Seite 8 von 9 Erste ... 3456789 Letzte
Zeige Ergebnis 71 bis 80 von 86

Diskutiere im Thema Wie wart ihr in eurer Kindheit? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #71
    TTS


    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 235

    AW: Wie wart ihr in eurer Kindheit?

    chaoselli schreibt:
    Mmmmmhhh. Ich bin heute noch hastig, sehr ungeduldig und auch lebhaft... Als Kind habe ich gern mal zum Clown (zur BElustigung anderer) gemacht. Das hat sich gelegt. Aber soweit ich mich erinnern kann, musste man mich an der Kinderkarre festbinden, damit ich drin sitzen bleibe...
    Ich war und heute wohl auch noch ein sehr eigensinniger Mensch... teils auch ziemlich stur... Ich vertausche auch zahlen. Habe oft einen Dreher drin. Nur im Gegenzug, dann ich mir Zahlen sehr gut merken. Heute merke ich es an Konzentrationsschwierigkeiten. .. Laß mich auch von Kollegen zum Quatschen schnell ablenken...
    Aber ich bin noch in der Findungsphase, ob ADS auf mich zutrifft!
    Absolut Dito! Bis auf den letzten Satz. Meine Findungsphase ist nach der eindeutigen Diagnose abgeschlossen.
    Und ich war nie ausgelastet. Leider gab es damals noch keine Schulen für Begabte...

  2. #72
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 1.197

    AW: Wie wart ihr in eurer Kindheit?

    Strandgut schreibt:
    Das klingt ja grässlich! Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Dass die Eltern sich da auch so anstellen! Aber ich kenne das Gefühl - nicht bei Noten aber anders - als Kind war ich Übergewichtig und mein Vater (der mich ein mal im Jahr sah) hat sich für mich geschämt und mich wegen des Übergewichts aufgezogen, das war ganz schrecklich für mich. Noch heute habe ich Komplexe, obwohl ich nicht mehr übergewichtig bin.

    Meine Mutter war immer sehr locker, sie meinte, es sei mein Leben und ich sei selber für meine Noten verantwortlich.
    Das erklärt warum der Leidensdruck wegen ADS in der Kindheit nicht da war. Ich habe ja unter den mittelmäßigen Leistungen nicht "gelitten", war mir damals auch egal. Ich wurde leider viel gemobbt und die Lehrer hassten mich Flächendeckend, bis auf 1-2 Ausnahmen, deswegen war ich ganz froh, dass mir Schule egal sein konnte solange ich halt hingehe und bestehe.



    Eltern die das sagen können nicht reflektieren. Meine Mutter hat mir auch öfters gesagt, dass sie Fehler gemacht hat - wie alle Eltern - und sie sich früher der Auswirkungen ihres Handelns nicht bewusst sein konnte. Ich finde aber, dass sie viel mehr richtig als falsch gemacht hat, bin ja jetzt nicht sooooo... schlecht geraten.

    ja das war nicht gerade schön, deswegen dachte ich innerlich sicher immer "ich bin nichts wert" als Kind konnte ich das nicht so aus meinem Gefühl heraus lesen was ich direkt fühle. Mir wurde beigebracht und wusste meine Noten,also alles schlechte zu verbergen, niemanden zeigen, und niemanden sagen.

    Von daher kommt sicher auch das Gefühl nicht jedem etwas zu sagen zb von meinen Ängsten. Mein Freund weiß zb nicht das ich ne Homepage habe, oder das ich letztens Angst hatte, etc einfach daher , denk ich mal , weil meine Mutter das früher verboten hat und ich dann sicher nicht mehr wusste was ich überhaupt noch sagen darf und was nicht. Die Leute könnten ja denken ich wäre dumm.....so ungefähr...also schrieb ich viel Tagebuch, dem konnte ich alles anvertrauen..... jedes Geheimnis

    aber meine Mutter machte sich trotzdem Sorgen als wir dann "Erwachsen" waren meinte sie zu mir "vielleicht hätte ich doch mal mit dir zum Kinderpsychologen gehen sollen" weil ich eben wieder ins Bett machte und Schulprobleme hatte und ich war laut Lehrer auch auffallend still.

    meine Eltern sagten zu den Lehrern wie ich mich erinnern kann "also Susi ist zu Hause ganz anders"..und das konnten die Lehrer nicht glauben, wer weiß was die noch so gesagt haben, vielleicht haben sie meinen Eltern auch geraten zum Psychologen zu gehen.....also der Gedanke war da aber sie machten es nicht, sicher aus Scham.



    mir fällt gerade was ein. Als ich Teenager war mit 16, wollten meine Eltern mich auch zu einem Psychologen schicken. Weil es mir immer so schlecht ging vor der Berufsschule, hatte Bauchaua und musste kotzen. Und dann kam ich zu spät in die Schule und entschuldigte mich das es mir nicht gut ging. Die Lehrer telefonierten mit meinen Eltern ob das Sinn macht das ich noch dort hin gehe, weil ich laufend krank war. Ich hatte früh immer Kreislaufprobleme gehabt und bekam dann so Tropfen, danach gings dann wieder besser. Mit 16 hatte ich auch ne schlimme Zeit, da ging es mir nicht so gut, ich hab viel geweint und wollte mich selbst verletzen aber tat es nie. Hatte zu viel Angst davor. Ich hatte immer so Herzschmerzen und dachte ich bekomme keine Luft, hatte einen Kloß im Hals.


    mit 16 fingen meine Probleme dann richtig an. Ich blieb mal bis in die Nacht weg, und kam erst gegen 4 uhr heim, und mein Vater war sehr wütend. Fing an zu rauchen und trieb mich mit nem Mädel rum was nicht gut war. Ging sogar zwei mal fremd.........ohjeee und das einmal ohne Alkoholeinfluss viel Liebeskummer gehabt.........ohje mal von dem kerl geredet mal von dem
    Geändert von sourcream (13.09.2013 um 17:13 Uhr)

  3. #73
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 99

    AW: Wie wart ihr in eurer Kindheit?

    Hallo susiprincess,

    Eine lebhafte Schilderung Deiner Vergangenheit.

    Und wie bist Du heute? Was hat sich geändert?

    Lieber Gruß

    Nora

  4. #74
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 99

    AW: Wie wart ihr in eurer Kindheit?

    aber meine Mutter machte sich trotzdem Sorgen als wir dann "Erwachsen" waren meinte sie zu mir "vielleicht hätte ich doch mal mit dir zum Kinderpsychologen gehen sollen" weil ich eben wieder ins Bett machte und Schulprobleme hatte und ich war laut Lehrer auch auffallend still.
    Das wäre wohl das beste gewesen. Manche Menschen haben leider eine große Hemmschwelle zum Psychologen zu gehen, die glauben man sei dann "verrückt". Ich finde das absolut albern, verrückt ist es, NICHT zum Psychologen zu gehen und keine Hilfe zu suchen. So schadet man nicht nur sich selbst, als Eltern auch seinem Kind.
    Was sprach denn schon dagegen mal mit einem Psychologen zu sprechen? Das hätte dir vielleicht Kummer erspart. Ärgerlich sowas!

    Von daher kommt sicher auch das Gefühl nicht jedem etwas zu sagen zb von meinen Ängsten. Mein Freund weiß zb nicht das ich ne Homepage habe, oder das ich letztens Angst hatte, etc einfach daher , denk ich mal , weil meine Mutter das früher verboten hat und ich dann sicher nicht mehr wusste was ich überhaupt noch sagen darf und was nicht. Die Leute könnten ja denken ich wäre dumm.....so ungefähr...also schrieb ich viel Tagebuch, dem konnte ich alles anvertrauen..... jedes Geheimnis
    Als Kind hatte ich auch die Problematik, mit dem, was man sagen darf und was nicht. Zuhause redet man (die Eltern) ja immer recht frei und Kinder plaudern das dann manchmal aus - was unangenehm sein kann. Ich war auch "zu offen" als Kind, als ich merkte ich darf net alles immer überall sagen war ich total verunsichert und misstrauisch geworden. Bis heute wiege ich sehr gut ab was ich sage oder lieber nicht. Ich muss aber ehrlich sein, das Misstrauen hat mich auch vor jede menge Fehlern bewahrt, bevor ich irgendeine Entscheidungen treffe sichere ich mich immer ab.
    Aber bei dir ist das richtig heftig und unverhältnismäßig, vor allem da du gezielt LÜGEN solltest und nicht "nur" schweigen, was ja manchmal gut ist.

  5. #75
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 1.197

    AW: Wie wart ihr in eurer Kindheit?

    Nora12 schreibt:
    Hallo susiprincess,

    Eine lebhafte Schilderung Deiner Vergangenheit.

    Und wie bist Du heute? Was hat sich geändert?

    Lieber Gruß

    Nora

    ich bin heute nicht mehr so das ich fremd gehe, das war ja auch nur zwei mal gewesen mit 16. Dann ab 18 Jahre, war es eher so das ich später irgendwie keine Lust mehr auf die Kerle hatte und ich kaum was dazu beitrug in der Beziehung und es eben keinen Sinn mehr machte und es nie länger als 5 oder 11 Monate hielt, aber jemand anderen hatte ich nie, außer dass ich heimlich für jemanden schwärmte.

    Naja und heute bin ich mit meinem Freund schon ein Jahr zusammen, das ist die längste Beziehung in meinem Leben.

    @ Strandgut, ja war nicht schön immer alles zu leugnen. Mich selbst zu leugnen. Sogar vor Freunden und Familie. Vielleicht hab ich deswegen ein gestörtes Verhältnis zu anderen oder so. Das ich mich zurückziehe wenn sie mir näher kommen um ja nicht zu viel von mir zu erfahren. Auf Arbeit hab ich das Problem zb, bei fremden Leuten die von mir nicht viel wissen und man muss ja dann alles erzählenetc. Ich hab auch jahrelang Probleme gehabt zu sagen das ich einen Hauptschulabschluss habe, weil es mir peinlich war. Dann später dachte ich mir auch "bist du blöd, ist doch egal was du hast"

    ich denke dann die könnten mich ja für dumm halten das ich den Abschluss habe. Oder wollen dies und jees sehen und könnten dann denken ich wäre dazu nicht fähig. Deswegen zeige oder sage ich auch nicht jedem was ich so mache, egal was es ist. Meine Freundin weiß es mein Freund und meine Eltern, naja und ich aber anderen binde ich es nicht auf die Nase. Nur den Leuten denen ich vertraue. Die ich länge kenne.

    ob das alles mit der Erziehung zu tun hat? Naja sie wussten es selbst nicht besser, ich hasse sie nicht deswegen, meine Mutter hat es sicher von ihrer Mutter, meiner Oma (sehr vorsichtig) gelernt und gab es eben weiter.

    falls wir irgendwann mal Kinder haben dann erziehe ich sie so das man immer ehrlich zueinander ist, das man auf jeden Fall nicht lügen darf, weil später......sieht man ja an mir ............aber naja ich bin in Therapie
    Geändert von sourcream (15.09.2013 um 22:50 Uhr)

  6. #76
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 10

    AW: Wie wart ihr in eurer Kindheit?

    Es ist wirklich toll zu lesen das nicht nur ich als Kind irgendwie "anders" war.

    Kindergarten muss ich sagen kann ich mich leider kaum noch dran erinnern aber ich glaube ich mochte den Kindergarten und alles dort.

    In der Schulzeit war bzw bin ich bis heute sehr ruhig und trau mich kaum mich zu melden. Außerdem werde ich bis heute noch auf meine Schrift angesprochen, was mir sehr unangenehm ist.

    Ich denke, ich war immer ehr ruhig aber es gab auch sehr aufgedrehte Zeiten die es bis heute noch gibt.

    Mit der Rechtschreibung und Kommasetzung habe ich heut noch Probleme, komma setze ich da wo es mir passt und wo es schön auf sieht.

  7. #77
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 1.197

    AW: Wie wart ihr in eurer Kindheit?

    ja mit der Kommasetzung hab ichs auch nicht so, genauso wie Grammatik, ich schreibe wie ich denke Bei Bewerbungen kopiere ich einfach ein Muster aus dem Netz, weil ich das sicher alles falsch schreiben würde mit dem Komma und der Groß und Kleinschreibung. Ich hatte keine blöde Schrift, nur manchmal war es ein gekritzel und musste raten was es heißt. Aber meine Probleme waren, sind eher Mathematik.

    Kindergarten hmmm, ich kann mich nur dran erinnern an den Hort als Fasching war und ich als Pirat ging und mich trotzdem als Außenseiter fühlte. Da war immer so ein Mädel das guckte mich immer so blöd an während ich aß, ich hatte innerlich ne totale Wut gehabt auf die und ich bin mit meinem ehemaligen Kumpel aufn Hof rumgesprungen.

    ja hmm, meine Oma meinte, ich war immer froh gewesen als ich wieder da raus konnte, also aus dem Kita.

  8. #78
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Wie wart ihr in eurer Kindheit?

    Ich war ein sehr ängstliches, schüchternes Kind - was die Leute, die mich heute kennen, sehr überrascht. Das war allerdings nicht mein wahrer Charakter. Diese Angst hat mir die strenge und überbehütete Erziehung meiner Eltern eingeflößt. Sie gaben mir viel Liebe, Nähe und Aufmerksamkeit. Allerdings musste ich sein, wie sie mich haben wollten (v. a. meine Mutter) und durfte nicht sein, wie ich war. Wenn ich nicht funktionierte, wurde ich angebrüllt und geschlagen. Zwar gab es keine körperlichen Schäden, aber meine Seele hat schon darunter gelitten.

    Meine Mutter meldete mich erst mit 4 im Kindergarten an, weil sie sich nicht von mir trennen konnte. Folglich sprach ich anfangs kein Wort Deutsch und war dementsprechend verwirrt. Außerdem lispelte und stotterte ich gleichzeitig, was sich aber relativ schnell ohne Unterstützung eines Logopäden legte. Ich konnte nicht verstehen, dass die anderen Kinder nicht auf mich reagierten (klar, sie verstanden meine Muttersprache ebenso wenig wie ich ihre) und zog mich jeden Tag an den Maltisch oder in die Puzzleecke zurück. Ich brachte mir das Leben, Schreiben und Rechnen bei und beschäftigte mich viel mit Handarbeiten. Andere Kinder mussten von den Erzieherinnen manchmal gezwungen werden, um ein Puzzle oder eine Handarbeit zu machen, weil sie lieber in der Bauecke toben oder mit Puppen spielen wollten. Ich machte diese Sachen freiwillig und gerne.

    Ein gewisser Einfluss von zu Hause war aber trotzdem vorhanden. In der Wohnung meiner Eltern verhielt ich mich nicht anders als im Kindergarten. Ich saß meistens am Tisch, malte, schrieb oder machte Handarbeiten. Mit 5 bekam ich mein erstes Buch geschenkt. Natürlich hatte ich auch Spielsachen. Aber meine Mutter wollte ein ruhiges, braves Kind, welches nie laut und immer sauber war. Toben in der Wohnung war also nicht erlaubt. Wenn ich ein Spielzeug auspackte, musste ich es immer sofort nach der Nutzung an die passende Stelle wieder aufräumen. Draußen mit anderen Kindern zu spielen war ein absolutes Tabu. Im Freien hätte ich mich schmutzig machen können, und außerdem waren da so viele Autos... wer weiß was da passiert wäre. Deshalb bin ich wohl bis heute noch so pingelig und laufe niemals bei roten Ampeln über die Straße.

    Ich wurde rund um die Uhr kontrolliert und durfte nicht mal mit 5/6 Jahren alleine zum Kindergarten laufen, obwohl das Gebäude in unserer Nähe war. Ich hatte kein Recht auf eine freie Meinung und musste mich immer dem Willen meiner Eltern unterwerfen. Das machte mich so traurig, dass ich mir schon mit 5 Jahren Übergewicht anfraß. Meine Mutter gab mir lieber ungesundes Essen und ließ mich in die Breite gehen, als dass sie mir einfach ein wenig mehr Freiheit schenkte. Leider wirkte sich das auch negativ auf die Reaktionen meiner Umwelt aus, und ich war seit dem Kindergarten bis zum Abitur ein beliebtes Mobbingopfer. Mich sachlich zu wehren hatte ich nicht gelernt und reagierte manchmal ganz schön aggressiv, wenn mich andere Kinder wegen meines Gewichtes hänselten.

    In der Grundschule war ich die beste Schülerin in meiner Klasse. Inzwischen verstand ich die deutsche Sprache und konnte mich problemlos ausdrücken. Auch in Mathe und den anderen Fächern - mit Ausnahme von Sport, da war ich immer die Schlechteste - hatte ich nur beste Noten. Ich hatte immer eine saubere Schönschrift, keine Eselsohren und auch keine abgekauten Bleistifte, usw. Meine Mutter hätte mich gekillt. Meine Eltern waren total stolz auf mich. Einerseits mochte ich die Schule, weil ich gefordert wurde. Andererseits war es der Horror, wenn mich meine Mitschüler hänselten. Auf dem Gymnasium dasselbe Spiel. Ab der Mittelstufe ließen meine Noten aber langsam nach, und in der Oberstufe war ich überfordert mit den Naturwissenschaften. Das Verhalten meiner Mitmenschen wirkt sich leider oftmals negativ auf meine Leistungen aus. Ich fühlte mich im Laufe der Jahre immer einsamer, wurde zunehmend aus der Klassengemeinschaft ausgeschlossen und litt immer noch unter der Strenge meiner Mutter.

  9. #79
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 547

    AW: Wie wart ihr in eurer Kindheit?

    Ja, auch ich erkenne mich in vielem wieder... ich habe grade herzlich gelacht, obwohls irgenwie nicht zum Lachen ist. An meine Kindheit habe ich bis in die frühe Zeit zurück Lückenhafte Erinnerungen die aber im Detail auch sehr präzise sind.

    Ich bilde mir nämlich ein zu wissen wie ich eine meiner ersten Schritte gemacht habe. Ich bin zum Papa durch unsere Wohnküche gelaufen der grade zu seinem Männerabend fahren wollte. Als Kleinkind war ich sehr sehr anstrengend, bis 3 habe ich KEINE! einzige Nacht durchgeschalfen. Auch wollte ich nie ins Bett. Vor 9 mich zum schlafen zu bringen war ein Wunder. Ich wollte immer alles sehen und mitbekommen, Mittagsschlaf i.d.R. Fehlanzeige höchstens wenn sich einer mithingelegt hat. Auch kontne man mich nicht mal zur Oma geben, weil ich nicht dort geblieben bin - Heulkrämpfe, übergeben. Wenn die Mama weg war habe ich mich teilweise so aufgeregt dass ich mich übergeben musste, mein Dad war dann immer rasend weil er die Kotze wegwischen musste. Papas Abwesenheit mochte ich auch nicht aber es war nicht so schlimm wie bei Mama.

    Kindergarten:
    War ein Drama. Wollte nicht dort bleiben. Mit 3 haben sies verscht, aber als ich einen Tobsuchtsanfall bekommen habe als sie mich vom Schoß meiner Mum in die Bauklotzecke setzen wollten hat die Kindergärtnerin uns wieder heimgeschickt (Erzählung). An meinen ersten Kindergartentag ein Jahr später kann ich mich noch erinnern: Ich habe mit Christoph in der Duploecke gespielt, der Duplo-Zug hat mich damals überzeugt zu bleiben. Nur vom Aufräumen hielt ich nichts... hab ich daheim auch nie gemacht - keine Lust. Aber Kindergarten war trotzdem immer blöd, zwar sagt meine Mum irgendwann sei ich dann gern hingegangen, ich kann mich aber nicht erinnern dass ich wirklich gern und entspannt dort war. Zur Frühstückspause habe ich vor Aufregung nie was gegessen und meine größte Sorge war "Wann ist es endlich halb 12?" da wurde ich nämlich abgeholt.
    Auch hatte ich einen unbändigen Forscher- und Zerstörerdrang. Nichts war vor mir sicher alles wurde erforscht und zerlegt, wenn nötig mit Gewalt - kaputt? EGAL!

    Grundschule:
    Da fingen die Probleme erst richtig an. Schule? Am zweiten Tag schon keinen Bock mehr! "Mama, wie oft muss ich da jetzt noch hin?" "Noch mindestens 9 Jahre!" Das saß!!! Mich hats halt gar nicht interessiert und meine Lehrerin hat mich gehasst. Habe alles andere im Sinn gehabt als den Unterricht. Und wenn ich im Mahteunterricht das Sachkundethema besprechen wollte dann WOLLTE ICH DAS JETZT TUN!!! Leider hatte dafür keiner Verständniss. Ich fand den Unterricht immer sehr langweilig, war dann oft auf dem Klo und habe entweder Unruhe gestiftet - an fremden Zimmer klopfen und dann weglaufen, im Treppenhaus oder der Sporthalle rumlungern, Waschbecken und Klos mit Klopapier zustopfen und Wasser aufdrehen. Mich hätts auch immer gereizt den Feueralarm zu drücken, aber das habe ich mich doch nicht getraut.
    Die Uhr konnte ich etwas verzögert aber nicht sehr schlimm. Aber ich war immer hintendran. Radfahren und Schwimmen habe ich auch erst mit 6 gelernt.
    Meine Hefte waren eine Katastrophe, genauso wie mein Schulzeug. Lineale angeknackst, Stiffte zerkaut oder zerbrochen. Radiergummi mit Bleistiftmienen gespickt oder zerbröselt. Filzer zerquetsch und aufgefasert. Waserfarben total durcheinander. Aus meiner Jusimappe (so einer mit Gummi) habe ich mal ein Katapult gebaut das Stifte verschießen konnte - damit habe ich dann auf die Tafel geschossen in Anwesenheit der Lehrerin - die mochte meine Erfindung nicht und hat mir die Mappe abgenommen! Frechheit!!!
    Die Leistung liesen auch zu wünschen übrig. Deutsch ging gar nicht - Rechtschreibung ganz mies - Satzeichen und Buchstaben vergessen (weil ich im Kopf immer schon weiter war als mit der Hand), Wörter nicht in der Zeile, Heftführung: Schlecht. In Mathe hatte ich scheinbar ein gutes Verständniss für die Zahlen. "Aber Susilein kann ihre Fähigkeiten nicht im Schriftlichen umsetzen!"
    Auch habe ich in dem Alter einige komische Marotten entwickelt: Nichts warmes zum Abendessen, keine Milchprodukte nach 18 Uhr uws. Ich hatte früher überhaupt kein Maß was Essen angelangt. Mir hat eh so gut wie nix geschmeckt und wenn mir dann mal was geschmeckt hat, dann habe ich gefressen bis zum erbrechen (und da meine ich wörtlich!). Ich bin auch sehr lange nicht zu Kindergeburtstagen weil ich Angst hatte was essen zu müssen was ich nicht mag.
    Als Kind war ich ein richtiges ********* - keine Freundin hatte ich sehr lange. Irgendwan hatten sie immer die Schnauze voll und wollten nicht mehr mit mir spielen.

    Jugend:
    Als Jugendliche wurde ich irgendwann sehr still. Irgendwann haben meine Eltern auch aufgegeben mich mit Strafen gefügig machen zu wollen und siehe da: als das pünktliche Heimkommen kein Thema mehr war, war ich auch plötzlich wie gewünscht um 6 daheim. Früher hatte ich immer eine große Klappe aber irgenwie merkte ich dass ich damit nicht durchkomm und die anderen mich trotzdem doof fanden (kam mir zumindest so vor). Ich lebte irgendwann in meiner eigenen Welt die sich nur um Hunde drehte. Ich mag Hunde immer noch sehr und mein großer Traum ist es einen Hund zu haben. Ich hatte zwar keinen eigenen, aber ich ging mit den Hunden von Bekannten immer gassi. Das war mein Lebensinhalt zwischen 10 und 16. Die typischen Teenie-Probleme wie saufen, weggehen, Jungs, Liebekummer, Sex und Drogen gabs bei mir nicht. Hund, Hund, Hund!!! Ich hatte auch mal Kontakt zu den Zeugen Jehovas (durch meine Banknachbarin in der 8. Klasse) war ein ganz interesanter Exkurs, aber mit Religion kann ich persönlich nichts anfangen, als ich der Mutter von der dann sagte dass ich NICHT vor habe beizutreten durfte ich die Freundin nicht mehr besuchen. Ich hatte nur eine richtige Freundin aber die war ein schlechter Umgang. Wir haben zusammen mit ihrem Bruder nur Schei*** gebaut und können froh sein dass nie was davon rausgekommen ist. Inzwischen sind wir nicht mehr befreundet. Irgendwann hab ichs dann mit der Schule gerafft, das war mitte der 10. Klasse Realschule und seitdem liefs dann sehr gut.

    Schöne Grüße
    Susilein

  10. #80
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 1.197

    AW: Wie wart ihr in eurer Kindheit?

    ich erkenne mich in deinen Sätzen oft mal wieder Susilein, ob das am Name liegt ?



    -mir war vor Aufregung auch immer sehr oft schlecht, wenn es in eine andere Stadt ging, bzw Land und das für mehrere Tage, da hab ich auch immer gekotzt

    -ich hatte auch das Gefühl das mich meine Erzieherin gehasst hat, und auch eine meiner Lehrerinnen

    -meine Stifte waren immer zerkaut, und meine Radiergummis zerstochen und bemalt, die Spitze vom Zirkel machte ich auch fast kaputt und drehte ihn immer auf dem Tisch.

    -mit dem Essen war ich auch ganz besonders. Ich aß kein Fleisch bzw kaum. Meine Speisekarte enthielt sicher nur 2 Gerichte aber jede Menge süßes und woanders essen ist für mich aber immer noch ein Thema. zb Gaststätte, finde da fast nie was, oder Geburtstagsfeiern, immer gibts Fleischgerichte!! Oder widerliche Nachspeisen wie Aprikosen..... pfuiiii. Meine Schwiegereltern lachen immer schon wenn ich sage "esse ich nicht" Bei mir gibts eben nicht viel Auswahl.........aber durch meinen Freund hab ich Mut gewonnen was zu probieren was mir auch schmeckt

    -meine Eltern waren auch immer der Meinung das wir leise sein sollten, *psst pssst* ging es immer. Wir waren trotzdem laut und dann bekamen wir manchmal eine gescheuert, wenn wir uns stritten oder halt laut waren und nicht folgten. Manchmal hielten wir dann die Kinderzimmertür zu, damit meine jähzoringe Mutter nicht hereinkommt oder der Vater. die waren alle beide mit meinem Bruder überfordert bzw dann eher mit uns. Ich war ne Traumsuse und mein Bruder nen Zappelphillip

    -ich hatte manchmal einen Drang gehabt wenn wir unten vorm Haus spielten mich mit jemanden zu prügeln, aber nur manchmal. Das war sicher die innerliche Anspannung die raus musste. Da war ich ganz anders, nicht still wie in der Schule, eher aufgedreht so unter Kumpels die man Jahre kannte. manchmal prügelten wir uns oder bewarfen uns mit Schimpfwörter. Aber eben nur aus Spaß, wie nen Junge war ich eben.

    Ich erinnere mich wieder an ein Ereigniss da fiel mein Kumpel übern Lenker und da gab mir seine Oma Schuld ich hätte ncht richtig aufgepass. Das war ein Tiefschlag.


    lg susi
    -
    Geändert von sourcream (25.09.2013 um 00:17 Uhr)

Seite 8 von 9 Erste ... 3456789 Letzte

Ähnliche Themen

  1. Wart ihr über einen längeren zeitraum glücklich/zufrieden?
    Von DerTyp im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 19
    Letzter Beitrag: 11.01.2013, 11:14
  2. Wirkung von MPH / Metylphenidat in eurer Kindheit / Jugend?
    Von mitch92 im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 1.07.2012, 14:02
  3. Wart ihr schonmal in stationärer Therapie?
    Von Alex im Forum ADS ADHS Erwachsene: Umfragen
    Antworten: 27
    Letzter Beitrag: 17.08.2011, 15:50
  4. An die (Ex-) Eigenverdachts-Fälle: wart ihr euch eurer Sache immer sicher?
    Von postaldude im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 23
    Letzter Beitrag: 27.03.2011, 15:11

Stichworte

Thema: Wie wart ihr in eurer Kindheit? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum