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Diskutiere im Thema Platzangst im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #41
    Praline

    Gast

    AW: Platzangst

    Hei Madeira

    Madeira schreibt:
    Ich habe dann grundsätzlich das Gefühl die Kontrolle zu verlieren
    jep, ganz genau! So fühlt es sich für mich schlussendlich auch an (im allerschlimmsten Falle wie lebendig begraben).
    Durch diese Parallele (das Gefühl die Kontrolle zu verlieren) kam mir der intuitive Vergleich mit (m)einer Agoraphobie, die ja auch mit diesem Gefühl einhergehen kann.
    Ob es da wohl einen gemeinsamen Ursprung/Zusammenhang gibt?

    In der VT werde ich zwar an den agoraphobischen Ängsten arbeiten. Aber irgendwie sagt mir mein Gefühl, dass es sich um verschiedene Dinge handeln könnte
    Wobei mein Gefühl mich auch schon getäuscht hat ... *hmpf*

    Wenn ich Dich das mal fragen darf, Madeira: leidest Du auch unter weiteren Ängsten oder tritt diese Art der Platzangst bei Dir soz. isoliert auf,
    d.h. wirklich nur dann, wenn Du Dich auf etwas konzentrierst, was Dich gar nicht interessiert?

    Es freut und tröstet mich, dass Du nachvollziehen kannst, wie ich das Ganze meine. Möchte einfach gerne herausfinden, zu welchem "Anteil" in mir dieses "Tunneln" gehört
    (Tunneln ganz salopp gemeint )

    Viele Grüße
    Praline

  2. #42
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 31

    AW: Platzangst

    Hi Praline!

    Ja, ich bin allgemein ein ängstlicher Mensch. Ich kämpfe mein ganzes Leben dagegen an, soziale Ängste hauptsächlich... aber auch ganz idiotische Ängste aus meiner Jugendzeit wie Angst über die Straße zu gehen. Mittlerweile gehe ich mit meinen Ängsten um, ich schalte sie nicht ab, reflektiere aber und versuche ihnen nicht nachzugeben.

    Platzangst an sich kenne ich eigentlich garnicht. Nur einmal im MRT hat sie mich überfallen, aber da hab ich eigentlich lange durchgehalten bis es mir zuviel wurde.

    Das Gefühl des Kontrollverlusts allerdings zieht sich wie ein roter Faden durch meinen Alltag. Ich hasse geschlossene Fenster, Besucher in der Wohnung, Menschen die mir Wimperntusche anmalen, an meinen Augen oder Ohren herumfuhrwerken, ganz schlimm bei Sexualität und Gynäkologenbesuchen, ich hasse es Aufgaben oder Verantwortlichkeiten zu teilen/abzugeben, ich hasse Auto- und Fahrradfahren, auch schwimmen (weil ich das Gefühl habe von diesen Dingen abhängig zu sein und sie in wirklichen Gefahrensituationen nicht kontrollieren zu können, ich mag den Boden unter meinen Füßen) ... Jedesmal das selbe Gefühl.Ich hasse es so hilflos oder fremdbestimmt zu sein!! Ich habe keine Angst vor Höhen, aber vor Leitern... weil sie mich halten müssen und ich mich nicht festhalten kann.


    Das ist wirklich eine beängstigende Liste... *weglauf*

  3. #43
    Praline

    Gast

    AW: Platzangst

    Hei Madeira,

    vielen Dank für Deine Antwort!
    Auch möchte ich Dir gratulieren, denn ich finde es beeindruckend, wie Du gelernt hast mit Deinen Ängsten umzugehen

    Und ja, das Fokussieren auf die Ängste hilft nicht wirklich weiter. Ängste können u.A. ja auch eine Art Schutzfunktion haben, so wie ich es bisher verstehe.
    Meine Eltern sind z.B. in ihrer Kindheit vertrieben worden, d.h. beide traumatisiert. Und entsprechend viele Ängste hatten sie (scheinbar auch zum Schutz vor ihren Traumatas).
    Einige ihrer Ängste haben sie auch unbeabsichtigt an mich weitergegeben, wodurch ich Ängste habe, die eigentlich gar nicht meine sind

    Bei dieser speziellen "Konzentrations-Platzangst" fehlt mir allerdings total die Nachvollziehbarkeit, und darüber dann eben die Möglichkeit zur Reflektion.
    Bei konzentrierten Tätigkeiten, wie beim Lernen, verstehe ich den möglichen Zusammenhang zur Angst vor Kontrollverlust (noch) nicht.
    Daher kann ich mich an diesem Punkt alleine nicht weiterentwickeln, und benötige Hilfe, die ich ja auch von meiner Ärztin (nach ihren Sommerferien) erhalten werde.
    Bin wieder mal sehr ungeduldig und möchte gerne möglichst jetzt und sofort wissen, was denn nun dahinter steckt.

    Herzliche Grüße
    Praline

  4. #44
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 31

    AW: Platzangst

    Huhu Praline!

    So ist das mit den Ängsten, wie mit allen Dingen: Zu wenig macht leichtsinnig, zuviel macht ohnmächtig. Irgendwie muss man eine Mitte finden. Was ich aber persönlich schwer finde, weil mein Körper eben instinktiv reagiert. Das kann man eine Weile ignorieren, aber irgendwann rächt sich der Körper. Zuerst mit kleinen Zipperlein, dann steigert sich das Ganze bis zu Ohrgeräuschen, Kopfschmerzen, Panikattacken etc. Dann ist es wichtig, dass ich mich zurücknehme, versuche mich zu beruhigen, mich zu entspannen und feststelle, was gerade nicht stimmt. Klappt nicht immer, weil man Ursachen eben nicht einfach wegwischen kann oder noch schlimmer: Nicht weiß warum. Aber es geht mittlerweile ganz gut. Toi toi toi.

    Ich denke schon, dass wir ein gewisses Päckchen Ängste von unseren Eltern mitbekommen. Ich war zum Beispiel ein überbehütetes Kind (mütterlicherseits) und mein Vater von Natur aus panisch, wie schon seine Mutter, die schlimme Kriegserlebnisse hatte. Dann kommt noch der rüde Erziehungsstil alter Zeiten dazu... da überträgt eine Generation auf die nächste.

    Also ich denke in meinem Fall ist dieses Zwanggefühl, diese innere Enge pure Langeweile, auch Desinteresse an einer Thematik oder wenn ich das vorgefundene völlig sinnlos oder entbehrlich finde. Ich fühle mich meistens unterfordert, aber auch mal überfordert. Je nach dem. Aber immer will mein Körper WEGLAUFEN, als wär die Aufgabe ein Löwenrudel, dass meine Seele wie ein Gnu durch die Savanne jagt. Als müsste ich mich auf der Stelle befreien, weil meine Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist.

    Wünsche dir ganz viel Geduld und Energie für die unangenehmen Aufgaben. Ich drücke Dir die Daumen, dass Du deinen Ängsten bald auf den Grund gehen kannst .

    Liebe Grüße


    Madeira

  5. #45
    Praline

    Gast

    AW: Platzangst

    Hei Madeira,

    ich danke Dir für Deine guten Wünsche!

    Bin ja eine Leseratte, und mir fielen beim Durchlesen Deines Posts einige Bücher ein.

    Z.B. gibt es zum Thema Kriegskinder (und mittlerweile auch Kriegsenkel) ja reichlich gute Literatur. Insbesondere Sabine Bode finde ich empfehlenswert.

    Auch im kürzlich erschienenen Roman „Suna“ von Pia Ziefle, sind sehr authentische Gefühle und Gedanken zum Thema zu finden, wie ich finde.

    Und zum Thema absolut (!) wichtigen Thema “Weglaufen“ finde ich die körperbetonte Trauma-Arbeit von Peter Levine sehr spannend.
    Bei ihm gibt's Tiger und Antilopen Inzwischen werden ja professionell arbeitende Ersthelfer bei Katastrophen- und Unfallstellen mit seiner Methode vertraut gemacht (Stichwort: Bewegung nach der Schockstarre ist traumaabschwächend; sprich die Beine wollen weglaufen, können aber nicht etc.)


    Vielen Dank für den Hinweis mit der Langeweile bzw. dem Desinteresse, liebe Madeira! Diese Deine Überlegungen werde ich an mir mal näher beobachten.

    Auch Dir alles Gute!

    Liebe Grüße
    Praline

  6. #46
    Praline

    Gast

    AW: Platzangst

    Madeira schreibt:
    Ich drücke Dir die Daumen, dass Du deinen Ängsten bald auf den Grund gehen kannst .
    Als Kind fand ich Pippi Langstrumpf, die Schatzsucherin immer klasse. Allerdings wurde ich mehr zur Sachensucherin ... weil ich ja ständig alles verlegt und verloren hab'.
    Und jetzt mit meiner langjährigen Such-Erfahrung, hoffe ich einfach mal, dass ich am (Angst-)Grund vielleicht gar einen Schatz finden werde

  7. #47
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 31

    AW: Platzangst

    Hallo liebe Praline!

    Ja, die tägliche Schatzsuche kenne ich auch... Ich wünschte nur sie wäre immer so interessant wie bei Pipi.

    Danke für die Literaturtipps. Ich werde mal darin forschen.

    Wünsch dir was.

    Liebe Grüße

    Madeira

  8. #48
    Praline

    Gast

    AW: Platzangst

    Hier ein kurzer Zwischenbericht von mir:

    zum Thema „Platzangst beim Lernen“ hat sich noch nicht viel Neues bei mir ergeben.
    Anfang Oktober habe ich einen Termin bei einer Ergotherapeutin, die nach Sattler die Händigkeit testen wird.
    Dort wird sich dann zeigen, ob ich eine von links auf rechts Umgestellte bin, was ja ggf. auf die Hirntätigkeit -und demzufolge auf das Lernen- Einfluss haben könnte.
    Mal abwarten.

    Meine realen Platzängste (Flugzeug, MRT, Bahn .. also diese konkreten klaustrophobischen Ängste) haben eine traumatische Ursache, wie mir leider schmerzlich bewusst wurde. Ich habe inzwischen durch die Verhaltenstherapie gelernt, wie ich mich „beklopfen“ kann, damit es mir besser geht, falls sich Angst in beengenden Situation einschleichen sollte. Auch habe ich einen „inneren, sicheren Ort“, den ich visualisieren kann, wenn ich mich in solchen Momenten nicht ganz bei mir fühlen sollte.
    Mit diesen Techniken kann ich mich sehr gut erden.

    Zu meiner körperlichen Überempfindlichkeit und zu den restlichen Eigenarten hat sich eine weitere Verdachtsdiagnose hinzugesellt:
    das Asperger Syndrom.
    Die ein oder andere Verdachtsdiagnose (ADHS/HSP/PTBS/Asperger) wird sich verfestigen, die andere wird möglicher Weise wieder verblassen.
    In meiner VT geht es primär um mich (also mich als als Ganzes), und nicht um Diagnosen, so die Psychiaterin.
    Ich wollte ja gerne sofort -und am besten gleich- klare Diagnosen haben. Habe aber nun verstanden, warum schnelle Diagnosen nicht unbedingt zielführend sind.
    Was soll's ... nach 50 Jahren Nullschnall kommt es dann auf einige Wochen, Monate oder ein paar Jährchen auch nicht mehr darauf an

    Viele Grüße
    Praline

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