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Diskutiere im Thema AD(H)S gleich Neurotransmitterstörung? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.249

    AD(H)S gleich Neurotransmitterstörung?

    Immer wieder höre ich als Begründung dafür, dass man MPH nehmen soll, dass man eben eine Neurotransmitterstörung hätte und das ausgleichen würde.

    Wenn man jedoch eine Neurotransmitterstörung hat, die verhindert, dass man sich konzentrieren kann, wie kommt dann der Hyperfokus zustande?

    Angeblich wirkt MPH bei jedem Menschen konzentrationssteigernd. Und die Pharmafirmen führten das Argument mit der Neurotransmitterstörung ins Feld um eine Begründung zum Verkauf ihrer Produkte zu haben.

    Soweit in etwas Sinngemäß die Meinung meines Therapeuten, die ich garnicht so schlecht finde.

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 117

    AW: AD(H)S gleich Neurotransmitterstörung?

    ich nehm das Argument Neurotransmitterstörung oder neurologische Stoffwechselstörung im Gegensatz zu ADHS....mir ist es einfach zu blöd mich immer rechtfertigen zu müssen das ich im Alter ADHS hab.....zu deiner Frage kann ich jetzt nicht was sagen.

  3. #3
    ADHD-Squirrel

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 437

    AW: AD(H)S gleich Neurotransmitterstörung?

    Ich sehe das wie Russel Barkley, Hyperfokus ist nur die Unfähigkeit sich von einer Sache loszureissen. Kann man Hyperfokus steuern? Meiner Meinung nach nicht, wäre mir neu das man ungeliebte Tätigkeiten mit Superturbo Hyperfokus erledigen kann. Also ist es ein Defizit.

  4. #4
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: AD(H)S gleich Neurotransmitterstörung?

    AD(H)S ist nicht gleich Neurotransmitterstörung, sondern ADHS ist die Folge einer solchen.

    Es gibt eine physiologische Ursache und es gibt aufgrund dessen eine phänotypische Wirkung. Infolge einer genetischen Anormalie (der für die Synthese der Neurotransmitter nötigen DNA, die polyploid vorliegen muss), entsteht ein Ungleichgewicht im Noradrenalin-Dopamin-Haushalt. Das ist die genetisch-physiologische Ursache für unsere "Krankheit", die man unglücklicherweise ADHS nennt (meine präferierte Bezeichnung, nämlich BFS hat sich noch nicht durchgesetzt). Ob der oder die Betroffene nun ADHS bekommt oder nicht, kann von Umwelteinflüssen abhängen.

    Nun hat ein Mensch diese genetische und neurophysiologische Anormalie. Und dieser Mensch zeigt nun, aufgrund der neurophysiologischen Anormalie, eine Schwäche in der Verarbeitung der Sinneswahrnehmungen. Dieser Mensch hat keinen Filter, um Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Er hat ein Aufmerksamkeitsdefizit. Dieses AD kann nun diverse ethologische Wirkungen zeigen, wovon Hyperaktivität eine Wirkung ist. Viele Menschen mit dem AD sind nicht hyperaktiv. Wie sich nun die einzelnen Merkmale unserer "Krankheit" äußern, ist variabel.

  5. #5
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: AD(H)S gleich Neurotransmitterstörung?

    Im folgenden thread sind zu dem Thema einige passende Beiträge, finde ich....

    https://adhs-chaoten.net/treffpunkt-...om-ad-h-s.html

    Ich denke, abgesehen davon, dass der Begriff AD(H)S eine inhaltlich unzulängliche Bezeichnung für die "Störung" ist, dass AD(H)S eine neurologische Stoffwechselstörung ist, was mir mein Neurologe auch bestätigt.
    Ich glaube, dass Dopamin zwar eine große Rolle spielt, jedoch sieht man m.E. an den unterschiedlichen Medikationen (verschiedene Wiederaufnahmehemmer hinsichtlich unterschiedlicher Transmitterstoffe wie Dopamin, Serotonin, Noradrenalin... aber auch Amphetaminsulfat u.ä.), dass es sich verschiedene Transmitterstoffe dreht....

    Ich glaube kaum, dass schon alle relevanten Transmitter bekannt sind und vermute, dass sich unter dem Namen AD(H)S verschiedene Transmitterstörungen verbergen, die die heutige Neurologie (noch) gar nicht alle benennen kann.

    Eine AD(H)S kann durch inadäquates erzieherisches Verhalten verstärkt werden, aber sie ist eindeutig (zu mindestens 80%) genetisch bedingt. Eine AD(H)S kann nicht alleine durch adäquates erzieherisches Verhalten "geheilt" werden, sie bleibt den meisten ein Leben lang erhalten... (bei 20-25% "verschwindet" die Symptomatik im Erwachsenenalter. Woran das liegt ist soweit ich weiß noch nicht belegbar...)...

    Leider verwechseln auch heute noch viele "Fachleute" die AD(H)S (Stoffwechselstörung) mit sozialisationsbedingten Auffälligkeiten. Die Symptomatik ist auch sehr ähnlich, ein Kind, dass ein Urmisstrauen entwickelt, oder Misshandlung erfahren oder Traumatisierungen erlitten hat (etc), wird sich auch unter Umständen in seine Phantasiewelt flüchten (verträumtes Verhalten), oder emotional sehr verletzbar sein, weil es keine "Sicherheit" kennt, sich in den Vordergrund drängen, aus Angst, übersehen zu werden..... Man könnte tausende Szenarien entwickeln.....

    Das Problem ist, dass Beides sich von aussen sehr ähnelt, aber die zugrundeliegenden Ursachen sind andere. Dies zu trennen ist sicher nicht leicht und bedarf einer großen Erfahrung. Ich glaube, dass es deshalb auch immer noch (zu) viele Fehldiagnosen gibt...
    Man darf dabei natürlich auch nicht ausser Acht lassen, dass,

    da AD(H)S genetisch bedingt ist, und Eltern oft nicht diagnostiziert, aber betroffen sind und selbst in dieser Problematik stecken, sich nicht gut steuern zu können,

    dadurch natürlich auch mehr Konfliktpotential vorhanden ist, sodass schnell der Eindruck von überforderten Eltern entsteht, also eine sozialisationsbedingte Problematik vorliegen müsste... Das ist aber viel zu oberflächlich...

    Barkley beschreibt die AD(H)S sehr gut und fundiert von aussen, das was eben beobachtbar ist.. Wie es innen aussieht und wie sich das anfühlt, kann er nicht sehen....

    Ich persönlich denke, dass AD(H)S viel mit Wahrnehmung zu tun hat (Selbst-, Fremd- und emotionale Wahrnehmung). Die Filterung der Wahrnehmung kann nicht gesteuert werden, die Reizgewichtung passiert zufällig, es kann zu Reizüberflutungen kommen, die die Reizsteuerung komplett durcheinander bringen...
    Dadurch können wir beispielsweise schlecht Geräusche ausblenden und sind schnell abgelenkt....

    Na ja, viel Text, kurze Antwort: Ja, ich denke dass AD(H)S, wenn man sauber trennt, eine neurologische Stoffwechselstörung ist..

    LG Tanja

  6. #6
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: AD(H)S gleich Neurotransmitterstörung?

    Chaostanja schreibt:
    ...sie ist eindeutig (zu mindestens 80%) . (bei 20-25% "verschwindet"
    Wo hast Du denn die Zahlen her?


    Chaostanja schreibt:
    Na ja, viel Text, kurze Antwort: Ja, ich denke dass AD(H)S, wenn man sauber trennt, eine neurologische Stoffwechselstörung ist..
    Okay, ich neige zur Haarspalterei. Natürlich ist ADHS eine neurologische Stoffwechselstörung. Lassen wir diesen Satz so stehen. Ich möchte nur hinzufügen, dass diese Stoffwechselstörung nicht in jedem Fall zu ADHS führen muss.

  7. #7
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: AD(H)S gleich Neurotransmitterstörung?

    Steintor schreibt:
    Wo hast Du denn die Zahlen her?
    Spitzer, Barkley




    Okay, ich neige zur Haarspalterei. Natürlich ist ADHS eine neurologische Stoffwechselstörung. Lassen wir diesen Satz so stehen. Ich möchte nur hinzufügen, dass diese Stoffwechselstörung nicht in jedem Fall zu ADHS führen muss.
    Wenn AD(H)S die Stoffwechselstörung ist, muss sie nicht mehr zu AD(H)S führen, weil sie es ja schon ist...

    Kann es sein, dass Du mit AD(H)S die möglichen Auswirkungen (Unstrukturiertheit, höhe Emotionalität, Ablenkbarkeit) etc meinst?

    Ich habe eine Tochter mit "stark ausgeprägter" ADHS, die keine Komorbiditäten entwickelt hat, wir hatten lange mit einer Medikation gezögert, weil sie unseres Erachtens keinen Leidendruck hatte, aber die "reine ADHS" bleibt trotz aller Massnahmen (ergotherapeutische, erzieherische, verhaltenstherapeutische, Konzentrationstraining...) "erhalten" und hätte fast zu komorbiden Problematiken geführt....

    Genau da wurde sichtbar, was die ADHS ausmacht, wenn keine Komorbiditäten hinzukommen, da hat MPH den Stoffwechsel gut reguliert, gerade hinsichtlich der emotionalen, der Selbst- und der Fremdwahrnehmung....

    LG Tanja

  8. #8
    LAX


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 200

    AW: AD(H)S gleich Neurotransmitterstörung?

    BFS? (hab schon wikipedia (englisch und deutsch) geschaut und google werde ich auch gleich nochmal bemühen...aber ich würde trotzdem gerne wissen was des für dich heißt? - doch hoffentlich nicht sowas wie "brain-****-syndrome" oder sowas d.h. bitte um klärung)

    und ja:

    AD(H)S ist ein Störung im Dopamin/Noradrenalin Haushalt (wobei sicher (zu 100% soweit ich weiß) noch andere evtl. sogar noch unbekannte Transmitter etc. eine Rolle spielen => Gehirnchemie ist ein interessantes und noch lange nicht zu 100% erforschtes Thema!))

    Therapie bzw. verschwinden des AD(H)S (und Medikation):

    ob das echt "verschwindet" oder ob der betroffene nur gelernt hat zu kompensieren (was ich vermute, da ich z.B. Aufgrund meiner ADHS früher locker 30 Rechtschreibfehler je Seite Text (anmerkung: ich schrieb damals sehr groß d.h. zum teil nur 3-5 worte je zeile!) hatte und inzwischen a) weniger Fehler mache b) mich auch sehr genau kontrolliere (lese mir mein geschreibsel meist 5x mindestens nochmal durch) - was nicht heißt das ich gar keine Fehler mehr mache bzw. auch alle bemerke, da ich ja auch das "Problem" habe, das ich lese was ich schreiben wollte (das passiert eigentlich allen Menschen, wobei halt nicht immer) und nicht das was auf dem Blatt steht )

    Ausserdem:

    Genetische "defekte" (es ist ja nicht mal sicher ob AD(H)S nicht früher die Norm war (!) - siehe meine nette Theorie dazu (im Thema zu Wut auf die Normalos/die Gesellschaft)) heilen nicht IMHO - man kann Symptome "kitten" bzw. bekämpfen, aber Heilen kann man es (noch? - wer weiß) nicht!

    mfg LAX

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: AD(H)S gleich Neurotransmitterstörung?

    gisbert schreibt:
    Immer wieder höre ich als Begründung dafür, dass man MPH nehmen soll, dass man eben eine Neurotransmitterstörung hätte und das ausgleichen würde.

    Wenn man jedoch eine Neurotransmitterstörung hat, die verhindert, dass man sich konzentrieren kann, wie kommt dann der Hyperfokus zustande?
    Mit der Antwort auf diese Frage kann man Bücher füllen .
    Die Kurzfassung ist, dass es eine Schwelle gibt, ab der auch wir einer Sache eine dauerhafte Aufmerksamkeit widmen können.
    Diese Schwelle ist sehr hoch und wird nur überschritten, wenn das Interesse an der Sache so groß ist, dass entsprechend viel an den nötigen Botenstoffen freigesetzt wird, so dass die sonst vorhandenen Reizübertragungsprobleme an dieser Stelle nicht vorhanden sind.
    Nur können wir nicht steuern, wann und wobei das der Fall ist.

    Stell Dir einen Automotor vor:
    Wenn Du langsam immer mehr Gas gibst, läuft der Motor entsprechend der Einstellung langsam, aber stetig immer schneller.
    Du kannst den Motor über das Gaspedal auf jede beliebige Drehzahl bringen, man könnte sagen, es ist eine analoge Einstellung, jeder Wert ist möglich.

    Bei uns aber ist es, als würde der Vergaser nicht gleichmäßig mehr Gemisch erzeugen, sondern man tritt das Gaspedal und erstmal passiert gar nichts und erst am Ende rauscht der Sprit dann in den Vergaser, aber dann heißt es auch gleich Vollgas geben.
    Ganz oder gar nicht, dazwischen gibt's nichts. Bei uns ist das sozusagen "Digital".
    Durch die Medikation wird dies weitgehend, bzw. teilweise reguliert.

    Was den "Hyperfokus" angeht, so folge ich da ebenfalls eher der Sichtweise, die besagt, dass es sich bei ADHS'lern hier mehr um eine Unfähigkeit handelt, einen Task zu unterbrechen, als um einen tatsächlichen Hyperfokus, der eher Autisten zu eigen ist.
    Dazu gibt es in Sachen Hyperfokus auch noch einige andere Aspekte, die es zu betrachten gilt.
    Da ADS'ler Probleme mit dem Belohnungsaufschub haben, macht auch die Art der Tätigkeit und die damit verbundene Belohnung einen großen Unterschied.
    Warum kann ein Kind stundenlang vor der Konsole sitzen und ein Videospiel spielen, aber bei den Matheaufgaben geht gar nichts?
    Das ist ganz einfach, denn die Antwort lautet "Direct Response", also übersetzt: Sofortige, Direkte Rückmeldung.

    Wenn ich eine Matheaufgabe löse passiert erstmal ... gar nichts.
    Nix ... nada, niente, nüscht.
    Da ist nichts, was einem ADS'ler, also dem mit dem hohen Schwellenwert, dazu bringt, diese Schwelle zu überschreiten.
    Wenn ich aber beim Videospiel eine Aufgabe löse, bekomme ich sofort etwas dafür und noch wichtiger: wenn ich die Aufmerksamkeit auch nur einen kurzen Augenblick von dem Spiel löse, kann es mir passieren, dass ich einen auf den Deckel bekomme.
    Das, was ich dort gerade tue, hat sofortige Auswirkungen auf den Spielverlauf.
    Ich bekomme eine direkte und sofortige Rückmeldung und das ist es, was ADHS'ler benötigen.
    Belohnungsaufschub funktioniert nicht, weil wir den Zusammenhang zwischen dem, was wir jetzt tun und dem, was wir in Zukunft dafür bekommen, nicht erkennen und zuordnen können.
    Deshalb ist uns die Matheaufgabe egal.
    Anders wäre es, wenn wir für jede gelöste Aufgabe sofort eine direkte Belohnung bekämen und tatsächlich ist das eine Art, Kinder mit ADHS zu motivieren und zu unterstützen.

    gisbert schreibt:
    Angeblich wirkt MPH bei jedem Menschen konzentrationssteigernd.
    Nicht nur angeblich, das ist korrekt.
    Da liegt ein grundlegendes Missverständnis in der Wirkungsweise des Medikamentes.
    Es ist richtig, dass MPH zunächst auch bei Normalos konzentrationssteigernd wirkt, aber das ist nicht das primäre Ziel bei der Behandlung der ADHS, auch hier zeigt sich, dass der Begriff Aufmerksamkeitsdefizit vollkommen falsch gewählt wurde.
    Besser wäre Aufmerksamkeitsinkonstistenz (lt. Neuhaus) oder es gibt da noch viele andere, wesentlich passendere Bezeichnungen wie Störung der exekutiven Funktionen etc.
    Aber man wird die Bezeichnung nicht ändern, aus gutem Grund.

    Nur geht es darum nicht bei der MPH-Behandlung.
    Bevor ich mir die Finger wund tippe, schau einfach mal in diesen Beitrag von Geist & Gehirn, einer Sendung von Prof. Manfred Spitzer.
    Ab ca. 13:30, also ziemlich am Ende des Beitrages erklärt er, warum das Medikament bei ADHS'lern paradox wirkt und uns ruhiger macht, während es auf Nicht-ADHS'ler stimulierend wirkt.

    Edit:
    BTW:
    Auf NIcht-ADS'ler wirkt MPH zwar konzentrationsfördernd, aber es ist eben eine Stimulanz, die werden also, wie Spitzer im o.a. Beitrag es schildert, "hibbeliger", aufgedrehter, während wir dadurch ruhiger werden und (u.a.) genau da liegt der Unterschied.

    gisbert schreibt:
    Und die Pharmafirmen führten das Argument mit der Neurotransmitterstörung ins Feld um eine Begründung zum Verkauf ihrer Produkte zu haben.
    Aua .... das tut jetzt aber doch ein bisschen weh ... das stammt wirklich von Deinem Arzt?
    Die inzwischen Tausende von Studien aus aller Welt, die die Wirksamkeit der Medikation belegen sind demnach alle eine Folge einer gewaltigen Verschwörung der Pharmaindustrie mit dem Zweck Absatz zu generieren?
    Whaow ... da finde ich selbst die Mondlandeverschwörungstherori e glaubwürdiger ...

    Das Medikament unterstützt uns.
    Es geht dabei nicht darum, sich einfach nur besser zu konzentrieren ... das ist eine weitaus komplexere Geschichte und wenn Dein Arzt das wirklich so gesagt hat ... sorry, dann bezweifel ich gerade ganz arg seinen Kenntnisstand zu diesem Thema...

    Viele Grüße
    Fliegerlein

    - - - Aktualisiert - - -

    Steintor schreibt:
    Wo hast Du denn die Zahlen her?
    Bin zwar nicht Tanja, kann aber sagen, dass es dazu einiges an Studien gibt, welche im einzeln müsste ich raussuchen, aber es gibt sie.
    Gemäß den Studien lässt sich ableiten, dass die Vererblichkeitsrate in etwa die gleiche ist, wie z.B. Vererbung von Größe.

    Auch lässt sich anhand mehrerer Langzeitstudien erkennen, dass sich ADHS tatsächlich zu einem Prozentsatz von ca. 25% "auswächst".
    Basis dieser Studien waren sowohl Sellbst- als auch Fremdbefragungen, die Evidenzen dieser Studien waren dementsprechend sehr hoch.
    Allerdings kann man im Kindesalter keine Prognosen stellen, bei wem oder unter welchen Voraussetzungen sich eine ADHS nach der Adoleszenz zurückbildet.

    Okay, ich neige zur Haarspalterei. Natürlich ist ADHS eine neurologische Stoffwechselstörung. Lassen wir diesen Satz so stehen. Ich möchte nur hinzufügen, dass diese Stoffwechselstörung nicht in jedem Fall zu ADHS führen muss.
    Da hab ich grad ein Logikproblem.
    Wenn die Stoffwechselstörung vorhanden ist, dann IST das die ADHS. (Sorry, Tanja war schneller, da bin ich gerade irgendwie durcheinandergeraten in dem Thread)
    Ich würde eher formulieren, dass die genetische Veranlagung zu dieser Stoffwechselstörung nicht zwangsweise zu einer ADHS führen muss, so wie nicht jeder, der eine genetische Veranlagung für eine Krebserkrankung hat, diese auch bekommt, denn es bedarf sowohl der Veranlagung, als auch eines Auslösers.
    Wobei ich nicht sehr viel über die Auslöser weiß.
    Rauchen in der Schwangerschaft gehörte wohl dazu und noch so einiges mehr, was ich aber jetzt nicht mehr aus dem Kopf zusammenbekomme.

    Steintor schreibt:
    Ob der oder die Betroffene nun ADHS bekommt oder nicht, kann von Umwelteinflüssen abhängen.
    Widerspricht das nicht dem Umstand, dass es sich um eine angeborene Störung handelt, die bereits in der frühen Kindheit vorhanden sein muss?
    EDIT: Es sei denn wir reden von Umwelteinflüssen, die auf die Mutter einwirken, vor oder während der Schwangerschaft.


    Viele Grüße
    Fliegerlein
    Geändert von Fliegerlein (19.06.2013 um 08:28 Uhr) Grund: Edit hinzugefügt und Erklärung (Gaspedalbeispiel) umformuliert

  10. #10
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.249

    AW: AD(H)S gleich Neurotransmitterstörung?

    Vielen Dank für eure Antworten ... ich muss mir das mal in Ruhe reinziehen ...

    75% seien genetisch meine ich gelesen zu haben ...

    und dass noch andere Neurotransmitter betroffen sein sollen habe ich auch gehört, so das MPH nicht die letzte Wahrheit ist.

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