Seite 2 von 7 Erste 123456 ... Letzte
Zeige Ergebnis 11 bis 20 von 62

Diskutiere im Thema Liegt es an mir, dass alle Kontakte scheitern? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: Liegt es an mir, dass alle Kontakte scheitern?

    WeißeRose schreibt:
    Natürlich geht Qualität vor Quantität. Aber was nutzt mir die beste Qualität, wenn ich nur an 2 von 365 Tagen im Jahr meine Freunde sehe und sonst immer nur alleine bin? Wenn du damit glücklich bist, ist das in Ordnung. Für mich wäre das aber nichts.
    Das ist ja nicht bei allen so, und na ja, in einer vierköpfigen Familie ist man viel zu selten allein...

    Mir geht es auch nur um die Erwartungshaltung, ich bin da ein gebranntes Kind....

    LG Tanja
    Geändert von Chaostanja (10.04.2013 um 12:30 Uhr) Grund: Ergänzung

  2. #12
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 71

    AW: Liegt es an mir, dass alle Kontakte scheitern?

    Myamara schreibt:
    Ich habe das gefühl, dass es auch an mir liegen muss, dass ich keine zufriedenstellenden Kontakte zustande bringe.
    Was mache ich falsch?
    Rede ich vielleicht zu viel von mir und meinen Problemen?
    Selbstverständlich liegt es an dir.
    Du machst aber nichts "falsch". Ich denke eher, du suchst am falschen Ort/bei den falschen Leuten.

    "It takes two to Tango"

    Zufriedenstellende Kontakte beruhen auf Gegenseitigkeit.
    Wenn dein Gegenüber nicht will, deinen Wunsch nicht erwidert, dein Angebot nicht annimmt, kannst du es halt nicht erzwingen.
    Wer echtes Interesse hat, deinen wahren Wert erkennt, der wird dir regelrecht zufliegen.

    "Wer nicht will, der hat schon" hat meine Oma immer gesagt.

    "Angebot und Nachfrage regeln den Preis" sagt die Volkswirtschaftslehre-
    Angebot und Nachfrage | VWL

    "Willst du gelten, mach dich selten"

  3. #13
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 661

    AW: Liegt es an mir, dass alle Kontakte scheitern?

    Ich hab in den letzten 10 Jahren, alle sogenannten Freunde, die sich nur so alle 2 bis 3 Monate etwas von sich hören ließen abgesäbelt. Auch hab ich die abgesäbelt, die wiederholt nicht für mich da waren, wenn ich sie brauchte. Allen hatte ich in einem offenen Gespräch die Gelegenheit gegeben, etwas zu ändern. Keiner änderte etwas und so schrumpfte der Freundeskreis auf eine kleine Zahl zusammen. Die kleinere Anzahl an Freunde störte mich nicht, weil die waren für mich da und ich für sie. Mit den Jahren schrumpfte dieser Kreis, nicht weil man sich gestritten hätte, sondern sie zogen sich langsam immer mehr zurück. Heute ist nur noch 1 richtiger Freund da, was mir ehrlich gesagt, aber schon ein Tick zu wenig ist. 3 echte Freunde/innen wäre schon super + feste Lebenspartnerin und ich wäre glücklich. Und die müßen sich jetzt nicht eindauernd melden oder so...einmal im Monat...wenn es die Zeit für treffen nicht zuläßt, reicht auch mal nur telefonieren.

    Ein verheirateter oder in fester Bindung stehender Mann kann meines Erachtens kein Freund für eine andere Frau sein.
    Also ich hatte schon etliche Freundschaften mit Frauen, aber so lange ich in einer Beziehung bin, bin ich auch 100% treu...selbst jetzt, wo ich in der Luft hänge
    Ich kann mir einfach nicht vorstellen, mit jemand anders Sex zu haben, als mit meiner Freundin. Also wird da mit einer Kumpelin nicht passieren und wirklich nur Freundschaft bleiben. Als ich Single war damals, ist aber auch schon aus einer Kumpellin eine Partnerin geworden.

    wenn es hoch kommt ein- zweimal im Jahr sehe
    Das ist nichts für mich....hab ich die Erfahrung gemacht, das mir das nicht gut tut. Brauch da schon auf irgend einer Weise, wie online, tele, persönlich, mehr Kontakt. Aber es ist gut so, das wie alle anders gestrikt sind. So kann jeder das finden, was er sucht.... wenn das nur so leicht wäre.
    Geändert von Einstein (10.04.2013 um 13:11 Uhr)

  4. #14
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Liegt es an mir, dass alle Kontakte scheitern?

    Chaostanja schreibt:
    Das ist ja nicht bei allen so, und na ja, in einer vierköpfigen Familie ist man viel zu selten allein...
    Stimmt, da bin ich als Single in einer ganz anderen Lage...


    Chaostanja schreibt:
    Mir geht es auch nur um die Erwartungshaltung, ich bin da ein gebranntes Kind....
    Erwartungshaltungen überfordern die Menschen. Ich hab´ in jüngeren Jahren auch schon den Fehler gemacht und zu ehemaligen Freunden gesagt, dass mir 1x Treffen pro Woche zu wenig war und 2-3x für mich das Optimum waren. Das würde ich nie wieder machen. Wobei ich jetzt im fortgeschrittenen Alter auch nicht mehr jede Woche irgendwelche Leute treffen muss.

  5. #15
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 176

    AW: Liegt es an mir, dass alle Kontakte scheitern?

    Hi,

    habe jetzt nicht alle Beiträge gelesen, daher jetzt nur meine eigenen Erfahrungen zu diesem Thema.

    Ich kenne das Problem allzu gut. Ich bin zunächst erstmal sehr wählerisch mit den Personen, die ich gerne als Freunde hätte, aber wenn ich mir erstmal jemanden ausgesucht habe (meist in Verbindung mit meinem Hobby Tauchen) und die gegenseitige Sympathie da ist, kann ich sehr schnell Kontakt aufnehmen und habe erstmal schöne Treffen.

    Sehr schnell treffen wir uns immer häufiger und gehen tauchen und reden auch über tiefsinnige Dinge, aber manchmal auch über Probleme. Manchmal neige ich auch zu etwas derben Späßen, wenn mir jemand sympathisch ist und wir uns schon besser kennen, mache das aber nur nach Vorwarnung, nachdem ich diesbezüglich schonmal Ärger bekommen hatte.

    Mir fällt auch, dass nach einer gewissen Zeit sich die Leute auch einfach von mir zurückziehen. Ich habe immer wieder hinterhertelefoniert oder gemailt und war manchmal richtiggehend sauer und habe die Betroffenen direkt gefragt, ob sie irgendein Problem mit mir haben, ob ich nerve oder so. Bislang hat mir da noch nie jemand etwas Negatives über mich gesagt, meistens hieß es, sie hätten keine Zeit, das Wetter sei nicht so gut für´s Tauchen oder sie hätten einfach kein Interesse mehr.

    Zum Glück bekommt mein Mann manchmal mit, wie ich mich bei anderen verhalte, so dass er mir manchmal sagen kann, woran es u.U. liegt; er blickt laut eigener Aussage aber auch nicht immer durch, warum sich Menschen so oder so verhalten. Er hat beobachtet, dass ich sehr dominant im Auftritt bin, sehr direkt, extrem schnell anderen vertraue und auch dazu übergehe, andere zu sehr für mich einzunehmen. Ich würde die Leute einfach mit meinem Auftritt "überfahren" und garnicht bemerken, was sie für Bedürfnisse haben, ob ihnen irgendwas peinlich oder zuviel ist und enge andere manchmal ein, wobei ich mir selber Freiräume herausnehme. Andere finden mich zunächst meist sehr interessant und sympathisch, aber irgendwann wird es ihnen doch zuviel, insbesondere meine direkte Art. Wegen Dominanz hatte ich mir vorgenommen, andere immer zu fragen, was sie für Wünsche haben und mich mit ihnen mehr abzustimmen, und das ist wohl inzwischen besser geworden. Trotzdem gibt es immer noch das Problem, dass andere schnell genug von mir haben und mir nicht sagen warum. Mein Mann meinte auch, es sei nicht gut, immer nur über tiefsinnige Dinge zu reden, Dinge zu analysieren oder persönliche Probleme zu besprechen, insbesondere zu Beginn einer Bekanntschaft, die dann Freundschaft werden würde.

    Es sind aber auch andere Aspekte, die noch eine Rolle spielen und nicht zu vernachlässigen sind: Z.B. der Reiz des Neuen (eine neue Bekanntschaft ist interessanter als eine alte), manche Männer bildeten sich ein, mich flachlegen zu können; als sie merkten, dass ich dafür so überhaupt nicht zu haben bin, wurde ich uninteressant, Familie, finanzielle Probleme oder andere Sorgen, Gesundheit (spielt ja eine besonders große Rolle, wenn man sich überwiegend zum Tauchen trifft) und natürlich das Zeitproblem.

    Weiterhin fällt mir auf, dass ich einige Tauchkumpanen habe, die sich bei mir immer wieder zu Feiertagen melden und mir zum Geburtstag gratulieren, sich auch sehr über eine Mail von mir freuen, aber sobald ich wieder mehr mailen will, sie mir dann wieder nicht antworten. So als ob sie mich schon sehr mögen und zu schätzen wissen, mich aber trotzdem irgendwie auf Distanz halten wollen. Zum Tauchen treffen wir uns dann auch nur ab und an; sie haben mit mir aber noch nie allein einen Tauchausflug gemacht, sondern immer nur in der Gruppe, wo sie sich wohler zu fühlen scheinen, während es mir lieber ist, mit max. 2 Leuten auf einmal wegzufahren.

    Was Du über Deinen älteren Freund schreibst, also von wegen Schwanz rein gegen Depressionen, finde ich mehr als unverschämt, es ist geradezu erniedrigend. Was hat der denn überhaupt für eine Einstellung gegenüber Frauen? Als ob es im Leben nur auf so etwas ankäme. Wenn jemand bei mir derartige Bemerkungen macht, bin ich sofort weg, und das ohne Verabschiedung und Begründung! Den kannst Du in jedem Fall nicht ernst nehmen!! Zumal er offenbar das Wesen der Depression nicht im Geringsten erkannt hat und Dich damit auch nicht für voll nimmt, so als würde man sagen: "Sie haben eine Depression? Fahren Sie doch in den Urlaub!".

    Hoffe, ich konnte ein wenig weiterhelfen, LG
    Hermine

  6. #16
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: Liegt es an mir, dass alle Kontakte scheitern?

    WeißeRose schreibt:
    Erwartungshaltungen überfordern die Menschen. Ich hab´ in jüngeren Jahren auch schon den Fehler gemacht und zu ehemaligen Freunden gesagt, dass mir 1x Treffen pro Woche zu wenig war und 2-3x für mich das Optimum waren. Das würde ich nie wieder machen. Wobei ich jetzt im fortgeschrittenen Alter auch nicht mehr jede Woche irgendwelche Leute treffen muss.
    Ich hatte in der Reha einen Kumpel (Freund) kennengelernt, wir haben uns bestens verstanden, aber dort war ich auch ausschließlich für mich verantwortlich. Nach der Reha war er beleidigt, wernn ich mich nicht mindestens einmal pro Woche gemeldet habe, bzw. wenn ich nicht innerhalb von einer halben Stunde auf "verpasste Anrufe" oder sms reagiert habe...

    Irgendwann hat er sich auch noch beschwert, dass ich ihm etwas sehr persönliches nicht erzählt habe.... Das hatte ich eben mit anderen Freunden besprochen....
    Der stellte mehr Erwartungen an mich, als mein Mann.

    Er ist zwar ein netter Kerl, aber ich habe mich viel zu sehr unter Druck gesetzt gefühlt...

    Als ich ihm das in einem Brief erklärte, war er noch beleidigter, ... dann eben nicht..

    Bei einer Freundin habe ich das so vor 5-6 Jahren auch mal gesagt, da lag es wohl daran, dass vorher ihr Mann zu Hause war, der damals noch wenige Leute kannte und dann sie, die viele Leute kannte, dann muss man sich eben seine Zeit aufteilen... Ich war ihr aber auch nicht böse, als sie mir sagte, dass ihr das zuviel sei..

    LG Tanja

  7. #17
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: Liegt es an mir, dass alle Kontakte scheitern?

    Hermine1977 schreibt:
    Sehr schnell treffen wir uns immer häufiger und gehen tauchen und reden auch über tiefsinnige Dinge, aber manchmal auch über Probleme. Manchmal neige ich auch zu etwas derben Späßen, wenn mir jemand sympathisch ist und wir uns schon besser kennen, mache das aber nur nach Vorwarnung, nachdem ich diesbezüglich schonmal Ärger bekommen hatte.

    Mir fällt auch, dass nach einer gewissen Zeit sich die Leute auch einfach von mir zurückziehen. Ich habe immer wieder hinterhertelefoniert oder gemailt und war manchmal richtiggehend sauer und habe die Betroffenen direkt gefragt, ob sie irgendein Problem mit mir haben, ob ich nerve oder so. Bislang hat mir da noch nie jemand etwas Negatives über mich gesagt, meistens hieß es, sie hätten keine Zeit, das Wetter sei nicht so gut für´s Tauchen oder sie hätten einfach kein Interesse mehr.

    Zum Glück bekommt mein Mann manchmal mit, wie ich mich bei anderen verhalte, so dass er mir manchmal sagen kann, woran es u.U. liegt; er blickt laut eigener Aussage aber auch nicht immer durch, warum sich Menschen so oder so verhalten. Er hat beobachtet, dass ich sehr dominant im Auftritt bin, sehr direkt, extrem schnell anderen vertraue und auch dazu übergehe, andere zu sehr für mich einzunehmen. Ich würde die Leute einfach mit meinem Auftritt "überfahren" und garnicht bemerken, was sie für Bedürfnisse haben, ob ihnen irgendwas peinlich oder zuviel ist und enge andere manchmal ein, wobei ich mir selber Freiräume herausnehme. Andere finden mich zunächst meist sehr interessant und sympathisch, aber irgendwann wird es ihnen doch zuviel, insbesondere meine direkte Art. Wegen Dominanz hatte ich mir vorgenommen, andere immer zu fragen, was sie für Wünsche haben und mich mit ihnen mehr abzustimmen, und das ist wohl inzwischen besser geworden. Trotzdem gibt es immer noch das Problem, dass andere schnell genug von mir haben und mir nicht sagen warum. Mein Mann meinte auch, es sei nicht gut, immer nur über tiefsinnige Dinge zu reden, Dinge zu analysieren oder persönliche Probleme zu besprechen, insbesondere zu Beginn einer Bekanntschaft, die dann Freundschaft werden würde.

    (...)

    Weiterhin fällt mir auf, dass ich einige Tauchkumpanen habe, die sich bei mir immer wieder zu Feiertagen melden und mir zum Geburtstag gratulieren, sich auch sehr über eine Mail von mir freuen, aber sobald ich wieder mehr mailen will, sie mir dann wieder nicht antworten. So als ob sie mich schon sehr mögen und zu schätzen wissen, mich aber trotzdem irgendwie auf Distanz halten wollen. Zum Tauchen treffen wir uns dann auch nur ab und an; sie haben mit mir aber noch nie allein einen Tauchausflug gemacht, sondern immer nur in der Gruppe, wo sie sich wohler zu fühlen scheinen, während es mir lieber ist, mit max. 2 Leuten auf einmal wegzufahren.
    Dieses "Phänomen" kenne ich auch, willkommen im Club . Heute bin ich mir meiner "eigenen Art" mehr bewusst, als noch vor ein paar Jahren...

    In meinem Freundeskreis gibt es durchaus einige, die auch ehrlich sagen, dass ich ihnen auf Dauer "zu viel" wäre, wir halten eben einen für beide Seiten akzeptablen "Abstand, was aber nicht heißt, dass sie mich im Notfall fallen ließen...
    Es gibt viele, die mit mir und meiner Art nicht zurechtkommen, die verabschieden sich irgendwann, aber so trennt sich im Laufe der Zeit die Spreu vom Weizen.

    Einige wissen eben auch meine Qualitäten neben meinen "Macken" zu schätzen, und andere nicht... Mir geht es ja auch manchmal so, dass ich jemanden kennenlerne, mich für eine gewisse Zeit gut verstehe, aber irgendwann dann doch merke, dass es einfach nicht passt.... (Meistens war dann aber von Anfang an "irgendwas nicht richtig")

    Wer versucht, die Menschen "zu halten", die mit seinen "Macken" nicht zurechtkommen, der macht sich unglücklich, weil er sich dann zu sehr verbiegen muss, was jedoch nicht heißen soll, dass man an einer Freundschaft gar nicht arbeiten soll..

    Meine beste Freundin und ich haben eine sehr gegensätzliche Art, mit unseren "Psychomacken" umzugehen. Anfangs war ich ihr viel zu viel und sie bereute, mir ihre Telefonnummer gegeben zu haben, aber wir haben uns gemeinsam weiterentwickelt. Auch sie sagt mir zwischendurch, wenn sie eine "Tanja-Pause" braucht, dann haben wir auch mal 2-3 Wochen keinen Kontakt und ich warte, bis sie sich wieder meldet....

    Ich weiß ja, dass ich ganz schön anstrengend sein kann und arbeite daran, da kann ich es auch keinem verübeln, wenn er mal ne Pause braucht..

    LG Tanja

  8. #18
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Liegt es an mir, dass alle Kontakte scheitern?

    Chaostanja schreibt:
    Nach der Reha war er beleidigt, wernn ich mich nicht mindestens einmal pro Woche gemeldet habe, bzw. wenn ich nicht innerhalb von einer halben Stunde auf "verpasste Anrufe" oder sms reagiert habe...

    Irgendwann hat er sich auch noch beschwert, dass ich ihm etwas sehr persönliches nicht erzählt habe.... Das hatte ich eben mit anderen Freunden besprochen....
    Der stellte mehr Erwartungen an mich, als mein Mann.
    Hallo Tanja,

    kann das sein, dass dieser Mann aus einem anderen Kulturkreis stammt? Meine Familie stammt aus dem ehemaligen Jugoslawien, und ich kenne dieses Verhalten aus diesem Kulturkreis nur zu gut. Bei uns werden Kinder sehr streng erzogen, sie haben zu funktionieren. Gehorsam geht immer vor Durchsetzungsvermögen.

    Meine Eltern hatten hauptsächlich Jugoslawen und einige Italiener in ihrem Freundeskreis. Es war das Normalste auf der Welt, sich mehrmals im Monat zu treffen und mindestens 1x in der Woche ein längeres Telefongespräch zu führen. Wenn du bei schönem Wetter hier in der Stadt durch die Straßen läufst, siehst du immer nur Jugos, Italiener, Türken und andere Süd-/Osteuropäer draußen vor den Cafés sitzen, die sich auf ´nen Kaffee mit ihren Freunden treffen. Diese ständige Verfügbarkeit wird bei uns seit der Kindheit einfach vorausgesetzt. Seit es Festnetztelefone mit Display gibt und jemand versucht hat, dich in Abwesenheit zu erreichen, musst du ihn noch am selben oder spätestens nächsten Tag zurückrufen. Erfolgt der Rückruf viel später oder gar nicht, dann fühlen sich die Leute angegriffen. Als berufstätiger Mensch musst du nicht sofort auf eine SMS antworten, aber nach Feierabend eben so schnell wie möglich.

    Ich habe Verwandtschaft, die in Nordeuropa lebt und habe diese Menschen im Herbst 2009 besucht. Meine Tante springt sogar vom Essenstisch auf und rennt ins Wohnzimmer, wenn sie den SMS-Klingelton auf ihrem Handy hört. Die Nachricht wird natürlich sofort beantwortet. Wenn ich mal bei meiner Mutter (sie lebt hier im Nachbarort) zum Essen eingeladen bin und während der Mahlzeit das Telefon klingelt, dann nimmt sie jedes Gespräch an und telefoniert manchmal ewig lange während des Essens. Das verletzt mich überhaupt nicht, weil ich es gewohnt bin und von ihr nicht anders kenne. Wenn sie unten in der Heimat Urlaub in ihrem Haus macht und mal für ´ne Stunde zur Nachbarin auf ´nen Kaffee geht, nimmt sie ihr Festnetztelefon mit... schließlich könnte ja jemand anrufen und sie brauchen. Meine Mutter hat ihr Telefon immer bei sich, wenn sie zu Hause ist... sie nimmt es ins Bad mit, wenn sie duschen oder den Raum putzen möchte, aber auch in den Keller, wenn sie dort irgendwas macht (mit Handys kommt sie nicht so gut klar, das ist ihr zu kompliziert). Nachts steht das Telefon auf ihrem Nachttisch im Schlafzimmer. So ziemlich alle mir bekannten Ex-Jugos haben die Einstellung, dass du springen musst, wenn du von Familie, Freunden oder auf der Arbeit gebraucht wirst. Niemand sagt da "nein", weil es als unhöflich gilt.

    Was meinst du, wie ich mich gefühlt habe, als ich mit Menschen in Kontakt kam, die im Gegensatz zu meinen Landsleuten nicht immer zur Verfügung stehen wollten? Als ich noch jünger war, habe ich mehreren Personen diesbezüglich große Vorwürfe gemacht und sie als egoistisch bezeichnet. Mich hat das sehr verletzt. Schließlich war ich früher auch immer verfügbar und erwartete im Gegenzug dasselbe von meinen Mitmenschen. Wenn sie sich verweigerten, bin ich manchmal richtig ausgetickt und war total eingeschnappt. Inzwischen habe ich begriffen, dass den Menschen hier in Mitteleuropa ein selbstbestimmtes Leben sehr wichtig ist und sie deshalb nicht anderen zuliebe immer funktionieren möchten. Ich habe verstanden, dass sie es nicht immer böse meinen und in den meisten Fällen etwas anderes dahinter steckt, nämlich das Ausleben der persönlichen Freiheit. Die gibt es in vielen Familien aus anderen Kulturkreisen nicht in derselben Form wie hier. Ich kenne z. B. mehrere Italiener, die schon über 30 sind, Ehepartner und Kinder haben, aber trotzdem jedes Jahr im Sommer den Eltern zuliebe nach Sizilien oder Kalabrien fahren... obwohl sie mal Lust auf Mallorca, Kreta oder die Türkei hätten.

    LG
    WeißeRose

  9. #19


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 9.020

    AW: Liegt es an mir, dass alle Kontakte scheitern?

    Das hört sich für mich ganz furchtbar an. Ich könnte niemals in meiner Freizeit immer verfügbar sein müssen. Das würde mich fertig machen und total überfordern. Der pure Freizeitstress.

    Ich habe auch Probleme Freundschaften aufzubauen. Aber das liegt ganz eindeutig an mir, weil ich große Probleme habe diese zu pflegen. Ich melde mich oft lange nicht. Trotzdem habe ich 4 Freundinnen/Bekannte, die sich sporadisch immer wieder melden und es mir scheinbar nicht wirklich übel nehmen. Irgendwie wissen die, dass ich da ein Problem habe. Trotzdem habe ich dauernd deswegen ein schlechtes Gewissen. Plötzlich sind wieder Monate vergangen und ich habe wieder mal nicht zurückgerufen.

  10. #20
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 384

    AW: Liegt es an mir, dass alle Kontakte scheitern?

    Hallo *wink*,
    auch ich stelle fest, dass es mir da ähnlich ergeht.
    Menschen wenden sich ab, gerade wenn ich mehr Aufmerksamkeit brauche.

    Sie sind überwiegend überfordert von meiner vereinnehmenden Art und meinem Bedürfnis nach Anerkennung zu suchen.

    Ich wirke auf den ersten Blick wie ein einfühlsamer Mensch.
    Auf den zweiten Blick sieht man, wie hilflos ich bin.

    Und dann gibt es zwei Lager.
    Die einen sind betroffen weil sie nicht helfen können, die zweiten sind enttäuscht, weil sie in mir einen starken Typen gesehen hatten.
    Beide Parteien wenden sich ab.
    Ich merk das nicht und buhle noch mehr um Aufmerksamkeit.
    Die Folgen muss ich nicht erklären.

    Das ist jetzt keine Erklärung, die selber gefunden hätte, nein das hat man mir sogar verbal reflektiert.
    Mit der Erwartung dass ich das ändern muss.

    Nur verbiege ich mich schon ein ganzes Leben lang um es anderen Recht zu machen.
    Und habe nie gelernt es mir recht zu machen.
    Noch weiß ich nicht, wie ich es haben will.
    Doch vielleicht bekomme ich das ja noch heraus.

    Ich kann Dir nur den Tipp geben, höre in Dich rein.
    Und wenn ich das so lese, merkst Du ganz gut, was Du magst und auch nicht magst.

    Steve

    Gesendet von meinem GT-I9100 mit Tapatalk 2

Seite 2 von 7 Erste 123456 ... Letzte

Ähnliche Themen

  1. Zwischenprüfung wird scheitern
    Von Lept0pp im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 30.01.2012, 14:01
  2. Hilfe, wie führt man Akten? Referendariat vorm Scheitern
    Von Sapasi im Forum ADS ADHS Studium Beruf und Ausbildung
    Antworten: 20
    Letzter Beitrag: 31.12.2011, 18:27
  3. Kontakte kärnten
    Von xdeadswanx im Forum ADS ADHS Erwachsene: Österreich
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 19.12.2011, 13:31
  4. Unglücklich funktionieren ODER Glücklich scheitern
    Von KlausISSO im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
    Antworten: 11
    Letzter Beitrag: 29.03.2011, 11:01
  5. Soziale Kontakte
    Von Birgit im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 16.12.2009, 18:09

Stichworte

Thema: Liegt es an mir, dass alle Kontakte scheitern? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum