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Diskutiere im Thema Habt ihr Vorteile durch ADHS? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #691
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    AnnaArendel schreibt:
    Ich finde es schon schlimm genug, das ganze als Krankheit hinzustellen.

    WIR SIND NICHT KRANK!!!! Die Welt ist krank!!!!

    Wenn nicht irgendwelche Idioten mal darauf gekommen wären Weizen anzubauen, dann wäre die Welt für uns in Orndung.
    Das ist unlogisch und paradox ...
    Die Welt hat sich so entwickelt und 95% der Menschen konnten sich dem problemlos anpassen und ausgerechnet die sind krank?
    Alles Leben auf diesem Planeten hat sich entwickelt und entwickelt sich weiter, das ist der natürliche Lauf der Dinge.

    AnnaArendel schreibt:
    Wenn wir in einer Welt von Jägern und Sammlern leben könnten, gäbe es überhaupt keinen Anlaß, warum wir uns lange auf eine elend langweilige Aufgabe konzentrieren müssen sollten, nicht genug auslauf bekommen würden und nicht neue Reize.
    Ganz ehrlich:
    Wenn ein ADS'ler vor der Höhle sitzt und verträumt die Blümchen und die Glühwürmchen betrachtet und dabei die Welt um sich herum total verliert, dann wird er sämtliche Gefahren um sich herum, einschließlich des berühmten Säbelzahntigers, nicht bemerken und wäre weg vom Fenster .
    Dennoch hast Du natürlich auch recht, denn es gibt Umfelde, in denen wir gut funktionieren und die werden zugegebenermaßen immer weniger und das ist schlecht.
    Aber deshalb ist die ganze Welt nicht krank.
    Wie ich schon so oft, auch in diesem Thread schrieb, ob diese Entwicklung nun gut oder schlecht ist, das sei dahingestellt, aber sie tut es nunmal.
    Das passiert in der Welt der Menschen, der Tiere, der Pflanzen, das ist einfach Evolution, ob gut oder schlecht, steht auf einem ganz anderen Blatt.

    AnnaArendel schreibt:
    Wir wären klar im Vorteil und die Anführer unserer Gruppen!
    Oder die Prügelknaben .

    Und machen wir uns nichts vor:
    ADHS und die damit einhergehenden Beeinträchtigungen gibt es schon seit je her.
    Aber ja:
    Durch die rasante Entwicklung wird es immer schwerer für uns, eine passende Nische zu finden.
    Das ist echt übel und dafür muss etwas getan werden, aber das macht die Welt nicht krank .

    Liebe Grüße
    Fliegerlein

  2. #692
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 92

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    Fliegerlein schreibt:
    Dennoch hast Du natürlich auch recht, denn es gibt Umfelde, in denen wir gut funktionieren und die werden zugegebenermaßen immer weniger und das ist schlecht.
    Nun, ja, das ist was ich eigentlich sagen wollte. Ihr wisst ja, impulsiv und so, sorry.

    Aber ich geh einfach hoch, wenn sich jemand selber schlecht macht wegen ADHS oder bestreitet, dass es auch Vorteile hätte.


    Es gibt nichts schlechtes, was nicht auch was gutes hat!

    Und das Leben ist viel leichter, wenn man es positiv sieht. Und sich nicht einreden lässt, dass man krank wäre.

    Ist es nicht viel schöner das ganze als Eigenart anzusehen? Natürlich hat die auch viele Nachteile und es ist hart, dass man daran (in unserer Welt) arbeiten muss.

    Und ich bin mir sicher das jeder von uns den Säbelzahntiger wahrnehmen würde. Wir würden ihn nicht hören, aber wir wüssten, das etwas nicht stimmt. Und in dieser Welt hätten wir von Kindes an gelernt, auf dieses Gefühl zu vertrauen. In der Höhle dürften wir träumen, da müssten wir keine Steuererklärung machen. Und wenn uns der Impuls ein Zeichen gibt, dass wir Hunger haben und jetzt Jagen wollen, dann würden wirs halt tun und gut.

    Niemand müsste da auf Jagt gehen, weil es jetzt 8 Uhr ist und arbeitsbeginn.

    Sondern weil wir hunger hätten. Und dann würden wir alle mitreissen, die noch ewig planen wollen, wie man das jetzt am besten anstellt. Bis die soweit wären wären wir schon beim essen!
    Geändert von AnnaArendel (11.12.2013 um 13:04 Uhr)

  3. #693
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.212

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    Ich empfehle dir, mal das Buch "ADS - Das kreative Chaos" von Walter Beerwerth oder
    "Eine andere Art die Welt zu sehen" von Thom Hartmann zu lesen.

    Vielleicht gibt dir das neue Gedanken.

  4. #694
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    Lihibra schreibt:
    Dann halt ich mich einfach zurück, irgendwie klappt das ja ohnehin nicht.
    Wäre es nicht schöner, wenn wir uns beide nicht zurückhalten, sondern uns gegenseitig helfen, den oder die anderen jeweils zu verstehen?

    Lihibra schreibt:
    nur weil ich jemand bin, der Fakten nicht als Fakten ansieht, wenn ich es nicht erlebt habe, denn dann sind das für mich keine Fakten, dann ist das für mich etwas, was eventuell auf einige der Betroffenen zutrifft.
    Naja .... das 2 + 2 = 4 ist, ist auch ein Fakt, aber wir können ihn nicht erleben .
    Skepsis ist gut und wichtig, sehr wichtig sogar, aber bei einigen Dingen ist es schon ein bisschen so, als würde man die Gravitation anzweifeln, denn auch die ist sowas wie ein Fakt aber wie können wir sie erleben?
    Ich suche nach schlüssigen Erklärungen, die nachvollziehbar sind.
    Das heißt aber nicht, dass sie endgültig sind.
    Neue Erkenntnisse führen nicht selten zu neuen Fakten und Erklärungen.
    Und dass es nur auf einige Betroffene zutrifft ist eben nicht richtig, denn das sollte auf die große Mehrheit der Betroffenen zutreffen.
    Der Haken dieser Mehrheit ist leider nur, dass eine der Beeinträchtigungen auch die Selbstwahrnehmung betrifft, wie wir ja auch immer wieder lesen können .

    Lihibra schreibt:
    Aber gut, mal wieder jemanden gekränkt, und unterbewusste Formulierungen der anderen lassen ja dann auch darauf schließen, dass ich es falsch aufgefasst habe.
    Nein, Du hast mich nicht gekränkt, auf keinen Fall!
    Vielmehr habe ich im Gegenteil befürchtet, Dich gekränkt oder angegriffen zu haben.
    Und es muss auch nicht unbedingt sein, dass Du etwas falsch aufgefasst hast, denn genausogut kann es sein, dass ich mich unglücklich ausgedrückt habe, weil ich nicht erkenne, wie meine Texte aufgefasst und interpretiert werden.
    Es kann also genausogut auch an mir liegen und nicht an Dir .

    Aber dies hier ist ja ein Selbsthilfeforum, also wäre es doch auch eine gute Idee, zu versuchen uns gegenseitig dabei zu helfen uns zu verstehen/ verständlich zu machen.

    Lihibra schreibt:
    Wie soll ich denn erklären was ich meine ihr seht doch selber dass das schwer ist oder nicht. Sonst wär diese Diskussion hier nicht mal am laufen.
    Gute Nacht.
    Ja, ... das ist schwer und auch für mich immer wieder der Grund über Rückzug nachzudenken.
    Mir geht es nicht nur hier so, sondern überall, aber hier kann doch eigentlich der richtige Ort sein, damit offener umzugehen und sich gegenseitig zu helfen .

    Liebe Grüße
    Marcus
    Geändert von Fliegerlein (11.12.2013 um 15:54 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  5. #695
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 1.004

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    Fliegerlein schreibt:

    Ich suche nach schlüssigen Erklärungen, die nachvollziehbar sind.
    Und dass es nur auf einige Betroffene zutrifft ist eben nicht richtig, denn das sollte auf die große Mehrheit der Betroffenen zutreffen.
    Der Haken dieser Mehrheit ist leider nur, dass eine der Beeinträchtigungen auch die Selbstwahrnehmung betrifft, wie wir ja auch immer wieder lesen können .
    Hallo Marcus,
    was mich mal bei der Bewertung von ADHS als Krankheit oder Persönlichkeitsvarianz interessieren würde, wäre was über die Psychodynamik bei ADHS ( Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik ). Da liegt der Hase im Pfeffer! Arbeiten von Walter Beerwerth, Cordula Neuhaus, Thom Hartmann etc. beschreiben mir zuoft einfach bloß prävalente Symptome, die ja an und für sich auch nicht-Betroffenen so erleben können;mich ärgern ehrlich gesagt gut gemeinte Exkurse z.B. ins Reich der Steinzeit, der Paviane u. Erdmännchen u. x-Interviews über die typischen Symptome, die der Otto-Normal-Großstadtneurotiker auch kennt. Am Ende schreiben die Arbeiten unterm Strich dann pseudo-heroische Rebellen-, Opfer- oder andere Klischees erst noch fester u wir werden bei der Lektüre noch Opfer der eigenen Propaganda...

    Die Frage ist doch m.E., wie wir mit ADHS-Wahrnehmungsmustern - auf lang (Woche; Monat; Jahr) die negativen Seiten abfedern können, die ja nicht wegzubekommen sind und auf einen guten Schnitt auf einer größeren Zeitachse kommen. Wahrnehmung u Imagination wirken sich ja konkret im Handeln aus u darauf kommts ja an! Glaube, das könnte uns (f uns selbst u auch in der Vermittlung nach außen) mehr helfen, als das Wiederkäuen von prävalenten Symptomatiken u. Konfliktmomenten, die bei mehr oder minder "normal-neurotischen" Nicht-Betroffenen auch vorkommen.

    Weißt du dazu Literatur?

    Lg

    Ps.
    also im Netz find ich dazu auf die Schnell das:

    1. http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&...,d.Yms&cad=rja

    2. http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&...57799294,d.Yms

    3. ADHS psychodynamisches Modell

    4. Splitter: ADHS – Psychodynamik (kritisch)

    5. http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&...57799294,d.Yms

    6. http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&...57799294,d.Yms
    Geändert von Loyola (11.12.2013 um 14:57 Uhr)

  6. #696
    Ehem. Mitglied

    Gast

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    @Loyola: Heinemann,E./Hopf, H. (2006): AD(H)S: Symptome - PSychodynamik - Fallbeispiele - psychoanalytische Theorie und Therapie


    Gerspach, M., Mattner, D., Amft, H. wären noch diverse Namen, wo man fündig wird.

    Liebe Grüße!
    Geändert von Ehem. Mitglied (11.12.2013 um 14:44 Uhr)

  7. #697
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    Loyola schreibt:
    mich ärgern ehrlich gesagt gut gemeinte Exkurse z.B. ins Reich der Paviane, Erdmännchen u. x-Interviews über die typischen Symptome, die der Otto-Normal-Großstadtneurotiker auch kennt.
    Mich auch.
    Es ist nur schwer, Anderen und auch sich selber die ADHS zu erklären.
    Vor allem weil Otto-Normal-Großstadtneurotiker diese Symptome kennt.
    Nur kennt er sie nur vereinzelt und nicht in dem Ausmaß.
    Das macht es allerdings für uns nur noch schwieriger, eben weil wir dann immer zur Antwort bekommen, dass man selber das ja auch kenne und so schlimm sei das ja nicht ...
    Die Störung definiert sich ja nicht aus dem reinen Vorhandensein der Symptome, sondern anhand der gravierenden dadurch hervorgerufenen Beeinträchtigungen und wenn man sich die Balkengrafiken z. B. der UMASS- und Milwaukee-Studien ansieht, dann wird einem erst bewusst, wie immens gravierend die sind.

    Loyola schreibt:
    Die Frage ist doch m.E., wie wir mit ADHS-Wahrnehmungsmustern - auf lang (Woche; Monat; Jahr) die negativen Seiten abfedern können, die ja nicht wegzubekommen sind und auf einen guten Schnitt auf einer größeren Zeitachse kommen. Wahrnehmung u Imagination wirken sich ja konkret im Handeln aus u darauf kommts ja an! Glaube, das könnte uns (f uns selbst u auch in der Vermittlung nach außen) mehr helfen, als das Wiederkäuen von prävalenten Symptomatiken u. Konfliktmomenten, die bei mehr oder minder "normal-neurotischen" Nicht-Betroffenen auch vorkommen.

    Weißt du dazu Literatur?
    Nichts, was ich jetzt aus dem Stehgreif nennen könnte ... leider.
    Aber Du hast Recht, das ist ein interessanter Ansatz und die Frage stellt sich.
    Andererseits ist die OPD noch ein recht junges Feld und möglicherweise gibt es deshalb darüber noch eher wenig.

    Wiederum andererseits kann man aber auch annehmen, dass ein management eben der einzelnden Symptomatiken vollkommen ausreicht und sich damit automatisch positiv auf die Psychodynamik auswirkt.
    Wie gesagt: Ständig immer wieder einen Nagel aus dem Reifen zu ziehen und ihn zu reparieren (den Reifen, nicht den Nagel), ist das eine, sich zu überlegen, ob eine andere Strecke als die über die Baustelle vielleicht günstiger ist, die andere.
    Das eine wäre reine Symptombekämpfung, das andere ein weitaus globaleres Management.
    Um aber ein erfolgreiches Management hinzubekommen, bedarf es auch einer grundlegen Kenntnis der Symptomatik oder?

    Ich muss zugeben, über die Psychodynamik entschieden zu wenig zu wissen, als dass ich da wirklich mitreden oder -schreiben könnte.
    Einfach aus dem Grunde, dass sie mir in bezug auf ADHS eher wenig hilfreich zu sein scheint, da sie Teil der Psychoanalyse ist.
    Die OPD hat m.E. einige Schwachstellen, die sichg erade bei ADS bemerkbar machen, denn sie hinterfragt und beschreibt Veränderungsprozesse.
    Das ist einerseits hilfreich und sinnvoll, aber andererseits muss man auch erkennen, dass bei ADS die Symptome als solche nicht veränderbar sind, sondern nur der Umgang damit, was aber dann auch wieder ein Veränderungsprozess wäre.
    Aber wie gesagt: Ich hab da keine Kenne drüber, finde aber den Ansatz sehr interessant, müsste aber echt nach Literaturtipps dazu suchen, das hatte ich nicht wirklich im Fokus.

    Liebe Grüße
    Marcus

  8. #698
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 81

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    Hallo, ich lese sehr gespannt Euren Austausch.
    Nach fünf Jahren Analyse und vielen weiteren hübschen Therapien, sowie nach zehn Jahren, jeweils Großstadt und danach Idylle...vermeindliche... fahre ich nach wie vor den Baustellenpacours.
    Mein Inneres benötigt dringend konkrete Hilfe, die ich hoffentlich nun bekomme, nächste Woche soll es los gehen :.)))) in Form einer Verhaltenstherapie für Adhs im Erwachsenenalter.
    Ich danke Euch für diesen Beitrag hier.
    Viele Grüße
    Dez

    Gesendet von meinem GT-P5100 mit Tapatalk

  9. #699
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    AnnaArendel schreibt:
    Aber ich geh einfach hoch, wenn sich jemand selber schlecht macht wegen ADHS oder bestreitet, dass es auch Vorteile hätte.
    Das kann ich verstehen, aber ich versuche auch immer wieder zu betonen, dass ich eben KEINE Bewertung vornehme und somit auch weder ADHS noch mich oder andere schlecht mache.
    Allerdings erkenne ich auch, dass viele sehr stark mit dem Herzen an diesem Thema sind und ich möchte auch neimanden bekehren oder davon abbringen, das zu glauben, was er glauben möchte.
    Auch das habe ich ja schon oft geschrieben, aber es wird dennoch nicht selten anders aufgefasst.

    Ich suche nur nach dem, was aktuell an Erkenntnissen vorliegt.
    Diese Erkenntnisse sind nicht unverrückbar in Stein gemeißelt, neue Erkenntnisse kann es immer geben und damit kann sich auch das, was man bisher dachte grundlegend ändern.
    Als 1835 der Adler seine erste Fahrt von Nürnberg nach Fürth antrat, haben Wissenschaftler auch befürchtet, dass Menschen bei diesen "höllischen Geschwindigkeiten" wahnsinnig werden können, weil sie das Tempo nicht verkraften können...

    Aber derzeit gibt es keine anderen Erkenntnisse.

    AnnaArendel schreibt:
    Es gibt nichts schlechtes, was nicht auch was gutes hat!
    Was ist denn das Gute an einer Erkältung, an Krebs, an Blindheit, an Depressionen und und und? ... da könnte ich jetzt stundenang weiterschreiben
    Das Gute ist das, was man selber daraus gemacht hat, aber nicht das, was die Sache an sich hat.
    Und das ist es, worauf ich hinaus will.


    AnnaArendel schreibt:
    Und das Leben ist viel leichter, wenn man es positiv sieht. Und sich nicht einreden lässt, dass man krank wäre.
    Genau da liegt ja eines der größten Probleme dieses und vieler anderer Threads.
    Es geht nicht darum, dass es nicht positiv sehen kann und soll und darf, ganz im Gegenteil.
    Es geht nur um das, was es tatsächlich ist.

    Und wenn man 1000 Menschen mit ADHS nimmt und weitere 1000 ohne ADHS, dann müsste man feststellen können, dass bestimmte Fähigkeiten bei denen mit ADHS signifikant deutlicher ausgeprägt sein müssten als bei jenen ohne ADHS.
    Das ist auch durchaus schon versucht worden, aber es hat sich bis jetzt noch bestätigt.

    Das ist KEINE Bewertung, lediglich eine wertfreie und neutrale Feststellung.

    Und ob man es für sich als Krankheit sehen möchte oder nicht, ist davon ganz unabhängig.
    Aber wie so viele und auch ich schon so oft geschrieben haben, es macht keinen Sinn den Krankheitswert auf der einen Seite vehement abzustreiten und auf der anderen Seite aber Nachteilsaugleiche und Behandlung etc. einzufordern.
    Das ist unlogisch und führt dazu, auch hier wiederhole ich mich wieder, dass einem dann irgendwann die entsprechenden Stellen gegenübersitzen und Dich fragen, was Du denn von denen willst, all die teuren Medikamente, die Behandlungen, SBA etc., wo Ihr doch diese tollen Genies und Helden sind, die den Normalos ja ach so überlegen sind ...
    Und genau das passiert.

    Aber die eigentliche Frage im Titel dieses Thread ist ja die nach Vorteilen durch ADHS.
    Und da sind nur schwer solche Vorteile zu finden, die sich objektiv tatsächlich auf die ADHS zurückführen lassen, also etwas sind, das einem ADS'ler anheim liegt, nicht aber einem Nicht-ADS'ler, oder zumindest in statistich relevanter Größenordnung.

    Andererseits aber ist es durchaus so, dass wir viele unserer Stärken ausgebildet haben, weil wir ADS'ler sind.

    Aber wenn ich gefragt werde, ob das die ADS bewirkt habe, dann kann meine persönliche Antwort nur lauten:
    "Nein, das habe ich bewirkt"
    Wir haben diese Vorteile daraus gemacht.
    Und er ADS diese Vorteile zuzuschreiben wäre meiner Meinung nach eine grandiose Abwertung unserer eigenen großartigen Leistungen.
    Aber das ist nur meine Sichtweise, mehr nicht.


    AnnaArendel schreibt:
    Und ich bin mir sicher das jeder von uns den Säbelzahntiger wahrnehmen würde. Wir würden ihn nicht hören, aber wir wüssten, das etwas nicht stimmt.
    Ich fürchte, dass das Wunschdenken ist, denn auch in der heutigen Zeit gibt es genug Gefahren und Ereignisse, die wir einfach nur aus Tüffeligkeit oder wegen unserer Tagträume und Abgelenktheit einfach nicht mitbekommen haben.
    Das zeigt wohl auch überdeutlich die Unfallstatistik bei ADS'lern.
    Es sind zwar keine Säbelzahntiger mehr, aber Autos sind nicht weniger gefährlich

    AnnaArendel schreibt:
    In der Höhle dürften wir träumen, da müssten wir keine Steuererklärung machen. Und wenn uns der Impuls ein Zeichen gibt, dass wir Hunger haben und jetzt Jagen wollen, dann würden wirs halt tun und gut.
    Das ist ein sehr romantisches und verklärtes Bild, aber die Realität sah auch anders aus.
    Ja, mag sein, dass wir in der Höhle träumen durften, aber während alle anderen in der Lage waren, sich auf der Jagd genau darauf zu konzentrieren, konnte es uns gut passieren, dass wir auch dort unaufmerksam und abgelenkt waren.
    Wir können nicht willentlich entscheiden, uns auf etwas zu fokussieren, wenn es uns nicht sehr interessiert.
    Andere Menschen können das.

    Aber es stimmt natürlich, dass das Umfeld damals besser für uns geeignet war, denn während man heute weit im Voraus in die Zukunft planen und denken muss, lebte man früher im Hier und Jetzt, im Moment, genau da, wo wir ADS'ler per 'se leben.
    Damals musste man nicht in die weite Zukunft denken, da spielte Zeitblindheit keine Rolle.
    Es zeigte sich jedoch, dass es mehr und mehr Sinn macht, z.B. in der Vorratshaltung von Nahrungsmitteln für die kalte Jahreszeit.
    Da fing es an, dass man auch in die Zukunft dachte.
    Heute muss man noch weit mehr und komplexer dorthin denken, Berufswahl etc.
    Wer im Hier und Jetzt lebt, dem ist es egal, was in 20 Jahren ist und daher ist es für ihn angebrachter, die schzule zu verlassen und einen Job zu haben und Geld zu verdienen, statt Abi zu machen, lange Jahre zu studieren und später dann einen deutlich besser bezahlten und bessern Job zu bekommen.
    Im Gegenteil, diese Art des Denkens stimuliert bei ADS'lern das Angstzentrum.

    Und auch damals gab es Strukturen und Regeln und ein soziales Gefüge, in das man sich einordnen musste und wer das nicht konnte, wurde aus der Gruppe verstoßen.
    Das war auch zur Steinzeit schon so.

    AnnaArendel schreibt:
    Niemand müsste da auf Jagt gehen, weil es jetzt 8 Uhr ist und arbeitsbeginn.

    Sondern weil wir hunger hätten. Und dann würden wir alle mitreissen, die noch ewig planen wollen, wie man das jetzt am besten anstellt. Bis die soweit wären wären wir schon beim essen!
    Das ist ein schönes Beispiel, wirklich .
    Aber auch hier könnte ich entgegnen, dass diejenigen, die schon mal aufgebrochen sind um loszulegen, am Ende feststellen, dass sie ohne Essen dastehen, weil sie die Speere vergessen haben, sich nicht überlegt haben, wie das Mammut überhaupt erlegt werden kann und wo die sich zur Zeit aufhalten und und und, während andere eine Strategie entwickelt haben, mittels derer sie planvoll die Mammuts in der Gruppe gemeinschaftlich und koordiniert in die Enge getrieben und erlegt haben .
    Es kann gut und sinnvoll sein, einfach zu machen ohne groß rumzudenken und alles zu zerdenken und zu zerreden.
    Aber es kann auch genauso gut und sinnvoll sein, auch planvoll vorzugehen.
    Der Punkt liegt darin, die Wahl zu haben und entscheiden zu können, was in diesem Moment vorzuziehen ist.

    Jede Medaille hat zwei Seiten und ich für meinen Teil bin mir sicher, dass wir zu jeder Zeit schon Beeinträchtigungen hatten, es aber andererseits auch deutlich mehr Umfelde gab, in denen wir einfach gut funktionieren konnten, weil unsere Beeinträchtigungen nicht ins Gewicht fielen.
    Das ist ein bisschen wie mit Farbenblindheit:
    In einem Umfeld, in dem es nicht auf Farben ankommt, ist der Farbenblinde nicht beeinträchtigt, obwohl er farbenblind ist.
    In einer Welt, in der Farben wichtig sind, sieht das aber anders aus.

    Liebe Grüße
    Fliegerlein

  10. #700
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 8

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    Loyola schreibt:

    Die Frage ist doch m.E., wie wir mit ADHS-Wahrnehmungsmustern - auf lang (Woche; Monat; Jahr) die negativen Seiten abfedern können, die ja nicht wegzubekommen sind und auf einen guten Schnitt auf einer größeren Zeitachse kommen. Wahrnehmung u Imagination wirken sich ja konkret im Handeln aus u darauf kommts ja an! Glaube, das könnte uns (f uns selbst u auch in der Vermittlung nach außen) mehr helfen, als das Wiederkäuen von prävalenten Symptomatiken u. Konfliktmomenten, die bei mehr oder minder "normal-neurotischen" Nicht-Betroffenen auch vorkommen.
    Das ist eine gute Idee. Man müsste eine Liste erstellen, auf der die "negativen Seiten" explizit aufgelistet sind. Nicht in jedem Umfeld sind die Konsequenzen dramatisch. Und praktikable Lösungen erarbeiten für dieses spezifische Problem.

    Weisst du warum man den gesunden Giersch nicht im Garten anbaut? - Weil er nicht in Reihen wächst.

    Wir arbeiten nicht linear, nicht konstant, nicht dokumentiert, halten uns nicht an Absprachen, improvisieren oft, verplappern uns, etc. Und das ist auch das Bild, das wir den Betriebsplanern (neudeutsch dem Management) geben: "Oh Gott, ein Chaot! Engmaschige Kontrolle seiner Arbeitsreihenfolge!" Und damit nimmt das Unglück seinen Lauf. Das Ergebnis, das erzielt wird, ist dank des flexiblen Denken und Handelns meist trotzdem sehr gut, allerdings chaotisch erbracht. Nicht nachzuvollziehen für einen hauptberuflichen Planer, Kontrolleur und Nachvollzieher. Daher wirft er uns Anarchismus vor, Unwillen, Faulheit, Opposition, Widerspruch, Fehleranfälligkeit, Kritikunfähigkeit, etc.

    Die Frage für mich ist, warum ist es mir nicht möglich, in einer geforderten Situation eine lineare Reihenfolge zu denken und nach ihr zu handeln ohne in einer Bilder- und Assoziationsflut zu ersaufen? Bringe ich mich aus dieser Phantasiereise (das passiert auch während wichtigen Gesprächen) wieder ins hier und jetzt zurück, gehen oft Informationen unter, ich muss Handlungen korrigieren, oder wiederholen, vergesse Absprachen festzuhalten, etc.

    Also: WIE?

    Schönen Gruß

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