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Diskutiere im Thema Arbeitsgesellschaft im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 547

    AW: Arbeitsgesellschaft

    Sich nicht mit anderen Leuten zu vergleichen ist schwer - nochdazu wenn man sieht wie welche mit gleichen oder schlechteren Ausgangsvorraussetzung besser und schneller vorankommen als man selbst. Aber noch schwerer ist es, damit klarzukommen von anderen (besonders den Eltern) mit anderen verglichen zu werden.

    Ich wurde schon seit meiner Kindheit mit anderen Kindern in meiner Umgebung verglichen. Ich weiß nicht ob bewusst oder unbewusst.
    Das sind einige Sätze die ich von meinen Eltern noch in Erinnerung habe:

    Bei Bekanntgabe eines Notenschlüssels nach einer Arbeit: "Warum musst du eigentlich immer im unteren Drittel dabei sein?"
    Schau, dein 8 jähriger Cousin spielt schon mit Lego-Technik und macht schon Puzzles mit 500 Teilen.
    Die Tochter von meiner Freundin liest 3 Bücher gleichzeitg.
    Der andere Sohn von meiner Freundin kocht schon ganz allein für die ganze Familie ein leckeres Mittagessen und du magst nicht mal ein bisschen helfen.
    Der "so und so" malt so tolle Bilder, dass sie sogar von der Schule gerahmt wurden und dauerhaft aufgehängt werden.
    Der Sohn von meiner Freundin geht aufs Gymnasium und schreibt nur 1er und 2er (ich war das einzige Kind im Bekanntenkreis meiner Eltern das nach der Grundschule auf der Hauptschule war)
    Deine 5 jährige Cousine liest schon die ersten Worte alleine.

    Auch heute vergleiche ich mich mit anderen, besonders mit Kollegen. Wenn ich schau dass einer grad mal ein Jahr dabei ist und schon so gut wie selbstständig arbeitet und ich immer noch das Gefühl hab kaum was ohne meine Kollegen zu können. Zwar kann ich auch allein arbeiten aber nur wenn ich die richtigen Bedingungen vorfinde und nichts zu kompliziertes auftritt.
    Ich finde das auch so deprimierend, weil ich denke schon dass der Chef das irgendwie mitbekommt... ich hab zwar meine klaren Aufgaben die ich auch termingerecht und gewissenhaft erledige, aber wenn was außeplanmäßiges dazukommt bin ich schnell überfordert.

    Auch wenn ich mit meinem Freund irgendwas spiele gewinnt zu 90 % immer er. Entweder hat er dann das nötige Glück, aber meistens sinds ja Spiele bei denen man mitdenken muss - da hab ich kaum ne Chance. Daher mag ich schon gar nicht mehr mit ihm Spielen. Das einzige Spiel wo ich ihm (noch) ebenbürtig bin ist das TigerWoods Golfspiel für die Xbox :-) das liegt mir irgendwie

    Aber ich versuche mich einfach damit abzufinden dass ich nur Durchschnitt bin. War schon immer so, wird immer so sein... es tut zwar immer wieder weh das hingerieben zu bekommen, aber was soll ich machen???

    Schöne Grüße
    Susilein

  2. #12
    susiprincess

    Gast

    AW: Arbeitsgesellschaft

    ich vergleich mich auch immer ständig mit anderen Menschen. Die eine ist so aufgeschlossen, hilfsbereit und gar nicht faul, sie kann auf die Menschen ganz gut zugehen, ist immer schlagkräftig und sagt was sie denkt. Ich denke immer die kommen alle besser bei den anderen an. die Schwiegermutter mag sie mehr als mich, weil sie evt. viel hilfsbereiter ist als ich zum Teil, sie unterhält sich ganz normal mit ihr und führt sozusagen Smalltalk. Sie haben gemeinsame Interessen wie Garten und Kochen und Backen.

    Und ich kenne mich nur aus mit dem PC wo ich ab und zu mal helfen kann bei PayPalgeschichten oder Antivirenprogramme installieren oder bei Spielen, da muss ich sogar meinem Freund helfen. Der hat null Ahnung vom PC. Wenn man gleiche Interessen hat wie die Schwiegermutter und Schwiegertochter findet man ganz leicht zu einem Gespräch, wo ich immer ständig überlegen muss was ich erzählen soll. Meist sind es alltägliche dinge wie arbeiten, meine Tiere, ihre Tiere. Faul bin ich nicht aber bei denen ist ihr Rythmus ganz anders, ich bin dann unsicher zu helfen weil ich dann auch denk "warum nur die Frauen?" Die Männer sitzen immer da und lassen die Frauen machen, bei uns ist jeder da der hilft.

    Meine Familie ist anders, seine Familie ist anders. Seine Familie hat nie Musik auf Feiern, grad wenn man daheim ist, ich fühl mich dann wahrscheinlich nicht so wohl, nicht dazugehörig weil ich das anders kenne............ah jetzt kommt der Klick...........meine Familie hat ständig Musik an wenn sie feiern, es sei denn es ist in einer Gaststätte , also kein extra Raum. Da wird über niemanden gelästert. Da wird getanzt, gelacht und getrunken, man hat mehr Spaß irgendwie, ich fühl mich da wohl...........

    bei seiner Familie da lästern sie immer über andere "ja und der und der" aber jedes mal das gleiche Thema........die haben gar keine Musik an..der Stiefvater von ihm der hat noch nen Stiefsohn und der ist sehr zurückgezogen und da bekäst der ihn immer als wie "mach doch mal den Mund auf " oder "aachhh du kannst das eh nicht" und wenn ich manchmal rein komme schreit er seine Frau an, mein Freund sagt das wäre normal (für mich eher nicht) die reden immer so miteinander, da ist es mir auch kein Wunder wenn mein Freund so ist, manchmal leicht gereizt oder manchmal sieht es so aus als hätte er schlechte Laune. Jedenfalls sowas kenn ich nicht von meiner Familie da wird jeder so genommen wie er ist.
    Naja und dann hatten wir auch ne schwere Zeit hinter uns mit meinem Bruder und das hat uns dann doch mehr zusammengeschweißt. Jetzt weiß ich auch warum mein Freund so ist und ich so Seine Familie ist eher rauh und meine eher weich
    Geändert von susiprincess ( 3.06.2013 um 15:23 Uhr)

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 46

    AW: Arbeitsgesellschaft

    pero schreibt:
    Daher denke ich das der Vergleich mit den anderen ein wichtiges Problem ist. Gerade weil wir spüren das wir "nicht normal" sind, aber nach Normalität streben.
    Aber hat das nicht jeder irgendwie? Ich verstehe da den Bezug zu ADS nicht. Es gibt ja genug Leute mit einer beschissenen Kindheit
    die feststellen: der andere, der kam auf die Superschule, und hat Superfreunde und Superkontakte. Und jetzt hat er den Superjob!

    Es gibt noch mehr Menschen, die wollten eben nie so richtig "ernst" machen mit dem Job und dem Leben, und mit 30-40 stellen sie
    dann fest: da habe ich mich einfach nicht genug angestrengt, und jetzt sind schon einige Türen zu.

    Sicherlich vergleiche ich mich in Details mit anderen Menschen und denke mir: dem fällt dies und das so leicht. Das tun andere die
    kein ADS haben aber auch.

  4. #14
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 547

    AW: Arbeitsgesellschaft

    Das mit den verschiedenen Familien kenn ich auch.
    Mein Familie ist ganz anders als die von meinem Freund - wir haben beide jeweils einen Kulturschock bekommen als wir die andere Familie kennengelernt haben.
    Seine Familie ist in meinen Augen voll die Mega-Spießer Familie. Die sind so komisch. Haben keine Freunde, Kontakt haben sie nur zu der Mutter vom Vater und die Schwester vom Vater. Seine Mutter erzählt manchmal von ner Freudin, aber gesehen hab ich die noch nie. Ansonsten wird nur über die Nachbarn und übrigen Verwandten gelästert. Der einzige Lebensinhalt der Mutter ist die fettgefütterte Katze. Der Vater existiert scheinbar nur noch so nebenher. Bei denen weiß ich auch nie was ich sagen soll, besonders zu der Mutter finde ich keinen Draht. Da gabs aber auch zu Beginn unserer Beziehung Ärger - da ich es gewagt habe von einem durchwachsenen Halsgratstück den Fettrand wegzuschneiden... ich hasse Fett und die haben gar kein Verständniss gehabt und sich furchtbar aufgeregt, ich musste mich sogar beschimpfen lassen. Seitdem ess ich da keine Fleischprodukte mehr. Wenns nach mit gehen würde, hätt ich den Kontakt schon abgebrochen, aber meinem Freund zuliebe fahr ich halt alle 2 Wochen mal mit.

    Meine Familie besonders der Vater ist serh ruppig in der Umgangsweise. Bitte und Danke gibts kaum, nette Wort auch nicht, außer irgendwie sarkastisch verpackt. Meine Eltern haben aber wenigstens Kontakt zu ihrer Umwelt. Sie haben ein paar Freunde und Verwandte mit denen sie sich manchmal treffen oder telefonieren. Es ist sehr schwierig mit meiner Familie warm zu werden, da mein Vater auch fremde erst mal grundsätzlich ablehnt. Er ist sehr misstrauisch und auch teilweise feindsehlig - kein einfacher Mensch.

    In die meisten Familien muss man einfach reinpassen. In der Familie von ner Freundin brauchte man als Akademiker gar nicht erst ankommen. Da hat nur jemand gezählt der was arbeitet. Da war es üblich die Schule so schnell wie möglich fertig zu machen und dann mit dem Arbeiten anzufangen. Meine Freundin war auf der Realschule und selbst das war dem Vater schon zu lang. "Hauptschule reicht für ne gescheite Lehre!" Dass meine Freundin nur 1er und 2er geschrieben hat, hat den gar nicht interessiert. Für den war wichtig dass der Sohn den 125er-Schein bestanden hat.
    Auch ne andere Familie kenn ich die haben 3 Töchter, da muss jeder neue Freund durch den Familien-TÜV. Wenn er durchfällt, kann die Tochter den eh vergessen weil der dann rausgemobbt wird. Das ist voll krass!!!

    Schöne Grüße
    Susilein

  5. #15
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Arbeitsgesellschaft

    basalt schreibt:
    Das tun andere die
    kein ADS haben aber auch.
    das mag wohl der grund sein - warum man zur unzufriedenheit neigt?

    habe mal von einer studie gelesen.... (die mit den marmeladengläser - :-)
    je grösser die auswahl - je unzufridener mit der entscheidung.

    wenn man von drei exklusiven sorten - eine aus sucht - fühlt man sich zu friedener mit der auswahl... weil man
    nur 2/3 stehen lassen muss.

    wenn man aber ein angebot von 100 sorten hat - sich eine exklusive aussucht - fühlt man sich unzufrieden.... weil
    man 99% verpasst.

    und dito mit dem verglich - der drittplazierte ist häufig zu friedener als der zweitplazierte.... warum wohl -?
    der zweite - verglicht sich mit dem gewinner - nur zwei zehntel schneller und ich hätte gold!
    der dritte - verglicht sich mit dem vierten - puh - nur zwei zehntel langsamer und ich hätte eine medaille verpasst!

    es liegt nur daran - wie wir vergleiche herstellen? erfolg ist keine (und dies ist bewiesen!) garantie für sich glücklich fühlen -
    es ist IMMER die eigene Einstellung und manchmal auch das unglücklich sein aushalten können....

    die Arbeitswelt ist wie ein ständiger Wettkampf - jeder will besser, schneller, höher.... was es an Wert bringt?
    In erster Linie - geht es darum - sich selbst Widerstandsfähig zu machen - irgendwie?

    Was meint ihr?
    Habe dies mal in einem Ratgeber gelesen..... ist es für eltern nicht das wichtigste, dass ihre kinder glücklich sind?
    So empfinde ich es auch - es ist nicht wichtig was andere tun, sind oder haben.... wichtig ist, dass ich mit dem
    was ich tue, bin und habe... glücklich bin und manchmal hat man mehr als man denkt....

    lg
    Geändert von Smile ( 3.06.2013 um 16:50 Uhr)

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