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Diskutiere im Thema Wie kann man sich emotional vor anderen Menschen schützen? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #21
    Holdibaldi

    Gast

    AW: Wie kann man sich emotional vor anderen Menschen schützen?

    Hallo SteveD,

    juhuu, ich werde angesprochen und etwas gefragt, noch dazu kritisch geartet, da geht mein Pulsschlag gleich deutlich nach oben und ein Glücksgefühl durchströmt meine knorrigen Adern...

    SteveD schreibt:
    Das kann schnell nach hinten losgehen .
    Was Du da als Dummheit beschreibst, sind einige meiner Symptome bei meinem ADS.
    und sicher auch vieler anderer.

    Ich und sicher viele andere hier tun sich verdammt schwer damit, Argumente 'sachlich wahrzunehmen'.
    Zum einen mit der Wahrnehmung und zum Anderen Äußerungen nicht persönlich zu nehmen.
    Ich stimme dir zu, ich habe allein aus meiner Sicht gesprochen und es mag sich vermutlich erhaben anhören, aber ich halte mich für jemanden (kann durchaus sein, dass ich da bombastisch falsch liege), der deutlich von der eigenen Person abstrahieren und einen quasi-neutralen kontemplativen Standpunkt einnehmen kann, wenn es darum geht, über philosophische Probleme jeglicher Art (als Beispiel) zu diskutieren. Ich leide darunter, wenn ich merke, dass mein Gegenüber primär darum bemüht ist, seine vorgefestigte Meinung auf Gedeih und Verderb aufrecht zu halten, oder wenn ein sachbezogener Diskurs zunehmend zur persönlichen Profilierung verwendet wird.

    Das ändert nichts daran, dass ich sehr schnell gekränkt bin und ebenfalls Äußerungen anderer häufig viel zu persönlich nehme und interpretiere. Und das Bedürfnis, im Recht sein zu wollen, ist auch bei mir bisweilen sehr stark, das gebe ich ohne Umschweife zu, wird aber durch meine selbstkritische Komponente weitestgehend abgefangen und zurecht gerückt. Ich kann mich also meist erfolgreich dazu zwingen, primär die Sache und den argumentatorischen Kerngehalt im Auge zu behalten.

    Im Gegensatz dazu erlebe ich in aller Regel die anderen als diejenigen, die eine Debatte stets unter einem starken subjektiven Schleier führen, seltenst zur Sache selbst vorzudringen vermögen und viel zu schnell auf die persönliche Ebene abdriften. Um es noch krasser auf den Punkt zu bringen: Leider sind meiner Ansicht nach viele Mitmenschen gar nicht in der Lage, von der persönlichen Ebene zu abstrahieren und somit primär sachbezogen zu argumentieren. Sie argumentieren also wesentlich dogmatisch. Dazu zähle ich übrigens auch akademische Philosophen. Ich habe in der Philosophie mehr als einen Dozenten erlebt, der nicht fähig war, sachbezogen zu argumentieren.

    SteveD schreibt:
    Und ich halte sie deswegen nicht für dumm .
    Ich tendiere schon dazu, Menschen (selbstverständlich nur innerlich für mich) als irgendwie unterbelichtet zu werten, wenn ich merke, dass sie logische Argumentation nicht nachvollziehen können/wollen, stattdessen sich widersprechend argumentieren, starke Argumente ausblenden, diese mit einer Vielzahl schwacher und schwächster Argumente vernebeln und/oder autoritative Mittel nutzen, um ihr vermeintliches Recht durchzusetzen. Totschlagargumente wie: "Das wurde schon immer so gemacht und damit basta!" oder "Du bist doch gar nicht in der Position, darüber urteilen zu können" sind für mich ebenfalls kein Zeichen für Klugheit, sondern für eine (zumindest temporäre) Dummheit, da sich ein Mensch einer sachlichen Auseinandersetzung entzieht und das Risiko in Kauf nimmt, einen Fehler zu begehen. Auch wenn es nur das eigene Ego ist, das demjenigen/derjenigen im Wege steht.

    SteveD schreibt:
    Eine weitere Frage wäre, wie diese Argumente denn aufgeführt oder vorgetragen werden, so dass das Gefühl entsteht, sie würden nicht sachlich wahrgenommen werden.

    Bei meiner chaotischen Art der Argumentation fiele es Dir vermutlich auch schwer, das was ich sagen wollte nachzuvollziehen...
    Oft tut man gut daran, die Stühle zu tauschen und die Position zu wechseln und nochmal auf eine Situation zu schauen.
    Das käme wohl darauf an, wie deine chaotische Argumentation vom sachbezogenen Gehalt her angelegt ist. Wenn du mir einen wirren Haufen von sachfernen Argumenten unzusammenhängend darbietest, das eigentliche Problem oder die Thematik dabei kaum streifst und dich nicht auf meine Sichtweise einlässt, dann fiele es mir zweifelsohne schwer, das nachzuvollziehen.

    Ich selbst argumentiere häufig auch wirr und zu abgehoben, weil ich auf einer anderen Abstraktionsebene denke und beispielsweise Begriffe, die andere noch als Denkleitplanke nutzen, längst hinterfragt und ggf. überstiegen habe. Das überfordert mein Gegenüber, woraufhin ich versuche, meine Ansichten so gut es eben geht zu erläutern. Das glückt leider bei Weitem nicht immer.

    SteveD schreibt:
    Ich möchte damit gerne anregen, das nochmals aus einer verrückten Perspektive zu betrachten, wobei dieses Wortspiel nicht unbedacht gewählt ist.
    Verrückte Perspektiven (vielleicht missverstehen wir uns hier auch einfach nur) sind für mich kein Zeichen für Dummheit, doch wenn der Verrückte selbstherrlich ist und meint, dass seine Verrücktheit allein bereits ein Wahrheitsgarant sei, dann hat das schon etwas dummes, wie ich finde.

    Anders formuliert: Um neue Perspektiven einzunehmen und das Selbstverständliche zu befragen, muss man womöglich fast notwendig irren (man irrt wohl die meiste Zeit) und mag in den Augen derjenigen, die ihr Leben vornehmlich nach pragmatisch-dogmatischen Wertmaßstäben ausrichten, auch in vielen Ansichten/Überlegungen völlig zurecht als dumm erscheinen; der Kernpunkt dabei ist, dass diese Dummheit der - ich nenne es mal so - freien assoziativen Mannigfaltigkeit geschuldet ist, zu der sie selbst vielleicht nicht fähig sind.

    Ich hoffe, dass ich mich in meiner Darstellung nicht allzu dumm angestellt habe.

    Holdi
    Geändert von Holdibaldi (27.06.2013 um 19:24 Uhr)

  2. #22
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 317

    AW: Wie kann man sich emotional vor anderen Menschen schützen?

    Hallo zusammen

    Ja, ich kenne das auch. diese hohe Sensibilität für die Reaktionen anderer, das starke Mitfühlen. Das wäre eigentlich eine schöne Sache, wenn da nicht viele Ängste wären, diese schnelle Verunsicherung im Selbstwert, die Unsicherheit im "Lesen" dieser Reaktionen und die Schwierigkeit sich abzugrenzen und und und.

    sich vor den Emotionen anderer schützen? sich vor Emotionen schützen ist nicht notwendig, denn Emotionen sind nicht gefährlich.

    Ich denke, Du meinst, wie Du Dich davor schützen kannst, dass Du auf die Verhaltensweisen anderer nicht selbst überreagierst? ich habe eher den Eindruck, es geht darum, die Reaktionen anderer wahrzunehmen und zu verstehen und sich selbst dabei nicht fertig zu machen. Es geht also darum, sich davor zu schützen, über zu reagieren und das klingt aus meiner Sicht praktikabel. Ein Patentrezept habe ich da auch nicht und diese Verunsicherung erlebe ich tagtäglich und oft. Ich beachte sie nicht mehr so stark, praktiziere eine gemässigte Distanzierung oder frage nach ob ich etwas richtig verstanden habe etc. ich glaube also, dass es notwendig ist, die eigene Reaktion zu kennen, bin ich im Selbstwert verletzt? habe ich Angst vor etwas? weiss ich nicht, wie ich mich verhalten soll? schäme ich mich für etwas? etc.

    ich glaube, dass diese Sensibilität eine Gabe ist und sehr hilfreich und es ist wie mit allen Superkräften, man muss lernen, mit ihnen umzugehen :-).

    ich möchte Dir Mut machen, auch wenn es mir selbst nach jahrelangem Training immer noch schwer gelingt. Es ist eine komplexe Sache und braucht viel Zeit und vielleicht hilft es ja auch in schwierigen Momenten, die positive Seite der Medaille zu sehen.

    Liebe Grüsse

  3. #23
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 384

    AW: Wie kann man sich emotional vor anderen Menschen schützen?

    Holdibaldi schreibt:
    ... Ich hoffe, dass ich mich in meiner Darstellung nicht allzu dumm angestellt habe.

    Holdi
    Nein, gar nicht.
    Sehr plausibel und einleuchtend erklärt.
    Ich kann Deine Sichtweise nachvollziehen und gut verstehen.

    Auch vermute ich nicht, dass Du anderen ADS'lern damit vorschnell einen Stempel aufdrückst, wenn sie mal in 'Bahnen' argumentieren, das Ziel wissen, aber diese Bahnen sich wie ein Labyrinth hinziehen.
    An vielen Gabelungen irgend etwas Bekanntes einen Gedankensprung auslöst, der mit dem Ziel nichts zu tun hat und ohne nachdenken zu können ihnen eine Anekdote entlockt.
    Abschweifendes Argumentieren, nicht bei einer Sache bleiben können. Im Tun wie im Denken und ganz krass, wenn unter Druck gesetzt.

    Ich habe das alles natürlich nicht auf den sachlichen Inhalt reduziert, sonder darauf, wie es ankommt (bei mir).
    Und ja, ich wurde getriggert, weil ich das nur allzu gut kenne. Wenn jemand auf mich einredet, mich unter Druck setzt und ich dann noch meine Ideen und Erfahrungen verkaufen will.
    Das Ergebnis dürfte eindeutig und klar ausfallen. Ich werde in dem Moment als Dumm abgestempelt was mich in Zorn, Wut und in Erklärungsnot bringt, was dann noch 'wirrer' ausfällt.

    So dürfte es wohl vielen mit ADS gehen, vor allem denen mit Hypofokus.
    Und nein, im Forum hier macht mir das nichts.

    Im realen Leben, wenn es z.B. auf meine Existenzgrundlage ankommt um so mehr.
    Das ist mein Hauptproblem, das ich in den Griff bekommen muss.

    Denn da gilt: "Was Du in Jahren harter Arbeit aufgebaut hast, kann durch eine einzige unbedachte Äußerung in Bruchteilen von Sekunden wieder zustößt sein".
    Und wenn dann der Vorgesetzte, dessen Vorgesetzter der Meinung sind, dass der Mitarbeiter dumm ist und sich nicht ändern 'will', dann kannst das nicht mehr aus sitzen.

    Dann wird es mehr als unangenehm, um wieder auf das Thread Thema zu kommen.

    LG,
    Steve

  4. #24
    Holdibaldi

    Gast

    AW: Wie kann man sich emotional vor anderen Menschen schützen?

    Hallo SteveD,

    SteveD schreibt:
    Und ja, ich wurde getriggert, weil ich das nur allzu gut kenne. Wenn jemand auf mich einredet, mich unter Druck setzt und ich dann noch meine Ideen und Erfahrungen verkaufen will.
    Das Ergebnis dürfte eindeutig und klar ausfallen. Ich werde in dem Moment als Dumm abgestempelt was mich in Zorn, Wut und in Erklärungsnot bringt, was dann noch 'wirrer' ausfällt.

    So dürfte es wohl vielen mit ADS gehen, vor allem denen mit Hypofokus.
    Und nein, im Forum hier macht mir das nichts.

    Im realen Leben, wenn es z.B. auf meine Existenzgrundlage ankommt um so mehr.
    Das ist mein Hauptproblem, das ich in den Griff bekommen muss.
    Das bringst du finde ich hervorragend auf den Punkt. Da ich in Gedanken oft konfus bin, Sichtweisen schnell ändern kann (was ich heute gut fand, kann ich morgen schon sehr kritisch sehen) und mich ständig hinterfrage, habe ich automatisch einen relativ schwachen Standpunkt in der Welt: Ich schwimme, treibe ziellos umher und wenn dann ein Pfosten kommt, der da so unbeweglich in der Gegend steht und Teil einer Welt ist, die ich allenfalls im Vorbeiflug erhasche, dann kann das dazu führen, dass ich mein wankendes Selbst vollends aus dem Blick verliere. Wenn dieser Pfosten ein Vorgesetzter ist, dann ist der Eimer sehr schnell voll. Und gegen einen solchen - also einen Vollpfosten - ist kein Kraut gewachsen...

    Im Ernst: Ich trainiere momentan gezielt mein Selbstbewusstsein, jedenfalls versuche ich das. Dabei ist Gelassenheit das, was ich mir mehr gönnen möchte; weniger Grübelei, das eigene Denken nicht mehr so wichtig nehmen und vor allem: Sich annehmen als das, was man ist. Fehler nicht mit (Selbst)Vernichtung gleichsetzen. Zu seinen Stärken stehen und die Schwächen behutsam streicheln. Hört sich wie ein schlechter Ratgeber an, ich weiß, doch immerhin liefere ich das Gesülz kostenlos. Etwas Handfesteres fällt mir leider (noch) nicht dazu ein.

    Viele Grüße,

    Holdi

  5. #25
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 29
    Wow cool danke für den zahlreichen Input an jeden einzelnen. Was ich noch rausgefunden habe ist kalt duschen. Hört sich brutal an ist es auch aber hinterher bin ich wach und bin für ein bis zwei Minuten wie ein neuer Mensch. Wichtig ist das der ganze Kopf kaltgehalten wird für circa 10 Sekunden oder mehr. Je nach Gefühl. Ansonsten geht die Suche wohl weiter :/

  6. #26
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 613

    AW: Wie kann man sich emotional vor anderen Menschen schützen?

    bei mir kommt es darauf an welcher ( Persönlichkeits) Anteil gerade aktiv ist ....also welcher gerade getriggert wird...

    dann kann ich mich
    gut wehren ( durchaus mit dominantem Auftreten)

    konstruktiv sein

    stark sein

    cool sein

    aggressiv

    oder jämmerlich zusammen brechen, weinen, hilflos

    da ich im Moment nicht auf der besten Schiene stehe, bin ich angreifbar, wenig gelassen, habe erhebliche Probleme mit Rückzug anderer (Meldeverhalten, das Gefühl man will nix mit mir zu tun haben,mich allein lassen...)

    ich kann aber inzwischen auch sehr hart sein, eine Kleinigkeit und tschüß....( so eine innere Härte)

    am besten schützen könnte ich mcih wohl nur, wenn ich in die Antarktis ausweiche ....

    ich wünschte mir schon noch mehr Mitte, aber ich schätze das wird noch kommen....

  7. #27
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: Wie kann man sich emotional vor anderen Menschen schützen?


  8. #28
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 317

    AW: Wie kann man sich emotional vor anderen Menschen schützen?

    @Holdibaldi: ein sehr schöner Kommentar, der obere Teil beschreibt ausgezeichnet das emotionale Erleben und der untere Teil nun halt mal das, was uns allen bleibt, realistisch schauen, was wir machen können, auch wenn das oft nüchtern und frustrierend ist und unser ADSler Herz verletzt. Wir können diesen Dingen auch nur das entgegensetzen, was andere Menschen zur Verfügung haben (oder eben auch nicht, es gibt ja auch NichtADSler ohne Selbstbewusstsein). UND nein, es hört sich nicht wie ein schlechter Ratgeber an und es selbst als Gesülze zu bezeichnen mmh ....klingt sehr nach Selbstabwertung, die es hier nicht braucht, .... finde ich. Aber das kenne ich auch sehr gut von mir.
    Geändert von Dompteur ( 2.07.2013 um 09:35 Uhr)

  9. #29
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 317

    AW: Wie kann man sich emotional vor anderen Menschen schützen?

    @eiselein obwohl ich Deine Einstellung verstehen kann, man wird halt immer wieder verletzt, glaube ich nicht, dass darin die Lösung liegt. Ich hasse Menschen, die ihr Leben durch Alkohol zerstören und ihre Destruktivität noch öffentlich zelebrieren und zum Kult erklären. Das letzte Beispiel, dass mir da in den Sinn kommt, Amy Whinehouse, hat zwar der Menschheit vermutlich eine der interessantesten Stimmen geschenkt, dies aber leider auch sinnlos vergeudet. Aber vielleicht sollte ich das halt auch respektieren.

  10. #30
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 317

    AW: Wie kann man sich emotional vor anderen Menschen schützen?

    Liebe Katichaos

    bei Dir hört sich die Geschichte sehr nach Traumatisierung an oder liege ich falsch? Vielleicht geht ja weniger darum stark zu sein, sondern mehr darum heraus zu finden, was in einer jeweiligen Situation angemessen ist. Das "Kippen" zwischen stark und schwach, hart und weich klingt eher nach dem typischen Schwarz-Weiss-Denken von ADSlern, Traumatisierten, Borderlinern ... :-) und kenne ich auch sehr gut von mir.

    Ich staune immer wieder, wie nahe sich ADS und Trauma sind, wie schwer Beides auseinander gehalten werden kann. Als Betroffener traumatisierter ADSler hatte ich am Anfang mein ADS nicht erkannt, weil die Symptome der Traumatisierung alles überlagerte, es war nicht zu sehen, erst als die Traumatisierung bearbeitet war, merkte ich, dass gewisse Dinge nichts damit zu tun haben (können).

    Ich finde das sowieso ein sehr interessantes Thema. Aus eigener Praxis habe ich viel mit traumatisierten Menschen zu tun, die unter ADS leiden. Dies erschwert eine Behandlung oft sehr, MPH ist dann oft schwierig im Einsatz oder sogar kontraindiziert, weil diese Menschen instabiler werden und emotional noch heftiger reagieren. Viele ADSler stammen aus schwierigen bis traumatisierenden Familienverhältnissen, weil die Eltern selbst auch unter ADS leiden. Da es früher keine Behandlungsmöglichkeiten gab und die Störung unerkannt blieb, blieb oft nur der Weg in die Drogen, um sich ruhig zu stellen und die enormen inneren Spannungen irgendwie in den Griff zu bekommen.

    liebe Grüsse, Dompteur

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