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Diskutiere im Thema Der Zweifler und der" Gläubige" im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Comicus Divinius

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.200

    Der Zweifler und der" Gläubige"

    Ich habe einen seltsamen Inneren Zwiespalt in mir. Zu einem bin ich ein Zweifler, einer der ständig hinterfragt, sich über alles und jeden Gedanken macht und oft der Opposer ist. Aber andererseits habe ich Dinge an die ich glaube, dort bin ich von Wahrheit überzeugt, das ich da stark in Schwarz/weiß denken rutsche. Kennt ihr das auch ? Liegt das mit Adhs zusammen oder eher nicht ? Was denkt ihr ?

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 76

    AW: Der Zweifler und der" Gläubige"

    Wie meinst du das mit den Dingen an die du glaubst? Sind das Dinge an die du von vornerein glaubst oder erst nach dem du dir über den Wahrheitsgehalt dieser Dinge Gedanken gemacht hast?

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 382

    AW: Der Zweifler und der" Gläubige"

    Hallo Tetrian,

    wir alle haben Beliefs - Glaubenssätze - die wir nicht in Zweifel ziehen.
    Seien es religiöse, philosophische. politische, berufliche, soziale, emotionale ...... Überzeugungen.

    Diese infrage zu stellen bedeutet für die meisten Menschen sich selbst infrage zu stellen
    und/oder das bisschen Sicherheit, das wir uns durch sie geschaffen haben,
    aufzugeben.....

    Daher halten wir sie mit so tiefer Überzeugung fest
    und halten sie für DIE Wahrheit.

    Unsere Beliefs, uns ihnen zu stellen, sie zu erforschen.....
    neugierig und freundlich,

    lässt uns erkennen, wer wir sind.

    Gruß
    Michi

    p.s.
    Wir ADHSler sind da nicht anders als andere Menschen.
    Möglicherweise denken wir schneller und kommen daher schneller zu Ergebnissen
    oder Urteilen.
    Das ist alles.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 170

    AW: Der Zweifler und der" Gläubige"

    Ich kann das sehr gut nachvollziehen, dieser innere Konflikt gehört auch zu mir.

    Die meisten Zweifler betreffen allerdings Dinge, die meine Person betreffen - ich meine damit Reflektionen von außen , die mich... mein Tun, mein Denken beurteilen oder Dinge, die in meine Bereiche fallen.
    Weiterhin betrifft es auch Bereich, in denen ich echt gut bin und meine das beurteilen zu können.

    Ich glaube an das Schicksal, dass es immer gut ausgeht,
    ich glaube an Jesus - die Bibel und die Kirche sind nicht mein Ding.

  5. #5
    Comicus Divinius

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.200

    AW: Der Zweifler und der" Gläubige"

    R.Drückt schreibt:
    Wie meinst du das mit den Dingen an die du glaubst? Sind das Dinge an die du von vornerein glaubst oder erst nach dem du dir über den Wahrheitsgehalt dieser Dinge Gedanken gemacht hast?
    Beides. Zu einem mal Religiöser und Philosophischer Natur. Ich habe den Widerspruch in mich, das ich weiß das jeder seine eigene Wahrheit hat und dennoch neige ich dazu, auch gegen alle Widerstände meine Meinung kund zu tun. Ich vertrete viele Minderheitspositionen und doch kämpfe ich für sie dennoch.

  6. #6


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 59
    Forum-Beiträge: 6.172

    AW: Der Zweifler und der" Gläubige"

    Salü Tetrian

    Ich finde deine Frage sehr spannend.

    Ich habe bei mir festgestellt, dass ich auch viele Dinge hinterfrage und von allen Seiten versuche zu verstehen oder für mich zu erklären.
    Oft hilft mir das, meine Reaktionen im Nachhinein zu verstehen, so dass ich in Zukunft besser reagiere.

    Es ist mir auch schon oft passiert, dass wenn ich die Ergebnisse einmal preisgebe, erstaunt angeschaut werde, mit der Bemerkung: Toll wie du das auf den Punkt bringen kannst.

    Dann bin ich erstaunt, denn für mich ist das nichts besonderes.

    Auf der anderen Seite gibt es auch viele Dinge an denen ich gern festhalte, die mir auch eine gewisse Sicherheit geben. Wenn diese dann von anderen hinterfragt werden, kann es sein, dass ich in ein totales Chaos stürze. Und dann brauche ich wieder viel Zeit zum "Siehe oben"

    Meine Psychiaterin, die sehr viel Erfahrung mit ADHS hat, sagte mir einmal, sie sei erstaunt welche Resourcen in Menschen mit ADHS durch ihre Sensibilität stecken würden. Sie wären von Natur aus die besten psychologischen Berater, wenn sie erst mal gelernt haben, sich abzugrenzen und ihre Stärken entdeckt haben.

    Ich denke das was du da fragst hängt auch irgendwie damit zusammen.

    Liebe Grüsse
    Pucki

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 139

    AW: Der Zweifler und der" Gläubige"

    Der Zweifler, kommt aus Zweifeln an dir selbst. Wahrscheinlich denkst du, ich bin selbst so unstetig, so wechselhaft, jeden Tag fühle ich mich anders, finde andere Dinge und Ideale gut, irgendwie kannst kann ich alles verstehen und sehe dass es "das Böse" nicht wirklich gibt.

    Du bist sensibel und siehst und spürst so viele Dinge, die andere nicht sehen. Du hast so viel Mitgefühl mit anderen und kannst dich nur sehr schwer auf dich selbst konzentrieren.

    Der Gläubige, kommt aus deiner Sehnsucht nach Sicherheit und Konzentration. Im Zustand des ewigen Zweifelns fühlst du dich unsicher und unruhig, denn da ist nichts dessen du dir sicher sein könntest. Aber da sind so viele Menschen, die sich sicher sind, und sei es rational noch so idiotisch und ungerecht. Die sind davon überzeugt und handeln völlig rücksichtslos. Das macht dich wütend, aber gleichzeitig bist du ohnmächtig. Du fühlst mit denen, die darunter leiden, kannst aber nichts dagegen tun, da die anderen Menschen nicht zweifeln.

    Das radikalisiert dich. Und in der Ohnmacht nichts an dieser Schizophrenität ändern zu können, denkst du manchmal zu verzweifeln. Denkst, vielleicht bist du ja es, der falsch ist, denn irgendwie findest du dich in allem und doch in Nichts. Das führt auch zu einem gewissen Neid, warum kann ich es mir nicht so einfach machen wie all die Anderen? Warum muss ich immer noch zweifeln? Das radikalisiert noch mehr und kann zu viel Trotz und Frust führen.

    Du bist gut, so wie du bist.
    Geändert von Kaot ( 6.07.2013 um 11:50 Uhr)

  8. #8
    Comicus Divinius

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.200

    AW: Der Zweifler und der" Gläubige"

    Pucki: Es ist mir auch schon oft passiert, dass wenn ich die Ergebnisse einmal preisgebe, erstaunt angeschaut werde, mit der Bemerkung: Toll wie du das auf den Punkt bringen kannst.-ja das wird mir immer gesagt, deswegen kann ich auch solch treffenden Satiren schreiben Du schreibst auch :
    "Dann bin ich erstaunt, denn für mich ist das nichts besonderes". Ja geht mir ebenso. Und ja Kaot, ich denke du hast da in vielem Recht

  9. #9
    Maus

    Gast

    AW: Der Zweifler und der" Gläubige"

    Pucki schreibt:
    wenn sie erst mal gelernt haben, sich abzugrenzen und ihre Stärken entdeckt haben.
    Hast du das mit dem Abgrenzen geschafft? Wenn ja, wie?

    LG

  10. #10
    Maus

    Gast

    AW: Der Zweifler und der" Gläubige"

    Kaot schreibt:
    Der Zweifler, kommt aus Zweifeln an dir selbst. Wahrscheinlich denkst du, ich bin selbst so unstetig, so wechselhaft, jeden Tag fühle ich mich anders, finde andere Dinge und Ideale gut, irgendwie kannst kann ich alles verstehen und sehe dass es "das Böse" nicht wirklich gibt.

    Du bist sensibel und siehst und spürst so viele Dinge, die andere nicht sehen. Du hast so viel Mitgefühl mit anderen und kannst dich nur sehr schwer auf dich selbst konzentrieren.

    Der Gläubige, kommt aus deiner Sehnsucht nach Sicherheit und Konzentration. Im Zustand des ewigen Zweifelns fühlst du dich unsicher und unruhig, denn da ist nichts dessen du dir sicher sein könntest. Aber da sind so viele Menschen, die sich sicher sind, und sei es rational noch so idiotisch und ungerecht. Die sind davon überzeugt und handeln völlig rücksichtslos. Das macht dich wütend, aber gleichzeitig bist du ohnmächtig. Du fühlst mit denen, die darunter leiden, kannst aber nichts dagegen tun, da die anderen Menschen nicht zweifeln.

    Das radikalisiert dich. Und in der Ohnmacht nichts an dieser Schizophrenität ändern zu können, denkst du manchmal zu verzweifeln. Denkst, vielleicht bist du ja es, der falsch ist, denn irgendwie findest du dich in allem und doch in Nichts. Das führt auch zu einem gewissen Neid, warum kann ich es mir nicht so einfach machen wie all die Anderen? Warum muss ich immer noch zweifeln? Das radikalisiert noch mehr und kann zu viel Trotz und Frust führen.

    Du bist gut, so wie du bist.
    Danke, du hast mein Innenleben/ meine inneren Konflikte auf einen Punkt gebracht. Hätte ich es beschreiben müssen, so wäre wohl daraus ein ganzes Buch geworden.

    LG
    maus

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