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Diskutiere im Thema Mein Bewegungszwang; oder: Tic-Störung und AD(H)S? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 295

    AW: Mein Bewegungszwang; oder: Tic-Störung und AD(H)S?

    Hallo Holdi, wenn ich deinen letzten Beitrag lese dann kommt mir nur eines in den Sinn (auch wenn es wirklich etwas sonderbar klingt, das gebe ich zu): deine Kinderseele ist sehr verletzt worden und du musst dich unbedingt um Heilung bemühen. Dafür wünsche ich dir viel Erfolg. Nach der Abklärung durch den Neurologen wäre es sicher empfehlenswert dass du eine kompetente, gute Begleitung für deinen nächsten (oder aktuellen) Lebensabschnitt hast.

    Bin übrigens selbst als kleines Kind (mit 3 oder 4) mal 6 Wochen im KH gewesen und kann absolut nachvollziehen wie schrecklich das war, wenn auch beiweitem nicht in dem Umfang wie bei dir. Alles Gute!

  2. #12
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Mein Bewegungszwang; oder: Tic-Störung und AD(H)S?

    Früher nannte man das Hospitalismus. Die heutige Definition des Hospitalismus ist aber irgendwie anders, zumindest das, was ich gerade im Netz gefunden habe. Vielleicht hilft dir dieses Stichwort weiter bei der Suche nach einer Erklärung.

    Und ich denke auch wie Flammschwert, dass du mit professioneller Hilfe vielleicht diesem Symptom auf den Gerund gehen kannst, wenn du darunter leidest. Wenn es dich nicht stört, oder nicht beeinträchtigt, kannst du es lassen, wie es ist.

    LG Trine

  3. #13
    Holdibaldi

    Gast

    AW: Mein Bewegungszwang; oder: Tic-Störung und AD(H)S?

    Flammschwert schreibt:
    Alles Gute!
    Besten Dank!

  4. #14
    Holdibaldi

    Gast

    AW: Mein Bewegungszwang; oder: Tic-Störung und AD(H)S?

    Hi Trine,

    Trine schreibt:
    Früher nannte man das Hospitalismus. Die heutige Definition des Hospitalismus ist aber irgendwie anders, zumindest das, was ich gerade im Netz gefunden habe. Vielleicht hilft dir dieses Stichwort weiter bei der Suche nach einer Erklärung.

    Und ich denke auch wie Flammschwert, dass du mit professioneller Hilfe vielleicht diesem Symptom auf den Gerund gehen kannst, wenn du darunter leidest. Wenn es dich nicht stört, oder nicht beeinträchtigt, kannst du es lassen, wie es ist.

    LG Trine
    Unter Hospitalismus habe ich auch schon geforscht und mich darin nicht wirklich wiedergefunden. Sicherlich war die Krankenhausgeschichte eine sehr unschöne Erfahrung für mich als kleines Kind, aber meine Mutter war täglich präsent, ich war somit behütet, nicht vereinsamt und von daher ist der Abstumpf-Hospitalismus (ich nenne es mal so), der vor allem auf Verwahrlosung und Reizarmut zurückzuführen ist, eigentlich so gut wie auszuschließen.

    Die in dem Zusammenhang auftretende Jactation ist ja meinem Verständnis nach auch eine sehr monotone Bewegung, die in eine Art Trance münden soll und zur Abstumpfung führt. Meine Bewegung ist anders geartet, ich empfinde das eher als anregend und die Bewegungsabläufe variieren (gerade die Fingerbewegungen), es geht dabei auch nicht um Trance, sondern ganz klar um eine Energieableitung.

    Wie gesagt: In mir staut sich wahnsinnig viel Energie in sehr kurzer Zeit (auf Grund positiver Erregung wohlgemerkt), diese muss raus und so fange ich (sofern ich mich unbeobachtet wähne) an mit dem ... ich habe keinen Namen mehr dafür. Früher dachte ich immer, dass es Zappeln sei, aber damit wird lediglich ein nervöses Fingerbewegen oder Stuhlwippen bzw. Herumspringen in Verbindung gebracht.

    Insofern kann ich sagen: Neben meiner eigentümlichen Art, Energie loszuwerden, zapple ich auch noch.

    Viele Grüße,

    Holdi

  5. #15
    moonstone

    Gast

    AW: Mein Bewegungszwang; oder: Tic-Störung und AD(H)S?

    Holdibaldi schreibt:
    Hallo liebe Forengemeinde,

    ich weiß nicht genau seit wann ich zapple, doch ich vermute, dass es während (oder kurz nach) einem längeren Krankenhausaufenthalt begann, ich war etwa fünf Jahre alt. Mehrere Monate wurde ich auf Grund einer Infektion (falsch) behandelt und mehrmals operiert. Danach hatte ich Alpträume, wurde zum Schlafwandler und begann wohl - laut Aussage meiner Mutter - etwa zu dieser Zeit auch mit dem Zappeln. Ob es zwischen Krankenhausaufenthalt und dem Zappeln einen Zusammenhang gibt, muss offen bleiben.

    Tatsache ist, dass ich seither in fast unveränderter Weise bei innerer positiver Erregung (und das bedeutet meist mehrmals täglich) heftigst beginne, mit dem Oberkörper zu wippen und dabei zeitgleich die Finger beider Hände aneinander zu reiben. Das dauert meist mehrere Minuten. Ich kann diesen Drang zwar zeitweise (etwa im Urlaub, wenn ich keine Rückzugsmöglichkeit habe) unterdrücken und somit kontrollieren, das empfinde ich jedoch als unangenehm, ein innerer Druck entsteht.

    Diese Zappel-Prozedur praktiziere ich seit Jahrzehnten streng geheim, bis vor kurzer Zeit wusste absolut niemand davon. Besser gesagt: Niemand wusste davon, dass ich es immer noch praktiziere, als Kind zappelte ich zu Anfang offen, bis ich merkte, dass die Umwelt darauf negativ reagiert. Wenn ich nicht sicher bin, ob ich ungestört bleibe (bei offener Tür oder im möglichen Sichtbereich eines Fensters), streiche ich mir alternativ rege durch die Haare. Das ist die milde Form - die Tarnvariante sozusagen.

    Ich erwähne dieses Zappel-Phänomen, weil ich es als einzig greifbares körperliches Ereignis in Händen halte, das mich klar als irgendwie abnormal stigmatisiert. Ich muss mir das immer wieder selbst klar machen, weil ich die Zappelei über viele Jahre vollkommen verdrängt habe. Ich machte es zum Tabu vor mir selbst und vor anderen erst recht.
    Es ist an der Zeit, den Zappel-Holdi aus dem Sack zu lassen. Wenn nicht jetzt, wann dann?

    Spaß beiseite: Ich finde leider nicht sehr viel zu meinem Zappel-Zwang im Netz, auch die Ärzte/Psychologen, denen ich es in jüngster Vergangenheit offenbarte, nahmen es mehr stillschweigend zur Kenntnis. Es scheint mir nach meiner Einschätzung weder eine klassische Tic-Störung zu sein, noch ein Zeichen für Tourette (ich gebe keine Laute von mir, es ist ein reiner Bewegungszwang, den ich noch dazu kontrollieren kann). Was könnte es sein und inwiefern steht das in Verbindung mit ADS? Passt das überhaupt ins diagnostische Bild?

    Ich würde diese Zappelei nur allzu gerne loswerden. Schon allein deshalb, weil ich das Gefühl habe, meine positive Antriebskraft hierdurch quasi zu verzappeln. Danach bin ich zwar innerlich wieder ruhiger, aber auch irgendwie erschöpft. Es ist kein schönes Gefühl. Anfang 20 wollte ich mir die Zappelei abgewöhnen, ich schaffte es 2-3 Wochen.

    Es grüßt in die Runde,

    der Zappel-Holdi
    Ich habe genau dasselbe Problem und war deswegen auch schon frühzeitig sehr auffällig in meiner Kindheit. Leider stehen die Ärzte in meinem Fall vor einem Rätsel. Sie meinen, es sei ein Tic, gegen den man nichts machen könnte. Auch ein EEG ergab keinerlei Auffälligkeiten. Ich weiß noch, wie ich zu meinem Kinderarzt sagte, dass ich immer dann so zappeln muss, wenn ich mich freue. Mittlerweile habe ich es, so wie es ist, akzeptiert. Bekannte sagen mir wohl, dass ich in diesen Momenten auch mein Gesicht verziehe. Ansonsten läuft es genauso ab wie bei Dir. Ich dachte auch schon an leichte epileptische Anfälle, doch auch dies konnte bislang kein Arzt in keiner Weise bestätigen.

  6. #16
    Holdibaldi

    Gast

    AW: Mein Bewegungszwang; oder: Tic-Störung und AD(H)S?

    Hallo moonstone,

    danke für die Rückmeldung. Ich habe einigen Ehrgeiz entwickelt und möchte jetzt wissen, was das ist, das mich seit so langer Zeit erzappeln lässt. Morgen werde ich mir meine Neurologin nochmal vorknöpfen und wenn ich von ihr keine klare Antwort erhalte, werde ich sie direkt fragen, wie ich diagnostisch hier einen Fortschritt erzielen kann.

    Eines steht für mich fest: Epilepsie, Tourette-Syndrom und auch Tic-Störung kommen nicht in Frage. Aber was ist es dann?

    Ich bin gespannt!

    Viele Grüße,

    Holdi

  7. #17
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 8

    AW: Mein Bewegungszwang; oder: Tic-Störung und AD(H)S?

    holdibaldi

    jetzt wo du deine tic-geschichte schreibst, fällt mir was auf: ich war als baby wochenlang im krankenhaus und man hat mir ein grosses stück kopfhaut wegoperiert, mich dann angebunden, damit ich mich nicht kratze

    mein tic heute: ich kratze mich am kopf (denke es macht mich unterstimulierte ads lerin "wach"). ein richtiger, ewiger tic.

  8. #18
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 479

    AW: Mein Bewegungszwang; oder: Tic-Störung und AD(H)S?

    Hallo Holdibaldi


    Die Bewegungen, die du bei Freude und positiver Anspannung beschreibst, kommen mir bekannt vor, nicht von mir selbst, aber von meiner Arbeit mit kognitiv-beeinträchtigten Menschen. Nicht, dass du mich da jetzt falsch verstehst, bitte !

    Aber gerade in diesem Bereich sehe ich häufig solche Bewegungsmuster. Diese Menschen können solche Dinge nicht kontrollieren oder unterdrücken und schämen sich auch nicht dafür. Sie leben sie einfach aus, wenn sie auftauchen. Und so, wie ich das bisher einschätze, könntest du mit deiner Idee ganz richtig liegen, dass es sich dabei um einen Spannungsabbau handelt, und zwar um einen (Eu-)Stress-Spannungsabbau.

    Das Wort Stress ist normalerweise negativ belastet, aber auch bei positiver Erregung (eben Eustress) wird der Körper in einen Stresszustand versetzt. Was bei Eustress im Gegensatz zu Distress im Körper genau für Botenstoffe und Hormone ausgeschüttet werden, weiss ich nicht. Vielleicht kann dir ein Arzt oder Neurologe mehr dazu sagen. Bei Wikipedia ist unter Stressor nur der Distress mit Noradrenalin und Adrenalin genauer beschrieben, aber es ist eindeutig eine Reaktion im Gehirn bei den Neurotransmittern vorhanden.

    Und weil Menschen mit AD(H)S da ja auch eine Besonderheit aufweisen, ADHS sogar mit einer praktisch ständigen "Zappelei" einhergeht, kann ich mir einfach sehr gut vorstellen, dass es da einen Zusammenhang gibt.

    Leider kann ich dir keine klare Antwort darauf geben, aber vielleicht helfen dir diese Anregungen bei der Suche nach einer Lösung ?

    Ich hoffe es für dich. Denn wenn man weiss, warum etwas so ist, ist es ja häufiger leichter zu handhaben.


    Ich wünsche dir viel Erfolg auf deiner Suche und im Gespräch mit deiner Neurologin !

    Liebe Grüsse
    somniatrix

  9. #19
    Holdibaldi

    Gast

    AW: Mein Bewegungszwang; oder: Tic-Störung und AD(H)S?

    Hallo Somni,

    wow, tolle Anregungen, vielen Dank dafür!

    Ich kann es selbst kaum glauben, aber ich habe heute, nachdem ich knapp zwei Stunden im Wartezimmer der Neurologin saß und mir die Frage hübsch vorformuliert hatte, dann aber vor lauter Warterei zwischendurch wegdöste und endlich einer völlig gestressten Ärztin gegenüber stand, vollkommen vergessen, mein Anliegen zu äußern. Zuerst schilderte ich meine negative Erfahrung mit Medikinet und war dann etwas geschockt, als sie mir ein Antidepressivum als Alternative vorschlug. Darüber hab' ich meine Frage aus den Augen verloren, die mir erst wieder auf dem Nachhauseweg einfiel.

    Immerhin habe ich ein Rezept für Ergotherapie bekommen.

    Um ehrlich zu sein: Ich habe ohnehin nicht das Gefühl, dass diese Neurologin mir in der Sache weiterhelfen könnte. Und Antidepressiva schlucke ich gleich dreimal nicht. Das Klischee, nach welchem einen Neurologen primär mit Medikamenten vollstopfen möchten, scheint leider nicht ganz aus der Luft gegriffen zu sein, denn mein Vorschlag, es doch erstmal ohne Medis probieren zu wollen, schien sie nicht sonderlich zu begeistern.

    Es grüßt dich,

    Holdi

  10. #20
    moonstone

    Gast

    AW: Mein Bewegungszwang; oder: Tic-Störung und AD(H)S?

    Holdibaldi schreibt:
    Hallo moonstone,

    danke für die Rückmeldung. Ich habe einigen Ehrgeiz entwickelt und möchte jetzt wissen, was das ist, das mich seit so langer Zeit erzappeln lässt. Morgen werde ich mir meine Neurologin nochmal vorknöpfen und wenn ich von ihr keine klare Antwort erhalte, werde ich sie direkt fragen, wie ich diagnostisch hier einen Fortschritt erzielen kann.

    Eines steht für mich fest: Epilepsie, Tourette-Syndrom und auch Tic-Störung kommen nicht in Frage. Aber was ist es dann?

    Ich bin gespannt!

    Viele Grüße,

    Holdi

    Bitte gib mir/uns Bescheid, wenn Du in Erfahrung bringen konntest, was es mit Deinem Bewegungsdrang (Zappeln), das ich ja auch kenne und habe, auf sich hat. Hat eines der Medikamente, die Du verschrieben bekommen hast, in der Vergangenheit denn bei Dir angeschlagen? Woran hast Du gemerkt bzw. machst Du fest, dass Du das Medikinet nicht verträgst?

    Ganz viele liebe Grüße an Dich von Moonstone

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