Selbst habe ich ja einige Erfahrung mit Yoga, Feldenkrais und Meditation und kann nur jeden beglückwünschen, der für sich diese Methoden erkennt.

Allerdings hat das Problem mit den "zehntausend Affen im Kopf" nicht nur was mit ADHS zu tun. Es geht fast allen Menschen so und ob Du nach fünf Wochen von einer Verzögerung in Sachen Gelassenheit sprechen kannst, darf ruhig in Frage gestellt werden!

In meinen Gruppen waren jede Menge Menschen, die ständig über dieses Problem geklagt haben. Manche sind viele Jahre schon dabei und klagen immer noch über den Gedankenfluss, der sie oft so nervt!

Darin liegt aber wohl das größte Problem: In all diesen Übungswegen gilt als oberstes Ziel, alles anzunehmen, was da ist. Dies aber nicht zu bewerten! Wenn Du von Verzögerung sprichts, dann bewertest Du bereits, Deine bisherigen Fortschritte. Das ist im wesentlichen aber auch wurscht - weil sich die notwendige Gelassenheit definitiv nach einiger Zeit einstellen wird.

So wie es ist, so ist es gut!

Ich finde es auch nicht wirklich erheblich, wenn Yoga für einen Teilnehmer nicht das Gelbe vom Ei ist. Wichtig ist die körperliche Bewegung, wenn es Dir mehr bringt, um Dich kräftig auszupowern, dann ist das auch ok. Ich fahre übrigens meistens Fahrrad und brauche das auch für meine Augeglichenheit. Oft fällt es mir im Yoga auf, dass ich Probleme habe, mich ganz drauf einzulassen, wenn ich zuvor den ganzen Tag ruhig sitzen musste.

Vergiss nicht: So wie Du bist, so ist es ok!

Yoga hilft vor allem ein bisschen besser bei sich selbst anzukommen - es hilft bei der "Erdung" - die zehntausend Affen werden dann auch langsamer oder ruhiger! Es kann gut sein, dass Du diese Erfahrung noch machst, wenn Du ein wenig länger dabei bist und in Deinem Hirn ein paar andere Schienen gelegt sind.

Mit dem Body-Scan ist das ähnlich. Wichtig ist, dass Du es nicht bewertest - es ist immer ok, so wie es ist! Es wird ganz von selbst immer leichter und gelingt immer häufiger mal richtig gut.

Aber: Alles was entsteht, ist's wert, dass es vergeht! Will sagen, dass Du nicht irgendwann einen Punkt erreichst, ab dem jeder Body-Scan ganz erfolgreich gelingt. Es wird immer mal Zeiten geben, in denen es schwierig ist. Dann ist es wichtig, weiter bei den Übungen zu bleiben, es wird sich wieder legen! Erst die Erfahrung mit den Rückschritten gibt Dir irgendwann die Gelassenheit, damit Du diese nicht überbewertest, sondern sie einfach annehmen kannst - auch die Rückschritte werden weniger und danach geht es wieder besser!

Ein Rückschritt ist keine Tragödie!