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Diskutiere im Thema Habt ihr Vorteile durch ADHS? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #221
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 24
    Forum-Beiträge: 764

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    Steintor schreibt:
    Ich finde diesen Vergleich nicht schlecht, denn viele Menschen sehen mit Brille besser aus als ohne. Als ich neulich vor 6 Jahren einen neuen Personalausweis brauchte, musste ich mir, so die Auflage der lieben Frau am Personalausweisschalter des Rathauses, ein neues Foto machen lassen. So bin ich also zu einem Fotografen. Dieser Fotograf wollte äußerst kompetent in der Herstellung von Personalausweisfotos sein. Er hatte aber arge Probleme mit meiner Brille, genauer der Reflexionen seiner Lampe auf meiner Brille. Es ist ihm nicht gelungen, ein Foto ohne Reflexion zu schaffen. Also hat er mich ohne Brille fotografiert.

    Stets, wenn ich mein Personalausweis betrachte, überlege ich, ob ich das da auf dem Foto bin. Seit 6 Jahren habe ich keine Antwort auf diese Frage gefunden. Eine Brille ist aber kein Körperteil, also nicht gottgegeben. Was ist der tatsächliche Steintor? Der mit oder der ohne Brille?
    Der mit oder der ohne Medikinet.

    Wird mein Kind, der kleine Steintor mit oder ohne Ritalin der richtige kleine Steintor sein?
    Ich weiß, das war jetzt eher eine selbstgestellte Frage, aber meine Antwort ist: Das ganz natürliche ohne alles, das bist du, aufs Ritalin bezogen.
    Mit der Brille, das regt mich deswegen nur so auf, weil das immer meiner Mutter ihr Argument ist, dass ich mich mal wieder mit MPH zupumpe.. mittlerweile hat das zum Glück abgenommen^^
    Aber ohje, ich reite aus dem Thema ^^
    Die Brille hat ja oft mit dem Stil zu tun, andere tragen ja dann Kontaktlinsen.. Und wenn sie die nicht vertragen, gewöhnt man sich an die Brille.. Schwer zu formulieren, deswegen würd ich das auch nicht als Vergleich nehmen..

    Ich hab ne blöde Beinbehinderung, das schränkt mich auch in vielen Dingen ein, trotzdem denke ich: Das hat eine Geschichte. Und ich bin trotzdem nicht wenige wert als andere Leute. Ich könnte nochmal eine Operation machen, aber ich weiß nicht, was danach aus mir wird, ob es klappt oder nicht. Wenn da was schief geht: Uh.. ^^.
    Ich hab mich dran gewöhnt und gelernt damit zu leben, ich hab mich daran gewöhnt, dass Leute auf mich zeigen und fragen, warum ich so komisch laufe und gebe ihnen dann wenn sie fragen auch die Antwort darauf ^^
    Genau wie ich mich daran gewöhnt habe, dass Leute fragen, aus welcher Irrenanstalt ich ausgebrochen bin. Einieg meinen das freundlich, andere nicht. Einige kommen dann damit klar, andere nicht.
    Aber ich lebe damit, und finde es mittlerweile nicht mehr so schlimm. Die Hauptsache ist, dass man selbst damit klar kommt, sonst kann man nicht erwarten, dass andere das tun, würd ich jetzt mal so dreist behaupten.
    Ich will niemandem einen Vorwurf machen, wenn er damit nicht zurecht kommt, weil das schwierig ist und meistens mit Schmerz verbunden. Ist ja klar, dass man dann die, nun angeblich oder tatsächlich (je nachdem welchen Gedanken man da jetzt ..anstrebt^^) Vorteile sehen kann, und es auch nicht will.
    Das sollte sich vorhin auch eigentlich nicht danach anhören, da war es wohl lediglich ein Missverständnis
    Also..ja. Soviel dazu

  2. #222
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    Lihibra schreibt:
    Das hat eine Geschichte. Und ich bin trotzdem nicht wenige wert als andere Leute.
    [...]
    Genau wie ich mich daran gewöhnt habe, dass Leute fragen, ...
    Wert. Leute.

    Diese beiden Wörter lassen mich zuweilen die Wände hoch gehen. Wir, die ADS mit oder ohne H haben, sind nicht minder Wert als Andere. Ich wage mal eine persönliche Meinung: wer ist den wertvoller? Werden nicht diejenigen als wertvoll betrachtet, die in aller Munde sind? Picasso, Robby Williams, John Lennon, Ludwig van Beethoven, Albert Einstein, und, und, und. Alles Leute mit ADHS.

    Und ich gehe mal davon aus, ohne es zu wissen, dass sich die genannten Personen nicht um die "Leute" gekümmert haben.

    Wir, die AD(H)S haben, sollten unserem Selbst bewusst sein, wir sollten selbstbewusst sein. Und das geht nur ohne die "Leute", denn die können mit uns nichts anfangen. Die wollen und in Rahmen zwängen, die uns nicht passen, weil wir einfach zu groß für die kleinbürgerlichen Rahmen sind. Entweder machen uns die Kleinbürger kaputt, damit wir in die Rahmen passen.....oder wir machen die Rahmen kaputt.

  3. #223
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 317

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    @Steintor: ich hoffe doch auf jeden Fall, dass Du nicht nur das Bild, das Du von Dir selbst hast, bist, sondern weit mehr . Ehrlich gesagt frage ich mich jedes Mal wenn ich in den Spiegel schaue, bin das ich oder wer ist das eigentlich?

  4. #224
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 140

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    ja lihibra, ich halte auch an meiner positiven grundhaltung fest und schiebe sie nicht auf
    meinen gesunden oder kranken teil. wie wir weitgehend übereinstimmend festgestellt haben sind alle unsere eigenschaften
    auch bei jedem anderen menschen zu finden. so scheint also der grad der ausprägung über das "prädikat" krankheit zu entscheiden.

    ich möchte das bild eines feldes mit ungleichmäßigen grenzen bemühen, in dem alle eigenschaften die einen menschen beschrteiben vorhanden sind.
    sie dehnen sich mal mehr oder weniger in dieser fläche aus.
    nun liegt darüber eine weitere ebene mit ebenfalls allen eigenschaften in ungleichmäßigen begrenzungen. nur hier sind alle dinge sehr viel
    schärfer, intensiver ausgeprägt. bestimmte eigenschasften gehen hier auf grund ihres volumens in einander über und bilden cluster und
    ordnungen , die sich aus ihrer relativen häufigkeit ergeben, das einfühlungsvermögen liegt also nah bei der gefühligkeit und hat grenzflächen
    zum weinerlich sentimentalen. das etwas eilige und spontane grenzt an die kreativität , die mit den unkonventionellen durchbrechungen
    klasssischer denkmuster verwandt ist. die innere unruhe und die getriebnheit an der grenze des impulsiven elementes will so gar nicht mit der träg-
    heit, der antriebsschwäche und der passiven duldungsstarre zusammengehen.... aber sie sind dennoch verwandt. jedenfalls bei uns.
    ob wir im unteren oder im oberen level des feldes angesiedelt sind, mag aufschluß über den grad der betroffenheit geben, aber nichts im feld
    würde nur auf uns zutreffen. jeder mensch hat diese eigenschaften. bemerkenswert ist aber doch die musterbildung, an der wir uns gegenseitig erkennen.
    viele weitere level sind denkbar in denen andere cluster erkennbar sind.
    das alles ist nicht neu und beginnt ja schon in der charakterlehre der antike geht über die enneagramlehre gurdjews in die anamnese leitfäden der
    psychologen über. es gibt also koppelungen von verhaltensweisen, die immer in relativer nähe zu anderen stehen.
    je höher wir im "intensitätslevel" steigen, um so deutlicher prägen diese eigenschaften den typ, aber auch das "krankheitsbild", wenn die vorraussetzungen ungünstig sind.
    aus dem feld ist nun ein raum geworden, in dem wir uns bei unserer leiblingsbeschäftigzung, der selbstbetrachtung orientieren müßen.

    wir begegnen spaßvögeln, deren charmater menschenfreundlicher witz der sichrtbare teil einer depression ist, und dem hochkreativen artisten,
    der, immer unter strom, nicht weiß ob er seine extremen stimmungslagen mit drogen beschwichtigen oder anheizen soll.
    wir erkennen sofort den liebenswürdigen etwas schrägen und sehr zerstreuten professort, der uns auch als 19 jähriger computer-nerd begegnet
    und mit seiner genialität beiendruckt, aber immer aussieht wie ein geist... unendliche klisches drängen sich auf. nur...alle sind war.

    ich träume von der konkretisierung eines solchen denkmodells, in dessen mehrdimansionalem raum alle varianten menschlicher wahrnehmung und
    expression in ihren offensichtlichen und geheimen verbinungen figuren bilden würden. so könnten wir diese figuren auf grund ihrer visuellen eigenschaften
    wunderbar vergleichen., sie ausstellen und darüber sprechen. das fände ich großartig. ... liest noch jemand ?
    äh ...ja...
    ich danke für eure unaufmerksamkeit
    epikur

  5. #225
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    Hallo Lihibra,
    ich hab grad eigentlich keine Zeit zum Antworten, aber trotzdem (öhm - okay, für meine Verhältnisse zumindest nicht besonders lang...)
    Lihibra schreibt:
    Was wären wir auch für Menschen, wenn wir alles einfach so hinnehmen würden ?^^
    genau .......
    Ich finde trotzdem, dass hier einige male wirklich seeeehr sehr übertriebende Vergleiche angestellt wurden, man kann doch einen ADHS-ler nicht mit einem Gehörlosen vergleichen, und jetzt fragt mich nicht warum, ich finde das sind einfach zwei andere Sachen.
    Ist doch genau so wie meine Mutter, die immer das Argument mit der Brille angebracht hat. Einer mit Sehschwäche braucht seine Brille, damit er gut klarkommt, und deswegen, mein kind, stopfst du dich bitte mit Tabletten voll, weil wir dich nicht so annehmen, wie du bist, und du nur mit Tabletten ein normaler mensch bist (Was wie gesagt nicht stimmt).
    Naja, nur ein Beispiel, aber ich finde es nicht gut, dass ganz so übertrieben zu machen und da kann ich schon verstehen, wenn sich die Vorteile-Befürworter, so wie ich, ein wenig als blöd hingestellt sehen (tue ich jetzt nicht unbedingt, kann ich aber nachvollziehen) .. Nun ja
    Was noch?
    Immer blöd, wenn man bei jemandem auf etwas stößt, was mit Seiner Geschichte belegt ist in einer Weise, die triggert. Da löst man dann was aus, womit man nicht rechnet, und verletzt in einer Weise, die man nicht gewollt hat.
    Es tut mir jedesmal Leid, wenn mir das passiert, bitte entschuldige, dass ich da wieder mal was getroffen habe.

    Ich argumentiere viel mit Vergleichen und Beispielen, und die sind dann sehr - hm - Pointiert. Vergleiche hinken immer. Ich richte ein Schlaglicht auf einen bestimmten Punkt, der Gedanke ist meistens: an der Stelle kommt niemand auf die Idee, so zu argumentieren. Warum bei ADS? Wie weit sich jemand einem Vergleich anschließen kann ist immer Geschmackssache.
    Ich muss jetzt leider nochmal auf das zurück kommen, was ich vorher schon gesagt habe...
    Ion sprach davon, dass man sich als besser darzustellen versucht als die "Stinos", mit den positiven Eigenschaften, die aber auch bei denen zu finden sind.
    Aber nochmal: Die haben auch oft die negativen Eigenschaften, die man bei uns findet, und DIE sind ja irgendwie immer dem ADHS zuzuschreiben, wenn ich euch richtig verstanden habe. Aber wieso soll man jetzt nicht sagen, dass auch negative Eigenschafen von uns selbst kommen, und nicht vom ADHS, wenn man das so strikt trennen soll?
    Und nein, ich möchte jetzt nicht sagen, dass wir alle Menschen mit blöden Eigenschaften sind.
    Ich möchte nur sagen, dass jetzt die Leute, die eben nicht diese Vorteile sehen, dann auch nicht alle Nachteile dem ADHS zuschreiben dürften, so grob gesagt. Auch wenn das ne Beeinträchtigung ist und alles mögliche mit sich bringt.
    Ich weiß nicht, ob ich gerade richtig verstanden wurde, ich hab schon länger nicht reingeschaut und der Beitrag, den ich diesbezüglich gelesen habe, war sich glaube ich auch nicht sicher, ob er mich richtig verstanden hat :b
    Da wären wir aber fein raus, wenn wir einfach alle unsere negativen Eigenschaften aufs ADS schieben könnten....
    Da kenne ich den schönen Vorwurf, bei dem ich auch ganz schnell durch die Decke gehe, nämlich dass man versuchen würde, mit ADS alles mögliche zu entschuldigen.
    Neenee, es gibt eine Menge negativer Eigenschaften, die mir auch zu mir noch einfallen, die mit dem ADS-Dingens eher nichts zu tun haben. Da stimme ich Dir auf jeden Fall zu. Das wäre sonst ein ganz fauler Zauber.

    Hier wurde oft der Begriff genannt, sich über ADHS zu definieren. Ich glaube nicht, dass man das versucht, aber man versucht damit klarzukommen, udn es gehört nochmal zu dem Leben der Betroffenen dazu, ob man das jetzt gut findet, oder nicht. Das kann man ja wohl nicht leugnen !
    Nun ja - ob "man" das versucht mag ich nicht beurteilen. Ich habe jedenfalls nicht den Eindruck, dass Du es tust. Egal, wie weit sonst in Details oder grundsätzlichen Sachen unsere Meinung auseinandergehen mag. Hier hast Du von mir jedenfalls 100% Zustimmung
    Ich persönlich will mir jetzt nicht wieder anhören, dass ich die Krankheit nicht ernst nehme. Ich hab da selbst auch schon oft genug drunter gelitten, falls das hier irgendjemanden tröstet, und trotzdem halte ich ja an der Meinung fest..
    Mein Anliegen ist ja zum einen, dieses ADS tatsächlich als Beeinträhtigung zu akzeptieren und nicht nebenher zu versuchen, es irgendwie zu glorifizieren. Zum andern habe ich durchaus das Anliegen, die vorhandenen Resourcen wahrzunehmen und zu nutzen. Klarzukommen mit ADS heißt für mich dann, die damit verbundenen Einschränkungen besser zu verstehen, damit ich wieder besser Verantwortung für mich übernehmen kann. Meine positiven Eigenschaften zu sehen und zu benutzen gehört auf jeden Fall dazu, das gehört zu den Hauptsachen.

    Du kannst singen und hast eine tolle Stimme.
    Du hast grade Abitur geschafft, Du hast nicht vorher aufgegeben.

    Beides verdankst Du kaum Deinem ADS.

    Du hast den Vorteil, schon viel früher von Deinem ADS zu wissen als ich.
    Du bist Lihibra und toll so wie Du bist.
    Und entschlossen, Deine Zukunft zuversichtlich anzugehen.

    Du hast es überhaupt nicht nötig, dich für blöd hingestellt zu sehen durch irgendwelche Argumentationen, in denen Du Dich traust, Deine Meinung zu vertreten. So wenig wie irgendjemand sonst hier. Schon gar nicht von mir, denn das liegt überhaupt nicht in meiner Absicht.
    Es ist ja jeder anders gestrickt



    Aber hier gibt es wenigstens mal was zu lesen und zu verstehen..
    Das ist gut.!
    Genau

  6. #226
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 22
    Forum-Beiträge: 47

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    Fahrenheit du hast zwar recht mit dem Ritalin SR, ich hatte das auch, aber mach mal halblang. Ich nehme Ritalin zwar auch nur nach Bedarf aber du übertreibst das maßlos.

    Bei mir macht sich das gar nicht gut wenn ich viel Ritalin nehme, wollte mal spät abends lernen und habe noch eine 20er genommen obwohl ich schon 50mg an dem Tag hatte. War in der ABI-vorbereitung.

    Hat bei mir leichte Angstzustände ausgelöst, ich dachte jemand/etwas wäre hinter mir usw. Hatte ich noch nie zuvor und seit dem auch nie wieder. Hab das auch dem Arzt gesagt und er meinte ich solle es bei 1x morgens 20mg und 1x mittags 20mg belassen. Für Abends hat er mir 10mg Medikinet gegeben für fälle an denen ich Abends noch was für die Schule mache und das geht besser.

    Wie hier im Thread schon mal gesagt wurde, bei Ritalin gilt oft "weniger ist mehr".

  7. #227
    Lysander

    Gast

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    Dompteur schreibt:
    @Steintor: ich hoffe doch auf jeden Fall, dass Du nicht nur das Bild, das Du von Dir selbst hast, bist, sondern weit mehr . Ehrlich gesagt frage ich mich jedes Mal wenn ich in den Spiegel schaue, bin das ich oder wer ist das eigentlich?
    Frei nach "Ich kenne Dich zwar nicht, aber ich putz Dir trotzdem die Zähne"

    ich bin zwar ebenfalls der Meinung, dass ADHS keine Vorteile usw usw usw aaaaaber: das innere Empfinden, das mir sagt, ob ich mich krank fühle oder nicht, ist mein ureigenstes Empfinden. Da können die Du-musst-das-aber-anders-sehen-Leute sabbeln, was sie wollen. Krankheit hat nicht nur eine wissenschaftliche Seite, sondern auch eine emotionale. Übrigens bedeutet Defizit nicht zwingend Krankheit.



    Deshalb sollten es beide Seiten nicht so verbissen sehen, aber das schrieb ich schon mehrfach.

  8. #228
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 266

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    Lysander schreibt:
    Frei nach "Ich kenne Dich zwar nicht, aber ich putz Dir trotzdem die Zähne"
    Das kommt mir bekannt vor!

  9. #229
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 317

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    Möchte mich zur Ausgangfrage äussern: ich glaube, dass es unmöglich ist, diese Frage zu beantworten, weil es sich auch nicht beweisen lässt, ob sich eine Stärke oder ein Vorteil eindeutig durch AD(H)S erklären lässt. Wir sind halt ein Gesamtpaket (ich bin ja nicht ADHS sondern habe ADHS und nicht nur das). Ich finde Stärke hat ein Mensch, der mit sich so umgeht, dass es gut kommt, insofern kann jeder aus allem Vorteil ziehen. Ich habe heute mit einem Menschen gesprochen, der HIV infiziert ist, Der musste doch glatt erkennen, dass in die Infektion und die Todesbedrohung dazu zwingt, seine persönlichen Werte zu überdenken und dort zu setzen, wo ihm die Dinge wirklich wichtig sind, weil er bis anhin eher die Werte seiner Eltern lebte.

    Da jetzt allerdings von einem Vorteil der Infektion zu reden .... Was ihn stark macht, ist doch das, was er draus Macht und nicht das was er hat.

    Also Kopf hoch (aber nicht zu hoch) und selbstbewusst leben und das Beste draus machen, ist halt doch eine alte Binsenweisheit, aber wahr. Unser Vorteil ist also höchstens, dass wir immer kämpfen mussten und es gewöhnt sind schlecht behandelt zu werden und trotzdem nicht aufzugeben. Das kann aber auch zum Nachteil werden, wenn es notwendig ist aufzugeben und da spreche ich aus eigener Erfahrung.

  10. #230
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    mj71 schreibt:
    es ist nicht die meinung von IonTychi der mich zu reagieren bringt (er darf denken was er will) es ist sein art zu sagen dass andere blöd sind. Da reagiere ich empfindlich.

    ...

    @ Ion Tichy: steht doch bitte ganz zu deine meinung, wenn sie dich hilft, aber lass die andere so denken wie sie denken. Ich habe wirklich der eindruck du willst einige überzeugen dass sie falsch liegen und genau so was irritiert mich einfach...

    Dass du argumentiert wieso du so siehst, finde ich sehr interessant (ich argumentiere) aber mach deine gegner nicht klein, so was nervt mich einfach!

    Noch über echt haben: alle menschen, auch stinos, sind in ihre wahrnehmung eingeschränkt... Jeden sieht aus seine sicht. Wirt sind alle wie blinden die ein elephant spüren: eine spère der rüssel und meint, es sein eine schlange, ein andere der swanz und meint es sei eine schnurr, ein andere ein bein und meint, es sei ein baum...

    Hier auch, jeden sieht aus seine sicht, aus seine erlebnisse, seine momentanen situation und keine hat wirklich mehr recht als jemand anders...

    Also, bitte, kommt von deine hohe ross runter... Du bist auch nicht der einzige der viel weiss über ADS, aber mit meine wissen, will ich eben nicht prahlen...
    Hallo mj71,
    es tut mir sehr leid, wenn ich durch meine Art ständig etwas bei Dir triggere. Das ist nicht meine Absicht.
    Ich bemühe mich nach meiner eigenen Vorstellung darum, anderen Meinungen mit Respekt zu begegnen. Das gelingt bestimmt nicht immer, aber jedenfalls werte ich niemanden als "blöd", weil er nicht meiner Meinung ist.
    Dennoch: ich habe eine eigene Meinung. Und dabei, worüber wir hier schreiben, geht es auch vor allem um eine Meinung. Es gibt da keine absoluten Wahrheiten. Eine solche absolute Wahrheit möchte ich auch niemandem aufdrängen.
    Bei der Begründung warum mir diese Sache mit den "Vorteilen" wichtig ist geht es dementsprechend auch um eine Wertung dessen, wie wir über ADS reden. Das ist immer auch ein sensibles Thema. Ich selbst bemühe mich (an der Stelle jetzt mal anders als Fliegerlein) darum, tatsächlich nicht von "Krankheit" zu reden, sondern von einer Störung - und bin prompt mit diesem Begriff bei KontrollJoy in ein Wespennest getreten, die damit offenbar etwas anderes verbindet als ich.
    Vielleicht sollte ich es mal mit dem grade von Lysander angebotenen Begriff "Defizit" versuchen?

    Ich glaube meine Empathie und mein Gerechtigkeitssinn haben sich ab meiner Kindheit daraus entwickelt, dass ich allzu oft selbst das Opfer von Piesackereien, Ausgrenzung, Hohn und Spott wurde und daher weiß, wie sich das anfühlt. Die Ausgrenzungen hängen natürlich mit meiner "Andersartigkeit" durch ADS zusammen.
    Man kann auch versuchen, über die "Vorteile" einer Depression zu reden. Auch bei depressiven findet man ausgesprochen viele Feinfühlige Menschen.
    Was erworben durch der kampf gegen ADS kommt bei mich auch in der topf "vorteilen" von ADS, obwohl es indirekt ist. Was ist schlecht daran?
    Es beschönigt etwas, das nicht schön ist. Und die Grenze zu den "Vorteilen" von Depressionen ist da schon ganz nah.
    [Edith sagt: und das Beispiel des HIV-infizierten passt auch hier her]
    Man kann das weitertreiben zu den indirekten "Vorteilen" von allem möglichen, z.B. Naturkatastrophen, Kriege, etc... Wo ist die Grenze? Für mich ist auch an der Stelle die Grenze überschritten, meine Empathie als "Vorteil" von ADS zu bezeichnen.

    Dieser Unterschied ist also keine Kleinigkeit.
    Subjektiv ist er allerdings schon.

    Dennoch ist es zweifellos richtig, dass viele Betroffene genau diese Qualitäten entwickelt haben, die dadurch gewissermaßen "typisch" sind. Dass sie diese Eigenschaften -trotz aller Schwierigkeiten- für sich entwickeln konnten zeugt mehr von menschlicher Größe als von der neurologischen Beeinträchtigung. Es folgt nicht automatisch oder zwangsläufig aus der Stoffwechselanomalie, sondern den Erlebnissen damit.

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