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Diskutiere im Thema Habt ihr Vorteile durch ADHS? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #231
    Lysander

    Gast

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    Mir fällt dazu doch noch etwas ein. In einer Sendung übers Tourettesyndrom wurde ein junger Mann vorgestellt, der trotz seiner Tics in einer amerikanischen Basketmannschaft spielte. Er sagte sinngemäß: "Ich kann meine Tics in Bewegungen umsetzen." Diesen Umstand empfand er als Vorteil, denn er war verhältnismäßig klein geraten und war im Vergleich mit seinen langgewachsenen Konkurrenten sehr viel
    wendiger. Trotzdem hatte er eine lange Leidensgeschichte und sehr oft Ausgrenzung erfahren. Tourette war für sich gewiss nicht vorteilhaft für ihn, allerdings in dem kleinen Bereich Sport dann schon. Sein Empfinden, seine Sichtweise. Es kommt immer auf den Fokus an.

    habs gefunden http://www.sportalis.de/artikel/mit-...l-legende.html

  2. #232
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.418

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    Hallo alle,

    Ja, es stimmt, irgendwie reagiere ich auf Ion Tichy empfindlich... Ich werde mal gerne beobachten genau wo und mal zitieren um zu fragen oder reagieren, damit mich und andere klarer werden was da los ist. Irgendwie fühle ich mich missverstanden.

    Also mal, aus letzte beitrag die ich wirklich sonst toll fand:

    Es beschönigt etwas, das nicht schön ist.
    Bei mich geht es gar nicht darum etwas zu beschönigen. Es geht ehe drum zu sehen, was ich aus etwas "unschönes". Lästig, doch gutes rausholen kann... Mich zieht wirklich runter ADS als ganz negativ und ganz schlecht zu sehen... Ich muss ein sinn dahinten sehen, ich muss der eindruck haben, dass daraus etwas gutes zu holen gibt.

    Meine absicht ist gar nicht zu verdrängen wie lästig das ganze ist... Nur mal auch was ich daraus lernen kann, was ich daraus positiv bekomme.

    Dann in mein weltsicht, gibt es nichts, wirklich nichts dass nur negativ oder nur positiv ist. So bin ich halt, und es hat in meine augen nicht mit beschönigen.

    Aber es kann auch gut sein, dass ich diese fähigkeit, die kleinste vorteilen eine miese situation in mein leben entwicklet habe, damit ich überhaupt überleben konnte... Schon als kind konnte ich es und es hat mich irgendwie bei eine trauma geholfen, denke ich... Ich denke, mit nicht "beschönigen" wie du sagst, hätte ich vielleicht nicht überlebt... Jetzt habe ich nun auch sehr viel verarbeitet, überwunden und sehe auch hinten mein weg, was ich auch durch die schwere zeiten gelernt habe.

    Auch an naturkatastrophen sehe ich spontan vorteilen. Ich kann nicht anders und es ist auch nicht absicht um dich zu nerven! Wenn ich im fernseh berichten über naturkatastrophen bin ich immer wieder berührt wie die menschen sich gegenseitig helfen und wie sie empfinderisch werden um damit umzugehen... Es sind schlimme sache, aber es lockt irgendwie auch eine potential der nicht umbedingt im alltag sichtbar ist...

    Mit ADS sehe ich oft ähnlich.

    Dennoch ist es zweifellos richtig, dass viele Betroffene genau diese Qualitäten entwickelt haben, die dadurch gewissermaßen "typisch" sind. Dass sie diese Eigenschaften -trotz aller Schwierigkeiten- für sich entwickeln konnten zeugt mehr von menschlicher Größe als von der neurologischen Beeinträchtigung. Es folgt nicht automatisch oder zwangsläufig aus der Stoffwechselanomalie, sondern den Erlebnissen damit.
    Klar, so was zu entwickeln hat mit menschliche grösse... Aber die beinträchtigung ADS kann irgendwie der anstoss sein, kann es fördern... Damit meine ich nicht dass stinos selber nicht so was entwicklen können! Vielleicht kommen sie dazu oder nicht... Ich erlebe auch dass stinos die grosse schwierigkeiten erlebt haben, auch einfühlungsvermögen und solche schöne sachen stakr entwicklen...

    Vielleicht ist fèr dich nicht als vorteil zu sehen. Bei mich, gehört, gefühlmässig und ausd der bauch heraus und auch von meine logik her einfach zu die vorteilen.

    Aber sonst, habe ich der eindruck, ausser dass was ich als "vorteil" nenne, aus deine augen keine "vorteil" siehst, viel gemeinsam: ADS ist keine honigschlecken, kann das leben vermiesen, aber betroffenen können daraus etwas gutes machen...

    Aber sonst, kann ich dich auch irgendwie verstehen... Manchmal fühle ich mich nicht ernst genommen... Wenn jemand mich sagt "Es ist nicht schlimm" für etwas wo ich dran leide... So was mag ich nicht! Aber für mich ist noch anders als aus etwas schmerzhaft etwas schönes doch entwicklen zu können, oder daraus etwas lernen... Der schmerz darf da sein...

    Na sonst mal über das thema andere gedanken, mal so... Bei die nachteilen und vorteilen, beziehe ich auch gerne der umfeld... Ich erlebe bei mich dass ich mich, je nach Umfeld ganz unterschiedlich verhalten kann, manchmal bringt ich nichts gebackenes, manchmal mache ich vieles gutes und richtig...
    Also, wie stark man leidet und auch wie stark wir ADS als störung erleben hat auch viel mit die eigene lebensumständen, der umfeld und die situation...

    Im moment erlebe ich wieder meine "vorteilen" : Am arbeit ist chaos, dort fühle ich mich irgendwie wohl, finde ich spannend und gesucht gegenständen zu finden, fällt mich leicht. Es scheint mich dass ich wegen ADS so viel mit umgang mit chaos erfahrung habe, dass ich im äussere chaos klar komme... Ich merke wie ich sicherer bin als sonst, weil ich merke dass ich damit klar komme...

    lg

  3. #233
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 317

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    Sprechen wir hier noch über ADHS?
    Zum Thema Gerechtigkeitssinn:
    Ich kann nachvollziehen, dass jemand der viel Unrecht erfahren hat Gerechtigkeitssinn entwickelt, er kann aber genauso gut Wut und Hass entwickeln oder selbst versuchen der Stärkste zu sein und andere quälen ….Das ist nicht ADHS-spezifisch. ADHS-spezifisch ist, dass wir durch unsere Reizoffenheit eine gewisse Durchlässigkeit besitzen, auch für kleine Details, dass wir durch unsere starke Beziehungsorientierung (die Folge von einer, aufgrund des ADHS bestehenden, gewissen Abhängigkeit von anderen Menschen sein könnte) andere stärker wahrnehmen, ihre Stimmungen, Gefühle, Reaktionen etc. Wir können uns also so besser einfühlen, müssen dies aber auch dann einordnen, was uns auch nicht immer gut gelingt, im Gegenteil, es kann uns auch sehr überfordern. Ich denke der Gerechtigkeitssinn hat viel damit zu tun, dass wir uns schlecht abgrenzen können und dadurch stärker in andere hineinversetzen …. Ob das nun eine Stärke ist oder eine Sensibilität, wer weiss …. Gepaart mit der ADHS spezifischen Neigung unseres System, emotional überzureagieren, führt das nämlich leider auch dazu, dass wir uns schnell angegriffen oder abgelehnt fühlen. Die zahlreichen Kommentare im Thread, sprechen hier eine deutliche Sprache.

    Zum Thema ADHS Krankheit, Störung oder was?
    Man kann bei ADHS von Krankheit, Störung, Normabweichung oder Behinderung reden, alles schöne Namen für die Tatsache, dass wir offensichtlich dadurch Schwierigkeiten haben, die andere nicht haben, was nicht heisst, dass andere keine Schwierigkeiten haben, aber wir haben spezifische Schwierigkeiten. Wenn dies nicht so wäre, sässen wir nicht hier im Forum. Ob diese Schwierigkeiten (also das ADHS) „Krankheitswert“ haben, hängt alleine davon ab, wie sehr es uns im Leben beeinträchtigt, ganz einfach, und das ist sehr individuell.

    Zum Thema Depression:
    ist es nicht so, dass feinfühlige Menschen zu Depressionen neigen und nicht umgekehrt, depressive Menschen dazu neigen feinfühlig zu sein???? Henne und Eiproblem. Die Feinfühligkeit ist sicher nicht die starke Seite der Depression, der Vorteil sozusagen. Depressionen sind Erschöpfungszustände der Seele, sie ist nicht mehr zur Empfindung fähig. Ich weiss nicht ob es da einen Vorteil gibt.

    @mj71: ich finde es toll, wie Du deine positive Einstellung verteidigst und ich teile Deine Ansicht, dass es keinen Sinn macht nur das Negative (an ADHS) zu sehen. Dazu muss man aber nicht die Naturkatastrophen in positive Ereignisse verdrehen, es reicht doch vollends, wenn wir die positiven Folgen für uns in Anspruch nehmen. Es ist also nicht nötig zu sagen, ADHS ist gut oder schlecht, es ist auch nicht nötig zu sagen, ADHS ist „eigentlich keine Krankheit oder Störung“, es reicht doch vollkommen zu sagen, „trotz ADHS haben wir, dank dieser oder jener persönlichen Eigenschaft, Leistung oder Verhaltensweise etwas erreicht“. Nicht ADHS ist das Gute, sondern Du, der Mensch dahinter, der es bewältigt.
    Und: es ist gut, dass ADHS es uns ermöglicht, Dinge zu tun, die andere nicht können oder etwas zu erleben, das andere nicht erleben können, in gewisser Weise kann man dafür auch dankbar sein.

    Und mj71: ich glaube, wir fühlen uns alle recht schnell missverstanden und sind dann gekränkt, ich glaube, dass ist auch ADHS-spezifisch, kann das aber gerade nicht erklären.
    Geändert von Dompteur ( 8.07.2013 um 22:52 Uhr)

  4. #234
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    mj71 schreibt:
    Mich zieht wirklich runter ADS als ganz negativ und ganz schlecht zu sehen... Ich muss ein sinn dahinten sehen, ich muss der eindruck haben, dass daraus etwas gutes zu holen gibt.
    Hallo mj71,

    bis jetzt hat mir niemand beantworten können, warum es wichtig sein sollte, positive Eigenschaften, die ich ja auch anerkenne und um die ich weiß, unbedingt mit ADS begründen zu wollen.

    Bei vielen Diskussionspartnern glaube ich da gibt es einen Unterschied in ihrer Wahrnehmung /Haltung zu ADS und anderen Beispielen, die ich so anbringe. Das ist dann was, wo ich mich dran aufhänge, weil ich finde, das dabei ADS glorifiziert wird. Bzw. was ich mit "geschönt" bezeichne.

    Dein Bedürfnis, in allem auch etwas positives sehen zu wollen, ist demgegenüber etwas recht stimmiges, und ich werde auch nicht versuchen, Dir das zu nehmen. Ich habe dieses Bedürfnis so nicht, und vielleicht ist es das, was Du bei mir als so "negativ" zu entdecken glaubst. Für mich ist auch wichtig, etwas Sinnstiftendes in meinem Leben zu finden. Aber ich habe eine andere Sichtweise darauf. Ich finde die positiven Dinge in meinem Leben auch als eigenständig, und die brauchen dann nichts mit dem ADS zu tun haben.

    Du "behandelst" Dein ADS gedanklich also genauso, wie Du das mit Katastrophen und anderen schrecklichen Ereignissen tust. Da drin hängt vielleicht das, wo ich schon mal befunden habe, dass wir in vielem doch gar nicht so weit auseinanderliegen ?
    Was erworben durch der kampf gegen ADS kommt bei mich auch in der topf "vorteilen" von ADS, obwohl es indirekt ist. Was ist schlecht daran?
    Du erkennst aber auch einen Unterschied zwischen direkten und indirekten vorteilen?
    Ich denke, das spielt für uns eine unterschiedliche Rolle. Aber auf dem Hintergrund verstehe ich Dich ganz gut.
    Das ist immer so eine Sache mit den "Sichtweisen".
    Es gibt welche, die einfach nicht zusammenpassen, weil sie sich fundamental wiedersprechen.
    Aber manchmal sieht es nur so aus.

    Es ist jedenfalls schon so, dass auch ich das Gefühl hatte, dass wir beide ziemlich aneinander vorbeireden und Du bestimmte Aussagen schlichtweg zu ignoroeren scheinst. Wer weiß, vielleicht passiert das ja auch mal wieder.
    Wenn ich dann genauso hartnäckig diskutiere, kann ich Dir aber schon mal versichern, dass es nicht daran liegt dass ich Dich nicht ernst nehme oder gar für blöd halte. Sondern weil ich mich nicht mit einem fauken Kompromiss abfinden mag.
    Das, was ich jetzt grade schreibe, ist in meinen Augen jedenfalls keiner und ich habe den Eindruck, dass wir viel weiter miteinander gekommen sind, als ich beim schreiben meines vorigen Beitrags vor drei Stunden für möglich gehalten hätte.
    Falls Du das auch so siehst, natürlich.

  5. #235
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    Dompteur schreibt:
    Sprechen wir hier noch über ADHS?
    Zum Thema Gerechtigkeitssinn:
    Ich kann nachvollziehen, dass jemand der viel Unrecht erfahren hat Gerechtigkeitssinn entwickelt, er kann aber genauso gut Wut und Hass entwickeln oder selbst versuchen der Stärkste zu sein und andere quälen ….Das ist nicht ADHS-spezifisch. ADHS-spezifisch ist, dass wir durch unsere Reizoffenheit eine gewisse Durchlässigkeit besitzen, auch für kleine Details, dass wir durch unsere starke Beziehungsorientierung (die Folge von einer, aufgrund des ADHS bestehenden, gewissen Abhängigkeit von anderen Menschen sein könnte) andere stärker wahrnehmen, ihre Stimmungen, Gefühle, Reaktionen etc. Wir können uns also so besser einfühlen, müssen dies aber auch dann einordnen, was uns auch nicht immer gut gelingt, im Gegenteil, es kann uns auch sehr überfordern. Ich denke der Gerechtigkeitssinn hat viel damit zu tun, dass wir uns schlecht abgrenzen können und dadurch stärker in andere hineinversetzen …. Ob das nun eine Stärke ist oder eine Sensibilität, wer weiss …. Gepaart mit der ADHS spezifischen Neigung unseres System, emotional überzureagieren, führt das nämlich leider auch dazu, dass wir uns schnell angegriffen oder abgelehnt fühlen.
    Spannende Frage. Und: Keine Ahnung.

    Allerdings den Kommentar, dass genau das
    er kann aber genauso gut Wut und Hass entwickeln oder selbst versuchen der Stärkste zu sein und andere quälen
    eben auch bei ADS vorkommt. Das sind dann nicht grade die Sorte ADSler, die hier ins Forum kommen, aber doch, die gibt es schon. Leider. ADS ist halt vor allem immer extrem.
    Die zahlreichen Kommentare im Thread, sprechen hier eine deutliche Sprache.

  6. #236
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 317

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    @IonTichy
    IonTichy schreibt:
    Das sind dann nicht grade die Sorte ADSler, die hier ins Forum kommen, aber doch, die gibt es schon. Leider. ADS ist halt vor allem immer extrem.
    stimmt, treffend formuliert :-)

  7. #237
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 466

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    IonTichy schreibt:
    bis jetzt hat mir niemand beantworten können, warum es wichtig sein sollte, positive Eigenschaften, die ich ja auch anerkenne und um die ich weiß, unbedingt mit ADS begründen zu wollen.
    Das versetehe ich jetzt nicht.
    Warum sollte es wichtig sein?

    Hier wurde nach Vorteilen gefragt, OB wir Vorteile haben.
    Du machst daraus "unbedingt mit ADS" begründen wollen.

    Also entweder verstehe ich nur Bahnhof, oder ein "Vorteil von ADS" MUSS wohl von ADS herrühren?

    Zu behaupten, das geht nicht, hieße die Symptome zu leugnen.
    Andere tun das genau umgekehrt: diese Symptome hat doch JEDER mehr oder weniger.

    Vielleicht kämen manche auch besser damit klar, wenn man formulieren würde, dass man manchmal den Spieß umdrehen kann, so dass aus Symptomen Ressourcen werden.

    Ob Vera Birkenbihl AD(H)S hat, weiß ich nicht, selbst wenn es mich mal sehr überrascht hat, wie ihr Arbeitsplatz aussieht.
    Das Gisela Schlüter aber grundsätzlich als nervös galt, läge es bei ihr vielleicht näher.
    Heute habe ich hier im Forum gelesen, dass ich nicht die einzige war, die zuhause als "Gisela Schlüter" bezeichnet wurde (die älteren dürften sie noch kennen).
    Da kann ich nur für mich reden, aber ohne ADHS wäre ich GANZ SICHER nicht so bezeichnet worden, da musst du nämlich echt was für leisten, das schafft eben NICHT jeder auch ohne ADHS. (angeblich schaffte die 500 Silben/min)

    Zugeben muss ich allerdings, dass wahrscheinlich noch weniger Leute etwas "draus machen" können, als Ottonormalverbraucher mit ihren Talenten besonders weit kommen.
    Und die Leute, die sagen können "ich hab mein AD(H)S vorteilhaft genutzt und da ist was Gutes draus geworden", die sind wahrscheinlich hier gar nicht, die haben nämlich anderes zu tun, als hier Haare um Formulierungen zu spalten.

    Ja, ok, und nochwas geb ich zu: selbst wenn man mit AD(H)S-Symptomen - die nun mal stärker ausgeprägt sind als gewöhnlich, oder etwa nicht? - seinen Lebensunterhalt verdient, kann man IMMER NOCH abstreiten, dass diese Dinge vorteilhaft sein sollen. Bzw kann man auch immer noch behaupten, dass ohne AD(H)S noch etwas viel Besseres aus ihnen geworden ist.

    "Gibt dir das Leben eine Zitrone, mach Limonade draus". Warum darf die Zitrone nichtmal in der Limonade vorteilhaft sein?

    Nein, ich regiere nicht empfindlich auf IonTichy (wie ich grad weiter oben bei mj71 las), ich mochte ihn immer.
    Ich reagiere empfindlich darauf, dass AD(H)S angeblich gar keine Vorteile haben KANN.
    Und wenn man etwas weiß, was man daran vorteilhaft nutzen kann, soll es verdrehte Denkweise sein.
    Ob sie jetzt AD(H)S hat oder nicht, Vera Birkenbihl hat mal von sich selber gesagt, dass sie ihre Eigenschaft, zu viel zu reden, positiv verwendet hat.
    (Selbst hier kommt es immer noch auf den Zusammenhang an - war sie vorher arbeitslos, ist diese Ressource ihr Vorteil, hatte sie vorher einen besseren Job und den dadurch verloren, kann es schon wieder ein Nachteil sein. Fazit: es erscheint mir ein bisschen anmaßend, das für jemand anderes zu beurteilen)

    Wenn jemand etwas für sich vorteilhaft sieht, warum lässt man ihn nicht einfach, immerhin wurde danach gefragt. Warum müssen alle ums Verrecken verstehen, dass sie im Irrtum sind, wenn sie glauben, irgendeinen Vorteil von AD(HS zu haben?
    Dass das alles nur subjektiv sein kann, wissen wir selber.

    P.S.: Und ... doch, ich habe auch schon sehr wohl Vorteile aus meiner eindeutig ADHS-bedingten Quasselfähigkeit gezogen, sei es auf Flohmärkten, egal auf welcher Seite, oder sogar auf Ämtern oder ..... naja, manchmal sahen die Vorteile auch eher andere für sich - wenn sie mich vorgeschickt haben mit dem Argument "du kannst das viel besser".
    Und nein - die hätte ich ohne ADHS definitiv nicht, die ist nämlich nicht nur "nicht mehr normal", sondern soll sogar symptomatisch sein.

  8. #238
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 466

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    zammel schreibt:
    .... dass AD(H)S angeblich gar keine Vorteile haben KANN.
    *überleg*

    Vielleicht deshalb nicht, weil's Krankheitswert hat?
    Auch von einer Krankheit lasse ich mir nicht vorschreiben, was ich daran vorteilhaft oder nicht sehen darf.

    Das kann ich mir manchmal nämlich aussuchen.

    Und - nein - dazu muss ich auch nichts verdrehen oder umdeuten, schließlich lebe ich seit fast einem halben Jahrhundert damit, und das Etikett "ADHS" ist, relativ gesehen, ganz neu an dieses und jenes dran gekommen..

  9. #239
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 317

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    Offensichtlich bestehen Menschen darauf dem Schlechten etwas Gutes abzugewinnen. Nun die Frage ob ADS schlecht oder gut ist, steht vielleicht gar nicht zur Debatte und bleibt ja wirklich jedem selbst überlassen, oder? Es handelt sich also um eine subjektive Bewertung, ob man darin einen Vorteil oder einen Nachteil sieht, stimmt. Es scheint, als ob wir darüber streiten, ob jemand ADS auch gut finden darf, positiv sehen darf. Ok, warum eigentlich nicht? Wieso sollte man einen Menschen, der etwas positives in einer Krankheit sieht, davon überzeugen, das es nicht so ist, wenn es eh nur subjektive Bedeutung hat. Da bleibt allerdings ein kleines Problem, es gibt da noch die anderen, es gibt den Fakt, das ADS nicht nur aus der subjektiven Bedeutung besteht, sondern objektiv Konsequenzen hat, die nicht nur für uns wichtig sind, sondern auch für unsere Mitmenschen. Also bleiben wir auf dem Boden. ADS hat gravierende Nachteile. Wie wir aber von mj71 erfahren können, scheint es wichtig zu sein, dazu zu stehen, offen damit umzugehen, die Dinge auch von der positiven Seite zu sehen. Spricht irgendetwas dagegen? Das entscheidende an mj71's Haltung ist m.E., dass er Verantwortung für das ADS übernimmt, dazu steht, es offen behandelt, nicht dass er ADS als etwas positives sieht, das tut er auch, ja, aber das scheint mir nicht das Entscheidende zu sein.

  10. #240
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 317

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    Ein kleiner Nachschlag, warum ich so schreibe: ich bin mir sehr stark bewusst, dass mein ADHS starke Auswirkungen auf meine Beziehungen hatte, meine Partnerinnen litten sehr darunter, ich selbst verstand nichts, wusste nicht wie mir geschah, immer wieder, versucht, es besser zu machen, usw. Erst jetzt beginne ich zu verstehen und ich denke, es liegt noch viel Arbeit vor mir. Ich finde ADS also nicht besonders toll, muss aber die Verantwortung für "mein ADHS" übernehmen.

    Achso, ganz vergessen, was mich dazu bewegt hat, das zu schreiben: ich danke allen für die vielen "likes" die ich erhalten habe, baut mich echt auf .
    Geändert von Dompteur ( 9.07.2013 um 01:11 Uhr)

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