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Diskutiere im Thema Zweifel wegen ADHS im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    Zweifel wegen ADHS

    Ich weiss selbst nicht was mit mir los ist, wo ich mich sonst mit meinen bisherigen psychiatrischen (Fehl)Diagnosen abfinden konnte, obwohl ich mich oft mit den Symptomen wenig identifizieren konnte, habe ich bei ADS so grosse Zweifel...... allerdings kann ich mich hier erstmals grösstenteils mit den Symptomen identifizieren.

    Ich muss dazu sagen, in meinem (eh geringen)Umfeld gibt es fast niemanden der sich mit AD(H)S auskennt, und die Psychologin in der berufl. Reha wo ich gerade bin, erkennt zwar die Symptome an, aber nicht die Diagnose, was sie über die Diagnoseklinik und Forscher gesagt hat, war selbst mir zu abstrus. Mein (bisher) behandelnder Psychiater verschreibt "aus Überzeugung" kein MPH.


    Jetzt schwanke ich die ganze Zeit zwischen Erleichterung und Skepsis. Leider verwirren mich auch immer wieder skeptische Beiträge zum Thema im INet.

    Schon allein die Tatsache, dass ich zweifel, lässt mich wieder zweifeln ob ich vllt. doch nicht ADS habe. Immerhin sind doch meistens eher alle froh, wenn sie endlich die Diagnose haben.

    Bin mit meinen Zweifeln, glaube ich, sogar dem Diagnosearzt auf den Schlips getreten. Selbst dass lässt mich wieder zweifeln.
    Man hat mir dann noch geraten ich solle erstmal alles sacken lassen und mich an Menschen halten, die für diese Diagnose ein offenes Ohr haben..... da kommen dann schon wieder die Zweifel...... (werden Kritiker einfach ausgeblendet?).

    Ich weiss nicht ob ich hirnrissige Unterstellungen mache (die andere Seite ist mir schon klar: Verwirrte, unsichere Patientin braucht Stabilisierung und pos. Feedback um eine Behandlung zu beginnen), oder ob die Zweifel vllt. doch berechtigt sind. Ich weiss es wirklich nicht.


    Im übrigen ist die Pro/Contra-Liste meiner Zweifel ellenlang, und keine Seite überwiegt, immer für beide Seiten gute Argumente. Ich finde irgendwie (hoffentlich noch) nicht zu einer Entscheidung.

    Geht es denn nur mir so?

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.649

    AW: Zweifel

    In bezug auf die Diagnose ADHS hatte ich komischerweise überhaupt keine zweifel- der Verdacht eines Psychologen, ab zum Facharzt, ausführliche Diagnose, und das war`s u. ich konnte mit der Behandlung beginnen.

    Wo ich sonst auch alles und jedes anzweifel und erstmal niemandem direkt glaube.

    Deine Zweifel werden ihre Berechtigungen haben. Die Frage ist, welchen Nutzen hätte die Diagnose für dich, wäre es Erleichterung, Möglichkeit ein Medikament u passende Therapie zu bekommen, besseres Verständnis für sich und seine Besonderheiten...
    Und was hätte es für Folgen, wenn du den Verdacht fallen lässt, dem nicht weiter nachgehst?

    Vllt.kannst du doch einen Facharzt/Psychiater aufsuchen der sich mit diesem Thema auskennt und auch MPH verschreiben würde. Kritiker helfen hier nicht weiter. Das ist ja auch leider der Grund wieso so viele so spät zu einer Diagnose u.passenden Behandlung kommen, weil sich eben nur wenige damit auskennen und man lange durch den "psychiatrischen Dschungel" irrt. Und es heisst ja nicht wenn sich jemand auskennt,dass er dir automatisch ADS bescheinigt. Die Sorge ist glaube ich unbegründet.

    Wichtig ist ,dass man eben eine für sich passende Behandlung beginnen kann u. wenn jemand dir bescheinigt du hast kein ADS, dann sollte ein Vorschlag kommen was du bzgl deiner Symptome tun kannst.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 29
    Forum-Beiträge: 37

    AW: Zweifel

    Hey,

    ohje, da sind aber viele "Zweilfel" in deinem Text...

    Nach der Diagnosestellung ADHS waren bei mir eigentlich kaum Zweifel daran, nur 2 Jahre früher, wo ich schonmal in dem Verdacht an eine Klinikambulanz gegangen bin und die sagten, dass sie mich nicht diagnostizieren könnten auf ADHS, da sie angeblich keine Symptome in meiner Kindheit sehen konnten. Danach war ich auch ziemlich verwirrt, zerstreuter wie sonst, wusste nicht, was ich sonst haben könnte, haben mich einfach nachhause geschickt. Super Aber dank anderer Ärztin und forschen in meiner Vergangenheit an verschiedenen Stellen und das Zusammentragen aller Aspekte kam ich doch zu der Diagnose.

    Die letzten Zweifel waren ausgeräumt wo ich merkte, dass das MPH mir hilft. Das muss natürlich nicht bei jedem der Fall sein, so muss dein Arzt darüber entscheiden, ob ein medikamentöser Versuch infrage kommt, auch wg. deiner anderen Probleme/Diagnosen. Aber wenn er überzeugt ist, MPH nicht zu geben... Echt komisch. Klar braucht jeder Patient evtl. Ein anderes Medikament, eine andere Dosierung oder auch keine Medis, aber generell das zu sagen, er verschreibt MPH aus Überzeugung nicht ist wirklich unfair.

    Ich finde es ist wichtig, dass man gut mit seinem Therapeuten/Psychiater o.ä. gut klar kommt, sich verstanden fühlt und der dir mögliche Therapieoptionen aufzeigen kann. Bei mir war das zB MPH + Verhaltenstherapie in der Gruppe.

    ich finde es OK, nur mit Leuten über die Diagnose zu reden, die etwas davon verstehen, weil noch mehr Zweifler kannst du nich brauchen, sondern Menschen, die dir helfen. Viele können es ja auch garnicht verstehen (manche wollen auch nicht), da kostet es nur unnötig Kraft, sie "aufzuklären" und von ihrer Meinung abzubringen. Das Zitat, was ich mal gelesen habe, trifft echt auf mich zu:

    "I don't share my thoughts because I think it will change the minds of people who think differently.
    I share my thoughts to show the people who already think like me that they're not alone!"

    LG Strawberry

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Zweifel

    Glaube ich wurde falsch verstanden, die Diagnose ist schwarz auf weiss aus einer Spezialambulanz da. Der bisherige Psychiater ist nicht von dort, er hat die letzten Jahre meine Depris behandelt. Mit ADS hat der gar nicht zu tun, dachte nur er könne diese Medikation dann auch übernehmen.

    Aber mir sticht die Frage ins Auge welchen Nutzen die Diagnose/Behandlung für mich hätte..... kriege da gleich Herzrasen....... da liegt wohl der Hase im Pfeffer.
    Eigentlich habe ich verdammen Schiss vor der Behandlung....... also vor den Veränderungen (bin doch so ein Einsiedlerkrebs).

    Die Zerstreuung wird wohl die Alarmsirene meines Unterbewusstseins sein.


    Hmpf.... mal wieder nicht gegen andere, sondern gegen mich selbst kämpfen.


    Systematische Verwirrung sozusagen

  5. #5
    pero

    Gast

    AW: Zweifel

    Aber mir sticht die Frage ins Auge welchen Nutzen die Diagnose/Behandlung für mich hätte..... kriege da gleich Herzrasen....... da liegt wohl der Hase im Pfeffer.
    Eigentlich habe ich verdammen Schiss vor der Behandlung....... also vor den Veränderungen (bin doch so ein Einsiedlerkrebs).
    Ich habe den Eindruck das Du Dir nicht sicher bist ob es wirklich ADS ist. Mag ja sein das die Ärzte das so sehen, aber in Dir ist da wohl noch ein Zweifel.
    Mir hat dabei "Zwanghaft Zerstreut" von Hallowel und Ratey geholfen. Das ist voll mir realen Fallbeispielen mit den unterschiedlichen Ausprägungen. In einer habe ich mich erkannt, daher bin ich mir jetzt sicher das ADHS bei mir ein Thema ist.

    (Ich hätte fast geschrieben das ich an ADHS leide, aber so wäre das falsch. ADHS ist eine Sammlung von Symptomen und einige von denen finde ich bei mir. Also leide ich unter einigen Symptomen die auch unter ADHS zusammengefasst werden, aber da gibt es eben auch welche die bei mir keine Rolle spielen.)

    Ich glaube es ist wichtig das man die Diagnose für sich annehmen kann, daher würde ich Dir empfehlen sich zunächst darauf zu konzentrieren. Sammle Info's, lese Beiträge und Bücher und frage Dich was davon auf Dich passt. Unabhängig von der Frage der Behandlung.

    Da könnte auch "Das große Handbuch für Erwachsene mit ADHS" von Barkley helfen. (Auch wenn seine Behandlungs-Regeln für mich nicht passen...)

    Danach solltest Du eine genauere Einschätzung treffen können ob ADHS einen Teil Deiner Probleme erklärt.
    In einer perfekten Welt würde Dich dabei ein Psychiater/Arzt unterstützen, aber in der Realität sieht das leider anders aus... Wartezeiten auf Termine > 8 Wochen... Da sollte man lieber selbst zum Experten werden...

    Und DANN ist es Zeit sich Gedanken über die Behandlung zu machen.

    Ich würde aber auch sagen das man keine Angst vor einer Therapie/Behandlung haben muss.
    Es geht dabei nicht darum einen anderen Menschen aus Dir zu machen, es geht darum einen Weg zu suchen wie Du mit Deinen Problemen besser umgehen kannst.

    Ich denke das Du mit Deinem Leben im Moment nicht glücklich bist, sonst wärest Du nicht zum Arzt gegangen. Daher macht es doch Sinn zu versuchen sein Leben so zu verändern, oder?
    Wie gesagt, es geht nicht um einen neuen Menschen oder darum irgendwelche Normen zu erfüllen. Es geht darum das DU mit Deinem Leben zumindest zufrieden bist.

    LG
    pero

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Zweifel wegen ADHS

    Wenn ich genau in mich reinhöre bin ich mir schon auch sicher, dass ich ADS habe. Ich denke, mir spielen meine eigenen Emotionen einfach einen Streich und lassen mich zweifeln.
    Immerhin muss man sich ja u.U. doch erstmal nochmal neu kennenlernen, sich auch Dinge eingestehen. Realisieren, dass bestimmte Dinge eben doch nicht klappen, und wenn dann nur mit enormen Aufwand, das Gefühl des ertappt seins, wenn man jahrelang dachte man habe die Fassade einigermaßen im Griff und dann kommen da welche und beschreiben genau was sich dahinter verbirgt und wo du an der Fassade gepfuscht hast. Hat irgendwie schon mein Weltbild etwas verrückt. Und ich glaube die Zweifel sind der Schutz vor dem Eingestehen, vor der Angst enttäuschter Erwartungen an eine Therapie.

    Ich bin wohl einfach schon durch zu viele Diagnosen und Behandlungen geschippert.


    Das Buch von Barkley habe ich mir übrigens bestellt, habe es Probe gelesen und fand es sehr aufschlussreich.

    Ich muss das wohl einfach alles wirklich langsam angehen und auch realisieren. Da ich mich vorher nie mit AD(H)S auseinander gesetzt habe (der Verdacht kam von einer Sozialpäd.) und ich anscheinend Glück hatte gleich nach Anfrage zu einer Diagnostik zu kommen, passiert bei mir wahrscheinlich erst NACH Diagnosestellung das, was bei anderen (leider zu lange) vorher reifen kann.


    Aber Danke für die Unterstützung, dieses Forum ist mir WIRKLICH eine grosse Hilfe

  7. #7
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: Zweifel

    creatrice schreibt:

    Aber mir sticht die Frage ins Auge welchen Nutzen die Diagnose/Behandlung für mich hätte..... kriege da gleich Herzrasen....... da liegt wohl der Hase im Pfeffer.
    Eigentlich habe ich verdammen Schiss vor der Behandlung....... also vor den Veränderungen (bin doch so ein Einsiedlerkrebs).

    Die Zerstreuung wird wohl die Alarmsirene meines Unterbewusstseins sein.
    Wenn ich Dich recht verstehe, bist Du Dir sehr unsicher, was da hochkommt, wenn Du "wirklich" mit MPH "klarer sehen" könntest...

    Gerade, wenn Du Dich selbst als Einsiedlerkrebs bezeichnest, löst das bei mir sofort das Gefühl aus, dass Du "Angst" vor dem hast, was da kommen wird, dann auch noch Herzrasen, eine körperliche Reaktion.....

    Im Grunde bist Du (wenn ich mich jetzt richtig erinnere) von einer Diagnose zur nächsten gekommen, hast Dich in keiner ganz wiedergefunden, hattest aber immer wieder die Hoffnung, endlich die "richtige Unterstützung" zu bekommen...

    Das zermürbt auf Dauer und es wird mit jedem Mal schwerer, sich erneut auf etwas einzulassen.

    Was für Dich der richtige Weg ist, kannst nur Du entscheiden....
    Wie hoch ist Dein Leidensdruck?
    Hast Du Dich mit Deinen Kompensationsstrategien gut im Leben zurechtgefunden?
    Wie geht es Dir heute?
    Hast Du die Kraft, Deine Strategien weiterhin aufrecht zu erhalten?
    Warum hast Du die Diagnostik gemacht?

    Die Literaturvorschläge von Pero finde ich ganz passend, ich habe mir den Barkley auch zugelegt, vermisse bei ihm aber die Wahrnehmungskomponente der AD(H)S, aber dieses Buch beinhaltet Fragebögen und hilft Dir, Dich nochmal sehr genau mit der AD(H)S zu beschäftigen....

    Auch hier im Forum gibt es viele tolle threads/Beiträge, da musst Du mal die Suchfunktion nutzen...

    Ich denke, für Dich ist die Informationsbeschaffung und Selbstreflektion hinsichtlich der Diagnose erstmal vorrangig, solange Du Dir da selbst nicht sicher bist, nützt die beste Therapie nichts...


    LG Tanja
    Geändert von Chaostanja (18.05.2013 um 16:07 Uhr) Grund: war aus Versehen doppelt

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Zweifel wegen ADHS

    (it happened again
    sorry, wieder furchtbar lang geworden)
    creatrice schreibt:
    Ich weiss selbst nicht was mit mir los ist, wo ich mich sonst mit meinen bisherigen psychiatrischen (Fehl)Diagnosen abfinden konnte, obwohl ich mich oft mit den Symptomen wenig identifizieren konnte, habe ich bei ADS so grosse Zweifel...... allerdings kann ich mich hier erstmals grösstenteils mit den Symptomen identifizieren.
    Schau Dich hier um, lese, befasse Dich damit.
    Das erste war bei mir auch die Erkenntnis, mich in den Symptomen wieder zu finden.
    Aber die Beschäftigung mit Büchern und später hier mit dem Forum hat mir die Erkenntnis gebracht, mich in den Leuten wieder zu finden.
    Die "Symptome" decken sich zu was weiß ich: 90 % ? mit Asperger oder Borderline. Aber die Leute hier ticken völlig anders (abgesehen von denen mit entsprechenden Komorbiditäten) , und das erkennst Du beim Lesen. Du findest Menschen mit ähnlicher Erfahrung hinter den Symptomen. Das ist das, was mir am meisten mein ADS bestätigt.
    Ich muss dazu sagen, in meinem (eh geringen)Umfeld gibt es fast niemanden der sich mit AD(H)S auskennt, und die Psychologin in der berufl. Reha wo ich gerade bin, erkennt zwar die Symptome an, aber nicht die Diagnose, was sie über die Diagnoseklinik und Forscher gesagt hat, war selbst mir zu abstrus. Mein (bisher) behandelnder Psychiater verschreibt "aus Überzeugung" kein MPH.
    Dann wechsle den möglichst bald. Ich will Dir nicht empfehlen oder nahelegen, MPH zu brauchen.
    Aber ein Arzt, der das zu entscheiden hat, ob er eine solche Therapie richtig findet, sollte nicht derart voreingenommen sein.
    Jetzt schwanke ich die ganze Zeit zwischen Erleichterung und Skepsis. Leider verwirren mich auch immer wieder skeptische Beiträge zum Thema im INet.

    Schon allein die Tatsache, dass ich zweifel, lässt mich wieder zweifeln ob ich vllt. doch nicht ADS habe. Immerhin sind doch meistens eher alle froh, wenn sie endlich die Diagnose haben.
    Na ja - Wenn man irgendwann zum ersten mal auf das Thema ADHS stößt, sich darin widerfindet und versucht eine Diagnostik anzuschieben, dann Monatelange Wartezeit hat und die nutzt, um sich weiter zu informieren und einem dabei immer klarer wird, dass es überhaupt nicht anders sein kann, dann ist man bei der Diagnostik schon ziemlich besorgt darum, ob die Diagnostiker das denn auch erkennen.
    Und so geht es eben meistens.

    Bei Dir klingt es ja eher so, Du hast Deinen Verdacht bekommen und der hat gleich eine Diagnostik gemacht.
    Da stehst Du natürlich erst mal da wie vom Panzer überrollt.
    In der Situation hätten die meisten hier erst mal mit Zweifeln reagiert.
    Lass Dir da ruhig mal Zeit, Dich selbst damit auseinanderzusetzen, da hast Du sicher Nachholbedarf.
    Ich bin übrigens nicht froh, ADS zu haben. Aber da ich es habe, bin ich froh, auch eine Diagnose zu haben, die diesen Umstand anerkennt.
    Bin mit meinen Zweifeln, glaube ich, sogar dem Diagnosearzt auf den Schlips getreten. Selbst dass lässt mich wieder zweifeln.
    Man hat mir dann noch geraten ich solle erstmal alles sacken lassen und mich an Menschen halten, die für diese Diagnose ein offenes Ohr haben..... da kommen dann schon wieder die Zweifel...... (werden Kritiker einfach ausgeblendet?).
    Leute die für die Diagnose ein offenes Ohr haben sind nicht "unkritisch". Sie sind auch nicht welche, die darauf versessen sind , Leuten eine Diagnose zu verpassen. Auch die legen Wert darauf, ADS abzugrenzen, und wenn Menschen kein ADS haben, sondern was anderes, dann müssen die auch anders behandelt werden.
    Aber solche Fachleute haben meist auch mehr Erfahrung mit ADS, können Eigenschaften und Verhalten besser einschätzen, finden leichter Dinge, die zur Diagnose passen, aber haben auch einen anderen Blick auf Dinge, die nicht passen (selbst wenn die Symptomatik passt).

    Leuten gegenüber, die sich als "Kritiker" verstehen, bin ich sehr "kritisch" geworden. Es sind doch genau die, die schon eine vorgefertigte Meinung haben.
    Ich weiss nicht ob ich hirnrissige Unterstellungen mache (die andere Seite ist mir schon klar: Verwirrte, unsichere Patientin braucht Stabilisierung und pos. Feedback um eine Behandlung zu beginnen), oder ob die Zweifel vllt. doch berechtigt sind. Ich weiss es wirklich nicht.
    Es ist wirklich so wie ich geschrieben habe: Du solltest Dir Zeit geben und Dich damit auseinandersetzen.
    Und schau bitte wirklich ein bisschen auf den Hintergrund der "Schreiber" die Du liest.
    Die meisten "Kritiker" sind eben weder selbst betroffene noch wirklich Fachleute, die sich mit dem Thema ernsthaft befassen.
    Das mag bei jemandem wie Gerald Hüther zwar erst mal so aussehen, aber lass wirklich mehrere Seiten an Dich ran.
    Sei offen für die Informationen die Du liest, dann wirst Du ziemlich schnell merken, wem Du glauben kannst, denn die Sachlage ist viel deutlicher als die Mediale Schaumschlacht vermuten lässt.
    Das wird Dir ganz schnell immer klarer werden, je mehr Du Dich befasst.
    Im übrigen ist die Pro/Contra-Liste meiner Zweifel ellenlang, und keine Seite überwiegt, immer für beide Seiten gute Argumente. Ich finde irgendwie (hoffentlich noch) nicht zu einer Entscheidung.

    Geht es denn nur mir so?
    Die Antwort auf Fragen die mit "bin ich denn der einzige...." beginnen ist grundsätzlich nein.

    Du hast das Glück oder Pech, mit dem Verdacht gleich die Diagnose bekommen zu haben.
    Je nach Weg haben viele hier mit Zweifeln gegenüber der Idee ADS angefangen.
    Nicht alle, aber viele.

    Zu Deinen Pro/Contras:
    schreib hier doch so nach und nach welche davon.
    Vielleicht brauchst Du für einige einen eigenen Thread.
    Das haben hier schon viele gemacht, also bemühst Du zu einem entsprechenden Stichwort vielleicht erst mal die Suche.
    "ich weiß ja nicht ob das was mit ADS zu tun hat, aber kennt das hier auch jemand, dass.."
    hab ich hier schon oft gelesen.
    Und bei mir sehr oft gedacht:
    "Oh, daran hab ich noch gar nicht gedacht. Das auch ? Das gehört auch zu meinem ADS?"

    Also, es wird Dir entweder so ergehen - oder eben nicht.

    Ich wünsch Dir jedenfalls viel Glück, das richtige für Dich zu finden.

  9. #9
    pero

    Gast

    AW: Zweifel wegen ADHS

    Ich muss das wohl einfach alles wirklich langsam angehen und auch realisieren.
    Das ist das was ich mir immer sage und so langsam gelingt es mir.
    Ich glaube das Ruhe und eine gewisse Gelassenheit uns gut tut. Mehr als passende Hilfe suchen können wir nicht und das ist es was wir (auch hier) machen.

    Mir hilft es zu lesen das andere Menschen sehr ähnliche Probleme haben, ich tue mich aber noch schwer meine "Schwächen" zu akzeptieren.
    Eigentlich sind es keine Schwächen, eigentlich ist es mein individuelles Verhalten was aber nicht in unsere "normale" Welt und daher auch nicht in mein Selbstbild passt.

    LG
    pero

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 340

    AW: Zweifel wegen ADHS

    Liebe Creatrice,

    ich kann Deine Angst vor großen Lebensveränderungen verstehen.

    Ich selbst spreche ja auch davon, dass mit dem mph Änderungen einhergehen. Auch, dass sich neue, andere Schwierigkeiten auftun. Dass ich jetzt das Gefühl habe, mein Leben unmöglich wie bisher weiterleben zu können.

    ABER ich kann Dir versichern, dass ich mich viel BESSER fühle, diese Probleme zu sehen und endlich auch mal "richtig" handeln zu können. Mit mir im Reinen sein zu können.

    Ich möchte keinesfalls einen Rat dazu geben, ob u. wann u. welche Medikamente bei Dir sinnvoll sind. Aber mph etc. sollen HELFEN und zum Glück funktioniert das auch in vielen Fällen.

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