, denn ich vermute, dass der Begriff "Regel" und das Brechen von Regeln hier tatsächlich die Ursache dafür ist, dass wir in der Tat aneinander vorbei geredet haben.

    Der Begriff Regel ist mehrdeutig und war hier durch das Beispiel mit der Verkäuerin, zumindest für mich, wohl fehlgedeutet.
    Die Verkäuferin hat eine Regel im Sinne einer Verhaltensvorschrift gebrochen, das aber scheint nicht das Gleiche zu sein, wie bei einer Promotion oder der Lösungssuche für eine Aufgabenstellung (=Problem) eine Regel im Sinne einer typischen Verhaltensweise zu brechen.

    Während Du also wahrscheinlich das Verlassen einer typischen Verhaltensweise als Teil des kreativen Schaffens zuordnest, und da stimme ich vollkommen mit Dir überein, würde ich das Gleiche aber im vorangestellten Beispiel der Verkäuferin, die eine Vorschrift eingehalten hat, nicht so sehen.
    Dieses Beispiel aber war für mich der Indikator für die Zuordnung des Begriffs Regel auf den Rest des Postings.

    Steintor schreibt:
    Die ADSler guckten nicht dabei zu, im Sinne von Zugucken und applaudieren. Ich meine mit zugucken (bescheuert, dass ich das so geschrieben habe), dass sie so vernünftig waren und nicht daran teilnahmen. Natürlich ist das eine sehr allgemeine Aussage, die eher provokativ sein sollte.
    Vor allem würde ich sie für unwahrscheinlich halten.
    Auch heute noch ziehen Menschen mit Euphorie und Begeisterung und Hurra in den Krieg ... mir ist das unverständlich, aber genauso auch vielen anderen Menschen, welche keine ADS haben.
    Und umgekehrt würde ich genauso sagen, dass viele ADHS'ler mit dem gleichen Hurra in den Krieg ziehen und gezogen sind, denn sie sind äußerst begeisterungsfähig (u.U. auch für die falschen Dinge), sie suchen den Kick, die Gefahr etc ...
    Da würde ich keinen Moment glauben, dass die allgemeine Prävalenz sich in diesen Bereichen verschieben würde.

    Steintor schreibt:
    Das sehe ich bedingt anders. Das alleinige Infragestellen von Regeln hat natürlich nichts mit Kreativität zu tun. Hier drohen wir aneinander vorbei zu reden. Kreativität ist aber sehr wohl die Art und Weise, ein Problem zu lösen, durch Infragestellung der Regeln, der Regeln nämlich, die sich allein um das Problem ranken.
    Ja, Zustimmung.
    Das war der Satz, ab dem ich erkannt habe, dass das Fleischthekenbeispiel mich auf die falsche Fährte gebracht hat.
    Wie gesagt, mit Mehrdeutigkeiten habe ich, und viele andere im Forum sicher auch, schon mal Probleme und da war es einfach dieses Beispiel, welches mir den Hinweis auf die Deutung "Regel=Vorschrift" gab.

    Steintor schreibt:
    Aber: wenn das Problem wäre, so schnell wie möglich ein Ziel, z.B. ein Krankenhaus, zu erreichen, würde ich auch bei Rot über die Ampel fahren.
    Dito (habe ich auch durchaus schon gemacht, als ich mal meine Frau ins Krankenhaus gebracht habe EDIT: Das war Nachts um 2 und die Straße wahr einsehbar und menschenleer, ansonsten hätte ich auch das nicht getan, denn ein solcher Notfall rechtfertigt nicht, sich und andere in Gefahr zu bringen, es gibt ja Handys und Notärzte/ Rettungsdienste, welche mit Sonderrechten fahren).
    Allerdings lässt sich da sagen, dass die Regeln (im Sinne von Vorschriften) aufgrund anderer, besonderer Umstände (=Rechtfertigender Notstand) gebrochen werden.

    Steintor schreibt:
    Ich stelle jetzt die These auf, dass zu Beginn des 1. Weltkrieges viele mit großer Begeisterung in den Krieg zogen. Das war 1914 gängige Regel. Das Problem ist das freiwillige Sterben im Krieg. Viele wollten das nicht und wehrten sich gegen diese Regel und versuchten ein neues System aufzubauen. Entweder schrieben sie ein Buch gegen den Krieg, wie Hermann Hesse, oder sie verweigerten Befehle, oder sie schufen einen neuen Staat, wie Friedrich Ebert, Gustav Stresemann etc.
    Das ist insofern unter diesem Aspekt ein interessantes Beispiel, als "Regel" hier in beiden Bedeutungen Anwendung findet.
    Einerseits war es das damalige typische Verhalten (und wahrscheinlich durch Erziehung konditioniert) und andererseits auch Vorschrift.
    Ob dabei allerdings in der Tat ADHS irgendeine Rolle gespielt hat, wer sich für was entschieden hat, das halte ich für äußerst unwahrscheinlich.

    Aber ich glaube, dass ich Dein Posting nun ein wenig besser verstehe .
    Danke also für Deine Erklärung, die hat mir weitergeholfen.

    Liebe Grüße
    Marcus
    Geändert von Fliegerlein (18.07.2013 um 13:29 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur/ Edit zugefügt

  8. #128
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Kreativität und ADHS Was uns die Wissenschaft sagt ...

    OT: Krieg. http://www.uni-forst.gwdg.de/~wkurth...ea2/uhlich.pdf

    Eine Zeit lang konnte und wollte ich nicht verstehen - warum eine solch "hoch entwickelte" intelligente spezies - sich
    selbst schadet - und aus der Geschichte nichts zu lernen scheint. Die Ordnung, die Sicherheit - nimm den Menschen
    diese Basis such einen Schuldigen und die Angst und "verquertem" Überlebungswillen lässt sie schrumpfen auf ein empathieloses Geschöpf....
    nieder als jegliche Tierart.

    Die Geschichte der Menscheit ist geprägt vom Frieden - zwischen den Kriegszeiten.

    Ich glaube nicht, dass Adhs davor schützt.

  9. #129
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 140

    AW: Kreativität und ADHS Was uns die Wissenschaft sagt ...

    ich kann steintors überlegungen über den zusammenhang von gesellschaftlichem ungehorsam und krativität durchaus nachvollziehen und was
    die beispiele angeht : übertreibung macht anschaulich ! viele besondere leistungen einzelner in kunst , wissenschaft und gesellschaftlcher innovaion
    haben mit einer kreativität zu tun, die aus der hinterfragung des etablierten erwächst. unbestrittene qualitäten der "ads- prominenz".

    der genannte hannoveraner dadaist kurt schwitters ist übrigens ein (noch ungeouteter) ads-ler der sonderklasse. ich habe mich lange und intensiv mit ihm beschäftigt.
    sein humor, der mit depressiven phasen grundiert war, seine unablässige suche nach neuen ausdrucksformen, sein spagat zwischen bürgerlicher welt und avantgarde
    verwirrten die spießer wie die künstlerkollegen gleichermaßen. er saß , nein tanzte immer zwischen allen stühlen.unbeugsam war er und harmoniesüchtig und dabei unangepasst und wirklich schräg. als soldat eingezogen, wurde er schnell wieder heimgeschickt, weil er konsquent alle vorgesetzten mit ein bis zwei dienstgraden zu hoch ansprach und entsprechend grüßte,
    was zu ungeheurer verwirrung führte. das war kreative subversion die aus genauer kenntnis hierarchischer systeme und abläufe resultierte.
    immer war er mit zahlreichen prozessen und projekten gleichzeitig beschäftigt und unterhielt kontakte mit den wichtigsten künstlern
    seine epoche. tragik des scheiterns und höchstes gelingen waren bei ihm immer untrennbar.

    für mich einer der verehrungswürdigsten meister vom range einer pipi langstrumpf. nur unglücklicher...
    äh...sorry...daneben ?...ihn hätte das bestimmt gefreut ;-)

    ps. seine dada kinderbücher sind herzzereißend komisch...
    epikur

  10. #130
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 140

    AW: Kreativität und ADHS Was uns die Wissenschaft sagt ...

    zentrale randlage
    smile, deine quasi philosphisch geartete grundfrage, warum so eine hoch entwickelte intelligente spezies
    sich selbst schadet, stellen wir uns ja immer wieder. ich habe für mich eine lösung gefunden .
    was wir als schaden ansehen ist teil des segens, also des überlebens selbst. wir betraueren krieg und unrecht und zerstörung, aber
    es ist nur das ausschwingen des pendels zur anderen seite von frieden, liebe und aufbau. diesen prozess des schwingens nenne ich leben.
    und er endet immer mit dem tod. ... so what ? harmoniesucht ist eine form der ablehnung der "negativen" kräfte, die aber eben teil der positiven
    kräfte sind.
    der ewige frieden ist gott vorbehalten. das ende aller pendelschwünge und damit das ende von allem. das "jüngste gericht"
    die einebnung der berge und die verfüllung der täler...usw. ewiger frieden...
    erst gefälle schafft die dynamik. also zwischen arm und reich, krieg und frieden und all den anderen schrecklichen ungerechtigkeiten.

    was hat das mit ads zu tun ? nun, wir leben in extremen, die schwer auszuhalten und noch schwerer zu vermitteln sind.
    aber nur, weil wir die mitte so lieben, nicht aber die polaritäten . so gesehen kriegt der ads-ler von den natürlichen auschwüngen des pendels oft die
    volle härte ab. aber er bekommt sie auf beiden seiten. wenn er es zulassen kann. ich hab so ein unverschämtes glück spüren dürfen, so ein grundloses sich gut fühlen,
    so eine unerträgliche leichtigkeit.... und ich war schon in der hölle. mehrfach...
    da darf ich beim selbsttest mein häkchen bei "stimmungsschwankungen " machen...

    das lese ich hier täglich. ich will aber nun gar nicht mehr in die mitte. ich bekomme mehr und mehr lust auf eine randlage. ok ... lieber auf der seite des glücks und der freude,
    aber bereits eine anerkennung dieser auslenkung des pendels ist ein erster schritt sich zu positionieren. wenns in der bürgerlichen mitte nicht klappt, dann eben woanders...
    meine mitte liegt am rand !
    gibts hier noch andere anwärter ?
    epikur

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