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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 4

    Beitrag Hoffnungslosigkeit durch Ads?

    Liebe Leute,
    heute also meine Leidensgeschichte :

    Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht wo ich anfangen soll.Mittlerweile habe ich ein ganzes Potpourri an Problemen, die höchst vermutlich mit Ads indirekt oder direkt zutun haben.
    Erst einmal kurz zu meiner Person: ich bin 25 Jahre alt, arbeite 40 Stunden im Vertrieb, zusätzlich hole ich an der Abendschule mein Abitur nach.
    Erstmals hellhörig –wenn ich es den zu diesen Zeitpunkt verstanden hätte-wurde ich in der Grundschule, als ich im Winter ohne Schuhe über den Pausenhof rannte um daraufhin zum Konzentrationstraining geschickt zu werden.

    Ergebnis des Ganzen: Mir wurde eine Konzentrationsstörung assistiert , meine Mutter brach daraufhin die Therapie ab, wenn man sie den so nennen will, weitere Hintergründe kenne ich nicht, warum die Therapie abgebrochene wurde, weiterreichende Vorschläge etc.
    Generell war ich ein extrem schreckhaftes und zurückgezogenes Kind, sehr verträumt und von der Welt entrückt.
    Die ganze Zeit habe ich geweint, was ich allerdings recht gut verstecken konnte, es war mir unmöglich mich zu öffnen.
    Um es alles ein wenig abzukürzen, im Laufe der Jahre habe ich gelernt Vertrauen aufzubauen, vor allem im Kreise meiner Familie zuvorderst zu meiner Tante, diese hat mir allerdings über Jahre Lügen aufgetischt und ist mittlerweile in der Psychiatrie gelandet.

    Ähnlich erging es mir mit dem Rest der Familie wenn auch in abgeschwächter Form, ich möchte kein Mitleid erregen oder ähnliches, sondern lediglich aufzeigen, dass dies wohl der Punkt war (ich war um die 18 Jahre alt) als die typische ADS-Symptome immer stärker wurden und sich verfestigten.
    Bis dato war ich verträumt, zerstreut und hatte Probleme mich auf Dinge zu konzentrieren, mittlerweile kommen Depressionen, ständige Innere Unruhe und starke Einschlafprobleme u.a hinzu.
    Und vor allem diese Hoffnungslosigkeit!


    Ausgenommen zu meinen Bruder habe ich zu meiner Familie so gut wir gar keinen Kontakt mehr.
    Hinzu kammen viele weitere kleine und größere Tragödien im Privaten wie im beruflichen Umfeld die mir Stück für Stück den Boden unter den Füssen weggezogen haben.
    Vor ca. zwei Jahren habe ich mich dann entschlossen einen Therapeuten aufzusuchen, da es mir doch dämmerte,dass ich nicht „ganz normal bin“ Die Therapeutin vermutete bereits bei unseren ersten Gespräch, dass ich unter Ads und Depressionen leide.


    Unglücklicherweise besitzt besagte Ärztin keine Kassenzulassung, es folgte ein Monatelanger Schriftverkehr mit meiner Krankenkasse, mit den Ergebnis, dass diese keine kosten übernimmt.
    Daraufhin hatte ich weitere Gespräche und nach langen suchen eine Psychotherapeutin gefunden bei welcher ich mich wohl fühlte.
    So schön, so gut, nur wurden aus den 3-6 Monaten Wartezeit über ein Jahr....und dann war ich zeitlich nicht mehr so flexibel.


    Mir ist bewusst, dass eine Therapie wichtig ist aber momentan habe ich dafür einfach keine Zeit dafür,ich werde noch bis zum Oktober Vollzeit arbeiten, danach möchte ich mich mehr auf die Schule konzentrieren und Teilzeit arbeiten, dadurch habe ich dann auch zeitlich die Möglichkeit eine Therapie zu beginnen.
    Ich dachte die Zeit überbrücke ich,es wird halb so wild etc.....doch jetzt merke ich, das ich immer hoffnungsloser werde, ich kann mich weder auf Dinge, noch auf Menschen einlassen, alles ist so freudlos geworden, ich fange tausend Sachen an und breche sie genauso schnell wieder ab. Momentan habe ich keine Hoffnung, dass es einmal besser wird, die Dinge spitzen sich zu und ich weiß nicht was ich dagegen tun kann....


    Mein größtes Problem ist, dass alles von mir alles abprallt egal in welcher Situation ich mich befinde....flux dreht sich in meinen Kopf wieder alls darum „du bist ungenügend“...“dir geht es schlecht“.....


    Weiß jemand einen Rat? Auch über Buchvorschläge würde ich mich freuen...

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 10

    AW: Hoffnungslosigkeit durch Ads?

    Hi Tipasa,

    erst mal herzlich wilkommen im Forum.
    Das mit der Hoffnungslosigkeit kann ich total nachvollziehen.
    Bin durch mein ADHS und den Begleiterkranken wie z.B den Depressionen, Konzentrationsstörungen und einer Pallette von Ängsten soweit abgestürzt
    das ich seit 4 Monaten in einem Heim für psychisch Kranke lebe, nach einem 7 Monate langem Aufenthalt in der Psychatrie.
    Habe auch immer noch das Riesenproblem das ich alles auf die lange Bank schiebe und Hundert Sachen anfange und nicht zu Ende bringe weil ich mich auf nichts so richtig konzentrieren kann.
    Aber ich kann dich ermutigen, es kommt auch in deinem Leben wieder bessere Zeiten.
    Man muß einfach fest dran glauben und jede Unterstützung annehmen die einem von außerhalb geboten wird.
    Ich kann dir ein Buch empfehlen, das ich mir mal vor 5 Jahren gekauft habe, sind echt hilfreiche Tipps drin.
    A. D. S. ( ADS). Das Erwachsenen-Buch: Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom. Neue Konzentrations- und Organisations-Hilfen für Ihr Berufs- und Privatleben. ... Das Opti-Mind-Konzept für ADS-Erwachsene

    Dieter Claus(Autor), Elisabeth Aust-Claus(Autor), Petra-Marina Ha

    LG Franz

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Hoffnungslosigkeit durch Ads?

    Hallo Tipasa,

    erst einmal Hut ab, dass du die Arbeit und die Abendschule trotz deiner Problematik so auf die Reihe bekommst!

    Ich selbst bin 24 und habe im letzten Oktober ein Vollzeitstudium angefangen. Meine Diagnose habe ich 2010 bekommen.
    Mir fallen einige Punkte ein, die mir sehr geholfen haben:

    Mein erstes Gespräch hat nicht mit einem Arzt, sondern mit einem guten Ergotherapeuten stattgefunden. Schau doch mal, ob du eine Ergotherapie-Praxis findet, die ADS bei Erwachsenen behandelt. Dort findest du auch die Info, welcher Arzt in deiner Region dir helfen kann. Ich weiß spontan zwei gute Ärzte, die sitzen aber beide in Norddeutschland.

    Bei der Ergotherapie wurden bei mir zwei Sachen gemacht: 1. Habe ich dort ein Coaching erhalten, durch das ich meinen Alltag besser strukturieren gelernt habe.
    2. Habe ich dort ein Neurofeedback (schreibt man das so?) mitgemacht. Dabei wurden bei mir die Hirnströme gemessen, während ich vor einem Bildschirm gesessen habe. Man lernt, einfach gesagt, sich entspannt zu konzentrieren. Wenn du einen Arzt findest, der ADS bei Erwachsenen behandelt, wird dieser dir die Ergotherapie verschreiben, so dass du davon keine Kosten hast.

    Eventuell können eine Zeit lang auch Medikamente bei dir sinnvoll sein, dass solltest du aber mit einem Arzt besprechen. Ich selbst habe mein Abitur auf dem zweiten Bildungsweg gemacht und während der Zeit der Abiturklausuren, sowie dem neuen Arbeitsplatz nach dem Abitur Medis genommen. Zwischendurch hatte ich sie abgesetzt, und jetzt, wo mein Studium mich wieder stark fordert, habe ich mir wieder welche verschreiben lassen.


    Außerdem möchte ich dir ins Bewusstsein rufen, dass die ADS nicht nur negative Seiten hat: Kreativität, Spontanität, Einfallsreichtum, oftmals überdurchschnittliche Begabung; dein Störungsbild bringt dir auch Vorteile mit.

    Ich drück dir die Daumen, dass es dir schnell wieder besser geht!

    Lg, zirakat

    PS: an Büchern habe ich da: "Die Chaosprinzessin" von Sari Solden (richtet sich allerdings speziell an Frauen mit ADS) und "zwanghaft zerstreut" von Edward M. Hallowell / John Ratey

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 135

    AW: Hoffnungslosigkeit durch Ads?

    Hallo,

    ich denke, Dein größtes Problem ist momentan Deine Depression.
    Zirakat hat Recht, Du solltest mit einem Arzt sprechen, ob nicht
    eine Einnahme von entsprechenden Medikamenten sinnvoll wäre,
    zumindest, bis Du halbwegs wieder "Land siehst".
    Bei einer Depression ist es nicht möglich, die eigene Situation
    rational zu beurteilen, daher können Medis hilfreich sein.
    Hast Du einen vertrauten Menschen zum Reden?

    Alles Gute
    deroptimist

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Hoffnungslosigkeit durch Ads?

    Vielen lieben Dank für die antworten
    und die Aufmunterungen
    Würdet Ihr generell zu einer
    Verhaltenstherapie raten, welche Erfahrungen habt Ihr da persönlich
    gemacht bzw. welche Alternativen?
    Bezüglich der Ergotherapie werde ich
    mich mal informieren bzw. habe auch schon angefangen, bis dato ohne
    Erfolg.
    Was das leidige Thema Medikamente
    angeht, ich war immer ein Gegner davon, doch mittlerweile bin ich
    davon überzeugt welche zu nehmen.
    Dieses Gefühl der kompletten
    Hoffnungslosigkeit und Isolation ist nicht neu für mich, doch über
    so einen langen Zeitraum in dieser Intensität ist dann doch neu.
    Besteht denn auch die Möglichkeit,
    dass mein Hausarzt mir Medikamente verschreibt oder ist dazu eine
    Überweisung nötig?
    @Franz

    Ich wünsche dir viel Kraft damit du da
    wieder rauskommst! Eine Frage, kam der „Absturz“ bei dir
    plötzlich oder hat es sich immer mehr zugespitzt?

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 10

    AW: Hoffnungslosigkeit durch Ads?

    Hallo,

    Ich bin auch momentan an einer Verhaltenstherapie dran, ich habe schon das Gefühl das sie mir etwas bringt,aber es ist halt oft schwer die Dinge umzusetzen die mir von der
    Verhaltenstherapeutin aufgetragen werden (z.B Tagesstruckturpläne,Putzplän e usw. zu schreiben), aber ich denke das liegt halt auch an der Verfassung in der man sich befindet und natürlich auch am Therapeuten.
    Ich denke wenn die Chemie zwischen dir und dem Therapeuten stimmt und du mit viel Ergeiz herrangehst kannst du auf alle Fälle davon profitiern.

    Ja es hat sich langsam zugespitzt und es lag auch an einer total falschen medikamentösen Einstellung der Ärzte, sie gaben mir Medis die sie in der
    Konstelation zusammen wegen den Wechselwirkungen nicht verabreichen sollten, ich war total verwirrt drauf.

    Lg Franz

  7. #7
    Comicus Divinius

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.200

    AW: Hoffnungslosigkeit durch Ads?

    Ja Verhaltenstherapien sind gut, habe damit gute Erfahrungen gemacht

    Ich hatte auch eine Depression, hervorgerufen durch mein Adhs, also eine Folge des Scheiterns und Versagens. Aber es war nur eine leichte und ich habe mich da wieder heraus geholt, aber es war verdammt schwer, aber es ist schaffbar
    Ließ lustige Bücher, Filme, nimm kurzfristig Medikamente, aber bitte gib nicht auf, ja ?

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