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Diskutiere im Thema Habt ihr Vorteile durch ADHS? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #111
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.433

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    Hallo alle,

    @ smile: ich sehe es genau so wie du und ich finde so schön formuliert...

    @ Fliegerlein:
    Was ich aber tatsächlich sehe, und Leute, das zeigt welche Stärken Ihr habt, und zwar trotz der ADS, das sind dir gerade von Ion gesammelten und wunderbaren Beispiele von ADS-Management.

    Seht es als Stärken, das ist wie gesagt vollkommen ok und für den aktuellen Zeitpunkt vielleicht sogar sehr sehr wichtig.

    Was Ion da aber so schön zusammengefasst hat, sind viele unglaubliche Fähigkeiten, die Probleme entweder zu managen (Einschlafprobleme mit mp3-Player zu managen, um nur das eine Beispiel aufzugreifen) oder aber auch das Beste draus zu machen.
    So sehe ich es auch und tue es bei die vorteile sehen: alle diese fertigkeit die wir entwicklen um mit unsere ADS umzugehen, sind auch doch fertigkeiten und kompetanzen und können mal von nützen sein. Ob sie in de wiege gelegt waren oder nicht macht wenig unterschied: Sie stehen mich jetzt zu verfügung. Ja, sie sind meine leistung und daher habe ich eine grund mehr mich darauf zu freuen!

    Es ist klar dass es mich doch alles mehr energie kostet als wenn es bei mich alles gut laufen würde... Aber nachteilen ohne vorteilen gibt es nicht (denkle ich) so wie umgekehrt...
    Ein vorteil dass ich denke, ADSler haben oft: das wir selber in eigene leib erleben was es sich anfühlt ADS zu haben, verstehen wir andere ADSler besser, können (ausser, es steht noch anderes auf der weg) auf ihnen gut eingehen... Stinos können zwar auch lernen, aber, es braucht viel zeit und es wird nie gleich sein...
    Vielleicht haben wir auch für menschen mit behinderung oder andere einschränkungen mehr verständnis, weil wir selber wissen wie es ist... Wenn jemand es der weg schafft es beruflich zu erleben ist dann dort eine vorteil.

    lg

  2. #112
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 466

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    Ion Tichy schreibt:
    Wäre gewesen - wenn.
    Das ist das ADS-typische: Dass es gründe gab, ich rauszunehmen. Oder wenn man es nicht getam hätte, wäre Dei eigener Antrieb erlahmt und Du hättest es selbst gelassen.
    ah, du warst das - hatte von unten gelesen.... (also nicht persönlich sehen) (heute Mittag, danach kam Besuch, und ich hab grad offline fertfig geschrieben)

    Sorry, aber nein. Ich kam später in den Kurs, da waren die also schon viel weiter als ich. Ich weiß noch, dass ich vor der Frau nach einiger Zeit mal Angst gehabt hatte, als sie mich auf etwas ansprach, was ich falsch gemacht hatte, als sie plötzlich etwas machten, was die andern schon kannten, einfach weil ich es gewohnt war, Angst vor meiner Mutter zu haben. Die konnte man nie irgendwas fragen, ohne dass man mit dem Schlimmsten rechnen musste.

    Also war es auch nicht möglich, etwa nach der Stunde zu der Lehrerin zu sagen "zeigen Sie mir es doch nochmal, die anderen kannten es doch schon vorher". (Immerhin konnte ich sowas bei meiner Oma auch sagen, aber die Frau war strenger als sie, und ich konnte sie nicht einschätzen) Und das ging nur um eine Sache, bei dem meisten bin ich ganz gut mitgekommen.
    Und ich vermute auch ganz stark, dass, als ich mal festgestellt hab, dass ein Kommentar "mir ist schwindlig geworden" verblüffenderweise akzeptiert wurde, statt dass wie zuhaus gemeckert wurde, ich das dann öfter als (mir einzig möglich, bzw SICHER erscheinende) Ausrede genommen hab. "Ich hab's noch nicht kapiert", konnte ich ja nicht sagen, das war ich von zuhause als "geradezu gefährlich" gewohnt. - Und das hatte auch nicht unbedingt mit AD(H)S zu tun (es sei denn dem meiner Mutter), da hatten es meine Geschwister nämlich auch nicht besser, also das ADHS brauchte meine Gefühle da gar nicht mehr schlimmer zu machen, die reichten auch ohne ADHS vollkommen.
    Im Kapieren selber was ich sehr wohl ansonsten gut, und nicht ADHS-schwach, weil es mich interessierte. (an die typischen zuerst gelernten Positionen erinnere ich mich immer noch)
    ADHS-mäßig danebenbenommen habe ich auch nicht, hab ja versucht, mich anzupassen und unauffällig zu sein.


    Danach hat man bei einer Untersuchung Blutarmut festgestellt, und mich deshalb daraus genommen.
    Wenn AD(H)S was damit zu tun hätte, dann wie schon geasgt, vllt höchstens von meiner Mutter. Denn ein Kind (vor allem, als ich kleiner war) dauerhaft sich vormittags selbst überlassen, nix zu essen geben, und dann noch verhauen, wenn es vor Hunger beim Suchen erwischt wird, da kann vielleicht schon zu Mangelernährung und vielleicht auch in der Folge zu "Blutarmut" führen.
    P.S.: "Siehst du, dann wär's eh nicht gegangen" kann man auch nicht sagen, denn die hätte man ja beheben können, hatte später ja auch Ausdauer beim Tanzen.

    Ich jammere dem nicht hinterher, hast falsch verstanden, schrieb extra, dass ich das nicht tu, ich hab nur für mich 2x festgestellt, dass es selbst für mich etwas gibt, was ich kann (slebst wenn ich jetzt wieder schreiben müsste "hätte ausüben können", seh ich eher als deutsche Grammatik). (Ich hab mich auch nie denen angeschlossen, die traurig sind, was sie dadurch alles verpasst und nicht geschafft haben, da hab ich nichts von.)

    Hab keine Zeit mehr, konnte auch Gestern noch nicht alle Beiträge nachlesen, fahre nachher auf ein Konzert, das erste seit Langem, und Tanzen war ich auch schon lange nicht mehr. (Konzert und Tanzen gehört für mich selbstverständlich zusammen). .....und was für eins......
    ICH FREU MICH!!!
    So viel zur irgendwann ersterbenden Leidenschaft


    ..... und .... es kann doch bitte auch keine Schlussfolgerung sein, dass in Wirklichkeit überhaupt niemand eine Nische finden kann, in der er trotz oder mit AD(H)S gut sein kann, und die Behauptung, dass das möglich sei, ein Gerücht sei??


    Sorry für ggf Doppeltgemoppeltes, muss die Mittagsdosis für später verwahren...

  3. #113
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 466

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    *ganz kurz zurückblätter*

    ja, stimmt (Fliegerlein?), das mit dem Strohfeuer ist natürlich auch eine böse typische Sache.

    Da muss man machmal erstmal prüfen, ob man Dinge nach einiger Zeit immer noch will.

    Uuaaa, hab schon viel zu lange gebraucht....

  4. #114
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.433

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    Hallo Zammel,

    ..... und .... es kann doch bitte auch keine Schlussfolgerung sein, dass in Wirklichkeit überhaupt niemand eine Nische finden kann, in der er trotz oder mit AD(H)S gut sein kann, und die Behauptung, dass das möglich sei, ein Gerücht sei??
    Ich kenne persönlich einige ADSler die ihre nischen gefunden haben... Ich irgendwie habe ich auch geschaft. es geht bei allem viel schwieriger als bei stinos. man muss sich zuerst gut kennen, mit seine schwächen lernen umzugehen, seine stärken kennen...

    Aber auch wer seine nische gefunden hat, kann weiter anstregend haben im leben.

    Ich denke, wir können (vielleicht nicht jede ADSler, es kommt auf so viele drauf an) unsere nischen finden, vielleicht nach lange suchen, einfach weil wir auch einiges gut bis sehr gut können. Ob stinos es auch können oder nicht ist nicht so wichtig...

    lg

  5. #115
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    @genau mj71 es ist der Vergleich zu den Anderen, was uns mit unter krank macht....
    wenn ich die 100 meter früher in xy gelaufen bin und heute schneller - so ist dies mein persönlicher Fortschritt -
    ich habe MEIN Bestes gegeben - da ist es doch egal wie schnell Bolt diese Strecke zurücklegen kann.

    Die Definition von Erfolg - was ist mein persönlicher Erfolg? - so zu sein wie die Anderen? Oder Glücklich?

    lg

  6. #116
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 24
    Forum-Beiträge: 764

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    Wenn wir aber nun die Vorteile bei uns selbst sehen, und da das ADHS rauslassen, müssten wir ähnliches auch bei den Nachteilen machen.. der Fairness halber..
    Und weil es auch "Stinos" gibt, die eben auch mit einigen der Probleme zu kämpfen haben, mit denen wir uns quälen.. und bei uns ist es doch auch so mit den Vorteilen. Irgendwie. ALso ich weiß jetzt nicht so recht wie ichs formulieren soll, aber irgendwie versteht man das schon

    und ich finde ein gleichgewicht aus beidem irgendwie besser. Man kann nicht sagen, dass man keine dieser negativen eigenschaften hätte, wenn man kein AD(H)S hätte, oder? Also, find ich jetzt ^^

    heiliger, da schreib ich die nachricht und schick sie stunden später auch mal ab..

  7. #117
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.433

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    Hallo alle,

    @ smile: Am der vergleich hatte ich bei schreiben nicht gedacht, aber ich stimme dich zu... Seit ich mich mit anderen weniger vergleiche und ehe darauf schaue was ich kann und was ich gut mache, geht mich besser... Wenn ich doch mich mit andere vergleiche, dann ehe mit der gedanken dass mit ADS ehe einiges schwieriger geht.
    Dann wenn ich auf meine möglichkeiten schaue, auf mein erfolg, geht es mich auch besser... Wenn ich eine erfolg erreiche im überwinden eine ADS.-schwierigkeit erlebe, freue ich mich auch...
    Wie andere sein, will ich nicht mehr... Nur mich selbst und das beste draus machen.

    @ lihibra: ich versuche zu verstehen. meinst du es ist unfair bei ADS nur nachteilen zu sehen und dann vorteilen nicht an ADS zu verknüpfen, oder so was? nach dich sollten wir wenn wir von nachteilen verbunden mit ADS auch vorteilen sehen die mit ADS zu tun haben? Im fall, finde ich es auch...


    Eigentlich hat hier niemand gesagt dass ADS keine nachteil hat und dass es keine einschränkung ist und nie anstregend... Aber es gibt einigen die sagen "es hat keine vorteil" was aus mein sicht schon anders ist als "ich sehe kein vorteil".

    Aus meine sicht ist ausgewogen wenn wir beiden seiten sehen... Die guten und die weniger guten... Je nach stimmung merkt sowieso der einzellen mehr das positiv und ein andere mehr das negativ.

    Ja, ich merke dass ich mich ärgere: Weil ich der eindruck habe, mich nicht auf meine stärken oder was ich durch mein ADS gelernt habe oder trotzt ADS nicht freuen darf. Weil ich mich missverstanden fühle von einige user: wenn ich von vorteil reden, blende ich meine schwierigkeiten nicht aus, aber will nur nicht nur daran denken. Weil ich der eindruck habe, dass einigen ihre sichtweise als der einzige richtig sehen und dass wer anders sieht, dumm ist. Vielleicht bin ich überempfindlich, aber ich sage es mal lieber...
    So jetzt geht es mich besser, es ist mal raus...

    lg

  8. #118
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    Lihibra schreibt:
    Wenn wir aber nun die Vorteile bei uns selbst sehen, und da das ADHS rauslassen, müssten wir ähnliches auch bei den Nachteilen machen.. der Fairness halber..
    Und weil es auch "Stinos" gibt, die eben auch mit einigen der Probleme zu kämpfen haben, mit denen wir uns quälen.. und bei uns ist es doch auch so mit den Vorteilen. Irgendwie. ALso ich weiß jetzt nicht so recht wie ichs formulieren soll, aber irgendwie versteht man das schon
    Ja, ... das stimmt so gesehen natürlich und ist auch richtig.
    Niemand ist ohne Beeinträchtigungen, auch die "Stinos" nicht.

    Ich würd jetzt sehr gerne eine kleine Grafik hier posten, die aus einer der jüngsten Studien stammt und in der die Beeinträchtigungen von ADS'lern, Patienten mit anderen psycischen Erkrankungen, aber ohne ADHs und der Kontrollgruppe gegenübergestellt werden.
    Das darf ich natürlich nicht, und das hätte ich auch ohne den jüngsten Hinweis von Alex auf das Urheberrecht nicht gemacht, ...
    Aber da kann man dann wirklich sehr anschaulich sehen, wie groß die Unterschiede sind und wie stark die Probleme die bei ADHS'lern im Vergleich zu den anderen beiden Gruppen sind.
    Wenn man sowas nicht weiß, weil man das ja auch irgendwie nicht wahrnehmen kann, ich seh die Welt ja nur durch meine Augen und kann nicht durch anderer Leute Augen schauen, dann merkt man erst, wogegen wir, wie selbstverständlich wir gegen all das ankämpfen...
    Das war schon wirklich beeindruckend, ein bisschen erschreckend und auf jeden Fall sehr hilfreich und informativ.
    Aber ein paar Zahlen kann ich nennen, auch wenn das nicht so aussagekräftig ist:
    Im Arbeitsbereich z.B. wurde deutlich, dass die befragten aus der Kontrollgruppe sich, in Prozent ausgedrückt, zu in etwa 5% beeinträchtigt fühlen.
    Man hat also mal Probleme am Arbeitsplatz, aber im Großen und Ganzen läufts.
    Die klinische Gruppe mit anderen Erkrankungen, wie Depressionen etc. sah das schon ganz anders und dort steht der Balken für die Beeinträchtigungen schon bei etwas über 60%.
    Bei den ADS'lern dagegen steht der Balken auf knapp unter 90% ...
    Im häuslichen Bereich waren die Zahlen: Kontrollgruppe unter 5%, klinische Gruppe ca 78% und ADHS bei wieder dicht unter 90%.
    Si geht das munter durch die einzelnen Lebensbereiche und sieht immer sehr ähnlich in den Gewichtungen aus.
    Die Kontrollgruppen haben fast überall zwar ein bisschen was, aber nichts, das sie als gravierend genug einstufen würden, dass es ihnen massive Probleme bereitet.
    Bei psychischen Erkrankungen kann man sich vorstellen, dass jemand, der schwer depressiv ist, sowohl am Arbeitplatz, als auch zu Hause erhebliche Probleme hat, und was gesellschaftliche Angelegenheiten angeht sowieso ...


    Wirklich beeindruckend ist der Bereich (Aus-)Bildung ... dort findet man bei der Kontrollgruppe einen kleinen Balken von etwa 5%, während die klinische Gruppe dort bei etwa 82% liegt und von ADHS noch getoppt wird, mit etwa 97%.
    Und tatsächlich ist ja bekannt, dass der Bereich Schule und Bildung und Ausbildung der ist, der uns am schwersten fällt.

    Aber ich war schon auch echt erstaunt, wie gravierend die Unterschiede sind.
    Das war mir nie klar.
    Mit Anfang 30 wurde mir das immer klarer und klarer und ich habe auch schon vorher immer wieder versucht, die Probleme in den Griff zu bekommen.
    Meine Therapeutin in der Klinik musste ziemlich lächeln, als ich ihr erzählte, dass ich damals Arbeits- u. Organisationspsychologie studiert habe, weil ich irgendwie schon wusste, dass ich da meine Schwachstellen habe und sie so in den Griff bekommen wollte ... das klappte natürlich nicht, wie auch das Studium als solches.

    Erst als ich von dieser ganzen "Sache" ADS (und Asperger) erfahren habe und ich angefangen habe, mit meiner Frau darüber zu reden, formte sich ein ganz anderes Bild.
    Ich war immer beeindruckt davon, wie viel sie so hinbekommt, wie toll sie organisiert ist und wie sie das alles sowieso gewuppt bekommt, sowohl zu Hause als auch und besonders bei der Arbeit.
    Ich bin in dem gleichen Job sang und klanglos untergegangen, aber sie kriegt das super hin.
    Und je mehr ich mich mit ihr über die ganzen einzelnen Sachen unterhalten habe, desto deutlicher wurde mir, gegen welche Hürden ich mein elben lang gekämpft habe, so wie eben auch sehr viele von uns.
    Wir wussten das nur nie.

    Manchmal ist es auch hilfreich, sich mit anderen zu vergleichen, allein um zu sehen, wo meine Stärken liegen und wo ich vielleicht doch lieber ein wenig auf die Bremse treten sollte, um mich nicht zu überfordern.

    Das war schon echt spannend.

    Aber es stimmt natürlich, jeder Mensch hat auch Beeinträchtigungen, ganz klar.

    EDIT:
    Ganz vergessen zu schreiben:
    Ich denke aber auch, dass es irgendwie auch ganz gut sein kann, all das nicht zu wissen, denn so etwas kann einen auch lähmen und das ist auch wieder nicht gut.
    Aber es kann auch gut sein, eben wenn es darum geht, die eigenen ressourcen etwas besser zu verwalten.

    Liebe Grüße
    Marcus
    Geändert von Fliegerlein ( 3.07.2013 um 18:14 Uhr) Grund: Edit zugefügt

  9. #119
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 266

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    Also, wenn ich mir die Zahlen von Fliegerlein hier anschaue, dann fällt mir echt nichts mehr ein. Kann mir bitte jemand erklären, genau welche Vorteile die immensen Probleme, die fast jeder ADHSler bei der Ausbildung zu haben scheint, aufwiegen kann? Was kann ich mir dann von der ach so tollen Kreativität kaufen, wenn ich nicht einmal in der Lage bin, den Studienalltag zwei Tage im Voraus zu planen? Mein Empathievermögen geht heute gen Null, das Mal vorab.

    Den Vogel in Bezug auf „Vorteile“ hat heute eine besonders kompetente Notärztin abgeschossen, dessen Dienste ich wegen starkem Herzrasen und daraus resultierende Panik gezwungenermaßen in Anspruch nehmen musste.
    Zunächst war die besagte Ärztin total nett und hat sich meine Beschwerden angehört und alles im PC eingetippt, bis ich erklärte, dass ich seit etwa zwei Monaten Methlyphenidat einnehme. Sie musste nochmal nachfragen, weil sie mit dem Begriff offensichtlich nichts anfangen konnte. Ich sagte erneut Methylphenidat und sie fragte dann, was das sei. Daraufhin sagte ich, Medikinet, aber auch damit konnte sie nichts anfangen. Schließlich meinte ich: RITALIN (for God‘s sake)!! Das freundlich lächelnde Gesicht wandelte sich regelrecht in eine Fratze. Mit angeekelter Miene fragte sie mich (wortwörtlich!!), wie ich auf die Idee käme, Ritalin einzunehmen. Verunsichert durch ihre abwertende Art begann ich händeringend zu erklären, dass ich seit längerem in Therapie wäre und vor zwei Monaten die Diagnose ADS bekam. Daraufhin schüttelte sie einfach den Kopf und meinte: „Wie? Mit 34?“ Ich fragte dann, ob das so ungewöhnlich sei und sie: „Ja, sowas habe ich noch nie gehört und von Ritalin halte ich nichts.“ Sie wollte dann noch wissen, bei welchem Psy-Doc ich in Behandlung bin und warum ich keinen Arzt hier in meiner Heimatstadt ausgesucht habe. Die Antwort, dass es hier keinen ADS Spezialisten gibt, tat sie naserümpfend ab. So ging’s dann für die nächsten 15 Min. weiter; Frage, Antwort, Naserümpfen, Eintippen.

    Schließlich tastete sie mich in der Brustgegend ab und meinte, dass ich hier in der Notfallambulanz sei und ich mich normalerweise an meinen Hausarzt hätte wenden müssen, schließlich sei eine mögliche Muskelverspannung ja kein Notfall. Ich sagte dann kleinlaut (den Tränen nahe, was sieauch bemerkt hat), dass die Praxis meiner Hausärztin Mittwochs geschlossen sei.
    Zum Schluss musste ich dann in ein anderes Zimmer und es wurde ein EKG geschrieben. Zwischendurch kam sie immer wieder rein und meinte, dass sie mich für die Befundsbesprechung gleich ins Sprechzimmer abholen werde.

    In der Zwischenzeit wurde mir fast schwarz vor Augen, weil ich einerseits total verunsichert war und andererseits mich gefragt habe, was da gerade im Sprechzimmer abgegangen ist. Die ganze Situation war wie aus einem schlechten Film. Nicht nur, dass ich wegen Panikattacken hilfesuchend die Ambulanz aufsuchen musste, ich wurde auch noch von der Göttin in Weiß regelrecht zusammengeschissen und ich dachte nur noch: Das darf doch nicht wahr sein, warum lässt du es zu, dass man so mit dir umgeht?

    Nach einer Dreiviertelstunde durfte ich bei Frau Dr. 'Verständnisvoll' wieder antreten. Zwischenzeitlich fiel ihr offensichtlich wieder ein, dass sie dort als Ärztin tätig ist und nicht als Giftspuckender Drache.
    Jedenfalls war sie viel freundlicher und erklärte lächelnd und in Ruhe, dass das EKG völlig im Rahmen sei und dass es nicht ungewöhnlich sei, wenn man bei Einnahme von MPH manchmal Herzrasen bekomme.

    Ich war total perplex und wusste wirklich nicht, was ich antworten sollte und hab' sie einfach nur angestarrt. Als sie dann anfing zu erzählen, dass sie es ja nachvollziehen (!!) könne, wie ich mich fühle – schließlich sei es nicht leicht mit ADS zu leben – dachte ich „Ok, wo sind die Kameras?“.
    Sie brabbelte noch irgendwas vor sich hin und ich gab mir wirklich, wirklich Mühe um zu verstehen, was sie mir da eigentlich erzählen will, aber meine Gedanken im Kopf wurden so laut, dass ich regelrecht geplatzt bin!

    Ich habe sie gefragt, ob sie die Nebenwirkungen von MPH gegoogelt hat, während das EKG geschrieben wurde. Dass ihr Verhalten unter aller Sau war. Ob sie all ihre Patienten so behandelt. Ich wollte wissen, ob sie tatsächlich der Auffassung war, dass sie mir geholfen bzw. sich zumindest bemüht hat. Sie schaute mich ungläubig an und wiederholte, dass das eine Notfallambulanz sei und Herzrasen nun mal keinen Notfall darstelle. Ich fragte dann, wie ich als Laie feststellen soll, ob die Beschwerden eine Notfallbehandlung rechtfertigen oder nicht? Sie brabbelte noch irgendwas zusammen, von wegen ich solle mich vorsorglich nochmal bei meiner Hausärztin untersuchen lassen und Blutwerte und bla bla. Ich wollte einfach nicht mehr zuhören und bin aufgestanden, sie sprang ebenfalls auf, reichte mir ihre Hand – die ich nicht annahm – und meinte (festhalten, jetzt kommt der Brüller): „Ich hoffe wir haben uns arrangiert“. Ich war echt fassungslos und fragte „Arrangiert womit?“. Ich wusste, dass sie wusste, dass sie bei der Anamnese richtigen Bockmist gebaut hat. Bevor sie was sagen konnte teilte ich ihr noch mit – und genau das hat sie die ganze Zeit über befürchtet, glaube ich – dass ich bei der Klinikleitung eine fette Beschwerde über sie einreichen werde und dass sie sich schon mal darauf freuen kann.

    Ich sag’s euch liebe Chaoten, ADHS hat nuuuur Vorteile.
    Geändert von Absentia ( 3.07.2013 um 22:07 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  10. #120
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Habt ihr Vorteile durch ADHS?

    Ich weiß grad gar nicht wo mir der Kopf steht vor Gedanken zu dem was hier so steht.
    Aber je länger das dauert, um so klarer wird mir mal wieder, wie wichtig das ist.
    Warum es wichtig ist, bleibe ich in diesem Beitrag zwar schuldig - aber Fliegerlein hat das schon ein bisschen beshrieben. Und ja, Eiselein auch. Egal wie pampig das jetzt daher kam, das sind Gründe, warum das wichtig ist.

    Ich rede und argumentiere, und für jedes Detail, das ich irgendwem begreiflich mache, zieht jemand anders eine Fehlinterpretation aus dem Ärmel von dem, was ich geschrieben habe.

    Oh, das ist aber wieder arrogant - ich maße mir an, zu bestimmen was eine Fehlinterpretation ist? Also, ich bestimme was richtig und was falsch ist?

    Nein, ich bestimme nicht was richtig und was falsch ist.
    Aber von dem was ich schrieb weiß ich, was gemeint ist. Und zu daraus abgeleiteten Fehlinterpretationen über das, was ich geschrieben habe, kann ich sehr wohl beurteilen, ob es Fehlinterpretationen sind.

    So wie es zammel zusteht, mir meine Fehlinterpretation zu erklären. An der Stelle weiß sie besser als ich, was sie gemeint hat. Also zammel, wenn Du Dich missverstanden fühlst, fühle ich mich meinerseits in der Pflicht, Dich damit ernst zu nehmen und Dir zu zu hören. Andernfalls nehme ich Dich nicht ernst.

    Dein Beitrag ist mir beim kurzen Querlesen und Einsammeln von Beispielen mit "ins Netz" gegangen, und habe mit einem ganz kurzen Statement dazu etwas zu "ADS-typisch" gesagt.
    Dass von Deiner Seite eine komplexe Geschichte dahintersteht, habe ich nicht gewusst, aber auch ziemlich bewusst übergangen. Je nachdem, was die Geschichte für Dich bedeutet, kann das natürlich Abwehrreaktion auslösen. Du bist nicht an die Decke gegangen oder so, aber wichtig genug, nochmal was dazu los zu werden war es Dir schon.

    Du hast Dich mit meinem Beispiel "falsch gesehen" gefühlt, wie man so schön sagt.
    Ist angekommen.
    Also ist es unpassend als Beispiel für meine Aussage dazu.
    Was bedeutet es für meine Argumentation?
    Dass Deine Geschichte an der Stelle möglicherweise wenig mit dem Thema ADS zu tun hat. Also kann ich es nicht als Negativbeispiel nutzen.
    Logischerweise aber auch nicht als Aufhänger für ein Positivbeispiel.

    Was es für Dich ist und bleibt: ein Teil Deiner Geschichte.
    Nein, gejammert hast Du nicht, das habe ich auch nicht sagen wollen.
    Du hast trotzdem für Dich Dinge gefunden, die Du gut kannst. Ja, freu Dich drüber. Hier ging es nie darum, Dich über Deine Begabungen nicht freuen zu dürfen.

    Was ich tatsächlich gesagt habe, und das musst Du für Dich selbst entscheiden, wie viel davon für Dich zutrifft:
    Bei aller Begabung bringt ADS mit sich (viel zu oft), dass Dinge begonnen und nicht abgeschlossen werden. Und in der Rückschau sind das dann Dinge, über die sich nichts anderes sagen lässt als "das hätte ich gekonnt wenn ich es gemacht hätte." Das hat nichts mit Jammern zu tun. Das ist erst mal eine Feststellung, und es liegt an Dir, wie Du damit umgehst. Es ist jedenfalls immer noch das ADS-charakteristischte an Deiner Geschichte:
    ich hab nur für mich 2x festgestellt, dass es selbst für mich etwas gibt, was ich kann (slebst wenn ich jetzt wieder schreiben müsste "hätte ausüben können", seh ich eher als deutsche Grammatik). (Ich hab mich auch nie denen angeschlossen, die traurig sind, was sie dadurch alles verpasst und nicht geschafft haben, da hab ich nichts von.)
    Es geht mir dabei nicht darum, ob Du drüber jammerst oder es bedauerst oder weiter frisch entschlossen bleibst.
    Das ADS-typische ist, Du könntest. Aber Du hast es nicht getan.

    Die sachlichen "Gründe" dafür sind unendlich vielfältig. Trotzdem ist es einfach Fakt, dass uns ADSlern unendlich viel mehr solcher Hinderungsgründe zu begegnen scheinen.

    Nicht Deine Begabung ist Dein ADS. Sondern der Umstand, dass Du nichts damit zu Stande bringst.
    Und wenn Du es doch schffst, etwas damit zu stande zu bringen, dann sei Stolz darauf, denn Du hast es geschfft trotz ADS, das dem entgegenwikt.

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