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Diskutiere im Thema Belohnungsstrategien im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    Belohnungsstrategien

    Hallo Ihr Lieben!

    Mir fallen Routinetätigkeiten unheimlich schwer, vor allem, weil ich keine Erfolge verspüren kann, wenn sie abgeschlossen sind. Ich muss mir das jedes Mal bewusst machen, dass etwas beendet oder fertig geworden ist. Bei anderen habe ich gelesen, dass die Freude aus schönen Ereignissen nicht lange "konserviert" werden kann.

    All das hat etwas damit zu tun, dass das sogenannte Belohnungszentrum bei ADHS anders bzw. gar nicht funktioniert als bei Menschen ohne ADHS. Da ist es äußerst hilfreich, wenn man sich selbst möglichst kleinschrittig bewusst macht, das man etwas gemacht hat, in dem man sich anschließend selbst belohnt: zB Spülmaschine ausräumen und anschließend ein Stück Schokolade naschen.

    Euch fällt sicherlich noch mehr dazu ein und ihr könnt weitere Ideen liefern, denn immer nur Schokolade führt auf Dauer zu anderen Problemen!

    In diesem Tread würde ich gerne sammeln, was man alles so machen kann, um sich - zB nach lästigen Haushaltstätigkeiten - selbst zu belohnen.

    LG Trine

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 112

    AW: Belohnungsstrategien

    Hey Cool das ist grade Thema in unserer Familie.

    Also meine Belohnung ist, jedenfalls wenn es um den Haushalt geht, wenn es wieder auf meine Art sauber ist.
    Ich geb ehrlich zu das ich keine Elster bin.
    es muß nicht blinken und blitzen das man geblendet ist, aber man soll sich wohlfühlen.

    Und wer zu mir kommt wird auch garantiert das eine oder andere Katzenhaar finden, na und?
    Wen es stört der möge sie entfernen oder gehen......

    Meine Belohnung für nicht ganz so angenehme Dinge sind z.B. ne Tasse Kaffee und ne Zigarette (ja ich rauche, und ja ich weiß es ist ungesund), eher selten Schoki und dann am liebsten Aero von Trumpf, oder mal ne Viertelstunde entspannt am PC daddeln.

    Größere Belohnungen sind meine heißgeliebten Bücher (bitte nicht stören), zum Abschalten und Wegdriften in andere Welten einfach nur herrlich.

    Mal ne schicke neue Klamotte.....

    Gruß Waldelfe07

  3. #3
    LAX


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 200

    AW: Belohnungsstrategien

    hm...

    das ist auch was, das ich habe - ich fühle mich immer schlecht behandelt, wenn ich routine sachen mache (spülmaschine ausräumen und neu einräumen, küche sauber machen, saugen, klos putzen, einkaufen etc.) und es niemand merkt - und falls doch, dann sagt keiner was! (d.h. es wird hingenommen - von meinen eltern...ich meine ich gebe zu, das ich auch nicht immer danke sage, wenn die irgendwas ganz normales machen - nur schimpfe ich sie auch nicht, wenn sie es mal nicht machen, weshalb ich finde, solange sie meckern wenn es nicht passiert ist, sollten sie auch loben wenn es passiert ist

    und ja:

    probleme mich zu motivieren etc. habe ich auch (vor allem eben weil keine belohnung in sicht ist...ich gebe zu, meine PC-Spiele haben das noch schlimmer gemacht, da diese instant belohnungen haben d.h. du machst was und kriegst - je nach spiel - ne neue video-sequenz, erfahrungspunkte für das nächste level und auch direktere belohnung wie neue ausrüstung etc. - in RL machst du was und es kommt gar nix zurück bzw. falls doch kann das in monaten/jahren erst sein (z.B. Abitur...Jahrelanges "Schul-Sklave" sein um dann - endlich - Abi zu kriegen, vor allem da die ganzen Zeugniss-Noten die man bis dahin angesammelt hat WERTLOS sind (wäre dafür dieses - dumme - System ab zu schaffen, zusammen mit sitzenbleiben...nur müsste man sowas mal gut ausarbeiten) und das DEMOTIVIERT mich, mag diese Art System nicht, vor allem weil es eben bei mir nicht funktioniert

    mfg LAX

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 107

    AW: Belohnungsstrategien

    Bei mir ist die Belohnung leider auch meist das Essen :/
    Andere Belohnungen sind für mich, dass ich danach ne Runde Computerspiele (oder Handy) oder mir eine Serie ansehe.
    Früher war es auch das Rauchen, zum Glück bin ich davon weg

  5. #5
    Holdibaldi

    Gast

    AW: Belohnungsstrategien

    Hi Trine,

    Trine schreibt:
    Hallo Ihr Lieben!
    Mir fallen Routinetätigkeiten unheimlich schwer, vor allem, weil ich keine Erfolge verspüren kann, wenn sie abgeschlossen sind. Ich muss mir das jedes Mal bewusst machen, dass etwas beendet oder fertig geworden ist. Bei anderen habe ich gelesen, dass die Freude aus schönen Ereignissen nicht lange "konserviert" werden kann.
    Belohnungssysteme haben bei mir noch nie funktioniert, als Kind nicht und heute erst recht nicht. Es ist nicht so, dass ich mich nicht gut fühlen würde, wenn ich etwas geleistet habe (z.B. erfolgreich ein Referat gehalten); ich kann mich einen ganzen Tag lang zufrieden und glücklich fühlen, das ändert aber nichts daran, dass die nächste Referatsvorbereitung wieder ebenso zäh und quälend verläuft wie zuvor. Auch ändert das nichts daran, dass Ängste und also Versagensideen wieder ganz aufdringlich im Vorfeld präsent sind und mühsam klein geredet werden müssen.

    Die Vorbereitung läuft nicht besser, nur weil ich mir sage oder vorstelle, dass es mir hinterher gut geht. Hier liegt das Problem im Kompost. Für einen "Normalmotivierten" kann die Aussicht auf den freien Abend oder die zufriedene Partnerin Grund genug sein, um das leichte Unlustgefühl beiseite zu schieben. Bei mir ist es so: Ich weiß, dass das gute Gründe sein müssten, um motivierter zu sein, tatsächlich ist die Motivation jedoch hierdurch nicht spürbar besser.

    Ist es nicht gerade das, was AD(H)S gemeinhin auszeichnet? Was sollen also Belohnungssysteme bewirken?

    Wenn es so leicht wäre, hätten mich meine Eltern vor langer Zeit schon erfolgreich therapiert. Zeitweise hätte ich für eine 2-3 in der Schule ein ganzes Nintendospiel (kostete damals um die 100 DM) geschenkt bekommen. Am Ende bekam ich nur eines und das auch nur deshalb, weil meine Eltern Mitleid hatten.

    Es grüßt dich,

    Holdi (ein schwer Prokastinations-Geplagter)

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Belohnungsstrategien

    Das Nintendospiel hätte dir der Lehrer bei Abgabe der Klassenarbeit in die Hand drücken müssen, damit es eine Belohnung für die Leistung ist. Das Machen muss belohnt werden, nicht das Ergebnis bei der Rückgabe der Arbeit, um mal in deinem Beispiel zu bleiben.

    Darum ist es auch wichtig, kleinschrittig zu arbeiten und die ungeliebten Tätigkeiten in möglichst kleine Schritte zu zerlegen, für die man sich belohnen kann. Es wird kontrproduktiv sein, nach jeder Tasse, die man in die Spülmaschine eingeräumt hat, eine Zigarettenpause zu machen, aber man könnte zum Beispiel die Zigarettenpause machen, wenn die Hälfte des Geschirrs eingeräumt ist.

    Eine Bekannte von mir macht zum Beispiel jedes Mal, wenn sie ein Zimmer fertig aufgeräumt und geputzt hat, eine halbe Stunde ihre Lieblingsmusik richtig laut an und tanzt dann dazu ab.

  7. #7
    Apollo_1012

    Gast

    AW: Belohnungsstrategien

    Hallo,

    anders als im Lehrbuch liebe ich Ordnung, also an meiner Umgebung kann man das Chaos nicht bemerken. Dennoch muss auch ich mich zu großen Aufräumaktionen zwingen und schiebe sie gerne vor mir her.

    Meine Belohnung in diesem Zusammenhang funktioniert so, dass ich beim Aufräumen in Schubladen oder Kartons Dinge finde, die ich vergessen habe und die mir herrlich Anregung und Ablenkung verschaffen. Meistens endet das Ganze im Umräumen eines Zimmers, was mich total befriedigt. Und da ist das Chaos sichtbar - Bekannte sagen, bei uns ist immer irgendwas verändert. Das bin ich dann gewesen.

    Lieben Gruß
    Apollo

  8. #8
    Holdibaldi

    Gast

    AW: Belohnungsstrategien

    Hallo Trine,

    da gebe ich dir vollkommen Recht. Das Lernen selbst war trist und lieblos, beim Durchführen der Tätigkeit müsste also idealerweise angesetzt werden. Die Kleinschrittigkeit möchte ich gezielt probieren, bislang habe ich das organisatorisch noch nicht auf die Reihe bekommen. Es braucht dazu ein hohes Maß an Struktur, alleine schaff ich das irgendwie nicht. Es ist ja nicht so, dass ich in der Vergangenheit nicht schon etliche Male Terminkalender, Pinnwände (Notizzettel) und Tagesablaufspläne erstellt hätte, die Umsetzung verlief ausnahmslos katastrophal.

    Was mir gerade einfällt: Es kann sein, dass ich unbewusst die Kleinschrittigkeit längst in meinen Arbeitsprozess eingeführt habe. Wenn ich tatsächlich eine Aufgabe angehe, dann seltenst längere Zeit am Stück. Meist ist der Arbeitsablauf von vielfältigen Unterbrechungen gespickt, so dass die effektive Arbeitszeit vielleicht 30% beträgt (wenn es hoch kommt) und die Zeit für Ablenkungen und Pausen also deutlich überwiegt.

    Mich laugt das aus. Es strengt ungemein an, immer wieder in die Arbeit und Konzentration finden zu müssen. Außerdem sind die Pausen bei mir meist durch intensives Nachdenken/Querdenken und Informationssammeln gekennzeichnet, das kostet Energie, die mir hinterher bei der eigentlichen Arbeit wieder fehlt. Aber ich bin noch am Anfang des Selbsterkenntnisprozesses und hege die starke Hoffnung, dass ich bisher vielleicht noch nicht bewusst und raffiniert genug versucht habe, meinen Schweinehund durch Motivationsstrategien auszutricksen.

    Womöglich ist es es auch einfach der Wunsch, dass mir doch die Arbeit ansich schlicht Spaß machen möge, damit man mit Eifer und voller Leistungskraft dabei sein kann; wenn ich im Hyperfokus bin, kann ich in kurzer Zeit sehr komplexe Inhalte erfassen und liege in der Effektivität meines Arbeitens sicherlich deutlich über dem Durchschnitt. Im Gegensatz dazu ist dieses krampfhafte Underperforming gerade in den beruflich wichtigen Lebensbereichen extrem frustrierend.

    Es grüßt Dich,

    Holdi
    Geändert von Holdibaldi ( 5.07.2013 um 16:03 Uhr)

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 29

    AW: Belohnungsstrategien

    Wie wäre es vielleicht so ca: 40 Euro im Monat als Belohnungsbudget wegzulegen und sich dann einmal die Woche für 10 Euro irgendwas kaufen für eine wichtige Aufgabe die man gemacht hat. Habe ich noch nie probiert aber vielleicht hilft es jemanden.

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 112

    AW: Belohnungsstrategien

    Trine schreibt:

    Eine Bekannte von mir macht zum Beispiel jedes Mal, wenn sie ein Zimmer fertig aufgeräumt und geputzt hat, eine halbe Stunde ihre Lieblingsmusik richtig laut an und tanzt dann dazu ab.
    Also DAS ist auch mal richtig genial, wenn ich meine nächste Vermittlung hab das probier ich das glatt mal, bei mit im Wald ist das eh kein Problem wenn es mal lauter wird. Danke Trine

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