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Diskutiere im Thema Intelligenz als Kompensation im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 27

    Intelligenz als Kompensation

    Kann das sein ? Ein Psychiater hatte vor einigen Jahren zu mir gesagt hat , dass ich durch meine Intelligenz das ADS lange Zeit kompensieren konnte . Das war in der Zeit der 5 Klasse . Die Grundschule lief fast ohne lerne super . Andererseits denke ich , dass zum Beispiel Unordung und emotionale Instabilität dadurch doch eigentlich nicht beeinflusst werden können ?

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 466

    AW: Intelligenz als Kompensation

    Ja, das denke ich schon, dass das geht, hilft immerhin enorm beim Verstehen und Lernen, und auch beim gesunden Überblick. Wobei die Intelligenz wohl zum Zweck der Kompensation vielleicht gebraucht, aber keinesfalls "aufgebaut" werden kann.

    Und nein, wie du denke ich auch nicht, dass Unordnung und emotionale Instabilität durch Intelligenz großartig beeinflusst werden können, es sei denn mit Taktik, Tricks und Selbstüberlistung, die ich schon immer gebrauchte, schon vor der Diagnose. Unordentlich ist es trotzdem, weil meine Selbstüberlistungen immer nur kurz oder situationsgebunden funktionieren.

    Was das Emotionale betrifft, so habe ich den sogenannten Perspektivenwechsel erfunden (bevor ich wusste, dass es dieses Wort gib). D.h., mit ist sehr wohl aufgefallen, dass eine Sache gleich GANZ anders aussehen kann, wenn ich innerlich gewissermaßen einen "Schritt beiseite trete", und sich der Blickwinkel so wenigstens minimal verändert. = winzig kleine Veränderung mit ,riesiger Wirkung.
    Leider hilft mir dieses Wissen überhaupt gar nicht dabei, diesen "Schritt beiseite", um die Perpektive zu ändern, auch zu vollziehen. Er kann sich durch eine Begebenheit, einen Einfall, oder einen "Zufall" ereignen, aber ich kann ihn nicht einfach machen - was schlimm sein kann, wenn ich weiß, dass es mir damit gleich ganz anderes und besser gehen könnte.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 71

    AW: Intelligenz als Kompensation

    Meine Meinung: wo viel Licht, da viel Schatten.
    Soll heissen: eine sehr stark ausgeprägte Fähigkeit bringt auch eine besonders schwach ausgeprägte mit sich.
    ...es ist wie die Schwingung eines Pendels, die zwei Seiten einer Medaille, etc. pp.

    Ich habe mich in der Schule mit "mangelhaft" und "ausreichend" durchgewurschtelt.
    Später wurde mir durch einen standardisierten IQ-Test beim Psychologen eine Intelligenz "weit über dem objektiv Messbaren" bescheinigt.

    Dä!

  4. #4
    Prinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 826

    AW: Intelligenz als Kompensation

    Also ich glaube schon das der gemeine ADHSler über eine große Intelligenz verfügen muss, denn wir denken sooft verschiedene Dinge gleichzeitig, die eben in die richtigen Bahnen gelenkt werden müssen, was ohne Intelligenz nicht möglich wäre.

    Außerdem ist mir oft aufgefallen das ADHSler ein Problem nicht nur einseitig beleuchten, sondern extrem vielschichtig. Sie fangen meist bei A an und landen dann irgendwann irgendwie bei Z. Der Stino kommt meist nur bis C.

  5. #5
    bizzylizzy

    Gast

    AW: Intelligenz als Kompensation

    Also, ich weiß nicht, ob meine Intelligenz besonders ausgeprägt ist

    Aber eins weiß ich: man braucht als ADSler eine gehörige Portion
    Intelligenz und Einfallsreichtum, um sich durchs Leben zu wursteln
    und dennoch gute ERgebnisse zu bringen.

    Man muss wirklich viel kompensieren - dafür hat man es in so manchen
    Bereichen wiederum einfacher als andere.
    Und das Leben als ADSler ist um ein vielfaches spannender

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 63

    AW: Intelligenz als Kompensation

    Meine Frau sagte mal zu mir, wenn etwas genau und absolut perfekt geplant werden muss soll ich das machen!
    Weil ich mich für 2-3 Stunden sehr gut auf ein Event,Projekt oder Tätigkeit
    extrem konzentrieren kann! Aber geht es um banale Sachen die zwischendurch kommen
    vergess ich die hälfte etc. kennt ihr ja Alle selber.
    Meine Frau hat meiner Meinung nach die Perfekte Bezeichnung für
    und ADHSler gefunden.
    Sie sagt ich wäre ein Teilzeitgenie befristet auf 3Stunden.
    Irgendwo hat sie recht, und ich denke auch das Leute wie wir,
    die ihr Leben Lang sich irgendwie durchgewurschtelt haben einfach Inteligend sein müssen.
    Weil dumme Menschen:
    -liegen nicht Abends im Bett und machen sich die Planung der nächsten 3 Jahre im Kopf,
    -können nicht eine Komplette Familienfeier mit catering, Sitzplan und Parkaufteilung innerhalb von 2 Stunden alles im
    Kopf planen und aufschreiben so das sie auch wirklich funst!
    -würden sich gar keine Gedanken darüber machen ob sie anders, dumm ,behindert, einsam oder unbeliebt sind!
    -können mit ner konzentrationsschwäche mit sicherheit keinen Führerschein, Ausbildung,Studium usw. machen.


    Meiner Meinung nach kann man uns Adhs-Teilzeitgenies viel nach sagen, aber mit sicherheit nicht das wir Dumm, Faul oder weniger wert sind, denn das was jeder von uns täglich im normalen Alltag leistet trotz dieser sagen wir mal Einschränkung ist
    für mich eine Hochachtung wert!!!
    Also ihr Teilzeitgenies, lasst euch nicht hänseln ihr Gretels!!

  7. #7


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 9.020

    AW: Intelligenz als Kompensation

    Teilzeitgenie. Das ist ein wunderbares Wort. Muss ich mir merken. Und es trifft den Kern. Ist der Hyperfokus da, dann bin ich nicht mehr zu bremsen.
    Planungen sind dann super ausgearbeitet, aber.......dann muss es jemand anders ausführen.

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 181

    AW: Intelligenz als Kompensation

    Mich haben anfangs alle Ärzte ungläubig angeschaut... "Sie haben ein Einser-Abitur und glauben ernsthaft, Sie hätten AD(H)S??!" - so ungefähr.
    Ja, ich hab eine schnelle Auffassungsgabe, die gottseidank kompensieren konnte, dass ich nie sehr lange wirklich LERNEN konnte, ich brauchte es auch einfach nicht. Und ja, ich hab mich mit viel Köpfchen auch durch alle sozialen Herausforderungen der Schulzeit schlagen können, war zwar irgendwo immer anders, aber schien für alle anderen doch nie Außenseiterin zu sein. Und ja, ich hab Zwänge entwicklet, um dieses Bild auf Dauer aufrechterhalten zu können, denn nein, gut ging es mir bei all dem nicht. Es war höllisch anstrengend, denn ADS habe ich eben trotz sogar sehr guter Leistungen in allen Lebensbereichen. Über Leistungsdruck hab ich mir meinen letzten Rest Selbstwertgefühl retten wollen - aber natürlich klappt es nicht dauerhaft, mit einer solchen Fassade zu leben.

    Kurz gesagt war für mich die Folge, wegen der ich jetzt auch in Psychotherapie bin: Ein erwachsenes Leben mit viel Druck und ständiger Angst, und - weil ich mich eben hauptsächlich über meinen schnellen Verstand gesteuert habe - ein nur noch schwacher Zugang zu meinen Gefühlen und dem emotionalen Teil in mir. Letzteres wird langsam deutlich besser, und obwohl ich nun meine Sensibilität und auch emotionale Labilität wieder voll zu spüren bekomme (früher hab ich sie unterdrückt, um mich anzupassen), was im Alltag wirklich nicht immer einfach ist, würde ich nicht wieder zurück wollen.

    Naja, ich höre hier mal auf, denn meine Geschichte ist natürlich noch viel länger. Aber ich hoffe ich konnte bestätigen, dass eine hohe Intelligenz durchaus eine Störung wie ADHS nach außen kompensieren kann, nur leider nicht auf Dauer (denke ich) und vor allem nicht ohne einen Preis dafür zu zahlen.

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 340

    AW: Intelligenz als Kompensation

    Ja, sehe ich auch so.

    Habe ebenfalls ein Abi mit ner 1 vorm Komma.

    Danach war ich 6 Monate in stationärer Behandlung....

    Soll zeigen wie es ziemlich schematisch bis jetzt ablief:

    Anpassung u Kompensation über Adaptieren von Stimmungen u z.B. Verhaltensweisen von anderen. Sehr gute Leistungen. Zusammenbruch. Mal stärker mal schwächer.

    Bin jetzt schon 40 und muss rückblickend feststellen, dass ich IMMER einen hohen Preis für die Anpassung bezahlt habe. Jetzt kann ich natürlich nichts mehr an der Vergangenheit ändern, sondern eine Versuch starten, es anders zu machen.

    Weiß nicht, ob das gelingen wird. Weiß aber, mein Kampf war nie umsonst. Bin irgendwie an einem Wendepunkt, auch durch die Diagnose. Und zwischendurch auch ein kleines bisschen stolz.

    Durch ein sehr gutes Examen stehen mir einige Türen offen ( dieser Kraftakt hat mich leider auch für Monate aus dem Verkehr gezogen).

    So habe ich nach langer Zeit ein kleines bisschen Hoffnung, dass ich eventuell alte Schemata durchbrechen könnte auf der Basis teuer bezahlter Möglichkeiten.

    Ich hoffe, es klingt nicht nach Prahlerei. Will leistungsmäßig nicht auf die Kacke hauen.

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 181

    AW: Intelligenz als Kompensation

    Das klingt gar nicht nach Prahlen, Andicool! Obwohl ich zugeben muss, dass ich diese Bedenken bei meinem Beitrag auch zuerst hatte...

    Aber wo Du es gerade sagst, dass Dich diese "Kraftakte" erstmal "aus dem Verkehr ziehen": Bei mir war es so, dass man mir während der Schulzeit kaum etwas angemerkt hat, nach außen hin, was mir rückwirkend natürlich auch ein gewisses bisschen restliches Selbstwertgefühl aufrecht erhalten konnte. Aber direkt nach dem Abitur kam der erste große Zusammenbruch in meinem Leben, den ich nicht mehr aufhalten konnte, und der dadurch auch mein gesamtes Umfeld völlig von den Socken riss... ich Studium aufzunehmen, war aber nach einem Semester letztlich für Monate in einer Klinik, kam dort wieder raus, hab mich runtergehungert bis fast tot und habe schließlich gut 3 Jahre gebraucht bis ich ich einigermaßen gefangen hatte und an Studium oder ähnliches wieder zu denken war.
    Das größte Problem daran, waren die absolut fehlenden Stimulationen für das kleine Selbstwertgefühl... ich war ja plörtzlich nicht mehr zwar anders, aber eben auch immer in allem höher, schneller, weiter und am besten und trotzdem noch beliebt bei meinen Mitmenschen... ich war ausgehungert und auf Hilfe angewisen und ich hatte Jahre verloren, die ich mit Berufsausbildung hätte verbringen sollen... Das war schrecklich.
    Auf dem Weg da raus hab ich schon viel von meinem eigentlichen, nicht durch Intelligenz zurechtgelegten Ich wiedergefunden, bin aber wohl noch lang nicht am Ziel. Ich kann daher nur jedem raten, einen anderen Weg zu wählen.

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