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Diskutiere im Thema Schuldintegration - die Angst wird immer größer! im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 54

    AW: Schuldintegration - die Angst wird immer größer!

    Hallo Sauerstoff,

    ich weiß bis jetzt ehrlich gesagt nicht was du dir von deinem äußerst detaillierten Krankheitsbericht erhoffst.
    Und ich denke, dass andere gerade ähnlich fühlen. Die Art und Weise mit der du dein Vorhaben umsetzt, ist meiner Meinung nach äußerst drakonisch. Des weiteren ist deine Wertung, was die Relevanz für event. späterer Wertung durch spezifisches Fachpersonal anbelangt, eher marginaler Natur. Ich hoffe du verstehst mich.

    Ein Bericht sollte essentiell sowohl prägnant, als auch akribisch sein. Weitere Gesichtspunkte brauche ich gar nicht erst ansprechen um dir aufzuzeichnen, was da für mich nicht in seiner Stärke harmoniert. Das was ich von dir in Richtung Abbildung deiner Symptome bis jetzt lesen konnte, ist nicht sehr prägnant. Deshalb fehlen dir weitere 10 Seiten und erhältst keine konkreten Schlussfolgerungen. Akribisch gehst du in einigen Punkten zwar vor, aber widersprichst dir anschließend wieder, was dazu führt, dass deine Aussage nicht Zustandsgetreu definiert bleibt. Ich hoffe du verstehst auch hier, was ich von dir möchte.

    Meiner Meinung nach ist es in Ordnung, sich an so etwas zu versuchen. Allerdings wird es für dich nur von persönlichem Nutzen sein. Ein Arzt wird damit herzlich wenig anfangen können. Im Worst-Case hat er ein falsches Bild von dir und sucht in deiner Selbstbeobachtung nach weiteren Argumenten für seine These(n). Die wird er a. G. deiner unvorhandenen Prägnanz sicherlich finden.

    Ich finde dein Problem sollte eher sein, dass du dich von jedem X-Beliebigen Menschen beeinflussen lässt. Nicht was du für eine Sorte von Mensch bist. Allein die Feststellung, dass es Engel und Teufel gibt, weiß ich nicht zu schätzen. Das mag banal klingen, aber logisch betrachtet hat es auf weitere Betrachtungsweisen enormen Einfluss. Du schließt de facto alle noch vorhandenen Zustände zwischen völlig Gut und absolut böse aus.

    Ein weiterer Punkt ist deine eigene Akzeptanz deiner Persönlichkeit. So lange du solch Sachen ausführst, wirst du dich auch weiterhin nicht akzeptieren. Und bleibt das so, ergibt sich auch nicht die Möglichkeit einen potentiellen Zustand zu halten. Der Schlüssel zum Erfolg, könnte wie oft schon erwähnt, eine Radikalakzeptanz deiner Selbst sein.

    PS:
    Ich weiß, dass meine Art zu denken,
    für den ein- oder anderen materialistisch und elitär ist.
    Aber von meiner Gabe als AS mache ich so ziemlich oft Gebrauch.

    Ich hoffe ich konnte der ganzen Runde, einschließlich Threadersteller, ein paar Denkanreize verpassen.
    Gerne diskutiere ich auch mit dem ein- oder anderen, wenn er dabei objektiv und in seiner Darstellung deutlich bleibt.

    Alles gute!

  2. #12
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 266

    AW: Schuldintegration - die Angst wird immer größer!

    Hello again,

    deine Ausführungen zur Medikation kann ich leider nicht groß kommentieren, da ich - was das Thema ADHS anbelangt - noch ziemlich grün hinter den Ohren bin. Meine Diagnose bekam ich erst vor knapp drei Monaten. Dementsprechend rudimentär sind sowohl meine Erfahrungen, als auch mein Wissen. Ich versuche mich so gut es geht in die Thematik einzulesen, auch was die "Krankheitsbilder" Asperger und Austismus angehen. Hier tummeln sich aber einige Kompetenzen, die dir diesbezüglich fundiertere Tipps und Infos geben können als ich.

    Um wieder auf die "Schuldfrage" zurück zu kommen (mal abgesehen davon, dass ich denke, dass der idealtypische Zustand darin zu sehen ist, in dem man gar keine Schuldgefühle hat und damit meine ich nicht Skrupellosigkeit): Der soziokulturelle Background spielt bei der Beantwortung einer solchen Frage keine unbeachtliche Rolle. Ich gehe mal davon aus, dass du hier in Deutschland geboren und aufgewachsen bist. Da ich ebenfalls eine Deutsche mit türkischem Migrationshintergrund oder kürzer, eine Deutschtürkin bin (welch' revolutionäre Bezeichnungen nicht? Früher hieß es einfach Ausländer ), kann ich deinen Standpunkt, dich aus den von dir genannten Gründen in der Türkei behandeln lassen zu wollen nachvollziehen.
    Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass der vermeintliche Vorteil einer einheitlichen Kultur und Religion durch andere Aspekte geschmälert wird, nämlich durch die Tatsache, dass dem Behandler im Gegenzug die deutsche Kultur völlig fremd ist. Ob man das in Kauf nimmt, hängt wiederum davon ab, wo man sich vordergründig zu Hause/wohl fühlt und bei mir ist es so, dass ich mich bei meiner Psychiaterin sehr gut aufgehoben und verstanden fühle, in jeder Hinsicht. Des Weiteren wäre bei mir persönlich die sprachliche Barriere für eine Therapie in der Türkei ein großes Hindernis, von der räumlichen Distanz Mal ganz abgesehen. Zwar ist mein türkisch nicht gerade von schlechten Eltern, nichtsdestotrotz weiß ich, dass es mir nie gelingen wird, meine Gedanken, Sorgen und Ängste, aber auch meine Freude so in Worte zu fassen, wie es mir in der deutschen Sprache möglich ist.

    Jetzt bin ich ein wenig vom Thema abgekommen, sorry.

    Was ich eigentlich sagen wollte ist: Deine Frage "wo muss ich mich schuldig fühlen und wo nicht" impliziert ja ein Weltbild, nach dem man bedingungslos Schuldgefühle haben muss! Es ist also völlig gleich, wie "richtig" man sich verhält, es muss auch ein Verhalten geben, das die Schuldgefühle rechtfertigt.

    Bei mir drängt sich die Frage auf: Muss man Schuldgefühle haben?

    LG
    Absentia
    Geändert von Absentia ( 9.07.2013 um 01:32 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  3. #13
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 1.004

    AW: Schuldintegration - die Angst wird immer größer!

    Die konkreten Inhalte, auf die sich unsere Schuldgefühle konzentrieren sind sicher Kultur und Erziehungsabhängig, nicht die Disposition, eine Schuld mehr zu empfinden, als es sein muss. Wir ADHSler neigen mitunter gern dazu, die Schuld mehr bei uns zu sehen als andere, die das als Selbstzerfleischung wahrnehmen, ohne dass sie zu der Gruppe der "Skrupellosen" zählen.

    Woraus es mir ankommt:
    Unsere Erbärmlichkeiten reichen für mehr als ein Buch. Uns und andern nutzt es aber mehr, wenn wir uns auf die Besserung derjenigen Erbärmlichkeiten konzentrieren, die uns momentan abhalten, das zu tun, was grad ansteht. Je nach Kontext sind ganz andere Sachen gefragt, mitunter konträre Dinge: In der Schule nicht stillsitzen können und in der Disko dann bewegungslos rumstehen u. dann den ruhigen, reifen und elitären Philosophen geben ist Selbstbeschiss. Es kommt auf die konkrete Handlung an, was wo in welchem Ausmaß hilft!
    Fehlerlosigkeit geht nicht, ist unerreichbar und außerdem eitel; es ist viel, wenn uns Ängste, Skrupel u Unzulänglichkeiten nicht mehr blockieren, indem wir ihnen einen Platz bekommen, der nicht größerun unberechenbarer ist, als es sein muss. Das bekomme ich zumindest kaum durchs Vorausdenken weg, sondern durch gezieltes Handeln-gegen-eine-Angst und das dann genau evaluieren.

    Erfahrung und Mut dazu. Jeder hat seine Punkte, ich jetzt auch u. ich kann nicht dagegen andenken, sondern hoffen, handeln und mich überraschen lassen. Klappt fast immer.

    Lg, gut Nacht u. bis morgen
    L

  4. #14
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 266

    AW: Schuldintegration - die Angst wird immer größer!

    Der Part mit der Disco und Selbstbeschiss elitärer Philosophen ist grandios! Sehr gut auf den Punkt gebracht, lieber Loyola

    Und auch von mir: Bis morgen.

  5. #15
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 139

    AW: Schuldintegration - die Angst wird immer größer!

    Loyola schreibt:
    Welche drei Skrupel hindern Dich z.B. von den Eltern ausziehen? Bist ja 26.
    Lg
    1.) keine Selbstständigkeit (z.B. selber Kochen - die ganzen Alltagskompetenzen halt, wobei ich zumindest einen Teil davon gut gemeistert kriege)
    2.) kein Job* (ich bin vom Gymnasium abgegangen (11. Klasse) und habe "nur" einen erweiterten Realschulabschluss -> das eigentliche Problem wird wohl mein Alter, meine Krankheitsvorgeschichte und mein sehr schlechtes Abgangszeugnis sein)
    3.) "Schmarotzer" (es ist jetzt so, dass meine Eltern auf meine Hilfe angewiesen sind, sich aber nicht helfen lassen wollen - auf meine Ratschläge wird nicht eingegangen was dann offensichtlich zu Misserfolg führt -> die Tatsache helfen zu wollen aber nicht helfen zu KÖNNEN bei gleichzeitig bestehender (moralischer) Verpflichtung, helfen zu MÜSSEN macht mich wahnsinnig. Das Sinnvollste für mich ist: Auszuziehen sobald ich Alltagskompetenzen und Führerschein erworben habe - aber wenn ich das so tue komme ich mir exakt wie ein Schmarotzer*2 vor. Und meine Eltern *sind* auf meine Hilfe angewiesen - ohne dass sie es selber wissen. Gut, Vieles werden sie wahrscheinlich auch alleine schaffen, aber ich bin eine große Erleichterung für sie... wenn sie denn auf mich hören würden!)

    * = ich bin immer noch beim ILS angemeldet - theoretisch könnte ich also noch mein Abitur nachholen. Der erste Anlauf kam nach kurzer Zeit zum Scheitern - nicht wegen mangelnder Motivation sondern wegen Frustrationsintoleranz und Intoleranz gegen Ineffizienz (es war für mich einfach inakzeptabel, dass ich lange Texte nicht aufs Wesentliche zusammenfassen konnte oder 1 Stunde brauchte um 1 Seite abzuarbeiten, wo ein Stino wohl nur 15-20 Minuten brauchen würde). Ich halte mich durchaus für fähig, das Abitur hinzubekommen - aber solange ich Probleme beim Arbeiten habe (Frustration, mangelndes Durchhaltevermögen) ist es zum Scheitern verurteilt. Mein Herz sagt mir durchaus, dass ich das Abitur will, aber mein Verstand sagt sofort das Richtige: du wirst nur erfolgreich bei etwas sein, was dir auch Spaß macht (gut, zugegeben: das Fernstudium hat mir auch ein "kleines bisschen" Spaß gemacht) - deswegen mach eine Ausbildung.

    Meine Ausbildungsrichtung steht mehr oder weniger fest: irgendwo im IT-Bereich. Ich glaube deswegen, dass ich da motiviert sein werde, weil ich vom (während der Ausbildung) gewonnenen Wissen auch selbst profitieren werde (ich sitze fast den ganzen Tag am Computer und immer mehr kommt in mir der Drang auf, den Computer richtig zu beherrschen und maximal nutzen zu können).

    *2 = man lebt 26 Jahre bei seinen Eltern und baut ständig Mist, man sitzt den Eltern 26 Jahre auf der Tasche und sobald es einem unbequem wird, will man ausziehen ohne eine Gegenleistung erbracht zu haben - wie würdet ihr euch fühlen? Ich weiß, dass ich ausziehen MUSS (ich wünschte, ich hätte diese Erkenntnis Jahre früher gehabt...) aber jetzt meine Eltern im Stich zu lassen, wo sie meine Hilfe (ge)brauchen können... ich fühl mich einfach nicht wohl in meiner Haut. Dabei sind die Leistungen, die ich meinen Eltern erbringen sollte, gar nicht viel - wenn meine Eltern die Probleme (wo ich ihnen helfen will) konsequent anpacken würden, wären sie in 1-2 höchstens 3 Wochen gelöst!

    @ Jimbalta und Absentia: auf eure Beiträge werde ich später eingehen

  6. #16
    S3a


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 51

    AW: Schuldintegration - die Angst wird immer größer!

    Ich halte einen solchen Bericht - wie immer er auch sei und ganz egal, wie er abgefasst wird, für absolut unbrauchbar für jeden anderen ausser für dich. Der bericht spiegelt deine wahrnehmung und realität wieder und ist nicht objektiv. Alleine das du so viel von schuld ider unschuld sprichst, gut oder schlecht lässt erkennen, das da in Dir noch ein unheimliches schwarz-weiss- denken präsent ist.
    das mag vielleicht sogar noch am jungen alter liegen, neben soziokultureller faktoren. Fakt ist aber: inter den menschen gibt es diese polaritäten zwar verschieden ausgeprägt, aber die wenigsten menschen sind gut oder schlecht, sie sind immer beides.

    für mich stellt sich also die frage: warum schreibst du diesen bericht? Ist es ein reines faktenzusammentragen?

    der einzige sinn, den ich so einem bericht abgewinnen könnte, wäre es diesen wichtigen personen in deinem Leben zu geben, mit dem wunsch, das sie schauen ob deine wahrnehmung da auch ihrer erlebniswelt entspricht, bzw. Wo sie die dinge anders sehen.

    Zu deinen eltern: ich weiss nicht worum es geht bei der Hilfe, aber deine eltern signalisieren dir anscheinend klar, das sie hilfe nicht bzw. Nur begrenzt benötigen. Warum kannst du ihnen diese nicht weiterhin anbieten, wenn du ausziehst? Ist das wirklich so, das sie von dem zusammenwohnen enorm profitieren?
    ich selbst bin mittlerweile mutter und kann dir sagen: mein grösstes ziel ist die spätere autonomie meines kindes, wobei es für mich wesentlich ist, das es diese nicht aufgedrückt bekommt sondern aus sich selbst heraus entwickeln kann mit dem wissen: meine eltern sind auch später immer für mich da. Und ich würde mich schlichtweg freuen, wenn mein kind später noch die nähe zu mir sucht, weniger in *aufwiegen* dessen was ich für sie getan habe, sondern mehr weil sie den kontakt zu mir - als menschen - suchen.
    mein grosser ist adhsler - ich habe ads - das ist im alltag immer nicht ganz leicht. Er beginnt gerade jetzt in der pubertät mit der ablösung, und hat auch ein ausgeprägtes schwarz-weiss denken. Dabei sieht und interpretiert er fakten manchmal sehr eigenwillig.
    ich hoffe er sieht später das es im leben nicht um schuldfragen geht, darum engel oder teufel zu sein, sondern im endeffekt darum das man irgendwann verantwortung für seine handlungen übernehmen muss. Dabei ist es irgendwann egal, wer was wie genau gesagt, getan gemacht hat. Du bist jetzt schon ein stück weiter, im alter - 26.
    du kannst seitenweise aufsätze schreiben und überlegen ob du gut oder schlecht bist, wer schuld hat oder warum du so bist oder nicht.
    wenn du nicht aufpasst, kannst du dein leben damit verbringen zu kategorisieren, schuld, ursachen und hintergründe zu beleuchten.
    manchmal kann das schauen darauf helfen, aber das immer nur in einem fall (und für den ist eine genau zuweisung garnicht notwendig) - nämlich dann wenn es wichtig dafür ist, wie du in zukunft dein leben gestaltest und die verantwortung für deines übernimmst.
    deine eltern haben das recht, hilfe anzunehmen oder zu lassen - so wie man auch schon kinder nur begrenzt zwingen kann hilfe(n) anzunehmen. Es ist streng genommen nichtmal okay, ihnen deine. lösungsweg aufzudrängen - du kannst nur anbieten und dann schauen, das du deine eigenen probleme und dein leben angehst (etwas, das einem als elternteil generell am meisten hilft, ehrlich, denn es nimmt einem die grösste Sorge im leben. Mir ist es öbrigens auch nicht wichtig, das mein kind einen bestimmten schulabschluss macht, sondern das es einen weg im leben wählt, mit dem es glücklich wird. Ob das nun eine ausbildung, ein studium ist, oder ein hilfsjob ist mir solange egal, wie mein kind damit glücklich wird)

  7. #17
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Schuldintegration - die Angst wird immer größer!

    Hallo Oxygen, ich glaube so langsam verstehe ich deine Misere mit der Schuldfrage. Du hast z.B. bei 1. und 2. sehr klar und lehrbuchmäßig deine Hinderungsgründe auf die ADHS Symptomatik bezogen beschrieben, aber das was dich wohl umtreibt ist dein Verstand.
    Und der wird dir wohl sagen das das alles Hindernisse sind, aber eben keine Gründe. Du wärst weiss Gott nicht der einzigste Mensch auf Erden, der nicht weiss wie man kocht etc. und trotzdem auszieht. Und die Mehrzahl hier im Forum hat trotz gleicher Problematik beim Lernen auch immer wieder den Arsch hochgekriegt und es wenigstens immer weiter versucht. Ich denke du bist wohl über die Jahre in die Falle des "Die Symptome sind auch eine Ausrede" getappt. Und das weiss eben irgendwo dein Verstand. Selbstbeschiss funktioniert eben nur sehr begrenzt.
    Das mit den Eltern verstehe ich sehr gut, ich habe die selben Gedanken, auch noch mit über 30 und trotz Auszug vor 15 Jahren. Allerdings haben mir meine Eltern gesagt, für sie ist es schon eine Erleichterung wenn sie sehen ich komme auch ohne sie klar. Denn auch sie wissen, dass sie nicht ewig leben. Vllt solltest du mal ganz in Ruhe, zur Not auch nach der Klinik oder gemeinsam mit Arzt mal das Gespräch suchen.



    PS: Alltagskompetenzen, zumindest auf ADS-typischem Niveau (ausreichend) erwirbt man, wenn man es WILL, genau dann, nicht alles bei ADS ist pathologisch und nicht vom Willen steuerbar. Es wird sicherlich schwieriger, aber es ist durchaus machbar.
    Geändert von creatrice ( 9.07.2013 um 08:36 Uhr)

  8. #18
    S3a


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 51

    AW: Schuldintegration - die Angst wird immer größer!

    Adhs kann halt ein grund sein, das etwas schwerer ist und nicht gleich klappt, es darf aber kein hinderungsgrund sein die verantwortung für sein keben zu übernehmen. Die diagnose soll einem helfen die dinge anzugehen und hilfe zu bekommen - sonst ist sie ja eher kontraproduktiv. Fürs kochen: les dich mal bei chefkoch.de ein. Kauf die ein gutes buch. Oder leb erstmal von raviolidosen, die hast du nach nem monat so leid das du erstaunt bist, was du auf einmal an ressourcen frei hast zum kochen

  9. #19
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 499

    AW: Schuldintegration - die Angst wird immer größer!

    http://www.essen-und-trinken.de/rezepte-fuer-anfaenger#

    ...ich hatte zwar schon gute Basics (habe meiner Mutter recht regelmäßig geholfen in der Küche seit ich 12 war und mit 16 auch schon mal alleine für die Familie gekocht) aber ansonsten koche ich mittlerweile überwiegend eingelebte Standart-Rezepte. Selten mal was neues und wenn dann oft aus Online-Rezeptsammlungen wie Chefkoch oder Wunderkessel.de (ja, habe das dumme Ding von Vorwerk auch).

    Was das Ausziehen betrifft: Ich wurde mit 19 rauskomplementiert ("Wenn du das Abi noch machst, dann zahlen wir bis zum Ausbildungsbeginn die Wohnung" - nachdem ich aus Amerika zurück war habe ich mich oft mit meinen Eltern in den Haaren gehabt...) und es ging ganz gut - chaotisch aber okay. Ich kann aber Deine Haltung, Deinen Eltern helfen zu wollen um ihnen etwas von dem, was sie Dir gegeben haben zurückzuzahlen verstehen. Ich habe meinem Vater auch gesagt, dass ich ihn pflegen wollen würde, wenn seine Umstände es nötig machen und meine es erlauben, da ich die Unmenschlichkeit in der Pflegeindustrie kürzlich mit voller Härte bei meinem Großvater miterlebt habe. Ausserdem finde ich es ganz natürlich in einer Familie, dass die Kinder auch mal für die Eltern da sind. Da Du aber schon schreibst, dass es bei Deinen Eltern wahrscheinlich ein sehr begrenzter Zeitraum sein wird, hilf ihnen doch, wenn es Dir hilft. Aber dann beschäftige Dich auch mit dem was Du als Deine Probleme identifizierst.

    Was den Abschluss betrifft: Mein Mann hat seine Ausbildung zum Fremdsprachenkorrespondenten über die ILS gemacht - das war echt schwierig, aufgrund der doch sehr schwankenden Selbstmotivation. Und es hat zum Schluss wirklich das Schreiben gebraucht, dass er nicht mehr verlängern kann und fertig werden muss *g* dann hat er sich rangehalten und alles nachgebüffelt wie ein Wilder. Aber so sind wir beide. Erstmal alles aufschieben und dann durch Torschlusspanik zum Ziel...

    Vielleicht ist Abi über Abendschule (denn da musst Du regelmäßig hin und Dir wird vorgegeben, was wann zu lernen ist) wenn es bei Dir vor Ort möglich ist besser? Parallel dazu kannst Du ja jobben - ungelernte Kräfte werden in vielen Bereichen genommen, wenn sie denn motiviert sind. Die Frage ist, ob Du damit Deinen Lebensbedarf decken kannst - notfalls Aufstocken. Lehrjahre sind keine Herrenjahre, das stimmt leider so. Ich habe damit mein Studiums-Sparschwein ruiniert, denn mein Ausbildungsgeld hat gerade so meine Miete gedeckt...

  10. #20
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 139

    AW: Schuldintegration - die Angst wird immer größer!

    Loyola schreibt:
    Die konkreten Inhalte, auf die sich unsere Schuldgefühle konzentrieren sind sicher Kultur und Erziehungsabhängig, nicht die Disposition, eine Schuld mehr zu empfinden, als es sein muss.
    Nö, zumindest bei mir ist es nicht NUR so - ich war schon mehrfach beim Imam (das ist (ungefähr) das islamische Gegenstück zu einem Pfarrer) und habe ihm ebenfalls zig Fragen dazu, gestellt ob meine Ängste gerechtfertigt oder meine Verhaltensweisen inakzeptabel sind. Genauso wie meine Ärzte (und alle andere Leute, die es mit mir zu tun haben) sagte mir auch dieser, dass meine Ängste und Befürchtungen irrational und auch mit Religion nichts mehr zu tun haben. Mein behandelnder Arzt gab mir ebenfalls solche Beispiele - Zwangserkrankte, die gläubige Christen sind und dann ständig zum Beichtvater gehen, welcher dann irgendwann die Nase voll hat und sagt: "Geh zum Arzt!!"

    Mein Ängste habe also weder (oder nicht NUR) was mit Kultur und Religion zu tun. Es sind Selbstzweifel. Und ich glaube, dass ich das Problem nicht richtig dargestellt habe:

    Es ist mir EGAL ob ich gut oder böse bin - ich will endlich die Wahrheit wissen. Es ist für mich inakzeptabel, dass die Selbsteinschätzung zwischen den Extremen schwankt. Es war ja nicht so, dass ich diese Probleme erst seit letzten November habe - davor hatte ich auch immer wieder solche Probleme, ABER sie waren viel viel schwächer ausgeprägt - der Leidensdruck war kaum vorhanden - jetzt ist es seit vielen Monaten so, dass ich fast jeden Tag darunter leide. Wenn ich nämlich ein realistisches Gesamtbild von mir habe - egal ob gut oder schlecht - dann weiß ich wenigstens, was ich tun muss - ich weiß dann nämlich, welche Verhaltensweisen ich ändern muss *und* (das Gegenteil) wo ich lockerer sein muss (also wo ich zu streng mir selber gegenüber bin).

    Außerdem gibt es da noch ein Problem: ich habe in den letzten Monaten zahlreiche Schicksalsschläge davongetragen (ich weiß nicht, ob es wirklich so ist, aber ich empfand sie als Schicksalsschläge) die mich sehr hart getroffen haben - seit letzten November hat es viele grundlegende Veränderungen in meinem Leben gegeben. Und ich habe dann oft Wahnvorstellungen, dass sie mit meinen Handlungen und Verhaltensweisen zusammenhängen - hätte ich ein positives und stabiles Selbstbild gehabt, wären solche Wahnideen nicht möglich - da bin ich mir sehr sehr sicher!

    Also selbst wenn ich jetzt ein tadelloser Mensch sein *sollte* (das bin ich nicht und WOLLTE ich auch nie sein!) muss ich trotzdem wissen, wie ich in der Vergangenheit (also vor dem November 2012) war - dann kann ich nämlich die richtigen Rückschlüsse ziehen und endlich 100% sicher sein, dass meine Vermutungen Wahnideen gewesen sind!

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