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Diskutiere im Thema Problembericht ADHS, "Hilfeschrei" Wutprobleme im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 2

    Idee Problembericht ADHS, "Hilfeschrei" Wutprobleme

    Hallo Liebes Forum,
    ich möchte euch über ein langjähriges Problem meinerseits unterrichten und hoffe, das Ihr ein paar Ratschläge / Tipps für mich habt.
    Mein Name ist Jan, ich bin 24 Jahr alt und ADHS wurde bei mir in meinem ca. 12. Lebensalter diagnostiziert.
    Ich war in der Schule vlt nicht der beste, habe jedoch vor 4 Jahren meinen Traumberuf gefunden und bin seitdem lern-/schultechnisch ein ganz anderer Mensch geworden.

    Aber nun zu meinem Problem(en):
    Ich habe schon damals immer meine teilweise auch gerade fertigen Hausaufgaben zerrissen, immer und immer wieder...so fing das ganze an.....
    Später kam es dazu das ich meine Hosen, Polohemnden etc. wo ich mir durch eine kurze "Aktion" also zerreisen der Sache einen eignen großen Schaden anrichtete.
    In meinem Auto schlug ich auf die Lüftungdüsen, brach die Blinkerhebel ab, eben immer einen Affeckthandlung wonach es mir immer sehr schlecht ging.
    Es ging soweit das ich kaum noch Klamotten anziehen konnte, ich schlug in mein PC Monitor, zerstörte Handys etc. also immer Dinge die mir selber wichtig / lieb waren.
    Teilweise ziehen sich meine Wutanfälle, bei denen ich teilweisen den Auslöser selber nicht beschreiben kann so das ich mir seit meinem ca. 20 Lebensjahr selber ins
    Gesicht schlage. Dazu möchte ich erwähnen das ich mich noch nie selber verletzt habe geschweige den einen Gedanken an eine suizidale Handlung verschwendet habe.

    Dies ist sicherlich eine sehr kurze Zusammenfassung meiner Probleme, im Alltag ist dies selten bis nie aufgetreten, wenn ich unter Menschen bin nie.

    Ich bin und war immer ein sehr beliebter, lustiger Mensch mit einem Riesen Freundeskreis da es nie an die Öffentlichkeit gelang.

    Ich möchte dieser " Krankheit " nun den Kampf ansagen, habe lange genug zugeschaut und meine Zeit mit unqualifizierten Schulpsycholgen verbracht.

    Ich stehe beruflich mitten im Leben, schließe in Kürze meine Ausbildung zum Rettungsassistenten ab und habe hier bereits ein Übernahmevertrag.
    Ich hoffe ich konnte einen kurzen Einblick geben, falls Fragen bestehen beantworte ich diese gerne sofort!
    Vielen Dank im Vorraus
    Jan

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 2

    AW: Problembericht ADHS, "Hilfeschrei" Wutprobleme

    Niemand irgenteinen Rat oder Tipp?

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Problembericht ADHS, "Hilfeschrei" Wutprobleme

    Hallo Jan,
    ich bin selbstverständlich kein Spezialist und kann dir natürlich nur erzählen was mir geholfen hat und was ich für eine gute Idee halte, das schonmal vorweg. Sollte das bei dir gar nicht anschlagen tut mir das leid, aber jedem hilft eben etwas anderes.

    Meine Problematik war deiner etwas ähnlich aber nicht vollkommen gleich. Ich habe, vor allem als ich noch in der Kinder, - Jugendzeit steckte, auch sehr mit meinen Wut, -Zerstörungsanfällen zu kämpfen gehabt. Es ging schon damit los, dass wenn ich einen Stift ausversehen habe fallen lassen, total wütend wurde. Es war wie eine riesige Welle, nicht nur an Wut sondern auch aus Verszweiflung, die über mich kam und dir ich kaum kontrollieren konnte. Einzig und allein habe ich es immer geschafft meine Wut auf Dinge zu richten, niemals an Menschen. Ich habe Holztüren mit nacktem Fuß durchgetreten, gegen Wände geschlagen oder auch mal rumgebrüllt, bestenfalls in ein Kissen. Mit der Zeit habe ich das mehr und mehr kontrollieren können, ich habe einfach gelernt die Wutwelle klein zu halten und meine Gedanken wegzulenken, von was mich auch immer wütend machte. Zusätzlich bin ich schon seit langem im Therapie. Zu dieser muss ich sagen, es kommt immer auf den Therapeuten an. Nicht jeder passt zu jedem, auch wenn der eine den gut findet muss dieser Mensch noch lange nicht der Richtige für dich sein. Es ist manchmal eine sehr lange Suche, da darf man sich nicht entmutigen lassen. Ein Armutszeugnis ist es selbstverständlich auch nicht. Hat man ein gebrochenes Bein geht man zum Arzt, genauso wenn man ein psychisches Problem hat.

    In Kurzform also heißt das du muss versuchen zu erkennen wann sich die Wut bahn bricht, damit du frühzeitig gegensteuern kannst, solange du noch Herr deiner Aktionen bist. Trainiere das eventuell auch indem du dich in Situationen begibst die dich wütend machen. Wie genau du dieser Wut gegensteuerst oder dich ablenkst muss du für dich selbst rausfinden. Jedem hilft anderes. Falls du da Probleme hast oder keine Ideen, dann rate ich dir dich umzusehen nach einem Therapeuten der zu dir passt. Der kennt sich mit sowas natürlich viel besser aus als du oder ich und du musst ja auch keine Ewigkeit zur Therapie gehen. Probier es einfach aus und finde heraus was dir hilft, dann kann das auch ganz schnell besser werden. Man muss nur immer gewillt sein an sich zu arbeiten und sich auch mal helfen zu lassen.


    Ich hoffe das hilft dir wenigstens ein Bisschen. Alles Gute!

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: Problembericht ADHS, "Hilfeschrei" Wutprobleme

    Hallo Jan

    vieles von dem was du geschrieben hast kenne ich auch von mir - so manch ein Handy, eine Hose oder was auch immer ist in einem Wutanfall schon von mir zerstört worden. Ich habe auch eine Arbeit, die mir Freude macht.

    Eine Hilfe kann ein Stressball sein oder ein Sandsack auf den du eindreschen kannst. Beobachte dich mal in welchen Situationen du "austillst" und wie sich die Phase vor dem "Tillen" anfühlt. Wenn ich es schaffe dieses Gefühl zu erkennen, dann klappt das mit dem Stressball als Alternative.

    Irgendwelche netten Entspannungsübungen habe mir nicht geholfen, wenn diese Spannung kommt, dann muss sie raus und kann nicht "wegmeditiert" werden.

    Vielleicht ist Boxen was für dich. Ich kenne Jemanden, dem es ähnlich gegangen ist. Er boxt 2 mal die Woche bis zur Erschöpfung und seit er dies macht hat er diese "Austiller" nicht mehr.

    Ich hoffe du kannst damit was anfangen

    Elwirrwarr

  5. #5
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.449

    AW: Problembericht ADHS, "Hilfeschrei" Wutprobleme

    Hallo J4nny,

    Mit wut habe ich auch zu kämpfen... Bei mich gehe selten gegenständen kaputt, aber ich kann einfach laut sein...

    Was mich am meistens geholfen hatte ist mich kennen zu lernen. Danach analysieren: Was ist passiert? Was war der auslöser? wann habe ich angefangen mich aufzuregen? Was ist dazu gekommen? Mit der zeit lerne ich typische auslöser zu kennen und kann einiges vorbeugen. Zum beispiel ist bei mich zeitdruck und hektik echt gift und so hatte ich auch einige job verloren... Aber es gibt auch einige nette kommentaren von mitmenschen wie "es ist doch einfach!" oder in diese art...

    Mit der zeit erkenne ich situationen die mich stressen, weil sie mich überfordern, aber auch einige wundepunkten. Also, wenn ich der eindruck habe, der andere denkt, ich sei "falsch" kann es gefährlich werden, vor allem wenn dazu stress gibt und ich müde bin.

    Auch mit der zeit, mit beobachtung, merke ich immer früher, wenn es mal gefährlich sein kann, oder wenn ich anfange mich aufzuregen. Je früher ich es merke, je besser kann ich dann handeln. Wenn ich ausraste ist es dann zu spät...

    Wegen die wundepunkten: seit einige zeiten arbeite ich mit emoflex und es hilft mich sehr emotionen zu verarbeiten, auch alte und ich merke dass ich ruhiger bin, mich weniger rasch ärgere.

    lg

  6. #6
    Chaoten-Weib

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 2.544

    AW: Problembericht ADHS, "Hilfeschrei" Wutprobleme

    J4nny schreibt:
    Teilweise ziehen sich meine Wutanfälle, bei denen ich teilweisen den Auslöser selber nicht beschreiben kann so das ich mir seit meinem ca. 20 Lebensjahr selber ins
    Gesicht schlage. Dazu möchte ich erwähnen das ich mich noch nie selber verletzt habe geschweige den einen Gedanken an eine suizidale Handlung verschwendet habe.
    Lieber Jan,

    wie kann ich mir das vorstellen, dass du dir selber ins Gesicht schlägst? Du schreibst, dass du dich nicht selber verletzt. Aber ist das nicht auch eine Verletzung?

    Es tut mir sehr leid, das von dir zu lesen, was du oben geschrieben hast. Einen wirklichen Rat kann ich dir nicht geben, da ich nicht zu solchen Wutanfällen neige. Mir ist halt nur aufgefallen, dass du schreibst, dass du das mit dem Zerstören bei Dingen tust, die dir wichtig und lieb waren. Bist du dir also auch selber wichtig und liebst du dich? Das wäre meine Frage an dich.

    Ich weiss, dass viele Dinge im Unterbewusstsein sind. Und Menschen, die sich selbst ein Leid antun wie Ritzen etc wollen sich von ihrem Leid und ihren seelischen Schmerzen ablenken. Sie wollen sich "spüren" und zum Teil andere auf sich aufmerksam machen nach dem Motto "Schaut her, ich bin hier und beachtet mich bitte".

    Ich hatte mal eine Klientin, die hat sich immer von ihrem Freund verprügeln lassen, weil sie das gut fand. Er natürlich auch, sonst hätte er das nicht gemacht. Er war ein absoluter Macho. Sie hatte es als Kind "gelernt", sich verprügeln zu lassen von ihren Eltern, damit sie überhaupt erst mal beachtet wurde von ihnen. Das war also für sie schon quasi eine Belohnung. Das war für sie besser, als die Eltern gar nicht zu spüren. Das ist sehr sehr traurig.

    Ich wollte damit nur sagen, dass man sich mal sehr genau hinterfragen soll, warum man sich selbst ins Gesicht schlägt. Ich rede jetzt nicht von den anderen Wutanfällen, nur von dieser Sache Jan.

    Hast du dir die Frage mal gestellt und hast du eine Antwort gefunden?

    Ganz lieben Gruss von mir

    Heike

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 176

    AW: Problembericht ADHS, "Hilfeschrei" Wutprobleme

    Hi,

    ich habe das mit dem Wutproblem auch, aber ich wußte und weiß immer ganz genau, was Ursache, bzw. Auslöser war. Oft ist es Ungeduld, nicht Abwartenkönnen, z.B. in einem Stau stehen (da habe ich mein Auto schonmal mit derben Fußtritten von innen und außen traktiert und rumgebrüllt, bin dann 2 km weggelaufen und wieder zurückgerannt und wurde dabei ruhiger), wenn mir etwas nicht gelingt (z.B. Tennisschläger auf dem Boden zertrümmern, weil ich die Bälle verschlug), wenn etwas nicht funktioniert (etliche PC´s mußten durch meine Hand eines plötzlichen Todes sterben, weil sie abstürzten oder das Internet nicht lief), wenn ich provoziert werde (dann schreie ich denjenigen an oder brülle in der Gegend rum, wurde noch nicht handgreiflich). Bei diesen bekannten Auslösern/Ursachen kann die Wut urplötzlich von einem Moment auf den anderen kommen, auch wenn ich bestens drauf bin, und kann auch nicht so wirklich etwas tun, um es zu verhindern, obwohl ich den Auslöser kenne. Was ich daraus gelernt habe - kriege die Wut nicht in den Griff - also meide ich die Situationen, so gut es geht. Es helfen mir da keine Sandsäcke, sondern ich mache im Notfall irgendwas, was mich ablenkt und zwar so frühzeitig wie möglich, bevor die Wut mich übermannt. Z.B. wenn ich sehe, dass ich in einen Stau komme, rufe ich meinen Mann an und quatsche mit ihm, schimpfe dann auch über den Stau und bin dann erstmal ziemlich abgelenkt, mir nützt es da gut, dass ich nur schlecht 2 Sachen auf einmal machen kann. Oder ich nehme mir ein Buch bei Arztbesuchen mit (wegen Wartezimmer) und beachte, dass ich noch gereizter bin, wenn viele Menschen im Raum sind (v.a. wenn diese husten und schniefen) und bitte darum, im Gang oder draußen im Auto warten zu dürfen.

    Habe ich eine grundsätzlich schlechte Stimmung oder habe irgendwie Streß/Sorgen/Schmerzen, etc., dann bin ich wegen anderer Dinge zusätzlich schnell auf die Palme zu bringen, z.B. wenn es mir zu laut ist, jemand nicht pünktlich kommt, es unangenehm riecht; das sind Dinge, die ich bei guter Laune besser wegstecken kann und wo ich mir auch schnell Lösungen überlegen kann, ohne vorher wütend zu werden, was bei Streß z.B. nicht geht. Wenn ich diese zusätzlichen Wutattacken bei mir bemerke, weiß ich genau, dass ich mir unbedingt eine Auszeit genehmigen muß, weil es sonst immer schlimmer wird. Sind Sorgen der Grund für meine erhöhte Empfindlichkeit, helfen mir Gespräche bedingt (erstmal hilft es mir, die Sorgen "abzuladen" und jemanden zu haben, der mich versteht), später muß ich dann neben den Gesprächen natürlich auch Lösungen "sehen".

    Als kleines Kind hatte ich auch in Situationen, wo ich Angst hatte, Wutanfälle weil ich mich anders nicht äußern konnte. Heute ist dem aber nicht mehr so, kann ganz klar sagen, dass ich Angst habe und auch warum und was dagegen zu tun ist.

    SVV kenne ich von mir selbst nicht; richtig ernsthaft verletzt habe ich mich bei meinen Wutattacken auch noch nicht, bestenfalls blaue Flecke und mal ein angeknackster Zeh nach einer Begegnung mit dem Rasenmäher. Ich habe mich mal selber beschimpft, aber unter der Maßgabe, dass andere mir sagen sollten, dass ich eben nicht schlecht bin und sie sich bei mir wegen vorangegangenem Fehlverhalten, das mich da aufgebracht hatte, entschuldigen sollten.

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