Seite 16 von 25 Erste ... 1112131415161718192021 ... Letzte
Zeige Ergebnis 151 bis 160 von 243

Diskutiere im Thema So viel Negatives... Wo liegt das Postive des ADHS? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #151
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 284

    AW: So viel Negatives... Wo liegt das Postive des ADHS?

    @ Loyola, da werde ich dir aber mal wiedersprechen.
    Ich glaube nicht, dass es der beste Knall ist den wir abbekommen haben, wahrscheinlich aber den kompliziertesten Knall.

  2. #152


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 9.020

    AW: So viel Negatives... Wo liegt das Postive des ADHS?

    Ja, es gibt schlimmere Knaller (plural von Knall? Knalle, Knälle, Knalls)

  3. #153
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: So viel Negatives... Wo liegt das Postive des ADHS?

    pantoufle schreibt:
    Die Fragen zu elterlicher Bestrafung sind auch nicht deshalb gestellt worden, um, wie hier vermutet - nachzuweisen, dass hieraus eine ADHS entstanden sei, sondern vielmehr, ob eine hohe elterliche Unterstützung als Puffer/Schutzfaktor fungieren kann.
    wenn man wissen will, ob elterliche Unterstützung als Puffer/Schutzfaktor fundieren kann, fragt man nicht nach elterlicher Unterstützung, sondern nach elterlicher Bestrafung - na das verstehe wer will

    und was war nun dein Ergebnis bezüglich diese Frage ?


    pantoufle schreibt:

    Des Weiteren erfuhren Menschen mit ADHS in ihrer Kindheit signifikant weniger emotionale Wärme, dafür mehr Ablehnung und Strafe von ihren Eltern, also insgesamt eine geringere elterliche Unterstützung in ihrer Kindheit. Zusätzlich weisen sie einen niedrigeren Selbstwert auf als die Gruppe ohne ADHS.
    Das ADSler oft ein niedrigeres Selbstwertgefühl haben, liegt doch aber auch daran, dass sie viele Misserfolge im Laufe ihrer Kindheit, Jugend einstecken müssen. Einfach so zusammenhangslos zu schreiben "zusätzlich ... " sagt wenig aus.

    Insgesamt bleibt für mich, wie damals schon bei den Fragen, dass Gefühl, wer schlechte und vor allem nur einseitige Fragen stellt (und seien es auch vorgegebene durch eine Mentorin) der kann auch kein richtiges Ergebnis erzielen

  4. #154
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 9

    AW: So viel Negatives... Wo liegt das Postive des ADHS?

    @ Fliegerlein: Dankeschön! Zunächst zum aktuellen Forschungsstand zu Kreativität und ADHS hier ein kleiner, naja vielleicht auch nicht so kleiner Ausschnitt aus meiner Bachelorarbeit zu Studien zu dem Thema:

    Als eine weitere Stärke von ADHS-Betroffenen wird oftmals ihre kreative Begabung, Originalität und ihre Fähigkeit zu Innovation genannt (Lauth & Minsel, 2009). Dies konnte auch Shaw (1992) bestätigen, die eine Gruppe von hochintelligenten Kindern mit ADHS mit einer Kontrollgruppe verglich. Sie kam dabei zu dem Ergebnis, dass Kinder mit ADHS im Gegensatz zur Kontrollgruppe eine höhere Kreativität hinsichtlich des figuralen Denkens aufwiesen. Außerdem zeigten die Kinder mit ADHS mehr geistige Bilder und Vorstellungen beim Problemlösen und in einem Kreativitätstest.
    Healey und Rucklidge untersuchten 2006 den Zusammenhang zwischen ADHS und Kreativität und fanden heraus, dass 40 % einer Stichprobe von kreativen Kindern klinisch erhöhte Werte an ADHS-Symptomen aufwies. Dieser Wert ist im Vergleich zur Normalbevölkerung mehr als vierfach erhöht und zeigt, dass Menschen mit ADHS nicht nur höhere Kreativitätswerte aufweisen (Shaw, 1992), sondern dass auch umgekehrt ADHS-Symptome in einer kreativen Population signifikant häufiger vorkommen. Einige Autoren erkannten zudem Ähnlichkeiten zwischen kreativen Individuen und Menschen mit ADHS: Dawson (1997) fand heraus, dass der Prototyp eines kreativen Kindes nach der übereinstimmenden Einschätzung von Forschern und Laien folgende Eigenschaften umfasst: Das Kind stellt die Regeln auf, ist impulsiv, verhält sich unangepasst und ist emotional. Kinder mit ADHS erhielten in einer anderen Studie von Lehrern folgende ähnliche Zuschreibungen: Das Kind setzt sich über Regeln und Bitten des Lehrers hinweg und verweigert sie, ist impulsiv oder handelt ohne vorher nachzudenken, ist dickköpfig, trotzig und gereizt (Skansgaard & Burns, 199. Auch Cramond (1995) machte die Beobachtung, dass es zahlreiche Parallelen zwischen kreativen Menschen und ADHS-Betroffenen gibt: So ähnelt die Beschreibung eines Kindes mit ADHS der von kreativen Menschen neben Merkmalen wie einem schwierigen Temperament, mangelhaften sozialen Fähigkeiten und schlechter akademischer Leistung, auch in Bezug auf die Unaufmerksamkeit: Ähnlich wie Menschen mit ADHS haben Kreative ein breites Interessenfeld und die Gabe, unbefangen und ergebnisoffen mit Gedanken zu spielen, oftmals mit der Folge das Interesse an einem Gedanken zu verlieren und dafür einen anderen aufzunehmen. Außerdem ist der Mangel an Aufmerksamkeit und Konzentration von Menschen mit ADHS vergleichbar mit der Eigenart von kreativen Menschen, sehr stark auf ihre inneren Gedanken und Visualisierungen zu achten (Werry, Reeves & Elkind, 1987; zitiert nach Cramond, 1995). Auch eine gewisse Hyperaktivität ist bei kreativen Menschen zu finden, denn auch sie sind sehr vital und haben ein hohes Energielevel (Ochse, 1990; Davis, 1986; zitiert nach Cramond, 1995). Cramond sah auch in Bezug auf Impulsivität eine Ähnlichkeit zwischen den beiden Gruppen: Er sah in risk-taking, sensation-seeking oder thrill-seeking eine entscheidende Beschreibung von kreativen Menschen, die parallel zum stimulation-seeking bei ADHS-Kindern zu sehen ist (Barron, 1988; Farley, 1981; Torrance, 1968; zitiert nach Cramond, 1995).
    Laut Cramond (1995) könnte die Erklärung für diese überzufällige Überlappung von Eigenschaften zwischen kreativen Menschen und Menschen mit ADHS in kognitiven Grundlagen liegen, die beiden gemeinsam sind. Der mangelhafte Mechanismus der exekutiven Inhibition rückte in das Interesse der Forscher, denn er ist sowohl bei kreativen Menschen, als auch bei ADHS-Betroffenen nachzuweisen:
    So konnten White und Shah (2006) in einer Studie zeigen, dass eine erhöhte Impulsivität im Sinne eines Defizits der Inhibitionskontrolle im Bereich der Kreativität auch durchaus von Vorteil sein kann: Sie untersuchten Erwachsene mit und ohne ADHS hinsichtlich ihrer Fähigkeiten im konvergenten und divergenten Denken. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Gruppe der Erwachsenen mit ADHS die Kontrollgruppe im divergenten Denken übertraf, die Kontrollgruppe jedoch im konvergenten Denken besser abschnitt. Dieser Fakt wurde durch die Defizite in der Inhibition der ADHS-Gruppe erklärt, die den Zusammenhang zwischen ADHS und kreativen Fähigkeiten mediierte.
    Doch warum kann eine erhöhte Impulsivität bzw. eine mangelhafte Inhibition vorteilhaft für das kreative Denken sein? Carson, Higgins und Peterson (2003) fanden heraus, dass zwischen Kreativität und einem Mangel an exekutiver Inhibition Zusammenhänge bestehen. So wiesen hochkreative Menschen niedrigere Werte in der exekutiven Inhibition auf, also der Fähigkeit innere und äußere Reize, die als irrelevant erlebt werden, herauszufiltern. Die Autoren argumentierten, dass diese Unfähigkeit Informationen auszufiltern, vor allem in Kombination mit einem hohen IQ, die Individuen dauerhaft offener macht für neue Informationen. Dies erhöht die Chancen, dass eine originelle Kombination der Information entsteht.
    Eine hohe Impulsivität bzw. ein niedriges Level an Inhibition scheint also die Kreativität zu fördern, da aufkommende Ideen und Konzepte seltener gehemmt werden.

  5. #155
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 9

    AW: So viel Negatives... Wo liegt das Postive des ADHS?

    und nochmal @ Fliegerlein: Mit der verzögerten Selbstwahrnehmung bei ADHS gebe ich dir recht. Ich habe allerdings untersucht, wie sich die erhöhte Impulsivität auf die Kreativität und auch auf die Sportlichkeit auswirkt, wenn man es, TROTZ ADHS und der damit leider oftmals verbundenen häufigeren Misserfolgserlebnisse im Alltag, schafft ein positives Selbstbild zu entwickeln. Also ob dieser hohe Selbstwert einen Schutzfaktor in diesem Prozess darstellt.
    Der Einwand, ob es sich auf den Self Report auswirkt, wenn man immer wieder hört, dass Menschen mit ADHS kreativ sind, kann natürlich gut sien. Hätte ich in meine Einschränkungen schreiben können da hast du wohl recht!

    - - - - - - - - - - Beiträge zusammengeführt (< 3 Minuten Zeitunterschied) - - - - - - - - - -

    @ Wintertag: Der vorgefertigte Fragebogen, den ich zur Verfügung hatte, verrechnete die Skala "elterliche emotionale Wärme" mit der Skala "Ablehnung und Strafe durch die Eltern" und so ergab sich ein Gesamtscore, der die elterliche Unterstützung insgesamt darstellt.

  6. #156
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 9

    AW: So viel Negatives... Wo liegt das Postive des ADHS?

    Im Zusammenhang zwischen Impulsivität und Kreativität/Sportlichkeit fungierte die elterliche Unterstützung nicht als signifikanter Schutzfaktor, da elterliche Unterstützung zwar als ein wichtiger Schutzfaktor im Entwicklungsverlauf fungiert, aber elterliche Unterstützung wohl nicht unbedingt für die Entwicklung von hoher Kreativität zwingend ist. Es gibt sogar eine Studie die besagt, dass Kreativität oftmals gerade dort entsteht, wo widrige Entwicklungsbedingungen vorliegen (Simonton, 1994), weil herausfordernde Bedingungen die Fähigkeiten einer Person bestärken, den Widerständen zu begegnen. Abgesehen davon gibt es immer ein Zusammenspiel von Faktoren, daher habe ich an der Stelle auch nicht unbedingt mit einem Ergebnis gerechnet.

  7. #157
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: So viel Negatives... Wo liegt das Postive des ADHS?

    wie viele auswertbare Daten hattest du denn ?

  8. #158
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 9

    AW: So viel Negatives... Wo liegt das Postive des ADHS?

    Ich hatte eine Stichprobe von 106 Probanden, davon 49 mit ADHS (46.2%) und 57 ohne ADHS (53.8%). Der Altersdurchschnitt war beinahe gleich. Also wie gesagt, dankeschön nochmal an alle, die teilgenommen haben!

  9. #159
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.907

    AW: So viel Negatives... Wo liegt das Postive des ADHS?

    ach und wer hat denn nun den 15 € Gutschein, den du verlosen wolltest unter allen Teilnehmern deiner Befragung gewonnen ?

    - - - - - - - - - - Beiträge zusammengeführt (< 3 Minuten Zeitunterschied) - - - - - - - - - -

    pantoufle schreibt:
    Im Zusammenhang zwischen Impulsivität und Kreativität/Sportlichkeit fungierte die elterliche Unterstützung nicht als signifikanter Schutzfaktor, da elterliche Unterstützung zwar als ein wichtiger Schutzfaktor im Entwicklungsverlauf fungiert, aber elterliche Unterstützung wohl nicht unbedingt für die Entwicklung von hoher Kreativität zwingend ist. Es gibt sogar eine Studie die besagt, dass Kreativität oftmals gerade dort entsteht, wo widrige Entwicklungsbedingungen vorliegen (Simonton, 1994), weil herausfordernde Bedingungen die Fähigkeiten einer Person bestärken, den Widerständen zu begegnen. Abgesehen davon gibt es immer ein Zusammenspiel von Faktoren, daher habe ich an der Stelle auch nicht unbedingt mit einem Ergebnis gerechnet.
    Also mehr oder weniger hast du nur das noch mal erfragt und untersucht, wozu es schon Studien gibt ? Oder ?

    Hast du denen auch Punkte gefunden, wo deine Ergebnisse, von denen vorliegender Studien abweichen

  10. #160
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 9

    AW: So viel Negatives... Wo liegt das Postive des ADHS?

    Ich hab denjenigen per Mail benachrichtigt. Und ich habe repliziert, dass Menschen mit ADHS kreativer sind, aber neu war, es in den Zusammenhang mit dem Kardinalsymptom Impulsivität zu bringen, wozu es bisher keine Forschung gab. Zur Sportlichkeit bei ADHS gibt es unklare Befunde und gerade im Zusammenhang mit Impulsivität wenige Studien. Hier kam in meiner Studie heraus, dass Menschen mit ADHS nicht signifikant sportlicher sind als die Kontrollgruppe.Das war forschungs- und hypothesenkonträr.

Ähnliche Themen

  1. viel zu heiß, viel zu kalt.... kennt ihr das?
    Von Bulme im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 12.07.2012, 15:23
  2. Viel zu viel reden im Freundeskreis und zu viele Fehler im Büro
    Von Kasiopaia im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 11
    Letzter Beitrag: 7.07.2010, 22:40

Stichworte

Thema: So viel Negatives... Wo liegt das Postive des ADHS? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum