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Diskutiere im Thema Wo endet unsere Persönlichkeit und "beginnt" das AD(H)S? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #21
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 222

    AW: Wo endet unsere Persönlichkeit und "beginnt" das AD(H)S?

    Chaostanja schreibt:
    Wieso sich auf die AD(H)S beschränken? Die AD(H)S ist ein Teil von mir, aber ich bin mehr als das alleine...

    LG Tanja
    Ich glaube Tanja, und so verstehe ich das, zu sagen ich bin ADHS, heist nicht auf das ADHS zu reduzieren. ADHS ist vielmehr eine Bereicherung. Klingt paradox! Aber wir haben ADHS sozusagen von der Natur als Add-On bekommen

    Zu den Bereicherungen gehören, die positiven wie auch die negativen Aspekte. Deswegen sage ich, ich bin ADHS, weil ich die Summe des Ganzen inklusive meiner Erfahrung bin. Und ADHS lässt sich nicht, auch nicht Teilen extrahieren. Wir könne machne Eigenschaften mildern und die Stärken in den Vordergrund zu stellen.

    Ich muss mich jetzt stoppen, bin leider im Büro, wenn ich es nicht vergesse schreibe heute Abend zu Hause weiter.

  2. #22
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Wo endet unsere Persönlichkeit und "beginnt" das AD(H)S?

    'Michi schreibt:
    Gilt dies nicht für jeden Menschen?
    Haben wir nicht alle Muster und Verhaltensweisen über die Jahre verinnerlicht,
    die uns "behindern"?
    Das ist korrekt.

    Niemand ist komplett ohne Beeinträchtigungen.
    Der Grad dieser Beeinträchtigungen macht den Unterschied.

    Um einem berühmten Forscher zu zitieren:
    Falls Sie wissen möchten, wo eine "schillernde Persönlichkeit" aufhört und wo ADHS beginnt, ... es ist der Punkt, an dem Beeinträchtigungen anfangen.
    Keine Beeinträchtigungen, keine Störung.

    Beeinträchtigungen oder eben auch "Behinderungen" hat jeder Mensch.
    Aber die meisten in einem Bereich, der nicht weiter störend ist.

    Also wieso benutzt du den Begriff Störungen?
    Als Störungen werden sie nur von den Stinos wahrgenommen.
    Für uns sind die Störungen normal.
    Wenn, dann aber möglicherweise nur deshalb, weil wir sie nicht selber wahrnehmen, was ja nicht bedeutet, dass sie nicht da sind.
    Darüberhinaus kann ich für mich gesprochen sagen, dass ich diese Störungen und Einschränkungen sehr wohl wahrnehme und auch wahrgenommen habe, bevor ich von der ADHS wusste.
    Jeden Tag wenn ich zur Arbeit gegangen bin, habe ich mir vorgenommen, diesmal endlich alles strukturiert zu machen, das Wichtige zuerst, so dass ich pünktlich und ohne Streß fertig werde und pünktlich nach Hause komme ... und jeden Tag aufs Neue habe ich das, trotz des Wissens darum wie es geht, wieder nicht geschafft und hab wieder eine halbe Stunde länger in der Firma gesessen, Stress gehabt ohne Ende und mich geärgert, es wieder nicht geschafft zu haben.
    Desorganisation, Zeitblindheit, Chaos, Vergesslichkeit, Ablenkbarkeit ... und und und.
    Und irgendwie war ich immer der einzige, dem das so ging.
    Alle andere konnten das.
    Und egal wie weit ich zurück schaue, das sehe ich wie einen roten Faden durch mein ganzes Leben gezogen.
    Früher habe ich es nur nicht so wahrgenommen, aber da gewesen sind die Probleme, die Störungen schon immer.
    Heute weiß ich wenigstens, dass ich nicht zu blöd dafür war, denn ich habe ich sehr deswegen in Frage gestellt.
    Wenn man trotz angeblich hoher Intelligenz und trotz des Wissens, wo das Problem liegt, es dennoch icht in den Griff bekommt, dann kann man doch nur an sich und seinem Verstand zweifeln.

    Heute weiß ich, dass es kein Problem von Wissen oder Intelligenz ist, und auch niemals war.


    Trotzdem würde auch ich sagen, ich bin ADS'ler und nicht ich habe ADS.
    So wie ich neulich in einem der Asperger Threads gelesen habe, das jemand nicht Autismus hat, sondern Autist ist, und nicht Linkshändigkeit hat, sondern Linkshänder ist.
    Da ist schon was dran.
    Geändert von Fliegerlein (18.03.2013 um 15:41 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  3. #23
    Merħba

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 447

    AW: Wo endet unsere Persönlichkeit und "beginnt" das AD(H)S?

    Fliegerlein schreibt:
    Und egal wie weit ich zurück schaue, das sehe ich wie einen roten Faden durch mein ganzes Leben gezogen.
    Früher habe ich es nur nicht so wahrgenommen, aber da gewesen sind die Probleme, die Störungen schon immer.
    Heute weiß ich wenigstens, dass ich nicht zu blöd dafür war, denn ich habe ich sehr deswegen in Frage gestellt.
    Wenn man trotz angeblich hoher Intelligenz und trotz des Wissens, wo das Problem liegt, es dennoch icht in den Griff bekommt, dann kann man doch nur an sich und seinem Verstand zweifeln.
    Exakt, das trifft es! Okay, ich habe allerdings ADHS, aber wann immer das Gespräch darauf kommt gebe ich den Leuten zu verstehen, dass es keine Krankheit ist sondern eine Symptomatik, so meine Sicht der Dinge. Außerdem, für mich bedeutet es trotz einer dauerhaften, unsichtbaren Barriere den Anschluss nicht verloren zu haben, gerade im Hinblick auf Schule zum Beispiel.
    Geändert von Thorsticek (18.03.2013 um 15:47 Uhr) Grund: Erst kontrollieren, dann abschicken...

  4. #24
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Wo endet unsere Persönlichkeit und "beginnt" das AD(H)S?

    Du hast es vielleicht nicht so gemeint,
    aber nicht nur jeder mit einer psychischen Störung sollte sich mit der Frage "Wer bin ich?" auseinandersetzen....
    Ja sicher, aber bei der psychischen Störung kommt eben die Frage "wo beginnt die Störung - wo endet das 'Ich' " dazu.

  5. #25
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: Wo endet unsere Persönlichkeit und "beginnt" das AD(H)S?

    'Michi schreibt:
    Gilt dies nicht für jeden Menschen?
    Haben wir nicht alle Muster und Verhaltensweisen über die Jahre verinnerlicht,
    die uns "behindern"?
    in der zwischenmenschlichen Interaktion ?
    Aber vor allem in der Interaktion mit uns selbst?
    Die AD(H)S (AufmerksamkeitsDefizit(und Hyperaktivitäts-)Störung) ist eine darstell- und damit auch beweisbare Störung des Hirnstoffwechsels, nach aktuellem Forschungsstand betrifft dies hauptsächlich die "Dopaminsynapsen".
    Durch diese Störung (im Hirnstoffwechsel) arbeitet unser Gehirn etwas anders, wodurch (meiner Meinung nach), je nach "Persönlichkeit und Charakter", unterschiedliche "Verhaltensweisen" (Kompensationsstrategien, "psychische Auffälligkeiten" etc...) entwickelt werden. Das macht die AD(H)S so bunt...

    Natürlich entwickelt jeder Mensch in seinem Rahmen Strategien, "um gut durch´s Leben" zu kommen, andere sind aber nicht so dringend darauf angewiesen, wie wir....
    Fehlende oder "falsche" Strategien können uns einen massiven Leidensdruck bescheren.....

    Und ist es nicht so,
    dass ADHSler unter sich
    auch nicht mehr Probleme miteinander haben
    als Stinos untereinander?
    Ich bewege mich in einer "gemischten nachbarschaftlichen Gemeinschaft" (Einige erkennen sich gerade erst, angestoßen durch mein Mitteilungsbedürfnis über die AD(H)S)
    Es ist "durchaus möglich", "untereinander gut zurecht zu kommen". Probleme hat man m.E. nicht zwangsläufig durch die AD(H)S, sondern meistens aufgrund mangelhafter Kommunikation, Respekt und Rücksicht aufeinander.....

    AD(H)S alleine muss nicht zur sozialen Isolation führen, es kommt darauf an, die "passenden Leute", bzw. seine Nische zu finden. DMir ist es bewußt,dass es nicht leicht ist, diese zu finden..... aber es geht.



    Also wieso benutzt du den Begriff Störungen?
    Als Störungen werden sie nur von den Stinos wahrgenommen.
    Für uns sind die Störungen normal.
    Verglichen mit einer "nicht betroffenen Vergleichsgruppe" ist unser Hirnstoffwechsel gestört, weil "Einzelteile" nicht einwandfrei funktionieren und unser Hirn darum "etwas anders arbeitet"

    Das ist es, was ich in meiner Gruppentherapie wahrnahm.
    Wir haben uns verhalten, wie wir uns verhalten
    und wir haben uns miteinander wohlgefühlt.
    Die Erfahrung, "nur unter AD(H)S´lern" zu sein, fehlt mir weitestgehend, erst in der letzten Zeit merke ich, dass da schnell "der Funken" überspringt

    (JustJuts, lottchen, Heike),

    wie problemlos Komunikation sein kann, auch wenn man sich kaum kennt, ohne lange Erklärungen etc...


    LG Tanja

  6. #26
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Wo endet unsere Persönlichkeit und "beginnt" das AD(H)S?

    Ich glaube, um das zu meinem Posting noch zu ergänzen, der Punkt, an dem die Persönlichkeit aufhört und ADHS als Störung anfängt, lässt sich sehr gut anhand einer der jüngsten und größten, über ca. 7 Jahre laufenden Studie über ADHS aufzeigen.
    Eigentlich würde ich jetzt am liebsten dazu die ein oder andere Balkengrafik posten, aber ich denke, das ich das nicht so ohne weiteres darf.
    Dort kann man sehr deutlich sehen, wie stark die Beeinträchtigungen durch ADHS sind.
    In dieser Studie (UMASS-Studie [Barkley, Murphy, Fisher, 1999-2008]) wurden sowohl ADHS'ler, als auch Menschen mit anderen klinischen Störungen, die aber keine ADHS hatten, in erster Linie Patienten mit Angststörungen und Störungen der Affektivität (Mood-Disorders, ein Sammelbegriff für solche Störungen, unter sie z.B. auch Borderline fällt etc.) und eben eine nichtbetroffene Kontrollgruppe untersucht.

    Aus den Interviews ging deutlich hervor, wie hoch die Beeinträchtigungen, sowohl der klinischen Gruppe, als auch der ADHS'ler gegenüber den Nichtbetroffenen ist.

    Mal zwei, drei Beispiele:

    Im Bereich Arbeitsleben kam in den Interviews heraus, dass von der Kontrollgruppe insgesamt nur 4% angegeben hat, dort mit Problemen zu kämpfen (also nicht die üblichen kleinen Problemchen des Alltages, schon deutliche Probleme, die einem Kopfzerbrechen bereiten).
    Somit fühlten die sich also nicht sonderlich beeinträchtigt, sondern konnten im Allgemeinen gut mithalten.
    Die klinische Gruppe dagegen hatte da schon weit mehr Probleme, deren Skala steht auf 65%, ... also deutlich höher als die Kontrollgruppe.
    Klar, mit einer Angststörung etc. kann man sich vorstellen, dass die nicht gut zurechtkommen.
    Nun schaut man auf die Skala der ADHS'ler und siehr dort einen Wert von 89%!!

    89% der Betroffenen hatten deutliche Beeinträchtigungen in der Arbeitswelt.

    Und so geht das munter durch alle wichtigen Lebensbereiche weiter ... und zwar recht erschreckend:
    Im Heimbereich haben 3% der Kontrollgruppe von Problemen berichtet ... von der klinischen Gruppe 78% und 90% der ADHS'ler
    Im sozialen Bereich, 1% der Kontrollgruppe, 50 der anderen klinischen Störungen und 77% der ADHS'ler.
    Schule und Ausbildung ist auch sehr heftig, von der Kontrollgruppe haben 3% angegeben, in diesem Bereich Probleme zu haben, während von den klinischen Patienten 83% Probleme hatten und von den ADHS'lern haben 98% angegeben, dass sie in diesem Bereich mit Problemen zu kämpfen haben.

    Das mag vielleicht primär nicht beantworten, wo denn nun eine Persönlichkeit aufhört und eine ADHS beginnt, aber vielleicht auf den zweiten Blick.
    Denn man sieht anhand solcher Daten sehr gut, wie stark diese Probleme sind.

    Durchweg war übrigens zu erkennen, dass die ADHS'ler deutlich über den Patienten mit anderen Störungen in den Beeinträchtigungen lagen.
    (Das waren übrigens reine ADHS'ler ohne Komorbiditäten, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, ... gerade bei ADHS stehen ja bekannterweise Begleiterscheinungen wie Angststörungen recht weit oben auf der Einkaufsliste, die kommen dann ggf. noch oben drauf...)

    Natürlich ist die Schwelle, ab wann eine Beeinträchtigung vorhanden ist, nicht bei jedem gleich hoch.
    Der eine kann mit einer Erkältung noch weiter zur Arbeit gehen, die einen anderen völlig umhaut, aber das spielt dann auch keine große Rolle mehr, denn letztlich ist der andere so beeinträchtigt, dass er nicht mehr arbeiten gehen kann.

    Ich glaube, um auf den Punkt zu kommen, dass eine ADHS, und damit eine ernsthafte Beeinträchtigung dann erreicht ist, wenn man, wie an diesen Beispielen sehen kann, deutliche Beeinträchtigungen vorhanden sind.


    Es geht nicht darum, dass ich die Haupt/ Realschule geschafft habe.... es geht auch darum, dass ich hätte mehr schaffen können und auch wollen.
    So wie man uns immer gesagt hat: "Der kann mehr, der ist nicht dumm, der muss nur wollen" und wir genau wussten, dass wir sehr wohl wollten, aber nicht konnten, aber nicht wussten und nicht verstanden haben, warum wir nicht konnten.
    Genau diese Sätze sind es, an denen die Grenze zur ADHS erreicht ist und wir nicht mehr von einer besonderen und vielleicht etwas schräg denkenden Persönlichkeit reden, sondern von einer Beeinträchtigung, die einem mehr im Weg steht, als sie nützt.

    Liebe Grüße
    Fliegerlein
    Geändert von Fliegerlein (18.03.2013 um 18:55 Uhr) Grund: Fehlerhaft formulierten Satz und Rechtschreibfehler korrigiert

  7. #27
    Zissy Stardust

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.576

    AW: Wo endet unsere Persönlichkeit und "beginnt" das AD(H)S?

    Wo endet unsere Persönlichkeit und "beginnt" das AD(H)S?

    von
    Fliegerlein

    stand auf der Forum-Startseite und weckte mein Interesse.

    Gelesen hatte ich allerdings:

    "Wo endet unsere Persönlichkeit und "beginnt" das Fliegerlein" (ohne Witz jetzt - dennoch witzig......).

    Gut geschrieben, Fliegerlein.

    Aber weniger sind wir ja auch nicht gewohnt von Dir......

  8. #28
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 499

    AW: Wo endet unsere Persönlichkeit und "beginnt" das AD(H)S?

    Tolles Thema, denn das frag ich mich seit meiner Diagnose (Ende Januar) schon die ganze Zeit, was bin ich, was ist die ADHS, wie wäre ich ohne ADHS geworden? Anfangs hat mich das alles sehr verwirrt, teilweise auch traurig gemacht und tut es auch jetzt noch machmal, dazu die Erkenntnis was mir alles "erspart" geblieben wäre mit einer früheren Diagnose.

    Inzwischen seh ich das schon etwas anders, ich bin wie ich bin und ein Teil meiner Persönlichkeit ist von der ADHS geformt worden und ADHS wird bis zum Rest meines Lebens ein Teil von mir sein.

    Ich sehe nun die, wenn auch späte, Diagnose als Chance. Ich bin froh Antworten auf viele Fragen gefunden zu haben, z.B.: warum weiß ich, dass ich mich so und so verhalten sollte und tu es dennoch nicht?
    Schon nach Diagnoseerstellung wurde mir vieles plötzlich klarer. Die Puzzlestückchen die gefehlt haben ergeben jetzt ein vollständiges Bild und das MPH ist noch ein weiterer Schritt in Richtung Klarheit.

    Ich denke, man kann keinen klaren Trennstrich zwischen der eigenen Persönlichkeit und dem ADHS ziehen, beides greift inneinander und ist untrennbar miteinander verbunden. Die Diagnose, die Medis und die Terapie geben uns allerdings Hilfestellungen in die Hand unsere Defizite auszugleichen.
    Dennoch ist und bleibt meine Persönlichkeit eine von ADHS geprägte im Guten wie im Schlechten.

  9. #29
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Wo endet unsere Persönlichkeit und "beginnt" das AD(H)S?

    ich kann mir beim besten willen nicht vorstellen wie ich ohne adhs wäre,
    auch nicht wie mein leben dann verlaufen wäre.

    ein solches konstrukt möchte ich mir nicht vorstellen - denke es wäre auch sehr niederschmetternd
    wenn man in die realität zurück kehren muß aus dieser gedankenwelt

  10. #30
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 382

    AW: Wo endet unsere Persönlichkeit und "beginnt" das AD(H)S?

    Hallo !

    Habe den Eindruck gewonnen, zum Teil nicht richtig verstanden worden zu sein.
    Ich möchte an einem Beispiel erläutern, was ich meine.

    Eine Nachhilfeschülerin (Biologie und Gesundheit) von mir, ich vermute ADS bei ihr,
    hat kürzlich ihre Fassungslosigkeit darüber zum Ausdruck gebracht,
    dass sie in Englisch dieses Jahr, sie wiederholt den Fachabiturjahrgang,
    schlechter sei als das Jahr zuvor.

    Nach einigen Nachfragen stellte sich heraus,
    dass die Art und Weise der entscheidenden Klausuren sich geändert hatte.

    Letztes Jahr z.B. ging es im Konversationstest darum,
    über ein bestimmtes Thema zu sprechen.
    Fragen zu beantworten,
    allgemein kreativ mit dem Thema umzugehen.
    Allgemeinwissen, spezielles Wissen und natürlich die Ausdrucksfähigkeit waren Grundlage
    für die Benotung.

    Dieses Mal wurde ein Text ein Mal vorgelesen
    und dann wurden Fragen zum Textverständnis gestellt,
    die sie zum Teil nur halb oder gar nicht beantworten konnte,
    weil sie, wie ich vermute, es einfach nicht "gehört" hatte.

    Geprüft wird also nicht Text-, bzw. Hörverständnis
    oder gar kreativer Umgang mit der Sprache, Ausdrucksfähigkeit,
    sondern Aufmerksamkeit und Konzentration.

    Wenn du nicht jedes Detail mitbekommen hast,
    dann kannst du die Fragen nicht korrekt beantworten.

    Dies hat aber weniger mit mangelndem Text-. und Hörverständnis zu tun,
    denn mit einem Aufmerksamkeitsdefizit.

    Wann ist eine Aufgabenstellung leicht,
    wann ist sie schwer?

    Meine Schwester hat mit mir vor kurzem über eine ähnliche Problematik gesprochen.
    Auch da ging es um Hör-, bzw. Textverständnis.
    Meine Schwester sagte mir damals,
    ihr Sohn hätte die Frage, wann der Zug abgefahren sei,
    auch nicht beantworten können, wenn er den Text in deutsch statt in englisch gelesen hätte.

    Unsere Art der Wahrnehmung ist nicht verzerrt, sondern anders.
    Wir merken uns Dinge anders oder schenken den Dingen unterschiedlich Aufmerksamkeit.

    Was früher von besonderer Bedeutung war, in bestimmten Situationen sogar von hohem Nutzen, z.B, die Reizoffenheit,
    ist heute eher hinderlich.

    Darum geht es mir!


    Die Stinos organisieren ihr Leben, ihren Arbeitsalltag so, wie es für sie am günstigsten ist.
    Auch erstellen sie Arbeitsziele nach Vorgaben, die für sie erreichbar sind.
    Auch setzen sie ihre Prioritäten anders.

    Wenn ich mich an ihren Vorgaben messe, dann wird es mir immer so gehen,
    wie es meiner Nachhilfeschülerin zur Zeit in Englisch ergeht.

    Ausserdem gehe ich lieber jagen als das Feld umzugraben.
    Nur gibt es immer weniger Wild.

    Meine Ackerfurche wird nie gerade sein, egal wie sehr ich mich bemühe.
    Das ist so.
    Deshalb sollte ich nicht enttäuscht sein.

    Vielleicht erfinde ich ja demnächst einen neuen Pflug.....
    oder frage mich, warum das Getreide auf diesem Feld besser wächst
    als auf jenem.



    Gruß
    Michi

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