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Diskutiere im Thema Nachteile der Medikation/der Diagnose allgemein im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 909

    Nachteile der Medikation/der Diagnose allgemein

    @ Chaostanja: Danke für deine Frage eben!


    Nun weiß ich meine Diagnose seit Anfang März und seither nehme ich auch Medikamente.

    Nach der ersten Zeit der Freude über die neuen Einblicke und Erkenntnisse und der spürbaren Verbesserungen in einigen Lebensbereichen merke ich zunehmend

    Ich bin empfindlicher geworden.

    Merke sehr viel mehr von mir / über mich selbst.

    Aber auch wo es durch andere Menschen oder Umstände auf meiner Seele piekt, sozusagen.

    So sehr, wie ich in manchen Bereichen stabiler und - im besten Sinne - Selbst-Bewusster geworden bin, so sehr bin ich in manchen Situationen auch trauriger, ärgerlicher oder verletzter.

    Scheint wirklich so, als wenn man ALLES deutlicher spürt und nicht nur das Positive.

    Kennt ihr bestimmt auch, oder?

    "Pendelt" sich das nach einer Weile ein?

    Liebe Grüße,

    WackelLuzie

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 340

    AW: Nachteile der Medikation/der Diagnose allgemein

    Nehme das Medikinet adult seit 4 Wochen und empfinde das auch so wie Du.

    Anfangs dachte ich auch mal, dass viele Gefühle Nebenwirkung sind, mittlerweile stelle ich bei vielem fest, dass es einfach "echte" Reaktionen sind.

    Ja, nicht alles wird leichter, ist keine Droge. Bin aber glücklich, dass ich wirklich zum ersten Mal im Leben das Gefühl habe, komplett mit mir im Reinen zu sein, auch wenn ich jetzt vor Schwierigkeiten stehe, die ich vorher gar nicht kannte.

  3. #3
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 909

    AW: Nachteile der Medikation/der Diagnose allgemein

    Andicool schreibt:
    Nehme das Medikinet adult seit 4 Wochen und empfinde das auch so wie Du.

    Anfangs dachte ich auch mal, dass viele Gefühle Nebenwirkung sind, mittlerweile stelle ich bei vielem fest, dass es einfach "echte" Reaktionen sind.

    Ja, nicht alles wird leichter, ist keine Droge. Bin aber glücklich, dass ich wirklich zum ersten Mal im Leben das Gefühl habe, komplett mit mir im Reinen zu sein, auch wenn ich jetzt vor Schwierigkeiten stehe, die ich vorher gar nicht kannte.

    Bin sehr froh, das von dir zu hören! Vor allem dass du deine Gefühle als "echte Reaktionen" bezeichnest!

    Und das mit den Schwierigkeiten, die du vorher gar nicht kanntest.... und komplett mit dir im Reinen bist.

    Das kann ich nur unterschreiben!!! Ich fühl mich auch mit mir im Reinen - aber die Welt scheint irgendwie "scharfkantiger" geworden zu sein...

    Danke für deine Antwort!

    Luzie

  4. #4
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: Nachteile der Medikation/der Diagnose allgemein

    Ich habe die "Anfangsphase mit MPH" (2008 ) ähnlich erlebt, viele "neue Wahrnehmungen", sowohl positiv, als auch negativ...

    Wie sich das entwickelt, liegt an jedem selbst.... Ich habe mich damals über die "erweiterte Wahrnehmung" gefreut, es hat mir auch in vielen Punkten schon sehr geholfen, aber weiter habe ich mich nicht sonderlich intensiv mit der AD(H)S beschäftigt.

    Erst als der "Totalzusammenbruch" (2011) kam, war ich gezwungen, mich mehr damit auseinanderzusetzen, bzw. über mich zu lernen. Erst da habe ich erkannt, welcher Weg eigentlich noch vor mir liegt....
    Im Grunde habe ich nach meiner Diagnose erstmal lange gebraucht, um mich überhaupt damit anzufreunden und dadurch "wertvolle Zeit" verloren...

    Denn mit Hilfe der "durch MPH normalisierten Wahrnehmung" konnte ich lernen, mich und meine Erfahrungen neu zu bewerten, mit dem Wissenserwerb über die AD(H)S und ihre Symptome fand ich viele Erklärungen für Dinge, die ich als Persönlichkeitsdefizit angesehen habe, jetzt erkenne ich Zusammenhänge, die mir voher gar nicht zugänglich waren (immer wieder aufs Neue)

    Klar gehört dazu auch die "Verarztung" von alten Wunden, die nicht verheilt sind oder immer wieder aufbrechen, das kann mitunter sehr schmerzlich sein, aber ich denke, dass das der Weg ist...

    LG Tanja

  5. #5
    pero

    Gast

    AW: Nachteile der Medikation/der Diagnose allgemein

    So sehr, wie ich in manchen Bereichen stabiler und - im besten Sinne - Selbst-Bewusster geworden bin, so sehr bin ich in manchen Situationen auch trauriger, ärgerlicher oder verletzter.
    Ist das nicht eine normale Reaktion darauf das man sich jetzt intensiver mit seinen Problemen beschäftigt und sie sich durch die AD(H)S Brille anschaut?
    Das man so langsam erkennt was man eigentlich braucht und wie man eigentlich tickt?

    LG
    pero

  6. #6
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Nachteile der Medikation/der Diagnose allgemein

    Da ich leider bisher überhaupt keine Ahnung habe, muss ich da mal genauer nachfragen:

    Die "gestörte" Wahrnehmung bei ADHSlern wird ja von vielen (und ich empfinde es auch so) als eher dumpf bezeichnet. Ist das aber nicht vllt auch eine Art "Schutz" vor Überreizung? Wenn man dann unter MPH mehr wahrnimmt könnten dann nicht auch evtl. extreme "Sensibelchen" schnell an ihre Grenzen kommen?

    Oder werfe ich alles durcheinander?


    Gruss

  7. #7
    pero

    Gast

    AW: Nachteile der Medikation/der Diagnose allgemein

    Die "gestörte" Wahrnehmung bei ADHSlern wird ja von vielen (und ich empfinde es auch so) als eher dumpf bezeichnet.
    Bei mir ist eher das Gegenteil der Fall. Ohne MPH kann ich Nebenreize nicht ausblenden, mit MPH mich besser auf den "Hauptreiz" konzentrieren.

    LG
    pero

  8. #8
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 909

    AW: Nachteile der Medikation/der Diagnose allgemein

    Hallo creatrice,

    erstmal herzlich Willkommen von mir

    Ja, das mit dem - unter der Medikation - deutlicher Wahrnehmen, erscheint mir auch so ähnlich wie du es beschreibst.

    @Tanja: Mein Weg nun erscheint mir ähnlich, wie du den deinen beschreibst! Und ich habe auch schon gemerkt, dass ich nun (über meine berufliche Supervision hinaus) mir noch einige Stunden Therapie gönnen will. Es gibt auch für mich ein paar (einige ) Dinge neu zu betrachten, zu bewerten, einzuordnen und auch zu verkraften!

    Alles in Allem bin ich "deutlicher" geworden. Konturierter. Auch in meiner Sprache, in meinen Empfindungen und sehr viel klarer in dem, was ich zu manchen Angelegenheiten zu sagen habe.
    Die Reaktionen darauf verletzen mich manchmal sehr. Ich glaube, ich habe früher einfach auch sehr viel dafür getan, nicht anzuecken, nicht unbequem zu sein und - vor allen Dingen - bloß nicht allzu viel zu "bemerken"!

    Luzie

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Nachteile der Medikation/der Diagnose allgemein

    Danke Luzie, in deinem letzten Absatz beschreibst du einem Zustand den ich nur erreiche, wenn ich mich äusserst konzentriere, oder ich mich in einem "Lauf" befinde. Dachte das diese Zustände (der absoluten geistigen Klarheit) dann der sagenumwobene Hyperfokus sind, aber anscheinend wäre das dann mein "Normalzustand". Da tun sich ja Welten auf.......


    Glaube ich habe jetzt eine Ahnung was MPH bewirken kann, hatte bisher nur Angst ich wäre dann noch offener für Reize und damit noch verletzlicher/überforderter. Da ich in meinem Leben wahrscheinlich aus der Not heraus alles was mir "zu viel" erschien weggelassen habe, lebe ich nun recht asketisch als Einsiedlerkrebs. Selbst die Ärzte konnten mir nicht befriedigend den Vorteil der Therapie (Medis u Verhalten) zur "Askese" nennen. Sie meinten nur das sei eine schwierige und tiefgreifende Frage. War für mich sehr unbefriedigend. Immerhin müsste ich ja dafür mein "ruhiges Schneckenhaus" verlassen. Habe ich mir hart erarbeitet und gibt man natürlich ohne Nutzen nicht so gern auf.


    Hach Danke, Danke, Danke, für mich wirklich sehr aufschlussreicher Tip!

  10. #10
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 909

    AW: Nachteile der Medikation/der Diagnose allgemein

    Das freut mich, creatrice! Bin gespannt, was du dann dazu mal berichtest!!!

    Luzie

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