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Diskutiere im Thema Wo endet unsere Persönlichkeit und "beginnt" das AD(H)S? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Merħba

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 447

    AW: Wo endet unsere Persönlichkeit und "beginnt" das AD(H)S?

    Hallo Seraphim

    Ein sehr interessantes Thema mit dem Potenzial für schlaflose Nächte.
    Der Charakter mit all seinen Ecken und Kanten bildet sich während der Lebensjahre heraus. Gerade für die unter uns, die ihre Diagnose erst jetzt erhalten haben stellt sich natürlich die Frage, welche Eigenschat hat sich nur auf Grundlage einer ADHS-typischen Verhaltensweise herausgebildet?
    Wer als Kind auf Grund ständiger Auffälligkeiten von seinen Mitschülern schikaniert wurde ist heute möglicherweise schüchtern und introvertiert. Ist das nun ADHS? Nein, aber dieser Wesenszug lässt sich eben drauf zurück führen.

    Kommen wir mal zu was konretem. Freunde haben ein bestimmtes Bild von einem. Jeder Versuch daraus auszubrechen wird torpediert, "bleib doch wie du bist. Wir kennen und schätzen dich so". Ja klar, es hat sich ja über Jahre aufgebaut. Wieso? Nun, wenn man schon nicht mit Leistung punkten kann, dann zumindest durch seine Art. Aber man will es doch verändern, nicht immer nur der liebenswerte Chaot sein, auch wenn es eine für den Moment den Kick in Form von Anerkennung gibt, zuhause kommt das Grübeln. Warum bekomme ich nichtmal Respekt für für etwas das ich erreicht habe? Nun fragt man sich doch, ist es wirklich ein Charakterzug mit dem ich zu 100% im reinen bin, oder haben die Begleiterscheinungen des ADHS die Finger mit im Spiel?
    Geändert von Thorsticek (18.03.2013 um 12:47 Uhr)

  2. #12
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 795

    AW: Wo endet unsere Persönlichkeit und "beginnt" das AD(H)S?

    Wenn man denn ein liebenswerter Chaot ist, mag das für das Umfeld ja noch in Ordnung sein. Wenn man aber zum Thyrann mutiert sieht das gänzlich anders aus.

    Es hat dann wirklich was von Dr. Jekyll & Mr. Hyde. Das ist dann auch in keinster Weise mehr lustig. Und Du selbst wußtest bis vor Kurzem nicht was mit Dir los ist.

    Ich kann eine Meute den ganzen Abend unterhalten und am Ende mach ich alles kaputt, wenn irgendeine blöde Bemerkung kommt oder mich irgendetwas an eine schmerzvolle Erfahrung erinnert.
    Geändert von Raphell (18.03.2013 um 12:11 Uhr)

  3. #13
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Wo endet unsere Persönlichkeit und "beginnt" das AD(H)S?

    Ich glaube dass ist so eine der Fragen die sich jeder mit ADHS - und vermutlich jeder mit einer psychischen Störung - stellen muss und die jeder ganz für sich alleine beantworten muss. Und fieserweise wird die Antwort in verschiedenen Lebenssituation, mit verschiedenem Alter, verscheiden ausfallen.

  4. #14
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 382

    AW: Wo endet unsere Persönlichkeit und "beginnt" das AD(H)S?

    Hi !

    Seraphim kam mir zuvor.

    Ich bin ins Bett und sie hat den Thread eröffnet.
    Danke.

    Unter anderem bin ich deswegen heute morgen wieder hier,


    Was ist ADHS ?

    In der Gesellschaft wird sie als Verhaltensauffälligkeit von Kindern wahrgenommen
    verbunden mit Konzentrationsstörungen.
    Andere nennen es Anpassungsstörung,

    weil ADHSler nicht so funktionieren wie die Mehrheit.

    Ihr wisst das alles.

    Im Chat wollte ich deutlich machen,
    dass ADHS das eben nicht ist!!!!!!!!:
    Bestimmte Verhaltensweisen,
    bestimmte Eigenschaften
    usw.

    ADHS wird von den anderen so wahrgenommen,
    Für mich als Kind war ich, wie ich war.
    Ich war okay.
    Ich habe lange gekämpft für mein OKAYSEIN.

    ADHS ist eine andere Form der Wahrnehmung.
    Soweit die Forscher wissen, ist die Vernetzung unserer Gehirnteile, unser Gehinstoffwechsel
    anders
    bzw, gestört.


    Als ich mich mit ADHS auseinandersetzte, vor allem Neuhaus' Bücher las,
    erklärte sie unser SEIN mit dem des Jägers
    und das der Stinos mit dem der Farmer.

    Weil ich schon immer ein Westernfan gewesen war, lief mir das runter wie Öl.

    Darum geht es!!!!!!!!!!!!!!!!
    Ich bin anders.
    Und ich darf anders sein.
    Das ist völlig okay.

    Ich habe einen anderen Wahrnehmungsstil,
    was dazu (ge)führt hat, dass ich Verhaltensweisen und Eigenschaftne an den Tag lege,
    die die anderen oft stören
    und in dieser Welt, die immer mehr zu einer Welt der Farmer wird,
    ist mein Jägerdasein ein schwieriges Dasein.

    Aus dem Jägerdasein erwachsen bestimmte Verhaltensweisen sowie Eigeschaften,
    aber es ist meine Entscheidung,
    wie und ob ich sie leben will
    ob ich mein Jägerdasein akzeptiere,
    liebevoll umarme

    oder ob ich verzweifelt versuche, ein Farmer zu sein.

    Dazu gehört allerdings, dass ich erst einmal erkunde,
    wer ich bin?
    Und was für einen Menschen dieser Wahrnehmungsstil aus mir gemacht hat.
    Welche Person?
    Und dann bin ich neugierig, ob es hinter diesem Wahrnehmunsstil
    noch etwas anderes gibt.....

    das Antworten auf
    WER bin ich ?
    gibt.

    Der veränderte Wahrnehmungsstil prädestiniert mich für bestimmte Aufgaben.
    Ich habe Fähigkeiten, Eigenschaften, die die Stinos nicht haben.
    Und die Stinos Fähigkeiten, die ich nicht habe.

    Die Gesellschaft hat sich so entwickelt, dass meine Fähiglkeiten und Eigenschaften
    immer weniger gebraucht zu werden scheinen,
    dass sie sogar eher störend zu sein scheinen
    ausser in bestimmten Situationen.

    Wir leben in einer Gesellschaft, in der der einzelne immer mehr austauschbar zu sein hat,
    gerade die wirtschaftlichen Entwicklungen unterstützen dies.

    Niemand scheint mehr an Kreativität interessiert zu sein.
    An Neugierde
    an anderen Wegen.

    Ein Weg ist der richtige und der wird gegangen.
    Schön sicher.

    Auf diese Weise wird kein Neuland entdeckt
    und keine neuen Wege erkundet.

    Was jenseits des Flusses ist, ist nicht von Interesse.

    Es gibt immer weniger Nischen für uns.
    Und das führt die Gesellschaft in die Sackgasse.

    Ich habe gestern eine Sendung gesehen, wie es dazu kam,
    dass die Menschen die Sicht ihres Weltbildes veränderten,
    was dazu geführt hat.

    Der eine hat akribisch über Jahre Messdaten der Sterne notiert mit unerschöpflichem Eifer
    der andere hat sich jahrelang mit Berechnungen der Planetenbewegungen beschäftigt
    der dritte wollte eine besondere Erfindung machen

    diese drei verband eines:
    Sie wollten wissen, verstehen und erklären, was jenseits des Flusses ist.

    Und nichts hat sie aufhalten können,
    kein Misserfolg.

    Wir tauschen uns zu wenig darüber aus, was uns ausmacht,
    was uns besonders macht
    über unsere Fähigkeiten.

    Meistens geht es in den Themen um unsere Anpassungsmöglichkeit
    an die Gesellschaft und
    unsere Schwierigkeiten damit.

    Ich habe nicht ADHS
    Ich bin ADHS

    Ich bin eine Jägerin,
    die versucht bei den Farmern zu überleben,
    aber nichts desto trotz bin ich mir
    meines Wertes bewusst,
    vor allem
    seit ich um meinen anderen Wahrnehmunsstil weiss.

    Achso
    Ich bin eine Jägerin.
    Deshalb also.

    Ich bin aber nicht besser oder schlechter
    Ich bin wie ich bin.


    Gruß
    Michi

  5. #15
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: Wo endet unsere Persönlichkeit und "beginnt" das AD(H)S?

    'Michi schreibt:
    Ich habe nicht ADHS
    Ich bin ADHS
    Wieso sich auf die AD(H)S beschränken? Die AD(H)S ist ein Teil von mir, aber ich bin mehr als das alleine...

    LG Tanja

  6. #16
    Simply me

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 2.266

    AW: Wo endet unsere Persönlichkeit und "beginnt" das AD(H)S?

    Mir geht es ja weniger um die Definition von ADHS oder dessen Akzeptanz in der Gesellschaft.

    Es geht darum, wie stark man sich von der Diagnose beeinflussen lässt und beginnt sich selbst anders zu sehen, also vorher. Ist man selbst oder bestimmte Eigenschaften die ADHS-typisch sind, anders als vorher? Nur weil man die Diagnose hat und nun weiß, was hinter bestimmten Eigenarten steckt?

    Ich will eben nicht meine Selbstanschauung durch die Diagnose verändern lassen. Ich bin immer noch die gleiche, meine Eigenschaften sind immer noch die selben. Ich weiß nun zwar, warum manche vorhanden oder entstanden sind, habe das Wissen über all das im Hinterkopf und kann es im Alltag verwenden. Mehr aber auch nicht.

  7. #17
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 382

    AW: Wo endet unsere Persönlichkeit und "beginnt" das AD(H)S?

    @ wildfang

    Du hast es vielleicht nicht so gemeint,
    aber nicht nur jeder mit einer psychischen Störung sollte sich mit der Frage "Wer bin ich?" auseinandersetzen....

    Und ja, mein ADHS hat dazu geführt, dass ich mich mit mir selbst auseinadersetze.

    Gerade die Menschen, die sich nicht länger vor sich selbst und der Welt verstecken können,
    setzen sich mit sich selbst auseinander.

    @ Seraphim

    Was ist Persönlichkeit?
    Ist sie einmalig oder verändert sie sich?

    Bist du noch dieselbe Person von vor 10 Jahren?
    Und wenn nicht, was unterscheidet dich von ihr?

    Gibt es etwas, was unveränderlich an mir ist?
    Ist das die Persönlichkeit?

    Was macht dich zu dem, wer und wie du bist?
    Aber vor allem, wie nimmst du es wahr?

    Bist du, wie andere dir sagen, wer du bist;
    Wie sie dich wahrnehmen?
    Bist du ein Sammelsurium aus Verhaltensweisen und Eigenschaften?

    Oder bist du, wie du dich wahrnimmst?
    Und hat dein Wahrnehmungsstil Einfluss darauf, wie du dich wahrnimmst?

  8. #18
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Wo endet unsere Persönlichkeit und "beginnt" das AD(H)S?

    ADHS wird von den anderen so wahrgenommen,
    Für mich als Kind war ich, wie ich war.
    Ich war okay.
    Ein typisches Symptom von ADHS ist die verzerrte Selbstwahrnehmung und ein typischer Schutzmechanimus von ADHS-Kindern ist "sich so wie ich bin OK finden" - hab ich als Kind auch. Das verhindert leider das lernen und trainieren sozialverträglicher Verhaltensweisen. Ergebnis: Man ist alleine und fühlt sich wie vom anderen Stern. Mir ging es so.

    Und genau da setzt doch Methylphendat an.

  9. #19
    Lysander

    Gast

    AW: Wo endet unsere Persönlichkeit und "beginnt" das AD(H)S?

    Guten Tag, ich bin der Lysander. Ich bin so vielfältig, dass der Platz hier nicht ausreicht, um alles zu beschreiben, was mich ausmacht. Das gilt für alle Menschen hier und wo auch immer sie sein mögen. Wir haben jeder ein Universum im Kopf. Unsere Gemeinsamkeit hier ist ein Syndrom, das sehr schwer zu erklären ist, weil es viele ganz unterschiedliche Ausprägungen sowie Symptome aufweist. Und obwohl wir uns hier so oft über die Gemeinsamkeiten unterhalten, haben wir mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten. Ich könnte bei keinem anderen sagen, welche Verhaltensweise durch ADS entsteht und welche nicht. Vielleicht betrachtet man es besser als Disposition, doch würde "irgendwo AD(H)S beginnen" hätten wir nicht die unglaublich vielfältigen Biografien.

    "Wer sich dem Haben unterordnet, hat seine persönliche Identität aufgegeben." (Willy Meurer).

    Ich bin und ich habe ganz viele Dinge, Qualitäten, gute wie schlechte Eigenschaften, ich bin alles mögliche, was ich jetzt nicht aufzähle, aber irgendwann käme dann der Satz: "Ich habe AD(H)S" Ich habe auch Diabetes und das Kallmann-Syndrom, ich habe jetzt ein Schlagzeug und habe Knickfüße. Aber ich BIN ebensowenig AD(H)S wie ich ein Knickfuß BIN.

  10. #20
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 382

    AW: Wo endet unsere Persönlichkeit und "beginnt" das AD(H)S?

    Hi Tanja,

    es kommt darauf an, wie du ADHS für dich persönlich definierst.

    Du schreibst:

    Meine Störungen sind zwar vorhanden,
    aber ich bemühe mich daran zu arbeiten.
    Wer mich nett auf meine Macken hinweist,
    hilft mir dabei.....


    Gilt dies nicht für jeden Menschen?
    Haben wir nicht alle Muster und Verhaltensweisen über die Jahre verinnerlicht,
    die uns "behindern"?
    in der zwischenmenschlichen Interaktion ?
    Aber vor allem in der Interaktion mit uns selbst?

    Und ist es nicht so,
    dass ADHSler unter sich
    auch nicht mehr Probleme miteinander haben
    als Stinos untereinander?

    Also wieso benutzt du den Begriff Störungen?
    Als Störungen werden sie nur von den Stinos wahrgenommen.
    Für uns sind die Störungen normal.

    Das ist es, was ich in meiner Gruppentherapie wahrnahm.
    Wir haben uns verhalten, wie wir uns verhalten
    und wir haben uns miteinander wohlgefühlt.

    Keiner fühlte sich vom anderen angegriffen
    oder missverstanden.
    Wir haben uns im anderen wahrgenommen
    und zeigten Verständnis und Mitgefühl für eianander.

    Es war eine meiner schönsten Erfahrungen....
    und diese mache ich auch hier
    immer wieder.

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