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Diskutiere im Thema Anpassungsdruck im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 227

    Anpassungsdruck

    Nur so ein Gedanke, der mir eben mal wieder gekommen ist und den ich gerne hier austausche.

    Mein größtes Problem bei mir ist der Anpassungsdruck. Ich habe festgestellt, und das nicht zum erstenmal, dass ich mich sehr oft damit beschäftige, wie ich mich verhalten sollte, aber nicht wie ich mich verhalten will, was meine Interessen, meine Stärken sind

    und das führt dann bei mir zu extremen Spannungen.

    Mein Leben besteht bisher aus zuviel, was wäre wenn, was könnte ich, dabei geht es mir eigentlich mit meinen

    in Anführungsstrichen

    Störungen gut.

    Wenn ich sachbezogen arbeite, in einem Bereich, der mich interessiert, in einer ruhigen Atmosphäre, ohne Ablenkung, ohne Zwang den sozialen Clown spielen zu müssen, habe ich keinerlei Schwierigkeiten.

    Derartige Positionen habe ich bereits besetzt.

    Genauso gut geht es mir, wenn ich in Ruhe, allein, aber nicht einsam, in der Natur spazieren gehe und mir meine Umwelt anguckt und photographiere, für mich ist das Vergnügen, ich brauche dann keine Menschen um mich herum.

    Vielleicht ist diese Erkenntnis ein erster Schritt in Richtung mehr Selbstvertrauen.

    Das lässt sich natürlich noch zerreden, Anpassungsdruck meint nicht notwendiges soziales Verhalten, aber ich glaube das beherrsche ich schon ganz gut, so das war jetzt sehr hintergründige Ironie und das gleich zweimal.

  2. #2
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.445

    AW: Anpassungsdruck

    Hallo xyberlin,

    Diese thema kenne ich sehr gut! lange in mein leben hatte ich mich mehr gefragt wer ich sein sollte, statt wer ich wirklich bin... Daran auch viel gearbeitet und mit der zeit ist mich immer mehr egal was andere über mich denken...

    Seit ich eine schmerzhafte zeit mein leben verarbeitet habe, wo eben ein mensch auf mich grosse druck gemacht hatte um mich zu ändern, hat sich wieder etwas geändert...

    Kann sein bei dich dass du in dein leben jemand begegnet hat der dich überzeugt hatte, dass du falsch bist und anders sein sollte?

    lg

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 114

    AW: Anpassungsdruck

    Hallo,

    bei mir ist es schon mein ganzes Leben so gewesen, das ich mich verhalten habe wie es meine Familie von mir verlangt hat, was mir aber ziemlich schwergefallen ist u.ich den Anforderungen nie gerecht werden konnte.
    "Problemkind"
    (Wohnung ordentlich halten,nur Freunde die im Berufsleben standen, immer vorzeiglich spiessig angezogen, immer vornehmes Verhalten....usw.)

    Darauf hat mich eine gute Freundin(auch mit Diagnose ADHS) aufmerksam gemacht, das ich überhaupt nicht "mein" Leben lebe,sondern immer darauf achte: was würden meine Eltern dazu sagen??
    Jetzt versuche ich immer mehr, mein Leben zu leben und komm endlich mal aus mir raus....


    gglg

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 12

    AW: Anpassungsdruck

    Hat man als ADHSler nicht allgemein das Problem sich nicht anpassen zu können? Die meisten Menschen können je nach Situation in der sie sind sich zurücknehmen, müssen ihre Meinung nicht sagen wenn niemand danach fragt etc.

    Also ich würde es schön finden, wenn ich mich mal auch mal anpassen könnte an einige Leute/Situationen und ihnen zuhören könnte, auch wenn sie auf dem ersten Blick mich vielleicht nicht so begeistern...

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 384

    AW: Anpassungsdruck

    Ich habe auch bis jetzt nicht herausgefunden, wie ich bin, was ich sein will, war zu sehr damit beschäftigt zu versuchen so zu sein, wie andere mich gerne gesehen hätten.
    Und das habe ich halt nie ganz so erreicht.
    Die Reflektion auf meine Versuche war oft (meistens) tadelnd und das hat mein Selbstvertrauen nicht gestärkt.
    Im Gegenteil, es hat meine Unsicherheit vervielfacht.

    LG
    Steve

  6. #6
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.445

    AW: Anpassungsdruck

    Wegen anpassung: mit der zeit versuche ich immer mehr nur dort mich anzupassen wo er sich lohnt: Also, im gebieten wo ich mich verbessern kann (im moment ist mehr mein gesprächverhalten thema, mit andere ausreden lassen...) und wichtig ist und was nicht so dringend ist oder zu schwierig lasse ich sein und suche ein andere weg... Wenn ich mit viele menschen zusammen bin, bin ich rasch überfordert und ich kann es auch mal so lassen, nicht viel sagen und solche situation vermeiden wenn sie mich nichts bringt.

    Im manche bereich bin ich ehe auf rücksichtnahm von andere und versuche es zu ausdruck zu bringe, obwohl ich zuerst immer schaue was ich für mich schon machen kann.

    Sonst ist mich auch wichtig, eine rahmen haben wo ich mich selbst sein kann und eine umfeld zu suchen (habe ich schon) der mich auch so mag wie ich bin...

    Ich erlebe auch dass meine versuchen nicht so ankommen und dass ich tadeln bekomme. Dann überprüfe ich mein ziel wieder ob es sich lohnt und sonst teile ich ab und zu mein umfeld mit, dass ich eigentlich es doch will, aber dass es mich schwer fällt.

    Wo und wie ich mich anpassen kann oder nicht, merke ich auch am besten mit der zeit und einfach probieren.

    lg

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 227

    AW: Anpassungsdruck

    jeromel schrieb

    Hat man als ADHSler nicht allgemein das Problem sich nicht anpassen zu können? Die meisten Menschen können je nach Situation in der sie sind sich zurücknehmen, müssen ihre Meinung nicht sagen wenn niemand danach fragt etc.
    genau das will ich ja mit meinem beitrag hinterfragen, wer definiert eigentlich, ob ein adhsler ein problem hat sich anzupassen?

    wenn ein adhsler die richtige umgebung hat, fällt er gar nicht auf.

    beispiel, meine ärztin hat mir von einem ehemaligen patienten erzählt, als sie ihn wieder traf und ihn fragte, wo er denn jetzt arbeite, sagte dieser, er arbeite in einer redaktion, bei einem fernsehsender, da seien alle so wie er, sie müssten dort von sekunde zu sekunde umswitchen, von thema zu thema springen und da sei er optimal für geeignet mit seinem adhs.

    wieviel enrgie, frust, enttäuschung auf beiden seiten, sogenannte gesellschaft und betroffener, könnte vermieden werden, wenn die stärken eines jeden berücksichtigt werden würden oder ist der ansatz, weil zu idealistisch, weltfremd?

    ich merke ja auch mal wieder, dass ich versuche zu funktionieren, d.h. ich versuche arbeit zu finden, klar, ich brauche geld, aber ich frage nicht, was ich will, sondern ich versuche krampfhaft, mich dem normalmaß anzupassen, was mich enorme energie kostet und auch nicht zum erfolg führt.

  8. #8
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 24
    Forum-Beiträge: 764

    AW: Anpassungsdruck

    hey xyberlin,
    darf ich zuerst mal mir erlauben zu sagen, dass du nicht das Wort funktionieren im Bezug auf dich verwenden solltest? Ich meine du musst wissen welche Wote du nimmst, das klingt nur so nach Maschine.. MUss ich mir immer von meiner Mutter anhören "Ja du funktionierst wieder nicht richtig".. Und wir sind ja keine Maschinen,... Ixch weiß ja was du meinst, ist auch nur ein Wort, aber ich dachte ich merk es mal an..x.x entschuldigung :3

    so, dann weiterhin: Ich bin mit dieser Problematik auch wohl vertraut..Dieser Druck ist wirklich oft zum Kotzen.
    ich wage mal zu behaupten, dass den spätestens in der Pubertät jeder mal erlebt, aber bei uns zieht es sich ja oftmals durchs ganze Leben. Ich höre ja oft von erwachsenen ADHS-lern, dass sie, auch wenn sie total superglücklich sind, nie das Gefühl haben, richtig angekommen zu sein- Manche finden das gut, andere weniger.. Immer eine Frage der Einstellung.

    Es ist blöd, dass immer, auch indirekt, verlangt wird, dass man sich anpasst oder dass man das und das anders machen soll. Ich denke, man muss dieses Mittelding finden.
    Mir persönlich fällt das unheimlich schwer.. Das ist da auch das Problem. Da haben glaube ich viele ADHS-ler, egal welchen Alters, ihre Probleme mit und ich spreche ein Lob an alle aus, die damit so gut umgehen können!
    Die Familie möchte da sicher nur eine Hilfe geben, aber das sieht man oft erst sehr sehr spät ein, genau wie bei Freunden..
    Aber liebevoll ausgedrückte Kritik ist immer noch besser als Rumgeschreie und soweiter, weil mit ersterem lässt sich arbeiten und dann ist da auch der Wille, eine lösung zu finden..

    ich selbst versuche es immer wieder mit der Anpassung, aber den meisten fällt eben schon aus der Entfernung auf, dass ich von der Norm abweiche.
    Man, wir sollen uns nicht verstecken. Wir sollen genau so wie alle anderne zeigen dürfen, wer wir sind !!! Solange man durchs Leben kommt und sich selbst und anderen nicht schadet, muss man auch nicht vollständig angepasst sein..
    Es ist gut, wenn man sich ab und an vielleicht ein wenig zurückhält (jaaa ..schwierig ), man weiß ja dann auch wo..
    Aber das eigene leben zu leben! Dafür sind wir schließlich auf der Welt !!!!

    Lg,,

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: Anpassungsdruck

    Hallo

    Anpassungsdruck ist Mist und macht einen krank - sich nicht anpassen können macht auch krank

    Ich finde, wir hängen genau dazwischen mehr oder weniger in den Seilen und zappeln so vor uns hin.

    Wenn ich sachbezogen arbeite, in einem Bereich, der mich interessiert, in einer ruhigen Atmosphäre, ohne Ablenkung, ohne Zwang den sozialen Clown spielen zu müssen, habe ich keinerlei Schwierigkeiten.

    Wenn du diese Nische finden kannst, dann ist doch gut und wenn du in dieser Nische auch noch zufrieden bist, dann ist doch noch besser - Dann mußt du dich doch nicht anpassen -

    den sozialen Clown spielen zu müssen
    -mußt du ihn spielen? erwartet das ihrgend wer? oder spielst du ihn einfach, weil du in einer Gruppe nur diese Rollen spielen kannst?

    Ich habe immer eine Mischung aus sozialem Clown und Klassensprecher gespielt und fühle mich dadurch unter Druck gesetzt - bis mir eines Tages aufging, dass mich da kein Mensch zu zwingt, dass ich das ganz alleine mache - das war mein Problem nicht das Problem der vielen unterschiedlichen Gruppen, in denen ich mich aufhilt.


    ich selber bin ADHSlerin und ich arbeite überhaupt nicht gerne mit AD(H)Sler zusammen. Sie machen mich kirre. Früher, als ich noch kein Mph auf der Arbeit nahm, viel mir das nicht so auf - es blieb nur viel Arbeit liegen und ich war abends sehr erschöpft.

    Heute weiß ich wie anstrengend wir sein können - Klar sind wir auch bereichert keine Frage. Es ist nur ein Fehlglaube, dass die "Stinos" nur weil sie mache Sachen besser können wie wir, diese auch gerne machen - sie müssen aber gemacht werden und weil wir sie nicht hinbekommen, bleibt die Arbeit für andere liegen. Ich habe das jetzt so oft erlebt.

    Alles Liebe Elwirrwarr

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 384

    AW: Anpassungsdruck

    mj71 schreibt:
    Wegen anpassung: mit der zeit versuche ich immer mehr nur dort mich anzupassen wo er sich lohnt....

    lg
    Da habe ich im Moment so mein gaaaanz großes Loch.
    Lohnt, für wen und was?

    Im Moment kenne ich gar keine Anpassung mehr, weil ich mich aufgrund der letzten traumatischen Erfahrung komplett aus allem zurück gezogen habe.
    Gerade die zuletzt gemachte Erfahrung verhindert auch sofort wieder in die gleiche Situation zu starten - die bekannte Situation.
    Wobei die unbekannte letztendlich zum Trauma geführt hat.

    Solange ich das nicht aufgelöst habe, werde ich wohl auch nicht mehr in die Wahl kommen, eine Entscheidung treffen zu können, was sich für MICH lohnt.

    Ich habe schon mal hier geschrieben, dass ich das Gefühl hatte bis zu meinem Zusammenbruch gar nie für mich gelebt zu haben.

    Da wurde mir geantwortet, das ist nicht möglich. Das überlebt kein Mensch.
    Nun, ich hatte über sehr viele Jahre eib anhaltendes Gefühl nicht zu leben.
    Dann bin ich irgendwie aufgewacht und seitdem bin ich irgendwie komplett orientierungslos.

    LG,
    Steve

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