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Diskutiere im Thema Gleichgewicht im Verhalten erreichen? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 23
    Forum-Beiträge: 617

    Gleichgewicht im Verhalten erreichen?

    Hallo ihr liebe Mitchaos-Benutzer,

    Hat hier jemand im Alltag so Methoden gefunden, wie man sich dazu bringen kann verhaltensmässig gemäss zu bleiben? so Tipps ausserhalb der Medikamentbehandlung.

    Bei mir ist es so, dass ich entweder ruhig sein will und dann die Leuten rum herum staunen, warum ich nichts sage und so still bleibe, oder es ist irgendwas passiert was mich fröhlich gemacht hat und dan.. habe ich auffalend gute Laune, bis es jedem über den Kopf geht und genug hat, und ich mich wieder entschliesse ruhig zu bleiben...

    wie sehr auch immer es erstrebenswert sein kann, irgendwo dazwischen ein Mittelding zu finden, habe ich den noch kaum in meinem Leben erreichen können. Als Kind darf man ein Wirbelsturm sein, später darf man unangepasst und geschlossen sein, aber für das eigentliche Leben finde ich es nicht so toll.

    Xas ich bisher rausgefunden habe aus hier, ist das mit Safewords etablieren bei Optimierung der Kommunikation, aber nicht so viel mehr, und zur radikalen Änderung meines Verhaltens reicht mir das nicht aus, und wenn ich es weniger radikal ausprobieren möchte mit der Änderung, merke ich den Unterschied nicht richtig, und ich ziehe es nicht durch, weil es mir zu langweilig wird. Ist es bei euch zum Teil auch so?

    Freue mich auf Antworten zu dem Thema
    Liebe Grüsse coccinelle
    Geändert von coccinelle ( 3.07.2013 um 03:11 Uhr)

  2. #2
    Maus

    Gast

    AW: Gleichgewicht im Verhalten erreichen?

    Hallo coccinelle,

    Ja, ich kenne das von mir genau so. Aber auch mit andern Verhaltensweisen.
    Im großen und ganzen neige ich zu extremen Verhalten. Wobei auch meine Emotionen/Gefühle immer schon sehr stark
    waren -> Stimmungsschwankungen.
    Das einzige was ich mir komplett verbiete sind extreme Agressionen in Bezug auf andere oder gemeines Verhalten -> negatives
    Wenn ich das nämlich zulassen würde, weiß ich, dass ich da komplett auch aufgehen würde und das hätte enorme negative
    Gesellschaftliche Probleme.
    Der Nachteil bei mir ist dann, dass man mich nicht für ernst nimmt, weil ich bei bestimmte Situationen eigentlich ein etwas
    agressiveres Verhalten bräuchte.

    Meine Methode dagegen vorzugehen ist sich selbst zu bremsen, wenn man merkt, dass man wieder zu sehr übertreibt
    (wenn dies nicht rechtzeitig geschieht, ärgere ich mich über mich selber hinterher).

    Von ehrlichen Freunden kriege ich dann auch häufig zu hören, dass ich ja immer übertreiben muss.
    Viele Menschen deuten es als Schauspielerei.

  3. #3
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 23
    Forum-Beiträge: 617

    AW: Gleichgewicht im Verhalten erreichen?

    Hallo Maus

    das ist es doch auch oder. Schauspielerei. sich die ganze Zeit innerlich zu fragen, was heißt das jetzt und was für ne Antwort soll es hervorrufen, und die hälfte der Zeit entweder verpeilt 10 Minuten reagiieren oder verpeilt und dazu falsch. oder.. sieh ich wenigstens auch so. und von Freunden gemäßigt werden ist bei mir auch öfter, leider sind ja nicht alle so wie man es halt so erfährt und weiß.
    eigentlich nutzen dannTipps vielleicht einem auch nichts , wenn man sich eh nicht dazu aufraffen kann die in die Tat umzusetzen.
    dankefür die andere Einsicht..
    Gruß coccinelle

  4. #4
    Maus

    Gast

    AW: Gleichgewicht im Verhalten erreichen?

    das ist es doch auch oder. Schauspielerei. sich die ganze Zeit innerlich zu fragen, was heißt das jetzt und was für ne Antwort soll es hervorrufen, und die hälfte der Zeit entweder verpeilt 10 Minuten reagiieren oder verpeilt und dazu falsch. oder.. sieh ich wenigstens auch so.
    Nö, finde ich nicht. Ich denke du bringst da einige Sachen durcheinander und wirfst sie in einen Topf. Das was du da erwähnst ist meiner
    Meinung nach ein misslungener Interpretationsversuch (zu lange + falsch) und sich daraus ergebenen falschen Reaktion.

    Meine Theorie:
    Also soziales Verhalten ist ja eins der komplexesten Sachen, die aus vielen Informationen besteht und Übung benötigt.
    Ich versuche jetzt mal die nötigen Instrumente für eine erfolgreiche Kommunikation aufzulisten und das ganze zu separieren:

    Die Interpretation deines Gegenübers muss stimmen. Das heißt, du musst dich konzentrieren auf dein Gegenüber
    (Problem Nr. 1 bei ADHS Aufmerksamkeit) und sich nicht ablenken lassen (z.B. von der schönen Fassade des Hauses daneben).
    Gleichzeititg darf man nicht hyperfokussieren (Problem Nr. 2), also z.B. nur auf die Körpersprache achten (sonst Informationsverlust).
    Sollte das eine dir unbekannte Person sein, dann darf die Analyse dieser Person auch nicht zu auffällig sein z.B.: Starren.
    Das führt zu einer nicht situtationsentsprechenden Körpersprache (Problem Nr. 3), die ja ADHSler oft sowieso schon haben.
    Das heißt während dem Zuhören und Analysieren musst du noch auf deine Körpersprache achten. Eine Superanalyse darf es dann
    auch nicht sein, den dann kann der Effekt des Hypofokussierens wieder eintreten (zurück zu Problem Nr. 2).

    So spätestens hier angekommen, bis du nach 10 min Kommunikation randlos überfordert und musst dich mal erstmal in dein dunkles
    Kämmerlein zurückziehen um die ganze Reiszüberflut zu bewältigen. Führt zu Problem Nr. 4 der Reizüberflutung.

    Solltest du das alles in einem Gespräch/Kommunikation bewältigen können, dann musst du noch foglende Sachen beachten:
    Was hatte ich bis jetzt für Erfahrungen mit meinem Gegenüber (Problem Nr. 5 Vergesslichkeit bzw. die Information rauszusuchen
    aus dem Gehirn zu rechten Zeit) + was sind meine Ziele.
    Solltest du das geschafft haben, dann darfst du jetzt auch vor lauter Analysieren und Reagieren nicht vergessen, was du vor 5 min
    gesagt hast ... naja ich denke die wenigsten schaffen es bis hier hin ohne in einem der Instrumente gnadenlos versagt zu haben.
    Und das was du sagst, sollte dann auch noch richtig formuliert sein und nicht so klingen als hättest du vorher 2 Joints geki****


    Jetzt zu Normalos: diese agieren mehr mit Gefühlen. Eine Person/Sitaution ruft bei ihnen best. Gefühle hervor von denen sie
    unbewusst/automatisch wissen, wie sie agieren müssen (erlernt/Training). So jetzt kommen wir zur 'Schauspielerei' und Lügen.
    Es ist bekannt, dass die sozialerfolgreichsten Menschen die besten Lügner sind und somit zumindest in mindestens einem best.
    Bereich eine Hochbegabung haben oder überdurchschnittlich Intelligent sind. Das heißt, je nach dem wer dein Gegenüber ist
    spielt er dir auch was vor, sogar mt hoher Wahrscheinlichkeit. Den Normalos haben relativ früh gelernt, dass Wahrheit oft in der
    Kommunikation hinterlich ist, zumindest wenn du diese nicht richtig verpackst (siehe Ehrlichkeit deiner Freunde).

    Nicht zu vergessen, dass Adhsler was die Gefühlsebene angeht weit hinter der von Gleichaltrigen sind.

    So und das alles ohne Medikamente? Puh, keine Ahnung wie das gehen soll?!

    Hier im Forum wirst du viele Beiträge lesen, die sich mit dieser Thematik beschäftigen. Je nach ADHSler wirst du merken, dass nur
    ein Teil der Problematik in der Kommunikation besonders hervorsticht. Somit haben wir alle das gleiche Problem (soziale Kommunikation),
    aber die Schwerpunkte sind von Person zu Person individuell (HSP und Autismus spielen dabei auch eine wesentliche Rolle).
    Außerdem beachten viele nur ein Problem und denken es liegt nur daran, dabei wird einfach nicht genug analysiert, dass eben
    soziales Verhalten sehr komplex ist und viele weitere Sachen dazu kommen.

    Meine Theorie ist sicher unvollständig und beachtet bestimmt viele Bereiche nicht. Ich beschäftige mich auch noch nicht so lange mit ADHS.
    Geändert von Maus ( 4.07.2013 um 14:54 Uhr)

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 44

    AW: Gleichgewicht im Verhalten erreichen?

    ...und am Ende sind wir alle nur noch inhaltlose Marionetten, die versuchen alles richtig zu machen, jeder zeigt seine sorgsam geschlussfolgerte Reaktion auf sorgsam einstudiertes Verhalten des Gegenübers.

    Help! Da bleib ich doch lieber ein Chaot.
    Aber ein wahrer.

    What you see, is what you get.


    Mein Tip in zweifelhaften Situationen: vornehme Zurückhaltung und Lächeln.
    Bewusst fokussieren "was ist der Sinn dieser Unterhaltung? Was wird erwartet? Muss ich dieser Erwartung folgen? Was hat meine Entscheidung für Konsequenzen?"

    Meiner Meinung nach ist es lästig und wertlos, es immer jedem Recht machen zu wollen. Dafür sind Menschen zu verschieden.
    In Situationen, in denen es drauf ankommt: A****backen zusammenkneifen! (Sich selbst aber treu bleiben! Es bringt nix, den passionierten Chirurgen zu geben, wenn man kein Blut sehen kann!)

    In allen anderen Situationen darf man auch gerne einmal seinem Gegenüber die Chance geben, sich dem eigenen (chaotischen) Kommunikationsstil anzupassen... 😉

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 1.004

    AW: Gleichgewicht im Verhalten erreichen?

    Das "Geichgewicht" im Verhalten ist für mich mehr spirituelle Sache: Eine vertrauende Indifferenz, die mit "radikaler Akzeptanz" ( Radikale Akzeptanz ) zu tun hat. Geichgewicht ist aber kein Wert an sich; es innerhalb einer 1/4h finden können, um zu Entscheiden, mein Handeln und unterbrechen und neuzujustieren etc. eine enorme Hilfe. Zweimal am Tag bewusstes Gleichgewicht verändert das Leben.
    Lg
    Geändert von Loyola ( 4.07.2013 um 15:58 Uhr)

  7. #7
    Maus

    Gast

    AW: Gleichgewicht im Verhalten erreichen?

    Pilotin333 schreibt:
    Bewusst fokussieren "was ist der Sinn dieser Unterhaltung? Was wird erwartet? Muss ich dieser Erwartung folgen? Was hat meine Entscheidung für Konsequenzen?"
    Ich denke das ist wohl der wichtigste Tip überhaupt!

  8. #8
    Maus

    Gast

    AW: Gleichgewicht im Verhalten erreichen?

    Jetzt aber mal eine Frage an die, die sich versucht haben 'gesellschaftsfähig' zu machen mit und ohne Medikation.
    Klappt es mit der Medikation besser? Bleibt es gleich oder treten, wie ich schon öfters hier gelesen habe zuerst mal
    andere Probleme in den Vordergrund, wie vorher durch ADHS verschleiherte Depressionen.

    @coccinelle
    Ich habe gelesen, dass du erst 19 bist und ich muss sagen, dass ich mich zu dieser Zeit auch versucht habe kommunikations-
    fähiger und gesellschaftsfähiger zu trainieren. Bis ich gemerkt habe, dass es iwie nur eine gesellschaftliche Nische für mich gibt.
    Zu mir wird häufig gesagt, ich sei ein liebevoller Freak (und das zurückhaltend von denen die mich mögen) und das ist meine Nische.
    Ich denke den wertvollsten Tipps und Gedanken zu dem Thema hat Pilotin333 gesagt/aufgeschrieben.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass es mit einer Medikation wohl dir vieles leichter fallen würde. Kenne mich da aber nicht aus.

    Meiner Meinung nach denkt jeder Mensch an sich und noch an seine Familie. Habe es aber erst spät gelernt.
    Auch scheint es so zu sein, dass viele/einige ADHSler sich für andere extrem aufopfern können, nur behalten sie oft ihr
    eigenes wohl nicht im Auge und erst wenn wir von Mann, Freund, Freunden verlassen werden wird dies einem so richtig bewusst.
    Aus diesem Grund versuche hauptsächlich an dich zu denken, an deine Zukunft und bei der Kommunikation denke an diese zwei Zeilen:

    Mein Tip in zweifelhaften Situationen: vornehme Zurückhaltung und Lächeln.
    Bewusst fokussieren "was ist der Sinn dieser Unterhaltung? Was wird erwartet? Muss ich dieser Erwartung folgen? Was hat meine Entscheidung für Konsequenzen?"
    Das hilft wohl je nach gegebenen Fähigkeiten einem am besten sich in der Welt mit anderen Menschen zurecht zu finden.

    Ansonsten wäre es schön, wenn ein 'ältere' ADHSler hier seine Erfahrung teilt.

  9. #9
    Merħba

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 447

    AW: Gleichgewicht im Verhalten erreichen?

    Maus schreibt:
    Der Nachteil bei mir ist dann, dass man mich nicht für ernst nimmt, weil ich bei bestimmte Situationen eigentlich ein etwas
    agressiveres Verhalten bräuchte.

    Meine Methode dagegen vorzugehen ist sich selbst zu bremsen, wenn man merkt, dass man wieder zu sehr übertreibt
    (wenn dies nicht rechtzeitig geschieht, ärgere ich mich über mich selber hinterher).
    .
    Das könnte exakt so von mir kommen! Wobei, woran machst du denn fest dass man gerade im moment zu sehr übertreibt? Daran hapert es nämlich. ie einsicht kommt zwar, aber immer verzögert...

    - - - Aktualisiert - - -

    Okay, habs überlesen, du sprichst von bewusst fokussieren. Hm, natürlich nicht einfach, weil einem ja gerade im entscheidenden Moment garnicht bewusst ist dass was falsch läuft. Außer man bereitet sich innerlich drauf vor, aber ist man dann nicht permanent konzentriert (sofern möglich) und entsprechend verkrampft?

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 44

    AW: Gleichgewicht im Verhalten erreichen?

    Was heisst denn "das was falsch läuft"?

    Wer definiert denn "falsch"?
    Meiner Meinung nach kann man in einem Gespräch doch ganz zu Beginn bereits feststellen, ob es "gut" läuft, oder sich eher verkrampft anfühlt.
    Und wenn es sich verkrampft anfühlt, heisst das doch nicht automatisch, dass ich dafür der Auslöser bin.
    (Ja, ich weiss, fällt schwer

    Dann muss eine kurze Einschätzung her: "Wie wichtig ist es, mit meinem Gegenüber ein flüssiges Gespräch hinzubekommen"? Wenn es eigentlich egal ist: "who cares?" Soll sich doch mein Gegenüber etwas besser auf mich einstellen!

    Aus meiner Erfahrung bisher laufen die Gespräche (auch die wichtigen!) am Besten, die mir eigentlich egal sind. Meistens überschlage ich gedanklich bereits vorher "was kann mir schlimmstenfalls passieren?" (Und dabei keine negativen Details wie "ich werde mich blamieren", sondern das Fazit herausfinden) Bei einem Vorstellungsgespräch könnte das z.B. sein: er/sie wird mich für den Job nicht passend finden.

    Mein Fazit: dann passt es auch nicht. Hätte ich geschafft, mich zu verstellen, hätte ich den Job evtl. bekommen und wäre danach an meiner eigens aufgebauten Fassade gescheitert. Will man das? Das nimmt schon mal Druck raus im Intro

    Diese Methode hilft mir ungemein, mich wirklich entspannt zu bewegen. Ich habe akzeptiert, dass ich niemals Hausfrauenkränzchen halten werde, in Situationen, in denen es drauf ankommt, habe ich bisher Erfolg gehabt, durch meinen ehrlichen Auftritt zu punkten.

    😄

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