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Diskutiere im Thema Achtsamkeit und Meditation - massiver Gewinn an Lebensqualität im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 139

    Ausrufezeichen Achtsamkeit und Meditation - massiver Gewinn an Lebensqualität

    Hallo zusammen!

    Ich möchte mit Euch meine äusserst positiven Erfahrungen, die ich gerade machen darf, teilen und bin gespannt, ob ihr das auch kennt.

    Seit bald einem Monat habe ich wieder begonnen zu meditieren. Dies vor allem aus dem Grund, da ich oft sehr hässliche Rebounds hatte und an den Tagen ohne MPH nicht zu gebrauchen war. Der Gedanke, einfach immer mehr MPH zu nehmen, um jede Minute des Tages abgedeckt zu haben, gefiel mir ganz und gar nicht.

    Bis ich 22 Jahre alt war, hatte ich über 14 Jahre lang Karate getrieben, was mit regelmässigen Zen-Meditationen verbunden war. Ich habe diese immer mitgemacht und spürte im Gegensatz zu anderen Sportarten immer etwas Spezielles beim Karate, beim Zen, dessen ich mir aber nicht bewusst war. Als ich den schwarzen Gürtel gemacht und eine Zeit lang weitertrainiert habe, wurde ich des Karates langsam überdrüssig und ich habe etwas Neues angefangen, das mich zwar körperlich mehr und besser forderte, dass aber diesen meditativen Charakter nicht hatte.

    Gleichzeitig wurde seit dem meine ADHS-Problematik immer schlimmer, bis es schliesslich eskalierte und mir mit 26 die Diagnose gestellt wurde, mit der ich jetzt etwa ein halbes Jahr lebe. Mein Leben hat sich gerade mit dem MPH grundlegend verbessert. Zu Beginn, dachte ich noch alle meine Probleme, Laster und Unfähigkeiten wären durch das MPH weg und die Therapie die ultimative Lösung. Monat um Monat, kam ich dann immer mehr zur Einsicht, das dessen so nicht ist und ich andere Strategien entwickeln muss.

    Als sinnsuchender Atheist kam ich nun über den Buddhismus zur Meditation. Dabei habe ich mich natürlich an meine Karate-Vergangenheit erinnert und mich darüber ausführlicher informiert und bin nun dabei, dies zunehmend in mein Leben zu integrieren. Die wichtigsten Dinge dabei sind konkret:

    1. Meditation - 2 x 20 Minuten täglich, ohne Musik, blosses Dasitzen und mich auf den Moment konzentrieren (Geräusche, Gerüche, Körper).
    2. Achtsamkeit - Ich versuche während des Tages immer wieder Dinge sehr achtsam, mit möglichst grosser Perfektion und mit voller Konzentration auszuführen.

    Vorallem die Achtsamkeitsübungen haben dazu geführt dass:

    1. Ich mich weniger selbst ablenke durch Musik, Handy, Internet, Mail ect.
    2. Ich viele Momente viel bewusster wahrnehme, total langweilige Sachen plötzlich als interessant und schön empfinde.

    Ich rieche plötzlich wieder Gerüche, höre Geräusche, Stimmen, spüre den Wind und lebe.

    Langsam finde ich einen Weg ins Leben und das über meinen Körper. Es spielt sich so viel in meinem Kopf ab, dass ich mir manchmal wie betäubt, dumpf und isoliert vorkomme, gefangen im Gedankenwirrwarr meines Kopfes, nehme ich nichts mehr wahr, ausser irgendwelche belanglosen Gedanken.

    Ich habe gemerkt, wie ich dieses Gedankenwirrwar durch dauerndes Musikhören, News-Konsumieren, Multitasking versucht habe auszuschalten - die Zerstreutheit dieser Anti-Konzentration hat zwar eine im ersten Augenblick beruhigende Wirkung auf mich, kommt aber später in einem gigantischen Gedankenwirrwarr 10fach zurück.
    Wir leben in einer Gesellschaft in der so viele Ablenkungen bestehen, so viele Informationen auf uns hereinprasseln, wir immer und überall erreichbar sind, wie soll sich da ein Stino konzentrieren? Und wie zur Hölle sollten wir ADHSler, welche sowieso schon ein Problem damit haben, dies tun?

    Das Rezept vieler, und das war und ist zT auch jetzt noch meins heisst - noch mehr - noch mehr Information, Musik, Facebook, Bla Bla, noch mehr Ablenkung um uns vermeintlich zu beruhigen. Dabei wäre schon in der Stille des Lebens und der Natur mehr als genug Information mit der wir uns stimulieren könnten.

    Ich schreibe dies, weil ich wirklich merke, wie sich da langsam ein Weg für mich abzeichnet, massiv an Lebensqualität zu gewinnen, und längerfristig glücklich zu werden - mit dem Wissen dass ich keine 50'000er DSL Leistung brauche um die Zeit sinnvoll zu nutzen.

    Es ist für mich einfach unglaublich befreiend, dass ich mittlerweile lieber eine halbe Stunde an den See sitze und dem Stimmen-Potpourri, dem Wasser zuhöre als mich zu Hause mit sinnlosen News - Flugzeug in Sibirien abgestürzt (Wer zur Hölle interessiert das?) oder anderer Unterhaltung zudröhne, deren Informationen nachher irgendwo in meinem Kopf herumschwirren und dort für ein Chaos sorgen. Und vor allem viele Dinge fühlen sich jetzt "echt" an, und nicht so, als würde irgendjemand in meinem Kopf gerade über das nachdenken, was der Körper gerade macht.

    Wer meint, er würde sich damit isolieren liegt falsch. Es geht darum Dinge achtsam und bewusst zu machen - Nimm dir eine Zeit am Tag wo du News studieren kannst, wo du dich zerstreuen kannst, aber mach das bewusst.

    Was meint Ihr? Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
    Geändert von Kaot (12.06.2013 um 00:02 Uhr)

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 117

    AW: Achtsamkeit und Meditation - massiver Gewinn an Lebensqualität

    Kann ich mir gut vorstellen

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 139

    AW: Achtsamkeit und Meditation - massiver Gewinn an Lebensqualität

    Ich habe heute das erste mal ein Mango-Joghurt gegessen.

    Und ich meine wirklich gegessen, und nicht während ich auf dem Handy die Zug-Verbindung heraussuche, mit dem Freund im Whatsapp chatte, auf dem Computer-Youtube laufen habe, ein Video schaue und die Mails kontrolliere.

    Ich habe nur das Mango-Joghurt gegessen.

    Und ich habe das erste mal gemerkt, dass es nicht nach Mango schmeckt.

    Und ich war das erste mal satt nach einem Mango-Joghurt, so dass ich mir kein zweites Mango-Yoghurt holen musste.

    Und ich könnte jetzt mit Euch stundenlang über dieses Mango-Joghurt sprechen, wie die Kühlheit des Joghurts verging und die eher feste Konsistenz beim Auftreffen auf meine Zunge langsam crémig wurde. Oder wie ich den Deckel des Joghurt-Bechers in einer kreisförmigen Bewegung geöffnet habe, das Alluminium mit der Zunge abgeschleckt, die festen Joghurtreste am Rand mit dem Löffel abgetragen und in den Joghurt eingerührt habe.

    Noch nie war das Joghurt-Essen so interessant, noch nie war ich nach dem Joghurt essen so satt - und zufrieden.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 6

    AW: Achtsamkeit und Meditation - massiver Gewinn an Lebensqualität

    Hallo Kaot,

    wow, Dein Betrag hat mich echt berührt ... Du hast mir aus der Seele gesprochen ... Du hast das wirklich wunderschön beschrieben. Ich finde es bewundernswert, dass Du diesen Weg für Dich gefunden hast und Du soviel Positives damit erlebst.

    Sehr oft habe ich versucht zu meditieren und es klappt auch immer mal wieder, jedoch fehlt mir letztendlich die Konsequenz es TÄGLICH zu tun. Das finde ich mehr als schade, das kannst Du mir glauben. Ich mache auch sehr gerne Yoga - und da gehört ja auch die bewusste Atmung und Meditation dazu.

    Mit der Achtsamkeit hab ich eigentlich meine allergrößten Probleme ... obwohl ich dies natürlich auch "erlernen" wollte.... und das fällt ja ganz, ganz vielen Menschen sehr, sehr schwer - in der Rehaklinik, in der ich 5 Wochen lang war, haben das vor allem die Männer (und auch viele Frauen) sehr unerträglich empfunden. Und da hatte also fast niemand ADS .... und dann dachte ich mir, für den ADSler bin ich ja eigentlich noch ganz gut dabei !!

    Bist Du nun auch richtiger Buddhist geworden? Ich bin ein großer Fan vom Dalai Lama Ich finde, er hat eine wahnsinnig positive, gelassene und herzliche Ausstrahlung !!!

    Das die heutige schnelle Zeit den Menschen und natürlich insbesondere den ADSler alles andere als gut tut, war mir schon fast immer klar. Oft denke ich, dass ich, so wie ich bin, vor 100 Jahren oder mehr zurück, oder gar in der Steinzeit, ganz gut überlebensfähig gewesen wäre ... nur für die heutige Industriezeitalter - in der nur noch Schnelligkeit, Macht, Geld, Gier und immer mehr zählt bin ich absolut untauglich. Ja, und die Naturvölker gibt es ja von Jahr zu Jahr auch weniger .... also hab ich mich vorerst mal auf MPH eingelassen.... obgleich ich weiß, dass dies nicht die ganze Wahrheit sein kann.

    Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute für diesen wundervollen Weg
    (und würde mich sehr freuen, wenn Du von Deinen Fortschritten und/ oder neuen Erkenntnissen in diese Richtung hier berichten würdest)

    Liese

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 89

    AW: Achtsamkeit und Meditation - massiver Gewinn an Lebensqualität

    Ein wirklich toller Beitrag der mich jetzt auf den weg zur Arbeit begleitet.
    Mir geht es auch so das ich in diese Richtung schon einiges probiert habe, aber am durchhalten scheitere.
    Mit der achtsamkeit das probiere ich auch immer wieder und genieße wenn mir es auch gelingt.ich habe auch das Gefühl das solche Tage mir auch viel besser und positiver im Gedächtnis bleiben.also mit dank für diesen morgendlichen anstubser.
    LG wirbelsturm :p

    Gesendet von meinem GT-I9000 mit Tapatalk 2

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 203

    AW: Achtsamkeit und Meditation - massiver Gewinn an Lebensqualität

    Hi,
    ich mach Yoga und meditiere. Es ist der wichtigste Moment am Tag, der schönste. Dadurch habe ich gelernt mich zu akzeptieren und zu lieben so wie ich bin Kein leichter Weg. Als Katholik geboren und mit den ganzen Geschichten nix am Hut habend Weis ich das es etwas wie Gott gibt das uns alle verbindet (schwer zu beschreiben) jeder nennt es anders und dass ist gut. Jede einzelne Nation und regionale Zugehörigheit entwickelt automatisch andere Ansichten über etwas das die unendlich schwarze des Himmel in ihren Köpfen und Herzen hervorbringt. Ach ich würde noch mehr schreiben aber es ist nicht einfach die Gefühle beim Meditieren in Worte zu kleiden.

    ciao
    dubi

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 125

    AW: Achtsamkeit und Meditation - massiver Gewinn an Lebensqualität

    Hi Kaot!

    Du sprichst mir aus der Seele!
    bin auch grad dran mich mit der Achtsamkeit zu beschäftigen.

    SInneswahrnehmungen:
    hören
    riechen
    schmecken
    fühlen
    sehen....

    weiter so!

    alles Gute!
    die Nuss

    P.S. den Augenblick geniessen & aufnehmen, dass kann ich erst seit Medi-einnahme. & nur ganz selten.
    aber der innere Stress & die innere Unruhe habe ich auch "in der Ruhe". also wenn eigentlich rundherum alles in Ordnung ist, ist im Inneren immernoch Chaos. & Das Begreiffen (geistig & körperlich), das jetzt alles i.O. ist & man sich auf den Augenblick konzentrieren kann & darf, Mensch, das ist harte Arbeit. für mich zumindest.
    aber wenn dann mal dieser Zustand eintritt (auch wenn nur für paar MInuten) Mensch, das ist ein wunderbares Gefühl. ich versuche dann manchmal (in stressigen Situationen) mich an diesen Moment zu erinnern. & mir quasi den Moment nochmals holen. manchmal klappt es, dass ich dann ruhiger werde durch den Gedanke an den Moment wo ich in der Ruhe sein konnte.

    ich hatte dieses Gefühl, dass alles in Ordnung ist & kein Chaos in meinem Kopf, erst letztes Jahr das erste Mal spühren können. aber seither geht es mir auch psychisch besser, weil es für mich bedeutet, es ist schön zu leben! daher unterschreibe ich sofort: Gewinn an Lebensqualität!

    Grüsse
    die Nuss
    Geändert von W.Nuss (12.06.2013 um 15:06 Uhr) Grund: anfügen von P.S:

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 139

    AW: Achtsamkeit und Meditation - massiver Gewinn an Lebensqualität

    Hallo zusammen!

    Ich melde mich wiedermal. Die Dinge laufen. Es hat sich wieder viel ergeben, jeder Tag steckt voller neuer Erkenntnisse. Langsam erkenne ich so gewisse Dynamiken in meinem Leben, die ich so vorher nicht verstanden habe.

    Beispielsweise löst, das Nachdenken über Dinge vor denen ich mich sträube, einen Teufelskreis an weiteren negativen Gefühlen aus, welche ich mit grosser Hyperaktivität und sinnlosen Kompensationen zu überwinden versuche. Lange dachte ich, dass mir diese Kompensationen helfen, dann kam ich zur Erkenntnis, dass diese Kompensationen nur noch mehr negative Gefühle auslösen und mich noch unruhiger machen. Ich versuchte dann jeweils diese negativen Triebe, diesen Kreislauf schlechter Gefühle, nachdem er anglaufen war zu durchbrechen, was aber fast nie gelang und worauf ich mich noch schlechter fühlte.

    Die letzten paar Wochen habe ich gemerkt, dass ich solche Gedanken und Gefühle gar nicht erst entstehen lassen darf, wenn ich sie im Keim ersticke und ein positives Gefühl, ein Ja zu mir und dem was ich tue hinsetze, dann konnte ich meistens tun, was ich wollte, was dann zu einem Kreislauf positiver Gefühle führte.

    Diese Dynamiken sind echt krass. Dies sehe ich vor allem daran, wie ich in den Tag starte, ist das erste Gefühl am Morgen ein gutes, wird der ganze Tag ein herrlicher Tag, wache ich mit einem schlechten Gefühl auf, bin ich nervös, unruhig und demotiviert.

    Die Meditation hilft mir unglaublich, sehr bewusst, auch ausserhalb der Meditation, einen Samen für ein positives Gefühl zu pflanzen, was sehr oft weitere positive Gefühle zur Folge hat, weil es mir gelungen ist, aus mir selbst heraus Freude zu empfinden, dies löst IMMER einen Kreislauf positiver Gefühle aus, welcher mich mittlerweile sogar über zwei Tage tragen kann. Dann kommt oft ein Tag, bei dem alles ist wie eh und je und der mich in alte Muster zurückfallen lässt. Aber dann überwinde ich mich zu meditieren, finde tief in mir, in meinem wahren Kern, all diese Dinge die gut sind, an dieser Welt, an mir und all den anderen Menschen.

    Ich weiss, dass muss unglaublich kitschig, oder vielleicht sogar esoterisch klingen. Aber, und das habe ich auch mittlerweile erkannt, ist dieser unbändige Trieb in mir, dieses ewige Streben, die unerträgliche Unruhe, dieses Chaos in mir, verstreute Spiritualität, die ich als unerträglich logisch denkender Mensch nie zugelassen habe und mich oft in den Wahnsinn trieb.

    Sich selbst bis in den letzten Winkel des eigenen Gehirns begreifen zu wollen. Alle Kausalität begreifen zu wollen. Es ist nicht möglich. Da liegt so viel mehr in uns, als dass wir es mit Sprache oder Vernunft fassen könnten. Im Zen, das ich unbewusst durch das Karate seit meinem 7ten Lebensjahr betrieb, habe ich mittlerweile meine intelektuelle und spirituelle Heimat gefunden.

    Die "Religion" des Zen, ist mit ihrer Sprach und Wesenskritik, ihrem universalen Verständnis über den Konstruktivismus unseres Bewusstsein, dass wir in jener Welt leben, die wir uns durch unsere Sinneswahrnehmung konstruieren, und dass die Ewigkeit, das Non-Kausale, "jenseits" dieser Wahrnehmung liegt. Wobei Jenseits ein falscher Begriff ist, vielmehr, liegt es irgendwo tief in uns, aber es bleibt uns verborgen, weil wir uns nur dem Denken und dem Fühlen widmen und nicht dem "sein".

    Die bewusste Beschäftigung mit der Philosophie dahinter, hilft mir in einem unermesslichen Masse, die Dinge und Dynamiken zu begreifen, warum mir gewisse Dinge gut tun und andere weniger. Warum Menschen nur reagieren und nicht böse sind. Ich konnte so viel Frust in kleinen Augenblicken der Erkenntnis in Luft auflösen, ich konnte plötzlich so viel sehen, das ich vorher nur angeschaut habe.

    Eine spirituelle "Heimat" gefunden zu haben, zu wissen, dass all das Glück nicht in Materiellem, Jesus, Gott oder Buddha liegt, sondern in der Leere meines Selbst, hilft mir enorm auch die Disziplin für die Praxis des Zen aufzubringen.

    Denn ohne eine spirituelle Identifikation mit Zen, wüsste ich nicht ob ich die Disziplin für die täglichen Meditationen und Achtsamkeitsübungen aufbringen würde. Ich denke daran scheitert es auch bei den meisten. Zwar liefert Zen, im Gegensatz zu den meisten Religionen die sich aufs Beten beschränken, konkrete Instrumente, doch sind diese sehr mühsam und nur mit viel Wille un Kraft zu erlernen. Dieser Wille und diese Kraft haben jedoch jene die Zen am meisten nötig hätten, oft gerade nicht. Ich hatte sie auch nicht, bis ich mich das erste mal selbst in etwas wiederfand.

    Mit all den Schritten die ich gehe, gehe ich auf mich zu. Mit jedem Berg den ich erklimme, erklimme ich mich selbst. All das Glück das ich finde, lag schon immer da.

    Wie sagte einst ein Zen-Meister seinem Schüler:

    "Verabschiede dich von dem Gedanken mit Zen etwas zu gewinnen, du bekommst nichts, es nützt dir nichts!" Man gewinnt nichts dazu, man bekommt nichts, da alles schon in einem selbst liegt. Es nützt dir nichts, denn da ist nichts, für was du es nutzen könnest, ausser dir selbst.

    Alle Ewigkeit beginnt mit dem Putzen des Bodens. Und wenn du erst begriffen hast, dass das Bodenputzen der Weg zur aller Erleuchtung, allem Erwachen ist, dann hast du Zen begriffen. Iss wenn du Hunger hast, und schlafe wenn du müde bist.

    Wer sich auch nur ein ganz wenig dafür interessiert, bitte schaut Euch dieses Gespräch an:

    Buddhistische Philosophie - TV - SRF Player - Schweizer Radio und Fernsehen

    Ich würde mich sehr freuen, wenn ich mit anderen darüber diskutieren könnte!
    Geändert von Kaot ( 6.07.2013 um 11:32 Uhr)

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 139

    AW: Achtsamkeit und Meditation - massiver Gewinn an Lebensqualität

    Was ich noch vergessen habe zu sagen ist: Ich habe auch einen völlig neuen Bezug zu den Medis bekommen. Sie sind für mich kein Mittel zum Zweck mehr, sondern ich bin echt dankbar dafür, da ich gemerkt habe, wie schwer es mir fällt ohne Medis zu meditieren, immer noch. Aber ich merke auch, dass es jeden Tag ein bisschen besser geht, auch ohne Medis.

    Aber als ADHSler Meditation gleich zu beginn ohne Medis zu versuchen, zumindest längere Meditationen (15min+), halte ich für kontraproduktiv und frustrierend. Mit genügend Meditationspraxis, sollte dies aber nach einigen Jahren intensiver Beschäftigung möglich sein, vermute ich zumindest. Eben, man muss betonen, es ist ein mühsamer und langsamer Weg und kein Mikrowellen-Essen, das nach ein paar Tagen, oder Wochen erledigt wäre.

    Aber wenn du dich selbst in den Dingen wiederfindest, du dich selbst erkennst, dann wirst du den Willen und die Kraft aufbringen können.

  10. #10
    ADLer

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 3.384

    AW: Achtsamkeit und Meditation - massiver Gewinn an Lebensqualität

    ..sehr schöne , nahgehende Beiträge.

    ich habe darin auch genau meinen weg und mein *rezept* gefunden.

    Ich denke, ich werde mich hier noch beteiligen..

    LG An

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