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Diskutiere im Thema Wie viel darf man von einem AD(H)S'ler erwarten? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Mumford

    Gast

    AW: Wie viel darf man von einem AD(H)S'ler erwarten?

    Flammschwert schreibt:
    Im Zeitalter von Smartphones vergisst man doch nur noch etwas wenn man es vergessen will
    So etwas ähnliches habe ich schon von Anderen gehört.
    Erschreckend, wie sich die Gesellschaft an die ständige Erreichbarkeit gewöhnt hat. Und wenn jemand nicht erreichbar ist, halt er halt kein Bock, naja...

    Ich habe auch keinen Bock auf ständige Erreichbarkeit!


    Ehrlich gesagt frage ich mich, wie man bei soviel Multmedia-Terror überhaupt noch klarkommt.

    Mir kommt so'n Ding schon aus Prinzip nicht ins Haus. Außerdem vergesse ich sowieso schon ständig mein Handy aufzuladen. ^^

    Okay, genug Uff Toppic.

  2. #12
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.209

    AW: Wie viel darf man von einem AD(H)S'ler erwarten?

    Wie soll man damit dann umgehen? Und die Frage ist dann, ob ich meine Kritik äußern darf wie bei allen anderen auch, oder sollte ich mir lieber auf die Zunge beißen und ein Auge zudrücken? Irgendwo denke ich eben auch, dass wie es schon erwähnt wurde, auch ein AD(H)S'ler irgendwie "funktionieren" muss....
    Adhs'ler funktionieren ja auch irgendwie. Irgendwie anders.

    Mit Kritik umgehen können aber die wenigsten Menschen. ADHS oder nicht. Deswegen sollte in einem Kritikgespräch immer vorher überlegt werden wie die Kritik zu üben ist.

    Ich beispielsweise kann auch mit harter Kritik gut umgehen, solange sie berechtigt ist. Ich würde meinem Chef was erzählen, wenn er mich aufgrund meiner Defizite in Watte packen würde. Ich habe nach meiner letzten Arbeitsunfähigkeit sogar mit ihm vereinbart, dass er und die anderen Kollegen mir aufschreiben, wenn jemandem einer meiner Fehler auffällt und mir den Schrieb dann in mein Fach legen. Sonst fallen mir meine Fehler ja gar nicht auf und ich kann mich nicht "verbessern" bzw. korrigieren. Allerdings beziehen sich meine Fehler meistens auf administrative, organisatorische oder bürokratische Tätigkeiten. Meine eigentliche Arbeit mache ich herausragend und das weiß auch mein Chef. Das schätzt er und kann deswegen mit meinen Fehlern leben.

    Ganz anders verhält es sich mit Kritik die von höheren Vorgesetzten an mir geübt wird. Der Werkleitung ist es völlig wurscht ob und wie eine Tätigkeit ausgeführt wurde, Hauptsache das dazugehörige Formular ist ordnungsgemäß ausgefüllt. Frei nach dem Motto: "Was nicht geschrieben steht ist nicht geschehen". Da kann ich die Sache selbst so vorbildlich erledigt haben wie ich will. Meistens wird die Kritik dann auch noch unsachlich geübt. Am Ende hat der Recht, der am längeren Hebel sitzt. Ober sticht eben Unter, gleich ob der Ober ne Ahnung hat oder nicht. Das führt meistens zu Konflikten, weil ich dann den Mund erst recht nicht halten kann.

    Natürlich kann auch ein ADHS-Betroffener kritisiert werden. Aber wie bei jedem anderen Menschen sollte die Kritik sachlich geübt werden und seine Arbeitsleistung nicht im Gesamten geschmälert werden, nur weil er einige Dinge nicht so beherrscht wie andere Kollegen.

    Geh auf ihn zu wie auf jeden anderen Kollegen auch. Überleg Dir was er (unabhängig von ADHS) für eine Persönlichkeit ist und welche Art Kritik er vertragen kann.

    Der andere Typ am Schreibtisch nebenan hat vielleicht kein ADHS, ist aber vielleicht passionierter Nasenbohrer. Da würdest Du auch nicht lange überlegen, sondern sagen: "Hey, schreib mir ne Karte, wenn Du oben angekommen bist."

    (Es sei denn die chronische Nasenbohrerei wäre eine Komorbidität seiner ADHS. )

  3. #13
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Wie viel darf man von einem AD(H)S'ler erwarten?

    Ist nicht ganz on Topic, aber dieser Satz hat mich grad ein wenig getriggert und ich weiß nicht genau, wie ich ihn einordnen soll:

    Flammschwert schreibt:
    Im Zeitalter von Smartphones vergisst man doch nur noch etwas wenn man es vergessen will
    Ich hab Tage, an denen muss ich dreimal in die Vorratskammer gehen, um mich einmal zu erinnern, was ich dort holen wollte.
    Ich vergesse im Umdrehen, was ich eine Sekunde vorher gemacht habe oder machen wollte.
    Martin Winkler sagte mal "Alles über 2 Minuten sollte man eigentlich aufschreiben .... was natürlich nicht geht".

    Ich reagiere aufgrund meiner Erfahrungen mitunter etwas empfindlich auf Antworten solcher Art, da ich damit schon reichlich konfrontiert wurde, aber ich bin mir wie gesagt nicht sicher, ob ich das richtig verstanden habe.

    Aber auch hier gilt natürlich, dass es unterschiedliche Schweregrade und sehr individuelle Ausprägungen gibt.

    Was die Thread- Frage in bezug auf das geschilderte Beispiel angeht:
    Aber klar ist es möglich, dass er das vergessen hat.

    Es ist ja sehr bekannt, dass bei ADS-Betroffenen die Fähigkeit einen Task zu unterbrechen, wenn es zu dem besagten Zeitpunkt angesagt ist, sehr eingeschränkt ist, was viele auch gerne als Hyperfokus bezeichnen, aber in diesem Fall kein solcher ist.
    ADS'ler sind zeitblind und sind zudem oft so auf eine Sache fixiert, dass sie die Welt um sich herum vergessen.

    In solchen Fällen ist eine Erinnerungshilfe allerdings wirklich angebracht.
    Da hilft mir selbst ein einfaches Handy mit Weckunktion (ich besitze kein Smartphone, wohlwissend, dass mir das mehr Probleme als Nutzen bereitet).

    Die Kunst liegt allerdings darin, das auch richtig einzusetzen.
    Einfach zum sonst üblichen Zeitpunkt ein Erinnerungssignal zu setzen bringt nicht viel.

    Ich setze meine Erinnerungen immer so, dass ich ein wenig Vorlauf habe.
    Genug um, umstellungserschwert wie ich als ADS'ler bin, noch den aktuellen Gedanken weiter zu denken ohne in Zeitnot zu geraten und nicht so weit im Voraus, dass ich es schon wieder vergessen habe, bevor es losgehen soll.

    Und im Zweifelsfall kommt dann auch noch ein zweites "Wecksignal" zum Zuge.

    In der Firma, in der ich zuletzt war, hatte ich tolle Kollegen.
    Da wusste ich noch nichts von ADHS, aber ich war halt schon immer ein zerstreuter Professor und wenn ich in meiner kleinen Werkstatt damit beschäftigt war, Geräte zu entwickeln und zu bauen und dabei die Welt um mich herum vergessen habe, kam eigentlich immer ein Anruf oder ein Kollege vorbei uns gab mir bescheid, weil ich sonst auch die Pausen vergessen hätte.
    Das war für einfach selbstverständlich und nie hat mir einer dafür ein böses Wort gegeben.
    Ich denke, man merkt schon, ob jemand was vergessen will oder es ihm egal ist, oder ob man wirklich einfach eher zur Sorte zerstreuter Prof gehört.

    Ich denke, man kann von einem ADS'ler durchaus auch einiges erwarten, aber man kann auch schauen, ob man ihn in seinen Schwächen ein wenig unterstützen kann und dadurch auch ein gutes und wertvolles Teammitglied in den Reihen hat.

    Das geht natürlich nur bis zu einer gewissen Grenze.
    Es darf weder vom einen ausgenutzt werden, noch darf es für die anderen zur Last werden, so dass deren Arbeit darunter leidet.

    Liebe Grüße
    Fliegerlein

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