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Diskutiere im Thema So viel Negatives... Wo liegt das Postive des ADHS? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #161
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: So viel Negatives... Wo liegt das Postive des ADHS?

    Hallo Eva-Luca,

    zunächst mal ein dickes Danke für Deine Antwort(en), das halte ich keineswegs für selbstverständlich .

    Ich hoffe, es ist ok, wenn ich darauf noch weiter eingehe?
    Ich will das wie gesagt nicht kritisieren, ich finde das ein unglaublich spannendes und interessantes Thema, über das ich mich gerne austauschen möchte.


    Ich bin nicht mit allen Studien vertraut, mit einigen aber schon.
    Wenn ich also darf ....:
    pantoufle schreibt:
    Dies konnte auch Shaw (1992) bestätigen, die eine Gruppe von hochintelligenten Kindern mit ADHS mit einer Kontrollgruppe verglich.

    Das erste, was mir bei Shaw in den Sinn schoss war, dass die Arbeit unmöglich represäntativ sein kann, weil sie sich hochintelligente ADHS-Kinder hergenommen hat.
    Die Gruppe der ADHS-Betroffenen ist aber in der Intelligenz normalverteilt.
    Zwar mag es sein, dass die Kontrollgruppe ebenfalls hochintelligent war, dennoch repräsentiert die Arbeit von Shaw nicht die Gruppe der ADHS-Betroffenen, was zur Folge hat, dass Rückschlüsse aus dieser Studie auf die gesamte Gruppe der Betroffenen nicht korrekt sein kann.

    pantoufle schreibt:
    So konnten White und Shah (2006) in einer Studie zeigen, dass eine erhöhte Impulsivität im Sinne eines Defizits der Inhibitionskontrolle im Bereich der Kreativität auch durchaus von Vorteil sein kann: Sie untersuchten Erwachsene mit und ohne ADHS hinsichtlich ihrer Fähigkeiten im konvergenten und divergenten Denken. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Gruppe der Erwachsenen mit ADHS die Kontrollgruppe im divergenten Denken übertraf, die Kontrollgruppe jedoch im konvergenten Denken besser abschnitt. Dieser Fakt wurde durch die Defizite in der Inhibition der ADHS-Gruppe erklärt, die den Zusammenhang zwischen ADHS und kreativen Fähigkeiten mediierte.
    Das gleiche gilt für dieses Paper von White & Shah.
    Auch hier nahm man sich eine, übrigens sehr kleine (wenn ich mich recht erinnere waren es 7) und handverlesene Anzahl von hochintelligenten Hochschulstudenten.
    Genauso wie bei Shaw kann auch diese Arbeit nicht die Gruppe der ADHS-Betroffenen repräsentieren, da die Majorität dieser es gar nicht erst so weit schafft.
    Dazu kommt, dass diese Testpersonen in einem hochstrukturierten Umfeld waren, was bekannterweise einem ADS'ler sehr hilfreich ist.
    Das ist auch ok, nur verfälscht es das tatsächliche Bild der ADHS.
    Das zeigt sich schon allein daran, dass viele ADHS-Betroffene erst dann diagnostiziert werden, wenn sie das elterliche Umfeld verlassen und beginnen, ihr eigenes Leben zu führen.
    Dann fehlt die äußere Strukturierung und alles bricht zusammen.
    Nun kann man natürlich entgegnen, dass es doch aber in strukturierten Rahmen sehr gut funktioniert und die Studie daher legitim ist.
    Das stimmt durchaus auch, spiegelt aber nicht die Eigenschaften und die damit verbundenen Beeinträchtigungen der ADHS wider.

    pantoufle schreibt:
    Healey und Rucklidge untersuchten 2006 den Zusammenhang zwischen ADHS und Kreativität und fanden heraus, dass 40 % einer Stichprobe von kreativen Kindern klinisch erhöhte Werte an ADHS-Symptomen aufwies. Dieser Wert ist im Vergleich zur Normalbevölkerung mehr als vierfach erhöht und zeigt, dass Menschen mit ADHS nicht nur höhere Kreativitätswerte aufweisen (Shaw, 1992), sondern dass auch umgekehrt ADHS-Symptome in einer kreativen Population signifikant häufiger vorkommen.

    Auch hier haben wir das Problem des fehlerhaften Rückschlusses.
    Zwar ist es nachvollziehbar, dass aufgrund der Charakteristik der Kreativität und der ADS, sehr kreative Menschen deutlichere Tendenzen in einigen Symptombereichen der ADS zeigen, aber dennoch sind dies nur Tendenzen, auch wenn sie gegenüber der Normalbevölkerung vierfach erhöht sind.
    Jeder kennt den Spruch des zerstreuten Professors, des kreativen Chaos.
    Impulsivität und divergentes (oder auch laterales) ist Bestandteil der Kreativität und dafür nachgerade notwendig.
    Allein dadurch gibt es Überschneidungen in den ADS-Merkmalen.
    Der Unterschied jedoch liegt darin, dass die kreativen Menschen zwar Chaoten sein mögen, die deutlich mehr und höhere ADS-Merkmale aufweisen, sie haben aber nicht das Vollbild einer ADS, demnach auch nicht die Beeinträchtigungen, wie sie für ADS'ler typisch sind.
    Ich tue mich mit dieser Studie sehr schwer, weil sie eben genau die Beeinträchtigungen nicht berücksichtigt.
    Der Unterschied zwischen einem chaotischen, kreativen und vielleicht flippigen Menschen zu einem von ADHS-Betroffenen ist der Grad der Beeinträchtigung.
    Dennoch zeigt die Studie sehr gut die Tendenzen.
    Der Haken ist nur, dass, wenn man sich dann die Gruppe der ADS'ler betrachtet, das Überschreiten der Schwelle zu deutlichen Beeinträchtigungen im gesamten kreativen Prozess führt.
    Das eine ist es, über die nötigen Voraussetzungen für Kreativität zu verfügen, das andere ist, wenn genau diese Voraussetzungen aber derart ausgeprägt sind, dass sie zum einen zu Beeinträchtigungen führen und zum anderen dann wieder den kreativen Prozess blockieren, da er nicht zu Ende geführt wird.

    Nahezu alle der genannten Studien/ Paper zeigen das gleiche, nämlich dass zwischen Kreativen und ADHS'lern Parallelen in gewissen Denkweisen zu finden sind.
    Das ist auch korrekt und betrachtet man beides auch nur allzu logisch.

    Nur hat es wenig Aussagekraft in bezug auf die tatsächliche Kreativität und den gesamten kreativen Proezess.
    Denn der Unterschied zwischen jenen, die kreativ sind und jenen, die von ADS betroffen sind, ist in der Regel, dass erstere dann, wenn es angemessen und angebracht sind, ihre Impulsivität eindämmen und dem Prozess dann auch konsequent folgen und ihn abschließen können.
    Dies ist bei ADS'lern nicht mehr der Fall.
    Der Unterschied zeigt sich in der Balance.
    Extrem logisch, pragmatisch denkende Menschen, "Akademiker" halt, sind möglicherweise weniger kreativ, weil sie nicht die Impulsivität, das laterale/ divergente Denken besitzen, sie denken sehr geradlinig.
    Menschen mit hoher Impuslivität und deutlich höheren Tendenzen in Richtung ADS gegenüber der Normalbevölkerung dagegen denken kreativer, sind aber willentlich in der Lage, den kreativen Prozess auch abzuschließen.
    Letztlich reicht es bei ihnen daher nicht bis zur Diagnose ADHS, welche deutliche Beeinträchtigungen bedingt.

    All diese Studien zeigen eines:
    Den Weg in Richtung ADHS.
    Nicht aber, dass ADS-Betroffene tatsächlich kreativer sind.
    Und das ist (leider) ein signifikanter Unterschied.
    Denn wie so oft machts die Menge.

    Man kann anhand der genannten Arbeiten wunderbar erkennen, welcher Weg in die ADS führt.
    Wichtig ist aber zu erkennen, dass es einen gewissen Grad verschiedener Eigenschaften gibt.
    Ab dem Überschreiten einer gewissen Schwelle auf dieser Linie kommt es jedoch zu einer Umkehr.
    Zwar besitzt die Person immer noch alle Eigenschaften, die auch der kreative Denker besitzt, aber in einem Maß, welches für den Prozess nun nachteilig ist und vor allem: nicht mit eigenem Willen kontrollierbar ist.
    Es ist diese Schwelle, die den Unterschied macht.
    Insofern zeigen die Studien also nicht, dass Menschen mit ADS duetlich kreativer sind, vielmehr zeigt sie, dass es Verwandschaften ind en Eigenschaften gibt und ein Zu Viel an den Eigenschaften, welche für Kreativität stehen, zu Beeinträchtigungen führen.

    All diese Studien und Arbeiten sind unglaublich interessant und wichtig und auch nicht falsch.
    Es wurden und werden nur die falschen Rückschlüsse daraus gezogen.

    Wenn ich eine Normalgruppe und eine Betroffenengruppe vergleiche und Parallelen erkenne, muss ich am Ende immer noch fragen, ob es bei den untersuchten Eigenschaften auch eine Schwelle gibt, ab der sie sich nachteilig auswirken.

    Ein wenig Salz in der Suppe macht sie schmackhafter, perfektioniert sie, macht sie zu etwas besonderem ... aber es wäre falsch daraus den Schluss zu ziehen, dass deutlich mehr Salz die Suppe auch deutlich schmackhafter macht, denn das Gegenteil ist der Fall, sie wird dann ungenießbar.
    Und meiner Meinung nach, fehlt den meisten der genannten Studien genau diese Erkenntnis.

    Diejenigen, die das tatsächlich berücksichtigen, und davon gibts auch viele, zeigen, dass die Kreativität der ADS-Gruppe sich nicht signifikant von der der Normalgruppe unterscheidet.
    Tendenziell zeigen sie einen höheren Ideenreichtum, nicht aber einen höheren kreativen Gesamtprozess.
    Viele gute Ideen zu haben ist das eine.
    Sie aber auch ausdrücken und zu Papier, bzw. in die Verwirklichung zu bringen das andere und genau da liegt das Problem bei den ADS'lern, welches die Diagnose rechtfertigt, die Beeinträchtigung.

    pantoufle schreibt:
    Ähnlich wie Menschen mit ADHS haben Kreative ein breites Interessenfeld und die Gabe, unbefangen und ergebnisoffen mit Gedanken zu spielen, oftmals mit der Folge das Interesse an einem Gedanken zu verlieren und dafür einen anderen aufzunehmen.

    Richtig.
    Aber dennoch bleibt beim kreativen Menschen immer noch was hängen und er kommt am Ende zu einem Ergebnis.

    pantoufle schreibt:
    Außerdem ist der Mangel an Aufmerksamkeit und Konzentration von Menschen mit ADHS vergleichbar mit der Eigenart von kreativen Menschen, sehr stark auf ihre inneren Gedanken und Visualisierungen zu achten (Werry, Reeves & Elkind, 1987; zitiert nach Cramond, 1995). Auch eine gewisse Hyperaktivität ist bei kreativen Menschen zu finden,
    Auch richtig, aber auch hier gilt:
    Das Maß machts.
    Eine gewisse Hyperaktivität, ... bei einem ADS'ler geht das deutlich weiter und ist über dem Punkt, ab dem die Suppe versalzen ist.

    All diese Studien untermauern und zeigen genau das:
    Innerhalt eines gewissen Maßes, sind all die Eigenschaften ideal für einen kreativen Menschen, aber das Ausmaß der Eigenschaften bei einem ADS'ler steht dem entgegen.


    Nochmal:
    Ich hoffe, es ist ok, wenn ich das so zerpflücke?
    Ich will das wie gesagt nicht kritisieren, ich finde das ein unglaublich spannendes und interessantes Thema, über das ich mich gerne austauschen möchte.
    Auch möchte ich die ADS nicht schlechtreden.
    Vielmehr bin ich immer darauf bedacht, dass man meine Argumente kritisch hinterfragt und prüft und sie ggf. widerlegt.

    Liebe Grüße
    Marcus
    Geändert von Fliegerlein (30.01.2014 um 17:26 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  2. #162
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 236

    AW: So viel Negatives... Wo liegt das Postive des ADHS?

    Fliegerlein schreibt:

    Diejenigen, die das tatsächlich berücksichtigen, und davon gibts auch viele, zeigen, dass die Kreativität der ADS-Gruppe sich nicht signifikant von der der Normalgruppe unterscheidet.
    Tendenziell zeigen sie einen höheren Ideenreichtum, nicht aber einen höheren kreativen Gesamtprozess.
    Viele gute Ideen zu haben ist das eine.
    Sie aber auch ausdrücken und zu Papier, bzw. in die Verwirklichung zu bringen das andere und genau da liegt das Problem bei den ADS'lern, welches die Diagnose rechtfertigt, die Beeinträchtigung.
    Statt Kreativität würde ich jetzt eher "Arbeitsleistung" bringen.
    Eine Teamarbeit zwischen einem ADSler und einigen Nicht-ADSlern würde die Gesamtarbeitsleistung erhöhen. Der ADSler wird für die Ideen eingesetzt und die Nicht-ADSler für die Umsetzung. Solch ein Team könnte durchaus eine höhere Gesamtarbeitsleistung bringen als ein Team, das nur aus Nicht-ADSlern besteht.
    Gute Ideen sind Grundlage für die Umsetzung. Ein Team, das nur aus Nicht-ADSlern (ohne stärkere ADS-Tendenzen) besteht, kann diese Grundlage nicht geben.
    Bei einem Team, das aus einem ADSler und mehreren Nicht-ADSlern besteht und die Aufgaben richtig verteilt sind, muss der ADSler trotzdem noch wenige Bereiche bearbeiten, die mit der Umsetzung zu tun haben, aber sein Arbeitsanteil für die Umsetzung würde stark reduziert sein - im Vergleich dazu, dass jeder für sich arbeitet.

    Die Beeinträchtigung der ADSler könnte meiner Meinung nach reduziert werden, indem Teams mit ensprechender Aufgabenverteilung gebildet werden - was das Gesamtergebnis der Arbeit und somit sogar die Teilarbeitsleistung der Nicht-ADSler positiv beeinflussen könnte. Ich vermute aber, dass diese Umsetzung in die Praxis nicht möglich ist, weil das Outen von ADS-Symptomen oder ADS selbst gegenüber anderen sehr häufig negative Folgen für den ADSler hat.

  3. #163
    AlteEiche

    Gast

    AW: So viel Negatives... Wo liegt das Postive des ADHS?

    Rofl.

    Wer so eine Frage stellt, der sollte sofort von der Uni fliegen. IQ Test nicht bestanden

    ADHS was positives ... meine Güte..

    Ist ein Bein Ab, eine krüppel Hand was positives? Oder Krebs?

    Das einzig positive ist das, was man lernt wenn man ein scheiternder Mensch ist - Das lehrt einen Demut und die eigenen Grenzen. Das ist aber eine teuer erkaufte und teils bitter schmeckende Erkenntniss und keine Positive Seite der ADS.

    Gibt wohl genug, die diese Showveranstaltung mitmachen. Ist ja auch eine böse Kränkung wenn man das so offen schreibt...

    Definiere mir irgendeinen positiven Aspekt der ADS und ich zeige dir wo du dich irrst!
    Geändert von AlteEiche (31.01.2014 um 02:06 Uhr)

  4. #164
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: So viel Negatives... Wo liegt das Postive des ADHS?

    verpeilt. schreibt:
    Statt Kreativität würde ich jetzt eher "Arbeitsleistung" bringen.
    Eine Teamarbeit zwischen einem ADSler und einigen Nicht-ADSlern würde die Gesamtarbeitsleistung erhöhen. Der ADSler wird für die Ideen eingesetzt und die Nicht-ADSler für die Umsetzung. Solch ein Team könnte durchaus eine höhere Gesamtarbeitsleistung bringen als ein Team, das nur aus Nicht-ADSlern besteht.
    Gute Ideen sind Grundlage für die Umsetzung. Ein Team, das nur aus Nicht-ADSlern (ohne stärkere ADS-Tendenzen) besteht, kann diese Grundlage nicht geben.
    Bei einem Team, das aus einem ADSler und mehreren Nicht-ADSlern besteht und die Aufgaben richtig verteilt sind, muss der ADSler trotzdem noch wenige Bereiche bearbeiten, die mit der Umsetzung zu tun haben, aber sein Arbeitsanteil für die Umsetzung würde stark reduziert sein - im Vergleich dazu, dass jeder für sich arbeitet.

    Die Beeinträchtigung der ADSler könnte meiner Meinung nach reduziert werden, indem Teams mit ensprechender Aufgabenverteilung gebildet werden - was das Gesamtergebnis der Arbeit und somit sogar die Teilarbeitsleistung der Nicht-ADSler positiv beeinflussen könnte. Ich vermute aber, dass diese Umsetzung in die Praxis nicht möglich ist, weil das Outen von ADS-Symptomen oder ADS selbst gegenüber anderen sehr häufig negative Folgen für den ADSler hat.
    Eine sehr interessante Idee, ich bin - vielleicht auf Grund meiner ADS Eigenschaft ???, hab ich noch gar nicht darüber nachgedacht - in Gruppenarbeiten immer sehr beliebt bzw. alle wollen mich immer mit in ihrer Gruppe habe. Aber leider führt dies natürlich nicht, dazu, dass die Beeinträchtigungen durch das ADS bei mir reduziert werden. Die bleiben natürlich, nur bei Gruppenarbeit wird halt das Positive was ADs eben auch mit sich bringt und das Positive der Normalos genutzt, sicher oft unbewusst und das führt dann zu einem ev. besseren Ergebnis, weil sozusagen mehrere "Begabungen" einfließen.
    Geändert von Wintertag (31.01.2014 um 10:08 Uhr)

  5. #165
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: So viel Negatives... Wo liegt das Postive des ADHS?

    AlteEiche schreibt:
    Rofl.

    Wer so eine Frage stellt, der sollte sofort von der Uni fliegen. IQ Test nicht bestanden

    ADHS was positives ... meine Güte..

    Ist ein Bein Ab, eine krüppel Hand was positives? Oder Krebs?

    Das einzig positive ist das, was man lernt wenn man ein scheiternder Mensch ist - Das lehrt einen Demut und die eigenen Grenzen. Das ist aber eine teuer erkaufte und teils bitter schmeckende Erkenntniss und keine Positive Seite der ADS.

    Gibt wohl genug, die diese Showveranstaltung mitmachen. Ist ja auch eine böse Kränkung wenn man das so offen schreibt...

    Definiere mir irgendeinen positiven Aspekt der ADS und ich zeige dir wo du dich irrst!
    Mit Verlaub, dass ist der größte Unsinn, den du seit langem hier geschrieben hast. Eine solche Sichtweise zeigt nur eins - du hast offensichtlich sehr mit deinem Selbstwertgefühl zu tun.

    Und: Wir, die an Universitäten studieren ( warst du auch an einer?) können dir bestätigen, dass wir dort nicht Behinderte sind (nichts mit Vergleich zu Hand oder Bein ab), sondern mit unseren Qualitäten nicht nur dort hingehören, sondern Seminare oft sogar bereichern (siehe auch meinen Post oben)
    Geändert von Wintertag (31.01.2014 um 10:09 Uhr)

  6. #166
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: So viel Negatives... Wo liegt das Postive des ADHS?

    Na ja... ich hab in Seminaren auch immer die schrägsten Fragen gestellt. Und damit genervt.

    "Behindert" in sofern als ich erstens nie die Grenze zu Gaga gesehen habe und zweitens letztlich nichts greifbares, verwertbares rauskommt.

    An ADHS ist nichts positives. Zumindest nicht an unbehandelten.

    Nu wird's aber OT



    ---
    Gesendet von meinem Telefon ... was die heute können ...

  7. #167
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: So viel Negatives... Wo liegt das Postive des ADHS?

    verpeilt. schreibt:
    Statt Kreativität würde ich jetzt eher "Arbeitsleistung" bringen.
    Eine Teamarbeit zwischen einem ADSler und einigen Nicht-ADSlern würde die Gesamtarbeitsleistung erhöhen.
    Richtig!
    Und zwar vollkommen richtig!!

    Das ist aber bereits der nächste Schritt, sozusagen bereits ein Teil des ADS-Managements.
    Der ADS'ler kann möglicherweise nicht den ganzen kreativen Prozess durchlaufen, aber Teile davon
    Tatsächlich findet man bei vielen erfolgreichen ADS'lern genau das, nämlich dass sie mit den Ideen kommen und das nötige Team haben, diese zu realisieren.
    Ähnlich wie der Chef, der ein glänzender Geschäftsmann sein kann, aber ohne seine Sekretärin, die ihm die ganze Planung abnimmt geht er sang- und klanglos unter.

    Hier gilt ganz klar, dass dies schon Teil der Therapie, oder wie ich es vorziehe auszudrücken: des ADS-Managements ist.
    Wie für jeden Menschen gilt ganz besonders für ADS'ler:
    Stärken stärken und nutzen und für ein Umfeld sorgen (z.B. ein solches Team), in welchem die Schwächen nicht ins Gewicht fallen.

    Genau das sollte aber auch die Schlussfolgerung aus solchen Studien sein.


    Wobei ich hier ein klein wenig einschränken sollte:

    verpeilt. schreibt:
    Der ADSler wird für die Ideen eingesetzt und die Nicht-ADSler für die Umsetzung. Solch ein Team könnte durchaus eine höhere Gesamtarbeitsleistung bringen als ein Team, das nur aus Nicht-ADSlern besteht.
    Da bin ich ein bischen unsicher, denn es gibt auch unter Nicht-ADS'lern reichlich und sehr kreative Menschen.
    Ich seh immer, wie vielen Berühmtheiten posthum eine ADS oder AS angedichtet wird, weil sie eben diese typischen kreativen Chaoten, die zerstruten Professoren etc. sind, man vergisst dabei aber, was eben auch die Studien zeigen, dass diese Menschen durchaus signifikant höhere Eigenschaften in Richtung ADS zeigen, aber das Vollbild einer ADS, eben die Symptomatik, die bedingt, dass eine Diagnose gestellt werden kann und darf, sogar muss, bedingt schwerwiegende Beeinträchtigungen im täglichen LEben.
    Wobei auch das wieder eingeschränkt werden muss, denn wenn ein ADS'ler in genau dem genannten Umfeld steht, in welchem seine Schwächen nicht ins Gewicht fallen, hat er dennoch ADS, aber keinen Leidensdruck ...
    Das erscheint paradox, ist es aber nicht.
    Wenn ich als Farbsehgestörter in einem Kohlenkeller Briketts staple, merkt man die Beeinträchtigungen auch nicht, die kommen erst, wenn ich etwas tun soll, bei dem korrekte Farberkennung wichtig ist.

    verpeilt. schreibt:
    Gute Ideen sind Grundlage für die Umsetzung. Ein Team, das nur aus Nicht-ADSlern (ohne stärkere ADS-Tendenzen) besteht, kann diese Grundlage nicht geben.
    Das ist ein bisschen fataslistisch ... ich denke gerne ebenso, aber so richtig stimmt das ja nicht.
    Menschen ohne ADS können hochkreativ sein und davon gibts auch viele und ich kenne etliche.
    Die Studien, z.B. White & Shah in welchen man feststellen konnte, dass zumindest Teile des kreativen Prozesses besser waren als bei der Kontollgruppe, zeigten keine so gravierenden Unterschiede.
    Aber das müssen sie auch gar nicht, denn wir haben eben auch nicht nur Schwächen, sondern auch Stärken.
    Selbst wenn wir davon ausgehen, dass wir da vielleicht nur ein bisschen über dem Durchschnitt sind, so können die immer noch grandios genutzt werden und wenn wir uns im richtigen Umfeld befinden, dann sind wir auch in der Lage dazu.

    verpeilt. schreibt:
    Bei einem Team, das aus einem ADSler und mehreren Nicht-ADSlern besteht und die Aufgaben richtig verteilt sind, muss der ADSler trotzdem noch wenige Bereiche bearbeiten, die mit der Umsetzung zu tun haben, aber sein Arbeitsanteil für die Umsetzung würde stark reduziert sein - im Vergleich dazu, dass jeder für sich arbeitet.

    Die Beeinträchtigung der ADSler könnte meiner Meinung nach reduziert werden, indem Teams mit ensprechender Aufgabenverteilung gebildet werden - was das Gesamtergebnis der Arbeit und somit sogar die Teilarbeitsleistung der Nicht-ADSler positiv beeinflussen könnte. Ich vermute aber, dass diese Umsetzung in die Praxis nicht möglich ist, weil das Outen von ADS-Symptomen oder ADS selbst gegenüber anderen sehr häufig negative Folgen für den ADSler hat.
    Da kann ich DIr mit jedem einzelnen Wort nur voll und ganz zustimmen.
    Das zeigt, wie wichtig das Umfeld und das Management und auch die Aufklärung über ADS für uns sind.

    Statt zu verstehen, wie eine ADS "funktioniert", wirft man uns nicht selten vor, dass wir uns ja nur die Rosinen rauspicken wollen und die "Arbeit" den anderen überlassen wollen.
    Aber das ist ja nicht wahr.

  8. #168
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: So viel Negatives... Wo liegt das Postive des ADHS?

    Wintertag schreibt:
    Eine sehr interessante Idee, ich bin - vielleicht auf Grund meiner ADS Eigenschaft ???, hab ich noch gar nicht darüber nachgedacht - in Gruppenarbeiten immer sehr beliebt bzw. alle wollen mich immer mit in ihrer Gruppe habe. Aber leider führt dies natürlich nicht, dazu, dass die Beeinträchtigungen durch das ADS bei mir reduziert werden. Die bleiben natürlich, nur bei Gruppenarbeit wird halt das Positive was ADs eben auch mit sich bringt und das Positive der Normalos genutzt, sicher oft unbewusst und das führt dann zu einem ev. besseren Ergebnis, weil sozusagen mehrere "Begabungen" einfließen.
    Das ist so ein richtig schönes Beispiel dafür, wie gut und wichtig das richtige Umfeld für uns ist.
    Das ist ADS-Management wie es sein sollte.
    Denn wenn die Gruppe Dich gerne bei sich haben möchte, ist das ja auch ein Zeichen dafür, dass man Dich so nimmt wie Du bist, mit den Stärken und auch die Schwächen einfach akzeptiert.
    Das ist etwas, das man leider nur recht selten erlet, aber es gibt es und ich habe das auch schon erlebt ... man wird genommen und akzeptiert wie man ist, keine Vorwürfe oder Vorhaltungen.
    Zugegeben, das geht nur bis zu einer gewissen Grenze, der ADS'le muss sich auch der Gruppe anpassen können.
    Aber oft genug wird man auch einfach nur ausgegrenzt, weil man nicht so ist wie die anderen, allein das reicht schon.
    Wenn man aber ein Umfeld hat, das einen eben so nimmt wie man ist und man damit auch die Gruppe bereichert, dann ist das dass Beste, was uns passieren kann.

    Liebe Grüße
    Marcus

  9. #169
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: So viel Negatives... Wo liegt das Postive des ADHS?

    Wildfang schreibt:
    Na ja... ich hab in Seminaren auch immer die schrägsten Fragen gestellt. Und damit genervt.

    "Behindert" in sofern als ich erstens nie die Grenze zu Gaga gesehen habe und zweitens letztlich nichts greifbares, verwertbares rauskommt.

    An ADHS ist nichts positives. Zumindest nicht an unbehandelten.

    Nu wird's aber OT



    ---
    Gesendet von meinem Telefon ... was die heute können ...
    Da muss ich dir leider widersprechen, ich bin in Gruppenarbeiten schneller, habe gute Ideen und das schätzen die Anderen - da kommt sowohl was Greifbares und Verwertbares bei heraus auch für die Anderen und dieses Schnellsein, andere Ideen haben und oft eben auch kreativer sein, dass ist was Positives am auch unbehandelten ADS.
    Geändert von Wintertag (31.01.2014 um 14:01 Uhr)

  10. #170
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: So viel Negatives... Wo liegt das Postive des ADHS?

    Wintertag schreibt:
    Da muss ich dir leider widersprechen, ich bin in Gruppenarbeiten schneller, habe gute Ideen und das schätzen die Anderen - da kommt sowohl was Greifbares und Verwertbares bei heraus auch für die Anderen und dieses Schnellsein, andere Ideen haben und oft eben auch kreativer sein, dass ist was Positives am auch unbehandelten ADS.
    Da muss man sich aber ehrlicherweise auch fragen, ob das der Regel- oder eher der Ausnahmefall ist, also was typisch für ADS ist?
    Ich würde da schon vermuten, dass letzeres wahrscheinlicher ist.
    Geändert von Fliegerlein (31.01.2014 um 15:12 Uhr)

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