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Diskutiere im Thema So viel Negatives... Wo liegt das Postive des ADHS? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #241
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: So viel Negatives... Wo liegt das Postive des ADHS?

    ReRegenbogen schreibt:
    @Fliegerlein: Ich finde den Punkt mit dem Gerechtigkeitssinn eigentlich ganz gut.
    Denn ja, ich leide tatsächlich oft darunter, weil ich mich (wie hier) nicht von Ungerechtigkeiten distanzieren kann.
    Wenn eine junge Studentin unsachlich beleidigt wird, nur weil jemandem die Fragestellung nicht ins Meinungsbild passt, dann bin ich sofort auf 180.
    Aber: Es gibt hier einen "Weltrettungsthread" (naja, so ähnlich) und sehr oft schreiben dort Leute, dass sie sich sozial engagieren.
    Das ist doch wohl eher was Gutes, nicht wahr?
    Aber ja. Etwas sehr Gutes sogar!
    Die Kunst ist es, hier zu unterscheiden.
    Das soziale Engagement ist eine super Sache, wenn aber aus der Empathie eigenes Leiden hervorgeht, ist es eine Beeinträchtigung.

    Mal ein ganz anderes Beispiel:
    Wenn ein Hubschrauber fliegen soll, braucht der Rotor eine ganz bestimmte Drehzahl und ein ganz bestimmtes Drehmoment.
    Dreht er zu langsam, verlieren die Rotorblätter ihre Stabilität und brechen, sie falten sich regelrecht auf, sie klappen nach oben zusammen.
    Dreht der Rotor dagegen zu schnell, zerreisst er.
    Die Toleranzen sind sehr eng.
    Innerhalb dieser Toleranzen funktioniert aber alles so wie es soll, auch wenn es mal ein klein wenig an die eine oder die andere Grenze geht, aber es bleibt immer innerhalb der Grenze.
    Kompliziert wird das ganze dadurch, dass die Drehzahl sehr individuell an die Gegebenheiten angepasst werden muss, je nach Beladung, Luftdichte (Höhe, Temperatur, Luftdruck etc).
    Das muss genau angepasst sein und es muss angepasst werden können.

    Wonach wir hier gerade suchen, sind Eigenschaften .... das ist aber möglicherweise genau das Problem.
    Alle Eigenschaften die uns zu eigen sind, findet man auch bei Nicht-ADS'lern.

    Muss die Frage nicht daher nach eben dem Ausmaß der Eigenschaften und deren Balance zueinander sein?
    Geraten diese durcheinander, klappen auch wir zusammen oder brechen auseinander .

    Nicht die Eigenschaft als solche ist Vorteilhaft oder Nachteilhaft, sondern das Maß, in dem sie vorhanden ist und die Balance, in der sie zu anderen Eigenschaften steht.

    Da gibt es so viele Beispiele, allein in der Medizin ... Fast überall gibt es zu einer Sache immer auch einen Gegenspieler und alles funktioniert gut, solange die Balance stimmt.


    ReRegenbogen schreibt:
    Genau so sehe ich es auch. Bisschen weniger Extreme und vor allem Kontrolle darüber täte ganz gut...
    Und genau DAS ist ADS.
    Das Fehlen der Kontrolle und die Extreme.
    DAS sind die Eigenschaften der ADS, nicht die Eigenschaften als solche.

    ReRegenbogen schreibt:
    Ich für mich finde es schwer, zwischen AD(H)S-Eigenschaften und anderen zu Unterscheiden.
    Zumal ich meine Eigenschaften ja von meinen Eltern geerbt habe, vor allem von meinem Vater, der wiederum ADHSler ist...
    Jetzt kann ich nach dir gehen und vereinfacht sagen:
    Eigenschaft x und y haben die nicht von ADHS-betroffenen Geschwister, sowie mein Vater und ich, also ist es unabhängig vom ADHS.
    Und damit beschreibst Du ja auch sehr gut, dass es nicht die Eigenschaften als solche sind, sondern deren Ausprägung und der Möglichkeit, aktiv und bewusst Einfluss darauf zu nehmen.

    ReRegenbogen schreibt:
    So einfach geht das aber nicht, da wir von einem Spektrum reden mit vielen unterschiedlichen Ausprägungen.
    Wir bauen am Ende alles auf Statistiken auf, aber AD(H)S lässt sich nicht durch Statistiken erklären. Es ist ein probates Hilfmittel, mehr aber auch nicht.
    Da würde ich schon sagen, dass es sich dadurch erklären lässt, denn zum einen kann man erkennen, wo die Grenze überschritten wird, ab der es zu Beeinträchtigungen und zu Leid führt und zum anderen zeigen die Statistiken schon auch sehr deutlich, wie markant und teilweise groß diese Unterschiede sind.
    Wir nehmen das natürlich nicht so wahr, aber wenn man sich mal so die Balkengrafiken alleind er UMASS und Milwaukee-Studien anschaut, wird einem schon ganz anders.

    Und auch Wildfang beschreibt das Ganze wunderbar:
    Wildfang schreibt:
    Ich behaupte das Gegenteil.

    Ich hab hier zwei Teenies rumspringen, beide definitiv Hochbegabt, einer ADHS, einer absolut sicher nicht. Rat mal wer die besseren Noten bekommt, die Begabtenförderung, und wer unterm Strich kreativeres Zeug hinbekommt (nicht in Geistesblitzen sondern im Ergebnis) ... Na? Genau. ADHS steht sich leider ständig selber im Weg.
    Besser könnte ich es nicht ausdrücken.
    ADS steht sich selber im Weg.
    Die Eigenschaften sind die gleichen, das Ausmaß und die Kontrollierbarkeit machen die Probleme.
    Geändert von Fliegerlein ( 3.02.2014 um 12:55 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur/ Satz ergänzt

  2. #242
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: So viel Negatives... Wo liegt das Postive des ADHS?

    Fliegerlein schreibt:
    Das Fehlen der Kontrolle und die Extreme.
    DAS sind die Eigenschaften der ADS, nicht die Eigenschaften als solche.
    Ich denke man muss unterscheiden, wer grade aus welcher Sichtweise die Dinge betrachtet.
    Du betrachtest die Diagnose ADS, die fehlende Kontrolle, die Reizfilterschwäche u.s.w.
    Ich schaue mir aber an, was die darausfolgenden Eigenschaften sind, obs legitim ist weiß ich nicht*g* Es beruht vor allem auf persönlichen Erfahrungen.
    Und hier steckt glaube ich oft das Missverständnis in dieser typischen Diskussion.

    In allen anderen Punkten stimme ich dir vollkommen zu, so nehme ich es ja auch wahr. Nur auf den Huschrauber-Vergleich wäre ich nicht gekommen. Danke!
    Gerade die fehlende Kontrolle ist wirklich belastend.

    Zum Hochbegabungs-Vergleich.
    Das Problem ist, das Hochbegabung viele Ähnlichkeiten zum AD(H)S besitzt. Die hohe Sensitivität, Hyperfokus, soziale Probleme, Hyperaktivität u.s.w.
    Aber meine Erfahrung zeigt eben auch, dass hochbegabte Menschen zwar oft ähnlich sind, aber eben doch "mehr" können, und damit meine ich nicht die Intelligenz,
    sondern im Grunde genommen das, was Fliegerlein im Zitat oben eben sagt.
    Sie können kontrollieren was sie tun. Ihre Energie zielgerichtet einsetzen. Oder wie Wildfang sagt: sie stehen sich nicht selbst im Weg.

    Ja, ich kann Details unglaublich gut wahrnehmen. Aber nie die richtigen.
    Beim lernen bemerke ich jedes Geräusch, beim Gespräch höre ich nur den Nachbartisch, im Supermarkt bin ich überfordert von der Fülle der Details.
    Und wenn ich dann Ha's mache übersehe ich die wichtigen Details dann doch wieder, weil ich mich zur sehr auf Nebensächlichkeiten konzentriere... grrr....
    Manchmal würde ich lieber den Wald sehen als die tausend Bäume dadrin. So verläuft man sich doch nur!

  3. #243
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: So viel Negatives... Wo liegt das Postive des ADHS?

    ReRegenbogen schreibt:
    Ich denke man muss unterscheiden, wer grade aus welcher Sichtweise die Dinge betrachtet.
    Du betrachtest die Diagnose ADS, die fehlende Kontrolle, die Reizfilterschwäche u.s.w.
    Ich schaue mir aber an, was die darausfolgenden Eigenschaften sind, obs legitim ist weiß ich nicht*g*
    Da muss ich gestehen, dass ich diesen Satz nicht ganz verstehe.
    Ich weiß nicht, was -die darausfolgenden Eigenschaften- sind.
    Das kann ich nicht zuornden, sorry.

    ReRegenbogen schreibt:
    Es beruht vor allem auf persönlichen Erfahrungen.
    Und hier steckt glaube ich oft das Missverständnis in dieser typischen Diskussion.
    Gut möglich.
    Möglicherweise aber auch darin, dass viele dann schon im nächsten Schritt, der Behandlung/ dem Management sind.
    Das wäre auch das, was ich aus den darausfolgenden Eigenschaften verstehen würde.

    ReRegenbogen schreibt:
    In allen anderen Punkten stimme ich dir vollkommen zu, so nehme ich es ja auch wahr. Nur auf den Huschrauber-Vergleich wäre ich nicht gekommen. Danke!
    Gerne .
    Der ist auch vor allem deshalb so schön, weil man hier auch gut aufzeigen kann, wie wichtig die Umgebung/ das Umfeld sein kann.
    Wenn ich z.B. die Drehzahl nicht so weit nach unten regulieren kann, wie es nötig wäre, dann bedeutet das nicht gleichzeitig totale Unbrauchbarkeit.
    An z.B. einem sehr kalten Ort ist die Luft viel dichter und möglicherweise kann ich dort mit meinen Möglichkeiten die in dieser Umgebung erforderlichen Variablen einhalten.
    In sehr heißer, dementsprechend dünner Luft und in großer Höhe, kann ich ihn nicht einsetzen.
    Das ist dann aber schon der nächste Schritt: das Management.
    "Wie kann ich den Hubi trotz der Beeinträchtigung nocht gut nutzen?"

    ReRegenbogen schreibt:
    Gerade die fehlende Kontrolle ist wirklich belastend.
    Und genau das ist es, was die ADS definiert.


    ReRegenbogen schreibt:
    Zum Hochbegabungs-Vergleich.
    Das Problem ist, das Hochbegabung viele Ähnlichkeiten zum AD(H)S besitzt. Die hohe Sensitivität, Hyperfokus, soziale Probleme, Hyperaktivität u.s.w.
    Aber meine Erfahrung zeigt eben auch, dass hochbegabte Menschen zwar oft ähnlich sind, aber eben doch "mehr" können, und damit meine ich nicht die Intelligenz,
    sondern im Grunde genommen das, was Fliegerlein im Zitat oben eben sagt.
    Sie können kontrollieren was sie tun. Ihre Energie zielgerichtet einsetzen. Oder wie Wildfang sagt: sie stehen sich nicht selbst im Weg.
    Ja genau das ist es.
    Diejenigen ohne ADS können ihr Chaos immer noch soweit kontrollieren, dass am Ende immerhin noch ein brauchbares Ergebnis erzielt wird.
    Das klingt wieder fataslistischer, als es gemeint ist.
    Die Mischung machts.

    Eine gut gewürzte, eine fade und eine überwürzte Speise haben auch alle Gemeinsamkeiten, in allen sind die selben Gewürze.
    Und nicht jedes Gericht ist ungenießbar, auch da gibt es Toleranzen.
    Aber wenn ich zu viel, wirklich Gewürz in der Speise habe, ist sie trotz aller Gemeinsakeiten mit der perfekt gewürzten Speise ungenießbar.

    ReRegenbogen schreibt:
    Ja, ich kann Details unglaublich gut wahrnehmen. Aber nie die richtigen.
    Beim lernen bemerke ich jedes Geräusch, beim Gespräch höre ich nur den Nachbartisch, im Supermarkt bin ich überfordert von der Fülle der Details.
    Und wenn ich dann Ha's mache übersehe ich die wichtigen Details dann doch wieder, weil ich mich zur sehr auf Nebensächlichkeiten konzentriere... grrr....
    Manchmal würde ich lieber den Wald sehen als die tausend Bäume dadrin. So verläuft man sich doch nur!
    Und das ist eine schöne Beschreibung von ADS .

    Natürlich ist z.B. auch das Umfeld wichtig.
    Da passt auch das Suppenbeispiel.
    Wenn die Suppe hier schon überwürzt ist und eigentlich schon nicht mehr schmeckt, dann könnte man sie immer noch mit in einen Linienflieger nehmen und in großer Höhe essen.
    Dort wird sie gut schmecken,
    Warum?
    Weil das Umfeld passt.
    Linienflieger haben zwar einen Druckausgleich, der steht aber bei einer Höhe von 2000m, das ist die sog. "Wahrnehmungsschwelle".
    Da passiert dem Menschen noch nichts, aber der Geschmackssinn ist bereits beeinträchtigt.
    Deswegen wird das Essen für die Flieger überwürzt, dann schmeckt es dort oben richtig.

    So in der Art ist es auch mit ADS.
    Das Umfeld muss auch stimmen.
    Das ist nicht immer so einfach, leider, aber so kann man das Ganze zumindest verstehen.
    Das trifft natürlich nicht auf alle Beeinträchtigungen zu, die mit ADS einhergehen, aber dafür gibt es dann weider weitere Formen des Managements.

    Liebe Grüße
    Fliegerlein
    Ich koch jetzt Suppe

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